Neues Spielzeug

Ich bin umgezogen!

Also der Blog – unter der griffigen Domain www.dannwollenwirmal.de gehts nun hier weiter.

Aufgrund der vielen noch kommenden Sägerei habe ich mit diese hübsche Kappsäge gegönnt:

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Bosch PCM-10

Sicher, es gibt auch Makita und Porsche und sonstwas für Raumschiffe, aber dieses ist schließlich ein HEIMWERKERBlog und für mich macht dieses Gerät schon richtig Spaß 🙂 Mit Schnittkantenlaser, Gehrung beim Drehen und Kippen, Sägetischverlängerung usw. und dabei super zu bedienen.

Noch schöner wäre es sicher mit dem Untergestell PTA 2400, aber dafür war ich dann doch zu geizig.

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Ist doch ganz gemütlich, oder?

Ansonsten habe ich nun die Zwischendecke zum Spitzboden verschlossen. Die Holzträger dafür waren bereits vom Vorbesitzer eingebaut worden, auch die Bretter lagerten schon oben, so dass ich leichtes Spiel hatte und das Ganze (auch dank der Motivationssäge) an einem halben Tag geschafft habe.

Richtig urig, der kleine Spitzboden! Könnte ich ja noch als Pensionszimmer vermieten.

Planung ist alles…

…und je mehr man vorher plant, desto weniger muss man vor Ort herumprobieren.

So habe ich meinen „Dachaufbau“ unter anderem mit dem großartigen Online-Tool U-Wert-Rechner gemacht. Der U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient ist das Maß für den Wärmestrom, z.B. von Luft durch ein Bauteil. Je geringer der U-Wert, desto  besser die Isoliereigenschaften.  So hat beispielsweise ein Einfachglas einen U-Wert von über 5, moderne Dreifachverglasung kommt auf 0,8.

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Dachaufbau im U-Wert-Rechner

Wie das Bild vom U-Wert-Rechner zeigt, liege ich mit meiner geplanten Dämmung etwa bei den Anforderungen der enEv 07. Ob das wirklich so ist, wird sich zeigen, aber es gibt erstmal ein gutes Gefühl 🙂 Weiterhin gibt das Tool noch praktische bauphysikalische Hinweise wie Feuchtigkeits. und Temparaturverläufe.

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Sparren-Aufdoppelung

Währenddessen geht es nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch weiter. Da die Isolation von 160mm nicht zwischen die Sparren passt, müssen diese „aufgedoppelt“ werden. Ich habe mir dazu vom Holzhändler Latten 38/78 mm besorgt, die nun mit langen Schrauben an den Sparren angebracht werden. Dadurch erreiche ich eine Sparrentiefe von etwa 210 mm. Da passt dann alles rein: 30mm Konterlattung und Hinterlüftungsebene, 22mm DWD-Platte, 160mm Isolation.

Tobezimmer

Schöne Idee eigentlich mit dem Tobezimmer oder der Pension „unterm Dach“. Alles verworfen, der Spitzboden ist jetzt isoliert. Oder besser gesagt: Der Spitzboden-Boden ist isoliert. Der eigentliche Spitzboden bleibt ungedämmt. Klingt zunächst vielleicht unlogisch („viel Dämmung hilft viel“), aber es gibt ein paar gute Gründe:

Bauphysikalisch ist es eigentlich das Beste, den Dachboden gar nicht auszubauen. Unser Dachstuhl ist deshalb seit fast 100 Jahren nicht vergammelt, weil er zwar witterungsgeschützt, aber dabei doch rundum belüftet ist. Ans Holz kommt von allen Seiten Luft und sollte mal etwas Wasser durch die Pfannen kommen, kann es durch die Belüftung gut wieder trocknen. Wenn ich alles einpacke, kann nichts „atmen“ und nichts trocknen.

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Achja, praktisch: selbstklebendes Treppenvlies zur Abdeckung des „Baustellenwegs“

 

Wer seinen Dachboden isolieren möchte und den Platz nicht braucht, sollte mal drüber nachdenken, einfach den Fußboden des Dachbodens mit Isolierung auszulegen, so wie ich es jetzt beim Spitzboden gemacht habe. Braucht weniger Material als die Dachschrägen und ist nicht durch die Sparren unterbrochen.

Weiterhin habe ich keinen belüfteten First. Die Unterdeckung (siehe hier) braucht aber eine Hinterlüftung, die Luft strömt von der Traufe her rein und muss ja irgendwo mitsamt der gesammelten Feuchtigkeit wieder raus. Als große Belüftungsfläche dienen jetzt die Dachflächen des Spitzbodens. Hier habe ich die Verschmierung der Ziegel nicht nachgebessert und es gibt diverse Spalten und Ritzen, so dass zwar kein Regen hineinkommt, aber doch die geforderten Lüftungsöffnungen da sind.
DIN 4108 Teil 3 fordert hier:

– Traufe: mindestens 200 cm² je m Traufe und mindestens 2 ‰ der dazugehörigen Dachfläche
– First: mindestens 50 cm² je m und mindestens 5‰ der dazugehörigen Dachfläche.

Ich habe auch wieder die Filzstiftsammlung von Sohnemann geplündert und das Ganze aufgemalt:

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Aufbau und Isolierung Spitzboden

Der „Spitzbodenboden“ ist also mit Glaswolle auf der Zwischendecke ausgelegt. Auch hier muß vermieden werden, dass das Zeug nass wird, also gibt es eine Abdeckung aus diffusionsoffener Folie. (Hält Wasser ab, aber wenn doch mal Feuchtigkeit drin ist hat sie wenigstens die Chance mal wieder rauszukommen). Die ist an den Rändern so tief gezogen, dass sie dann an die Unterdeckung anschließen kann. Wenn sich also oben Wasser ansammeln sollte, kann es über die DWD-Platten zur Traufe hin abfließen. In der anderen Richtung fließt der Luftstrom definiert in den Firstbereich und nicht in die Zwischendecke.

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Folie zum Anschluss an die Unterdeckung

Das mit den Folien ist auch so eine Wissenschaft für sich. Früher dachte ich mal, Folie ist Folie. Gar nicht wahr: So unterscheidet man beiepielsweise Dampfbremse und Dampfsperre. Wie der Name vermuten lässt, ist eine Dampfsperrfolie praktisch komplett dicht, eine Bremse lässt Feuchtigkeit hindurchdiffundieren (diffusionsoffen). Gemessen wird das mit dem SD-Wert. Je kleiner dieser Wert, desto besser der Feuchtigkeitsdurchlass. Mittlerweile gibt es auch Folien, die ihre Durchlässigkeit variieren können. Ich habe bei mir Dampfbremsfolie mit einem Wert von 100m verbaut (=Diffusionseigenschaft wie 100m Luft). Ich werde dem Tobezimmer dann regelmäßig einen Besuch abstatten, ein bisschen toben und gleichzeitig nach Feuchtigkeit schauen 🙂

 

Steter Tropfen…

…höhlt den Stein. Uns so geht es weiter, Sparrenfeld für Sparrenfeld wird ‚ausgekleidet‘ damit eben keine steten Tropen ins Innere gelangen. Dabei gibt es scheinbar kein einfaches 08/15-Feld, sondern jedes hat seine Herausforderungen. Ein Dachfenster hier, ein Lüftungsrohr da, immer gibt es kleine „Problemchen“ und man muss etwas improvisieren. Die Umsetzung dieser Einzellösungen zeige ich hier in den nächsten Tagen.

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Sparrenabstände auslasern

Zwei hilfreiche Tricks habe ich noch zum Messen: Wegen der Aufdopplung ist es immer etwas umständlich, die Abstände zwischen den Sparren zu messen. Hier eignet sich ein Laser-Distanzmesser. Ich habe mir angewöhnt, bei jeder Platte neu zu messen, da die Sparrenabstände in älteren Häusern auf ganzer Länge gerne mal um ein paar Zentimeter abweichen können.

Den zweiten Trick habe ich in einer Bausparkassen-Zeitschrift gefunden (ist das jetzt speißig? 🙂 ) Um die DWD-Platten rechtwinklig zu sägen, habe ich bisher immer mehrere Punkte abgemessen und eine Linie gezogen. Man kann aber auch einfach das Maß am Zollstock festhalten, am anderen Ende den Bleistift und an der Kante entlangfahren. Schon hat man eine genaue Linie und mit etwas Übung geht das irgendwann richtig gut. War mir nie richtig bewußt, dass man das so machen kann.

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Männerbohrer!

Zwischendurch habe ich noch zwei Löcher gebohrt: Für die spätere Heizung müssen Zulauf und Rücklauf von einer Etage drunter hochgelegt werden. Dazu habe ich einen ‚Schneckenbohrer‘ mit 22mm Durchmesser und einer gefühlten Länge von etwa acht Metern und in einer gewaltigen Schweinerei aus Staub und Dreck diese beiden Öffnungen gemacht. Der Vorteil ist, dass man wirklich komplett durch die Zwischendecke hindurch kommt und nicht die Hälfte von oben und die Hälfte von unten bohren muss (und man sich wahrscheinlich nie trifft).

Also: es geht allmählich voran und man sieht erste Ergebnisse 🙂 Das motiviert. Heute wird ein neues Dachfenster in extra-hoch eingebaut. Bericht folgt!

 

Einbau eines Dachfensters

Wenn man schon in einer schönen Gegend wohnt, sollte man diese auch sehen, und daher wünschte ich mir ein Fenster in Richtung Westen, um den Ausblick auf die Porta Westfalica und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal zu haben.

Da ich mich selbst nicht so ganz allein an die Sache herantraute, holte ich mir die Hilfe eines befreundeten Dachdeckers und tatsächlich war das Ding an einem halben Tag eingebaut, alles gar nicht so schwierig wie befürchtet.

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Das „Loch“ machen

Zunächst geht’s los mit der destruktiven Phase: Die Dachziegel an der Stelle losnehmen, wo später das Fenster hin soll. Gut überlegen, wie hoch es soll, die untere Reihe Ziegel definiert das ‚Raster‘, denn während man links und rechts und oben Ziegel kürzen kann, liegt die untere Reihe ja auf der entsprechenden Dachlatte auf. Diese Reihe muss dann vom Eindeckrahmen überlappt werden.

Das Loch im Dach wird gefühlt riesig groß (man muss ja immer etwas mehr Ziegel wegnehmen für den Einbau), und man hat das Gefühl eines Totalabbruchs, aber es kommt auch viel Licht rein und letztendlich ist das Dach nicht komplett eingestürzt.

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Halterungen am Fenster

Am Fenster werden nun die Halterungen angebracht, und auf die Sparren wird oberhalb und unterhalb des späteren Fensters eine stabile Dachlatte aufgeschraubt. (Mit Wasserwaage ausrichten!)  Die Abstände zum Fenster und zur Ziegelreihe entnimmt man der Einbauanleitung, das ist sicher bei jedem Fenster etwas anders. Nun noch die vorhandenen Dachlatten aus dem Sparrenfeld herausschneiden und schon…

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Da ist es!

kann das Fenster (bzw. erstmal der Rahmen; der Flügel wird zum Einbau ausgehängt und am Ende wieder eingesetzt) eingesetzt werden. Auf dem Bild sieht man, wie die Befestigungswinkel auf den neuen Dachlatten (grün) montiert sind. Etwas aufwändiger ist das Ganze, wenn man eine Unterspannbahn hat. Da muss ein entsprechender Ausschnitt geschaffen werden und oberhalb des Fensters eine schräge Rinne, um herunterlaufendes Wasser ins benachbarte Sparrenfeld umzuleiten. Da es bei mir keine Unterspannbahn gibt, habe ich diese Arbeit dann später und kann mir dafür eine schöne Lösung ausdenken. Aber auch der Einbau mit Unterspannbahn ist in der Anleitung ganz gut dokumentiert.

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Eindeckrahmen

Um das Fenster herum wird nun der sogenannte Eindeckrahmen befestigt. Den gibt es passend zu jedem Fenster zu kaufen. Er wird aus mehreren Teilen zusammengebaut und schließt das Fenster genau passig ein. Wenn der Eindeckrahmen fertig ist, kann auch wieder ‚eingedeckt‘ werden. Die Reihe Ziegel unter dem Fenster ist ja noch ganz, an den Seiten und oben müssen nun die Ziegel wieder aufs Dach bzw. an den Rändern des Fensters geschnitten werden. Der Schaumstoffstreifen des Eindeckrahmen (siehe Bild oben) liegt noch unter dem Ziegel, und die Dachziegel reichen dann etwa bis an die Kante innen von dem Streifen ans Fenster heran. Der Rest bleibt  Abstand zum Fenster, z.B. zum Säubern von Moos. Die Schnittkanten werden angezeichnet und die Ziegel mit der Flex zurechtgeschnitten (Staub & Dreck).

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Was für ein Ausblick!

Nun werden die Ziegel wieder eingedeckt, wir haben an den Rändern einige gebohrt und mit einer speziellen Edelstahlschraube mit Gummi-Unterlegscheibe an den Sparren befestigt, damit auch wirklich keiner runterrutscht (gerade die gekürzten Ziegel an den Rändern liegen ja nicht mehr so stabil wie im Verbund).

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Befestigung oben

Hier im Bild nochmal die obere Dachlatte und der Teil des Eindeckrahmens, der oberhalb des Fensters liegt und das Ganze von oben regendicht macht.

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…und unten

Und hier der untere Teil. Hier ist der Eindeckrahmen (im Bild das graue, geriffelte) flexibel und kann in die Mulden der Dachziegel gedrückt werden.

Also, das Fenster ist drin und ich werde mal den ersten Regenschauer abwarten 😉

Soll ich jetzt dazu raten, das selbst zu machen? Wie immer gilt, dass man bei einem Fachbetrieb natürlich einen Haufen mehr Fachkompetenz  hat und auch jemanden benennen kann, der haftet. Aber so ist das ja bei allen Heimwerkersachen..

Auf jedenFall schadet es nicht, sich jemanden dazuzuholen, der das Ganze schonmal gemacht hat. Und auch der Sicherheitsaspekt muss bedacht werden: Gerade wenn man nicht so geübt ist, Vorkehrungen gegen Absturz treffen! (PSA/Gurt mit Sicherung) Den Bereich unter der Baustelle absperren und dann mit Bedacht ans Werk. Viel Erfolg 🙂

 

 

Das teuerste Klebeband der Welt

Ich wollte ja noch etwas berichten von Anschlüssen an nervige Störenfriede wie Dachfenster, Rohre, Schrägen…nun also erstmal das Dachfenster. Neben dem neu eingebauten gibt es bereits drei weitere Dachfenster (sowie ein Fenster in einem Erker, das wird bestimmt auch nochmal Fummelei…), die nun auch in meine Unterdeckung eingebunden werden müssen. Es gibt zu diesem Zweck von Velux oder anderen Herstellern auch schon vorgefertigte Lösungen,aber das wäre ja zu einfach.

Nun passen meine Fenster genau zwischen die Sparren, also seitlich kann ich ohnehin nicht viel anschließen. Der kritische Bereich ist obendrüber, denn man kann sich vorstellen: wenn ich meine Platten einfach bis ans Fenster schraube und dann doch mal Feuchtigkeit von oben runterläuft, wird die Soße schön aus dem Fensterrahmen pladdern.

 

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rin inne Rinne

Deshalb installiert man oberhalb des Dachfensters eine schräge Rinne, die eventuelle Flüssigkeit in das benachbarte Sparrenfeld ableitet. Dort kann sie dann über die Platten und das Traufblech bis ins Freie fließen (es sei denn im Nachbarfeld ist auch ein Fenster 🙂 )

Ein Stück Folie habe ich dazu hinter eine passende Dachlatte getackert und die andere Seite wird an die Unterseite der DWD-Platte geklebt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Rinne schräg läuft und ein Abfließen ins Nachbarfeld gewährleistet ist.

Besonders viel Freude macht das Kleben an der Innseite der Holzplatten. Als Tip kann ich weitergeben (leider bin ich auch erst nach dem zweiten Fenster drauf gekommen), dass man den Plattenstoß kurz oberhalb dieser Rinne wählt. So kommt man mit der Hand noch einigermaßen gut rein und kann das Klebeband andrücken.

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Tescon No 1

Apropos Klebeband: Das teuerste Klebeband der Welt-oder zumindest das teuerste, das ich jemals gekauft habe kostete pro Rolle stolze 24,50 € (Fünfzig Mark! Naja Mark gibts nicht mehr…): Tescon No 1. Es schafft eine wasserfeste Verbindung der Rinnen-Folie mit der Innenseite der DWD-Platte (mit Grundierung) und schafft wahrscheinlich auch alle möglichen anderen Verbindungen. Ich denke, Tragflächen von Raketen sind damit angeklebt. Es klebt wirklich unglaublich und toppt selbst mein ziemlich gut klebendes Dampfsperre-an-Wand-Anschlussklebeband. In den Verarbeitungshinweisen steht nichts von „Untergrund muss trocken und straubfrei sein blabla“ sondern lediglich: „Klebt nicht auf gefrorenen Flächen“.

Also, es war einfach eine Investition fürs gute Gefühl! Der Regen da draußen kann mir und meinem Fenster nichts! Ich habe Tescon No 1 benutzt!

Es gibt sogar noch eine Pro-Version, sagte der nette Herr vom Holzhandel. Damit klebt man dann Vulkane zu.

 

Traufenkasten-Kasten

In den letzten Tagen war ich wenig zuhause und konnte daher auch wenig Produktives dort leisten. Heute habe ich dann das erste Dach-Viertel fertig verholzt (also der Norden ist dicht! Da kann mir keiner mehr was!) und kümmerte mich um die kleinen Ecken.

Man ist ja geneigt, in den Winkeln und Ecken wo man nur liegend, kriechend oder keuchend hin kommt, wo Spinnennetze, Dreck und Marderköttel sind, schludrig zu werden. In die Ecke kriechen, sich mehrfach den Kopf stoßen und irgendwas aufschürfen, merken, dass man ein Werkzeug vergessen hat, zurückkriechen, Werkzeug holen, wieder reinkriechen, Schraube verloren, wieder zurückkriechen…. und so weiter; dann schnell das Nötigste irgendwo hinschrauben oder irgend eine Pampe in ein Loch schmieren und nix wie raus da. So ähnlich, als müsste man im Dschungelcamp unter Wassser und mit ekligem Getier eine Schatztruhe öffnen-die wird man dann auch nicht erstmal entgraten.

Das ist natürlich falsch und verwerflich! Gerade in doofen Ecken muss man sorgfältig arbeiten. Und ehrlich zu sich selber sein. Und nicht alles auf den nächsten/übernächsten Arbeitsgang schieben („Warte ab, wenn erstmal Farbe drauf ist! Du siehst nix mehr davon!“). Je besser man den Grund macht, desto besser (und einfacher) werden die darauf aufbauenden Arbeiten. Wenn das Fundament zum Haus schief ist, können auch die Tapeten das nicht wieder rausreißen.

Das also als Appell an mich selbst.

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Traufenkasten unverkleidet, mit zwei Latten zur Aufnahme der DWD-Platte

Doch ich schweife ab; eigentlich wollte ich berichten, dass ich heute die DWD-Beplankung dahingehend verbessert habe, dass die Traufenkästen nun von Innen verkleidet sind. Traufenkasten ist die Verkleidung des Dachüberstandes. In der Traufe (also dort, wo die Dachziegel ‚zuende‘ sind), hatte ich ja die Traufbleche untergeschoben und diese an die Unterdeckung angeschlossen. Diese Traufbleche sind natürlich, weil nachträglich eingebaut, nicht durchgängig sondern liegen immer zwischen zwei Sparren. Dadurch entsteht naturgemäß zumindest die Möglichkeit, dass dieser Traufenkasten von Innen Kontakt mit Feuchtigkeit hat, sei es durch einen schrägen Regentropfen oder einfach die Außenluft. Ihn einfach mit Glaswolle vollzuproppen wäre also nicht besonders ratsam, weil die Isolierung dann hier Feuchtigkeit ziehen könnte und was nützt die schönste Unterdeckung, wenn man dann doch wieder solch eine Schwachstelle hat.

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Fertige Verkleidungen

Also habe ich mich entschlossen, die Isolierung komplett von diesem Traufenkasten zu entkoppeln und diesen, wie im Bild oben zu sehen, mit einer DWD-Platte zu verschließen. Dazu am unteren Ende der Sparren zwei kleine Latten befestigen und dann mit Reststücken der Holzfaserplatten das Ganze verschließen. So bleibt der Traufenkasten auch frei und wird belüftet („kann atmen“, das ist ja immer ein geflügeltes Wort bei sämtlichen Baubeurteilungen), denn wir haben ja hier schon festgestellt dass es beim Haus eben nicht so ist wie an der Wursttheke, denn bei Letzterem ist es immer gut, wenn alles ordentlich eingepackt ist.

Auch auf die Gefahr hin, wieder abzuschweifen, kommt mir der Gedanke, ob der ganze Dämmungs-Boom (WDVS) wirklich der Weisheit letzter Schluss ist. Als die „Altbauten“, wie hier 1926, errichtet wurden, hatte die Menschheit schon einige Jahrhunderte Erfahrung im Hausbau fernab vom Höhlenleben. Also unterstelle ich, dass die Häuslebauer Anfang des 20. Jahrhunderts nicht völlig dämlich waren und sich bei gewissen Sachen was gedacht haben, zum Beispiel was den Aufbau und die Belüftung von Außenwänden angeht.

Nicht mal 100 Jahre später stellen wir das alles komplett in Frage und packen unsere Häuser in dicke Dämmstoffhauben ein, die schon zerbröseln wenn man ein Fahrrad dagegenlehnt oder sich ein Specht verirrt. Das ist zwar für die Heizkosten und die Umwelt schön und gut, aber was da bauphysikalisch passiert ist zumindest auf lange Sicht noch ziemlich unklar. Denn so lange gibt es das Ganze noch nicht (seit 1990 etwa werden die aktuellen Dämmstoffe verbaut), und über Langzeitschäden kann man daher noch nichts sagen. Im Übrigen finde ich den Gedanken, dass irgendwann alle Häuser gleich aussehen, ziemlich abschreckend.

Ich bin da kein Experte und es ist auch nur eine subjektive Einschätzung, aber vielleicht sollte man nicht alles uneingeschränkt toll finden, was auf den ersten Blick ‚logisch‘ erscheint und auch noch gut propagiert beworben wird.

Der Umweltaspekt brennt unter den Füßen, und daher bin ich großer Freund energetischer Verbesserungen; da gibt es ja auch viele andere Stellschrauben, an denen man drehen kann. Ich bin gespannt, wann WDVS wieder „out“ ist und das ganze Poroflopp wieder von den angeschimmelten Fassaden runtergekratzt werden muss; wobei auch da freut sich das Malerhandwerk 😉

 

Housebuyer’s guide

Die Unterdeckung in den Sparrenfeldern zieht sich hin und es ist nicht so spannend, immer davon zu berichten, wenn nicht gerade etwas wirklich aufsehenerregendes dabei passiert – daher kam mir folgender Gedanke: Wir waren neulich mal bei Freunden, die sich ein Haus kaufen wollen und ich sollte beraten, auf was man denn da so achten muss.

Es gibt im Netz eine ganze Reihe Checklisten, die ich damals auch gewälzt habe, aber ich finde die meisten nicht so richtig praxisgerecht und vielfach steht auch einfach Stuß drin („Legen Sie ein Blatt Papier ins geöffnete Fenster und machen sie es dann zu. Wenn Sie das Blatt noch bewegen können ist das Fenster nicht dicht“).

Von daher jetzt meine persönliche, subjektive, mit Sicherheit nicht vollständige (dafür gibt’s die Kommentar-Funktion!), aber wunderbar abschreckende Liste auf-was-man-beim-Hauskauf-achten-… könnte.

 

Das allerwichtigste ist wirklich die Lage. Die wird man nie ändern können. Man könnte sogar ein doofes Haus abreißen und neu bauen, kann man alles machen, aber die Lage kann man nicht ändern. Das muss einem wirklich gefallen und auch sonst sollte zumindest viel passen: Nachbarschaft, keine große Straßen, Lärm (auch mal mit geschlossenen Rollos drinnen aufhalten und Ohren spitzen), gewachsenes Viertel vs. Neubaugebiet, Schulen/Kindergarten/Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe usw.

Das Baujahr fand ich auch immer interessant. Die Häuser von Anfang des 20. Jahrhunderts (1920er/30er) sind meist solide gebaut, Stein auf Stein, Holzbalkendecke. (Tritt)schallschutz gab’s damals noch nicht so viel, aber sonst weiß man da meist, was man hat.
Nach dem 2. Weltkrieg waren die Baumaterialien nicht so üppig, da wurden auch mal Reste verbaut (50er Jahre) oder eben eher kostengünstig. 60er Jahre sind oft die typischen Siedlungshäuser. Für alle Häuser bis zu dieser Zeit gilt, dass man energetisch sicher was machen muss und dass sie oft etwas ‚verbaut‘ sind, man also die Aufteilung heutzutage anders machen würde. Meistens gibt es nur kleine Badezimmer, mitunter verschachtelte Durchgangszimmer und gerne genommen der später als Anbau ausgebaute Stall.
In den 70er, 80er Jahren kamen dann Bungalows und Fertighäuser immer mehr in Mode, ich fand das immer eher abschreckend weil energetisch oft nur mit sehr großem Aufwand was zu retten ist und auch das Thema Asbest immer wieder auftaucht. So ab den 90er, 2000er Jahren wurde dann eher nach heutigem Stand gebaut und man kann da vom Grundsatz her erstmal nicht viel falsch machen.

Vorbesitzer: Es ist eigentlich ziemlich egal, wer der Vorbesitzer war, außer er war Heimwerker. (Ja ich weiß, dies ist ein Heimwerkerblog…) Je mehr ein Haus ‚verbastelt‘ ist, desto katastrophaler kann es sein. Selbst bei ursprünglich mal guter Substanz kann ein einzelner Mensch (mit seinen Kumpels) unfassbar viel verpfuschen. Typische Anzeichen für Heimwerkerspuren sind: Verkleidungen aller Art (Holzpaneele an Wänden und Decken), Gipskartonplatten auf Steinwand, auf Wände verklebtes Styropor, Gartenlauben-Anbauten, offen zu sehender Bauschaum (dann Besichtigungstermin gleich wieder abbrechen), helle (noch feuchte?) Farbflecken um irgendwas (Schimmel/Pfusch/Risse) zu vertuschen, in Wände eingebaute Aquarien usw.
Sicher gibt es auch gute Heimwerker, aber oftmals ist es in solchen Fällen gut, zumindest die Augen offenzuhalten.

Arbeiten wir uns nun mal von unten nach oben und startem mit dem Keller. Wenn das Haus keinen Keller hat, hat man halt weniger Abstellplatz, die Heizungsanlage ist irgendwo im Wohnbereich untergebracht und es kann nichts mit Wasser vollaufen.
Eine Teil-Unterkellerung kann den Nachteil haben, dass es an den Übergängen von Kein-Keller zu Doch-Keller Risse gibt weil sich die Gebäudeteile unterschiedlich verhalten. Muss aber auch nicht sein.
Keller in äteren Häusern sind nie furztrocken. Man wird da immer was finden, und ein Feuchtigkeitsmesser wird in den Wänden mehr Feuchtigkeit anzeigen als weiter oben. Es wird möglicherweise auch Ausblühungen im Mauerwerk geben und rieseligen Putz. Das ist bei alten Häusern in gewissem Rahmen auch normal. Sicherlich sollte man/könnte man irgendwann mal die Außenwand freibuddeln, Feuchtigkeitssperre anbringen, Drainage legen, Wände trocknen. Oder eine der vielen anderen Möglichkeiten betreiben, um den Keller trocken zu bekommen. Aber will man das wirklich? Meiner Meinung nach sind Alarmsignale folgende:
– Alle Kellerwände sind verputzt und verkleidet und übergetüncht und es gibt Außen keine Feuchtigkeitssperre; d.h. die Feuchtigkeit die von Außen in die Wände kommt kann nicht nach innen Weg weil verputzt-da muss man sich mit dem Gedanken anfreunden, irgendwann den Putz zu entfernen bzw. man sollte bei der Besichtigung schon genauer hinschauen
– Schimmel: Wenn oberflächlich eher schlecht gelüftet, wenn tiefer drin ist mehr im Argen
– Aufsteigende Feuchtigkeit nach oben: Im Erdgeschoss nachsehen, speziell im Fußleistenbereich, am Schornstein etc. Sich Lösende Tapete, Stockflecken, bröckelnder Putz, muffiger Geruch können Anzeichen dafür sein, dass die Feuchtigkeit der Kellerwände nach oben steigt. Wenn alles trocken ist, ist diese Feuchtigkeit vielleicht seit 100 Jahren nicht weiter hoch gekommen und wird das dann wohl auch in nächster Zeit nicht mehr probieren. Ist der Keller etwas höher gebaut, hat man oftmals noch einen Sockel von 80-100 cm, bevor das Erdgeschoss kommt. In diesem Bereich haben dann die Kellerwände die Chance, Feuchtigkeit nach Außen abzugeben, deshalb steigt bei solchen Häusern oft nix hoch.

Im Erdgeschoss gibt es viel zu entdecken. Schauen Sie sich die Raumaufteilung an. Passt das; wenn nicht, kann man was ändern? Nehmen Sie einen Grundriss mit und lassen Sie die Phantasie spielen.

Elektrik: Auf jeden Fall die Hausverteilung anschauen. Besteht diese nur aus Schraubsicherungen, ist sie schon sehr in die Jahre gekommen. Etwa seit den 70er Jahren werden Sicherungsautomaten (die kleinen schwarzen Schalter) verbaut. Wenn man in den Räumen vierundvierzig verschiedene Schalter- und Steckdosenmodelle findet, ist die Elektrik sehr wahrscheinlich ziemlich verbastelt. Seit den 80ern etwa werden die Lichtschalter mit den großen Schaltflächen verbaut. Kleine Knips-Schalter lassen eher darauf schließen, dass nicht nur die Schalter, sondern auch die Verkabelung uralt ist. Wer schonal einen Fehlerstrom-Schutzschalter gesehen hat, könnte darauf achten, dass so einer verbaut ist, idealerweise pro Stockwerk einer. Mit einem zweipoligen Spannungsprüfer könnte man auch feststellen, ob die Steckdosen „geerdet“ sind, sprich ein Schutzleiter verbaut ist. Wer damit keine Erfahrungen hat, sollte im Zweifel einen Elektriker zur Besichtigung mitnehmen.

Heizung: Moderne Heizkörper sind flacher und eckiger als die alten und haben vor allem den Vorteil, dass sie die Luft umwälzen. Die dicken alten waren eher Wärmestrahler, d.h. in der Nähe der Heizung ist es warm, weiter weg dann schon nicht mehr. Der Austausch ist aber nicht so superteuer, und wir haben auch noch ein paar alte im ersten Stock. Rostflecken unter dem Heizkörper verraten, dass er nicht dicht ist. Schauen, wie alt der Heizkessel ist. Unserer war gut 20 Jahre alt, ich finde das geht noch einigermaßen (wobei die neuen natürlich viel effizienter sind blabla…), aber wenn es an die 30 Jahre geht ist da auch ein zeitnaher Austausch einzuplanen. Ölheizung mit Tanks fand ich gefühlt immer doof, Gasheizung besser. Aber ich bin kein großer Heizungsfachmann und habe auch wenig Ahnung von neuen Heizkonzepten wie Pellets, Wärmepumpe etc. Achja: Elektroheizung geht meiner Meinung nach heutzutage gar nicht mehr, höchstens noch als ergänzende Fußbodenheizung. Nachtspeicheröfen oder auch toll beworbene Elektro-Radiatoren sind bei Hauskauf m.E. ein Indiz für „neue Heizung muss rein“.

Sanitär: Mir fallen immer zuerst die Bleirohre ein. Wenn man mit dem Fingernagel seinen Namen reindrücken kann, ist es eher Blei. Mir ist aber bei den 265 Häusern, die wir besichtigt haben, kein einziges untergekommen. Ansonsten bin ich großer Freund von zentraler Warmwasserversorgung über die Heizungsanlage (bzw. moderner mit Solar…). Wenn in jedem Zimmerlein ein Boiler hängt,verbraucht der jedes mal Strom, kann bei den kleinen Geräten nur 5l speichern und kann eben auch kaputt gehen.

Fenster: Nach dem fünften, besichtigten Haus haben Sie ein Gefühl für Fenster. Einfachglas geht gar nicht mehr. Fenster mit diesen schwarzen Dichtungen, die in den Ecken aufgehen sind 80er, Anfang 90er-Fenster. Die kann man wohl „erstmal“ drin lassen. Zwischen den Scheiben gibt es eine silberne Schiene, darauf ist der U-Wert abgedruckt. Nach der aktuellen Energieverordung darf dieser nicht höher als 1,3 sein; Passivhaus-Fenster kommen runter bis 0,8. Unsere Fenster hier haben um die 1,4, und ich habe sie nicht sofort rausgerissen. Allerdings haben wir auf der ‚Wetterseite‘ zwei Fenster mit Dreifach-Verglasung und Raumschifftechnik eingebaut, die einen Wert von 0,7 haben.
Fast wichtiger finde ich aber, ob die Fenster auch dicht sind. Fahren sie mit dem Finger in dem Spalt am Flügel entlang. Wenn der Abstand des Flügels zum Rahmen sich ändert, ist das Fenster verzogen. Kann man ggf. wieder richten, wenns dumm kommt zieht es aber und muss ausgetauscht werden.

Haustüren: Haustüren ohne Isolierglas oder mit Ritze unten müssen einfach ausgetauscht werden. Meiner Meinung nach hat es wenig Zweck, damit rumzueiern. Neben der energetischen Seite ist da ja auch noch das Argument Einbruchsschutz. Ganz billig sind die Dinger allerdings nicht; 2000-5000 Euro kann man anpeilen.

Decken: Wasserflecken oder großflächig übergepinselte Stellen sollten Alarmsignal sein. Bei Gipsdecken in älteren Häusern sollte man sich nicht zu sehr über feine Risse erschrecken. Das ist relativ normal und führt nicht zum Herunterkrachen der Zwischendecke.

Wand und Boden: Verbringen Sie nicht Stunden mit dem Inspizieren der Wand- und Bodenbeläge. Aller Vorraussicht nach muss man da sowieso was neu machen. Wir hatten dass Glück, dass wir kaum was machen mussten (weiße Rauhfaser an allen Wänden, unten Holzdielen in gutem Zustand, oben Parkett, nur zwei Räume mussten wir neu belegen), aber in der Regel muss man das einplanen. Von daher ist bei der Besichtigung Phantasie gefragt: wie werden die Räume bei uns mal aussehen? Nicht von der Blümchen-Tapete abschrecken lassen.
Schimmel ist auch hier ein Thema: Schauen sie speziell in die Ecken der Außenwände. Übergepinselte Flächen sollten hier Alarmsignal sein. Ist der Schimmel oberflächlich (lässt sich von der Tapete abbürsten) kommt es wahrscheinlich von mangelnder Lüftung, sitzt er aber tiefer im Mauerwerk, ist die Wand feucht.

Garten: Die Gartengröße sollte so sein, dass man die Bewirtschaftung auch schafft. Auch wenn man sich sagt „wir brauchen ja nicht viel an Bepflanzung“ muss man doch Dinge tun wie Rasen mähen, hier und da was Beschneiden, Unkraut bekämpfen etc. Das kann bei 1400 m² schonmal anstrengend werden. Achja: Wenn der Garten zum Haus hin abschüssig verläuft, kommt bei starkem Regen sicherlich auch hier ein Feuchtigkeitsproblem zutage.

Dach:Sehen Sie sich den Dachstuhl an-wenn das Holz bröselig oder mehlig ist muss dieser oftmals überholt werden.
Deckung: Wenn Ziegel fehlen (gerade am First und den Graten, also die ‚Kanten‘ des Daches) ist das kein gutes Zeichen. Eine Deckung hält auch nicht deutlich länger als 80,90 Jahre. Wenn sie schon so alt ist, sollte man auch da eine Neueindeckung zumindest für die Zukunft einplanen. Fehlende Unterspannbahn (Folie unter den Dachziegeln) erschwert den Dachbodenausbau-aber wie es trotzdem geht, steht ja in diesem Blog 🙂
Ist das Dach übrigend nicht gedämmt, sollte man auch das kurz- bis mittelfristig einplanen. Auch wenn man nicht ausbauen will, kocht ein Kochtopf ohne schlechter als einer mit Deckel.

Fassade: Große Risse würden mich skeptisch machen. Schauen Sie auch nach Feuchtigkeitsschäden (Putz blättert großflächig ab usw.)
Schauen Sie sich die Nordwest-Seite an, das ist meist die Wetterseite.

 

So, das war ganz schön viel! Sicher gibt es noch mehr Punkte oder hier und da andere/ergänzende Meinungen. Nutzen Sie die Kommentarfunktion! Ratsam ist auch, wenn es konkreter wird, einen Gutachter mitzunehmen.

Zusammengefasst hier die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte:

-Lage
-Gute Substanz
-nicht verbastelt
-keine versteckten Gesundheitsgefahren

Alles andere wird sich schon finden 🙂 Wie man selber renoviert, kann man ja hier lesen. Aber Achtung: Wer dafür keine Zeit oder kein Talent hat und alles abgeben muss, sollte schon mit einem ganz schönen Kostenpunkt rechnen. Hier mal so ein paar ganz grobe Preisrahmen aus unserer Renovierungszeit (Stadthaus ca. 10×10, EG, 1. OG, Dach, Keller), die Handwerkerleistungen die ich mir zumindest mal habe anbieten lassen:

– Dach neu decken: 20.000 – 25.000 €
– WDVS Außenfassaden verputzen, streichen etc. ca. 20.000 €
– Haustür mit Einbau 3000 €
– Hintertür 2000 €
– Heizung: ca. 7 Heizkörper tauschen, hier und da bisschen was ändern ca. 2500 €
– Sanitär: Ein Bad neu machen ca. 10.000 €
– Fenster tauschen ca. 450 €

– selber machen, denn da weiß man was man gemacht hat: unbezahlbar 😉

 

 

 

Zwischenstand

Die gute Nachricht: Es geht voran! Die schlechte Nachricht: zum Bloggen sind die momentanen Arbeitsschritte nicht besonders abwechslungsreich. Ein Sparrenfeld nach dem anderen wird liebevoll ausgekleidet, und die einzigen „Highlights“, die diese Routine unterbrechen sind ab und zu mal eine Schräge, ein Dachfensteranschluss oder die Verwendung des Chuck-Norris-Klebebands Tuscon No. 1. Aber es geht gut voran und ich habe ungefähr ein Drittel fertig. Für ein Sparrenfeld ohne Besonderheiten brauche ich mittlerweile etwa 45 Minuten; eine deutliche Geschwindigkeitssteigerung im Vergleich zu den ersten Feldern. 🙂

Unterdeckung mit Holzfaser-Dämmplatten

Es wird immer dichter…

Sehr froh bin ich übrigens über die Traufbleche, die ich mir fertig zugeschnitten online bestellt habe. An dieser Stelle eine Lanze für
…ähhh jetzt wollte ich ein wenig Werbung machen für den Spenglerei-Shop, wo ich gut und günstig diese Bleche her habe, nun gibt’s die Seite scheinbar nicht mehr. Das bringt mich jetzt ins Grübeln. Sollte ich diesen Laden in den Ruin getrieben haben? 😉

Schrauben-Sortiment zum Dachboden-Ausbau
Allerlei Schräubchen

Ich habe eine Menge Fanpost eine Anfrage bekommen, welche Schrauben ich denn für was verwendet habe, daher hier eine kleine Übersicht:

6 x 120 für die Sparren-Aufdoppelung
4 x 60 für das Befestigen der seitlichen Latten zur Aufnahme der Holzfaserplatten
4 x 40 für das Anbringen der Holzfaserplatten
4 x 20 für die Befestigung des Traufenblechs an der Holzfaserplatte (so kurz damit die Schraube nicht durchgeht; dadurch bleibt die Plattenoberfläche unversehrt und es kommt keine Feuchtigkeit hinein)

Übrigens alles Holzschrauben bzw. Spanplattenschrauben mit Torx-Antrieb. (Außer die 4×20, die gab’s nur mit Kreuz).

Interessante Randnotiz: Wenn ich nur die DWD-Platten anbringen würde und gar keine Isolierung, hätte ich immerhin einen (theoretischen) U-Wert von 1,56! Also besser als so manches altes Fenster.

In einer Woche bin ich ein paar Tage weg und mein Ziel ist es, bis dahin die Unterdeckung fertig zu haben. Also, Anfeuern bitte! 😀

 

 

 

Akrobatik und Attraktionen

Nach dem großen Regenguß vorletzte Woche habe ich dann doch zwei Stellen gefunden, an denen Wasser durch das Dach gelangt ist; einmal oben im Spitzboden (kann man durch die Folie auf der Isolierung gut erkennen), und einmal im Eingangsbereich, den ich noch nicht ‚verkleidet‘ habe; am Spitzboden ist es eine Ecke an der sich die Grate und der First des Daches treffen, und beim Eingang unter einer Dachkehle. Scheinbar gibt es also Undichtigkeiten eher an solchen Stellen als in der Dachfläche.

Ebenso wie beim Dachfenstereinbau holte ich mir für diese Problemchen professionelle Unterstützung durch den Zimmermann, Dachdecker und Multifunktionsmenschen C. aus M., der angstfrei, aber auch sicherungsfrei spektakulär das Dach erklomm und sich die beschädigten Stellen ansah. Das sorgte für Aufsehen bei Nachbarn und Passanten und ich finde, eine kleine Jonglage hätte sich noch gut gemacht.

Dachreparatur
Dachreparatur mit Walzblei

Zur Reparatur wurde Walzblei benutzt. Es wird in passende Stücke geschnitten (da es so weich ist, geht das mit einem Cuttermesser oder einer (Blech-)Schere) und mit einem Kunststoffhammer dann auf dem Dach der Form der Dachziegel angepasst. Mit Silikon wird es an den Dachziegeln befestigt.

Am First wurde dann eine Leiter aufs Dach gelegt, und damit diese nicht komplett herunterrutscht (wobei, das wäre wirklich spektakulär gewesen!), wird sie in einen Dachhaken eingehängt. Diese Sicherheitshaken sind bei Neubauten Pflicht, schauen dann aus der Deckung heraus und dort lassen sich Dachdecker- oder Kaminkehrerleitern einhängen. Selbst bei unserem alten Dach gab es einen solchen Haken, zusätzlich habe ich dem Artisten noch einen Sicherheitsgurt aufgezwungen; das scheint ja bei Dachdeckern relativ unüblich zu sein, wenn ich da an meine Branche (Bühnenbau) denke, dort wird auch bei geringeren Höhen grundsätzlich gesichert.

Aber es gibt -wusste ich auch nicht- spezielle Dachdeckerschuhe, mit Autoreifen besohlt und daher zumindest bei trocknen Dächern wohl recht griffig. Ich habe es nicht ausprobiert und emfehle meinen Lesern auch ausdrücklich, das nicht nachzumachen!

Holz-Dreiecke
Schräge Flächen verlangen schräge Zuschnitte

Während das Dach nun hoffentlich dicht ist und ich den nächsten Schauer mal abwarte, geht die Innenauskleidung munter weiter. Meine Güte, es sind aber wirklich verdammt viele Schrägen! An den kürzeren Dachseiten habe ich von neun Sparrenfeldern sechs mit Schrägen.

Erker
Der Erker wird der krönende Abschluss

Die größte Herausforderung kommt dann zum Schluss: Der Erker, oben im Bild, ist schon aufgedoppelt, aber wartet noch auf seine Unterdeckung. Das wird bestimmt noch viel Gefummel aber ich plane, diese Woche mit der Unterdeckungsaktion fertig zu werden.  Wohl an 🙂

 

Das Kabuff

Kabuff, oder auch schön: Kabäuschen (das ist glaube ich eher rheinländisch). So was habe ich auch! Im Eingangsbereich befindet sich hinter einer Bretterwand mit Türchen ein etwa 1,5 x 1,5m großer und etwa 1m hoher Verschlag. Allein schon wegen der niedrigen Deckenhöhe lohnt es sich nicht, den mit auszubauen, und ich werde ihn daher einfach so lassen wie er ist, allerdings die Wand zum Hauptraum mit dämmen und bei der Gelegenheit auch den Boden dämmen, denn der Boden ist ein Stockwerk tiefer die Decke und da kann sicher etwas Dämmung nicht schaden.

Gedämmter Kabuff

Kabuff, mit Bodendämmung

Zu diesem Zwecke besorgte ich einige Dachboden-Dämmelemente. Die gibt’s zum Beispiel von Fermacell oder von Rigips in verschiedenen Stärken. Unten ist Hartschaum, darauf eine Gipsfaserplatte. Durch ein Stufenprofil (ähnlich Nut+Feder) lassen sich die Elemente aneinanderlegen und normalerweise werden sie noch mit einem speziellen Kleber verklebt und mit speziellen Schrauben verschraubt. Das habe ich mir aber gespart, weil wir uns vermutlich nicht ständig im Kabuff aufhalten werden. Wobei der Raum bei genauerer Überlegung durchaus Potential hat:

-Geheimes Weinlager
-Abstellplatz für Dinge, die man garantiert nie wieder braucht
Erziehungsmaßnahme
Schwiegermutter (nur ein Test, ob Du mitliest 🙂 )

dd1

Dämmelement im Detail

Diese Elemente sind eine gute Sache bei Häusern, wo der Dachboden nicht ausgebaut, die oberste Geschossdecke aber dennoch gedämmt werden soll. Durch die Gipsfaserplatte sind sie ziemlich unempfindlich gegen Temperatur und Feuchtigkeit, das Ganze geht schnell und die Fläche ist sofort begehbar. Auch als Abstellraum kann man sie gut nutzen. Und wenn doch mal ausgebaut werden soll, kann man mit weiteren Schichten Gipsfaserplatte eine stabile Fläche schaffen. (Dann hat man allerdings eine ganz schöne Aufbauhöhe).
So richtig günstig ist der Spaß mit etwa 20€/m² allerdings nicht.

Ich habe eine Stärke von 120mm genommen, die Plattengröße ist 1500x500mm, gibt es aber auch als 1000×500.

Nun geht es erstmal ein paar Tage in den Urlaub, leider habe ich doch nicht die ganze Unterdeckung fertig bekommen, es fehlen noch 2 Sparrenfelder und der Erker. Herr Erker, und meine Damen und Herren Mitleser, müssen nun eine Woche warten, bevor es weiter geht.
Also, haltet durch 🙂 Danach bin ich sicherlich voller neuer Energie und der Rest des Ausbaus geht in wenigen Tagen Wochen … naja jedenfalls geht es dann weiter.

Da bin ich wieder!

Mein Urlaub im schönen Sankt Andreasberg im Harz ist vorüber und frisch geht’s wieder ans Werk. Am Ankunftstag habe ich tatsächlich noch zwei Felder geschafft und nun wartet nur noch der Herr Erker. Den gehe ich dann Anfang der Woche an. Bevor es dann an die Isolierung geht, werden eventuelle Spalten und Ritzen an den Rändern der Unterdeckung noch mit Montageschaum gefüllt (eine mittelgroße philosophische Abhandlung über Montageschaum lesen Sie in den nächsten Tagen in diesem Blog).

Apropos Philosopie – in unserer Ferienwohnung ist mir folgendes Detail aufgefallen:

versenkte Schraube
ein Detail.

Diese Aufahme zeigt, wie man an solchen Kleinigkeiten erkennen kann, ob ein Werk von einem Profi oder einem Amateur errichtet wurde. Zumindest gibt es eine etwa 90%ige Wahrscheinlichkeit dafür, dass oben zu sehende Paneelen durch eine Tischlerei verbaut wurden, mit 10%iger Wahrscheinlichkeit durch einen guten(!) Heimwerker. Was deutet darauf hin?

-die Schrauben sind alle mittig in der Paneele
-die Schrauben haben den gleichen Abstand zueinander
-das auffälligste: die Schraubenköpfe sind versenkt; das Loch wurde also vorher mit einem Senker bearbeitet und dann erst verschraubt, anstatt einfach in den Paneelenspan gepresst
-die Paneele wurde in der Breite gekürzt und die Schnittkante sieht richtig, richtig gut aus
-ein Eckprofil (rechts) wurde parallel und schraubenlos angebracht
-Schrauben mit TX-Kopf anstatt Kreuzschlitz

Wer nun denkt, Paneelen werden ja nicht verschraubt: Richtig, sie werden meist verdeckt mit Krallen befestigt. Aber die erste Paneele wird in der Regel schon verschraubt. Und wenn man das schon machen muss, kann man es ja auch schön machen-wie hier.

Eigentlich Kleinkrämerei, aber so kann man seinen Blick schulen und sich im Alltag an guter Handwerkskunst erfreuen.

 

Die Tür

Empfehlungen sind eine gute Sache, wenn es um Fachfirmen geht. Bei unserem großen Hausumbau direkt nach dem Kauf 2011 habe ich es geschafft, nur Firmen zu beauftragen, die ich kannte bzw. die mir empfohlen wurden (also für die zwei, drei Kleinigkeiten die ich nicht selber machen konnte 🙂 ). Es gab nur eine Ausnahme: Die Firma D. aus U., und daraus resultierend die Geschichte mit der Tür.

Die Firma D. fiel mir auf einer Immobilien-Messe auf. Wenn eine Firma auf solchen Messen ausstellt, finde ich das immer zweischneidig-sicherlich gibt es auch gute Firmen, die sich dort präsentieren, um einfach präsent zu sein. Bei unbekannteren Firmen wie Dach-King, Isolier-Champion oder wie auch immer bin ich mittlerweile sehr skeptisch. Jedenfalls hatte D. einen Stand und drückte mir ein Prospekt mit Metall-Haustüren in die Hand. Da nahm das Elend seinen Lauf.

Die Firma hat eine hübsche, große Ausstellungshalle hier in der Nähe und man kann sich dort allerlei Türen und Tore mit netter Beratung und zu akzeptablen Preisen anschauen. Da die alte Haustür ausgetauscht werden sollte bestellten wir Anfang Oktober 2011 eine neue ThermoPro-Haustür des Herstellers Hörmann mit einem passenden Oberlicht, da die alte Türöffnung höher war als die normale Türhöhe (Lieblingssatz von Firmen die zum Aufmaß kommen: „Oh, das ist aber kein Standardmaß!“-ich glaube mittlerweile, es gibt gar kein Standardmaß, allein schon um diesen Satz immer anbringen zu können).

Die Lieferzeit sollte 6 Wochen betragen, also etwa Mitte November. Alles im Plan, alles gut. Aber der November ging ins Land und der Dezember brach an (Einzugstermin: Mitte Dezember!). Alle groben Arbeiten (Staub&Dreck) waren mittlerweile erledigt, Tapeten dran, Wände gestrichen, Böden fertig. Nach diversen Anrufen kam dann tatsächlich in der zweiten Dezemberwoche(!) die Tür.

Vorgefahren kam ein alter und pottendreckiger Transporter mit Anhänger, auf dem neben allerlei Unrat auch die neue Tür herumwippte. Zwei Monteure waren auch dabei, einer schräg grinsend, ein anderer stumm und rauchend.

Zuerst wurde die alte Tür „demontiert“. Zur Erinnerung: Der Hausflur war komplett fertig, und auch schon bis in die Nähe der alten Tür herantapeziert. Die Demontage war eher ein gewaltsamer Abriss. Das Loch in der Mauer war etwa 1,5mal so groß wie die Türöffnung, und die Tapeten großräumig abgerissen. Flur, Vorgarten und Garageneinfahrt waren bereits voll von Dreck, Verpackungsmaterial und Türresten, als die neue Tür dann hereingetragen wurde. Die neue Zarge wurde eingesetzt und üppig eingeschäumt.

Das Türblatt wurde schräg mitten in den Flur und halb auf die Treppe gelegt. Eine Bedienungsanleitung wurde ausgebreitet und die ‚Monteure‘ knieten ohne Übertreibung etwa drei Stunden fluchend und Bedienungsanleitung-lesend um das Türblatt herum. Scheinbar stellten sie irgend etwas am Schloss ein.

Gegen 19 Uhr, nach etwa acht Stunden, war die Tür dann drin und der Grinsende sagte: „So, feddich. War wohl ein Metallspann im Schloß, hat etwas länger gedauert“. Um die Tür herum verblieb ein ausgeschäumtes Loch von etwa zwei handbreit, und auch außen wurde keine Fuge gesetzt. (Zum Vergleich: Unsere Hintertür wurd von einer anderen Firma in drei Stunden eingebaut, und innen und außen perfekt verfugt eingebaut). Im Vorgarten fand ich noch Tage später Unterlegplättchen und Styroporflocken.

Ich musste nun doch einige male bei der Firma anrufen:

Beschwerde 1: Die Hauswand ist ein einziger Krater. Tapete hängt in Fetzen drumherum und Risse bis zur nächsten Geschossdecke. Außen keine Fuge.

Ausrede 1: Man macht ja eigentlich nie eine Fuge, damit die Feuchtigkeit wieder raus kann. An der anderen Tür wurde verfugt? Dann ist das nicht fachgerecht! Und „Beiputzarbeiten“ sind ja nicht im Angebot enthalten.

Nachbesserung 1: Nach einigem hin und her kam der grinsende und machte immerhin eine Anschlussfuge außen. Auf den Putz- und Tapezierarbeiten drin blieb ich sitzen, wäre ja auch alles halb so schlimm wenn die Tür nicht so spät gekommen wäre.

Beschwerde 2: Ich bin ja nicht pingelig, aber hier zieht’s doch? Je nachdem wo man gefühlt hat am Bauschaumparadies zwischen Tür und Wand, spürte man eindeutig einen kalten Luftzug. Das war nicht so Thermo Pro.

Ausrede 2: Wenn da erst drübergeputzt und tapeziert ist, wird das schon gehen. (Erinnert mich an: Warte ab wenn erstmal Farbe drauf ist)

Nachbesserung 2: Tatsächlich war das Dichtungsband nicht richtig eingelegt worden. Der grinsende kam, prökelte den kompletten Montageschaum und die Fuge wieder raus und legte das Dichtungsband neu ein.

Beschwerde 3: Die ist doch schief! Wenn man von der Seite auf die Zarge geschaut hat, war diese wirklich auffallend schief. Das Türblatt schwang automatisch auf und auch optisch war das Ganze absolut nicht vertretbar.

Ausrede 3: Könnte ja gar nicht sein.

Nachbesserung 3: Der grinsende kam, schaute, und sagte folgenden Satz, den ich sicher nie mehr vergessen werde: „Tatsächlich. Habe ich da etwa die rote Wasserwaage genommen?“

Tags drauf kamen der grinsende und der stummrauchende, bauten die komplette Tür wieder aus und setzten sie (tatsächlich gerade!) wieder ein. Diesmal brauchten sie immerhin nur rund drei Stunden.

Nun hatte ich es etwas eilig mit den Anschlussarbeiten. Noch am selben Abend habe ich die Putzarbeiten gemacht, am Tag danach tapeziert und dann gestrichen. Putzreste auf der Tür habe ich mit einem Schwamm entfernt. Ergebnis: Die ganze Türinnefläche ist nun mit ganz feinen Kratzern und Riefen übersät. So viel zu der robusten Metalltür.

Beschwerde 4: (nach etwa einer Woche) Geht nicht mehr richtig zu und nicht mehr richtig auf. Hakt und schleift und klemmt und knackt.

Ausrede 4: Naja das muss sich erstmal etwas setzen, wird schon wieder…

Nachbesserung 4: Der Grinsende kam und freute sich: „Na kein Wunder, die sitzt ja auch zu tief!“ (wer hatte die noch gleich montiert?). Es wurde dann etwas rumgeschraubt und schließlich ging’s.

Nun ist die Tür seit fast zwei Jahren eingebaut und ich kann mich regelmäßig -immer noch- darüber ärgern, zum Beispiel, wenn ich die feinen Kratzer sehe, oder wenn der Schließvorgang witterungsbedingt mal besser und mal schlechter geht, oder auch einfach nur beim Auf- und zuschließen von außen, denn der Griff ist so dämlich ungünstig angebracht, dass man den Schlüssel zwischen Griff und Wand umständlich ins Schloss fummeln muss.

Aber man gewöhnt sich an alles! Und rausreißen werd ich die Tür so schnell nicht mehr. Ich und die Tür, nun, wir haben uns versöhnt.

Übrigens: Die Firma D. aus U. hat neulich bei einem Freund das Balkongeländer gemacht. Wartezeit: 10 Monate.

Haustür

 

Tu Schaum hinein, wird auch zu Stein

Materialien wie Bauschaum, Silikon, Heißkleber, Draht und Knetgummi umweht seit jeher der Nebel des Pfuschs. Pampe irgendwo reinschmieren ist nach wie vor populär bei Heimwerkern und gestandenen Handwerkern. Aber alle diese Dinge haben auch ihre Berechtigung.

Nehmen wir den Bauschaum, korrekterweise „Montageschaum“. Der ist gedacht zur punktuellen(!) Anwendung bei der Montage von Türzargen oder Fenstern. Weiterhin gibt es 1K- und 2K-Schaum. 2K-Schaum besteht aus zwei Komponenten, die erst direkt vor der Anwendung gemischt werden. Beispielsweise gibt es Sprühdosen, bei denen unten eine Kammer durch Drehung geöffnet werden muss und sich dann die beiden Komponenten mischen.

Beim 1K-Schaum ist die zweite Komponente Wasser, bzw. die Luftfeuchtigkeit. Diese Komponente kann man noch etwas verstärken, wenn man die Bauteile vorher mit Wasser benetzt (Zerstäuber), macht aber ehrlich gesagt kaum einer.

Montageschaum macht viel mit, er hat gute Dämmeigenschaften und ist auch recht resistent gegen Feuchtigkeit. Was er nicht mag, ist UV-Strahlung. Man sollte ihn also nur an Stellen verbauen, an die kein Tageslicht kommt, da er sonst porös wird.

Wie weit bin ich denn? Die Platten sind fertig (endlich), auch der Erker ist ausgekleidet und nun habe ich besagten 1K-Schaum benutzt, um die Ritzen zu verschließen, die noch zwischen den Faserplatten und den Dachsparren sind. Man kann da nicht ganz ohne Spalten arbeiten, und damit auch wirklich keine Feuchtigkeit an die Dämmwolle kommen kann, habe ich alle Lücken ausgeschäumt.

schaum
Schaumvorrat!

Durch ein System mit Schraubkartuschen und separater Sprühpistole kommt das ganze etwas günstiger als bei einzelnen Dosen aus dem Baumarkt.

Dass auch bei mir mal was schief geht, schreibe ich hier natürlich nicht rein gebe ich gerne zu, und so begab es sich, dass der Mechanischmus der Sprühpistole sich verabschiedete, eben als ich eine neue Dose angeschlossen hatte. Der Effekt war, dass die komplette Dose Schaum sich unter Hochdruck entleerte und nicht zu stoppen war. Wirklich filmreif, wie mir der Bauschaum um die Ohren flog! Heute konnte ich dann die defekte Pistole umtauschen und die Schäumerei beenden.

 

iso
Die Zwischensparrendämmung startet

Nun geht es tatsächlich zügig voran: Ist der Grundstock erstmal gelegt (also die Auskleidung mit DWD-Platten), kann man gut drauf aufbauen. Und so habe ich heute schon gut ein Drittel der gesamten Zwischensparrendämmung an einem Tag geschafft.

Glaswolle ist ein fürchterliches Zeug! Ich konnte nur mit Handschuhen und Staubschutzmaske arbeiten, und auch nach der Dusche juckt immer noch alles. Bei einem Neukauf würde ich auf jeden Fall zu Steinwolle anstatt Glaswolle raten. Sie ist feuerfest, hat einen besseren Schallschutz und ist angenehmer beim Verarbeiten. Aber die Glaswolle war nunmal schon da (zur Erinnerung: Der Haus-Vorbesitzer wollte ja seinerzeit schon ausbauen und hat das Material bereits alles auf dem Dachboden gelagert, teilweise sogar schon zugeschnitten), und so nehme ich eben, was da ist.

Der Nachteil bei älterem Klemmfilz (=die Glaswolle, die zwischen die Sparren geklemmt wird), ist, dass sie nicht mehr so gute Klemmeigenschaften hat und daher schnell aus den Sparren herausfällt. Ich habe dann etwas getrickst und mir Folienstreifen zurechtgeschnitten, die ich vor die Isolierbahnen getackert habe (die blauen Streifen oben im Bild). So halten die Glaswolleteile besser und die Streifen können auch drauf bleiben, wenn als nächster Schritt die Dampfbremse kommt.

 

Eine kurze Einschätzung zum Thema: Baumärkte

Im heimatlichen Minden (rund 80.000 Einwohner) bzw. Porta Westfalica (37.000 Einwohner) gibt es, grob durchgezählt, immerhin fünf Baumärkte. Einer wird zwar jetzt geschlossen, aber zwei(!) neue Riesen-Märkte sind geplant oder zumindest angedacht. Diesen Boom nehme ich zum Anlass, ein paar Gedanken zum Thema Baumärkte niederzulegen:

Früher war ich ein wahrer Baumarkt-Fan. Schon als Teenager bin ich zum Baumarkt geradelt und habe Kabel und Lampen und irgendwelche Sachen gekauft. Auch später war ich immer gern in Baumärkten unterwegs, auch bis heute bin ich dort regelmäßig zu finden. Aber je länger ich mich mit der Heimwerkerei beschäftige, desto mehr nerven mich Baumärkte und ich gehe lieber zum Fachhändler.

Teuer!

Bei den Baumärkten ist es so ähnlich wie bei den Elektronikmärkten: Es gibt gewisse Lock-Artikel, um Kunden in den Laden zu lotsen, aber vielfach ist das Zubehör unverschämt teuer. Beim roten Elektronikmarkt kostet ein Adapter acht Euro, der beispielsweise im Internet für ein Sechstel des Preises erhältlich ist. Ebenso der Baumarkt: Als Angebot gibt’s die Bohrmaschine der Hausmarke für 20 Euro, dafür kostet das Fallrohr für eine Regenrinne doppelt so viel wie im Baustoffhandel. Oder nehmen wir die Traufbleche von meinem Dachbodenausbau: Ich habe für rund 30 Bleche beim Hersteller etwa 180 Euro bezahlt. Im Baumarkt kostet ein(!) Blech 20 Euro. Also, aufgepasst! Schnäppchen darf man ruhig mal mitnehmen, bei vielen anderen Artikeln ist aber der Baustoff/Holzhändler oder das Internet günstiger.

Schrott!

Im Baustoffhandel wird man keinen Schrott kaufen können. Zumindest ist es sehr, sehr unwahrscheinlich. Baumarkt? Hier nur einige Beispiele, aus dem Ärmel geschüttelt ohne großartig zu überlegen:

kleben

Hält ohne Bohnren nur durch Saugnapf-Technik!

Nehmen wir dieses Badezimmer-Regal, das beworben wurde mit „Ganz einfach befestigen! Hält ohne Bohren!“ Das Ding ist regelmäßig alle paar Wochen abgefallen. Auch Slogans wie „Kleben statt Bohren“, „Neue Befestigungstechnik“, „Klick und hält“ kann man dementsprechend ins Reich der Träume und Baumarktlügen verbannen.

Weiter geht’s mit Solar-Gartenleuchten! Dass die Leute die immer noch kaufen! Jedes altersschwache Glühwürmchen ist heller!

Konstruktionsholz, ja sogar Dachlatten sind im Baumarkt in der Regel so krumm und verwunden, als hätte man sie direkt aus Korkenzieher-Hasel gesägt.

Oder nehmen wir diese Frechheit hier:

instset

Installations-Set

Installations-Set? Jedem, der dieses Set kauft, sollte per einstweiliger Verfügung der direkte Umgang mit Elektrizität bei Strafe untersagt werden. Besteht aus: Einpoligem Spannungsprüfer (in Fachkreisen auch „Lügenstift“ genannt), Isolierband (wird zu 92,5 Prozent zum Pfuschen benutzt) und Lüsterklemmen (werden zu 93,5 Prozent zum Pfuschen benutzt), und als Highlight eine „Anleitung“. Ich würde gern mal lesen, was da drin steht, aber dazu müsste ich ja das Set kaufen (will ja nicht bestraft werden).

Ich hatte für zwei Fenster vier verschiedene Baumarkt-Rollos mit fehlkonstruierter Klick-Befestigung, die mir bei jeder Betätigung auf dem Kopf gedonnert sind. Ich kann mich an Fliesen erinnern, die vom schräg anschauen durchbrachen. Es gibt Klick-Rohrsysteme (ohne verlöten und verpressen und wahrscheinlich auch ohne Bohren), bei deren Anblick ich schon im Geiste die Hausratversicherung gegen Wasserschäden erhöhte. Es gibt Kleber, der nicht klebt, Pinsel, die mehr haaren als malen und vor allem kleine Fernseher mit Produktpräsentationen, die mir kalte Schauer über den Rücken jagen.

Es ist nicht alles schlecht! Aber… vieles.

Beratung?

Beim örtlichen Baustoffhändler gibt es einen Herrn S. . Der ist zwar ein bisschen schräg und alle Ideen, mit denen man dort hin kommt werden erstmal schlecht geredet, aber ansonsten ist der Mann ein Genie! Egal ob Holz, Beton, Fliesen, Estrich, Abdichtung, Isolierung, er weiß über alles Bescheid. Er hat mir die komplette Abdichtung und den Bodenaufbau fürs Badezimmer konstruiert und zusammengestellt. Auch die Leute im Holzhandel oder Trockenbau-Handel sind meist sehr kompetent und geduldig.
Es gibt natürlich auch Ausnahmen in beiden Richtungen: So ist die Beratung beim Baumarkt M.B. (leider durch den schlimmsten aller Baumärkte, P., -in denen die selbe Person Info, Kasse, Holzzuschnitt und Gartencenter macht- mit in die Insolvenz gezogen) meistens ganz gut. Und ebenso gibt es jede Menge Baustoffhändler, bei denen die Mitarbeiter zwar kompetent sind, aber derartig brummelig hinter ihrem Tresen sitzen, dass mir diese geballte Unfreundlichkeit Tränen in die Augen treibt.

Nun ist die kurze Einschätzung doch etwas länger geworden…zusammengefasst: Ich gehe lieber zum Fachhändler weil:

-keine Preisfallen
-bessere Qualität
-bessere Beratung

Aber sicher werde ich nicht Baumarkt-abstinent werden. Man kann schon etwas besser „bummeln“, und auch um 20 Uhr noch einen Sack Zement bekommen. Und noch ein großer Pluspunkt: Beim Baustoffhändler gibt’s meistens keine Würstchenbude.

 

Swimmingpool und Badewanne

Die Glaswolle ist nun fertig verbaut und wie schon erwähnt, muss diese vor dem eigentlichen Ausbau (also der Beplankung mit Gipskarton/Gipsfaser/Holz…) mit einer Dampfsperre (bzw. Dampfbremse, die habe ich gewählt weil sie etwas diffusionsoffen ist) versehen werden. Das ist eine spezielle Folie, die über dem Isolierstoff gespannt und befestigt wird. Sie verhindert, das Raumfeuchtigkeit an den Isolierstoff kommt und es dann unter der Beplankung zu Schimmel und anderen Feuchtigkeitsschäden kommen kann.

Die Folie wird mit Klammern (ich habe meinen neuen Elektrotacker dabei wirklich lieb gewonnen!) an den Sparren befestigt.
Besonders wichtig sind bei der Dampfbremsfolie die sogenannten Anschlüsse. Folgende Anschlüsse werden unterschieden:

Anschlüsse an Holzbalken

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Anschluss unten und oben an die Balken des Dachstuhls

Für die Anschlüsse an Holzbalken (oben und unten am Dachstuhl) habe ich mir ein flexibles, blaues Klebeband von Knauf empfehlen lassen. Es ist tatsächlich ähnlich teuer wie TESCON NO 1, aber klebt auch sehr gut. Übrigens: Bei allen geklebten Anschlüssen dient das Klebeband nur zur Abdichtung. Die mechanische Befestigung erfolgt auch hier durch Tackerklammern. Es wird immer erst passend abgeschnitten, dann getackert und schließlich geklebt.

Anschlüsse ans Mauerwerk

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Anschluss ans Mauerwerk mit Kleber und Anpresslatte

Für den Anschluss ans verputzte Mauerwerk habe ich einen Kartuschenkleber benutzt, der speziell für diesen Verwendungszweck geeignet ist. Danach habe ich eine Latte mit der Mauer durch die Folie verschraubt. Die Folie zieht man nicht ganz stramm hinter die Latte, sondern es wird eine Falte gelassen.

Durchdringungen

Das sind beispielsweise Lüftungsrohre, die durch die Folie laufen. So einen Fall hatte ich bei mir nicht; es empfiehlt sich dafür aber auch ein Klebeband wie das blaue von Knauf.

Überlappungen

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Überlappung zweier Folienbahnen, daneben Befestigung am Sparren mit Klammern

Da man den ganzen Raum kaum mit einer Folie am Stück bekleiden kann, gibt es logischerweise Überlappungen von zwei Bahnen. Die sollte man tatsächlich nicht ganz knirsch aneinanderstoßen, sondern großzügig überlappen lassen. Dafür gibt es wieder ein anderes Klebeband, weniger flexibel und auch weniger teuer.

Anschlüsse an Dachfenster

Die Anschlüsse an Dachfenster sind etwas fummelig und gehen am Besten so:

schnitte
Einschnitte: Erst oben und unten, dann senkrecht

Die Folie wird waagerecht an der oberen und unteren Kante des Fensters eingeschnitten. Danach macht man einen senkrechten Schnitt mittig.

Die Fenster haben umlaufend eine Nut; die beiden seitlichen Folienstücke werden nach innen in Richtung Nut geklappt und an der Nutkante geschnitten:

cutter
Zuschnitt an der Fensternut

Die Folie wird nun in der Nut verklebt:

anfenster
Anschluss ans Dachfenster

Die abgeschnitten Folienstücke werden unten und oben angesetzt (mit Überlappungs-Klebeband), und dann genauso auf der Nutkante zugeschnitten und in die Nut verklebt wie an den Längsseiten.
Die Übergänge zwischen den Folienteilen werden ebenfalls mit dem Klebeband (blau) verklebt – für Überlappungsklebeband überlappen sich die Teile zu wenig.

Diese ganzen Anschlüsse sind ziemlich zeitintensiv, man sollte hier auch wirklich gewissenhaft arbeiten, denn wenn irgendwo Feuchtigkeit eindringt, nützt die ganze Dampfsperre nichts. Am Besten, man stellt sich vor, dass man einen Swimmingpool baut und alles säuberlich abgedichtet und verklebt werden muss.

Auf den Sparren werde ich übrigens noch Latten aufschrauben. Erstens, weil die Latten schon da sind (Vorbesitzer…), und zweitens kann ich darauf später die Halterungen für die Gipskarton-Profile anschrauben, ohne die Dampfbremsfolie zu beschädigen.

Nun, ich werde wohl noch einige Tage an diesen Anschlüssen fummeln. Damit es hier im Blog nicht zu langweilig wird, habe ich etwas im Archiv gekramt und zeige Euch in den nächsten Artikeln, wie man aus einem kleinen doofen Badezimmer ein großes tolles macht. Mit Wand versetzen, Podest bauen, bodengleicher Dusche, halbrunder Badewanne, Fliesen, Deckenspots und dem ganzen drum und dran. Bis bald!

 

 

Badrenovierung, Teil 1

Wie versprochen starte ich heute mit meinem Ausflug in die Bäderwelt. Die Arbeiten liegen nun schon zwei Jahre zurück und meine Erinnerungen sind etwas lückenhaft, aber ich glaube anhand der Fotos kriege ich es noch zusammen. Damit alle wissen, worum es geht, hier erstmal der klassische vorher-nachher-Vergleich:

vorher
vorher…

nachher
nachher.

Vergrößerung

Im wesentlichen wurde das alte Bad vergrößert, in dem eine Wand herausgenommen und mit Trockenbau erweitert wurde. Zunächst mal ist festzustellen, ob die Wand eine tragende Funktion im Haus hat. Zwar haben wir nur einen Teil entfernt, aber man sollte schon wissen was man tut. Offiziell rate ich dazu, hier immer einen Statiker zu beauftragen. Inoffiziell habe ich mir ein Stockwerk höher (Dachboden, Brett hochnehmen, reinschauen) die Laufrichtung der Holzbalken angeschaut und da diese mit der Wand laufen und kein Auflager bilden, konnte ich mich dann trauen und wir haben an einem Sonntag(!)nachmittag zu zweit mit dicken Vorschlaghämmern die Wand herausgedonnert. Raus geht immer schnell!

abbruch
Destruktive Phase

Nun habe ich eine neue Wand mit Trockenbau-Profilen errichtet. Nach rechtwinkliger Vermessung (Pythagoras lässt grüßen) wurden an Boden und Decke 100mm U-Profile angeschraubt (zur Vermeidung von Schallübertragung vorher mit Dämmstreifen beklebt), und dort die C-Profile eingestellt und verschraubt:

trockenb

Beplankt wurde das Ganze mit 12,5mm-Gipskartonplatten in grün (=imprägniert und damit feuchtraumgeeignet). Wichtig ist dabei eine Dehnungsfuge zwischen ‚alter‘ und ’neuer‘ Wand, die Spannungen der verschiedenen Baumaterialien aufnimmt. Diese Fuge setzt sich bis ins Fliesenbild fort. In die Wand habe ich noch Dämmplatten eingelegt (ebenfalls Schallschutz), und auch für die Elektroversorgung vom Nebenraum konnte ich bequem die neue Wand nutzen.

Decke

Renoviert wird von oben nach unten! Daher erst ein Blick auf die Decke. Hier habe ich die alten Holzpaneelen belassen und mit Gipskarton-Grün beplankt. Als Einbauleuchten gab es fünf Deckenspots, die in halbrunder Formation in diese Decke versenkt wurden. Also vorher Löcher bohren, verkabeln, Trafo einbauen, testen. Die beplankte Rigips-Decke habe ich dann mit Fertig-Reibeputz angehübscht. Holla die Waldfee! So einfach ist der gar nicht zu verarbeiten. Man kriegt auf jeden Fall lahme Arme davon und damit es auch wirklich gleichmäßig aussieht muss man schon einiges Geschick aufwenden. Aber Übung macht bekanntlich den Meister…

Aufteilung

Auch mit der Ost-Erweiterung ist das Bad immer noch nicht riesig groß. Am Computer haben wir dann Badewanne, Dusche, Waschbecken und WC so lange hin und her geschoben, bis das Ganze Sinn gemacht hat. Unser Traum war die bodengleiche Dusche ohne Duschtasse und Einstieg. Ich habe ewig überlegt und konstruiert, wie ich das bei der vorhandenen Holzbalkendecke realisieren könnte, bis mich mein Schwiegervater auf folgende goldene Idee brachte: Wenn die Dusche nicht tiefer geht, muss der Boden halt höher kommen. Und so gibt es im Bad eine Stufe auf ein Podest mit Dusche. Die Duschzone ist funktional und optisch abgeteilt, die zweite Zone wertet das Bad auf und die Installationen lassen sich problemlos unter dem Podest verlegen. Ein Podest ist aus meiner Sicht für Bäder die nicht gerade mikroskopisch klein sind eine Empfehlung wert.

Erleben Sie im nächten Blogbericht, wie das Podest konstruiert wurde, wie die Abdichtung erfolgt ist, wie viele Steuergelder dafür verschwendet wurden und was die Illuminaten damit zu tun haben!

 

Badrenovierung, Teil 2

Wie versprochen: Weiter geht’s mit der kleinen Wellness-Oase 🙂

Holzbalkendecken und Bodenfliesen sind eigentlich zwei Dinge, die sich nicht gut miteinander vertragen. Da Holzbalken und Holzbeläge Untergründe sind, die sich gerne bewegen, Fliesen aber bei Bewegung eher brechen, muss man entweder einen Belag finden der die Bewegung mitmacht (Holz im Bad, geht ja in gewissen Grenzen auch, oder PVC-Boden), oder einen ‚Adapter‘ einbauen. Dieser Adapter war in meinem Fall eine Gipsfaserplatte (Rigidur). Diese Platte, am besten zweilagig versetzt verlegt, nimmt die Bewegungen und Spannungen der Holzbalkendecke gut auf und verhindert ein Brechen der Fliesen, was gerade bei großformatigen Platten ein Thema ist.

Der ‚alte‘ Teil des Bades war tatsächlich mit einer Art Estrich ausgegossen, also Beton zwischen den Holzbalken. Es ist natürlich ziemlich einfach, da Beton reinzukippen, ich würde davon aber eher abraten, weil Holzbalkendecken einfach nicht für Estrich gemacht sind. Aber es war nunmal drin und hat die letzten Jahrzehnte gehalten, dann hab ich das mal so hingenommen.

Nun aber zum Podest! Zunächst habe ich eine Holzunterkostruktion aus Fichtenkonstruktionsholz 40/60 mm schwimmend(!) auf die nackten Holzbalken verlegt. Darauf verschraubt 22mm OSB-Verlegeplatte, doppelt versetzt verlegt (vorher den Abfluss für die Dusche mit Gefälle verlegen und gewissenhaft montieren). Darauf dann das fertige Bodenelement für die Dusche. Das ist ein fertiger Kunststoffkörper mit zentralem Abfluss (gibt auch seitliche), der bereits so geformt ist, dass man darauf fliesen kann und das Wasser dann auch mittig abläuft. Das Ding hat eine Höhe von 40mm. Daran anschließend habe ich vier Lagen á 10mm Rigidur-Gipsfaserplatte verlegt, um auf die gleiche Höhe zu kommen.

podest
Podeste und Bühnen bauen hab ich auch irgendwie schonmal gemacht…

Ein großes Thema ist übrigens die Abdichtung im Duschbereich. Früher dachte ich mal, dass Fliesen+Fuge ja wasserdicht sind, aber nix da. Überspitzt gesagt erfüllen die gar keine Dichtfunktion, das heisst der gesamte Duschbereich muss bereits vorher schwimmbadartig abgedichtet werden. Dazu gibt es ein System von Sopro. Der Boden und die Wände werden mit einer grauen Flüssigkeit namens Flächendicht eingepinselt (bzw. gerollt), in den Ecken und Kanten werden Dichtbänder eingelegt, um die Armaturen Dichtmanschetten. Diese Bänder werden dann nochmal mit dem Flächedicht eingeschmiert, alles verbindet sich dann, wenn getrocknet, zu einer hübschen wasserdichten Fläche, auf die dann gefliest werden kann.

wannentr
aufgetragenes Flächendicht

Den vorhandenen Betonboden habe ich nicht nochmal damit eingeschmiert, aber das Holzpodest, gerade im Bereich der Dusche, wo ja viel Wasser ungeschützt draufprasselt, habe ich komplett abgedichtet.

Wie man oben sehen kann, wurde in das Podest noch der Wannenträger eingearbeitet und mit Montageschaum (Ha, noch ein Fall wo der seine Berechtigung hat!) am Untergrund verklebt. Die Übergänge zwischen Podest und Wannenträger wurden auch schick abgedichtet. Da, wo im Bild zwei Brettchen drinstecken, habe ich einen Spalt gelassen, in den nachher eine Glaswand als Duschabtrennung eingelassen wird.

Ich habe zu dem Zeitpunkt sehnsüchtig darauf hingearbeitet, endlich fliesen zu dürfen. Das ist ja das Schöne an fliesen, tapezieren, Teppich legen: Es wird ansehnlich! Bei vielen anderen Tätigkeiten rödelt man tagelang rum und danach sieht’s immer noch scheiße nicht wohnlich aus.

Aber bis es soweit war, musste ordentlich verputzt werden. Im alten Teil des Bades war bereits Fliese auf Fliese geklebt und ich habe nur die obere Schicht entfernt. Die ganz alten Fliesen im modischen Rosa-Ton habe ich dran gelassen, denn man freut sich ja über eine glatte Fläche. Oberhalb der alten Fliesen und an Stellen, wo diese fehlten oder bei anderen Unregelmäßigkeiten habe ich gefühlte 10 Sack Putz verarbeitet, bis ich schließlich eine hübsche, ebene Fläche hatte. Als Fliesen-Untergrund habe ich übrigens Zementputz verwendet, im Sichtbereich (oberhalb der Fliesen und an der Decke) mineralischen Fertig-Reibeputz.

So, beim nächsten mal gibt’s dann endlich mal was für’s Auge und es werden Fliesen geklebt! Stay tuned 🙂

 

Badrenovierung: Finale!

Wenn der Untergrund (80% der Arbeit) fertig ist, kann man eine hübsche Oberfläche (20% der Arbeit) schaffen. Irgendwann war es soweit und es ging los mit den Fliesen. Auch hier ist Planung das A & O: Vorher haben wir genau überlegt und aufgezeichnet,welche Fliesensorte wie wo hin kommt. Die Dehnungsfuge zwischen den beiden Raumteilen habe ich dabei mit einem dunklen Streifen betont, während der Rest der Wandfliesen hell ist. Übrigens habe ich auch für die Wände großforatige Bodenfliesen benutzt. Das kann man machen, hat nur den Nachteil, dass diese deutlich härter als normale Wandfliesen sind und die Bearbeitung dadurch nicht unbedingt leichter ist. Insbesondere das Bohren von Löchern! Hier der heiße Tip: Anstatt viel Geld für Diamantbohrkronen und sonstiges Spielzeug auszugeben, einach mal zum nächsten Steinmetz fahren (also die Leute, die Grabsteine, Fensterbänke und sowas herstellen). Der freut sich über einen kleinen Plausch und bohrt 1a-Löcher mit wassergekühlter Supermaschine genau da und genau so groß wie man sie haben will. Pro Loch hat meiner 7 Euro genommen.

fliesen
Na, wird doch!

Wie im Bild zu sehen ist, wurde im Duschbereich bis unter die Decke gefliest und im restlichen Raum etwa 60 Zentimeter frei gelassen. Dadurch wirkt der Raum irgendwie ‚luftiger‘. Die beiden Streifen im Bereich der Dehungsfuge haben die gleiche Farbe wie die Bodenfliesen. Als dritte Sorte wurden Dusche und Badewanne mit Mosaik gefliest. Das ist gar nicht so kompliziert wie es aussieht, weil es fertige 30×30-Matten gibt, die sich gut verarbeiten lassen:

wanne
Wannenträger mit Mosaik gefliest

Nach der Fliesentrocknung wurde verfugt (Boden anthrazit, Wände beige) und dann rundherum mit Silikon (grau) die Sanitärfugen gemacht. Über die perfekte Fuge scheiden sich ja die Geister. Hier meine persönliche Herangehensweise:

-Ein Magnum-Eis essen
-Den Stiel vom Eis nicht wegschmeißen
-In einer Sprühflasche (Blumen-Bestäuber) Wasser und etwas Spülmittel mischen
-Bei wirklich wichtigen Fugen vorher die Ränder mit feinem Malerkrepp abkleben
-Spitze der Kartusche nur so weit (schräg) abschneiden wie die Fuge breit sein soll
-Fuge möglichst gleichmäßig ziehen
-mit dem Wasser-Spüli-Gemisch einsprühen
-Eisstiel damit einsprühen
-mit dem Eisstiel die Fuge abziehen
-ggf. Kreppband entfernen

-noch ein Eis essen 🙂

Als krönender Abschluss stand nun noch das Anbringen der Armaturen vor mir. Zu- und Abwasser hatte ich mir installieren lassen, da dachte ich, das reine Anschrauben der Wasserhähne kann ja so schwer nicht sein. Und hier sollte ich mich täuschen. Man muss auch mal einsehen, wenn die handwerklichen Fertigkeiten an ihre Grenzen stoßen, und das ist bei mir bei Sanitärinstallationen deutlich der Fall.

Für die Armatur an der Badewanne brauchte ich S-Stücke, weil…brauchte ich jedenfalls. Sind im Baumarkt zu haben, noch ein bisschen Teflon-Band (das ist der letzte Mist zum Abdichten! Ich wusste es damals nur nicht besser), und für gefühlte 65 Euro die erste Sanitär-Shoppingtour gemacht. Wieder zuhause, S-Stücke passen nicht, weil es gibt ja Viertelzoll/Halbzoll/Zollzoll/Dreiviertel auf Halbviertel auf irgendwas…umtauschen, zwanzig Euro hier, Abknickflansch auf Überzugmuffe dreißig Euro da. S-Stücke drangeschraubt Rohrzange angesetzt, irgendwas beschädigt, naja wird schon gehen, Teflonband, Armatur draufgeschraubt, schief. Aber dicht! Armatur gerade gemacht-undicht. Entweder schief oder undicht. Da muss man sich entscheiden. Derweil an der Dusche, S-Stücke vierundachtzig Euro halbzoll megazoll. Dünne Rinnsale laufen aus der Armatur heraus. Irgendwo gurgelt und zischt es immer. Abfluss am Waschbecken Krümmsiphon neunundzwanzigeurofünfundneunzig Abknickfalz Viertel Halb Manschette mit dreiviertel Muffe. Ist natürlich auch nicht dicht, Eimer drunter, naja irgendwan gewöhnt man sich sicher dran.

Dieser klägliche Klempnerversuch war das schlimmste an der ganzen Hausrenovierung. Ich habe zwei Tage fluchenderweise inmitten von sündhaft teuren Zubehörteilen und ungeeignetem Werkzeug im Bad gehockt und gegen das überall herausspritzende Wasser gekämpft.

Schließlich habe ich kapituliert und die Firma meines Vertrauens angerufen. Das bitterste ist, dass der gute Mann nach nur 45 Minuten fertig war. Damit habe ich meine Klempnerkarriere an den Nagel gehängt, ohne dass sie so richtig begonnen hätte.

nachher
Aber ist es nicht schön geworden?

Alles andere hat aber wirklich gut geklappt und wir erfreuen uns auch heute noch an einem schönen Bad. Wenn die Kinder mal etwas größer sind, werde ich mir auch mal das untere Bad vornehmen. Aber solange noch kiloweise Sand, Matsche und Dreck ins Haus getragen werden, ist es ganz gut, auch ein graues, nicht-schickes Bad zu haben.

Jetzt geht es aber bald weiter unter’m Dach! Noch ein paar Restarbeiten, dann ist Bauabschnitt 1 (Isolierung) pünktlich vor’m richtigen Winter abgeschlossen. Bauabschnitt 2 (Ausbau) startet dann geplant Anfang 2014. Und zwischendurch zeige ich Euch, wie man mit Laubsäge und Verbandszeug viel Freude in der Vorweihnachtszeit haben kann.

 

Neulich im Bau-Forum

Gast123: Hallo, ich bin neu hier und habe eine Frage. Ich hoffe ich bin hier richtig. Ich möchte [irgendwas bauen/renovieren/machen] und habe mir das so gedacht: [so habe ich mir das gedacht]. Was meint ihr dazu?

KorinthenkackerABC: Benutz doch bitte die Suchfunktion. Den Thread hatten wir 1996 schon.

Moderator47: Ich habe den Thread mal verschoben/mit dem Thread von 1996 zusammengelegt.

Meister64: Um Himmels Willen!

Gast123: Was denn?

Schlaumeier23: Na dann viel Spaß! Die ganze Bude wird Dir unterm Arsch wegschimmeln!

Schlaumeier24: So wird das niemals erdbebensicher!

NocheinSchlaumeier: *Händeüberkopfzusammenschlag* *augenroll* *KopfaufTischkantehau*

SchlechtesGewissen99: Finger weg! Auf jeden Fall musst Du einen Statiker, einen Bausachverständigen und einen Bademeister fragen!

Sprüchekloper83: Silikon statt Präzision!

Gast123: Ich dachte, ich bekomme ein paar konstruktive Tips?

Schlaumeier23: Aber nicht für diesen unausgegorenen Mist!

Meister88: Ich würde eine 24er Spannmuffenverriegelung einbauen. Dann mit Konterlattung auf die Querbalkenlage aufdoppeln und bündig abkanten. Die Zwischenräume mit IsoBims 83, besser 84 verkragen und verspreizen. Verklemmt aufgefederte Muffenverdopplung ist doch wohl vorhanden??? Ansonsten gute nacht…

Gast123: ???

Schlaumeier24: Das war doch eine gute Erklärung! Wenn Du mit einfachsten Begrifflichkeiten nichts anfangem kannst, ist dies vielleicht nicht das richtige Forum.

Moderator47: Hab ich ja gesagt!

SchlechtesGewissen: Auf jeden Fall einen Fachmann, sag ich ja!

Sprücheklopfer83: Mit Silikon und Schaum kann man ganze Häuser baun!

Gast124: Ich bin durch Google hier gelandet weil ich das gleiche Problem habe aber so richtig produktiv ist das ja nicht hier…?

Moderator47: Wegen Kritik musste ich leider Deinen Account sperren!

Schreinermäuschen74: Ich denke, mit ein bißchen Deko sieht das alles gleich viel besser aus. Die Risse über dem Türsturz kann man super mit so Efeuranken abdecken und wenn man so lange Stöcker zusammenbindet, kann man die super in die muffige Ecke stellen, das lenkt von den Stockflecken ab. Ich stelle auch gerne so Schalen mit Obst auf, einfach zum Anschauen. Und gegen den beißenden Abflußgestank helfen sicher Duftstäbchen. Liebe Grüße und Knuddel von Babsi!

Sprüchekloper83: Ist die Handwerkskunst am Ende, bringt Silikon die schnelle Wende!

NocheinSchlaumeier: *MitflacherHandvorStirnhau* *KopfgegenWandschlag* *nichthinschauenkann*

Gast123: Danke allen für die Antworten, ich habe jetzt eine Firma beauftragt.

 

Experimente mit der Wärmebildkamera

Bevor ich meine Dachbodenisolierung endgültig abschließe und nächstes Jahr an den Ausbau gehe (nächstes Jahr klingt noch so unglaublich weit weg, dabei sind es nur noch drei Wochen), wollte ich das Ganze mit einer Wärmebildkamera auf mögliche Kältebrücken hin untersuchen; also irgendwelche Schwachstellen in der Isolierung, die man später schlecht beheben kann.

Eine Wärmebildkamera ist ziemlich teuer und nur dank guter Kontakte konnte ich mir eine günstig ausleihen. Wärmebildaufnahmen gibt es auch von Fachleuten, z.B. von der Verbraucherzentrale, die dann auch gleich was Schlaues dazu sagen können (ich bin da zugegebenermaßen etwas unbedarft), so ein Paket kostet um die 250 Euro.

Hier nun also eine kleine Bildershow. Rechts am Rand ist eine Temperaturskala (ich will nicht beschwören dass das Ding wirklich richtig kalibriert war), und die Zahl am Fadenkreuz gibt die aktuelle Oberflächentemperatur dort an.

IR000136
Schwachstelle Fenster: in der Fuge des Übergangs Fensterbank-Rahmen ist die kälteste Stelle (schwarz)

IR000137
Hier der direkte Vergleich mit einem neuen 3fach-verglasten Fenster. Wie man sieht, ist auch die untere
Fuge wesentlich kälteundurchlässiger als bei dem älteren Fenster

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Bei diesem Fenster ist der Flügel etwas verzogen. Auf Höhe des Griffs kommt dadurch kalte Luft durch die Dichtung.

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Meine liebe Haustür (ich berichtete davon) hat erwartungsgemäß Defizite an der Dichtung der Schließbänder.
Ob ich reklamieren sollte? Ich weiß nicht, ob ich die Kraft habe, mich nochmal mit dieser Firma rumzuärgern…

IR000142
Bei der hinteren Tür hatte sich die eingelegte Dichtung etwas gelöst. Prompt sieht man, dass hier Kälte
eindringen kann. Ließ sich zum Glück durch nachdrücken der Dichtung beheben.

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Dachfenster: Kältezone rund um den Rahmen, aber auch an der Glaseinfassung

IR000149
Blick durch den Dachbodenausgang auf die Schräge im Treppenhaus. Wurde früher so aufgebaut: Dachziegel,
Rohrmatte, Putz, Tapete. Dementsprechend viel Wärme geht hier flöten. Für die Stelle suche ich noch eine platzsparende
Innendämmung, z.B. Rigitherm.

IR000150
Dieser Balken (Bildmitte) bleibt aus optischen und funktionalen Gründen frei und wird nicht verkleidet.
Die Sparrenfelder sind links und rechts gedämmt, leichte Kältezonen jedoch auch hier an den Übergängen.

IR000153
Jetzt von Außen: die Oberfläche der Haustür ist deutlich wärmer als die Außenwände…

IR000156
Hauswand mit Fenstern. Die Wand wurde ja im anderen Bild gelb dargestellt, von daher kann man unterschiedliche
Bilder nicht unbedingt anhand der Farben vergleichen.

IR000158
Häuschen von hinten. Linkes Fenster Küche (warm), rechtes Fenster Abstellkammer (nicht so warm), und
bei der Hinertür ist die Schwachstelle auch die untere Dichtung.

Nun, habe ich Kenntnisse daraus gewonnen? Vielleicht diese:

– Bei modernen Fenstern ist nicht nur die Verglasung besser, sondern scheinbar auch die Dichtbänder bzw. allgemein die
Abdichtung zum Gebäude hin

– Mangelhafte Dichtungen sind erstaunliche Kältebrücken

– die Treppenhaus-Schräge muss gedämmt werden. Da habe ich nicht viel Platz (Kopffreiheit…), von daher wird’s wohl eine dünne und dafür ergiebige Platte werden

– die Haustür ärgert mich immer noch

– letztendlich war es aber eine kleine Spielerei, wirklich gravierendes habe ich eher nicht gefunden

Vielleicht gibt es auch Kameras, die etwas objektivere Farbskalen haben. Eigentlich kann es ja nicht sein, dass die selbe Wand auf einem Bild gelb und auf dem nächsten blau dargestellt wird. Oder es war eine Einstellungssache…

Auf jeden Fall ein spannendes Feld, die Wärmebildfotografie. Ich werde mich sicher eingehender damit beschäftigen, wenn ich irgendwann vor Langeweile gar nicht mehr weiß was ich tun soll. Bis es soweit ist (vielleicht noch so 30, 40 Jahre?) habe ich die Kamera brav zurückgebracht und weiß jetzt, wo’s zieht – oder eben nicht.

Dosenfix 2000

Als wenig besinnlich empfindet die Ehefrau sämtliche Bohr- Stemm- und Abbrucharbeiten in der Vorweihnachtszeit. Der wohlige Baugeruch nach Holz und Asbest Dämmstoffen weicht allmählich dem zarten Duft von Tannenzweigen und Kerzen. Zum Glück darf ich im Moment auf andere Orte ausweichen und konnte mich bei einem Kollegen mit Maurer- und Putzarbeiten austoben. Zu Hause ruht der Baubetrieb aufgrund der Besinnlichkeit (so besinnlich wie es eben mit zwei Knirpsen sein kann), aber das Material für den Ausbau habe ich schon geordert! Wie die Planung aussieht, werde ich hier demnächst mal darstellen. Und dann hätte ich gerne 20-30 Blogleser, die mir helfen, die Sachen hochzutragen 🙂

Ich bin tatsächlich noch am Grübeln, wie ich 4m-Trockenbauprofile auf den Dachboden kriege. Gut, man könnte sie unten durchschneiden ABER: oben lag bereits ein ganzer Stapel Latten mit 3,50m Länge vom Vorbesitzer. Die müssen ja auch irgendwie da hoch gekommen sein. Ich werde mal beim Baustoffhändler fragen, wie hoch der LKW-Kran reicht, dann könnte das durch’s Fenster was werden.

Ich habe mir auch ein kleines Vorweihnachtsgeschenk gemacht, das ich Euch nicht vorenthalten möchte: Diese praktische Elektriker-Wasserwaage.

 

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Mein neues Spielzeug

Ich bin einfach ein großer Freund von Installationszonen und genormten Schalterhöhen. Wenn ich blind einen Schalter greife, möchte ich ihn gerne treffen und nicht auf Expedition an der Türzarge gehen. Hin und wieder mache ich bei mir zuhause, Verwandten oder Bekannten elekrische Dinge (und das habe ich ja, im Gegensatz zu vielem anderen was ich hier verzapfe, mal annäherungsweise gelernt), und da wird mir diese Wasserwaage gute Dienste leisten. Man kann Normhöhen für Steckdosen und Schalter durch die Löcher markieren, und hat auch gleich die richtigen Abstände für Kombinationen mit Mehrfachrahmen. Auch die Höhen für bodennahe Steckdosen (tiefer) oder Küchensteckdosen über Arbeitsplatten  (höher) sind bereits vorgesehen und man muss nur durch ein Loch in der Wasserwaage anzeichnen.

Nächstes Jahr hole ich mir dann den Dosenfix 2000, der in einem Arbeitsgang Schlitze fräst, Kabel verlegt, Steckdose setzt und drübertapeziert.

 

 

Fröhliche Weihnachten!

Allen Bloglesern, Mitwissern, Sägern, Bohrern, Naglern, Leimern, Strippenziehern, Neugierigen und Wahnsinnigen:

Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

In diesem Jahr wird hier nicht mehr viel passieren, denn ich verbringe die letzten Tage ausnahmslos mit Schlemmen und schleppe mich von einer Mahlzeit zur nächsten. Aber nächstes Jahr wird’s wieder spannend! Mir läuft es schon warm den Rücken runter, wenn ich daran denke, was es dann alles zu lesen gibt. Bis dahin: Lasst es Euch gut gehen 🙂

xmasWeihnachtsbaum, auf Gehrung gesägt.

 

Sturzhausen

Die Dümpelphase des Jahreswechsels neigt sich langsam dem Ende zu und es wird Zeit, mal wieder was zu tun! Ich bin im Moment nicht daheim, sondern bei einem befreundeten sich-den-Stall-zur-Wohnung-Ausbauer auf der Baustelle und verrichte dort nach dem Motto ‚Eine Hand wäscht die Andere‘ Fliesen- Elektro- Tapzier- und eben auch Maurerarbeiten. Unter anderem habe ich diesen schmucken Türsturz eingebaut:

ts

, und da fiel mir ein, dass ich bei unserem Hausbau auch zwei Stürze nachträglich eingebaut habe. Da sie immer noch halten (Moment, was war das für ein Geräusch?) kann ich ja mal schildern, wie das vonstatten ging.

An der ersten Wand wollte ich aus einer bestehenden Türöffnung einen breiten Durchgang schaffen. Ich besorgte mir dafür einen Kalksandstein-Sturz in entsprechender Länge (Auflager pro Seite sollten mindestens 115mm, besser mehr) sowie Baustützen und Balken zur Abstützung des Mauerwerks. (Liebe Kinder und Mitleser, bitte nicht nachmachen, sondern einen Statiker, ein Fachunternehmen und jemanden aus der Raumfahrt hinzuziehen) Im Gegensatz zu einem Stahlträger funktioniert ein Flachsturz nur in Verbindung mit dem darüber aufgemauerten Mauerwerk. Sprich, eine mittig über dem Sturz aufgebrachte Punktlast würde diesen evtl. zum Einknicken bringen, das Mauerwerk des Lastdreiecks stützt sich, vereinfacht gesagt, selbst und so wird der Sturz gleichmäßig belastet. Wenn man, wie ich, den Sturz nachträglich einbaut, muss man das darüberliegende Mauerwerk abstützen. Dazu habe ich oberhalb der neuen Öffnung zwei Löcher gemacht, Balken hindurchgeschoben und mit Baustützen abgestützt:

sturz5
Anzeichnen der Öffnung, Löcher für die Abstützung schneiden

Danach wurde ein entsprechender Schlitz für den neuen Sturz geschaffen und dieser eingesetzt.

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Eingelegter Sturz mit Abstützung

In der Mitte sind beim Schlitz machen einige Ziegel mit runtergekommen; der alte Mörtel ist wirklich sehr sandig (der anfangs erwähnte Sturz wurde in Porenbetonsteine eingebaut, da rührte sich gar nichts…), aber die wurden mit Liebe wieder hochgemauert. Wichtig ist über Stürzen, dass auch die Stoßfugen ordentlich vermörtelt werden:

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Das über der linken Stütze ist kein Riss, sondern ein Draht vom Heizungssensor! 🙂

Nun habe ich das Ganze aushärten lassen, dann wurde der Rest des Mauerwerks entfernt und alles rundherum wieder angeputzt:

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Fertig!

An der zweiten Wand wurde ein Durchgang in Türbreite geschaffen. Da das Ganze erheblich schmaler werden sollte, habe ich nur eine Abstützung benutzt.

sturz4
Eingesetzter Türsturz mit Abstützung

Ansonsten ähnliches Vorgehen: Loch für die Abstützung mittig über dem Sturz, dann Schlitz für den Sturz schneiden (Flex, Risen-Sauereri), Sturz gewissenhaft einmauern, trocknen lassen und dann das restliche Mauerwerk entfernen.

sturz7
Fertig!

Danach wurde wieder reichlich verputzt, und irgendwann war auch dieser Durchgang fertig.

Im Nachhinein betrachtet würde ich für die Abtützung beim nächsten mal einen kleineren Balken bzw. Stahlträger nehmen. Ich hatte Balken von ca. 20×20 benutzt und die Löcher dafür noch größer gemacht, da geht schon eine Menge Substanz verloren, die man hinterher wieder zumauern muss. Sollte ich mal wieder in die Verlegenheit kommen, würde ich eher einen kleinen Stahlträger verwenden, um idealerweise nur einen Ziegel ersetzen zu müssen.

Auch würde ich wahrscheinlich für den großen Durchbruch heute eher einen Stahlträger verwenden. Das Mauerwerk über dem Sturz lässt sich nunmal im Nachhinein nicht so perfekt aufmauern als würde man es neu machen, und der Sturz lebt halt von der Qualität des darüberliegenden Mauerwerks; dem Stahlträger ist das relativ egal. Vorteil vom Sturz ist, dass man ihn direkt verputzen kann und ihn nicht ausmauern oder verkleiden muss.

Die Höhe für Türöffnungen ist übrigens immer 200,5 cm. Breiten sind je nach Bedarf 63,5 / 76,0 / 88,5 / 101,0 cm. Man kann theoretisch auch ander Maße verwenden, geht dann aber das Risiko ein, dass die Tür angefertigt werden muss (Sondermaß) und damit deutlich teurer wird. Am Besten, man erkundigt sich vorher nach den erhältlichen Maßen seiner Wunschtür.

Die Stürze wurden dann später tapeziert (Das hält schon! Warte nur, bis erstmal Farbe drauf ist!) und mit Zargen  ausgestattet. Sie halten immer noch und wie man sieht, ist es gar nicht so schwer, zumindest eine Türöffnung selber zu erstellen. Und ich werd jetzt mal nach dem Geräusch schauen…

 

Hochtrageparty

Allmählich werde ich mich geistig auf Phase II des Dach-Ausbaus vorbereiten. Nach der Isolierung steht jetzt der eigentliche Ausbau an und das Material dazu ist sogar schon da:

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da unten ist es schonmal…

Ich habe die etwas handlicheren Einmann-Platten im Format 2,60 x 0,60 gewählt, da die normalen Gipskartonplatten wohl nicht durch’s Treppenhaus passen würden. Ich bin auch gespannt, wie die 4m-Metallprofile da hochkommen. Ich glaube, ich werde eine Baumaterial-Hochtrageparty machen. Kiste Bier & Grill an, vielleicht kann ich damit den ein oder anderen motivieren, mir zu helfen 🙂

Die Deckenprofile könnte man ja notfalls auch unten schneiden. Apropos schneiden: In letzter Zeit haben wir auch auf der ‚anderen‘ Baustelle darüber gesprochen, wie man die Metallprofile am Besten schneidet. Rigps beispielsweise rät davon ab, das mit der Flex zu machen, weil durch die Hitze der Korrosionsschutz an der Schnittstelle zerstört wird und Rostgefahr besteht. Andererseits ist es in der Praxis mit der Blechschere besonders an den Kanten fummelig. Wenn man aber die beiden Stege mit der Blechschere einschneidet, das Profil dann über eine Kante abbiegt und dann den Rest schneidet, sollte es besser gehen. Wichtig ist eine gute und scharfe Blechschere.

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Stand der Dinge

Und so sieht es oben aus: an den Sparren habe ich auf der Dampfbremsfolie die noch vom Vorbesitzer vorhandenen Latten aufgeschraubt, das gibt eine schöne Anpressung für die Folie und ich kann dort gut die Abhänger für die Profile aufschrauben. Die Folie sollte übrigens nicht zu stramm gespannt werden, sondern darf auch ein wenig durchhängen. Gerade an den Wandanschlüssen lässt man auch eine kleine ‚Schlaufe‘. Ziel ist, dass die mechanische Befestigung (Tackernadeln/Kleber usw. siehe HIER) nicht zu sehr auf Zug beansprucht wird.

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Freier Holzbalken im Eingangsbereich

Im Eingang, wo die Kopffreiheit eher reduziert ist, möchte ich den oben zu sehenden Balken frei lassen, also als Sichtbalken nicht verkleiden und mit Gipskarton direkt anschließen. Es  wird sicherlich eine Herausforderung, das hübsch hinzubekommen.

Weiterhin plant man ja immer ein paar Schritte im Voraus und so mache ich mir schon Gedanken über den Bodenbelag. So sieht es im Moment noch aus:

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Jetziger Untergrund

Am liebsten hätten wir helle Holzdielen, aber die sind einerseits recht teuer und zweitens hat man bedingt durch die Tatsache, dass die ja auf Konterlattung verlegt werden, einen gewissen Bodenaufbau und ich müsste eine kleine Stufe am Eingang designen. Alternative wäre neben den diversen Parkett- und Dielen- Klick-Imitaten das sogenannte Vinylparkett. Das ist ein Bodenbelag im Klick-Verfahren, die Oberfläche aus Vinyl, fühlt sich aber durch die Maserung sehr holzähnlich an und ist ein robustes Zeug. Liegt bei uns im Kinderzimmer und hat schon einige Härteproben überstanden…

Laminat mag ich mittlerweile gar nicht mehr sehen. Wenn’s preisgünstig sein soll, z.B. für die Mietwohnung, ok, aber die Standard-Buche-Baumarkt-Ausführung habe ich mittlerweile ‚über‘; es ist auch relativ Fußkalt, klackerig und wollmausanziehend.

Bei Holzdielen gibt es Qualitätsunterschiede. Die unterste Qualitätsschiene ist Rauspund, der aber für sichtbare Böden eher nicht verwendet wird, beispielsweise weil er derart nachtrocknet, dass Nut und Feder auseinanderrutschen und man dann ziemlich große Fugen hat. Der richtige Dielenboden ist deshalb teurer, weil nicht nur das Holz besser ist, sondern weil er vorgetrocknet ist (ca. 9% Restfeuchte) und sich dadurch weniger verzieht. Vielleicht mache ich aus den verschiedenen Bodenbelägen mal einen eigenen Blogbeitrag.

Ach, und Anmeldungen für die Hochtrageparty nehme ich ab sofort in den Kommentaren entgegen. 🙂

 

Kribbelig

Die Hochtrageparty war ein voller Erfolg! Nun, genaugenommen war es keine richtige Party…eher habe ich meine Auszubildenden zwangsverpflichtet freundlich gebeten, mir zu helfen, und nach getaner Arbeit gab es dann auch lecker Bratwurst vom Grill. Vielen Dank an dieser Stelle! Begründet habe ich das alles mit ausbildungsnaher Tätigkeit, Muskelaufbau, Logistik und Materialtransport. Sollen sie so ins Berichtsheft schreiben! 😉

Ehrlich gesagt war es doch äußerst anstrengend und ich hatte mir es auch etwas leichter vorgestellt, aber immerhin waren es rund 80 Gipskartonplatten (Einmannplatten), das war schon etwas sportlich. Im Vorfeld hatte ich Bedenken wegen der Metallprofile, die immerhin 4m lang sind. Ich hatte schon befürchtet, einen Kran ordern zu müssen, aber es hat erstaunlich gut geklappt, wenn man sie zu zweit fast hochkant durchs Treppenhaus balanciert.

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Da ist es!

Die GK-Platten habe ich auf dem Dachboden vorsichtshalber auf zwei Stapel aufegeteilt. Alle auf einen Haufen wären (rechne, rechne….) rund 1,2 Tonnen Punktlast für die Holzbalkendecke und wer weiß, ob sich dann der ganze Ausbau nicht erledigt hätte.

Das ganze Material ist jedenfalls oben und allmählich werde ich kribbelig! Nun muss es auch bald weitergehen! Leider habe ich im Moment noch zu wenig Zeit…

Nebenbei mache ich mir bereits Gedanken über die Beleuchtung. Angedacht habe ich Einbaustrahler. Bisher habe ich immer Halogen verwendet, aber die LED-Technik wird ja auch immer besser und mittlerweile gibt es auch Leuchtmittel, die den Raum nicht mehr in ein aschfahles Leichenhaus-Licht tauchen und deutlich heller sind als ein Glühwürmchen (das war lange nicht so!). Beispielsweise GU-10 LED-Leuchtmittel in 5 oder 7 Watt. Hat jemand Erfahrung? Gerne in den Kommentaren niederschreiben!

GU-10 bezeichnet dabei den Sockel, das ist der selbe Sockel wie bei den gängigen Hochvolt-Einbaustrahlern. GU-10 gibt es eigentlich nur als Hochvolt, der Vorteil der Niedervolt-Technik (längere Lebensdauer der Leuchtmittel) ist mit den LEDs hinfällig. Die Farbtemperatur ist als warmweiß erhätlich und das Beste ist, man kann sie ja tatsächlich dimmen! Philips hat beispielsweise für seine Leuchtmittel eine Liste mit Dimmern veröffentlicht (Hier der LINK) und auch bei unserem Elektro-Großhändler gibt es eine persönliche Dimmerberatung. Das direkte Dimmen von LEDs scheint also nicht mehr viel komplizierter zu sein als das Dimmen von induktiven Lasten, also dem Trafo der Niedervolt-Einbaustrahler; dafür braucht man ja auch spezielle Dimmer.  Und die 5W-Variante hat immerhin 320 Lumen (400 bei 7W), was etwa einer 40W-Glühlampe entspricht. Ich werde das Ganze dann mal ausprobieren und hier Bericht erstatten. Aber ich fürchte, bevor ich Lampen einbauen kann, habe ich noch etwas mehr Arbeit vor mir…

Was ist sonst noch passiert? Auf meiner B-Baustelle (die im Moment die A-Baustelle ist) helfe ich einem Kollegen im Moment beim Trockenbau und Tapezieren. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus in den letzten Tagen:

– Nachdem ich Hohlwanddosen jahrelang mit einer 67mm-Lochsäge gesetzt habe, habe ich mir letztens mal eine 68mm gekauft. Und siehe da: Die Dose lässt sich gewalt- und fluchfrei in das Loch setzen und sogar drehen und waagerecht ausrichten. Ohne Hammer, einfach so! Das ich da nicht eher drauf gekommen bin. Aber warum verkaufen die blöden Baumärkte dann alle 67mm?

– Beim Tapezieren das A und O: Heizung aus, Heizungsrohre die Wärme abstrahlen aus, Durchzug vermeiden.

– Tolle Videos gibt’s bei Youtube von M1Molter, zum Beispiel ein schönes Tutorial zum Thema Reibeputz.

– Irgendwann werde ich das Haus mal verreibeputzen

– Dazu brauche ich aber ein Gerüst

– oder ich seile mich ab, Ausrüstung ist vorhanden und  gelernt habe ich das auch mal!

– und ich hätte Lust auf Fensterlädern! Früher hatte das Haus mal Fensterläden, und das wäre doch toll, wenn die wieder da wären. Gar nicht so zum zumachen, sondern weil es so hübsch ist. Also Reibeputz und Fensterläden.

– Rechts vom Haus wäre eigentlich noch Platz für einen PKW-Stellplatz. Und den Randstreifen an der Straße müsste ich auch mal pflastern. Und den Weg zur Haustür auch.

– Ich mache das alles, wenn ich irgendwann mal ganz viel Langeweile habe!

– Warum habe ich eigentlich nie Langeweile?

 

Zicke

Auf dem Dachboden ist nun immerhin schonmal die Heizung angekommen. Zum Glück mussten Vorlauf und Rücklauf nicht ganz vom Kessel geholt, sondern konnten ein Stockwerk tiefer an die relativ dicken Heizungsrohre angeschlossen werden.

Oben sollen es ja mal zwei Räume werden (Arbeitszimmer und Gästezimmer), und pro Raum ist mittig ein flacher Heizkörper vorgesehen, der am Drempel montiert wird. Die Rohre liegen nun schon und sind auch fertig angeschlossen:

Heizungsrohre Drempel
Vorbereitung für den Heizkörper

Mein Onkel Norbert, dessen Firma ich an dieser Stelle mal wärmstens empfehlen möchte (Norbert Brockmann aus Kirchlengern!), ist nicht nur absolut zuverlässig und macht klasse Arbeit, sondern verstand sich auch gut mit meiner Tochter (2), die ihm während der Anschlüsse in ihrem Zimmer die gesamte Puppensammlung samt Zubehör erklärte.

Die Anschlüsse liegen nun schon an der richtigen Stelle und Höhe, so dass ich dann nur noch (nur noch?) den Drempel drumrumbauen muss.

Ich würde jetzt gern endlich weiter machen, aber die Sekundärbaustelle beim Kollegen muss auch fertig, man lässt ja nichts angefangenes liegen. Da fliese ich im Moment das Bad und hatte das erste mal mit einer Fußbodenheizung zu tun, die mit eingebaut wurde.

Bei einer elektrischen Bad-Fußbodenheizung (die bestimmt toll ist, wenn es fertig ist, aber zum Einbauen…naja…) handelt es sich um ein aufgerolltes Gittergewebe, durch das ein Heizdraht verläuft. An einem Steuerthermostat wird der Heizdraht angeschlossen und außerdem noch ein Temperaturfühler (im Leerrohr), der mit im Boden verlegt wird. Für die beiden Leitungen müssen im Boden Nuten gefräst werden, weil sie zu sehr auftragen.

Von der Vorgehensweise her wird das Gewebe ausgerollt (es darf aber nicht unter festen Gegenständen wie Duschtassen und Badewannen verlegt werden, und auch nicht unbedingt in Bereiche wo in den Boden gebohrt wird wie WC);  ist man an der Wand angelangt, wird das Gewebe eingeschnitten, der Draht geradegebogen und in der Gegenrichtung zurückgerollt. Auf keinen Fall darf (so sagt Google und auch die mäßige Anleitung) der Heizdraht durchgeschnitten werden, weil dann alles explodiert und sämtliche Materie durch den Heizdraht eingesaugt wird.

Als ich mit meinen Bahnen am Ende angelangt bin, war noch einiges über und nun ist die Vorgehensweise so, dass man den überschüssigen Draht vorsichtig aus dem Gewebe heraustrennt und dann noch irgendwie versucht unterzubringen (an der Wand langlegen..). Allerdings dürfen die Drähte sich auf keinen Fall kreuzen, noch zu nah aneinander liegen, noch zu nah an der Wand liegen usw…so eine Fußbodenheizung ist also ganz schön zickig. Ich bin gespannt, ob das alles so funktioniert und werde dann hier Bericht erstatten. Ich sehe mal zu, dass ich dann auch mal ein paar Bilder mitbringe. Bis die Tage 🙂

 

Kapitel abgeschlossen

Die Baustelle beim Kollegen ist -zumindest für mich- beendet. Morgen ist Einzug und seit Anfang des Jahres haben wir alles gegeben um aus einem alten Schweinestall eine schicke, kleine Wohnung zu machen! Es ist wirklich nicht wiederzuerkennen, und man kann allenfalls erahnen, welche Arbeit drinsteckt.

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vorher – Rohbauzustand, Boden aber schon mit Schweißbahnen versiegelt

Zunächst wurde der alte Stall entrümpelt und die Trennmauern und Tröge dem Erdboden gleichgemacht. Die Löcher zu den Güllegruben wurden abgedichtet und der Putz abgeschlagen (vor Allem geruchstechnische Gründe). Im Bad wurde eine Tür und ein Fenster zugemauert und eine neue Türöffnung samt Türsturz geschaffen sowie eine Zwischenwand entfernt.

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nachher-letzte Restarbeiten

Der Boden wurde mit Trockenestrich gemacht. Dazu wurde der bestehende Steinboden mit Beton auf ein Level gebracht und dann mit Schweißbahnen abgedichtet. Darauf kam eine Ausgleichsschüttung von Ridigur, Dämmschicht aus Schaumkunststoff und schließlich verklebte Rigidur-Gipsfaserplatten. Unter dem Boden konnten praktischerweise auch die Heizungsrohre verlegt werden.

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andere Seite-die Wölbungen der ehemaligen Stalltüren und -fenstern wurden beibehalten

An den Außenwänden wurden Trockenbauwände als Vorsatzschalen errichtet, inklusive Dämmung, Dampfbremse und Beplankung mit OSB-Platten und Gipskarton. Ein Schlafzimmer wurde mit Ständerwerk aus Metallprofilen errichtet und ebenfalls so beplankt. Die Decke wurde mit Holzbalken in Balkenschuhen an den Außenwänden abgehängt. Im Stall ist nämlich eine alte Ziegeldecke, die nicht dadurch belastet werden durfte. Die abgehängte Decke wurde ebenfalls mit Gipskarton beplankt.

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das Bad

Im Bad wurden die zugemauerten Ecken verputzt, Fliesen verlegt und Sanitärobjekte neu eingebaut. Heizungen und Elektrik in der gesamten Wohnung neu; schließlich noch Fußboden verlegt, Malerarbeiten, Ofen inkl. neuem Außenschornstein installiert und, und, und. Rückblickend ging das ja doch alles recht schnell 🙂

Ich war nur ein kleines Rad im Getriebe; am Anfang habe ich die Maurerarbeiten gemacht (zugemauert, verputzt, Türsturz eingebaut) und beim Trockenbau mit beplankt. Weiterhin die Elektrik bis zur Verteilung installiert und mich dann einige Tage im Bad ausgetobt: Wand- und Bodenfliesen verlegt, Reibeputz aufgetragen und schließlich noch Duschkabine aufgebaut und Silikonfugen gemacht.

Das mit dem Reibeputz war eine schöne Sache: Den gibt es als Fertigmischung, er wird dann in Kornstärke (hier: 2mm) aufgezogen und nach einigen Minuten mit dem Reibebrett mit der gewünschten Struktur versehen. Mal was anderes als Tapete.
Zum Nachmachen gibt es eine schöne Anleitung hier.

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beim Auftragen des Reibeputzes im Bad

Apropos Tapete: Am Ende war -wie das immer so ist- etwas Zeitdruck bis zum Einzug, so dass man sich gegen klassische Rauhfaser und für Streich-Rauhfaser entschied. Das ist im Grunde eine Wandfarbe mit darin enthaltenen Holzstückchen. Sie wird dann gut aufgerührt und mit der Rolle an die Wände gebracht. Rein optisch sieht das Ganze tatsächlich aus wie Rauhfasertapete. Der Nachteil ist, dass sie gewisse Sachen nicht ganz so gut überdeckt wie richtige Tapete (zum Beispiel die Eckschienen) und man  beim Anfassen schon merkt, dass es „nur“ Farbe ist.

Etwas vermissen werde ich sicherlich das „Catering“ der Außenbaustelle, denn die Oma verwöhnte uns mit guter Küche und Sachen, die ich teilweise schon lange nicht mehr gegessen habe wie Bottermelksannballerse und Schnippelbohnen, Grünkohl oder Backbirnen.

Aber nun habe ich wieder die Zeit, zuhause weiterzumachen und ich werde mich ab nächster Woche intensiv dem Dachbodenausbau widmen. Dann werde ich auch wieder etwas detailliertere Arbeitsschritte zeigen können, und ich bin selber schon sehr gespannt, wie es mal wird! Man hat ja ein Bild im Kopf, wie es wohl fertig aussieht; mal schauen, ob Realität und Vorstellung sich schließlich decken.

Euch ein schönes Wochenende; ich schließe heute Kapitel Auswärtsbau und öffne Dachbodenprojekt: Bauabschnitt II 🙂

 

Blutige Preisvergleiche

Wie angekündigt geht es mit großen Schritten weiter unterm Dach! Nachdem der letzte Rest Dampfbremsfolie unter die Decke zum Spitzboden getackert wurde (Ränder liebevoll verklebt mit dem ebenfalls schnäppchenhaften Knauf-blau-Klebeband für knapp 25 Euro), habe ich Reihe für Reihe Direktabhänger angebracht:

Direktabhänger
Direktabhänger zur Aufnahme der CD-Profile

Ich hielt es zunächst für eine gute Idee, die Abhänger schonmal in Form zu biegen (so wie die oberen im Bild), ratschte mir dann an so einem Ding den Kopf auf und verlor eine nicht unbeträchtliche Menge Blut. Also, guter Rat in die Runde, die Abhänger erstmal flach lassen. Damit die Profile nachher schön in Waage sind, bietet es sich an, auch die Direktabhänger in waagerechten Reihen zu montieren. Unterstützung leistete mir dabei eine freundliche Leihgabe des Kollegen Herrn Walkenhorst, der einen Rotationslaser sein Eigen nennt:

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Echt Laser!

Ein solcher Laser nivielliert sich selbst, d.h. stellt sich motorisch in Waage und schickt dann einen rotierenden Laserstrahl an die Wände, der überall die gleiche Höhe hat. So spart man sich das Ausrichten der Direktabhänger mit der Wasserwaage und es ging tatsächlich flott von der Hand. Das Gerät hat auch einen Empfänger, der piept wenn man die richtige Höhe erreicht hat.

Ich dachte übrigens, Laser ist Laser, und hatte gehofft, auch vertikale oder schräge Projektionen machen zu können. Mit einer schrägen Projektion im Winkel der Dachneigung hätte ich fabelhaft die Höhen der Profile in den Abhängern ausrichten können.  Leider kann dieser Laser nur die Horizontale; was ich brauche ist eigentlich ein Gerät, dass auch vertikal oder Schrägen projizieren kann. Boels hat sowas in High-Tech im Verleih für schlanke 72 Euro am Tag (wenn ich auch zu solchen Preisen vermieten würde, wäre jemand anders auf meinem Dachboden zugange und ich aalte mich am Badestrand), aber für nochmal rund 70,- drauf könnte ich mir auch dieses Set von Bosch besorgen: (Klick), der kann auch Schrägen, ist vielleicht nicht ganz so heavy-duty aber könnte für meine Zwecke reichen. Ich werde mal recherchieren.

Zum Schluss noch ein Aufreger zu meinem Lieblingsthema Baumärkte: Ich habe nicht genug Direktabhänger besorgt und beim Baustoffhändler waren sie dann auch ausverkauft. Da dachte ich, holen wir mal ein paar aus dem Baumarkt. Dort waren die Dinger tatsächlich mehr als 6x so teuer:

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Unten der Preis von meiner Rechnung (zugegeben recht günstig), oben der Preis im Baumarkt. Un-glaub-lich.

Für die drei Packungen, die ich verbaut habe, hätte ich damit nicht 48 Euro, sondern 297 Euro bezahlt. Dafür bekommt man schon einen schönen Laser 😉

 

Zahnputzbecher

Die Hälfte der Dachschrägen ist nun schon beplankt und es geht nach einigen Startschwierigkeiten nun auch ganz gut von der Hand; wobei da ist noch Luft nach oben, gerade was die Schrauben angeht.

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Na, wird doch?

Um mal einen Vergleich zu haben: Es gibt nich vieles, was mich nervt. Aber äußerst nervig finde ich beispielsweise, wenn morgens beim Zähneputzen ein Zahnputzbecher laut klappernd  ins Waschbecken fällt. Dann ist der Tag gelaufen. Und so ähnlich ist es mit Schrauben, die nicht rein gehen. Mit welchen Schrauben werden CD-Profile in Direktabhänger geschraubt? In Baumärkten (ok, das heisst nichts…), aber auch in manchem Baustoffhandel behaupten die Verkäufer, man würde da keinen Unterschied machen und einfach die selben Schrauben nehmen, mit denen man Gipskartonplatten an die Profile schraubt (Trockenbauschrauben mit Senkkopf und Feingewinde). Aber das ist einfach ein Irrtum! Blech und Blech wird erstens nicht mit einem Senkkopf verbunden, das wird jeder Schlosser und sonstige Metaller mir bestätigen. Es muss ein Linsen- oder Flachkopf sein, damit die Schraube richtig am Blech anliegt und es kein ‚Spiel‘ mehr hat. Wenn man die Profile so verbindet riskiert man, dass die ganze Bude klappert, wenn man die Tür zuschlägt (und Türen werden schonmal zugeschlagen bei zwei Kindern-jetzt schon, und ich will gar nicht an die Pubertät denken!)

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U-Profile: Hier kommt dann mal die Trennwand hin

Noch schlimmer ist aber das Einschrauben. Man muss einen gewissen Druck aufbringen, damit die Schraube sich überhaupt ins Blech bohrt, und den kann man in der Dachschräge an besch ungünstigen Positionen nicht immer ausüben. Das heisst, das Profil ist im Abhänger milimetergenau justiert, man nimmt die Schraube und drückt mit dem Schrauber verkrampft gegen das Konstrukt, minutenlang jackelt die Schraubenspitze an der gewünschten Position vorbei und nach 400 Umdrehungen greift die dritte Schraube dann, unsereins schweißgebadet, das Profil-naja ungefähr da fest, wo es soll. Das ist genau so nervig wie der Zahnputzbecher!

Das kann so nicht sein. Ich habe dann mal vorgebohrt, das war ok, aber ist doppelte Arbeit, und ich habe noch keinen Trockenbauer irgendwas vorbohren sehen. Dann habe ich kleine Blechschrauben mit Bohrkopf benutzt, die ich noch über hatte, das war schon besser, und damit habe ich immerhin fast zwei von vier Dachteilen geschafft. Aber richtig toll ist es immer noch nicht, und ich denke, ich werde morgen mal Würth aufsuchen und mir die beste, aber auch bezahlbare Schraube für diesen Zweck zeigen lassen. Bericht folgt.

Nun noch die Sache mit dem Laser. Ich habe mir tatsächlich einen Kreuzlinienlaser gekauft. Das Ding kann ein Kreuz oder eine horizontale oder eine vertikale Linie projizieren, genauso wie ein Lot (Laserpunkt unten und oben). Die Justierung erfolgt, anders als beim Rotationslaser, nicht motorisch, sondern er pendelt sich schwerkraftmäßig ein. Mit der LOCK-Funktion kann man das Kreuz dann ‚einfrieren‘ und den Laser an der Schräge benutzen, so wie es für meine Zwecke ideal wäre.

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Laser in der Wandhalterung

 

Wann ist aber eine Laser-Ebene parallel zur Dach-Ebene? Meine Güte, das ist ganz schön tricky! Zunächst dachte ich, den Dachwinkel kann ich einstellen, indem ich die Laser-Halterung nehme und an einen Sparren schraube. Der Laser hält allerdings nicht den 90°-Winkel, sondern kippt mechanisch noch etwas weiter. Das heißt, der Laser auf der Halterung hat einen anderen Winkel als die Halterung selbst. Liebe Bosch-Leute, falls das hier einer liest, das müsste man mal optimieren.

Man kann den Laser aber in der Halterung mit ein paar Brettchen ausrichten, und hat dann schonmal den Winkel der Dachschräge. Nun muss der Laserstrahl aber auch parallel mit dem Dach verlaufen, d.h. das Gerät darf nicht schräg auf der Halterung sitzen. Da habe ich mir nach vielen Experimenten ausgedacht, dass am Boden und an der Decke jeweils eine parallele Laserlinie (parallel zu den Sparren) verlaufen muss. Als letzte Überprüfung noch die Abstände Laserlinie-Sparren ausmessen, die müssten dann, wenn die Sparren nicht völlig schief sind, alle um den gleichen Wert herum liegen. Wenn sie vom Laser weg immer ansteigen bzw, kleiner werden, steht der Strahl schief.

Eigentlich bräuchte man einen 3D Laser! Wenn der Strahl endlich ausgerichtet ist, kann man die Profile ausrichten (nicht direkt auf die Profile peilen, sondern z.B. +5cm) und festschrauben. Ich habe diesen Vorgang dann Stück für Stück opimiert. So bin ich irgendwann dazu übergegangen, das obere und untere Profil zu befestigen und dann mit Schraubzwingen ein Richtscheit daran anzubringen, um alle Zwischenlatten noch besser ausrichten zu können. Und schließlich kann man die Profile gut vorjustieren, wenn man eine dünne, lange Schraube oder einen Inbusschlüssel davorsteckt (in die Löcher des Direktabhängers). So hat das Profil einen Anschlag und man kann besser schrauben, ohne dass es sich verschiebt. Aber das mit den Schrauben muss besser werden, morgen schaue ich nach den idealen Schrauben und ich werde es hier verbreiten!

Entschuldigung, wenn ich so viel schreibe, aber diese Informationen findet man nicht im Internet! (oder ich nicht).

Apropos Internet: Vor ein paar Blogs habe ich über das Schneiden von Metallprofilen sinniert. Tatsächlich geht das mit einer vernünftigen Blechschere doch ziemlich gut. Erst die schmalen, dann die breite Fläche einschneiden. Kein Lärm, keine Hitze, kein Geflexe, hier im Bild:

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Profile schneiden mit der Blechschere

 

Und noch eine Erkenntnis: Senkrechten mit der Wasserwaage in Dachschrägen ausrichten funktioniert nicht! Mein U-Profil für die spätere Trennwand hatte ich mit Richtscheit-Wasserwaage in der Schräge ausgerichtet, und heute habe ich gemerkt dass es eben nicht senkrecht, sondern ordentlich schief war. Irgendwann fängt sich die Wasserwaagenblase wahrscheinlich waagerechte Anteile ein und das Messergebnis ist für die Katz. Also muss man es im Grunde so machen:

Für eine Trennwand sucht man sich eine Referenz, zu der die neue Wand rechtwinklig sein soll. Daraus kann man mit Pythagoras den rechten Winkel ermitteln (Beispiel: Eckpunkt festlegen, 1m an der gegebenen Wand abmessen, 1m in Richtung neuer Wand breit markieren, zwischen den Punkten muss -Wurzel c²= 1,41m liegen.) Trennwandlinie auf dem Boden einzeichnen und dann an der Decke fortführen (z.B. per Laser-Linie oder Lotpunkte). Den Wandverlauf idealerweise mit Schlagschnur markieren.

Auf den Linien werden dann die U-Profile, wegen Trittschalldämmung mit Dichtungsband beklebt, aufgeschraubt, und später C-Profile senkrecht eingestellt. Beplanken, und fertig ist die Trennwand.

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Haut nicht hin; Wasserwaage senkrecht in der Schräge

Apropos Linien: Da habe ich doch gestern meinen Nachbarn getroffen, dessen Großeltern mal in unserem Haus gelebt haben. Er hat noch ein Bild vom Haus im Originalzustand, das will er mir demnächst mal zeigen- und erzählte mir dabei, dass unser Haus nur durch einen Glücksfall noch steht: Im zweiten Weltkrieg ist eine Bombe ins Dach eingeschlagen (der besagte Nachbar saß unterm Küchentisch), die aber ein Blindgänger war. Wow! Oben wohnten seine Großeltern, unten zwei taubstumme Brüder, die Barkhauser Schuster. Die Schusterwerkstatt ist vom Mobiliar her noch Original, dort habe ich jetzt meine Werkstatt. Oben unterm Dach wohnte der Onkel (und auch wohl mal eine gewisse Friderieke, denn das ist in den Dachziegeln eingeritzt) in einem einfachen Verschlag, von dem ich auch die Reste im Zuge der Dämmung entfernt habe. Ich finde das ziemlich spannend-ein Haus voller Historie! (Ein Neubau wird diesen Flair ürigens nie haben). Barkhausen ist übrigens generell ein sehr geschichtsträchtiger Ort, und nachdem ich den Bildband nun durch habe, legte ich mir die Orts-Chronik zu. Aber nirgendwo ein altes Bild von unserem Häuschen! Ich bin gespannt, wenn ich bald eins zu Gesicht bekomme.

Nun haben wir aber alles besprochen für heute, lieber Leser, Sie und ich, wir werden das schon hinkriegen mit diesem kleinen Projekt.  Und wie immer gilt der Grundsatz: Warten Sie ab, wenn erstmal Farbe drauf ist!

 

 

Grüße nach Künzelsau!

Ich gebe zu, dass mein Verhältnis mit dem großen Schraubenmogul aus Künzelsau nicht immer unbelastet war. So musste ich mich zuletzt über den Preis für einen Karton Bohrschrauben für Siebdruckplatten ärgern, die deutlich über Markniveau lagen („ja, Ihre Prozente haben wir berücksichtigt!“). Ich habe mir dann geschworen, nie wieder nur noch wenn es unbedingt sein muss dort einzukaufen, obwohl ich als Entschädigung für den vermeintlichen Wucher ein Paket Kabelbinder und eine Dose Montagespray geschenkt bekommen habe.

Nun, über die Preise kann man sagen was man will, aber es hat sich mal wieder gezeigt, dass den Künzelsauern qualitativ keiner was vormacht. Denn ich habe die Traumschraube für meine Profile gefunden! Tatatataaaaaa:

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Das Ei des Kolumbus

Ich weiß nicht, warum ich mich tagelang mit diesen jackeligen Kompromissschrauben herumgeärgert habe! Das ist das Ding! Direktabhänger an Profil, Schraube angesetzt (passt auch in meinen Magnet-Trockenbaubit mit Tiefenanschlag) und der phosphatgestählte Präzisions-Schraubenkopf gleitet in das Material wie das heiße Messer in die Butter.

Zur Sicherheit hatte ich mir auch Schrauben mit Bohrkopf besorgt, aber die habe ich nichtmal gebraucht! Ich bin immer noch ganz begeistert. Ähnliche Baugefühle hatte ich höchstens noch beim Klebeband Tescon No.1 .

Also, liebe Baustoffhandelberater und Baumarktmitarbeiter, die dieses hier zufällig lesen!  Kleben anstatt Bohren ist meistens Mist    Die Schraube zur Verbindung von Metallprofilen im Trockenbau oder zur Verbindung von Direktabhängern mit Profilen ist nicht die Schraube, die man auch zur Verbindung von Gipskartonplatten und Ständerwerk benutzt. („Das ist alles dasselbe. Da gibt es nix spezielles.“) Erstens hat diese einen Senkkopf und zweitens geht sie schlechter rein! Man nehme Ständerwerksverbindungsschrauben, zum Beispiel von Würth.

Übrigens habe ich mir einen Wolf danach gegoogelt, 0hne was zu finden. ABER VIELLEICHT ÄNDERT SICH DAS JA JETZT Schraube Schraube Schraube Hashtag Hashtag Metall Profil Verbindung Schraube Direkt Schraube Schraube Abhänger Super Schraube Geht Rein Wie Nix Hashtag Hashtag.

 

Der kleine Unterschied

dannwollenwirmal…sehen, wie kundenorientiert der Baustoffhändler Leymann so ist. Ich wollte nämlich heute mit der Trennwand anfangen und anstatt der dafür benötigten UW-Profile zum Verschrauben an Boden und Decke wurden leider CW-Profile geliefert (außer zwei Stück, die waren richtig, aber die restlichen 16 leider falsch). Der Unterschied ist klein, aber entscheidend:

uwcw
oben: UW, unten: CW

CW-Profile passen nicht in CW-Profile. Jedenfalls nicht ohne basteln und drücken und mit Ausbeulen.

Pikant ist nun, dass ich die beiden 4m langen Bündel weder alleine die Treppe runtertragen noch im Auto transportieren kann (4m durchs Schiebedach ist auch grenzwertig). Ich habe nun angerufen und man kümmert sich-mal sehen was passiert. Die wissen ja nicht, dass ich darüber blogge und der Vorgang nun gespannt von Millionen von Lesern verfolgt wird… 😉

 

Die Wand

Da sich sicherlich viele fragen wie die Geschichte vom letzten mal ausgegangen ist: nach wenigen Minuten erhielt ich einen Rückruf, und am nächsten morgen war ein Leymann-Mitarbeiter bei mir, der mir half, die falschen Profile runter- und die neuen hochzutragen. Das nenne ich Service! Man stelle sich das Ganze an der Baumarkt-Info vor! Nach drei Monaten die falschen Profile reklamieren und dann noch Hilfe anfordern, undenkbar. Also, wieder ein Grund für den Baustoffhändler! Über Qualität und Preise hatten wir ja schon gesprochen…

Trennwand Trockenbau
Die Wand ist da!

Dank der nun richtigen UW-Profile konnte ich munter weitermachen und tatsächlich steht die Trennwand nun und ist auch schon von einer Seite beplankt. Der Sicherungskasten (mittig im Bild) ist ehrlicherweise etwas groß geraten für einen FI und drei Automaten. Aber so kann man mal nachrüsten, vielleicht gibt’s ja mal eine Leuchtreklame oder animierte Weihnachtsbeleuchtungen 🙂

Dichtungsband UW-Profile
Aufkleben des Dichtungsbandes

Die umlaufenden UW-Profile wurden übrigens alle mit Dichtungsband beklebt, um die Trennwand schallmäßig von Boden und Decke (einigermaßen) zu entkoppeln. Am Schornstein wird übrigens nichts befestigt oder reingebohrt, da dieser so heilig ist wie in Indien die Kühe.

Hier noch die Trennwand von der Rückseite:

Trennwand  Trockenbau
Trennwand von der Rückseite

Nachdem die beklebten UW-Profile an Boden und Decke (bzw. Dachschrägen) befestigt sind, werden die „Steher“ (CW-Profile) im Abstand von 60 cm hineingestellt, senkrecht ausgerichtet und mit diesen Schrauben mit den UW-Profilen verschraubt. Alternativ gibt es auch Crimpzangen dafür, oder sie werden mit normalen Trockenbauschrauben durch die GK-Platte hindurch verschraubt. Das Errichten der Wand ging dann auch erstaunlich schnell.

Für die Türöffnung gibt es normalerweise extra-stabile Türprofile anstatt CWs, da ich dafür aber zu geizig da ich diese aber nicht hatte, habe ich die CWs in feinster Handwerkskunst selber stabilisiert (Holz habe ich ja noch genug da oben! Besser verbauen als runtertragen):

Alternative UA-Profil
Alternative zum UA-Profil: Mit Holz ausgesteiftes CW-Profil

Apropos Tür: Den Türsturz kann man aus UW-Profil leicht selber machen. Dazu wird er in der Türbreite eingeschnitten, gekantet und dann an die Steher geschraubt:

Türsturz Trockenbau
Türsturz

Über dem Sturz verleiht ein CW-Profil dem Ganzen zusätzliche Stabilität und dient gleichzeitig zur Aufnahme der GK-Platten.

Trennwand Dachschräge
Detail: Anbindung der Trennwand an die Dachschräge

Spätestens beim Festlegen der Höhe für den Türsturz muss man sich übrigens für den späteren Fußbodenbelag entscheiden. Die Türhöhe ist 2005mm über dem fertigen Fußbodenniveau. Ein Meterriss erleichtert dabei das Festlegen der Höhen für Türöffnungen, Steckdosen, Schalter usw. Ich habe vom jetzigen Rauhspund eine Aufbauhöhe von 26mm eingeplant. Das sind 21mm Holzdielen und 5mm Trittschalldämmung. Ja, damit wird es wohl auf Holzdielen hinauslaufen. Es steckt so viel Mühe und Herzblut in diesem Bau, dass ich dann irgendwann nicht am Fußboden spare und 1,99€-Buchenlaminat verlege. Außerdem haben wir im Erdgeschoss auch Kiefern-Holzdielen und dann ist das auch historisch alles in Ordnung.

Nun werde ich noch die Elektrokabel zuende verlegen (sollte man eigentlich in Leerrohren machen. Ich habe die scharfen Kanten der Profile und Durchführungen dafür mit dem Rest Dichtband entschärft), dann kommt die Isolierung zwischen die Profile und schließlich wird der Rest beplankt. Stay tuned 🙂

 

 

 

Einen am Kopp.

Beim Sehtest zum LKW-Führerschein steckt man den Kopf in eine runde Schale, auf die Lichtpunkte projiziert werden (meine Mutter schläft dabei immer ein, stelle ich mir auch lustig vor). Dabei ist bereits vor einiger Zeit herausgekommen, dass mein oberes Gesichtsfeld eingeschränkt ist. Ich sehe dann vieles nicht, was über mir passiert. Das hat wenig Folgen für den Straßenverkehr, aber ich stoße mir ständig irgendwo die Birne. Bei meiner Dachbodenbaustelle hat das noch eine andere Qualität, weil dort scharfkantige Profile sind; und siehe da: nach meiner letzten Blessur hat es mich nun wieder mal getroffen und ich trage eine neue, dekorative Narbe und habe nun beschlossen, immer fast immer meistens regelmäßig mit Helm dort zu arbeiten.

Dachboden Isolation 40mm
Trotz am Kopp: noch ganz dicht.

Währenddessen habe ich die letzte Isolierungsschicht abgeschlossen; zwischen bzw. hinter die Metallprofile an der Decke und den Schrägen gibt es nun noch eine Schicht Steinwolle „Trennwandplatte“ in 40mm Stärke, um auch die letzten Kältbrücken der Sparren abzudecken, im U-Wert noch ’ne Schippe draufzulegen und auch im Winter dort oben zu schwitzen. Ohne Heizung! Die Heizung muss man dank der astronomisch dimensionierten Isolationsschicht nur einschalten, wenn uns ein sibirischer Sturm heimsucht oder das ganze Haus wegen einer Erdplattenverschiebung in Richtung Nordpol abdriftet.

Rigips Profil
Und die ersten Platten sind dran, hurra!

Ich bin froh, dass ich auch die Steinwolle geschafft habe, wobei sie gefühlt etwas „angenehmer“ ist als Glaswolle. Obwohl, eigentlich egal. Pest und Cholera. Hausfrauentip: Nach dem Kontakt mit Glas- bzw. Steinwolle, also wenn alles piekt und juckt, nicht warm duschen, sondern kalt, da sich durch das warme Wasser die Poren der Haut öffnen und die stechenden Teilchen erst recht in die Haut kommen. Dort wandern sie dann umher, bauen Nester, legen Eier und schließlich besteht man fast nur noch aus Glaswolle, ist aber dafür gut isoliert und kommt schön warm über’n Winter.

 

 

Überraschungspreis

Für einige Irritationen der Leserschaft sorgte das Bild vom letzten mal, dass eine Beplankung mit Gipskarton direkt auf der Isolierung zeigte. Einige Leser meinten, man könne sich die Platten sparen und die Steinwolle direkt weiß streichen bzw. tappziern, einige wunderten sich, dass Isolierung ohne Dampfbremse zu sehen ist:

Rigips Profil

Während ich den ersten Einwand absolut nachvollziehen kann (die Steinwolle macht sich auch akustisch gut! Im Moment ist das ein schalltoter Raum da oben), muss ich zu Letzterem sagen, dass unter bestimmten Voraussetzungen eine Isolationsschicht vor die diffusionshemmende Schicht gebracht werden darf.

Nach DIN 4108-3 gibt es die sogenannte 20%-Regel (oder auch 1/3 zu 2/3), die besagt, dass 20% des Isolierstoffes vor der Dampfbremse liegen dürfen (teilweise wird dieses Verhältnis sogar als optimal eingestuft). Der Grund ist, dass diffundierender Wasserdampf nach 1/3 Diffusionsschicht den Taupunkt erreicht.

Nun, also ehrlich gesagt verstehe ich es auch nicht so richtig. Dass es so ist, beweisen aber u.a. folgende zwei Links, mit denen man sicher auch tiefer in die Materie einsteigen kann:

http://www.ing-büro-junge.de/html/geneigtes_dach.html

http://www.wissenwiki.de/Bauphysik_Sanierungs-Studie#Goldene_Regel_1.2F3_zu_2.2F3

Vielleicht liest ja jemand mit, der es gut erklären kann. Für eine verständliche Erklärung würde ich einen Überraschungspreis aussetzen! Also dann mal los…

 

Ooops…!

Aus der Reihe „Heimwerker-Anekdoten“: Meine näheren Verwandten hatten im Wohnzimmer (abgehängte Decke) drei LED-Einbauspots der ersten Generation, über die man sich schon seit Anbeginn ärgerte (Helligkeitsstufe Glühwürmchen und Lichtfarbe Leichenhaus) und die nun auch gar nicht mehr funktionierten. Ich habe großspurig angeboten, diese auszutauschen. Wir besorgten Neue und durch das Loch des mittleren Spots konnte ich den alten Trafo erreichen. Diesen nam ich heraus und als ich vorsichtig an der Zuleitung zog, hörte ich irgendwann das Geräusch, das entsteht, wenn man einen Stecker aus einer Steckdose zieht. Den Stecker hatte ich in der Hand, die vermeintliche Steckdose befand sich über der abgehängten Decke etwa zwei Meter entfernt in Richtung Raummitte, also unerreichbar für den Anschluss des neuen Trafos. Wie unangenehm! Wie dieses Debakel gelöst werden konnte, erzähle ich nächstes mal (muss ja spannend bleiben 🙂 )

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Na, wird doch!

Aber das nur am Rande, denn: wie die obige Abbildung beweist, habe ich eine Dachseite schon fertig beplankt! Auch die Dachfenster, vor deren Einkleidung ich erst etwas Respekt hatte, erwiesen sich als wenig problematisch.

Ich habe rundherum den selben Winkel gewählt; vom Fenster aus einen rechten Winkel und dann die GK-Platte jeweils 15cm schräg nach außen laufen lassen. Wenn an der Auflagestelle nicht gerade ein Profil war, habe ich dort eine Holzlatte aufgeschraubt. Die zugeschnittenen Platten wurden dann am Fenster in die dafür vorgesehene Nut geschoben (wie beim Saugblaser Heinzelmann) und dann an der Latte verschraubt. Die Teile habe ich etwas länger gelassen als nötig:

Dachfenster GK
Seitenteile, etwas länger als nötig

Dann wurde rundherum die Schräge beplankt, und nachher konnten die Dachfenster-Seitenteile bündig abgesägt werden für einen guten Übergang:

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Angleichen mit der Säge

Ich werde später an den Kanten Putzschienen einarbeiten, habe aber neulich gehört, dass die wahren Profis sowas mit Gipskarton-Falttechnik machen. An der Kante wird eine V-Fräsung vorgenommen und dann die kartonierte Seite über die Kante gefaltet. Ich denke, dazu gehört schon etwas Übung und spezielles Werkzeug.

Anspruchsvoll war übrigens auch das Einpassen der Deckenbalken:

Deckenbalken Gipskarton
Deckenbalken in Gipskarton

Da musste ich schon ein wenig überlegen, welcher Schnitt wie und wo gemacht werden muss, um die Balken in einem Guß einzupassen und nicht stückeln zu müssen.

Gipskarton-Hobel
Gipskarton-Hobel

Eine gute Hilfe war mir neben der Säge übrigens auch der Gipskarton-Hobel. Da kann man mal eine Kante sanft bearbeiten oder auch die Schrägen für die Fugen machen. Denn was ich auch früher nicht wusste: wenn man zwei ’stumpfe Kanten‘, also geschnittene GK-Kanten aneinander stoßen lässt, müssen diese angeschrägt werden, damit der Fugenspachtel vernünftig hält und man eine saubere Verspachtelung hinbekommt. Das lässt sich entweder mit einem Cutter, oder eben auch gut mit einem solchen Hobel machen.

Beim nächsten mal erfolgt dann Teil II der bewegenden Geschichte „Der verschollene Lampenanschluss“. Musste die Decke aufgestemmt werden? Eine Kernbohrung vom Stockwerk drüber? Oder ein Schlitz, der nun mit Efeu kaschiert ist? Bleiben Sie dran und erleben Sie einen packenden Thriller, in der Hauptrolle wie immer Gérard Depardieu als Angela Merkel.

 

 

 

Wie es wirklich war

Also, die dramatische Geschichte vom letzten Mal ging wie folgt zuende: Auf der Suche nach dem Lampenanschluss unter der abgehängten Decke wurden auf der gesamten Decke 30 cm breite Schlitze gefräst, und zwar zwei Schlitze pro Meter, und zwar in beide Richtungen. Die so schachbrettartig umgestaltete Decke wurde daraufhin nach dem Lampenanschluss abgesucht, dieser konnte jedoch nicht gefunden werden.

Aus dem Stockwerk darüber wurden nun im Abstand von 75 cm Kernbohrungen durch die Zwischendecke vorgenommen, um den Lampenanschluss erreichen zu können. Ungünstigerweise wurde zwei mal das falsche Zimmer durchlöchert. Beim dritten Versuch dann wurde zwar das richtige Zimmer gefunden, aber der Lampenanschluss konnte abermals nicht entdeckt werden.

Ein eilig herbeigerufener Klempner (Jack Nicholson) sowie zwei Trockenbauer (Cameron Diaz, Jan Fedder) und ein Elektriker (John Goodman) waren ebenfalls nicht erfolgreich und erst als die Bundesregierung sich einschaltete und Angela Merkel (Gerard Depardieu) mit EU-Sanktionen gegen den Lampenanschluss drohte und der ehemalige Innenminister Friedrich (Schlagzeuger der Flippers) eine weitere Affäre witterte…

…wachte ich schweißgebadet auf! Alles war nur ein Traum. Mir fiel wieder ein, wie es wirklich war:

Durch das Loch eines Einbauspots machte ich mit dem Handy einen Film von über-der-Decke und entdeckte dabei die Klappdeckelsteckdose in der Mitte des Raumes. An dieser Stelle wurde mit einer Lochsäge ein dekoratives Loch gesägt (60mm) und dann mit einem Zugdraht die neue Trafo-Zuleitung von der Lampe zu diesem Loch gezogen. Mit einer Spitzzange Grillzange wurde der Schuko-Stecker in die Steckdose gesteckt, der Trafo und die Lampen angeschlossen und siehe da: es ward Licht. Und jetzt kommt der heiße Tip: Auf das Loch kommt später ein Rauchmelder 🙂

Baufortschritt
So sieht das aus-Baufortschritt

Ich weiß gar nicht, welche Version des Drehbuchs mir besser gefällt… Oben auf dem Dachboden sieht es jetzt so aus wie im Bild, die Schrägen und Dachfenster des ersten Raumes sind beplankt und auch die Decke ist fertig. Heute widmete ich mich meinen ‚Problemkind‘, nämlich die Einkleidung eines schrägen Balkens im Eingangsbereich. Dort möchte ich den Balken sichtbar lassen, erstens weil es sicher hübsch aussieht und zweitens weil an dieser Eingangs-Schräge ohnehin schon wenig Kopffreiheit herrscht und ich davon nicht noch mehr wegnehmen möchte. Die Aufgabe war also nun, eine Rigipsplatte direkt an den Balken anschließen zu lassen, Profile scheiden wegen der Isolierung und mangelndem Unterbau aus.

Quadratstab
Lösung: Quadratstab

Ich habe mir also einen Quadratstab 14x14mm besorgt und diesen seitlich an den Sichtbalken geschraubt. Wichtig ist dabei vorbohren, weil der Stab sonst sicher schnell durch die Schrauben gespalten wird. Die Größe des Vorbohren richtet sich übrigens immer nach der ‚Seele‘ der Schraube, hat mir mal ein Tischler erklärt. Wenn man’s also genau haben will, misst man mit dem Meßschieber zwischen zwei Gewindegängen  und hat dann die Größe des Bohrers.
Der Quadratstab ist so befestigt, dass die GK-Platte später mit dem Balken abschließt, also gut 12,5mm von der Balkenkante aus.

Trockenbau Balken
Fertig aufgeschraubte Platte

Die zugeschnittene Platte wurde dann am Profil (links) und am Quadratstab (rechts) aufgeschraubt. Für das Befestigen auf Holz benötigt man die Trockenbauschrauben mit Grobgewinde. Da hier sehr nah am Rand der Platte verschraubt wird, habe ich den Akkuschrauber nur für’s ‚Grobe‘ benutzt und die letzten Drehungen mit der Hand gemacht, damit der Plattenrand nicht ausbricht.
Die verschraubte Platte wurde dann mit der Säge und Hobel noch an die Schräge angepasst (also von vornherein etwas breiter lassen) und wird beim Spachteln noch eine Eckschiene erhalten. Da bin ich mal gespannt, wie das nachher wirkt, wenn’s ganz fertig ist – „warte ab, wenn erstmal Farbe drauf ist!“

Ich gehe jetzt noch ein paar Drehbücher schreiben…

 

 

Glühbirnebirnebirne!

Lieber Leser, da wir ja neulich gemeinsam über verschiedene Deckeneinbaustrahler sinniert und zusammen das Drehbuch zum Deckeneinbauthriller durchlebt haben kommt jetzt hier, etwas Off-Topic aber dafür sowas von lebensnah, der Tip für die Dimensionierung von LED-Strahlern: Glühbirnen-Watt mal 10 gleich Lumen der LED! Nicht verstanden? Wenn man früher eine 40W-Glühbirne hatte, kann man die (zumindest was die Helligkeit anbelangt) durch eine LED-Lampe mit 400 Lumen ersetzen. Danke WDR5, da habe ich das gehört. Fand ich wirklich hilfreich, ganz ohne Ironie.

Wobei, eigentlich mag ich ja Glühbirnen sehr gerne. Das warme, flimmerfreie Licht, der leuchtende Wendel, die Wärme, die abgestrahlt wird…das ist irgendwie schon  fast nostalgisch-schön und mit LEDs, oder erst recht mit den unsäglichen Energiesparlampen, nicht zu ersetzen. Und ich mag es auch, eine Glühbirne Glühbirne zu nennen. Über das Wort „Birne“ rümpfen die Pseudoexperten die Nase („Elektrisches Fallobst“-„Birnen gibt’s beim Bauern und nicht beim Elektriker“), aber ich werde nun stolz die Birne Birne nennen, als Hommage an dieses Stück Geschichte, das der EU-Kommission ähnlich wie gewisse Staubsauger, Kaffeemaschinen und Olivenölkännchen zum Opfer gefallen ist.

Eigentlich wollte ich  gar nichts über Lampen erzählen, sondern von meinem Drempel berichten. Der Drempel ist das Stück Wand, wo die Schräge wieder gerade wird, um dort beispielsweise Heizkörper anzubringen oder etwas Stellfläche zu schaffen.

Drempel auslasern
Drempel mit Laser vermessen

Die Höhe des Drempels darf man eigentlich selbst festlegen. Man kann ihn auch ganz weglassen (werde ich an einer Seite auch tun). Es wird empfohlen, die Gipskartonplatten bis zum Boden durchlaufen zu lassen (auch wenn man die strenggenommen nicht sieht) und dann an die fertig beplankte Schräge den Drempel anzuschließen.

Zunächst wird die Lage des Drempels an Boden und Dachschräge markiert. Wenn die Bodenlinie gezeichnet ist, kann man mit dem Laser (Lot-Funktion) daran entlanggehen und die Endposition an der Schräge abtragen. Achtung: An dieser Position endet die spätere Verplankung, das Profil wird entsprechend tiefer angebracht.

Drempel Unterkonstruktion
Unterkonstruktion Drempel

Am Boden wird ein UD-Profil mit Dämmunterlage aufgeschraubt, dort hinein werden CW-Profile als Ständerwerk gestellt und verschraubt. Da ich nur noch wenige 100mm-CWs hatte und noch viele 60mm (falsch bestellt? falsch geliefert? egal…) übrig hatte, habe ich die äußeren Steher mit 100mm gemacht (und an der Wand verschraubt) und alles dazwischen mit 60mm CWs, allerdings quer ins UD-Profil gestellt. (Ich verfalle grad in die Handwerkersprache! Doppelt aufgedoppelt und bündig abgeklöppelt, dabei die Muffe gekörnt und die Schelle gebogen! Verzeihung. Aber man sieht ja im Bild, was gemeint ist).

Die Steher werden alle gleich lang geschnitten, darauf wird dann das obere UW-Profil gelegt und es ist dadurch schon einigermaßen gerade. Finetuning auch hier mit dem Laser, und dann wird das obere Profil in der Kante mit der Schräge verschraubt. Zwischendurch immer wieder die Senkrechte mit der Wasserwaage kontrollieren, denn man neigt dazu, das obere Profil durch die Schrauben nach oben zu ziehen und dann wird der ganze Drempel schief.

Heizkörper Halerung Drempel
Halterungen für den Heizkörper

Mein Onkel hat mir aufgetragen, in den Drempel stabile Halterungen für den späteren Heizkörper einzubauen, und früher hieß es immer „Tu schön was der Onkel sagt!“, also habe ich das lieber mal gemacht.

Heizkörper auf Gipskarton ist eine blöde Idee, deshalb wurden an den vorher definierten Positionen Latten in die Profile eingeschraubt, und diese habe ich zusätzlich noch mit einer schrägen Latte Richtung Boden abgefangen (Holz auf Gehrung gesägt, vorgebohrt und angeschraubt). Der Heizkörper wird dann durch den Gipskarton ins Holz befestigt und das hält deutlich besser.

Generell sollte man an Stellen, an denen später Regale, Hängeschränke usw. montiert werden, Holz einarbeiten oder direkt eine Holz-GK-Kombi anbringen. Es gibt zwar Hohlwanddübel und Gipskartondübel, und es gibt auch Gute (da sind wir wieder bei Würth!), aber für richtig schwere Lasten ist Gipskarton einfach nicht gedacht.

Drempel
Da ist er!

Oben sieht man den fertig beplankten Drempel. Ist er nicht wunderschön? Und wenn erstmal Farbe drauf ist!

Beim Spachteln wird am Übergang Drempel-Dachschräge ein Bewehrungsstreifen mit eingespachtelt, damit hier keine Risse entstehen. Als Drempelhöhe habe ich hier übrigens 80 cm gewählt. Das hatte den Grund, das in der Ecke rechts im Bild auf dem Boden ein Balken verläuft, mit dem der Dachstuhl mal verstärkt wurde. Um diesen Balken im Drempel integriert zu haben, mussten es mindestens 80 cm Drempelhöhe sein. Es ist aber eine ganz passable Höhe; nicht zu hoch und damit zu viel Platzverlust, und nicht zu wenig und damit die Möglichkeit, Heizung, Steckdosen usw. komfortabel einbauen zu können.

So, und hier (und hier! und hier auch! und da gibt’s auch welche! und hier noch!) gibt’s noch Glühbirnen. Das muss aber unter uns bleiben!

 

 

Zuhause im Glück

Am vergangenen Dienstag wollte es der Zufall, dass ich abends vor dem Fernsehgerät saß und tatsächlich bei VOX und der Sendung „Zuhause im Glück“ hängengeblieben bin. Nachdem ich meine bessere Hälfte davon überzeugen konnte, blieb ich dran, denn was mich an diesen Sendungen reizt, ist die Möglichkeit, den einen oder anderen handwerklichen Tip zu bekommen. Generell klaue ich mir alle meine ‚Skills‘ zusammen, sei es bei Youtube, in solchen Sendungen, oder einfach das genaue Studieren fertiger Räume in Ferienwohnungen, öffentlichen Gebäuden usw. Oder nötigenfalls sogar das oblatendünne Halbwissen in diversen Internetforen.

Tatsächlich habe ich in den 90 Minuten, die diese Sendung dauert, etwa 1,3 Sekunden eine Maurerkelle sehen können. Das handwerkliche Abguck-Potential reduziert sich also tatsächlich auf ein Minimum und man muss schon sehr genau schauen und höchst wachsam sein, um zufällig einen gelungenen Handgriff im Hintergrund zu erblicken.

Aufgebaut sind diese Sendungen ja immer gleich, schon damals bei Tine Wittler oder Ernie van de Majglökjes(?) greift man für den krassen Vorher-Nachher-Unterschied in die filmische Trickkiste. VORHER wird mit einer großen Brennweite und mittlerweile sogar mit einer Art Graufilter gefilmt, so dass selbst Schloß Sanssouci wie eine desolate Bruchbude aussehen würde. Gerne werden Ecken mit abgebröckeltem Putz oder krummen Nägeln gesucht und per Großaufnahme in Szene gesetzt. NACHHER wird per Weitwinkel eingfangen (allein das macht alle Räume schonmal doppelt so groß), und die Farben leuchten nur so aus dem Fernseher. Musikalisch sorgt die Totenmesse vs. Freude-schöner-Götterunken auch für einen ordentlichen Kontrast in akustischer Hinsicht.

Die betroffene Familie hat idealerweise diverse Gebrechen, haufenweise Schulden oder unheilbare Schicksale und sieht oft so aus, als ob die bald renovierte Bude in vier Tagen wieder genau wie vorher zugerichtet wird. Einige herzzerreißende Interviews werden aufgezeichnet und dann die Mischpoke in ein Hotel verfrachtet.

Nun ist erstmal Action angesagt. Langweilig wäre, wenn nur einer kommt und die Fußleisten ausbessert. Also werden vor allem gerne Wanddurchbrüche eingeplant (sind die nötig? Egal!), denn hier kann mit schwerem Gerät wie Vorschlaghammer und Abrißbirne alles umgerissen werden. Die stets gutgelaunten Handwerker gehen dann fröhlich ans Werk. Die Moderatorin stakselt topmodisch und vor allem blitzsauber gekleidet („die packt auch selber gerne mal mit an!“) durch die Szenerie. Eventuelle Konflikte sind derart inszeniert, das es schon weh tut und bauliche Grundregeln werden gerne mal ausgehebelt. Oder wie schafft man es, an Tag eins den Estrich zu gießen und zwei Tage später die Fliesen fertig zu haben? Muss da nichts trocknen oder werden diese Serien in einer Schutzatmosphären-Kuppel gedreht?

Nach ein paar Tagen kommt dann die sicherlich überhaupt nicht inszenierte Erkenntnis, dass die Zeit nicht reicht/es Probleme gibt/man mehr Handwerker braucht. Moderatorin/Innenarchitektin und Moderator/Architekt sowie der Bauleiter halten eine Krisensitzung. Verzweifelte Handwerkerblicke werden dramatisch aneinandergeschnitten. Überraschenderweise kommt dann Rettung durch herbeieilende Zusatz-Handwerker, die nun aber richtig was wegschaffen, während Moderatrice und Bauleitung bei Ikea Blümchenkissen shoppen.

Und dann diese Überraschungen! Folgende Szene ist mir im Kopf geblieben:

Moderatorin: (fingert umständlich mit dem Plan herum) Hier, da fände ich einen Kaminofen toll! Das ist zwar jetzt sehr spontan, aber meinst Du, das kriegen wir hin?

„Allrounder“ (klingt äußerst auswendiggelernt): Das ist unmöglich, Eva! Das würde bedeuten, dass Du innerhalb von 24 Stunden einen Kamin organisieren musst!

Moderatorin: Das schaffe ich! Wette?

„Allrounder“: Niemals! Ich wette dagegen!

Mal davon abgesehen, dass der ’spontane‘ Kamin wahrscheinlich schon auf der Redaktionssitzung im Mai 2011 besprochen wurde, schafft sicherlich jeder zweite Kaminbauer, der die Chance auf einen Fernsehauftritt mit üppigem Product-Placement hat, auch innerhalb von zwei Stunden einen Kamin ran. Tatsächlich kamen dann auch die „Jungs“ (das sind alles „Jungs“) mit einem großflächig beschrifteten Lieferwagen und bauten den Kamin pünktlich ein.

Irgendwann ist dann Zeit für’s Finale. Die schicksalsgebeutelte Familie verlässt das Hotel und wird dort von einem applaudierenden Spalier der Hotelangestellten (WARUM?) begleitet. Vor dem Haus versammeln sich diverse Statisten Nachbarn und Freunde (bisher haben sich die ‚Freunde‘ zwar auch nicht um das Schicksal der Familie geschert, aber was solls…) und applaudieren, klatschen und jubeln.

Der filmische Trick im Finale ist übrigens die Zeitlupe. Sich umarmende Menschen in Zeitlupe mit Violinenmusik sind deutlich rührender als Menschn, die sich in normaler Geschwindigkeit umarmen. Dasselbe gilt für sich öffnende Türen oder ein Lächeln beim Anblick der frisch renovierten Gemächer. Mein persönliches Highlight der letzten Folge war allen ernstes eine Zeitlupen-Klospülung. VORHER gab es nämlich keine richtige Klospülung und so wurde NACHHER die Taste betätigt und der gurgelnde Wasserschwall ergoß sich in Slow-Motion und mit Streichersoundtrack in die Kanalisation. Tränen der Rührung konnte ich nur schwerlich zurückhalten.

Ein Raum nach dem anderen, alle extrem weitwinkelig und schnieke dekoriert (Tine Wittler legte noch zusätzlich in Zeitlupe Äpfel in Glasschüsseln) wird von der Sippe tränenreich begutachtet, stets unterbrochen durch Werbung und übrigens sehr zeitlupen- und streicherlastig. Trotz aller Probleme hat das Team es wieder in acht Tagen geschafft und auch die Handwerker bekommen nochmal Applaus von den Statisten Nachbarn und Freunden. Jeder umarmt nochmal jeden in Zeitlupe und irgendwann ist die Sendung zuende. Sowohl die zuschauenden Männer sind glücklich (Vorschlaghammer! Baufpusch begaffen! Kopfschütteln! Betongießen!), als auch die handwerklich ambitionierten Frauen (Eva’s Basteltips! Deko hier Deko da!), aber auch die Herzschmerzzuschauer (Schicksal! Zeitlupen! Tränen! Umarmungen!). Jedem hat es gefallen, obwohl man eigentlich weiß, dass viel Blödsinn dabei ist.

Ich weiß es natürlich auch. Eigentlich war’s ja doch ganz nett…wann ist wieder Dienstag? Könnte man ja mal wieder reinschauen…. 😉

 

Drei Sachen wollte ich erzählen:

Mein lieber Herr Gesangsverein, da habe ich aber einiges geschafft heute! Da werd ich mir aber mal auf die Schulter klopfen. Zuerst habe ich den Drempel in Raum 1 fertiggestellt. Der wollte mich ein bißchen ärgern und einfach nicht senkrecht werden. Ich habe mir dann zur Hilfe eine passende Dachlatte in Drempelhöhe gesägt, und wenn das Boden-U-Profil richtig montiert ist und die Latte die korrekte Länge hat, ist sie zwischen Vorderkante U-Profil und Schräge automatisch senkrecht, daran kann man dann schön das obere U-Profil und die Ständer ausrichten. Verstanden? Egal.

Trockenbau Decke Balken

Zweiter Raum!

Dann konnte ich im zweiten Raum anfangen und habe schnell, elegant und präzise die Decke, ein Dachfenster und fast eine Schräge geschafft.

Die zweite Sache, die ich noch erzählen wollte: Ich sage ja immer, Know-How kommt (auch) vom Abgucken. Und wenn einer weiß, wie was geht, tut man gut daran, sich das genau anzugucken und nachzufragen. So war ich heute bei unseren Nachbarn, die einen Altbau gekauft haben. Ich wurde gefragt, ob ich kommen könne um schlau rumzulabern zu helfen, den Stahlträger für einen Sturz mit hochzuheben und einzusetzen.

Man muss sagen, es war ein amtlicher Träger (160 kg) und ein großer Sturz. Im Gegensatz zu dem Durchbruch bei uns damals gab es hier folgende Unterschiede: Der Durchbruch war raumhoch und nicht nur türhoch, und die zu durchbrechende Wand war tragend, und darauf stand noch eine tragende Wand. Respekt!

Hier nochmal der Warnhinweis: Die folgenden Zeilen dienen nur zur Unterhaltung und stellen keine Empfehlung dar! Nicht nachmachen! Statiker fragen! Im Zweifel jemanden von der NASA dazuholen!

Die Abstützung kann bei einem raumhohen Durchbruch nicht auf die Weise gemacht werden, wie ich es beim türhohen Sturz beschrieben hatte. Hier wurde vor und hinter der zu durchbrechenden Wand auf voller Breite ein Holzträger gesetzt und mit vier Baustützen gestützt. Die Stützen wurden im Keller nochmal wiederholt, um die Gewölbedecke nicht zu sehr zu belasten und das Gewicht direkt in die Bodenplatte zu leiten. Nun wurde das Mauerwerk weggenommen.

In der Decke zwischen den Wänden verlief ein Holzbalken, so dass nicht direkt Wand auf Wand steht (das hätte auch wohl ein paar Ziegel abstürzen lassen). Der neue Träger wurde vom Statiker gerechnet und entsprechend dimensioniert, es handelte sich um einen verstärkten Doppel-T-Träger, der pro Seite 15cm aufgelegt wurde.

Wir haben dann das Biest Stück für Stück mit vier Leuten in die Öffnung bugsiert (alternativ könnte man das auch mit mechanischen Hilfsmitteln wie Gabellift/Genie machen; es ging aber tatsächlich recht problemlos), dann wurde der Träger mit Baustützen bis unter den Holz-Deckenbalken geschraubt und die beiden Auflager werden nun eingeschalt und mit Beton ausgegossen (’scharfe‘ Mischung mit etwas mehr Zement als gewöhnlich). Während dieser Prozedur sollte das Haus nicht durch weitere Abrissarbeiten erschüttert werden sondern 1-2 Tage ‚ruhen‘.

Das Ausmauern des Stahlträgers habe ich mir dann noch so erklären lassen: Mit Porenbetonsteinen werden die seitlichen Öffnungen gefüllt, Befestigung beispielsweise tatsächlich mit Fliesenkleber(!). Als Putzträger wird ein Drahtgeflecht um den Träger gelegt, es konnte am darüberliegenden Holzbalken befestigt werden. Die Stützen sollten dann erst nach 3 Wochen rausgenommen werden. Da ist sicherlich „Nummer sicher“, aber ich gebe ja nur weiter was ich gehört habe. Das alles war sehr lehrreich für mich, da ich ja bisher nur etwas kleinere Durchbrüche gemacht und dabei auch Betonstürze verwendet habe. Mit diesem neuen Wissen werde ich also demnächst mal ein paar hallenartige Gewölbe bauen. 🙂

Drittens freue ich mich sehr, dass die Sache mit den Suchbegriffen hier im Blog allmählich läuft. Die Suche nach „Trockenbauschrauben gehen nicht rein“ führt tatsächlich zu dem Artikel, von dem ich mir auch gewünscht hatte, dass er genau bei diesem Problem gefunden wird.
Die Top-Suchphrase bei dannwollenwirmal ist übrigens „Türsturz nachträglich einbauen“ ( von daher passt das ja heute hier ganz gut) und der kurioseste „www klebeband trick macht schluss mit nerviger fummelei com“. Aber der Blog ist ja noch relativ jung und ich bin gespannt, was da noch so kommt! An dieser Stelle auch mal ein Dankschön an die wirklich ständig wachsende Leserschaft und alle Leute die mitfiebern, kommentieren, nachbauen, hinterherklicken oder einfach nur mit dem Kopf schütteln 😉

Holzterrassenprojekt 1/2

Wenn Bloggerei und Real-Life aufeinandertreffen – Täglich fragen mich Leute „Und, was macht der Hausbau?“ – „Na, immer noch am umbauen?“… Leute Leute, ich bin völlig entspannt. Das Haus ist seit zweieinhalb Jahren fertig. Alles, was ich jetzt so mache, ist optional, ein Hobby, so wie Kegeln oder Briefmarken sammeln. Ich hause nicht in einer Baustelle und wir frühstücken nicht auf Zementsäcken, Wasser kommt aus der Leitung und die Fenster sind nicht aus Folie. Mein Dachbodenprojekt ist völlig abgekoppelt vom Wohnraum und jetzt, da die Isolierung gemacht ist, würde es auch nicht stören, wenn da oben wochenlang nichts passieren würde. Und da ich zurzeit mit einem anderen Handwerksprojekt beschäftigt bin, bei dem noch zu klären ist, ob ich darüber bloggen darf, und ich außerdem noch eine berufliche Tätigkeit habe, bei der nun bald die Saison beginnt, passiert da oben im Moment auch nicht so viel. Und immer, wenn es hier nichts aktuelles gibt, wird im Archiv gekramt. Da trifft es sich gut, dass der Sommer vor der Tür steht, alle im Garten wühlen und ich schon öfter gefragt wurde, wie unsere hübsche Holzterrasse entstanden ist, gibt es heute und beim nächsten mal Infos über den Bau einer Holzterrasse. Das ist auch alles schon zwei Jahre her; nicht dass mich morgen jemand fragt „Und, was macht die Terrasse? Schon fertig?“

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Die Basis: Punktfundamente

Auf dem Platz der späteren Terrasse stand ein riesiger Lebensbaum, der gefällt wurde. Die alte Umrandung habe ich belassen, siehe Bild. Im Vorfeld habe ich mir genau ausgedacht, in welchen Abständen die Lagerhölzer angebracht werden sollen. Der Abstand von Holz zu Holz sollte 40 cm sein, die Auflagerabstände der Hölzer 80  cm. Damit kein Wasser auf der späteren Oberfläche steht, habe ich ein Gefälle von 1,5% eingeplant (also 1,5 cm auf 100 cm Breite). Dieses Gefälle und die Höhenausrichtung habe ich bereits bei den Fundamenten vorgesehen. Die Fundamente sind runde Punktfundamente mit etwa 30cm Durchmesser, und so tief wie es eben ging (sehr wurzeldurchzogener Boden), das waren etwa 40-60 cm; optimal sind wegen dem Frost sicherlich 80 cm.

Die Fundamente wurden mit Beton gegossen und mit einer Richtschnur die Höhe gemessen und passend abgestrichen. Nach Trocknung der Fundamente wurden dann die Balken aufgelegt. Als Unterkonstruktion habe ich Lärche Konstruktionsholz 45/70 mm benutzt und dieses vorher zwei (oder sogar drei?) mal mit Lärchen-Öl eingeölt. Die Sägestellen wurden mit Hirnholzversiegelung gestrichen.

Unterkonstruktion Terrassendielen
Probeliegen der Balken für die Unterkonstruktion

Wie oben zu sehen ist, gibt es zwei dicht aneinander liegende Balken, weil dort später die Fuge der Dielen ist. Weiterhin gibt es ein extra Kantholz im Bereich des Ausgangs (im Bild unten links), weil dort die meisten Belastungen zu erwarten sind und man für ausreichende Stabilität sorgen sollte.

Bevor die Balken aber endgültig liegen, kommt ein Wurzelflies drunter. Das sollte man vollflächig und gewissenhaft verlegen, denn durch die Spalten zwischen den Dielen wächst sonst Grünzeug durch. Ich habe zwei überlappende Bahnen Wurzelflies, und selbst dort hat sich in der Mitte schon etwas den Weg hindurch gebahnt.

Holzterrasse
Wurzelflies und erste Dielen

Auf die Punktfundamente habe ich Pflastersteine (10 x 10 cm) gelegt, um etwas höher zu kommen (dieses Maß schon vorher bei den Fundamenten einplanen, damit die Terrasse nicht zu hoch wird). Darauf das Wurzelflies, und die Kanthölzer selber liegen nun nicht direkt auf den Steinen, sondern zur besseren Lagerung und zur Vermeidung von Staunässe werden Gummipads untergelegt (Sogenannte Terrassen-Pads, 60x60x10mm).  Als Alternative zu Pflasterstein plus Gummipad gibt es auch höhenverstellbare ‚Stelzlager‘ für einfacheres Nivellieren.

All das wird übrigens schwimmend verlegt, also nicht miteinander oder mit irgendwas anderem verschraubt. Und ja, es hält! Die Kanthöler werden dabei hochkant genutzt und erhalten ihre Stabilität durch die verschraubten Dielen.

Auch die Dielen wurden vorher 2-3 mal eingeölt und an den Schnittstellen mit Hirnholzversiegelung behandelt. Als Dielen habe ich Lärche gewählt (26/242mm sibirische Kärche Riffelbohlen). Für welche Holzart man sich entscheidet, kann man am Besten in einer Ausstellung beim Holzhändler abklopfen. Es gibt mittlerweile auch realistische und sehr unempfindliche Kunststoff-Holzimitat-Dielen.

So, die Unterkonstruktion steht jetzt, und wie es mit dem Belag weitergeht und wie man eine hübsche Umrandung macht, dazu beim nächsten mal mehr. Und dann muss nur noch der Sommer kommen…

Das wird lustig!

Zugegeben: Mein Verhältnis zu Baumärkten war und ist nicht ganz unbelastet (siehe HIER), aber es erfüllte mich doch mit einem gewissen Stolz, dass der Hagebaumarkt mich anschrieb und fragte, ob ich nicht das Hagebaumarkt-Gewinnspiel hier im Blog vorstellen möchte. Was wohl bedeutet, dass mein Blog höchst populär ist und ich bald vom bloggen leben kann. Ich werde dann als fragwürdiger „Experte“ in Fernsehsendungen eingeladen. Oder ich mache meine eigene Show! dannwollenwirmal-die Bauretter oder so. Mich in ein Haus stellen und den Kopf schütteln, kann ich.

Da ich mich nicht zum Sklaven der Wirtschaft machen möchte, bekomme ich natürlich nichts dafür! (Ok, ich hab gefragt, aber…nun, es gibt eben nix dafür)… Also, hier, vollkommen uneigennützig, der Link zum Gewinnspiel:

GEWINNSPIEL 50 JAHRE HAGEBAUMARKT

Hagebau wird wohl 50 und es gibt Kreuzfahrten, iPads, Warengutscheine und so weiter.

Ich glaube, Hagebau ist für einen Baumarkt ganz ok. Ich kann es gar nicht richtig beurteilen weil ich dort selten bin (der nächste ist 16,72 km entfernt). Aber da ich ja sicher bald mindestens einen Warengutschein gewinne, muss ich wohl doch mal hinfahren. Ich werde Bericht erstatten – apropos Bericht, wenn ich mal viel Zeit habe (habe ich nie aber wer weiß…) könnte ich hier ja mal die Rubrik Baumarkt-Test einführen. Ich denke mir ein paar Bewertungskategorien aus und, zum Beispiel, drei oder vier Fachfragen für verschiedene Abteilungen. Heraus kommt ein zwar nicht sonderlich repräsentativer, aber sicher unterhaltsamer Test. Vorschläge für Themen und Testfragen bitte in den Kommentaren!

Aber ich schweife ab – viel Glück beim Gewinnspiel, wenn einer die Kreuzfahrt gewinnt, will ich mit! 🙂

 

Holzterrassenprojekt 2/2 und Estrichtips für Eilige

Bevor es morgen mit über 30° traumhaftes Grillwetter gibt, wollen wir mal schnell die Terrasse vom letzten mal fertig bauen 🙂

Holzterrasse
Hier waren wir stehen geblieben…

Die Dielen kann man in verschiedenen Längen kaufen, aber eben nicht in jeder Länge und so habe ich mich für eine verschnittarme Verlegeart entschieden: Ein Brett wird durchgehend verlegt, und die nächste Reihe aus zwei Brettern mit einer Fuge. Diese ist hier übrigens nicht mittig, ich hatte erst Bedenken dass das später doof aussieht, aber es fällt überhaupt nicht auf.

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Stück für Stück

Wie man im Bild sieht, werden die Enden einfach überstehen gelassen. Hier habe ich dann am Schluss mit einer Handkreissäge plus Schiene einen sauberen Abschlussschnitt gemacht.
Die Dielen werden übrigens immer mit Abstand zu Wänden und sonstigen angrenzenden Bauteilen verlegt. Wenn sich das Holz nämlich ausdehnt, ist so eine kleine Mauer schnell mal umgeschmissen.

Verschraubt wurden die Dielen mit Terrassenschrauben aus Künzelsau (da haben wir’s wieder…), die sind zwar nicht ganz billig, aber gehen durch den Bohrkopf rein wie Butter, man muss nicht vorbohren, das Holz wird nicht gespalten usw.
Wenn man genau hinschaut, sieht man im Bild oben, dass die Dielen nicht direkt auf die Unterkonstruktion geschraubt werden (Hinterlüftung gegen Nässe), sondern Kunststoffteile untergelegt sind, sogenannte Distanzhalter (z.B. ferax Terrassenmeister). Sie bilden einmal eine Unterlage zwischen Diele und Kantholz, durch den mittigen Dorn geben sie aber auch einen Fugenabstand vor. Die Dielen werden dann an den Dorn angelegt und verschraubt. Die Halter kann man auch nochmal verschrauben, habe ich aber nicht gemacht.

Um gleichmäßige Fugen und gerade Dielen zu bekommen, muss man die ein oder andere Diele etwas ‚in Form bringen‘. Dazu habe ich als Start-Diele ein sehr gerades Holz gewählt und dann mit einem kleinen Ratschengurt die nachfolgenden Bretter zum Fugendorn herangezogen. Dann wurde die Stelle verschraubt und der Gurt auf die nächste Biegung gesetzt. Das geht freilich nicht, wenn die Dielen allzu krumm sind.

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Fertig belegt!

Reihe für Reihe wurde nun auf diese Weise belegt. Damit man sich später nicht an Kleinigkeiten stört, sollte man darauf achten, dass die Fuge gerade durchläuft und nicht ’springt‘; außerdem die Schrauben immer auf einer Linie setzen.

Nachdem dann die Kanten mit der Handkreissäge (wichtig: mit Schiene!) begradigt wurden, habe ich die Schnittstellen nochmal mit Hirnholzschutz versiegelt und dann die gesamte Fläche wieder eingeölt. Das habe ich übrigens jetzt,  nach zwei Jahren, wiederholt. Ein nachölen sollte man alle 2-3 Jahre einplanen. Geht aber gut mit einem breiten Pinsel/Quast und einer Stielverlängerung.

Als Umrandung habe ich mir aus dem Baumarkt(!) helle Granitsteine geholt, die ich zufällig gefunden habe und die genau die passende Höhe hatten. Sie sind mit dem üblichen Werkzeug kaum zu bearbeiten und man nimmt sie daher am Besten so, wie sie sind. Bei zweien musste ich eine Ecke abschneiden und es war eine schwere Geburt…

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Fertig!

Ich habe diese Steine dann in ein Bett aus Garten-Mörtel (ja, gibt’s wirklich) gesetzt und auch untereinander vermörtelt. Zunächst hatte ich Bedenken, dass die Steine umkippen, wenn man von der Terrassenseite aus dagegen tritt, aber sie halten wirklich bombenfest und ich musste außer diesem Wunderzement keine Befestigungsmaßnahmen ergreifen.

Apropos Wunderzement, und das noch als kurzen Gedanken für die Nacht: Morgen werde ich in einem Raum Estrich machen (bietet sich ja an bei 30° im Schatten); bisher gab es immer das Problem, dass ein Estrich 4-6 Wochen zu trocknen hatte, bevor man fliesen kann (bzw. Messung der Restfeuchte). Auf Nachfrage im Lieblingsbaustoffhandel erklärte man mir, dass es Alternativen gibt: Von Sopro gibt es beispielsweise die Estrich-Fertigmischungen Rapidur M5 und M1.

Rapidur M5 ist schon nach 24 Stunden mit Fliesen belegbar. Er ist etwas teurer als ’normaler‘ Estrich, aber mal ehrlich-wer will denn, gerade beim Renovieren im Bestandsbau, sechs Wochen auf die Bodenfliesen warten? Bei einem 3cm-Estrich kostet der Spaß rund 35,- pro m² (reiner Materialpreis).

Das M1-Zeug ist nach unglaublichen vier Stunden belegbar. Da kostet aber ein Sack schon 60 Euro und man kann pro m² mit etwa 150,-€ rechnen. Aber: jetzt weiß ich wie das bei den Fernsehsendungen geht! Bei Zuhause im Glück trocknet ja auch nix! Da wird die Tapete direkt in den feuchten Putz geklebt-wahrscheinlich alles mit Blitz- und Superschnell- Mischungen gemacht.

Also, ich werde bald Bericht erstatten, mal sehen wie sich der Wunderestrich so macht. Bis dahin-schnell die letzten Terrassendielen verschrauben und dann den Grill an-viel Spaß!

Rapidur

Ich hatte schon immer eine Hochachtung vor Estrichbauern, denn eine große Betonfläche tatsächlich plan und eben hinzukriegen ist schon eine Kunst. Ich habe vor einigen Jahren meinen ersten Heimwerker-Estrich gemacht und er ist, nunja, okay geworden. Nun war es wieder einmal so weit und ich habe einen Estrich in einem etwa 6 m² großen Raum gemacht, aus den Erfahrungen vom ersten mal gelernt und bin gut vorbereitet ans Werk gegangen.

Das Schwierigste (finde ich) ist, ein Level zu halten und das Ganze ohne Berge und Täler glatt zu bekommen. Das könnte man beispielsweise mit Fließestrich erreichen, der ist so dünnflüssig dass er sich selbstständig ebnet und nur noch mit einer „Schwabbellatte“ etwas verteilt werden muss. In meinem Fall musste aber ein Gefälle für eine bodengleiche Dusche gebaut werden und deshalb fiel der Fließestrich raus.

Ich habe den Vortag des eigentlichen Estrichmachens genutzt, um den Raum mit Leisten zu bestücken, über die ich den Beton abziehen kann. Das waren Kiefernleisten mit dem Maß 30 x 17mm (kann aber auch ein anderes Maß oder anderer Werkstoff sein, wichtig ist: nicht zu krummes Holz!). Diese habe ich in etwa 1m lange Stücke geschnitten und je nach Länge 2-3 Löcher gebohrt und gesenkt.

Estrich Leisten
Detailaufnahme: Über diese Leisten wurde der Estrich abgezogen

Diese Leisten habe ich dann mit entsprechend langen Schrauben am Boden befestigt (Bohrhammer, 8er Dübel, das geht eigentlich recht flott). Zwischen den Leisten habe ich einen Abstand von etwa einem Meter gelassen. Als alle Leisten verlegt waren, habe ich angefangen, diese auszurichten. Man braucht dazu ein Maß von der fertigen Bodenhöhe aus (z.B. Nachbarraum oder eben Meterriss festlegen) und richtet mit der Wasserwaage/Richtscheit an jeder einzelnen Schraube die Leisten aus. Durch das ein- und ausschrauben kann man jeden Verbindungspunkt millimetergenau justieren. Noch schöner (nächstes mal) wäre sowas sicher mit einem Roationslaser und Empfänger. Wenn jetzt jede Leiste gelevelt ist und auch die Leisten untereinander schön gerade liegen (bzw. in meinem Fall noch ein Gefälle, auch mit diesen Leisten, gebaut wurde) kann man den Estrich einbringen.

Ich habe ja beim letzten mal schon erwähnt, dass hier ein Schnell-Estrich (Sopro Rapidur M5) verwendet wurde, und ich muss sagen, das Zeug ist der Hammer! Es ist relativ trocken, hat ungefähr die Konsistenz von feuchtem Torf und lässt sich sehr gut verarbeiten.

Estrich Abziehlatte
Abziehen und Entfernen der Leisten

Der Estrich wurde Stück für Stück eingebracht und mit einer langen Latte bzw. einem Putzbrett über den nivellierten Leisten abgezogen. Hat man ein Feld fertig, wird die Leiste wieder herausgenommen und der entstehende Schlitz wiederum mit Estrichbeton gefüllt. Mit einem Reibebrett wird die Oberfläche schön plan gerieben.

Man sollte versuchen, die Schraubenköpfe schön sauber zu halten, denn wenn der Akkuschrauber-Bit nicht mehr fassen kann, bekommt man die Schraube nicht mehr los (nicht, dass mir das passiert wäre…) – also den Kopf mit Klebeband o.ä. vor Dreck und Beton schützen.

Richtige Estrichbauer lachen sich wahrscheinlich kaputt über diese Methode mit den Leisten, aber ich bin damit wirklich hervorragend gefahren, ich habe noch nie so einen schönen Estrich gemacht. Und soooo zeitintensiv war die Vorbereitung nun auch wieder nicht. Für größere Räume würde man dann größere Abstände zwischen den Leisten nehmen und mit einer längeren Latte abziehen. Ich bin jedenfalls sehr glücklich über das Ergebnis:

Estrich, fertig
Ist er nicht wunderschön geworden?

Für die Dusche wurde kein fertiges Element (wie bei mir im Bad) benutzt, sondern eine Ablaufrinne eingearbeitet und das nötige Gefälle (etwa 2%) von den Wänden zur Rinne mit dem Estrich gemacht. Auch das ist gut geworden und ich freue mich, eine (für mich) tolle Methode für spiegelglatte Estriche gefunden zu haben.

Von Sopro gibt es übrigens auch Fließestriche in Blitz (Sopro Rapidur FE), nach einem Tag belegbar und für Schichtdicken bis 70mm.

Normaler Estrich muss übrigens immerhin rund 6 Wochen trocknen und da ist diese Zeug schon eine echte Zeitersparnis. Und wo habe ich die Info her? na? na? Aus dem BAUSTOFFHANDEL! Wer weiß, zu welcher Pampe mir im Baumarkt geraten worden wäre… Die Duschrinne hat allerdings im Baumarkt nur ein Fünftel vom Baustoffhandelmodell gekostet. Also, hat beides seine Vor- und Nachteile.

Den Estrichraum werde ich diese Woche noch mit Reibeputz, Fliesen und Fugen anhübschen und danach geht’s vielleicht auch mal zuhause etwas voran. Euch bis dahin einen schönen Sonntagabend und ich trinke noch ein Glas Rotwein auf Sopro Rapdiur 🙂

 

Erkenntnisse und neues Werkzeug

Im Moment nimmt der Hauptberuf bedingt durch die sommerliche Saison und die nahende Fußball-WM deutlich mehr Zeit in Anspruch, so dass ich mein bauliches Nebengewerbe bis zum Herbst/Winter erstmal auf Eis lege. Wenn noch Zeit ist, werde ich dann zuhause weitermachen und meine Dach-Kemenate weiter anhübschen.

Das laufende Projekt der Baunebentätigkeit (Bad-Umbau, von dem ich neulich über den Estrich berichtet habe) werde ich in den nächsten Tagen abschließen und meinen Nachbarn musste ich für ein kleines Trockenbauprojekt leider absagen. Der Tag hat halt nur 24 Stunden…

Übrigens macht Kleinmosaik fliesen nicht so richtig viel Spaß. Dennoch ein Tip: die Reihen bekommt man schön gerade wenn man z.B. mit einer Zahnkelle die Fugen ausrichtet. Achja, und Fliesen auf Rauhputz (wahrscheinlich auch auf anderen Gipsputzen) hält nur, wenn man vorher grundiert. Das als Erkenntnisse der letzten Woche.

Zur Verbesserung meiner Verputzungstechnik bin ich übrigens auf dieses praktische Hilfsmittel gestoßen:

Abziehschlitten
Abziehschlitten

Gerade Wände verputzen ist ja nicht so schwer, aber sobald sie uneben sind oder die Putzdicke etwas stärker ist, bietet sich ein Abziehen über Schienen an (ähnlich wie beim Estrich, ich berichtete ja…), damit man Berge und Täler vermeidet. Dazu gibt es einmal die normalen Putzschienen aus Metall, man kann das Ganze aber auch mit Mörtelbändern gestalten. (Die richtigen Profis brauchen nichts davon: LINK)

Die Wasserwaage (oder gerade Holzlatte oder passendes Rechteckrohr) wird mit den Abstandshaltern an der Wand nivelliert und abgestützt bzw. verkeilt. Die Putzdicke ist der Abstand zwischen Wand und Wasserwaage. Nun wird neben der Wasserwaage mit Schnellmörtel schräg angeputzt und dann mit dem Abziehschlitten entlang der Wasserwaage abgezogen. Nun hat man ein glattes Mörtelband auf dem richtigen Level. Nach Aushärtung wird überschüssiger Mörtel dann mit einem Rabott:

Giterrabott
Rabott

abgestoßen. Ich mache ja selten Werbung, aber diesen Abziehschlitten gibt’s hier und ich fand die Idee so gut, dass ich sie hier mal vorstellen wollte. Mein Praxistest folgt dann irgendwann, wenn ich was zu verputzen habe…vielleicht im Herbst oder Winter.

 

Männergespräche

Ich habe einen ‚entfernten Bekannten‘, der immer, wenn wir uns sehen, ein Gespräch über Autos anfängt. Von Problemen mit der Batterie, Vergaser, Marderverbiss bis Wegfahrsperre – und immer mit fragendem Apell, um Rat oder zumindest Verständnis ersuchend.
Vielleicht entspreche ich dem ein oder anderen männlichen Klischee, weil ich einen sehr technischen Beruf habe und mich nebenbei mit diesen handwerklichen Dingen beschäftige, aber ich oute mich nun hier: Ich habe keine Ahnung von Autos.

Hauptsache, mich fragt keiner, wie viel PS mein Auto hat. Keine Ahnung! Peinlich, aber wahr. Es gab damals einen schwächeren und einen stärkeren Motor zur Auswahl, und ich habe den stärkeren genommen (mit dem Totschlagargument „Wenn man mal nen Hänger ziehen muss…“). Bei meinem allerersten Auto (Golf III) hatte ich auswendig gelernt: 75 PS, 1,8l Hubraum. Seitdem hatte ich Firmen-Leasing-bedingt einige Wagen und leider keinen Schimmer über deren inneren Werte.

„Ist doch die Zweikommazweilitermaschine oder?“…naja, irgend eine Maschine wird es wohl sein. Es fährt, hat im Winter muckelige Sitzheizung und viel wichtiger als die genaue Motorisierung ist das Entertainment-Center mit iPod-Schnittstelle, Bluetooth und Navi(!).

Dann gibt’s da ja noch…Fußball. Hui, Fußball. Mein Schwiegervater ist beispielsweise großer Fußballfreund und wenn er ein Spiel im Fernseher verfolgt, habe ich mir die Frage „Wer spielt denn da?“ (sehr dämliche Frage) bereits abgewöhnt und frage lieber „und, wie steht’s?“ (weniger dämliche Frage).

Zu Welt- und Europameisterschaften schaue ich immerhin die deutschen Spiele! Aber Bundesliga interessiert mich genauso wie Autos. Den einschlägigen Medien entnehme ich hier und da einige Informationsfetzen, um zumindest grob mitreden zu können, aber wehe es geht in die Tiefe. Die Abseitsregel kriege ich so ungefähr hin; um es genauer zu erklären müsste ich nur mal kurz googeln.

Übrigens, nur mal so unter uns Gebetsschwestern: Ich denke, gerade beim Fußball wird viel mehr geschoben als an die Öffentlichkeit dringt. Wenn in der Regionalliga schon Bestechungen laufen, will ich nicht wissen, was bei den großen Fifa-Turnieren passiert.

Aber: Bodenbeläge, Abdichtungen, Tischlern, Trockenbau, Hauskaufberatung, Isolierung, Elektrotechnik, Spachtel, Fliesen, Pampe, Bauschaum? Na, da bin ich doch dabei! Da kriegen wir den Abend schon voll! Ich stell schonmal das Bier kalt…

Yeah, Baby!

Eines Tages, Baby, werden wir alt sein und an all das Werkzeug denken, das wir hätten benutzen können. Ich bin ein Meister des Schraubens, wenn’s um Schrauben geht. Bin ein Gipser vom Feinsten, wenn ich vor Spalten steh.

Zersäge gern Teilchen, kann mit der Nadel anreißen. Lass mich begeistern für Schwachsinn, wenn ein anderer ihn kauft.

Und ich denke viel nach, warte nicht ab, nehm mir was vor. Ich mach davon zu viel. Ich halt mich nicht zurück. Ich zweifle mich nicht an. Ich wäre gern Maurer-allein das ist schon dämlich.

Ich würde gerne so viel sagen aber man hört es nicht weil wenn ich nicht bohren und sägen würde wäre es viel zu leise. Ich würde gern so vieles tun. Meine Liste ist so lang aber ich werd eh nie alles schaffen. Aber ich fange trotzdem mal an!

Ich hänge planvoll vorm Gipskaron, wart bloß auf die nächste Schraube. „Nur das noch fertig machen“ ist die Baseline meines Alltags. Ich bin so furchtbar unfaul wie ein Kieselstein im Wasserfall, ich bin so furchtbar unfaul und habe keine Ahnung wer Patronus ist.

Das Leben ist ein Werkzeugladen, aber man kann nicht alles ausprobieren. Den Bohrfutterschlüssel bewahr ich auf weil ich ihn nochmal brauche.

Eines Tages werde ich alt sein, oh Baby, werde ich alt sein. Und an all das Werkzeug denken, das ich hätte benutzen können. Und du? Du murmelst jeden Samstag die gleichen guten Vorsätze in den Billigschrauber und Sonntag stellst du fest, dass du Recht hast, weil er dir am Tag zuvor verreckt ist.

Dabei sollte für dich 2014 das erste Jahr vom Rest deines Heimwerkerlebens werden. Du wolltest Makita, Bosch, öfter nachmessen, mal die Gehrung überprüfen, ein Handwerkerbuch lesen, für mehr Smalltalk und Wissen. Aber so wie jedes mal, obwohl du nicht damit gerechnet hast, kam dir wieder mal der Pfusch dazwischen.

Unser Leben ist ein Werkzeugladen. Niemand schenkt uns eins. Den Bohrfutterschlüssel bewahren wir auf weil wir ihn nochmal brauchen. Wir sind jung und haben keine Zeit. Also ruhig mal nen krummen Nagel riskieren? Wollten doch keine Fehler machen. Wollen auch nichts verlieren und es bleibt so viel zu tun, unsere Listen bleiben lang und so geht Tag für Tag ganz laut  ins Heimwerkerland.

Und eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, und an all as Werkzeug denken, das wir hätten benutzen können.

Und die Werkzeuge die wir stattdessen benutzen, werden traurige Konjunktive sein wie „Einmal habe ich fast mal eine Makita gekauft und hätte fast mal den großen Bohrhammer ausgeliehen und einmal wäre ich fast mal mit dem Bagger zur Arbeit gefahren“

Wenn wir mittendrin sind und die Zeit bis 22 Uhr knapp, und das wird sowieso passieren, dann erst werden wir kapieren- wir hatten nie was zu verlieren denn das Werkzeug, das wir benutzen wollen, das können wir selber wählen.

Also lass uns doch Werkzeug nehmen, von dem wir später gern erzählen! Lass uns eine Nummer größer ausleihen! Wir nehmen das lautere mit dem Extra-Power-Knopf! Lass uns  Schlitze fräsen, Wände zu Boden reißen und irgendwas aufstemmen! Und lass mal an uns selber glauben! Aber Hallo!

Ist mir egal 0b das verrückt ist und die vom Baustoffhandel komisch gucken. Wir haben viel zu lang gewartet. Lass mal Energie vergeuden.

Gutes Werkzeug ist die halbe Arbeit. Das hat schon Tim Taylor gesagt.

Let’s make the most of the Werkzeug, das hat glaub ich Al Borland gesagt.

Lass uns möglichst viele Löcher bohren und möglichst viele Dübel reinstecken. Lass uns jetzt mit gutem Material bauen, damit wir später gut wohnen. Lass uns alles tun, was wir können, und vielleicht auch nicht können (egal). Weil…jetzt sind wir jung und laut und dreckig und das soll ruhig jeder wissen und die Nachtruhe, die geht vorbei. Das wird sowieso passieren und bis es soweit ist, sind wir frei. Und es gibt nichts zu verlieren. Denn das Werkzeug, dass wir benutzen wollen, können wir selber wählen.

Also los. Machen wir ein Loch, von dem wir später gerne erzählen!

Und eines Tages Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein und an all das Werkzeug denken, das für immer unseres ist.

Frei nach Julia Engelmann.

 

Wie kam ich jetzt dadrauf? Achja, neues Werkzeug, nur geliehen, aber macht macht Spaß (eben Yeah-Baby-Werkzeug):

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Plattenhalter

Trockenbau-Plattenhalter für mehr Geschwindigkeit und weniger Schweißausbrüche und Verspannungen beim Platten-unter-die-Schräge-drücken. Das Gerät ist eigentlich eher für Decken gedacht, man kann die Aufnahme allerdings neigen und so auch Schrägen machen. Es ist eigentlich auch für normal große GK-Platten gedacht, meine Einmannplatten sind hochkant zu schmal für die Aufnahmen. Wenn ich wieder mal eine Dachschräge beplanken würde, Baby, würde ich die Profile vielleicht doch senkrecht anbringen, Baby, und die Platten quer. Aber hinterher ist man immer schlauer, Baby.

Wird schon gehen. Ich hab das Maschinchen noch nicht richtig ausprobiert, aber das werde ich noch machen und dann kann ich Geschichten davon erzählen, Holla die Waldfee, Baby, und eines Tages werden wir alt sein und an den Plattenhalter denken, Baby, und dann werd ich sagen, Mensch, das Leben ist halt doch kein Werkzeugladen.

 

Bodenturnen

Unter dem Motto „Lief jetzt mal nicht so“ könnte man das heutige Projekt zu den Akten legen. Irgendwie auch klar, wenn man etwas „mal eben schnell“ machen will…doch von Anfang an:

Ich habe schon länger eine reparaturbedürftige Stelle am Haus: der rückseitige Traufkasten war bereits beim Hauskauf an einigen Stellen marode und ich plante nun, diesen zu erneuern. Weiterhin gibt es dort an der Dachrinne zwei Stellen, an denen ich das Traufblech der Unterdeckung nicht weit genug in die Rinne geschoben habe (so war das damals) und gleichzeitig ein Stück Dachziegel fehlt, so dass es bei starkem Regen nun zwischen Rinne und Dachziegel durchpläddert.

Von einem großen niederländischen Verleiher hatte ich mir eine Hubarbeitsbühne ausgeliehen, die von der Breite her durch die Tür zum Garten passte und mit der ich die schadhafte Stelle erreichen wollte.

Es kam, wie es kommen musste: die Breite des Gerätes hatte ich mehrfach mit der Tür abgeglichen, es stellte sich dann aber heraus, dass das Mistvieh 5 cm zu hoch war und damit nicht durch die Gartentür passt. Beim zurücksetzen machte ich eine falsche Bewegung mit dem Achtwegejoystick und versenkte den gesamten Apparat im Blumenbeet. Das (Indoor!)-Gerät ist so geländegängig wie eine Modelleisenbahn und ich benötigte Holzstücke, Keile, Steine, einen Hubwagen und einen Gurt sowie etwa zwei Stunden Schweiß und Tränen, um das Vehikel wieder aus dem Beet zu bekommen.

Plan B: Der andere Weg ums Haus. Zwei Bretter auf den Rasen gelegt, damit das 1,1 Tonnen schwere Maschinchen dort etlangfahren möge. Nach etwa 60 cm Wegstrecke rutschte das Gerät vom Brett und steckte nun dekorativ im Vorgarten fest. Wenn man die Arbeitsplattform nett bepflanzt und am Mast einen wilden Wein hochranken lässt, macht es sich vielleicht auch ganz gut da.

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Doof!

 

Nach einer weiteren Stunde ziehen, keilen und zerren gab ich auf und wartete auf einen Kollegen, der das Gerät mit seinem Bulli im Freundschaftsdienst per Abschleppseil aus der misslichen Lage befreite.

Fazit: 80 Euro, halber Tag Fahrerei und Quälerei für … nix.

Plan C: Höllenmaschine weggebracht und gegen ein Rollgerüst getauscht. Arbeitsplattformhöhe 6,20m und dabei gut aufzubauen. Der einzige Nachteil: Die eine Reparaturstelle ist über der Kellertreppe. Mal sehen wie ich da trickse. Zur Krönung des Tages braute sich nach fünf Minuten Arbeit auf dem fertigen Gerüst ein Gewitter zusammen.

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Besser!

Also, nicht unbedingt mein Glückstag. Immerhin habe ich nun das (hoffentlich) richtige Holz zur Ausbesserung bestellt und werde mich nun in den nächsten Tagen mal in luftigen Höhen bewegen. Wie gewohnt wird hier Bericht erstattet. Petri Heil!

 

Häkchen dran!

Ich habe tatsächlich mal ein paar Minuten Zeit zu bloggen, wenn mich auch der Hauptberuf im Moment 24/7 einnimmt (andererseits hat Spiegel online gerade ein Feature „Geld verdienen mit Blogs“, wer weiß…? 🙂 ). Das Gerüst ist schon wieder weg, aber es war äußerst nützlich und der Traufenkasten erstrahlt auf immerhin rund sechs Metern in neuem Glanz.

 

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Vorher

Der Traufenkasten (oder heißt es Traufkasten?) auf der Nordseite war schon beim Kauf des Hauses an einigen Stellen morsch und hing stellenweise durch (auf dem Bild noch eine der besseren Stellen). Weiterhin habe ich bei dieser Aktion zwei Dachziegel angeknackst; dort ist zwar ein Traufblech untergeschoben, aber es ragt dummerweise dort nicht ganz in die Dachrinne hinein:

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Ach, Mist…

Und es ist wie so oft im Leben: Wenn man Mist baut und sich irgendwie durchmogelt, bekommt man später mal die Quittung und so pläddert das Regenwasser neben der Dachrinne her. Habe ich das alles schon erzählt? Naja wenn, ist es lange her.

Für das Dachziegelproblem habe ich zwei noch vorhandene Traufbleche eingesetzt und schön in der Regenrinne enden lassen. Die Sache mit dem Traufkasten war etwas komplizierter. Zunächst wurden die schadhaften Stellen entfernt:

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Traufkasten im Abbau und vom Vorbesitzer fachgerecht zugemörtelte Dunstabzugsöffnung

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Traufkasten mit Putzträger

Der Kasten ist untendrunter tatsächlich nicht mit Holz gebaut, sondern mit einer Holzmatte als Putzträger. Den losen Putz habe ich nun allerdings entfernt und passende Holzbretter eingesetzt.

Foto 3
Assistenz mit Material

Das neue Material musste Töchterchen natürlich zu Fuß vom Holzhandel holen, um schon in jungen Jahren an die Härten des Lebens herangeführt zu werden.

10Neues Brett!

Ich habe gebäudeseitig eine Auflagekante weggemeißelt, auf der das neue Brett aufliegt und regenrinnenseitig durch das Seitenteil des Traufenkastens alle 10 cm vorgebohrt und verschraubt. Die Auflagekante wurde dann wieder angeputzt:

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Putz geht ja immer…

Wenn man zwei Materialien aufeinander stoßen lässt, muss man zur Vermeidung von Rissen eine Dehnungsfuge einbauen; den Putz würde man hier mit einem Kellenstich unterbrechen, bei der kleinen Fläche habe ich es mit meiner Visa-Gold einer Plastikkarte gemacht:

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Kellenstich mit Plastikkarte

Diese Dehnungsfuge, die Schraubenlöcher und auch die Übergänge der einzelnen Holzplatten habe ich mit Acryl ausgeführt, das nachher überstreichbar ist.

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Baustelle im Abendlicht

Nach Verputzen, Verfüllen der Fugen und Abtrocknen lassen habe ich das Ganze dann weiß gestrichen. Die Übergänge alter auf neuer Kasten wurden übrigens auch angeputzt und dann mit Fassadenfarbe gestrichen.

Das Rollgerüst ist übrigens sehr flexibel und auch für Treppen geeignet:

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Rollfüße, ausspindelbar

Ich habe leider kein schönes „Nachher“-Bild gemacht. Aber nur für ein Foto nochmal das Rollgerüst ausleihen?

Vielleicht probiere ich nochmal diesen Hubsteiger…?

 

Do-it-yourself im Urlaub

Die gestrige Top-Suchanfrage „feuerfester Bauschaum“ hat mich nur kurz irritiert – ich bin maximal entspannt, habe ich doch gerade eine Woche Urlaub(!) hinter mir.

Die ersten vier, fünf Ferientage verbringe ich immer damit, die Ferienwohnung handwerklich genauestens zu analysieren. Ein paar Probebohrungen in den Außenwänden bringen beispielsweise Aufschluss darüber, ob eine Hohlwanddämmung machbar wäre. Einige elektrische Messungen bis hin zum Hausanschluss gewährleisten korrekte Auslösezeiten der Sicherungen und Fehlerstromschutzschalter. Außerdem lernt man viele nette Leute kennen, die sich über den Stromausfall wundern.

Wird das Laminat an einzelnen Stellen hochgenommen, kann man nicht nur die korrekte Montage der Trittschalldämmung, sondern auch den Estrich darunter begutachten und ggf. beim Vermieter bemängeln. In den Raumecken sowie hinter Schränken sollten vorsichtshalber die Tapeten großflächig entfernt werden. Nur so kommt man verstecktem Schimmel auf die Spur.

Ungünstige Raumaufteilungen lassen sich mit einfachen Mitteln beheben. Ein Wanddurchbruch kann mit Hilfe der Familie schnell erstellt werden und der eingemauerte Sturz sollte spätestens gegen Ende der Ferien getrocknet sein. Wer zwei Wochen bleibt, schafft sogar noch den Einbau einer neuen Tür. Vergessen Sie nicht, Quittungen für den Vermieter aufzuheben, um später die Auslagen für Material und Werkzeug zurückzubekommen.

Beim Verdacht von Kalkablagerungen in Heizungs- und Wasserrohren sollte man sich nicht scheuen, diese direkt auszutauschen. Da der Absperrhahn oftmals für den Urlauber nicht zugänglich ist, muss man hier schnell arbeiten, um Wasserschäden höchstens auf zwei bis drei Etagen beschränken zu können.

Der Fernseher steht ungünstig oder es fehlen Steckdosen an praktischen Stellen? Mit einer Doppelschlitzfräse kann unkompliziert nachgeholfen werden. Die beachtliche Stauberzeugung ist hierbei unkritisch, da eine Endreinigung in der Regel im Mietpreis der Ferienwohunng enthalten ist. Auch hierbei lernt man übrigens schnell die Feriennachbarn kennen, spätestens wenn diese in einer Staubwolke auf ihrem Balkon sitzen oder Fragen zum Baulärm nach 23 Uhr haben.

Do-it-yourself im Urlaub hat viele Vorteile. So kommt bei der mitgereisten Familie selten Langeweile auf, weil alle Angehörigen mit Steine schleppen, Stulle schmieren oder Ritzen aussaugen immer auf Trab gehalten werden. Auch die Kinder fallen abends totmüde ins Bett. Lediglich einen Anhänger sollte man zum Transport von den üblichen Werkzeugen (Baustützen, Mauerfräse, Kleinbagger, Fliesenschneider) einplanen.

 

Okay, okay, diesmal habe ich nicht ernst gemacht. Nur zwei Sachen sind mir dort aufgefallen:

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Putzig

Wenn man schon, warum auch immer (aber das ist sicherlich Geschmackssache), eine Tapete mit Baumrinden-Imitat-Muster verklebt, sollte man Ausbesserungsstückchen immer mit der Maserung kleben 🙂

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Praktisch

Das allerdings fand ich praktisch und gebe ich mal als Tip fürs Küchenplanen mit: Eine erhöhte Spülmaschine! Rückenfreundlich war es auf alle Fälle.

So, jetzt hoffe ich nur, es lesen nicht zu viele Vermieter von Ferienwohnungen diesen Blog. Sonst darf ich nächstes Jahr nirgendwo mehr hin…

 

Nicht alle Latten am Zaun

Es wird Zeit, mal wieder eine gewisse Regelmäßigkeit hier reinzubringen und auch mal wieder etwas handwerkliches zu berichten (wobei, statistisch betrachtet sind die humoristischen Beiträge die erfolgreichsten), also nehme ich Euch mit in den Keller.

Kellertreppe
Kellertreppe

Als kleines Zwischenprojekt habe ich den Außenzugang zum Keller eingeschoben. Durch die Aktion mit dem Gerüst musste ja die alte Abtrennung teilweise entfernt werden (eine Art Holzmatte) und es ist auch einiges an Schutt ins Loch gefallen. Der Zugang wurde bisher nicht genutzt; einmal um es kindersicher zu halten, vor allem aber geht die Tür nicht auf weil kein Schlüssel so richtig passt (das Problem habe ich übrigens bisher noch nicht gelöst…)

Die Holzmatte habe ich entfernt, sie soll durch eine hübsche weiße Holzverleidung ersetzt werden (auf dem Dachboden hatte ich einige Latten 70×20 oder so übrig, die ich nun nicht runterschleppen brauche, sondern die zu Zaunlatten gesägt wurden), wobei ich das „alte“ Grundgerüst stehen gelassen und nur weiß gestrichen habe. Die Latten wurden an den oberen Enden mit 45° Gehrung abgeschrägt.

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Voranstrich!

Damit die Bretter von allen Seiten gestrichen werden können, habe ich das vorher gemacht; so ist ein Witterungsschutz rundherum gewährleistet. Wenn sie schon montiert sind kann man die Bretter ja schlecht überall streichen, da gibt es dann nur noch das „Finnish“. Gestrichen wurde mit 2-in-1-Lack matt weiß von tooom (ja, Baumarkt, aber das Zeug ist wirklich ganz gut), anstatt zu Pinseln arbeite ich lieber mit einer Schaumstoffrolle. Nach einem Tag Pause erfolgt dann der zweite Anstrich.

 

Aufgeplatzte Treppenstufen
Aufgeplatzte Treppenstufen

Etwas Sorgen machen mir noch die Treppenstufen, die durch die lange Nichtbenutzung und Feuchtigkeits-/Frosteinwirkung an den Kanten aufgeplatzt sind. Ich hatte erst überlegt die Treppe neu zu fliesen, werde es aber erstmal mit Beton-Ausbesserung versuchen, vielleicht mit Metallverstärkung?

Nicht alle Latten am Zaun
Nicht alle Latten am Zaun

Wie oben zu sehen, sind zwei Fliesen kaputt, da versuche ich mal, solche nochmal zu bekommen.

Nun werden nach und nach die Latten angeschraubt. Als Abstandhalter zwischen den Latten und untendrunter (Platz zum Boden wegen Feuchtigkeit) habe ich Fliesenreste benutzt, die 1 cm stark sind (geht natürlich auch mit Holzstücken, nur hatte ich da nichts passendes zur Hand). Mit Schraubzwingen wurde dann die jeweilige Latte fixiert und mit der Wasserwaage ausgerichtet.
Jetzt sollte man die Schrauben nicht einfach irgendwie reinballern, sondern mittig der Latte und auf einer waagerechten Linie halten, damit die Schraubenköpfe eine gleichmäßige Linie ergeben und man später beim Anschauen keinen Würgereiz bekommt. Zur Vermeidung von Rostproblemem werde hier keine „Spax“ sondern Edelstahlschrauben benutzt.

Als Eingang wird es dann noch ein kleines Tor geben, die Keller-Außenwände an der Treppe werden noch farblich angepasst und wenn ich diese Tür irgendwann mal aufbekommen sollte, wird die noch gestrichen und wieder gängig gemacht.

Alle Baufortschritte wie immer brandheiß und exklusiv auf diesem Sender. Wohl bekomm’s!

Festgespaxt und Drauflosgewürthet

Während mir die gestrige Suchanfrage „Dachboden mit Bauschaum demmen“ (warum führt das zu meinem Blog?) ein dauerhaftes Lächeln aufs Gesicht zaubert, kann ich mein schlechtes Gewissen nicht völlig verdrängen, denn ich habe im letzten Artikel der SPAX Unrecht getan.

Tatsächlich ist ja Spax immer noch ein Synonym für die bekannte messingfarbene Schraube mit Kreuzschlitzkopf. Der Begriff wurde sogar verbalisiert („Können wir das nicht festspaxen?“) und ich persönlich weiß zwar, dass Spax ja auch irgendwie der Hersteller ist, aber denke doch immer an diese eine Schraube, mit der man prima Holz zusammenschrauben kann, die aber draußen nichts zu suchen hat und mit der man auch einfach keine Küchen-Hängeschränke aufhängt.

Aber, die Firma Spax liest hier scheinbar mit (wie cool ist das denn? Irgendwann liest Obama hier mit!) und wies mich darauf hin, dass Spax sehr wohl Edelstahl-Rostfrei und außentaugliche (und wahrscheinlich auch hängeschranktaugliche) und sogar Schrauben für Küstenbereich mit Ultra-Korrisionsschutz im Programm hat. Es gibt sogar Terrassenschrauben und Trockenbauschrauben. Das wußte ich tatsächlich nicht. Wobei die Künzelsauer haben diese Waffe (na, womit verbinden die Ennepetaler zwei Trockenbauprofile?)

 

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Es wird! von Außen…

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…und von Innen

 

Wie kamen wir darauf? Achja, meine Umzäunung nimmt langsam Gestalt an und es fehlt eigentlich nur noch das Eingangstor. Auch das habe ich vormontiert und es muss dann nur noch eingebaut werden. Türe und Tore aus einzelnen Latten sollten müssen übrigens immer mit einem „Z“ versehen werden, um die Kräfte auf das untere Scharnier umzuleiten, ansonsten hat man nach kurzer Zeit ein schiefes Tor:

 

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Z wie Zorro

Nach dem Tor fehlt noch der Schlussanstrich, ein, zwei Blumenkästen sollen noch dran und wenn ich irgendwann diese Kellertür aufkriege, wird die noch angehübscht.

Vielleicht schreibe ich dann bald mal darüber, wie man mit einem Dietrich ein Türschloss knackt. Vielleicht hat Spax da ja was im Programm?

Hätte Hätte…

Langeweile? Der Tag geht einfach nicht rum? Schon die dritte Runde Mikado gegen sich selbst verloren? Hier eine kleine Anleitung, wie man locker vier Stunden rumkriegt:

Projekt: Bau einer Holzterrasse im Rahmen meiner nebengewerblichen Handwerkertätigkeit, Plan für Tag 1: Dielen ölen und Punktfundamente setzen

– Aufstehen, Anziehen, Frühstücken etc.
– Anhänger besorgen
– Bei Böllz einen Erdbohrer mieten (was für ein entzückendes Männerspielzeug!)
– Lärchenöl und Flächenstreicher kaufen
– zum Baustoffhändler fahren und 20 Sack Beton-Fertigmischung holen
– Werkzeuge und Hilfsmittel einladen
– leicht überladen zum Kunden fahren und rückwärts in die engste Einfahrt der Welt zirkeln
– feststellen, dass der Kunde die Dielen schon selber geölt hat
– feststellen, dass der Kunde die Fundamente schon selber gemacht hat
– zum Baustoffhändler fahren und 20 Sack Beton-Fertigmischung zurückbringen
– erklären, dass der Kunde die Fundamente schon selber gemacht hat, ja stimmt, der hätte ja mal anrufen können
– zu Böllz fahren und den Erdbohrer zurückbringen
– erklären, dass der Kunde die Fundamente schon selber gemacht hat, ja stimmt, der hätte ja mal anrufen können
– Lärchenöl und Flächenstreicher zurückbringen
– erklären, dass der Kunde die Fundamente schon selber gemacht hat, ja stimmt, der hätte ja mal anrufen können

Hurra, Hurra. Aber es hat ja auch sein Gutes: So konnte ich die Zeit nutzen, mein Zaunprojekt abzuschließen. Letzte Woche habe ich schon drei Blumenkästen dafür gebastelt. Aus ungehobelten Latten (für das rustikale Landhaus-Flair) schneidet man sich einige Längen zurecht, die von unten und damit unsichtbar verschraubt werden (vorbohren!). Als oberer Abschluss dient ein ebenfalls ungehobeltes Vierkantholz, auf Gehrung gesägt und aufgeleimt. Dann habe ich das Ganze in Schwedenrot gestrichen (Geschmackssache, folgt aber hier dem Konzept, dass wir alles Holz in Haus und Garten entweder weiß, rot oder grün gestrichen haben) und trocknen lassen:

Blumenkästen aus Holz
Malerei

Die Kästen wurden dann in verschiedenen Höhen am Zaun angebracht, indem ich sie von hinten mit dem Zaun verschraubt habe:

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sitzt!

So ging es mit allen drei Kästen weiter. In die Kästen habe ich noch etwas Teerpappe gelegt, die ich noch rumliegen hatte und die mir das Gefühlt gibt, das Holz etwas vor Feuchtigkeit zu schützen.

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Alle drei!

Noch ein Tip zum Thema Farbe: Besonders nervig am Streichen finde ich immer das Auswaschen der Pinsel. Meist ist das Ergebnis (zumindest bei mir) dann auch sehr mäßig. Da ich mich aber auf die erwähnten drei Farben reduziert habe und regelmäßig irgendwas pinsele, bin ich dazu übergegangen, Pinsel und Schaumstoffrollen in Frischhaltebeutel zu stecken:

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Aussen Toppits, innen der Lack!

Wenn man es einigermaßen luftdicht verpackt, trocknet der Pinsel nicht aus und man kann ihn genau so wieder benutzen. Sicherlich geht das nicht jahrelang, aber ich hatte auch nach acht Wochen noch Rollen und Pinsel, die kein bisschen eingetrocknet waren.

Morgen werde ich mich mal um den Rest der Holzterrasse kümmern. Das Besondere dabei wird die Unterkonstruktion mit Aluprofilen, da eine geringe Aufbauhöhe nötig ist. Aber wer weiß, vielleicht hat der Kunde die Terrasse morgen früh ja auch schon selber fertig gebaut? Hätte ja mal anrufen können…

und noch ne Terrasse!

Auch wenn mich der Suchbegriff der Woche „nicht tragende wand entfernt alle zargen verzogen“ kurz nachdenklich stimmte, habe ich Gutes zu vermelden: das Projekt „Holzterrasse“ (das war die Nummer mit 20 Sack Betonmischung hin und zurück) ist vollendet! Der Kunde und ich sind glücklich und zufrieden; hier erstmal das nachher-Bild:

fertig
Ooooh! Aaaaah!

Die Besonderheit an dieser Terrasse ist die geringe Aufbauhöhe. Als Untergrund diente eine geflieste Betonplatte, und zwischen Oberkante Betonplatte und Unterkante Terrassentür gab es gerade einmal einen Platz von acht Zentimetern. Vom Haus weg war es noch weniger ‚Luft‘, da die Betonplatte kein Gefälle hatte, die neue Terrasse aber schon eins haben soll.

Da die klassische Unterkonstruktion aus Holz wegen der geringen Höhe nahezu ausscheidet, habe ich mich informiert und bin auf eine Lösung mit Metallprofilen gestoßen. Diese Isostep-Profile (gibt sicher auch noch andere Hersteller, um hier keine Schleichwerbung zu machen…) sind stabile U-Profile mit einem (Hustenpause! Jetzt habe ich doch beim Schreiben ein Stück Gummibärchen eingeatmet!) eingearbeiteten Gummigranulatstreifen. Die Dinger kann man also theoretisch platt auf den Boden legen und sie haben dann nur eine Aufbauhöhe von 23mm.

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Unterkonstruktion mit Isostep

 

In der Praxis liegen die Schienen eher nicht flächig auf dem Boden, denn zum Regenwasserablauf einerseits und Niveauausgleich andererseits werden etwa alle 40cm Gummipads untergelegt. Diese sind in den Stärken 10, 7 und 3 mm erhältlich und daraus kann man sich dann diverse Höhen zusammenkombinieren, um eine gerade Fläche bzw. ein leichtes Gefälle in Regenablaufrichtung hinzubekommen (0,5-1 % reichen! Nicht dass der Grill wegrollt!)

Zuerst habe ich die höchste Schiene verlegt und mit Richtscheit/langer Wasserwaage ausgerichtet. Danach wurde die letzte Schiene verlegt. Zum Abmessen des Gefälles wie folgt vorgehen: Man sucht sich ein Terrassenbrett das wirklich gerade ist (bei 30 Brettern könnte mit viel Glück eins dabei sein) und legt es auf die ersten Auflagepunkte der höchsten und niedrigsten Schiene. In Höhe des Gefälles (0,5% bei 4m = 20mm) wird zwischen Diele und Schiene dieses Maß untergefüttert (z.B. zwei 10mm-Pads unterlegen) und dann die Diele mit der Wasserwaage ausgerichtet. Unter der Schiene wird (wenn nötig) so viel untergelegt, dass die Diele waagerecht liegt. Jetzt hat man die Gefälledifferenz und kann nun die untere Schiene entlang des Profils ausrichten. Obere und untere Schiene sind nun in Waage und jetzt legt man die Diele alle 40 cm hin und richtet die inneren Schienen mit den Gummipads aus.

Die Profile habe ich in 35cm Abstand verlegt. Der Hersteller empfiehlt:

Dielenstärke ab 20 mm: 30 – 40 cm
Dielenstärke ab 24 mm: 40 – 50 cm
Dielenstärke ab 44 mm: 50 – 60 cm

Nun wird die gerade Diele als erstes Brett verlegt. Wichtig ist ein Abstand zur Hauswand und anderen angrenzenden Bauteilen, damit das Holz sich noch ausdehnen kann. Auch sollte das Brett rechtwinklig zum Gebäude liegen, dann wenn man mit der ersten Diele schief anfängt, kann das gegen Ende sehr unschön werden.

(Ich muss immer noch husten wegen dem Gummibärchen. Das ist die Strafe, weil ich sie meinen Kindern wegfresse…) um die Hustenzeit zu überbrücken, hier ein Exkurs: Rechtwinklig arbeiten mit Onkel Pythagoras:

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Für Terrassendielen, Zwischenwände usw. kann man den rechten Winkel von einem Referenzobjekt (meist bestehende Wände) mit dem Satz des Pythagoras bestimmen:
-man markiert sich den Punkt, an dem (beispielsweise) bestehende Wand und Trennwandprofil aneinanderstoßen (das Profil darf diesen Punkt während des Ausrichtens nicht verlassen!)
-von diesem Referenzpunkt markiet man sich an der Wand den Abstand von 1m und macht auch auf dem Profil eine Markierung von 1m.
-das Profil wird nun so ausgerichtet, dass der Abstand zwischen den beiden Meter-Markierungen 141,42 cm beträgt (a²+b²=c²)

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Das hübsch ausgerichtete Profil wird nun mit den Isostep-Profilen verschraubt. Vom Holzhändler mitgeliefert wurde mir diese Frechheit von einer Schraube:

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Mitgelieferte, nicht zu empfehlende Schrauben

 

Es geht damit los, das tatsächlich der falsche Antrieb aufgedruckt ist! TX (also Torx-Bit) 25 passt einfach nicht, es ist TX20. Selbst ein nagelneuer TX25 ist definitiv zu groß. Naja, man kann ja schonmal ein falsches Etikett drucken. Oder halt 10.000 falsche Etiketten.

Der Bohrkopf der Schraube ist sicherlich gut geeignet um in Alufolie zu Bohren. Bei Schrauben in die Terrassendiele scheitert er aber erstmal am Profil, was dazu führt, dass die Diele hochgedrückt wird. Nun muss man den Akkuschrauber etwa zehn- bid zwölfmal von Vorwärts- auf Rückwärtslauf umschalten und die Schraube mit viel Liebe raus-und reindrehen, bis sie irgendwann „packt“ und sich ins Metallprofil gebohrt hat. Bei diesem Vorgang brechen etwa 55% der Schrauben an der Stelle direkt über dem Bohrkopf ab. Hätte ich also mit dieser Schraube weitergemacht (die ich plane, direkt Anfang der Woche dem Holzhändler wieder auf den Tisch zu knallen an den Kopf zu schmeißen zu reklamieren), wäre das Ding etwa im April 2015 fertig geworden.

Übrigens sind mir sage und schreibe drei Bits bei der Aktion abgebrochen! Mir ist noch nie ein Bit abgebrochen!

Aber, wie es wirklich immer ist: Würth aus Künzelsau hat mal wieder die Waffe. Die Flügel-Pias von Würth sind (natürlich) teurer als das oben vorgestellte Modell, aber die Schrauben gehen rein wie Butter. Der einzige Nachteil ist der etwas größere Schraubenkopf, da sind die kleinen Linsenköpfe der andren Bohrschrauben optisch akktraktiver. Es gibt übrigens auch die Variante, Dielen ohne sichtbare Schrauben zu verlegen. Dazu wird in die Diele eine Fräsnut (das ist so ähnlich wie die Schlauchnut beim Saugblaser Heinzelmann) eingefräst und und dann ein Terrassenverbinder gesetzt.

Wie dem auch sei, mit der Künzelsauer Schraube habe ich das Ding dann gerockt 🙂

 

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Die ersten Bretter liegen

Die Isosteps werden übrigens nicht am Boden verschraubt, die ganze Konstruktion wird sozusagen schwimmend verlegt. Zwischen Isostep und Diele kommen Abstandhalter (in meinem Fall ‚Terrassenmeister‘, aber auch da gibt’s viele), die unter der Diele dafür sorgen, dass Feuchtigkeit und Nässe sich nicht staut, und die in der Mitte einen Pömpel Distanzhalter haben, an den die Dielen herangeschoben werden, so dass sich eine gleichmäßige Fugenbreite ergibt.

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Gerade ziehen mit Gurt

Da Holz ein Naturprodukt ist, oder, anders gesagt, von den 33 vorhandenen Brettern mindestens 25 mehr oder weniger krumm waren, muss man hier und da etwas nachhelfen. Die Diele wird an die Abstandshalter herangedrückt, an einer Seite verschraubt und dann bei der krummen Stelle an die benachbarte Diele mit einem kleinen Ratschengurt herangezogen. Eine Schiene unter den Dielen erleichtert das Durchfädeln des Gurtbandes.

Da die Terrassendielen leider nicht alle 4m waren, sondern auch mal bis zu 2,5cm länger sowie oft schief geschnitten (warum kriegen die das eigentlich nicht hin?) ist ein abschließender Sägevorgang an der Sichtkante oftmals nicht zu vermeiden. Herr C. aus P. machte mir den Kreissägengott, da ich gar keine Kreissäge besitze (da warte ich noch auf einen Endorsement-Vertrag) und fertigte einen zauberhaften Schnitt.

Die beiden Seitenteile wurden dann noch mit zwei übriggebliebenen Dielen verkleidet und fertigt ist das Schmuckstück! Wenn alles liegt, sollte man die Dielen noch einmal einölen (2x vorher, einmal nachher) und die frischen Schnittkanten mit Öl, oder noch besser Hirnholzöl, behandeln.

So, nun ist aber gut mit Fremdprojekten, mein Dachboden ist schon ein bisschen traurig und der coole Plattenheber setzt Spinnweben an.
Also, auf, auf!
Indiana-Jones-Titelmelodie: on!
Den Akkuschrauber gen Himmel gestreckt!
Voller Tatendrang auf zu neuen Werken !
dannwollenwirmal!

 

 

 

Naja gut, heute bleib ich vielleicht noch auf’m Sofa.

 

 

 

Jahresrückschau oder warum ich nie einen Preis gewinnen werde

Es muss unter uns bleiben, aber ab und zu google ich mich selbst. Ich finde mich dann immer total gut (das war jetzt zweideutig?) und wenn ich meinen Blog google (etwas gesundes Selbstbewusstsein hat noch niemandem geschadet) finde ich auch immer wieder Bloggerkollegen, die hier auch ab und an kommentieren und sogar meinen Blog bei sich vorstellen, nur ich habe es bisher versäumt die anderen Heimwerblogs hier zu präsentieren, weil ich irgendwie nicht dazu gekommen bin. Als ich angefangen bin, dachte ich, ich wäre fast der einzige „Bastelblogger“, aber es gibt schon einige von der Sorte, und eine Übersicht, nein, ein richtiger BATTLE findet sich auf der Seite kaeuferportal.de. Die zehn besten und noch weitere 10 Heimwerkerblogs sind dort prämiert und dürfen sich eine formschöne Schleife umhängen.

Bild: Käuferportal.de

 

Mein Blog bekommt übrigens auch eine Schleife, weil er, fast unbemerkt, im September ein Jahr alt geworden ist.

Als kleine Jahresrückschau will ich dann mal anhand eines Blicks in die Testkriterien erläutern, warum dannwollenwirmal nicht unter den Top20 ist:

Wichtig war uns bei der Beurteilung vor allem ein hochwertiger Inhalt des gesamten Blogs und der einzelnen veröffentlichten Artikel.[…] Die auf den Plattformen verbreiteten Informationen mussten für die Aufnahme unter die Top 20 Heimwerker-Blogs auf seriösen und belegbaren Quellen beruhen.

„Ebenso wie beim Dachfenstereinbau holte ich mir für diese Problemchen professionelle Unterstützung durch den Zimmermann, Dachdecker und Multifunktionsmenschen C. aus M., der angstfrei, aber auch sicherungsfrei spektakulär das Dach erklomm und sich die beschädigten Stellen ansah. Das sorgte für Aufsehen bei Nachbarn und Passanten und ich finde, eine kleine Jonglage hätte sich noch gut gemacht.“

„Tescon No 1. Es schafft eine wasserfeste Verbindung der Rinnen-Folie mit der Innenseite der DWD-Platte (mit Grundierung) und schafft wahrscheinlich auch alle möglichen anderen Verbindungen. Ich denke, Tragflächen von Raketen sind damit angeklebt. Es klebt wirklich unglaublich und toppt selbst mein ziemlich gut klebendes Dampfsperre-an-Wand-Anschlussklebeband. In den Verarbeitungshinweisen steht nichts von “Untergrund muss trocken und straubfrei sein blabla” sondern lediglich: “Klebt nicht auf gefrorenen Flächen”.“

„Ich hatte für zwei Fenster vier verschiedene Baumarkt-Rollos mit fehlkonstruierter Klick-Befestigung, die mir bei jeder Betätigung auf dem Kopf gedonnert sind. Ich kann mich an Fliesen erinnern, die vom schräg anschauen durchbrachen. Es gibt Klick-Rohrsysteme (ohne verlöten und verpressen und wahrscheinlich auch ohne Bohren), bei deren Anblick ich schon im Geiste die Hausratversicherung gegen Wasserschäden erhöhte. Es gibt Kleber, der nicht klebt, Pinsel, die mehr haaren als malen und vor allem kleine Fernseher mit Produktpräsentationen, die mir kalte Schauer über den Rücken jagen.“

„Materialien wie Bauschaum, Silikon, Heißkleber, Draht und Knetgummi umweht seit jeher der Nebel des Pfuschs. Pampe irgendwo reinschmieren ist nach wie vor populär bei Heimwerkern und gestandenen Handwerkern.“

„Vorgefahren kam ein alter und pottendreckiger Transporter mit Anhänger, auf dem neben allerlei Unrat auch die neue Tür herumwippte. Zwei Monteure waren auch dabei, einer schräg grinsend, ein anderer stumm und rauchend.“

„Als wenig besinnlich empfindet die Ehefrau sämtliche Bohr- Stemm- und Abbrucharbeiten in der Vorweihnachtszeit. Der wohlige Baugeruch nach Holz und Asbest Dämmstoffen weicht allmählich dem zarten Duft von Tannenzweigen und Kerzen.“

„Meister88: Ich würde eine 24er Spannmuffenverriegelung einbauen. Dann mit Konterlattung auf die Querbalkenlage aufdoppeln und bündig abkanten. Die Zwischenräume mit IsoBims 83, besser 84 verkragen und verspreizen. Verklemmt aufgefederte Muffenverdopplung ist doch wohl vorhanden??? Ansonsten gute nacht…
Gast123: ???“

„Ich hielt es zunächst für eine gute Idee, die Abhänger schonmal in Form zu biegen (so wie die oberen im Bild), ratschte mir dann an so einem Ding den Kopf auf und verlor eine nicht unbeträchtliche Menge Blut. “

„Aus dem Stockwerk darüber wurden nun im Abstand von 75 cm Kernbohrungen durch die Zwischendecke vorgenommen, um den Lampenanschluss erreichen zu können. Ungünstigerweise wurde zwei mal das falsche Zimmer durchlöchert. Beim dritten Versuch dann wurde zwar das richtige Zimmer gefunden, aber der Lampenanschluss konnte abermals nicht entdeckt werden.“

„Hier nochmal der Warnhinweis: Die folgenden Zeilen dienen nur zur Unterhaltung und stellen keine Empfehlung dar! Nicht nachmachen! Statiker fragen! Im Zweifel jemanden von der NASA dazuholen!“

Eines Tages, Baby, werden wir alt sein und an all das Werkzeug denken, das wir hätten benutzen können. Ich bin ein Meister des Schraubens, wenn’s um Schrauben geht. Bin ein Gipser vom Feinsten, wenn ich vor Spalten steh.

„Es kam, wie es kommen musste: die Breite des Gerätes hatte ich mehrfach mit der Tür abgeglichen, es stellte sich dann aber heraus, dass das Mistvieh 5 cm zu hoch war und damit nicht durch die Gartentür passt. Beim zurücksetzen machte ich eine falsche Bewegung mit dem Achtwegejoystick und versenkte den gesamten Apparat im Blumenbeet.“

„Holla die Waldfee, Baby, und eines Tages werden wir alt sein und an den Plattenhalter denken, Baby, und dann werd ich sagen, Mensch, das Leben ist halt doch kein Werkzeugladen.“

„Do-it-yourself im Urlaub hat viele Vorteile. So kommt bei der mitgereisten Familie selten Langeweile auf, weil alle Angehörigen mit Steine schleppen, Stulle schmieren oder Ritzen aussaugen immer auf Trab gehalten werden. Auch die Kinder fallen abends totmüde ins Bett. “

„Ein eilig herbeigerufener Klempner (Jack Nicholson) sowie zwei Trockenbauer (Cameron Diaz, Jan Fedder) und ein Elektriker (John Goodman) waren ebenfalls nicht erfolgreich und erst als die Bundesregierung sich einschaltete und Angela Merkel (Gerard Depardieu) mit EU-Sanktionen gegen den Lampenanschluss drohte und der ehemalige Innenminister Friedrich (Schlagzeuger der Flippers) eine weitere Affäre witterte…“

„Hätte ich also mit dieser Schraube weitergemacht (die ich plane, direkt Anfang der Woche dem Holzhändler wieder auf den Tisch zu knallen an den Kopf zu schmeißen zu reklamieren), wäre das Ding etwa im April 2015 fertig geworden.“

„Mein persönliches Highlight der letzten Folge war allen ernstes eine Zeitlupen-Klospülung. VORHER gab es nämlich keine richtige Klospülung und so wurde NACHHER die Taste betätigt und der gurgelnde Wasserschwall ergoß sich in Slow-Motion und mit Streichersoundtrack in die Kanalisation. Tränen der Rührung konnte ich nur schwerlich zurückhalten.“

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Also gut, ich werde nie in diesen Charts sein. Aber ich will auch nicht hochwertig, seriös und belegbar sein (beim Wort „belegbar“ muss ich auch immer an Graubrot denken“) – aber was für ein schöner Jahresrückblick eigentlich. Und als kleines Geschenk hatte ich an einem schönen Spätsommertag im September den statistischen Besucherrekord 🙂 Vielen Dank, liebe Leser.

Der nächste Jahresrückblick kommt vielleicht schon als Kinofilm á la Zuhause im Gück? Ich werde mal ein paar Geigentracks aufnehmen gehen und dann in Zeitlupe irgendwen umarmen. Ichfreumichschon ichfreumichschon 🙂

 

 

 

Bundesrepublik

Immer wenn man etwas Neues bekommt, in diesem Fall ein neues Werkzeug, nimmt man über kurz oder lang von etwas Altem Abschied. Hier ist – tatatataaaa – meine erste Makita:

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Neuankömmling

Dazu gibt es ein Ladegerät, das zwar schnell lädt, dessen hundert Symbole und Lämpchen ich aber nicht so richtig verstehe:

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Ladegerät

Die leuchtenden Symbole oben im Bild leuchten gar nicht, sondern sehen auch in stromlosem Zustand leuchtend aus. Außerdem frage ich mich, warum zwei Spalten, wenn man doch nur einen Akku laden kann? Wer sich mit dem Apparat auskennt, darf mich da gerne mal unterrichten.

 

Und auch wenn das jetzt nicht unmittelbar etwas mit meinem neuesten Werkzeug zu tun hat, dann doch mit dem Abschied nehmen: am Wochenende war ich mit meinem Schwager im Haus der Geschichte in Bonn, in dem sehr anschaulich die Geschichte der Bundesrepublik von 1949 bis heute dargestellt wird, und von dieser Geschichte habe ich immerhin auch fast 54% mitgeprägt. Und irgendwie wird man nach sowas leicht sentimental und vermisst die „gute, alte, Zeit“, die ja eigentlich (vielleicht) gar nicht unbedingt besser war als die heutige, aber die für mich doch rückblickend eine gutbürgerliche Wärme und Geborgengheit ausstrahlt.

Ich vermisse Harald Juhnke! Als jovialen Showmaster ebenso wie als schnodderigen Sketchpartner an der Seite von Eddie Arent, gerne auch im Silvester-Vorabendprogramm (was kommt da eigentlich heute? Frauentausch?). Diether Krebs ebenso! Und Helga Feddersen! Dieter Hallervorden gibt’s immerhin noch, der macht jetzt gutes Kabarett, aber „Didi auf großer Fahrt“ war doch auch irgendwie toll, ganz zu Schweigen von Palim-Palim.

Und politisch? Der Kanzlerbungalow(!) symbolisiert auch irgendwie die alte Bundesrepublik, genau wie der Begriff Bundesrepublik als solches. Ich vermisse heiße Bundestagsdebatten (gibt es sie nicht mehr oder schaue ich nur kein Phoenix?) und Willy Brandt. Irgendwie vermisse ich sogar Helmut Kohl. Werner Veigel, der mit „Bonn!“ tagespolitische Beiträge ankündigte. Kanzleramtsminister Seiters, irgendwie. Und die Talkshows im Fernsehen, in denen geraucht wurde. Auch Gaststätten, in denen man noch rauchen durfte und ovale Aschenbecher der 60er.

Dieter Thomas Heck, wie er Größen wie Peter Alexander oder Roy Black ankündigte. Roy Black? Da fällt mir Pepe der Paukerschreck ein, mit Theo Lingen. Eduard Zimmermann, bei dem man assoziierte, dass die Live-Schalte zu Peter Nidetzky oder Konrad Toenz technisch mit einer Mondmission gleichzusetzen seien. Rudi Carrell natürlich, und irgendwie sogar Michael Schanze! Loriot und Heinz Erhardt sowieso; die Sesamstraße mit Lilo, Uwe, Horst und Manfred. Manfred? Genau, Manfred Krug und „Auf Achse“! Dénesz Törz vom NDR im Strickpulli. Irgendwie auch das Traumschiff mit Sascha Hehn. Und die Schwarzwaldklinik mit Professor Brinkmann! Wetten, dass? war noch große Unterhaltung, als Thomas Gottschalk Tina Turner zu Gast hatte.

Ach, du liebe, alte Bundesrepublik. Vielleicht schaue ich mir mal wieder einen Mainzelmännchen-Clip an. In der Zeit sollte auch der Akku geladen sein.

ganz schön schräg…

Ich bin wieder voll beim Dachbodenausbau eingestiegen und plane, die „Schlagzahl“ etwas zu erhöhen, denn eigentlich hätte ich das Projekt gerne dieses Jahr fertig. Also eigentlich-eigentlich hätte ich es gerne bis Anfang/Mitte Dezember fertig. In der Vorweihnachtszeit haben wir doch etwas mehr Übernachtungen von Verwandten und Freunden und da würde sich so ein Gästezimmer ja doch ganz gut machen. Ob ich das schaffe? Mal sehen. Auf jeden Fall leistet der neue Makita-Schrauber gute Dienste und ich habe mittlerweile auch das Ladegerät halbwegs verstanden.

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Spitzen-Dach!

Mit dem Beplanken bin ich nun fast durch, hänge aber gerade am schwierigsten Teil: Der kleine Erker, den ich als Spitzerker ausbauen will. Als Tip kann ich nur weitergeben, bei sowas tatsächlich im Vorfeld schon eine üppige Unterkonstruktion anzubringen. Ich hatte die Unterlattung (bzw. die Metallprofile) im Bereich des Erkers nur etwas sporadisch gesetzt und nun rächt es sich, denn wenn die Platten noch wacklig sind, muss man die ein oder andere Auflage nachrüsten. Es ist aber auch gar nicht so einfach, die einzelnen Schrägen aufeinanderstoßen zu lassen.

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Schräge auf Schräge

Die Platten des Dach-Teils habe ich einfach länger überstehen lassen und dann an der vorhandenen Schräge bündig abgeschnitten. So bekommt man eine schöne Kante ohne Ungenauigkeiten hin.

Blöd ist gerade, dass meine Blechschere zum Schneiden der Profile weg ist. Ich habe daher den Erker kurz ruhen lassen und mit Flächen weitergemacht, weil ich diese Schere einfach nicht finde. Habe ich sie jemandem geliehen? Wer sie hat, bitte hier melden 🙂

Wenn ich sie nicht finde, werde ich wohl mal die Baustelle ausfräumen und sauber machen müssen. Eigentlich lohnt das erst, wenn ich mit der Rigips-Schneiderei fertig bin, denn das macht ja schon eine Menge Staub und Dreck. Aber ohne Blechschere keine Profile und ohne Profile kein Weiterkommen.

Gibt es ein Entrinnen aus diesem Teufelskreis? Wurde die Schere aus Versehen mit eingebaut? Wird der Erker irgendwann fertig? Was haben die Illuminaten mit all dem zu tun?

Diese und noch viel mehr Antworten beim nächsten mal auf dannwollenwirmal.

Blechschere

A.: „Hallo?“
Ich: „Hi, ich bin’s. Sag mal, hab ich Dir mal meine Blechschere geliehen?“
A.:„Oh ja stimmt, so ne blaue?“
Ich: „Nee, ne rote.“
A.:“ okay….wem gehört dann die blaue?“
Ich: „Keine Ahnung“
A.: „Dann hab ich Deine nicht. Was willst du denn damit?“
Ich: „Profile schneiden, so Trockenbauprofile.“
A.: „Nimm doch ne Flex!“
Ich: „Also Rigips sagt, das macht den Korrosionsschutz kaputt.“
A.: „Was macht das kaputt?“
Ich: „Den Korrosionsschutz. Wegen der Hitze. Also die rosten dann vielleicht irgendwann mal…“
A.: „…in 30 Jahren…“
Ich: „Ist ja auch egal, ich will halt meine Blechschere weil es meine ist.“
A.: „Ich hab nur ne blaue.“
Ich: „Na, ok, dann bis die Tage…“

B.: „Hallo?“
Ich: „Hallo, ich bin’s. Hast Du zufällig meine Blechschere?“
B.: „Nein, aber Deine Kreissäge habe ich noch!“
Ich: „Ich habe eine Kreissäge?“
B.: „Klar. Hast Du mir mal geliehen.“
Ich: „Ich kann mich gar nicht an eine Kreissäge erinnern?“
B.: „Na vielleicht weil sie immer hier ist? Egal. Bring ich die Tage mal vorbei. Oder wenn Du sie mal brauchst, kannst Du sie ja kurz abholen. Aber wäre gut wenn Du sie danach wieder zurückbringst.“
Ich: „Im Moment brauche ich die Blechschere.“
B.: „Was willst Du damit?“
Ich: „Profile schneiden.“
B.: „Nimm doch ne Flex!“
Ich: „Naja, Rigips sagt…“
B.: „Rigips hat überhaupt keine Ahnung. Die sagen auch, Kreuzfugen reißen wieder auf. Und, ist bei mir jemals was aufgerissen?“
Ich: „Bei dir ist ne Menge aufgerissen!“
B.: „Ach Blödsinn. Silikon macht das schon! Also viel Erfolg noch bei der Suche.“
Ich: „Danke…“

C.: „Hier ist C., hallo….“
Ich: „Hi, ich bin’s, suche meine Blechschere. Hatte ich Dir die mal geliehen?“
C.: „Nee nee….ich hab hier nur Deine Wasserwaage.“
Ich: „Welche Wasserwaage? Ich vermisse gar keine Wasserwaage!“
C.: „Die hab ich mal beim Rebenkötter auf Dein Konto gekauft.“
Ich: „WAS?“
C.: „Ich war grad knapp, da hab ich gesagt, sollen se bei Dir mit auf die Rechnung schreiben.“
Ich: „Na toll. War das die Rechnung mit dem Kantholz und der Steinwolle?“
C.: „Paar Kleinigkeiten, ja…“
Ich: „Ich habe nie was davon gesehen! Also hast Du jetzt die Blechschere?“
C.: „Was willst Du denn damit?“
Ich: „Ist doch egal was ich damit will ich hätte sie einfach gerne HIER!“
C.: „Profile schneiden? Kannste flexen.“
Ich: „Rigips sagt, das rostet dann.“
C.: „Wer sagt das?“
Ich: „Rigips!“
C.: „Kenn ich nicht.“
Ich: „Also hast Du jetzt die sch**** Schere oder nicht?“
C.: „Glaub nicht, nee. Wenn ich sie finde, sag ich Bescheid.“
Ich: „OK, tschüss….“

D.: „Ja?“
Ich: „Ich bin’s. Hab ich DIR mal meine Blechschere geliehen?“
D.: „Ne Schere aus Blech?“
Ich.: „Ne Schere zum Blech schneiden!“
D.: „Was fürn Blech?“
Ich: „Profile“
D.: „Was für Profile?“
Ich: „Trockenbauprofile!“
D.: „Kann´se mitte Flex.“
Ich: „Ah ja? Cool. Bin ich noch gar nicht drauf gekommen. Aber mit ner Blechschere GEHT ES JA VIELLEICHT AUCH!“
D.: „Also ich hab die nicht. Aber hast Du noch meine Flex?“
*klick*

E.: „Hallo?“
Ich: „Ich suche meine verdammte Blechschere und jetzt sag bitte nicht dass die bei DIR RUMLIEGT!“
E.: „Kann sein…“
Ich: „Kann sein? KANN SEIN?“
E.: „Was will’sen damit?“
Ich: „Die FUSSNÄGEL schneiden!“
E.: „Kannste mitte Flex.“
Ich: „Einfach HABEN! Ich hab sie gekauft also will ich sie hier hinhängen, einfach hier haben und benutzen wenn ich will!“
E.: „Echt für Fußnägel? Ich weiß nicht ob…“
Ich: „Für Trockenbauprofile!“
E.: „Wenn man richtig plant, braucht man die gar nicht schneiden.“
Ich: „WAS?!?“
E.: „Hätteste mal Holz genommen. Dann müssteste jetzt nicht die Blechschere suchen.“
*klick*

 

Immer Ärger mit dem Erker

Nachdem das halbstündige Zucken der rechten Gesichtshälfte nach Lesen des Suchbegriffs „Streichrauhfaser direkt auf Fliesen“ nachgelassen hatte, lege ich meine Blogstatistiken zur Seite und berichte über das Fortkommen auf dem Dachboden der Träume, den wir alle so ins Herz geschlossen haben.

Zunächst mal habe ich einiges an Empörung durch den Zentralrat der Fliesentischbesitzer die Trockenbauergilde erfahren. Wenn man so einen Heimwerker/Handwerkerblog schreibt, steht man ja immer unter strenger Beobachtung und ich glaube, nirgends gibt es so viele Schlaumeier gutgemeinte Ratschläge wie beim Bau. Ein Bekannter von mir baut gerade ein Haus und sagt, täglich kommt ein (anderer) Kumpel vorbei und weiss was anderes besser. Besser als Architekt, Handwerker und als Bauherr sowieso. Ähnlich ist es wahrscheinlich nur mit Autos. Ich mag mir gar nicht die Anzahl der Verbesserungsmails vorstellen, würde ich einen Autoschrauber-Blog schreiben 🙂

Jedenfalls sieht es in einem Bild aus dem vorletzten Beitrag so aus, als hätte ich eine 60cm breite GK-Plattte quer genommen und mein Profilraster läge bei 60 cm, was natürlich zu viel wäre. Tatsächlich aber liegt das Profilraster bei 35cm und das Bild täuscht, weil ich da ein paar Reste verbaut (also gestückelt) habe. Rigips beispielsweise emfpiehlt nicht nur eine Blechschere zum schneiden, sondern einen Abstand der Profile von höchstens 40cm bei Decken und Schrägen, weil sonst die Platten irgendwann durchhängen können. Also liege ich mit meinen 35 ganz gut und ich muss nicht wieder alles abreißen. Aber es zeigt ja auch, dass die Leser aufmerksam mitlesen und schließlich lebt so ein Blog ja auch vom Meinungsaustausch. Also nichts für Ungut, ich freue mich immer über Meinungen und auch Kritikkkkgggrrrrrr.

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nochmal!

Apropos Rausreißen: Ich habe den Erker tatsächlich nochmal neu gemacht. Wie bereits angedeutet, hatte ich die Unterkonstruktion hinsichtlich Menge und Abstände etwas zu lasch gemacht, hatte dann zwar die Platten irgendwie festgekriegt, aber um die ganze Konstruktion mäanderte der Hauch des Pfuschs. Nun habe ich auch im Erkerbereich CW-Profile angebracht, was den Erker zwar etwas verkleinert (ist trotzdem noch genug Kopffreiheit), aber die Platten haben eine vernünftige Befestigungsauflage.

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Profil an der Erkeröffnung

Auch an der Öffnung, also dem Übergang zwischen Dachschräge und Erker, habe ich ein Profil angebracht. Macht man das so? Keine Ahnung; einer der wenigen Bauschritte, die ich nicht ergoogelt oder irgendwo gelernt habe, hier hab ich jetzt mal einfach gemacht. Die Trockenbauergilde darf gern ihre Meinung kundtun!

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Fertig beplankter Erker

Aber, yeah Baby, man sieht ja im Bild, es ist ziemlich cool geworden! Die Platten sind alle schön fest und es klappert und bewegt sich auch nix.

Was man auch sieht, ist die Fensterbank: da habe ich die Schräge unterbrochen, denn wenn ich mit der Schräge gegangen wäre, hätte ich eine 40cm tiefe Fensterbank. Also habe ich dort vorher eine Vertikale eingebaut, auch nicht ergoogelt, sondern CW-Profile gekantet und eingebaut, so:

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Auflage für Fensterbank

Und der Erker ist jetzt endlich fertig! Mein lieber Herr Gesangsverein, der hatte es wirklich in sich. Wenn drei Schrägen aufeinanderstoßen, finde ich das schon ziemlich anspruchsvoll. Danach ging es mit Geraden weiter und das war dann vergleichsweise einfach, so dass ich am Ende des Tages auch die Südseite fertig beplankt hatte:

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Fertige Südseite

Die eigentliche Arbeit, das habe ich beim Erker wieder gemerkt, liegt tatsächlich in der Unterkonstruktion. Wenn die gerade und sinnvoll ist, geht das Beplanken fast wie von selbst. Jetzt nur noch die halbe Westseite mit Platten versehen, den Drempel bauen und dann wird aufgeräumt und gesaugt und dann kommt das Spachteln dran. Darauf freue ich mich schon irgendwie, denn Spachteln macht (mir) Spaß und wer gut spachtelt, braucht wenig zu schleifen.

Ich habe noch ein bisschen Angst, dass die Fensterbank in Kombination mit dem Drempel eine Doppelstufe ergibt und dann doof aussieht, aber ich habe auch gerade keine bessere Idee. Vielleicht von Euch jemand? Drempel oder Fensterbank vorziehen nimmt zu viel Raum weg. Fensterbank auf Drempelhöhe zurücksetzen geht nicht weil dann schon das Fenster kommt. Wie es wirklich aussieht, sieht man wohl erst, wenn der Drempel steht.

Habt ihr eigentlich das mit der Blechschere mitgekriegt? Ich hatte ein paar Kumpels angerufen, aber keiner hatte das Ding. Ich habe mir jetzt eine neue gekauft. Vom Baustoffhandel – und das Ding ist wirklich der Hammer. Obwohl die vorige aus dem Baumarkt ja auch schon ganz gut (und genau so teuer) war, ist diese noch ein Stück besser und Profile schneiden geht wirklich wie durch GuteButter. Allrounder C. aus P. hat mir erklärt, was es mit Blechscheren auf sich hat, denn es gibt linksseitige, rechtsseitige und mittlere(?) Scheren. Und zwar: Bei linksseitigen fällt der „Abfall“ nach links, bei rechtseitigen nach rechts. Die mittlere Produziert keinen Abfall höhö..
Ach, und die Farbe des Griffs steht für die Härte, die das Ding verarbeiten kann. Eine Wissenschaft für sich! Bei Profilen ist die Seite relativ egal, aber wenn man im Spenglerhandwerk arbeitet, filigrane Sachen schneidet usw., ist das sicher wichtig.

Ich habe eine mittlere gekauft, weil ich zum Kaufzeitpunkt den Unterschied noch nicht kannte, und da die mittleren deutlich vergriffener waren als die linken und rechten, sieht es so aus, als sei ich nicht der einzige der dachte: keine Ahnung was links und rechts ist, also lieber mal mittel nehmen 🙂 („Wollen Sie C-33 oder D-45 oder normal?“ – „äääh…normal!“)

Das mit dem „ergoogeln“ klappt übrigens kaum noch, weil irgendwie immer mein Blog als Ergebnis kommt? Ist das nur bei mir so? personalized-google? Ein Aufruf an die werte Leserschaft: Bitte mal

„trockenbau erker drempel“

googlen. Kommt bei Euch auch dannwollenwirmal als erstes?

Das wäre mir sehr unangenehm wenn auf der ganzen Welt  in ganz Deutschland die Bilder meiner ersten (halbschönen) Erkervariante als Referenzobjekt auftauchen.

Bitte probiert das mal aus und sagt mir Bescheid!

Was ist, wenn das wirklich überall so ist? Fällt die Trockenbauergilde endgültig über mich her?
Lauert man mir nachts auf, bewaffnet mit Cuttermessern und Magazinschraubern?
Werde ich demnächst an der Supermarktkasse angefaucht mit „Du weißt ja wohl dass Du da Armierungsband mit reinspachteln musst?“
Gehen Tausende von Bauschäden im Lande auf meine Kappe?

Nächste Woche zeige ich, wie man ein Vogelhäuschen baut…

 

 

Geständnisse eines Schaumschlägers

Das „Grobe“ ist tatsächlich geschafft und ich kann das Kapitel „Beplanken“ nun erstmal zu den Akten legen. Den Drempel der Südseite habe ich als letzte Etappe fertiggestellt; an der Westseite mit dem großen Dachfenster gibt es ja keinen Drempel und die Dachschräge geht bis zum Boden.

Das Schönste aber war tatsächlich das Aufräumen! Säckeweise Gipskarton-Reste, ganz viel Staub und Dreck und was man eben noch so findet (nein, die Blechschere habe ich tatsächlich auch beim Aufräumen nicht gefunden) konnte ich entfernen und nun wirken die Räume erstmal richtig in ihrer vollen Größe:

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Blick vom Eingang in die beiden Räume

IMG_3008Südraum mit Erker

Etwas problematisch fand ich tatsächlich das präzise Herstellen der Grate (also die Kanten, an denen zwei Dachschrägen aneinanderstoßen). Auch wenn ich mir wirklich viel Mühe mit dem Ausmessen gegeben habe (sogar eine Schmiege zur Hand genommen), sind die Übergänge nicht überall richtig gut geworden und es entstand schon mal eine Lücke zwischen den beiden Flächen.

Damit dort später nicht ein halber Sack Spachtel rein muss, habe ich die Lücken – und ja, ich oute mich an dieser Stelle – mit Bauschaum Montageschaum PU-Schaum gefüllt und bündig mit der Schräge abgeschnitten:

IMG_3009Pfusch oder nicht Pfusch?

Das Ganze will ich dann mit eingelgtem Glasfaserstreifen spachteln. Ähnliche Stellen habe ich auch am Übergang Holzbalken/Dachschräge, weil es (mir) nicht möglich war, den Balken an all seinen vier Seiten bis ans Holz lückenlos zu beplanken. Besonders über dem Balken in Richtung Decke hat man eigentlich gar keine Chance, eine GK-Platte zu befestigen.

Ich werde natürlich Bericht erstatten, wie gut das bewehrte Überspachteln an diesen Ecken funktioniert und wie stabil es dann wird.

Als nächstes folgt nun also das Spachteln. Danach soll das Ganze grundiert und mit Reibeputz gestaltet werden. Es gibt also noch einiges zu tun, aber ich habe das Gefühl, es geht jetzt auch richtig voran 🙂

 

Die kleine Spachtelschule

Ja, aber Holla die Waldfee, Baby! Da hab ich Teufelskerl doch in netto zwei Tagen quasi die ganze Spachtelei geschafft. Der Reibeputz ist bestellt und kommt Anfang nächster Woche (Körnung 1,5! Die muss bestellt werden. 2mm war mir – zumindest von diesem Hersteller –  zu grob) und bis dahin will ich dann auch geschliffen und grundiert haben.

Doch eins nach dem anderen. Ich dachte mir, ich zeige heute mal ein bisschen was übers Spachteln. Es wird oft unterschätzt („Spachteln brauchen Sie nicht mehr! Das hat unser Omma schon gemacht!“), dabei ist das Spachteln doch  die Königsdisziplin des Trockenbaus und hier trennt sich klar die Spreu vom Weizen, wie der Volksmund so schön sagt. Der gemeine Trockenbauer/Gipser/Maler ist sehr stolz auf sich, wenn er es kann, aber in seinem Urteil auch sehr vernichtend, wenn es jemand nicht kann oder falsche Aussagen darüber trifft (gut, das könnte mir hier auch passieren. Aber dem drohenden Shitstorm stelle ich mich hier ja jede Woche).

Tatsächlich aber ist das Internet voll von Humbug und schrägen Tipps, was das Spachteln angeht. Dabei ist es mit etwas Übung gar nicht sooo schwer und wenn man es richtig macht, kann es sogar Spaß machen 🙂

Werkzeuge
Werkzeug: Traufel, „Fassaden“spachtel, Gipserkelle

Es geht los mit dem richtigen Werkzeug. Der Sinn des Spachtelns im Trockenbaubereich ist ja größtenweils, Spalten zu füllen. Diese Spalten sind beispielsweise zwischen zwei Platten. Wählt man also ein breites Werkzeug, das seitlich auf den Platten aufliegt, also diese als Führungsschiene benutzt, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Spalt in Plattenstärke mit dem Gips gefüllt wird:

Spachteln
Spachtel wird über die Platten, quer zur Fuge gezogen

Viele Leute, die dann frustriert sind, versuchen das Spachteln mit einem zu schmalen Werkzeug und schmieren mit diesen kleinen Haushaltsspachteln-mit-Holzgriff irgendwo Mumpe hin. Das wird selten schön werden und deshalb brauchen wir entweder eine Traufel (links im ersten Bild – auch Glättkelle genannt) oder einen breiten Spachtel (Fassadenspachtel/Breitspachtel/Flächenrakel). Welches Werkzeug man benutzt, ist Geschmackssache. Ich liebe meinen Fassadenspachtel (damit kann man auch gut Rauhfaser reißen, nur mal so am Rande!) und bin damit geschickter und wendiger als mit der Traufel. Andere schwören eher auf die Traufel – jedem das seine.

Die Spachtelmasse wird mit der Gipserkelle (rechts im ersten Bild) auf das Spachtelwerkzeug gestrichen. Außerdem ist eine solche kleine Kelle auch praktisch für Ecken oder andere Spezialaufgaben.

Was man sich noch an Werkzeug gönnen sollte ist ein kleiner Rührer für die Bohrmaschine/Akkuschrauber (oder auch ein komplettes Rührgerät, wer mag), denn damit bekommt man die Mischung schön klumpenfrei hin. Und damit geht’s auch schon los: Die Mischung.

Mixer
Anrühren

Man nehme: einen sauberen(!) Eimer. Das ganze Zeug muss wirklich sauber sein. Auch wenn es nervt, immer wieder sauber machen, abkratzen, auswaschen…jedes Bröckchen in der fertigen Mischung wird an der Wand zum Ärgernis. Dort hinein: zuerst das Wasser. Dann: das Spachtelmassen-Pulver einstreuen. Nicht irgendwas, sondern das vom GK-Hersteller für das System vorgesehene Zeug (in meinem Fall: Rigips VarioSpachtel, oder so). Mengenmäßig richtet man sich entweder nach den Mischungsangaben auf der Packung, oder streut nach Gefühl ein, so ungefähr bis knapp unter die Wasseroberfläche, vielleicht noch mit nem Inselchen dabei. Dann lässt man das Ganze ein paar Minuten „sumpfen“ und mixt dann ordentlich durch. Ob die Konsistenz gut ist, sieht man am Kellentest: eine Kelle voll nehmen, Kelle umdrehen, wenn’s kleben bleibt, ist super.

Ist die Mischung zu flüssig, gibt’s eine große Sauerei weil ständig was runterplatscht und die Nähte ’schrumpfen‘ auch stärker, und wenn’s zu fest ist, gibt es Klümpchen und damit Grate (also kleine Furchen) in der gespachtelten Fläche.

Man sollte auch nicht zu mutig sein und sich nen ganzen Sack anmischen, denn vermutlich schafft man gar nicht so viel weg und ruckzuck, fängt die Mischung an zu trocknen. Man hat ungefähr 40 Minuten Zeit, aber dann wird die Mischung innerhalb von Sekundenbruchteilen (gefühlt) unschön. Ich schaffe beispielsweise immer einen halben Sack (2,5 kg+Wasser) in der Zeit.

Nun wird aber gespachtelt! Mit der Kelle Spachtelmasse auf die Traufel/Breitspachtel tun und den Spalt erstmal längs zur Fuge üppig ausfüllen, dann quer zur Fuge abziehen. Je nach Neigung des Spachtels wird das abziehen schärfer oder eben nicht. Wenn scharf gespachtelt wird (steiler Winkel des Werkzeugs zur Oberfläche) bleibt wenig Spachtelmasse auf den Platten und die Fuge ist idealerweise auf der gleichen Höhe wie die Platten gefüllt. Das gibt dann später keine Hügel und Huppel.

Grate Frrmdkörper
Grate durch Fremdkörper

Oben sieht man die Quittung, wenn das Gefäß/Werkzeug nicht richtig sauber war oder man aus anderen Gründen irgendeinen Fremdkörper mitschlört: kleine Furchen in der Fläche. Meist sind sie wieder weg, wenn man nochmal drübergeht, aber wenn sie hartnäckig sind, sollte man mal nach der Ursache schauen.

Grate Trocknung
Grate durch zu trockene Masse

Hier sieht man ein typisches Bild, das entsteht, wenn die Spachtelmasse die 40 Minuten erreicht hat: sie wird trocken und es bilden sich Klümpchen. Es gibt dann kein sauberes Bild mehr und wenn man dann tatsächlich noch 20 Gramm über hat und sich damit quält, sollte man sie beherzt entsorgen und neu mischen.

Schlimmer als Grate finde ich übrigens Hügel und Berge. Eine kleine Furche/Kratzer kann man im zweiten Durchgang gut wieder füllen, eine Erhöhung, zum Beispiel durch zu viel Spachtel (nicht scharf genug gespachtelt, Unebenheiten etc.) kann man nur mühevoll wegschleifen und sie bleibt auch unter der dicksten Tapete noch sichtbar.

Schraubenkopf
Schraubenkopf guckt raus!

Was immer wieder passieren kann: die Schrauben sind nicht tief genug drin. Trotz Magnetbit mit Tiefenanschlag gibt es schonmal hier und da ein Köpfchen das neugierig ist und an dem der Spachtel hängenbleibt. Auch diese Köpfe wird man hinter einer Rauhfaser noch sehen und wer Schraubenköpfe rausstehen lässt, kommt bedauerlicherweise ins Fegefeuer. Also, mit Gefühl reinschrauben (auch nicht zu tief) und drüberspachteln.

Abstoßen
Abstoßen

Wenn man nun alles gefüllt und der Spachtel etwas abgebunden hat, geht es ans Abstoßen. Alle Flächen werden mit dem Spachtel abgestoßen (also stoßen, nicht streichen), dadurch werden überschüssige Spachtelmasse, kleine Kanten usw. entfernt.

schrumpfen (2)
Schrumpfen – Grund zum Nachspachteln

Wenn das Ganze getrocknet ist, wird man hier und da bemerken, dass die Spachtelmasse sich etwas zusammengezogen hat und man nun kleine Täler in den Fugen und Schraubenlöchern hat. Das ist nicht besorgniserregend, sondern gibt uns einen schönen Grund, ein zweites mal zu spachteln. Dafür gibt es übrigens auch eine „Finish“-Fertigmischung, wenn’s ganz glatt werden soll, ich habe aber meist mit dem normalen Pulver (für’s zweite mal evtl. auch einen Hauch dünner angemischt) gute Ergebnisse erzielt. Es wird jetzt also überall scharf nachgespachtelt (Achtung, man braucht viel weniger Spachtelmasse als beim ersten mal – also ggf. auch sparsamer anmischen) und dann abgestoßen.

Schleifen
Schleifer

Wenn das Ganze trocken ist, kann geschliffen werden. Dazu nehme ich ein feines Schleifgitter, das in einen Handgriff geklemmt wird. Es setzt sich nicht so schnell zu wie normales Schleifpapier und das Ding liegt gut in der Hand. Eine Staubschutzmaske verhindert Hustenanfälle und Pneumokoniose.

Hat man die Spachtel-Tipps befolgt, muss man nicht mehr viel Schleifen (es gibt sogar Leute die behaupten, sie müssten gar nicht Schleifen), nur fürs Gefühl bisschen-hier-bisschen-da, damit’s auch schön glatt ist.

Übrigens: die verschiedenen Oberflächen-Güteklassen (superglatt, total glatt, nicht-schlecht-fürn-Anfang, Relief) sind genormt, wer sich da näher einlesen möchte, findet hier eine Übersicht. Wer z.B. eine hauchdünne Vliestapete kleben möchte braucht eine andere Oberlächengüte als unter Fliesen.

Ich merke gerade, dass ich die kleine Spachtelschule teilen muss, sonst wird es einfach zu lang und alle schlafen ein! Wenn Sie bis hierher gekommen sind, werter Leser: Ehrlicher Respekt und Anerkennung. Ich würde dann die Themen „Glasfaserstreifen/Fugendeckstreifen einspachteln“, „Übergang Drempel-Dachschräge“ und „Eckschienen einspachteln“ sowie damit verbunden „Dachfenster spachteln“ aufs nächste mal verschieben.

Am Schluss noch ein kleiner Hinweis auf meine neue Seitenleiste: unter der Rubrik „Tellerrand“ habe ich einige Heimwerkerblogs zusammengestellt, die einen Besuch wert sind und die man sich zum Beispiel mal anschauen kann, wenn es hier gerade mal nichts Neues gibt.

Also, man darf gespannt sein auf der Spachtelschule zweiter Teil (für „Fortgeschrittene“ 😉  ) – bis dahin kann man auch zuhause üben, zum Beispiel mit dem Brotmesser auf dem Frühstücksbrett oder beim Massieren der Gattin.

 

 

 

 

Vogelhaus aus Blitzzement

Der heutige Suchbegriff  „leitung unter ziegel machen“ (WAS?!?) veranlasste mich dazu, meine All-Time-Top-10 der Suchbegriffe auf meinen Blog zu verfassen (so viel Zeit muss sein):

10. „schalter und steckdosen tauschen mit nebengewerbe“

9. „gibt es laser für schiefe wände spachteln“

8. „wie und in welcher richtung steckt man led lampen in rigipsdecke“

7. „wie wende ich beim hausbau den satz des pythagoras an“

6. „nicht tragende wand entfernt alle zargen verzogen „

5. „streichrauhfaser kabelschlitze“

4. „feuerfester bauschaum“

3. „reibeputz fußboden“

2. „streichraufaser über fliesen“

and the winner is:

1. „dachboden mit bauschaum demmen“

Apropos Dachboden: Nach Abschluss des Kapitels „Spachteln und Schleifen“ kommen jetzt die ersten Oberflächenarbeiten, und das sind motivierende Tätigkeiten, denn die Räume sehen plötzlich ganz anders aus („warte ab, wenn erstmal Farbe drauf ist!“). Als Wandbelag habe ich mir einen feinen Reibeputz ausgedacht.

Ich glaube, Putz ist im Innenbereich eine oft unterschätzte Wandgestaltung. Es gibt halt nicht nur Farbe und Tapeten. Viele denken bei „Putz“ an Außenputz oder groben Rauhputz mit dem Charme eines bayrischen Wirtshauses.
Aber feiner Putz mit 1 – 2 mm Korn sieht im Innenbereich meiner Meinung nach total gut und filigran aus und hat überhaupt nichts grobes oder rustikales. Ich habe einen Reibeputz mit 1,5mm Korn gewählt, hier mal ein Detailbild der Struktur:

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Reibeputz 1,5mm Körnung

Bevor aber geputzt werden kann, muss erst grundiert werden! Was aber tut eigentlich Grundierung?

Eine Grundierung sperrt in diesem Fall die Gipskartonwand ab und sorgt dafür, dass sie nicht mehr so viel Wasser aufsaugt. Würde man ohne Grundierung verputzen, zöge die Wand zu schnell und zu viel Feuchtigkeit aus dem Putz, und dieser würde Risse bekommen oder sogar wieder abfallen. Und da man selbst im Baustoffhandel meines Vertrauens unsicher war, ob nun Tiefgrund oder Putzgrund das Richtige ist, und da ich zwei verschiedene Verkäufer zu verschiedenen Bauphasen habe, ist jetzt ein Raum mit Tiefgrund und einen mit Putzgrund 🙂

Tiefgrund ist auf jeden Fall nicht verkehrt und ist auch die richtige Wahl wenn z.B. tapeziert werden muss. Er wird mit dem Quast aufgetragen und ist relativ farblos.

Der Putzgrund ist schon weiß eingefärbt, das ist praktisch, wenn man im Reibputz kleine Riefen hat, an denen sonst das grün der GK-Platte rausschauen würde. Weißen Reibeputz auf weißem Putzgrund muss man sehr wahrscheinlich nicht nachstreichen. Und es gibt noch einen Vorteil: Der Putzgrund hat nach dem Trocknen eine leicht griffige Struktur durch kleine Partikel, die die Haftung des Putzes verbessern. Also: Beides geht, Putzgrund ist noch besser.

Nach dem Trocknen (12-24 Stunden, je nach Herstellerangabe) kann dann verputzt werden. Ich nutzte diese Zeit, um noch eine Kaminofenklappe auszutauschen. Wenn mal irgendwann ein Ofen kommt, muss die Klappe sowieso neu (Auflage Schornsteinfeger), und da Staub und Dreck eh grad Thema sind, hab ich die dann mal neu gemacht.

Zunächst wird die alte Luke rausgestemmt, ganz konventionell mit Hammer und Meißel:

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Loch!

Die neue Klappe wird dann nicht geschraubt oder genagelt (nein, auch BAUSCHAUM ist keine Option! Aber vielleicht geht es mit dick aufgetragener Streichrauhfaser?) sondern mit Schnell-Zement eingemauert. Es muss kein Feuer-sonstwas-Zement sein, jeder normale Zementmörtel ist hitzebeständig genug dafür. Schnell/Blitzzement deshalb, weil man ansonsten die Klappe für die Trocknungszeit fixieren müsste, damit sie nicht wieder rauskippt.

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Sopro hat wieder alles gegeben!

Ich wählte einen Montagemörtel von Sopro, und wie es bei Sopro immer so ist: das, was sie machen, machen sie gut. In diesem Fall wurde scheinbar Priorität auf die Silbe „Blitz“ gelegt, und tatsächlich wird das Zeug in gefühlten 3 Mikrosekunden knüppelhart. Da is nix mit nochmal schön modellieren und nachreiben und anhübschen! Zack-feddich. Fest.

Das ist übrigens auch der Grund, warum es weder hier noch sonst irgendwo Bilder vom Einbau einer Ofenklappe gibt. Es gibt immer nur vorher-nachher-Bilder und Videos (das hier zum Beisipel), weil der Blitzzement so schnell trocknet, dass zum fotografieren keine Zeit bleibt. Daher hier auch nur das Nachher-Bild:

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Drin!

Achja, die Ränder des Loches, also die Stellen, wo der Highspeedzement aufgetragen wird, müssen natürlich abgefegt und vorgenässt werden. Generell ist vornässen (mit Quast oder so) beim Hantieren mit Zement, Mörtel usw. immer eine gute Idee, denn das ist zumindest eine rudimentäre Haftbrücke und das Zeug wird besser halten als auf trockenem oder gar staubigem Untergrund.

Dann wird die Klappe in ein üppiges Mörtelbett (an allen vier Innenseiten der Öffnung) gedrückt und (schnell) gerade ausgerichtet. Die Innenseiten werden dann mit der Kelle geglättet, schnell, schnell, dann noch Außen bisschen dran, oooohhhh, bloß schnellll….überschüssigen Mörtel abstreichen, bisschen glätten – ups, zu Granit geworden.

Wenn die Klappe schön sitzt, kann man die Tür wieder einhängen (die sollte man während der Montage rausnehmen, damit die Klappe durch das Türgewicht nicht rausfällt) und alles ist schön:

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Nee, wat schön!

Nun geht’s aber mit dem Putz los! Viele haben Angst davor, aber wenn man es eingigermaßen kann, ist es fast noch leichter als tapezieren. Ich habe mir das übrigens von „M1MOLTER“ abgeschaut, der einen Youtube-Channel mit tollen Heimwerkertips betreibt. LINK

Ähhnlich wie beim Spachteln und wie bei vielen anderen Tätigkeiten auch, gibt es meistens ein Geheimnis, und wenn man das weiß, geht’s wie von selbst. Beim Reibeputz ist das Geheimnis: „Auf Kornstärke aufziehen“ (ist ja eigentlich gar kein Geheimnis). Man trinkt also ein paar Korn, bis man eine gewisse Kornstärke erreicht hat, und dann haha

Der Reibeputz (hier: Fertigmischung von Laier) wird mit der Traufel auf die Wand aufgetragen. Für mich hat sich eine Arbeitsrichtung von unten nach oben bewährt.

Kornstärke heißt, dass die Putzdicke beim Aufziehen der Kornstärke (1,5mm in diesem Fall) entspricht. Dazu sollte man die Traufel ungefähr in diesem Winkel halten:

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Aufziehen mit der Traufel

Wenn man zu „scharf“ aufzieht (Winkel Richtung 90° zur Wand), trägt man den Putz zu dünn auf, wenn man den Traufel zu flach hält, wird der Putz zu dick. Und das merkt man spätestens beim Abreiben. Hat man den Putz nämlich vollflächig aufgezogen, wird mit einem Reibebrett die Struktur hineingebracht. Ich mache immer Kreisbewegungen, aber auch horizontale, vertikale oder sonstwas-für-Bewegungen wären denkbar.

Beim Abreiben muss es sich also so anfühlen, als würde man Kieselsteine auf die Straße schütten und dann ein Brett darauf herumreiben. Es muss ganz leicht gehen! Wenn es sich klebrig, zäh und schwer anfühlt und die Struktur nicht gleichmäßig wird, ist der Putz zu dick. Das Reibebrett muss immer wieder an der Traufel abgestrichen werden, damit es frei von überschüssigem Putz ist. Abgerieben wird übrigens eher von oben nach unten, weil ja immer was runterfällt.

Ganz am Ende gehe ich nochmal mit groooßen Kreisbewegungen über die Fläche, schaue mir das Ganze gut an und korrigiere hier und da noch Unregelmäßigkeiten in der Struktur.

S0 vorgegangen, habe ich einen Raum in ziemlich genau einem Tag geschafft. Und es sieht gut aus! 🙂 Die Wände sind kaum wiederzuerkennen. Und ich erst:

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Schweinerei!

Beim Putzen der Dachfenster-Innenseite-oben-über-Kopf wird dann auch schonmal die Visage gesprenkelt.
Zum Schluss noch eine Umfrage: Hier dürfen die Blogleser entscheiden Anregungen geben!
In welcher Farbe sollen die Holzbalken gestrichen werden? Hier sind sie nochmal im fertig geputzter Umgebung zu sehen:

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Hell? Dunkel? Gelb? Grün? Ein frisches Mausgrau?
Also bitte die Farbvorschläge als Kommentar hinterlassen.

Nächstes mal geht es weiter mit der Strom-Arie! Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich elektrische Dinge hier zeigen, geschweige denn erklären sollte? Vielleicht lieber was harmloseres.

Dann zeige ich halt doch endlich mal, wie man ein Vogelhäuschen baut.

Aus Silikon, Bauschaum und Streichrauhfaser.

 

 

Nicht lesen! Gefahr!

Die Adventszeit ist gekommen und das Haus riecht nicht nach Tannenduft und Kerzen, sondern – und das ist auch schön – nach Holz und Sägemehl. Die Holzdielen werden im Moment verlegt und ich werde dem Thema in den nächsten Wochen noch einige Posts widmen. Im Moment eilt der Baufortschritt ja dem Blog etwas voraus.

Bis es soweit kommen konnte, musste natürlich der Putz fertig (ist auch fertig! War nett, aber jetzt reicht’s auch) und auch das Gewerk „Elektro“ vollendet werden. Ich bin zwar offiziell Elektrofachkraft, aber kein gelernter Hausinstallateur und so habe ich das Ganze in ‚Zusammenarbeit‘ mit einem befreundeten Elektriker gemacht. Weiterhin soll dieser Bericht natürlich keine Anleitung zum Nachmachen sein, sondern nur eine Beschreibung, wie ich es gemacht habe.

Der Vorbesitzer hatte bereits eine Leitung von der Hauptverteilung im Keller bis hoch zum Dachboden legen lassen. Diese Leitung war in der Hauptverteilung an einem Sicherungsblock mit Schraubsicherungen (NEOZED) angeschlossen. Es fehlte allerdings noch die eigentliche Zuleitung zu diesem Sicherungsblock. Bevor man sich an sowas zu schaffen macht, muss die Spannung allpolig abgestellt und gegen Wiedereinschalten gesichert sein. Der stromlose Zustand ist zu messen. Die fünf Sicherheitsregeln sind auf jeden Fall zu beachten und davon abgesehen sind solche Arbeiten natürlich nur von Elektrikern mit Jodeldiplom und Mofaführerschein auszuführen.

Die Hauptsicherungen (NH) wurden mit einem speziellen Handschuh (Aufsteckgriff) entfernt und die Abdeckung wieder verschlossen. Nun konnte die neue Zuleitung hergestellt werden. Ich habe mit Hilfe einer Hauptleitungs-Anschlussklemme die Leitung hinter dem Zähler aufgesplittet. Wichtig ist, dass alle Kontakte fest verschraubt werden und dass in einer Klemme keine verschieden großen Querschnitte verwendet werden. Wenn irgendwas nicht richtig fest sitzt, kann es durch Kontaktschwierigkeiten zum Schmoren und schließlich zum Brand kommen.

Ein paar Stockwerke höher kommt dann die Leitung oben an, wo ich eine kleine Verteilung (in einem zu großen Kasten) aufgebaut habe. Sie besteht aus FI(RCD)-Schutzschalter und drei Automaten (Leitungsschutzschalter). Diese Elemente werden gerne verwechselt: Der Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD) schützt den Mensch, der Leitungsschutzschalter die Leitung (vereinfacht gesagt 🙂 )

Von der ankommenden Zuleitung werden die drei Außenleiter (Phasen) und der Neutralleiter („Null“) am FI an der Oberseite angebracht:

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Einspeisung FI/RCD/Fehlerstromschutzschaltere

Strenggenommen ist der Farbcode im Bild nicht ganz richtig. Braun macht eigentlich L2, und der eine schwarze (der in der Leitung zwischen N und PE liegt) ist L1, und der verbleibende schwarze L2. Aber so wie im Bild war es am NEOZED-Block angschlossen, und da habe ich es so gelassen. Deutlich wichtiger ist auch die richtige farbliche Kennzeichnung von N (blau) und PE (grün-gelb). Der Schutzleiter/PE grün-gelb wird übrigens nicht am FI, ,sondern an der Schutzleiter-Verteilerklemme der neuen Verteilung angeschlossen.

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Dreiphasen-Weiterleitung zu den LS-Schaltern

Der FI ist also das erste Glied in der Kette und gibt nun seine drei Phasen an die danebenliegenden LS-Schalter weiter. An jeden LS-Schalter wird nachher ein Stromkreis angeschlossen. Zur Weitergabe der drei Phasen gibt es auch Dreiphasenschienen, gerade bei mehreren LS-Schaltern ist das eine schnelle Verdrahtungshilfe. Geht aber auch in „Handarbeit“ mit Brücken, wie oben im Bild zu sehen. Auch hier wichtig: Alles muss fest verschraubt sein. Lieber nochmal dran wackeln und nachziehen.

Der „N“, der ‚unten‘ aus dem FI kommt, wird dann an der Neutralleiter-Verteilerschiene angeschlossen. Und nun kann der erste Sicherungsautomat mit einem Stromkreis verbunden werden:

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Anschluss eines Stromkreises an den LS-Schalter

Wie oben im Bild zu sehen, sitzt der Kasten schief anne Wand hat die eingebaute Libelle einen Fehler wird ein ankommender Stromkreis mit dem Außenleiter (Phase) an den passenden Automaten angeschlossen (braun). Der Schutzleiter (grün-gelb) wird an der Schutzleiterverteilerschiene und der Neutralleiter (blau) an der N-Schiene angschlossen. Ganz links sieht man die N-Einspeisung vom FI. Auf diese Weise werden nun alle LS-Schalter mit den ankommenden Leitungen verbunden.

Wenn alles schön ist, wird die Frontblende angebracht und die Spannung kann nun wieder eingeschaltet werden. Jede Steckdose wird jetzt gemessen (L->N 230V, L->PE 230V, N->PE ca. 0V) und natürlich wird auch noch eine Installationsmessung vorgenommen.

Also, es funktioniert alles und ich konnte endlich das Bau-Elektro-Provisorium mit 28 Dreierdosen abbauen. Und Licht geht mit Schalter an, juchhuu 🙂

Ähnlich wie beim Thema „Türsturz einbauen“ sage ich natürlich auch hier: Nicht nachmachen. (Aber meine Blogstatistik zeigt mir, dass gerade die ‚verbotenen‘ Themen die populärsten sind…)

In den nächsten Wochen lesen Sie hier:

– Alufolie – der kleine Helfer bei Hochvoltanlagen

– Plutonium – der unterschätzte Alleskönner für den Heimwerker

– Kartoffelschnaps 2.0

– Schweißgeräte selbst gebaut

– Tim Taylor-seine besten Ideen im Praxisversuch

und

– Mein Freund, die Löschdecke!

 

 

Neulich im Baumarkt

Auch wenn ich Baumärkte mittlerweile eher vermeide – manchmal bleibt keine Wahl, und in diesem Fall wollte ich gemischte Farbe für meine Holzbalken, da hat der Baumarkt T. dann doch die größte Auswahl und so bin ich eben hingefahren.

Bereits im Eingangsbereich fiel mir ein Verkäufer auf, der mich schon vor ziemlich genau 17 Jahrem falsch beraten hat. Sah auch immer noch nicht schlauer aus, na herzlichen Glückwunsch. Aber wer will schon alte Kamellen aufwärmen. In der Farbenabteilung fand ich dann nach lediglich zwei bis drei Stunden einen nicht zuständigen Mitarbeiter, der aber eine zuständige Mitarbeiterin herbeigeholt hat, mit der sich folgender Dialog entsponn:

Ich: „Hallo, können Sie Farbe mischen?“
BM: „Aber natürlich!“
Ich: „Hier ist die Farbkarte. Ich brauche einen matten Lack für Holzbalken.“
BM: „Wenn Sie Holz streichen wollen, brauchen Sie eine Lasur!“
Ich: „Nein, ich möchte was deckendes, keine Lasur, sondern einen Lack!“
BM: „Nein, Nein, für Holz brauchen Sie eine Lasur“ (greift nach einem Eimer)
Ich: „Ich möchte wirklich sehr gerne einen Lack. Wenn es keine Umstände macht!“
BM: (pikiert) „Wie Sie meinen.“ (Greift einen anderen Eimer und macht sich an der Mischmaschine zu schaffen. Währenddessen kommt ein anderer Mitarbeiter und blafft sie an.)
Anderer Baumarktmitarbeiter: „Ist dat noch nich weggeräumt hier?“
BM: „Nein, mache ich sofort! Ich mache gerade für diesen Kunden die Farbe!“
Anderer Baumarktmitarbeiter: „Is ja noch nix ausgezeichnet nix!“
BM: „Mach ich gleich!“ (Der andere Mitarbeiter geht grummelnd und schimpfend davon. Sie dann wieder zu mir:)
BM: „So, die Farbe mischt gerade. Dann käme noch die Grundierung dazu. Wenn sie streichen wollen, müssen sie das vorher grundieren. Sonst hält das nicht, auch wenn man schleift oder so. Also die gibt es in weiß oder grau. Ist ja eigentlich egal, aber ich fände weiß eigentlich besser.“
Ich: „Aber steht da nicht 2-in-1-Lack? Grundierung schon mit drin?“
Sie schaut verdattert erst mich, dann den Eimer an und grübelt.

An dieser Stelle beobachten wir folgendes Baumarkt-Mitarbeiter-Phänomen: Wenn sie der Ahnungslosigkeit überführt sind, geben sie das nicht zu, sonder denken sich Geschichten aus.

BM: „Ja und nein!“
Ich: „Ja und Nein?“
BM: „Ja, da ist ne Grundierung mit drin. Aber das ist so wenig, dass es nur reicht, um eine vorhandene Grundierung aufzufrischen.“
Jetzt gucke ICH verdattert.
Ich: „Äääh, ja, bestimmt. Ich nehme erstmal nur den Lack, danke.“

Ich erhalte den Lack, bezahle und fahre nach Hause. Dort bemerke ich, dass auf dem Eimer „GLÄNZEND“ steht. Ich hatte doch matt gesagt! Während ich überlege, wer überhaupt glänzenden Lack braucht, rufe ich im Baumarkt an.

Dame von der Info: „Baumarkt T., Guten Tach?“
Ich: „Hallo, ich habe eben Farbe mischen lassen und wollte matten Lack. Auf dem Eimer steht glänzend. Ist der Lack jetzt wohl falsch oder nur der Eimer?“
Dame von der Info: „Das weiß ich doch nicht.“
Ich: „Achso.“
Dame von der Info: „Wer hat das denn gemacht? Wie sah die aus?“
Ich: „Nicht so besonders…“
Ich werde weiterverbunden.

BM: „Hallo?“
Ich: „Hallo, ich habe eben Farbe…“
BM: „Einen Moment, ich habe grad noch Kundschaft! Bleiben Sie bitte dran!“

Ich höre das Kundengespräch mit, habe ja keine andere Wahl.

BM:“Also, hier das gelbe haben wir noch, oder dieses mit den Erdtönen.“
Omi: „Das gelbe ist eigentlich ganz schön. Aber ob das reicht…“
BM: „Das weiß ich nicht.“
Omi: „Das ist so groß, so mal so, ob das wohl reicht…“
BM: „Naja das müsste aber reichen“
Omi: „Und haben sie auch Geschenkband dafür?“
BM: „Nee das haben wir nicht“
Omi: „Ahja.“

BM: „Hallo sind sie noch dran?“
Ich: „Sie haben mir eben Farbe gemischt, aber auf dem Eimer steht glänzend. Ich wollte matt!“
BM: „Wollten sie nicht glänzend?“
Ich: „Nein, matt. Hatte ich aber gesagt:“
BM: „Oh, dann habe ich sie falsch verstanden. Ich dachte sie wollten glänzend. Tut mir leid, dann müssen wir das umtauschen.“

Ich fahre also nochmal hin, 20 Minuten ein Weg, habe ja sonst nichts zu tun. Sehe die Mitarbeiterin und gehe zielstrebig auf sie zu.

BM:“Hallo, ahja, die Farbe, ich mache sie nochmal in matt. Waren sie erst an der Info?“
Ich: „Nein, ich bin direkt hierher. Die an der Info hätte wahrscheinlich gesagt, gemischte Farbe ist vom Umtausch ausgeschlossen.“
BM: „Das kann sein. Der Preis ist derselbe, aber die EAN. Es sind andere Artikel. Dann stimmt meine Artikelgruppe nicht. Wegen der EAN. Also der Bestand passt ja dann nicht mehr. Ist derselbe Preis, aber dann passt das ja nicht mehr mit der Nummer. Ich gehe mal grad hin, während es mischt, und hole einen “ – irgendein-kryptisches-Wort.

Sie kommt mit Zettelage wieder und ich fülle ein gefühlt 8seitiges Formular mit Name, Anschrift, Blutgruppe und Schuhgröße aus.

BM:“So, die Farbe ist fertig. Gucken wir doch einmal rein!“

Der Pott sieht genau so aus wie der andere, nur diesmal steht „matt“ drauf. Die Themen Lasur und Grundierung traut sie sich übrigens nicht, erneut anzusprechen.

An der Kasse wird der alte Bon mit dem Formular B3 gegengerechnet, um den Unterschiedsbetrag von 0 Cent zu erfassen. Die Kassenkraft ist überfordert, eine Info-Dame kommt zur Hilfe. Der Rückstau an meiner Kasse erreicht bereits das Werkzeugregal. Ich bekomme Schweißausbrüche.

Am Ausgang treffe ich wieder den langjährigen, verdienten Spezialmitarbeiter. Ich wünsche einen schönen abend und trete mit mattem Lack, aber ohne Lasur und Grundierung und mit einer Erfahrung reicher die Heimreise an.

 

Arbeitsteilung

Während mich der Suchbegriff „unterspannbahn zum hinterlueften aufschneiden“ nur ganz kurz hat aufheulen lassen, berichte ich nun erstmal vom Fußbodenprojekt! Man renoviert ja immer von oben nach unten, damit die Pampe, die man oben irgendwo dranschmiert, nicht unten den neuen Fußboden ruiniert. Und aus diesem Grund gibt es nun als fast(!) letzten Bauabschnitt den Fußboden. Danach kommen nur noch die Zwischentür, Fußleisten, Übergangsleisten, Lampen, Rollos (also doch irgendwie noch ziemlich viel?) und natürlich der Whirlpool und die Bowlingbahn.

Bevor ich vom Boden erzähle, muss ich noch kurz mit diesem wunderhübschen Sichtbalken angeben, der wirklich gut gelungen ist:

Sichtbalken Trockenbau
Sichtbalken im Trockenbau

Technisch wurde das so gelöst: an der Seite des Balkens wurde die Dampfbremsfolie bis an den Balken herangeführt und verklebt. Im Abstand von „gut“ 12,5mm von der Balkenkante habe ich Viertelstab-Holz aufgeschraubt. Die restlichen Felder wurden wie sonst auch mit CD-Profil gemacht und darauf dann die GK-Platten angebracht, passend für den Sichtbalken geschnitten. Die Übergänge Platte zu Balken wurden mit Acryl ausgefugt, dann die Fächen verputzt und der Balken gestrichen.

Apropos streichen: Die Entscheidung ist auf dunkelbraun gefallen, was ungefährt der Originalfarbe entspricht, und so wurde auch historisch alles richtig gemacht. Vielen Dank für Eure Vorschläge 🙂

Als Fußbodenbelag habe ich mich für Kiefer-Holzdielen entschieden. Während man für die A-Sortierung ungefähr 45,- € pro m² hinlegen muss, bekommt man die B-Sortierung für unter 20,- €. B-Sortierung heißt, dass die Bretter mal ein Astloch (also wirklich Loch), einen Hobelschlag, eine Kerbe, eine gebrochene Feder oder sowas haben können. Ich habe dann 10% mehr bestellt, um auch mal ein Brett aussortieren zu können. Verschnitt gibt es kaum, da es sich um Systembretter mit umlaufender Nut und Feder sowie umlaufender Fase (also leicht angeschrägter Kante) handelt, die man Schiffsboden-mäßig aneinanderlegen kann. Mit dem Rest der vorherigen Reihe startet man die neue Reihe; er sollte allerdings mindestens 40 cm lang sein.

Als Trittschalldämmung habe ich eine 5mm-Rollkork-Unterlage benutzt. Da die Dielen nicht schwimmend verlegt sind, sondern auf den alten Rauhspundbelag geschraubt wurden, ist der Boden natürlich schalltechnisch nicht wirklich entkoppelt (in alten Häusern ist irgendwie aber auch gar nichts entkoppelt) aber die Unterlage gleicht kleine Unebenheiten gut aus und der Trittschall ist schon etwas gedämpfter als ohne.

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Nun geht’s los!

Man beginnt mit einer Bahn Rollkork und der Nut in Richtung Wand, denn in die Feder wird geschraubt. Zur Wand und zu allen festen Bauteilen haben wir 10-15mm Fuge gelassen. Die Holzfirma empfiehlt sogar 15-20mm, aber man muss ja auch immer schauen, was die Fußleiste noch deckt, und bei verschraubten Dielen ist da sowieso weniger Dehnung als bei schwimmend verlegtem Belag. Der Wandabstand wird mit zwischengelegten Keilen gewährleistet. Die erste Reihe sollte wirklich gut ausgerichtet sein, um nachher nicht schräg zu kommen und wird dann etwa alle 40 cm im Knick der Feder verschraubt:

Holzdielen verschrauben Feder
Verschraubung im Detail

Holzdielen sind ja ein sehr natürlicher Belag und daher ist es natürlich auch schwieriger, sie zu verlegen. Denn die Dielen können auch mal leicht krumm oder verwunden sein, dann wird es schwieriger, Nut und Feder zusammenzufügen und die Dielen stramm aneinander zu bekommen. Probleme, die man bei Laminat oder anderen Klicksystemen längst nicht so stark hat. Deswegen dauert die Verlegung auch länger und man sollte mehr Zeit dafür einplanen. Zwei Hilfsmittel waren sehr praktisch:

Holzdielen Zugeisen
Zugeisen

Mit dem Zugeisen kann man hinter eine Diele fassen und diese per Hammer an die andere Diele heranziehen, hier nochmal in Action:

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Zugeisen

Das andere Hilfsmittel waren diese Gurte:

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Gurte

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im Detail

Die Gurte fassen hinter die Diele, ohne sie zu beschädigen, und so kann man die Diele an die vorherige Reihe heranziehen.

Die Randfugen werden übrigens nicht nur zu den Außenwänden, sondern auch zu allen anderen festen Bauteilen gelassen, so wie die Stützbalken:

Randfugen Holzdielen
Randfugen zum Stützbalken

Direkt an der Wand werden die Dielen von oben verschraubt, möglichst da, wo die Fußleiste nachher drüber ist. Achja, der Abstand der Stöße von aneinanderliegenden Reihen sollte mindestens 30 cm betragen. Und manchmal werden die Dielen an den kurzen Seiten noch zusätzlich verleimt. Das haben wir allerdings nicht gemacht. Mal sehen, ob mir deswegen in ein paar Jahren alles um die Ohren fliegt.

Hier nun schonmal ein Blick in den ersten Raum, fertig verlegt:

Holzdielen Kiefer
Ooooohhhhh! Aaaaaaaahhh!

Die Dielen müssen nun noch behandelt werden. Unbehandelt nehmen sie Schmutz an wie ein Magnet! Und es geht nie wieder raus, nur durch Sprengung! Also sind wir immer schön in Socken drübergetapst. Von der Oberflächenbehandlung erzähle ich dann nächstes mal.

Also, alles in allem ein toller Fußbodenbelag. Etwas anspruchsvoller zu verlegen und nachzubehandeln als ein Klick-System, aber dafür halt auch echtes Holz. Und das mit der B-Sortierung kann man auch ruhigen Gewissens machen. Hier und da hat man mal eine „Unperfektion“ aber es ist ja erstens ein Naturbelag und zweitens „nur“ der Dachboden.

Die meiste Arbeit damit hatte zugegebenerweise mein Schwiergervater, der fußbodenlegebegeisterte Holzwurm. Wir haben uns da aufgeteilt: Er verlegt, und ich schreibe darüber 🙂

 

Finale?

Diese Woche musste ich tatsächlich zweimal bloggen, um vor Weihnachten noch den ganzen Baufortschritt hier unterzukriegen. Beim letzten Mal habe ich erzählt, wie Holzdielen verlegt werden, nun wollte ich mich noch darüber auslassen, wie man sie behandelt. Während Laminat, Kork oder Teppich einfach fertig sind, wenn man sie verlegt hat, sind Dielen noch wie ein rohes Ei. Wenn man mit Dreckschuhen über das unbehandelte Holz tapst, hat man direkt graue Schatten drauf. Also muss man das Ganze behandeln.

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Holzdielen – ölen oder lackieren?

Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten der Holzdielenbehandlung: Ölen und Lackieren. Für den Heimwerker klingt lackieren immer besser als ölen. Lackieren klingt nach Werkzeug, Gift und rauher Männlichkeit, Ölen kling nach Alternativ-Basenkochkurs, Häkeln und Yoga. Aber dennoch folgt jetzt ein Plädoyer aufs Ölen:

Die modernen Öle haben nicht mehr viel mit Gestank und acht Monaten Trocknung zu tun. Die Hartwachsöle haben neben der Öl- auch die Wachskomponente, was einen zusätzlichen Schutz gibt. Durch Schnelltrocknungsstoffe ist das Zeug nach 10 Stunden (hier: Osmo Hartwachsöl transparent) bzw. 24 Stunden (hier: Osmo Hartwachsöl transparent-weiß) trocken. Der Boden ist wirklich gut versiegelt und Wasser perlt richtig darauf ab.

In unseren Erdgeschoss-Räumen sind die Dielen lackiert (von daher kann ich beides beurteilen), und zwar mit einem glänzenden Lack. Zweifellos ist das ein guter Schutz, vielleicht auch noch etwas besser als Öl. Will sagen, in Bereichen, wo ständig hordenweise Menschen durchrennen (Flur oder so) würde ich vielleicht auch zum Lack tendieren (allerdings wohl eher matt). Der Lack hat nur folgende Nachteile:

-Das Holz-Feeling ist weg. Lackierte Dielen fühlen sich an wie ein glatter Laminat-Boden.
-Lack ist schwieriger gleichmäßig aufzutragen
-Wenn einmal eine Macke im Lack ist, ist die Oberfläche beschädigt.
Öl dringt tiefer ins Holz ein und da ist das eher egal.

Also, ich habe mich für den vergleichsweise wenig frequentierten Dachboden (im Sinne von: da wird nicht ständig durchgerannt) für Hartwachsöl entschieden. Nach wirklich umfangreichster Recherche bin ich zu dem Schluss gekommen, dass nagelneue Holzdielen vor dem ersten Ölen nicht geschliffen werden müsen! Sauber sollte sie allerdings schon sein. Also ordentlich drübergesaugt, nur in Socken draufgegangen und eventuell noch mit nem Lappen trocken gefeudelt, und dann kann die erste Schicht Öl aufgetragen werden. Ja, man sollte tatsächlich zweimal ölen für eine wirklich gute Versiegelung.

Weil wir den hellen Ton mochten, habe ich die erste Ölung mit Hartwachsöl „weiß“ gemacht. Wie oben im Bild zu sehen, werden die Dielen dadurch etwas aufgehellt. Das ist sicher Geschmackssache, wir fanden es hübsch und so wurde weiß geölt. Die Waffe dabei ist übrigens eine Fußboden-.Streichbürste:

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Geht ab!

Schön mit der Maserung streichen, nicht zu viel und nicht zu wenig (zu viel: Reste bleiben stehen, Fugen laufen voll; zu wenig: Streichvorgang geht zu glatt und fühlt sich nicht leicht klebrig an) und dann das Zeug 24 Stunden trocknen lassen (Hartwachsöl ohne weiß: 10 Stunden). Und ja, es ist eine verdammte Geduldsprobe! Fußboden ist ja fast das letzte! Da will man ja fertig werden und soll noch so ewig warten? Tja, was soll ich sagen? Da muss man durch 🙂

Nach dem ersten Ölen und Trocknen kommt ein Poliervorgang. Dazu habe ich mir eine Poliermaschine geliehen:

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Poliermaschine

Das Ding macht echt Spaß (so wie eigentlich alles Werkzeug, was man sich leiht), zunächst etwas gewöhnungsbefürftig, aber dann doch gut zu bändigen. Das Polieren macht die Oberfläche glatt, entfernt kleine Fremdköper oder sich aufstellende Holzfasern und macht so den Boden bereit für die zweite Ölung. Auch nach Meinung des Holzhändlers sollte man zwischen den beiden Ölungen nicht schleifen, sondern polieren.

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Polier-Pad für die Poliermaschine

Letztendlich ist Polieren ja sowas wie Schleifen, nur ganz, ganz fein und ohne Sauerei.

Nach erfolgter Polierung gab es dann die zweite Ölung, und Achtung, diese muss transparent erfolgen. Auch wen man sich für den weiß-Effekt entscheiden sollte, zweimal weiß ist too much und daher einmal weiß, einmal transparent (oder gleich 2x transparent wenn man den Original-Ton haben möchte). Diese zweite Ölung trocknet dann 10 Stunden (erwähnte ich das schon?) und wird abschließend noch einmal poliert.

Wir sind in einem Raum schon mit dem Ölen angefangen, während in dem anderen noch Boden verlegt wurde. Dann ist es wichtig, den geölten Raum abzuhängen (oder Tür zumachen, wenn’s schon eine gibt), denn das Öl zieht Sägestaub oder anderen Dreck an wie ein Magnet und dann ist die Oberfläche schnell versaut.

Nachdem das Ganze dann endgültig fertig war (Für zwei solche Ölungen muss man also etwa 36 Stunden rechnen), ging es ans Tür-einbauen. Ich trug also das schwere Türblatt nach oben und setzte es erstmal im Eingangsbereich ab, mit den Scharnieren nach unten, und schob es etwa einen halben Meter über die neuen Dielen. Aaaaaahhhhhhhhhh! Ergebnis: Furche-Graben-Schlucht-Canyon! Ein großer Kratzer in den nagelneuen Dielen. Was ist dann passiert? Lieber Leser, wähle Dein eigenes Ende:

a) Ich Platze vor Wut und schiebe vor lauter Zorn das Türblatt durch das geöffnete Fenster nach draußen. Dabei wird der verkleidete und verputzte Erker deutlich in Mitleidenschaft gezogen und der zufällig vorbeiradelnde Nachbar L. nur knapp vom Türblatt verfehlt. Dachdecker und Lebenskünstler T. kommt zur Hilfe und springt in zweifarbigen Chucks auf dem Erker herum, um diesen in einer Blitzaktion mit Bauschaum, und zwar ausschließlich mit Bauschaum, neu zu decken. Nachbar L. meldet aus Schadensersatzgründen Eigenbedarf am Türblatt an und anstatt einer Tür werden die beiden Räume dauerhaft mit einem Winnie-Pooh-Badetuch voneinander getrennt. Über den Riss in den Dielen lasse ich Efeu wachsen.

b) Sämtliche Holzdielen in beiden Räumen werden entfernt. Die Holzbalkendecke wird zurückgebaut und gegen eine Stahlbetondecke ersetzt. Wie genau man eine 70 m²-Stahlbetondecke gießt, habe ich mir in halbseidenen Bauforen zusammengegoogelt. Durch statische Irritationen kommt es zum Zusammenruch und vereinzelten Explosionen beim ersten Belastungstest. Die Famile und ich beschließen daraufhin, einen alten NATO-Bunker in der Eiffel zu mieten und meine Frau erteilt mir für den Rest des Lebens Heimwerkerverbot.

c) Die Furche wird mit Spiritus eingerieben, um die schützende Hartwachsölschicht zu entfernen. Dann wird mit einem Dampfbügeleisen heißer Wasserdampf auf die Stelle gegeben und mit einem untergelegten Geschirrhandtuch darüber gebügelt. Dadurch dehnen sich die Holzfasern wieder aus und man wiederholt das Ganze so lange, bis von dem Kratzer nichts mehr zu sehen ist. Dann wird gut abgetrocknet und wieder nachgeölt. Tatsächlich, man sieht nichts mehr!

So, liebes Herzblatt, was soll nun Dein Ende sein?

Weihnachten bei Heimwerkers

5:49
Hurra, die Kinder sind wach! Das Licht geht an und der Tag wird mit einer fröhlichen Runde „Fang mich doch“ über sämtliche Stockwerke eröffnet. Nein, der Weihnachtsmann ist noch nicht da!

6:10
Frühstück. Der digital programmierbare Toaster wurde scheinbar gehackt und lässt sich leider nicht mehr abschalten. Ein beherzter Löschversuch mit einem Eimer Wasser killt den Toaster und sorgt für eine nicht unerhebliche Feuchtigkeitseinwirkung auf die Wand hinter dem Heizkörper. Da frohlockt das Heimwerkerherz! Natürlich muss der Heizkörper umgehend abgebaut und die Wand trockengelegt werden.

6:25
Der Heizkörper ist abgebaut. Dass ich nicht viel von Heizungen verstehe, erwähnte ich ja schon; leider habe ich versäumt, das Wasser vorher abzulassen und während eines Telefonates mit Tante Mechthild ergießen sich etwa 85 Liter Heizungswasser in die Küche.

6:55
Natürlich muss die Küche nach diesem unglücklichen Vorfall entkernt und getrocknet werden. Böllz hat Heiligabend offen und so hole ich spontan vier Bautrockner. Der Fußbodenbelag wird hochgenommen, und das nasse Zeug zwischen den Holzbalken lagere ich im Wohnzimmer zwischen. Der feuchte Putz an der Wand wird ebenfalls abgestemmt (ich habe auch einen Abbruchhammer mit Verbrenner-Motor mitgebracht) und im Bad zwischengelagert, denn eine Mulde war heute leider nicht mehr zu bekommen.

7:05
Meine Frau steht auf und ist leicht irritiert wegen des Küchenzustands. Mir war nicht bewusst, dass die Küche zu Weihnachten benötigt wird. Aber mit den Bautrocknern sollte in zwei, drei Wochen alles wieder trockengelegt sein.

7:20
Ich habe den Stromverbrauch von vier Bautrocknern unterschätzt und muss eine Kraftstromdose direkt hinter den Hauptsicherungen installieren.

7:25
Durch eine unglückliche Farbverwechslung im Halbdunkeln des Kellers wird leider die komplette Straße (und auch zwei Parallelstraßen) lahmgelegt. Ich rufe den Energieversorger an und bemängele, dass es dagegen keine Schutzeinrichtung gibt. Mit einer gewissen Überraschung nehme ich zur Kenntnis, dass ich vor dem Zähler gar nichts hätte anklemmen dürfen. Die können mich mal! Wütend lege ich auf.

8:15
Durch die Vibrationen der vier Bautrockner, die mittlerweile wieder funktionieren, hat sich der Wannenträger der Badewanne gelöst. Die Wanne ist unterwegs in Richtung Treppenhaus, aus dem Wasseranschluss spritzt fontänenartig eine nicht unerhebliche Wassermenge heraus. Ich bemerke das Malheur leider erst, als sowohl die Badewanne als auch ein mittlerer Wasserfall die Treppe hinunterkommen. Geistesgegenwärtig suche ich den Hauptwasserhahn und habe ihn auch nach lediglich 20 Minuten gefunden.

8:30
Klar, dass nun das Bad oben auch trockengelegt werden muss. Ich fahre noch einmal zu Böllz und hole die noch vorhandenen drei Bautrockner. Und auch gleich ein Aggregat, um nicht wieder Stromprobleme zu bekommen. Das Aggregat stelle ich wegen der ohrenbetäubenden Lautstärke in den Garten.

8.35
Die ersten Nachbarn, und sogar Leute aus umliegenden Ortschaften beschweren sich wegen der wenig besinnlichen Lautstärkeentwicklung. Ich versuche, sie mit der Erklärung, in zwei, drei Wochen sei das schon wieder trocken, zu beruhigen.

8:50
Die Zwischendeckendämmung ist in Kinderzimmer 1, die hochgenommenen Fliesen in Kinderzimmer 2 zwischengelagert. Im Bad wummern die Bautrockner vor sich hin. Alles ist gut und fast etwas gemütlich.

9:15
Jetzt fällt mir wieder ein, was ich schon das ganze Jahr machen wollte: Eine Schornsteinabdeckung installieren! Es ist auf Dauer schon besser und irgendwie sieht es auch nach Regen aus.

9:45
Anrufe bei sämtlichen Gerüstbaufirmen der Umgebung ergeben: Ich werde heute kein Gerüst mehr bekommen können. Durch eine findige Konstruktion aus mehreren Seilen und Umlenkrollen gelingt es mir jedoch, das Dach zu erklimmen und den Schornstein zu vermessen.

10:15
Noch mal einkaufen! Auf der Liste: Milch, Wasser, Eier, Butter, Käse, Salami, Schornsteinabdeckung. Nach Durchsicht der Liste entscheide ich, nur zum Baumarkt zu fahren, da es die Abdeckung im Supermarkt natürlich nicht gibt.

12:15
Stolz präsentiere ich meiner Frau die Einkäufe: Schornsteinabdeckung, Betonanker, Nageldübel, andere Dübel, diverse Schrauben und Werkzeuge aus dem Angebot. Sie kann meine Begeisterung nur eingeschränkt teilen und fährt wortlos den Rest der Liste einkaufen.

12:30
Die Installation der Kaminabdeckung wird durch peitschenden Regen und Sturmböen etwas erschwert. Die Kinder rufen aus dem Dachfenster hoch, wann ich denn den Baum aufstelle?

12:35
Durch einen ungünstigen Fehltritt rutsche ich vom Dach ab, kann mich aber souverän an der Dachrinne festhalten. Leider rutscht die gesamte Dachrinne mit Fallrohr und den ersten drei Ziegelreihen mit mir zu Boden. Ich lasse einfach alles so wie es ist und schleiche mich unauffällig rein. Das werde ich nach Weihnachten fertig machen.

13:20
Auch nach gründlichem Suchen ist der Christbaumständer nicht aufzutreiben. Ich schneide daher mit der Stichsäge einen Quadratmeter aus dem Fußboden aus und betoniere eine Hülse ein.

13:30
Die Hülse ist an der falschen Stelle. Zum Glück habe ich noch Beton für zwei weitere Versuche.

14:00
Das THW klingelt an der Tür und sagt, wir müssten wegen des Erdbebens evakuiert werden. Das deutsche Erdbebeninstitut habe in unserer Gegend seismologische Schwingungen der Stärke fünf bis sechs festgestellt. Ich erkläre, dass es sich lediglich um die Vibrationen von sieben Bautrocknern und einem 3300 KVA-Aggregat handelt. Nachdem ich einige Formulare unterschrieben habe, zieht das THW wieder ab.

14:45
Der Beton für die Hülsen ist zwar nicht direkt trocken, aber hat einigermaßen abgebunden, so dass ich den Baum aufstelle. Ich hole ihn zunächst ins Haus und bemerke im Wohnzimmer, dass er etwa zwei Meter zu hoch ist.

15:15
Meine Frau kommt vom Einkaufen wieder.

15:30
Ich möchte den Baum kürzen. Leider habe ich nur eine Handkreissäge da. Ich blockiere die Schutzvorrichtung und setze am Stamm an. Die Säge haut jedoch ab und sägt weiter durch die Holzdielen und die Wand hoch. Wow, wie bei Tim Taylor!

15:40
Die Säge hat in der Wand einige Stromleitungen durchtrennt. Sowas blödes. Ich klemme die ganze Hausstromversorgung auf das Aggregat um.

15:50
Durch den anhaltenden, orkanartigen Wind werden immer mehr Dachziegel abgedeckt. Ich versuche, das Problem geheimzuhalten. Man sieht sie nur, wenn sie gerade vor dem Fenster herunterfallen.

16:00
Der Gottesdient fällt in diesem Jahr aus, da die Kirche gesperrt ist. Der Grund sind Risse in den Wänden und Dachkuppeln, wohl verursacht durch die seismologischen Schwingungen. Ich freue mich, dass unser Haus so stabil ist. Der Kinderchor und die Gemeinde sehen nicht so glücklich aus.

16:30
Wir kommen wieder nach Hause. Der Familie fällt auf, dass das Dach mittlerweile fast komplett abgedeckt ist. Ich erkläre, dass das für die Luftzirkulation gegen Schimmel notwendig ist und verweise auf die Ergebnisse des U-Wert-Rechners.

17:00
Bescherung! Die Weihnachtslieder sind wegen des Lärms der Generatoren und Bautrockner nur schlecht zu hören. Die Kinder bekommen jeweils einen hübschen Knarrenkasten von Proxxon und meine Frau freut sich über einen Druckluftnagler. Ich habe mir selbst eine Doppelschlitzfräse geschenkt, die ich direkt ausprobiere. Wie praktisch, damit kann ich ja gleich die durchtrennten Leitungen in der Wohnzimmerwand neu machen.

17:10
Aufgrund der erheblichen Staubentwicklung der Doppelschlitzfräse müssen wir das Wohnzimmer fluchtartig verlassen. Als einziger noch betretbarer Raum bleibt das Schlafzimmer.

17:30
Ich fühle mich unterfordert und tapeziere das Schlafzimmer neu. Die Familie macht Handreichungen, während das Mobiliar im Erdgeschoss komplett mit einer grauen Staubschicht überzogen ist und die Bautrockner gemütlich vor sich hin brummen.

18:00
Durch die anhaltenden Vibrationen ist nun leider der Sturz im Wohnzimmer heruntergekommen. Ein Teil der darüberliegenden Wand (ausgerechnet die frisch tapezierte!) ist mit abgesackt. Ich rufe ein paar Kumpels an und frage, ob sie kurz beim Aufmauern helfen können. Alle sagen, es sei ein ungünstiger Zeitpunkt. Treuloses Pack!

19:00
Amazon Prime liefert mir drei Paletten Grifflochsteine und Mörtel. Ich klingele beim Nachbarn Sturm, um mir die Mischmaschine zu leihen.

19:30
Ich weise den Tanklaster ein, der das Aggregat wieder auftankt. Leider passiert ein Malheur mit der Hausecke. Aber ich habe ja noch Mörtel über.

20:00
Nirgendwo bekomme ich eine Mulde! Den Bauschutt vom Sturz lagere ich im Schlafzimmer ein.

20:05
Die Kinder fallen, ermüdet durch die Bautätigkeiten, totmüde ins Bett. Die Knarrenkästen sortiere ich erstmal bei mir in der Werkstatt ein.

21:00
Der Sturz ist wieder eingemauert. Die Baustützen schmücken wir mit Tannengrün.

21:30
Es wird gemütlich. Wir stoßen mit einem Glas Sekt ein. Kurz bevor ich auf dem Sofa einnicke, sehe ich durch das Fenster die drei Bautrockner aus dem ersten Stock hinabstürzen.

Darum werde ich mich nach Weihnachten kümmern…

Allen Bloglesern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Tür hinein, das wird fein

Ich bin mir nicht ganz sicher, welchen Suchbgegriff ich besser finden soll: „kann man in pu schaum balken led anbringen“ oder „mauer elektro steckdosen mit montageschaum befüllen“ ? Beide gut! Frohes neues Jahr übrigens, werte Leserschaft!

Zum Jahresbeginn möchte ich kurz Euren Blick zur Seitenleiste lenken, wo man jetzt dem Blog „followen“ kann und dann über neue Beiträge per Mail informiert wird. Das ist sehr anonym und ich kriege diese Adressen auch nicht zu Gesicht. Ich bitte darum, dass möglichst viele Leser sich dort eintragen, denn pro Follower bekomme ich einen mittleren vierstelligen Betrag überwiesen, wenn ich den Herrn von mailbusiness.ru da richtig verstanden habe.
(kleiner Scherz.)
Weiterhin kann man dannwollenwirmal nun auch auf facebook liken, und auch das ist praktisch, wenn man nichts verpassen will. Die Inhalte, falls es versehentlich mal echte Inhalte gibt, passieren allerdings nach wie vor hier.

Während in der RealWorld mein Dachboden schon fertig ist (auch schon möbliert, Juchhu!) geht es im Blog noch mit den letzten Arbeiten weiter. Und ja, ich werde noch eine abschließende Betrachtung bringen. Auf die vorher-nachher-Bilder bin ich jetzt schon gespannt 🙂

Widmen wir uns heute mal der gemeinen Zwischentür. Das mit der Haustür ist etwas komplizierter, aber das steht hier. In meine Trockenbau-Zwischenwand hatte ich ja eine hübsche Türöffnung mit Türsturz eingebaut und nun ging es an die Montage der Tür.

Zunächst sollte man sich gut überlegen, an welcher Wandseite das Türblatt ist, denn auf diese Seite kommt auch der Hauptteil der Zarge. Von der anderen Seite wird sie nur verblendet. Die Zargenteile werden nun ausgelegt und miteinander verbunden:

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Auslegen der Türzarge

Die Verbindungsflächen werden mit Holzleim bestrichen:

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Leimen

Kann sein, dass es bei jedem Hersteller etwas anders ist, aber in diesem Fall (und auch in den meisten anderen mir bekannten Fällen) wird dann eine Kralle eingesetzt, die festgeschraubt wird und dann sozusagen die Aufgabe der Leimzwinge übernimmt, nämlich die einzelnen Teile fest zusammenzupressen:

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Pressen!

Dabei heraustretenden Leim kann man direkt mit einem feuchten Tuch oder später mit der Motorflex entfernen. Nun werden noch diese Krallen eingeschlagen:

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Krallen/Klammern einschlagen

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Sitzt!

Die Senkrechten der Zarge werden nun noch parallel ausgerichtet (oben und unten den Abstand messen) und dann kann der Leim trocknen. Währenddessen kann man die Zeit nutzen und die Blende für die andere Seite auf die gleiche Weise montieren:

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Montage der Blende

Wennd er Leim abgebunden hat, wird die Zarge in die Türöffnung gestellt. Wichtig ist, dass sie nun festgekeilt wird, weil ja später das Türblatt eingehängt wird, um es anzupassen. Als ideale Positionen für die Keile haben sich die Ecken oberhalb der Senkrechten herausgestellt:

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Zarge verkeilen

Damit die Nut durch das Verkeilen nicht bricht, so wie auf dem Bild (das habe ich natürlich nur zu Demonstrationszwecken so gemacht) sollte man ein Sperrholz oder ähnliches hineinstecken; einige Hersteller liefern da auch was passendes in der Verpackung mit. Wenn die Tür gut verkeilt ist, wird sie mit Wasserwaage und nach Auge ausgerichtet. Auch das Türblatt wird einmal eingehängt und geschaut, ob es gut schließt und auch stehen bleibt, wenn es halb geöffnet ist; wenn die Tür von selbst auf- oder zufällt ist die Zarge schief drin. Oder die Wand ist schief. Oder es liegt an der Erdkrümmung. Achja, bevor man das Türblatt einsetzt, muss die Drückergarnitur montiert werden, oder man hat einen Bau-Drücker. Denn ganz ohne was hat man sich dann auch mal schnell eingesperrt!

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Drückergarnitur montieren

Beim Einpassen des Türblattes sollte man nicht zu knapp arbeiten; es sollte immer noch etwas Luft bleiben, damit das Holz sich ausdehnen kann.

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Da sitzt sie drin!

Nun geht’s bald ans Schäumen. (Endlich Bauschaum!) Da Montageschaum sich ausdehnt, die Türöffnung aber bitte so bleiben soll, setzt man nun Spreizen ein. Ich wollte mir schon oft richtige, verstellbare Spreizen kaufen und damit überall total angeben, aber leider ist davon nie etwas geworden und so benutze ich nach wie vor passend gesägte Latten, die mit Pappstreifen als Zargenschutz eingeklemmt werden:

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Zargen-Spreizen

Idealerweise sollten sie an drei Steollen angebracht werden: auf Höhe der beiden Scharniere und auf Höhe des Schließblechs.

Ich weiß, alle sind jetzt total heiß auf’s Schäumen, weil es so viel Spaß macht, aber vorher sollte man unbedingt (und ich spreche da aus leidvoller Erfahrung) den Boden und den Rest der Zarge mit Pappe abdecken. Die kann man auch gut in die Zargennut stecken:

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Abdeckung gegen Bauschaum

Je nach Herstellerangabe wird nun Bauschaum zwischen Zarge und Wandöffnung gefüllt. Das Ding muss aber nicht komplett voll sein! In der Regel wird in der Höhe der Spreizen und oben nochmal punktuell geschäumt.

Wenn der Schaum ausgehärtet ist, wird übeflüssiger Schaum mit einem Cutter abgeschnitten. In die Zargennut wird Leim gegeben und die Verblendung eingesetzt (Vorsicht, bricht leicht!)

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Verblendung montieren

Am Ende wird das Türblatt wieder eingehängt. Man kann noch ein bisschen Feineinstellung betreiben: Durch Lösen der Inbusschrauben an der Zarge kann man die Zapfen verstellen und so das Türblatt näher an die Zarge oder weiter davon weg bewegen.
Am Türblatt selbst kann man die Scharniere rein- und rausschrauben (nicht mit der Zange – einfach Schraubendreher reinstecken, dann zerkratzt nichts) um den Abstand zum Schließblech einzustellen. Die Tür sollte von selbst ins Schloss fallen ohne zu Klemmen und zu Schleifen.

Wenn Wand oder Boden doof sind (im Sinne von schräg, mit Absatz drin, halb gefliest oder sowas) kann man die Anschlussfugen mit Acryl ausfüllen. Da in einer Tür aber viel Bewegung ist, sollte man nicht die 1,99 €-Patsche aus dem Baumarkt nehmen, sondern elastisches Acryl (ja, das gibt’s). Wenn die Fugen immer noch reißen sollten, kann man auch auf Silikon ausweichen, das ist dann nur nicht überstreichbar.

Nächstes mal nehmen wir uns dann die Fußleisten vor, das alte Hass-Thema. Aber diesmal ging es ganz gut! Bis nächste Woche!

 

Fußleistenfinish

Während ich noch über den Suchbegriff der Woche „muss ich bei reibeputz ordentlich spachteln“ (gefolgt von „kann ich fliesen auf einer laufenden fussbodenheizung verlegen“) schmunzeln muss, hatte ich ja versprochen, noch etwas zum Thema Fußleisten – sozusagen als letzten Bauabschnitt- zu berichten.

Völlig unterschlagen habe ich übrigens meine Aufstiegslösung zum Spitzboden. Über den neuen Räumen ist ja der nicht ausgebaute Spitzboden, und da muss ich eigentlich nur mal hoch wenn ein Komet einschlägt; von daher hatte ich mich gegen eine richtige Bodentreppe entschieden (die ich immer mit zieht-durch-die-Ritzen assoziiere), sondern das Ganze wie folgt gelöst: In der Zwischendecke ein Einstigesloch gelassen, mit Brettern abgedeckt und darauf eine dicke Styroporplatte, um keine Kältebrücke zu schaffen. Den Rigips an der Stelle ebenfalls ausgespart und eine OSB-Platte in der passenden Größe zugeschnitten. Diese grundiert (mit Putzgrund) und dann, genau wie den Rest der Decke, mit Reibeputz verputzt. Tatsächlich kann man also auf Holz putzen; wenngleich ich das für größere Flächen eher nicht empfehlen würde (Holz vs. Feuchtigkeit usw.), aber für so eine kleine Serviceklappe allemal okay. Mit vier Gewindestangen (oder Stockschrauben, um genau zu sein) von oben, die durch vier Löcher in der verputzten Platte gucken und dekorativen Hutmuttern wird das Ganze verschraubt und kann bei Bedarf wieder relativ problemlos geöffnet werden.

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Spitzboden-Klappe

Doch nun zu den Fußleisten! Fußleisten an Trockenbauwände ist jetzt nicht so richtig dankbar, Nageln kann man vergessen und Durchschrauben eigentlich auch. Ich hatte mich dann für die Clips entschieden, die Packung Clips für 12 Euro waren aber nach gefühlten zweieinhalb Metern alle und irgendwie war das mit der Montage auch doof. Nicht so richtig doof, aber Spaß ist auch anders. Vom Holzhändler kam dann der Tip mit dem Kleben. „Kleben statt Schrauben“ verbannte ich ja bis dato immer ins Reich der Baumarkt-Werbelügen, aber probieren wollte ich es dann doch mal.

Die Aussage war die folgende: Geklebt werden kann entweder mit Acryl oder mit Silikon. Acryl, wenn man sie irgendwann wieder abkriegen möchte, Silikon, wenn sie bombenfest und auf ewig dran bleiben sollen. Klar, dass ich Silikon genommen habe 🙂

Wichtig ist ein gleichmäßiger und dauerhafter Anpressdruck. Wie im Bild zu sehen, habe ich mir dazu kleine Latten geschnitten und Gewichte benutzt (in diesem Fall von einem Pavillon) und damit die vorher mit Silikon (nicht zu viel und NEIN, NICHT BAUSCHAUM) versehenen Fußleisten an die Wand angedrückt. Und was soll ich sagen, es hält tatsächlich ganz fabelhaft, geht schnell und man kann die Leisten nach belieben nachjustieren, bevor das Silkon trocknet.

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Anpressen!

Ich hatte nur noch folgende Problematik optischer Natur: Holz ist ein Naturprodukt-blabla, und der darunterliegende Rauhspund von 1926 ist, genauso wie die neuen Massivholzdielen, nicht 100prozentig eben, und so hat man unter der Fußleiste mal ein paar Millimeter Differenz, weil mal eine Brettkante etwas höher steht als die nächste. Bei Laminat ist das eher kein Problem, bei Holzdielen gehört das aber ja irgendwie dazu.

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vorher…

Hier ging’s jetzt ans Acryl: Ich habe sowohl beim Wandanschluss (für’s perfekte Finish), aber auch am Boden eine ganz schmale Acrylfuge (Kartuschenspitze nicht abschneiden) gemacht, am Boden unter Zurhilfenahme von Malerkrepp, damit die Dielen nicht einsauen, und damit einen guten Übergang hingekriegt.

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Acrylfuge am Boden

Es gibt jetzt keine Spalten mehr unter den Fußleisten, das Bild zeigt den Vergleich. Hier habe ich Acryl anstatt Silikon genommen, weil es matter ist und überstreichbar. Eine Silikonfuge habe ich probiert, sah aber total kacke nicht so gut aus.

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…und nachher

Man muss allerdings bedenken, dass Acryl ein kleiner Staubmagnet ist. Acryl hat eine rauhere Oberfläche als Silikon, und so bleibt Staub leichter haften (kann man auch an Acryl-Badewannen beobachten, in denen sich Staub leichter absetzt als beispielsweise auf Fliesen)

Nochwas: wo wir eben beim Thema Befestigung in Trockenbauwände waren, stelle ich zum Schluss noch den einzig wahren Trockenbaudübel vor (zumindest den Besten den ich kenne). Und tatsächlich haben die Künzelsauer schon wieder diesen Battle gewonnen! (Nein, ich werde nicht von Würth gesponsort – wobei, warum eigentlich noch nicht?). Das ganze Trockenbaudübel-Baumarktregal kann man dagegen getrost vergessen! Der Gipskartondübel von Würth, erhältlich für einfache und doppelte Beplankung und in verschiedenen Größen, wird ins Loch gesteckt, mit einer Zange vorgespannt (man braucht also die Zange dazu, das ist der Nachteil, und der Preis natürlich) und dann festgeschraubt. Ich habe damit sämtliche Möbel und Bücherregale da oben fixiert (die Schwedenmöbel bleiben ja scheinbar nur noch stehen wenn man sie mit dem Haus verbolzt und kippen sonst spontan jedem vorbeilaufenden Kind auf die Rübe), und auch im Hauptberuf schon diverse Dinge damit an Trockenbaudecken befestigt. Auch mein Onkelchen, Heizungsbauer vom Fach, schwört darauf und die Heizkörperkonsolen sind ebenfalls damit befestigt. Aber das nur nebenbei.

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reinstecken

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…und mit der Zange…

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…spreizen

So, dies war tatsächlich der letzte Bauabschnitt des Projekts „Dachboden“, das Ding ist fertig! Beim nächsten mal erfolgt noch eine Nachbetrachtung (ich freue mich schon selbst auf die vorher-nachher-Bilder) und auch wenn meine Frau meint, es würde jetzt ja auch erstmal reichen und sie sei froh, wenn etwas Ruhe einkehrt, juckt es mich natürlich in den Fingern und wenn Werkzeug zu lange herumliegt, setzt es Rost an, das weiß ja jeder. Apropos Werkzeug: Ich habe zwei Testgeräte bekommen und die müssen natürlich auch ausprobiert werden! Also geht’s bald heiter weiter in Richtung Treppenhaus. Zwei Dachschrägen und eine Nische dämmen und tapezieren, Treppe von unten Schleifen und Lackieren, Geländer Schleifen und Lackieren und am Ende die Stufen, analog zur bestehenden Treppe, mit Teppich belegen. Erhöhter Schwierigkeitsgrad: man kommt da überall schlecht dran, weil es ja ein Treppenhaus ist. Mal sehen, welche hanebüchene Hilfskonstruktion mir da noch so einfällt. Dranbleiben lohnt sich also! Und ich probiere jetzt mal den Klettergurt und die Seilwinde auuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu

Szenen aus dem Leben, Folge 1.

In den Rollen:
Mario, ambitionierter Heim- und Handwerker, Schrauber, Stemmer, Nagler und Wisser. Beruflich Lagerist.
Felicitas, seine Freundin, beruflich macht sie Leuten die Nägel
Werner, Felicitas Vater und damit Marios Schwiegervater in spe
Ingrid, Felicitas Mutter und damit die Frau von Werner und damit Marios Schwiegermutter in spe

Zum Zeitpunkt der Begebenheit sind Mario und Felicitas knapp drei Wochen zusammen. Sie haben sich während dieser Zeit nicht allzu oft gesehen, weil Mario meistens „anne Karre schrauben muss“. Allerdings ist heute der große Tag: Felicitas möchte Ihren Eltern den neuen Freund vorstellen. Diese sind entsprechend aufgeregt. Ingrid hat den ganzen Tag lang die Wohnung sauber gemacht und eine leckere Kürbis-Ingwer-Quiche gezaubert. 19:15 Uhr, es klingelt.

Werner öffnet die Tür, Ingrid dahinter. Felicitas kommt herein und man drückt sich.

I: Wo hast Du denn Deinen Freund gelassen?
F: Der muss noch kurz mit dem Motor was schauen. Das Auto ist unterwegs ständig ausgegangen. Fand ich jetzt auf der Autobahn nicht so witzig. Hängt ihren Mantel auf.
M: (von draußen) VERDAMMTE DRECKSHURE!
Man hört einen Tritt gegen die Autotür. Werner und Ingrid schauen sich vielsagend an.
Nach einer Weile kommt Mario zur Haustür herein und reicht Werner seine ölige Hand.
M: Tach! Alter Schwede! Das Ding geht mir aber auch derartigaufnsack, Junge Junge, lief letzte Woche noch wie ne eins! Achja, da is jetz bisken Öl inne Einfahrt, nix für ungut.
W: Ja, äääh, freut mich, ich bin übrigens…Werner! Freut mich, ähh, sie kennenzulernen.
I: Und ich bin die Ingrid, Hallo!
M: Jau.
Mario sieht sich kritisch im Flur um. Sein Blick bleibt auf einer leicht lockeren Fußleiste hängen.
M: auuuh, dat würd ich aber neu machen!
Er fasst die Fußleiste am Ende an und zieht das etwa drei Meter lange Teil komplett von der Wand ab. Staub rieselt auf den Flur. Das letzte Ende bricht ab.
M: Da steicht Feuchtichkeit auf! Habta dat nich jedämmt?
M. Kniet, betastet hektisch die Wand und löst etwas Tapete ab, um mit der flachen Hand dahinter nach Feuchtigkeit zu suchen.
W: Was zum….
F: (lächelnd)Wollen wir nicht erstmal reingehen? Mami, kann ich Dir in der Küche helfen? Die Männer könnten sich doch solange im Wohnzimmer unterhalten?
M: (wirft die Fußleiste wieder in die Ecke) zu Werner: Jau, hä, die Weiber erstma inne Küche, wa! Wie hier, kennze den: Wat macht ne Frau in Wohnzimmer? Da wa die Kette vonne Küche zu lang! Hähä! Oder so ähnlich! Hähä! Schlägt Werner kräftig auf den Rücken, worauf dieser zu husten anfängt.
W: Kommen Sie doch rein! Sie haben wohl Ahnung von diesen handwerklichen Dingen, was, hihi.
M: Na, bissken hier bissken da. Ham ja letzte Woche dat Haus komplett aufn Kopp gestellt ne. Bitumen auffe Kellerwand geklatscht,  hier richtich mit Dickschicht allet dat volle Programm, Perimeter dranjeschmiert, komplett zurecht und allet du Junge Junge weisse-aba-watte-getan-hass. Junge Junge. Und selbst? (Kratzt sich ungeniert zwischen den Beinen)
W: Naja, wir lassen das meistens alles, sowas alles, machen. Also, eine Glühbirne mal wechseln, das mache ich natürlich auch selber. Dafür rufe ich nun keinen Elektriker an, hihi. Aber sonst…also ich habe da eher zwei linke Hände. Aber ich bewundere ja…
M: Ja, hasse davon, guck hier hammse aba gepfuscht! Lecko mio!
Mario hat an der Fensterdichtung ein herausschauendes Stück entdeckt und zieht am Gummi. Ähnlich wie bei einem Wollpullover, den man an einem Faden aufribbelt, zieht er jetzt die komplette Dichtung aus dem Fenster. Den Füllstoff knüllt er zusammen und wirft ihn verächtlich in die Ecke.
M: Kannze direkt morgen anrufen, NEU (wird ausgesprochen wie NOOOI). Nich diskuiteren, schönen Gruß, NEU.
I: So ihr lieben, zu Tisch zu Tisch! Das Essen ist fertig!
M: Ich muss ers nochma ein‘ abseiln.
Ingrid und Werner schauen ihn fragend an.
M: Die Kobra ausführen! Ne Stange Lehm aussen Rücken drücken! Ka- ken! Wo?
Mario wird die Toilette gezeigt. Die anderen setzen sich schonmal, nach einer Weile kommt M. dazu, wischt die Hände an der Hose ab und setzt sich hin.
M: Achja, watte ma! Ich happen guten Tropfen mitgebracht! Mögta Wein? Steht auf und holt den mitgebrachten Wein. Es ist ein weißes Tetrapack in schlichtem Design mit der Aufschrift „TAFEL-WEIN“
I: (gequält lächelnd) Ach, das ist aber nett…
F: Ein echter Gentleman!
M. reißt die Verschlusslasche aus dem Tetrapack und schüttet sich zunächst selbst das Glas randvoll. Dann schenkt er Ingrid ein. Durch das etwas zu starke Zusammendrücken des Tetra-Packs ergießt sich ein Strahl Rotwein über die ehemals blütenweiße Tischdecke. M. nimmt das kaum wahr.
I: Äääh, vielen Dank, dann hol ich mal das Essen…eilt in die Küche und holt die weiße Porzellanform mit der Kürbis-Ingwer-Quiche.
M: Wat is dattan? Bauschaum?
F: (faucht ihn an) Das ist eine leckere Quiche und es reicht jetzt mal!
M: Jau, passt schon. Mahlzeit. Er grabscht nach der Form und tut sich selbst einen sehr üppigen Haufen Quiche auf den Teller. Für die anderen bleibt ein eher überschauberer Rest. Plötzich erstarrt er.
M: Halt mal! Moment! Seid mal alle ruich! Pschhhhht!
I: Ja, was….
M: Schnauze!
Er lauscht gebannt.  Die anderen drei schauen sich verstört an.
M: Ahhh, wusst ichs doch! Kein Wunder dassa euch anne Heizung dumm und dämlich bezahlt! Der Heizkörper muss entlüftet wern! Hasse n Entlüftungsschlüssel?
F: Müssen wir das denn jetzt unbedingt…
W: Einen WAS?
M: Zamma her, ach, kannich ja wohl auch mitte Hand abdrehn. Bloßen Pott brauchenwa.
M. greift sich Ingrids Rotweinglas und kippt den Inhalt in die nächste Zimmerpflanze. Er hält das Glas unter die Entlüftungsschraube des Heizkörpers und macht sich daran zu schaffen. Unter Zuhilfenahme des Silbermessers vom Essbesteck bekommt er die Schraube gelöst, allerdings soweit, dass sie abfällt und sich das Wasser des Heizkörpers schwallartig über das Parkett ergießt.
M: Ach du kacke! Diese scheiß billigen Heizkörper!
Er hält den Strahl mit der Hand zu, was aber nur zur Folge hat, dass das Wasser quer durch den Raum spritzt. Die anderen kriechen mittlerweile auf Knien auf dem nassen Boden herum und versuchen, die Verschlusskappe wiederzufinden.
M: (zu Werner, schreiend, weil das Heizkörperzischen immer lauter wird): Wat hasse denn da fünn Leitungsdruck drauf? Zwei Bar? Dat is zuviel!
W: (schreiend) Waaaaas?
Der Strom fällt aus, weil das Wasser eien Steckdose getroffen hat. Die Personen stehen, oder knien, im Dunkeln.
M: Sach bloß da sitz auch nochen FI vor! Oh Mannohmann! getz is der FI rausgeballert. Samma binnichhierimfalschenfilmoderwas! Junge Junge Junge! Ich kann doch auch nich alles machen hier!
Ingrid stößt sich geräuschvoll den Kopf am Tischbein. Die völlige Dunkelheit erhöht nicht unbedingt die Wahrscheinlichkeit, die Verschlusskappe zu finden.
Scooters „Maria Maria“ (döp-döp-döp-dödö-döp-döp-döp) ertönt als Handyton. Mario geht dran. Das Display bildet die einzige Lichtquelle in der Dunkelheit des Wohnzimmers. Das Wasser zischt immer noch aus dem Ventil.

M: JA? Jaa, Ömmes. Jau! Ich bin hier bei Dinngenz. Ja bissken mitte Heizung isn Problem. Aber kommt nich aufn Tach an. Wat hasse? Ja…..Ja….Rücklaufkrümmer…..ja, passauf ich komm güste rum.
M: (zu Werner) Passauf, ich muss los. Die Kappe da wieder draufprügeln oda sonst musse unten abdrehn. Schatz, ich fahr nach Ömmes! Kann später werden! Viel Spaß noch!
M. verlässt das Haus, startet nach mehreren Versuchen den Wagen und fährt, begleitet von ein paar knallenden Fehlzündungen, vom Hof.
W. rennt in den Keller und dreht panisch alles zu, was man zudrehen kann. Das Licht geht wieder an. Das Telefon piept. I. und F. lehnen sitzend und sichtlich erschöpft an der Wand. Ausblende.

Schluss, Aus, Ende!

Wie schön, wie schön, es ist vollbracht-und ich ziehe einen dicken Schlußstrich unter das Kapitel „Dachboden-Ausbau“! Wenn ich vorher geahnt hätte, wie viel Arbeit das Ganze wird, hätte ich es mir sicher dreimal überlegt. Es ist ja einiges abgearbeitet worden, um aus einem Dachboden mit „nackten Pfannen“ einen isolierten Wohnraum zu machen:

-Verschmierung der Dachziegel nachgebessert und erneuert
-Verschmierung der Dachziegel in der Traufe entfernt und letzte Reihe Ziegel zusätzlich befestigt
-Decke zum Spitzboden verschlossen und isoliert
-DWD-Platten in den Sparrenfeldern angebracht
-Traufbleche zum Wasserablauf an den DWD-Platten montiert
-Sparren aufgedoppelt
-Elektroinstallation
-Heizungsinstallation
-Isolierung eingebracht
-Dampfbremse montiert
-Trockenbauprofile mit Direktabhängern angebracht
-Kopf aufgeschlitzt
-Trockenbauwand mit Türöffnung aufgestellt
-Wand, Decke, Schrägen beplankt
-Drempel aufgestellt und beplankt
-Klappe zum Spitzboden eingebaut
-Gespachtelt und geschlifen
-Reibeputz an Decke, Wand und Schrägen
-Holzdielen verlegt, geölt, poliert, geölt, poliert
-Tür eingesetzt
– Fußleisten montiert

Das war’s auch schon 🙂