Airless – atemlos

Da im Hauptberuf einige große Lagerhallenwände weiß gestrichen werden sollen, habe ich mich diese Woche zum ersten mal mit einer Airless-Maschine beschäftigt. Wir hatten hier ja schon die Lackiervariante per Spritzpistole und Kompressor besprochen; das Airless-Verfahren arbeitet im Gegensatz dazu ohne Luft (deswegen ja Air-less), sondern das Farbmaterial wird über eine Pumpe unter Druck gesetzt und spritzt dann aus der Düse vorne heraus. Dadurch lassen sich auch etwas dickere Farben wie Wandfarbe verarbeiten, und das Gerät schafft natürlich auch mehr Menge als die verhältnismäßig kleine Spritzpistole.

Ein Kauf einer solchen Teufelsmaschine lohnt sich für den gelegentlichen Gebrauch kaum, kostet sie doch irgendwas im mittleren vierstelligen Bereich, daher fiel die Wahl auf den guten, alten almost-everything-Verhuur Bölltz, wo man das Teil für rund 100 Euro am Tag mieten kann.

Die Zeitersparnis ist tatsächlich enorm. Zugegebenermaßen hat es etwas gedauert, bis das Ganze rund lief und alles im Gang war, aber die Fläche von etwa 400 m² haben wir in rund drei Stunden (inkl. Maschine-das-erste-mal-an-den-Start-bringen) geschafft. Und obwohl die Wände nicht gerade neu waren, reichte ein einmaliger Anstrich aus. Mit Vorbereitung (Auslegen und Abkleben) kann man also durchaus eine große Halle an einem halben Tag schaffen. Wir waren dabei zu zweit, ein Kollege hat die Eimer nachgefüllt und ich habe mit Ganzkörper-Overall und Atemmaske die Farbe aufgetragen. Der Schlach war dabei lang genug, um eigentlich jeden Winkel der Halle zu erreichen, ohne die Maschine ständig umstellen zu müssen.

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Airless-Gerät

Das Ganze macht tatsächlich etwas mehr Sauerei als das gewöhnliche Rollen, aber doch weniger wie befürchtet. Es ist nicht so, dass man permanent in einem weißen Nebel steht und alles völlig zugeschmiert wird. Auf den nicht abgedeckten Flächen entsteht hier und da vielmehr ein lockeres, feines Farbpulver, eher wie fein gesiebtes Mehl, das man aber, wenn es getrocknet ist, zum großen Teil wegfegen oder ihm, zumindest bei Innenfarbe, per Wasser und Schrubber zu Leibe rücken kann.

Daraus folgt auch, dass sich Airless nur für große Flächen von mehreren hundert Quadratmetern lohnt. Wenn man damit im kleinen Badezimmer oder noch möblierten Wohnzimmer anfängt, kommt man aus dem Abkleben ja nicht heraus. Oder man macht es so wie Mr. Bean in diesem Klassiker :)

Nächste Woche wird die nächste Halle gestrichen; außerdem habe ich noch ein Fliesenprojekt und ein Bauschaumprojekt (Oha!) auf der Agenda. Ich werde berichten! Bis dahin!

Blogausfall

So, heute lassen wir den Blog mal ausfallen. Meine Frau fragt ja auch immer, ob ich denn wirklich jeden Sonntag was schreiben muss? Klar, sage ich, sind ja nicht zum Spass hier! Aber heute fällt mal aus. Ich muss nur schnell schreiben, dass es ausfällt.

Es ist aber auch einfach nichts los dieser Tage! Ich habe ohnehin das Gefühl, dass um den Jahreswechsel herum die gesamte bundesrepublikanische Wirtschaft brach liegt. Das geht ja schon Mitte Dezember los. „Ihre Rechnung können wir dieses Jahr nicht mehr überweisen, die Buchhaltung ist doch schon in Urlaub!“ oder „Ein Angebot können wir erst nächstes Jahr schicken. Es ist schließlich schon Mitte Dezember, da passiert hier gar nix mehr!“ Und in der ersten Januarwoche arbeitet sowieso kein Mensch irgendwo, denkt man zumindest, wenn man irgendwo jemanden erreichen möchte. Also, drei, vier Wochen Ausnahmezustand. Warum soll das hier anders sein?!

Klar könnte ich schreiben, dass ich das Sturzprojekt diese Woche beendet habe, nämlich mit dem Abnehmen der Verschalungen für den Putz. Zufällig hab ich auch ein paar Bilder gemacht:

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Türsturz, fertig verputzt
Ist doch akkurat geworden, gell? Auch die eine Torkenbauwand habe ich noch geflickt (die musste ich ja wegen des Sturzeinbaus aufschneiden), wobei ich festgestellt habe, dass es manchmal leichter sein kann, die Wand direkt neu zu machen, als eine bereits vepfuschte Wand wieder zuzubasteln.

Und, achja, das werde ich noch laut verkünden, wenn es hier weiter geht (weil jetzt gerade fällt’s ja aus!): Wände werden mit wenigstens 12,5mm Gipskartonplatte beplankt! Erst recht freistehende Wände! Wenn teils doppelt beplankt wird und manche Platten sogar noch dicker sind, fragt man sich, warum in den einschlägigen Baumärkten immer wieder 9,5mm – Platten angeboten werden! Die soll der Obi-Bieber fressen! Diese eignen sich allenfalls zum Beplanken vollflächiger Untergründe (zum Beispiel direkt auf eine Holzvertäfelung) oder für Trockenputz. Wobei ich beides ungefähr so gut finde wie die Tofu-Bratwurst: Kann man machen, gibt aber bessere Lösungen.

Im vorliegenden Fall jedenfalls gab es eine Trennwand und eine Vorsatzschale, teils mit den dünnen Platten und dann so weite Steher-Abstände, dass sich die Oberfläche schon vom schief anschauen bog. Gruselig.

Apropos gruselig und Baumärtke: Meiner Nachbarin hat man im Baumarkt zur Montage einer TV-Halterung in eine Ziegelwand tatsächlich Hohlraumdübel verkauft. Da war der Fachberater wieder ganz vorn mit dabei. Das werd ich alles hier erzählen, wenn’s wieder los geht, jawohl!

Also, macht Euch nichts draus, wenn es diese Woche mal kein dannwollenwirmal gibt. Man kann ja auch (noch) sinnvollere Sachen tun am Sonntag, oder? Also, wenn Ihr so gar nicht wisst, was ihr nun machen sollt, ich hätte da noch was. Hier liegen immer noch die PVC-Leisten und der Bauschaum (oh! Ob der die Minusgrade in der Garage aushält?), um die Spalten an meinen Dachfenstern seit der Neueindeckung zuzumachen. Also wenn da jemand aus der Leserschaft vielleicht Lust hätte? Ich weiß, ihr liebt es alle, mit Bauschaum rumzumatschen! Da könnte man schon einen Sonntag mit füllen. Ich würd’s ja selber machen, ist mir aber heute irgendwie zu anstrengend. Und ich muss ja schließlich noch schreiben, dass der Blog heute ausfällt. Dauert ja irgendwie auch länger als gedacht, komisch…

Ich habe mich in den letzten Tagen übrigens mit freistehenden Wänden und Raum-in-Raum-Bauweisen beschäftigt. Das geht ja tatsächlich alles mit Standard-Profilen (UA), man kann interessante Sachen damit bauen. Werde ich hier alle noch erzählen, wer zwischendurch schonmal schauen will: RigiRaum – spannende Sache!

Nun gut, lange Rede, kurzer Sinn, nächste Woche gibt’s wieder was zu lesen. Vielleicht kann ich da auch nochmal die schönsten Suchbegriffe („dachschräge schief was nun“, „zahntraufel 10×10 regipsplatten kleben decke“ (ohgottohgott), „schwitzwasser läuft auf der spritzwasser sperre runter dach“, „trockenbau versaut“, „hochdruck expansionsschaum drückt bunker auf“) einbauen. Vielleicht schreibe ich auch mal ein Baumarkt-Gedicht (sehr häufiger Suchbegriff!), wenn mich die Muse küsst. Mal sehen, was ich mache, mir fällt ja immer was ein. Nur diese Woche halt nicht.

Ihr wisst jetzt alle Bescheid, dass es diese Woche ausfällt, okay? Gibt hier nix zu lesen, weitergehen! Hopp Hopp!

Und ich koch schonmal Kaffee, wenn ihr gleich alle kommt, um mit den Dachfenstern anzufangen. Bis später!

 

Der dannwollenwirmal-Jahresrückblick

Da sind wir wieder, und selbst an Neujahr bin ich mir nicht zu schade, mich zum Rechner zu schleppen und der werten Leserschaft ein paar Zeilen zu hinterlassen, wenn auch etwas später als sonst, aber irgendwann muss man ja auch mal schlafen! Oder so.

Wir schalten die schwülstige Geigenmusik an und stellen uns vorm inneren Auge Feuerwerk und vorübergleitendes Werkzeug in Zeitlupe vor, denn hier ist er wieder, der dannwollenwirmal-Jahresrückblick: Meine diesjährigen Baustellen und was daraus geworden ist, und was vielleicht auch schon wieder zusammengebrochen ist, wer weiß..?

Himmel, was war denn im Januar alles los? Nach ein wenig Lamentiererei über Mülltonnen habe ich einige Wandrisse per Mörtelinjektion mit Schlämme saniert. Obwohl ich mir ja vorgenommen hatte, kurz danach das Fundament zu stabilisieren, um die Ursache bei der Wurzel zu packen, habe ich das bis heute irgendwie nicht direkt geschafft. Die Risse sind aber auch nach einem Jahr nicht wieder aufgetaucht.

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Risssanierung

Mitte Januar habe ich mit Clickfix-Direktabhängern eine Bunker Stahlbetondecke abgehängt, so minimal es eben geht, und Ende Januar dann noch woanders Raum für Raum mit Metall-UK und teils Holzlattung gipskartonmäßig beplankt. Weiterhin wurden schon die ersten Planungen für mein großes Fassadenprojekt angefangen, und ich habe die Fensterläden gezeichnet und die nötigen Holzmengen ausgerechnet.

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Stahlbetondecke abhängen

Nach unserer wilden Geburtstagsparty im Februar gab es noch ein paar Infos zum U-Wert-Rechner und eine Bestandsaufnahme der Fehlstellen an meinem Sockelputz. Viel mehr kann man da ja auch nicht machen, ich glaube es lag Schnee und der Februar ist ja auch tendentiell immer überraschend kurz.

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Putz ausbessern: Bestandsaufnahme im Februar

Im März ging es dafür aber richtig los! So habe ich meinen Werkzeugbestand nicht nur um eine Binford-Dübelfräse und Oberfräse erweitert (die seit dem Fensterladenprojekt bisher noch nicht wieder so richtig oft zum Einsatz kamen, ehrlich gesagt…), ich habe auch 80 m² GK-Decke mit Reibeputz versehen und bin dann allmählich mit den Fensterläden angefangen. Als dann Mitte März das Baugerüst kam, ging alles ganz schnell und ich habe reichlich an der Fassade herumgeturnt und ordentlich armiert und verputzt.

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Fassadenprojekt GO!

Im Laufe des Aprils wurde das Fassadenprojekt (und das Fensterläden-Projekt) dann fertig gestellt, inklusive Faschen, viel viel Reibeputz, gar nicht soooo vielen Nachtschichten und einem türkisen Farbendebakel, bin ich in etwa sechs Wochen (für „nebenbei“ und (fast) alleine doch recht fix) fertig geworden. Das Häuschen erstrahlt immer noch im Glanze, die Fensterläden halten und haben sich auch nicht verformt, die Fassade ist noch so wie gerade erst renoviert, es gibt keine Risse, keine Stellen, über die ich mich ärgere und rückblickend auch tatsächlich nichts, was ich nun anders gemacht hätte. Das überzählige Material (und das war doch noch einiges) konnte ich zum Baustoffhändler zurück geben und es wurde anstandslos gutgeschrieben. Was für ein gelungenes Projekt, da darf ich auch mal ein bißchen stolz sein, auch wenn ich andererseits froh bin, sowas so schnell nicht nochmal machen zu müssen 😉

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Achja: Die Spalten entlang der Dachfenster von innen (durch die Konterlattung) sind immer noch da. Ooops! Aber es zieht nicht da durch; ist eigentlich nur ein optisches Ding. Immerhin habe ich mittlerweile die Leisten und den gepriesenen Bauschaum. Muss ich nur noch anbringen.

Sowas kommt übrigens immer dann, wenn man es nicht direkt durchzieht: Einmal im Bau-Modus, sollte man am Besten alles fertig machen. Wenn man sich was ‚für später‘ übrig lässt, und irgendwann alles sauber, geputzt, bezogen und das Werkzeug wieder weggeräumt ist, fängt man so schnell nicht wieder an, und dann bleibt es, wie in diesem Fall, monatelang liegen.

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ToDo: Leisten drauf!

Im Mai gab es nicht nur die haarsträubende Geschichte mit dem Malergroßhandel (in den ich seitdem übrigens keinen Fuß mehr gesetzt habe!), ich erschuf auch das Heimwerker-Lexikon, das mittlerweile als Standardwerk gilt (oder so); dabei auch vielen Dank an die wertvollen Ergänzungen Mompe, Murks, fitscheln, wuppen, wemsen, Tacken, friggeln. Irgendwann gibt es sicher eine zweite Auflage!

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Zum Ausklang noch eine kleine Trennwand hingestellt, und schon ging es mit großen Schritten in den…

Juni! Hier wurden Kellerfenster neu gekittet, auch die halten immer noch und mit jedem Fenster wurden meine Kit-Skills besser. Dann gab es noch ein paar Tips für’s Leben, unter anderm die Powersätze und auch wichtige Hinweise, wie man sich als Heimwerkerking auf einer Hochzeit zu benehmen hat.

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Im Juli wurden dann neben der Poolreinigung noch die erneuerten Kellerfenster eingesetzt und dann waren wir auch schon mitten in der traditionellen Sommerpause, die im August unter anderem mit dem allerersten dannwollenwirmal-Beitrag fortgeführt wurde.

Der September startete dann mit neuen Taten und den #builtwithBosch-Testwochen. Der Multicutter ist immer noch fast (bau)täglich im Einsatz, ich möchte ihn nicht mehr missen. Wobei ich allmählich den ein oder anderen Aufsatz austauschen müsste, speziell die Stein- und Betonaufsätze aus Hartmetall sind mittlerweile etwas abgetragen, und der Sägeaufsatz für Holz hat ein paar Zähnchen eingebüßt; aber sonst – läuft und läuft und läuft!

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Bosch-Multicutter

Meine Werkstattrückseite habe ich ehrlich gesagt noch nicht ganz fertig (wieder das Spätermachen-Problem), weil mir damals die Farbe ausgegangen war und jetzt noch der Schlussanstrich fehlt. Naja, dieses Jahr wird’s wohl was.

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Weiter ging es mit Trockenbaudecken und erweiterten Wandöffnungen, bis in den…

Oktober hinein – inklusive Dachbodenabdeckung, die natürlich auch immer noch hält! Die nächste Baustelle war dann eine Wohnzimmersanierung mit dem Verputzen eines Stahlträgers, Deckenabhängung, Spachtelei und Wandputz. Da war ordentlich was los! Ist schon schick geworden alles, ähnlich wie die gebastelte Laterne von Felicitas und Mario bei der neuesten Szenen aus dem Leben-Folge.

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Altbausanierung at its best!

Im November wurde das Dachbodenklappenprojekt beendet und wieder von filigran auf grob umgeschaltet: Es wurden Türstürze geändert, das macht ja immer besonders viel Spaß, weil es so schön viel Staub und Dreck macht und man den ganzen Tag mit dem Nervenkitzel arbeitet, dass die Bude einem jederzeit über dem Kopf zusammenbrechen kann. Herrlich!

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Nach dem Leuchtsterne-Basteltip im Dezember und dem finalen Erwerb der Bakelit-Verteilerdose wurden dann noch die Stürze verputzt, bevor das Jahr mit der Heimwerker-Version von Stille Nacht seinen besinnlichen Ausklang fand.

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Das Ding ist auch endlich dran!

Also, die Projekte und Baustellen haben sich gegenseitig die sprichwörtliche Klinke in die Hand gegeben, es wurde viel bewegt und reichlich geschafft! Im neuen Jahr geht es direkt mit Vollgas weiter, so viel kann ich schon verraten. Für heute aber geht’s zurück auf’s Sofa, ist ja Neujahr, da darf man nochmal lümmeln und die Füße hochlegen, jawoll!

Euch allen einen schönen Start ins neue Jahr – bis nächste Woche!

Stille Nacht

Stille Nacht, heilige Nacht
Alles schläft, einer macht
mit dem Bohrer ein Loch in die Wand
und die Flex schneidet lautstark den Rand
Heimwerker will mit den Händen
Noch die letzten Projekte beenden

Stille Nacht, heilige Nacht
Wasserrohr angebracht
Zur Abdichtung reicht auch Montageschaum
Wasserstrahl zischt in den Weihnachtsbaum
Da gibt es ein helles Gefunkel
Und die ganze Straße wird dunkel.

Stille Nacht, heilige Nacht
Balken stört – Dachstuhl kracht
Schnell eine Stütze – den länglichen Stab!
Dachziegel rieseln die Traufe hinab
Unüberlegt war die Säge
Beim Werkeln in Erker und Schräge

Stille Nacht, heilige Nacht
alles schläft – Heimwerker lacht
Hatte zehn Glühwein, ist voll bis zum Rand
Und klebt jetzt das Laminat an die Wand
Kleistert dann nach dem Gebete
In die Badewanne Tapete.

Stille Nacht, heilige Nacht
Betonmischmaschine mal angemacht
Starkes Rumoren und viertel nach zwei
Rühriges Werken, was ist schon dabei?
Im Ofen erkaltet die Ente
Heimwerker gießt Fundamente

Stille Nacht, heilige Nacht
Alles schläft, einsam wacht
Der Presslufthammer, Hallelujah
Feststelltaste verklemmte sich da
Der Heimwerker legt sich dazu
Und schlummert in seliger Ruh

Allen dannwollenwirmal-Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen lauten Start ins neue Jahr!

Leuchtende Augen

Um kurz vor Weihnachten noch etwas Besinnlichkeit in die Häuser der Menschen zu tragen, habe ich mein Türsturz-Erhöhungs-Projekt nun beinahe fertiggestellt (lediglich die besonders lauten und stauberzeugenden Arbeiten werde ich erst an Heiligabend durchführen).

Zur Erinnerung: Es handelt sich um einige Türstürze, die ich neu gesetzt habe (es ist nicht bei mir zu Hause!), nun habe ich die Abstützungen entfernt (tatsächlich, es hält! Na, wer hätte das gedacht?) und es geht ans Verputzen.

Die Schwierigkeit dabei ist, das Wandniveau bis an die Türöffnung gleichmäßig zu halten. Wenn man es pi-mal-Daumen macht, neigt man (oder ich) dazu, zur Öffnung hin dünner mit der Putzschicht zu kommen, so dass es schräg wird. Daher arbeite ich mit einer Lehre aus Schalungsbrettern. Schalungsbretter sind einfache Bretter, die aber mindestens eine gerade Kante haben. Diese werden auf dem Niveau des Altputzes in die Türöffnung gesetzt und dort befestigt; entweder mit Keilen, Zargenspreizen oder, wie in diesem Fall, verschraubt mit den Resten des Original-Holzsturzes, die ich ja in der Wand gelassen und nur bündig abgesägt habe.

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Verschalte Türöffnung

Übrigens waren die Schalbretter im Baustoffhandel nicht nur günstiger als im Baumarkt; ich habe diesmal die Probe gemacht und sie Hochkant auf eine ebene Fläche gelegt: kein einziges war krumm! Das ist in diesem Fall auch wichtig, weil sonst ein Buckel in der Wand entsteht.

Der Putz (in diesem Fall ein Gipsputz) wird nun auf die (vorgenässte!) Fläche zwischen dem Altputz und den Schalbrettern aufgetragen und mit der Traufel geglättet. Bei stärkeren Schichten >25mm muss man ggf. zweimal auftragen.

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Verputzter Türsturz

Nach dem Trocknen des Putzes werden dann die Schalbretter vorsichtig abgenommen, und man hat idealerweise eine glatte, verputzte Fläche zur weiteren Bearbeitung.

Wer routiniert ist und jeden Tag 20 Türstürze verputzt, bekommt das sicherlich auch ohne die Verschalung hin. Aber so ist es ein einfaches Mittel, eine wirklich ebene Wandfläche zu erstellen und es treten auch später keine Probleme beim Einbau der Zarge auf.

Bei dieser Baustelle muss ich jetzt (für’s Erste) nur noch ein paar Gipskarton-Flickereien machen und dann geht es nächstes Jahr weiter mit neuen Projekten. Nächste Woche gibt’s noch einmal dannwollenwirmal, dann ist das Jahr auch schon bald wieder rum! Also, zwischen Gänsebraten und Weihnachtskerzen bitte auch nächsten Sonntag wieder einschalten und das Erlernte direkt mit viel Staub und Dreck nachbauen, das sorgt für staunende Gesichter und leuchtende Augen. Bis dahin!

Bakelit

So, ich hoffe, alle hatten viel Spaß und Freude mit dem Basteltip von letzter Woche? Ich werde auch noch ein bißchen basteln, ich habe nämlich noch das Außenlichtschalter-Projekt vor der Brust. Was es damit auf sich hat?

Nun, als ich das Haus im Frühjahr verputzt habe, musste ich eine alte Verteilerdose entfernen, dabei ist sie leider zerbrochen und seitdem hängt die halbe Dose nebst dazugehörigen Leitungen und dem Lichtschalter „auf halb acht“ an der Wand und baumelt im Wind. Das geht nun schon über ein halbes Jahr so, einerseits, weil ich nicht so richtig Zeit dafür hatte, andererseits, weil ich sie natürlich möglichst originalgetreu ersetzen möchte: Bakelit ist das Zauberwort, das sind die schwarzen, glänzenden Dosen und Schalter, und genau so ein Ding muss da wieder hin, bitteschön!

Leider sind Bakelitdosen verdammt schwer zu bekommen und so erhielt ich den Tip, einen Antik-Baustoffhandel zu besuchen. Den Laden, den ich zuerst anrief, bügelte mich mit der Information ab, dass er sowas nicht verkaufe, denn wenn mir dadurch die Bude abbrenne, wäre er ja Schuld. Hm. Ich fuhr also zu einem anderen und betrat ein riesiges Gelände voller antiker Baumaterialien, angefangen von alten Balken, Nägeln, Fenstern, über Badewannen, Türen, Zäune, Steine und, und und. Über dem Gelände erhob sich das Kontor auf einem Hügel, aus diesem trat sogleich der Inhaber heraus und erklärte mir, welche verschlungenen Pfade ich gehen sollte, um in die Elektroabteilung zu gelangen (Zwischen den Ziegeln durch, dann auf Gartenhaus zu, links, links, wieder rechts, um die Ecke, dann gibt es ein Regal auf der linken Seite…) Ich könnte mir dann raussuchen was ich bräuchte und dann bei ihm bezahlen. Im Übrigen wäre das gesamte Gelände kameraüberwacht, also jetzt nicht dass er denken würde, ich…aber es wäre eben so. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nichts geklaut! Naja, kann er ja nicht wissen. Ich habe mich natürlich komplett verlaufen, bin aber dann mit Hilfe eines anderen Mitarbeiters zum Elektro-Regal gelangt:

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Die Elektroabteilung!

Es gab hier also kofferweise Bakelit! Alles dreckig und spinnenwebenüberzogen, aber das war mir ja erstmal egal. Ein Kofferboden war durchgefault, was mich zur Annahme führte, dass hier eher selten jemand käuflich tätig wird.

Leider habe ich meine begehrte vierarmige Abzweigdose nicht gefunden, es waren tatsächlich nur zwei Abzweigdosen da, die auch noch ohne Deckel, dafür jede Menge Schalter und Steckdosen. Um nicht vergeblich die immerhin rund 50 km gefahren zu sein, nahm ich zwei Klingelknöpfe mit, damit auch unsere Klingel zu Hause im Stil der 20er Jahre bedient werden kann. Und der zweite zur Sicherheit, falls einer nicht funktioniert.

Auf dem Weg zum Kontor kam ich dann an einer alten, schäbigen Badewanne mit dem Preisschild „1150,-“ und einem kaputten Fensterflügel für 400 Euro vorbei, und da schwante mir, dass diese Knöpfe eventuell nicht so richtig günstig werden könnten. Tatsächlich wollte man mir 25 Euro pro Stück abknöpfen. Zwar werden solche Sachen bei ebay & Co. tatsächlich für diese Summen gehandelt, angesichts der Präsentation, des Zustands und der Fülle der Artikel dort habe ich aber ehrlich gesagt mit ‚nem Zehner für beide gerechnet. Als ich dann erklärte, einer wäre ja nur Ersatz, habe ich immerhin beide für 30,- bekommen und habe dann diesen schrägen Laden mit gemischten Gefühlen wieder verlassen. Vielleicht bin ich auch einfach zu unerfahren im Antiquitätenhandel.

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Bakelit-Klingelknöpfe

Als die Knöpfe dann sauber waren, sahen sie tatsächlich sehr hübsch aus, und wenn beide funktionieren, verkaufe ich den zweiten, aufgehübschten vielleicht auch bei ebay und habe dann wahrscheinlich das Geld wieder raus! :)

Die Abzweigdose habe ich dann online bei Lux-Est bestellt, da gibt es neben dem ganzen Bakelit-Programm auch wunderschöne Leuchten, Möbel, Uhren und viele Dinge im Industrie/Vintage-Design.

Ich habe dann einen Verdrahtungsplan der alten Dose gemacht und dann alles auseinandergerissen, die neue Dose angebracht und die Leitungen wieder so wie vorher verlegt.

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Sitzt!

Jetzt müsste ich eventuell die Kabel noch wieder hübsch weiß anstreichen und fertig ist die Sache. Hat letztendlich nicht mal eine Stunde gedauert, und dafür habe ich es so lange vor mir her geschoben. Naja, das aufwändige hier war natürlich die Beschaffung. Aber jetzt weiß ich ja, wo ich (nicht) nach sowas suchen muss…

Alles funktioniert, die Außenleuchte leuchtet, die Klingel klingelt, und ich genieße jetzt den Sonntag, wo der Regen regnet und die Wolken wolken. Bis nächste Woche!

 

 

 

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Der dannwollenwirmal-Basteltip: Leuchtsterne

Der heutige dannwollenwirmal-Basteltip widmet sich einer kleinen adventlichen Bastelei, die für besinnliche Gefühle und leuchtende Kinderaugen sorgen wird: Leuchtsterne! Keine Sorge, es handelt sich um ein leichtes Projekt, das auch von ungeübten Heimwerkern schnell und mühelos angegangen werden kann.

Schwierigkeitsgrad:

leicht bis sehr leicht

Das brauchen wir:

– Bohrhammer
– einen Atomreaktor
– Bauschaum
– eine Betonpumpe
– Ausstechformen
– eine absolut lückenlose Werkzeugsammlung
– eine Wasserstoffbombe

…und schon kann’s losgehen!

Schritt 1

Ist der Platz für die Leuchtsterne gefunden (zum Beispiel am Kinderbettchen), wird dort zunächst großzügig die Wand aufgestemmt. Bei zweischaligen Wänden kann die äußere Schale stehen bleiben. Es wird empfohlen, im oberen Bereich einen Sturz oder einen Stahlträger, je nach Größe der Leuchtsternfläche, einzubauen. Wie das geht, habe ich ja bereits hier erklärt. Tragende Wände sind möglicherweise oberhalb abzustützen. Die Baustützen sollten dann mehrere Wochen stehen bleiben, können aber gut mit Tannengrün dekoriert werden und fügen sich dadurch nahtlos ins vorweihnachtliche Bild des trauten Heimes ein.

Schritt 2

Das entstandene Loch in der Wand wird nun gesäubert und mit Beton ausgegossen. Da wir ja nicht kleckern, sondern klotzen wollen, würde ich dazu einen Betonmischer mit Betonpumpe mieten, das macht auch mehr Spaß als in einem kleinen Kübel herumzuplanschen und es ist dabei auch DEUTLICH MÄNNLICHER! Einige Kubikmeter Beton werden bereits für einen vierstelligen Betrag frei Haus geliefert.

Schritt 3

Der Beton wird nun wandbündig geglättet und Ausstechformen (idealerweise natürlich Sterne) eingesetzt. Diese Formen bleiben drin, bis der Beton ausgehärtet ist und werden dann mit einem kleinen Meißel ausgehöhlt. Wird dabei versehentlich zu viel abgemeißelt und dadurch die Sternform runiert, muss die gesamte Prozedur wiederholt werden, also bitte vorsichtig sein!

Schritt 4

Die Sternenlöcher werden nun mit Bauschaum bündig ausgefüllt. Sollte der Bauschaum nicht ausreichen, muss eventuell mehr Bauschaum genommen werden.

Schritt 5

Ist der Bauschaum ausgehärtet, wird er flächenbündig abgeschnitten. Die so entstandenen Sternformen werden nun mit Leuchtfarbe gestrichen. Dazu bietet sich am besten Tritium an. Es entsteht als Nebenprodukt bei der Kernspaltung in Druckwasser-Reaktoren. Man besorgt sich also am Besten einen solchen Reaktor und beginnt mit der Kernspaltung. Bitte die Wasserkühlung nicht vergessen! Ambitioniertere Heimwerker, denen die Kernspaltung zu simpel ist, können Tritium gewinnen, indem sie eine Wasserstoffbombe explodieren lassen. Hier bildet sich Tritium als Nebenprodukt und kann mit einer herkömmlichen Rührschüssel aufgefangen werden.

Schritt 6

Da Tritium radioaktiv strahlt, sorgen Sie während des Betriebes der Leuchtsterne bitte für eine gute Durchlüftung. Alternativ könnte der Raum auch vollständig mit Wasser oder Beton (die Betonpumpe ist ja vielleicht noch in der Nähe?) ausgefüllt werden.

Und nun, viel Spaß beim Nachbasteln!

Festhalten

Advent ist an sich recht besinnlich
Die Kerze brennt, es duftet himmlisch

Doch hat die Ruhe oft gelitten,
wird laut der Türsturz eingeschnitten.

In diesem Sinne, werte Leser, allen einen schönen ersten Advent; das mit dem Gedicht hatten wir schon besser, aber sei’s drum – der gute Wille zählt und tatsächlich habe ich just gestern noch fröhlich Staub und Dreck produziert und das Türsturz-Projekt weiter fortgeführt.

Die beiden bereits versetzten Stürze (siehe letzte Woche) haben sich mittlerweile gut gefestigt, ich lasse aber die Abstützung noch drin, es eilt ja nicht so. Diese Woche habe ich dann den zweiten Teil eines Doppelsturzes gemacht; die eine Wand ist nämlich zweischalig und daher bekommt jeder Wandteil seinen eigenen Sturz. Die Doppelwand spricht übrigens für eine statisch relevante Wand („tragende Wand“), auch wenn sie vielleicht nicht unmittelbar oder sichtbar irgend etwas trägt, kann sie doch aussteifende Wirkung auf die Gebäudestatik haben. Bei nichttragenden Wänden muss ein, bei tragenden müssen zwei Kosmonauten oder alternativ drei Bauforen befragt werden!

Idealerweise bleibt beim zärtlichen Herausschneiden der Sturzöffnung, wie letzte Woche beschrieben, die darüberliegende Vermauerung (Lastdreieck) so bestehen. Das hat auch bei drei Stürzen geklappt, beim vierten war diese bereits so vorgerissen und marode, dass mir einige Steine nachzurutschen drohten. Hier habe ich abgestützt, den neuen Sturz Stück für Stück in die Öffnung geschoben und dann die Steine wieder auf dem neuen Sturz abgestützt, z.B. mit kleinen Holzkeilen. Dann wurde der Sturz wie beschrieben vermauert und flächig verfugt. Wenn das fest geworden ist (und erst dann), müssen allerdings die darüberliegenden Fugen erneuert werden. Wenn man bereits jetzt die lockeren Steine austauscht, ist das wie ein Rattenschwanz und es rutschen immer mehr von oben nach. Daher erst abstützen, ordentlich vermauern und dann nach ein paar Tagen die maroden Fugen (vor allem die Stoßfugen!) ausschneiden und neu machen, damit das Lastdreieck wieder funktioniert.

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Brettsturz

Das Lastdreieck-Prinzip funktioniert nur bedingt für sich alleine, sondern besser mit einem richtigen Sturz, wie man beim Bild oben sieht. Hier wurde damals lediglich ein dünnes Brett unter die letzte Reihe gelegt und von dort aus aufgemauert. Bei runden, gemauerten Öffnungen funktioniert das ohne Sturzelement, weil die Steine ein Gewölbe bilden und sich gegenseitig stützen (Prinzip Bogen). Der oben zu sehende Brettersturz hatte dann zur Folge, dass es diverse Risse in der Wand gab. Der Sturz funktioniert nur mit einem vernünftgigen Lastdreieck darüber, andersrum ein Lastdreieck nicht unbedingt ohne Sturz. Wer tiefer in die Thematik einsteigen möchte, kann sich hier noch etwas schlaulesen. Im Zweifel heißt es: Finger weg :)

Nunja, ich kann jedenfalls gerade nur mit einer Hand schreiben (deswegen bin ich auch etwas später dran heute), weil ich mit der anderen noch die Ziegel festhalten muss. Ich denke aber, in zwei, drei, Tagen sollte der Mörtel ausreichend abgebunden haben, und so lange bleibe ich einfach hier stehen.

Ach, wenn jemand von Euch mal zwischendurch in der Nähe ist, könnte er mir vielleicht einen Döner bringen oder so? Was zu trinken wäre auch nett, das hatte ich gestern zum letzten mal. Danke!

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Zwergentür

Wie zum Beweis, dass ich in der Beratungsstunde letzte Woche nicht die komplette Dämlichkeit der Suchanfragenstatistik erfasst habe, wurde ich diese Woche noch beglückt mit:

„kann man holz vor dem fliesen mit drahtgeflecht beplanken“

Das lassen wir jetzt alle mal sacken.

In dieser und der kommenden Woche sehe ich mich vor der Aufgabe, drei Türstürze umzubauen. Das Grundproblem ist ja gar nicht so selten: Durch einen veränderten Fußbodenaufbau (Trockenestrich, Fußbodenheizung, Flokati) kommt das Bodenniveau höher und die Türöffnung wird dadurch zu niedrig. In diesem Fall war die eine oder andere Tür ohnehin schon etwas knapp bemessen und durch die Sanierung der Holzbalkendecke ist das Bodenniveau um ein paar Zentimer gestiegen. Und nein, es ist nicht bei mir zuhause. Regelmäßig bekomme ich Anfragen: „Na, bist Du immer noch nicht fertig?“ Hier nochmal offiziell: Wenn alle hier vorgestellten Projekte bei mir zuhause wären, hätte ich nicht nur fünf Badezimmer und siebzehn Sanierungsschichten, ich wäre auch pleite und geschieden. Einen Großteil der Bauerei betreibe ich als offizielles Nebengewerbe bei anderen Leuten; so auch dieses mal. Doch nun zum Staub und Dreck:

 

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Neuen Türsturz ausschneiden

Eine zentrale Rolle bei der Sturzänderung spielte auch hier der Multicutter von Bosch; auch wenn die #builtwithBosch-Testwochen vorbei sind, hat er mir hier wirklich großartige Dienste geleistet und war in diesem Fall ein Werkzeug ohne Alternative. Doch dazu später mehr.

Als Stürze habe ich KS-(Kalk-Sandstein)Stürze eingesetzt. Da die Türöffnungen knapp 90cm betrugen, wäre der 1m-Sturz etwas knapp gewesen, daher habe ich 1,25m-Stürze eingebaut. Die armierte und ausgegossene Rinne des Sturzes liegt dabei immer oben. Weitere Infos z.B. hier.

Ich habe also mit dem Cutter zunächst ein Feld von 125 cm Breite und 9 cm Höhe (Sturzhöhe 7cm + Platz für die Mörtelfuge oben und unten) ausgeschnitten. Zur Übertragung auf die andere Wandseite wurden vier Löcher in die Ecken gebohrt. Der alte Sturz (oder besser Holzbalken, wie in diesem Fall) bleibt übrigens zunächst drin.

Warum jetzt der Cutter? Im Gegensatz zur „Flex“/Winkelschleifer macht der Cutter nur ein Zehntel so viel Staub und Schweinerei. So ein Sturz mit der Flex ausgeschnitten, und das Stockwerk ist erstmal unbewohnbar. Weiterhin konnte ich sehr fein nur das nötige Material bis in die Ecken ausschneiden. Den Bohrhammer habe ich zum Stemmen nur für die Putzschichten benutzt, nicht für die Steine. Wie der Kenner eventuell bereits bemerkt hat, habe ich hier nämlich nichts abgestützt. (Hier wie immer die Warnung, liebe Kinder: Nicht nachmachen, keine Gewähr, bitte einen Statiker oder Kosmonauten fragen!) In diesem Fall sind es nichttragende Wände im oberen Stockwerk, sprich darüber sind nur noch zwei Reihen Ziegel, das ist das Schlimmste, was da unterkommen kann. Der Bohrhammer jedenfalls hätte so sehr am Bestandsmauerwerk herumvibriert, dass das Lastdreieck, durch das der Sturz statisch funktioniert (habe ich hier mal genauer erklärt) und auch die Stoßfugen, die jetzt sturzlos darüber liegen, gebröckelt wären und dann schon die Gefahr besteht, dass das einiges runtergepoltert kommt. Also präzise, smooth und vibrationsarm mit dem Multicutter ausgeschnitten, dann in der Mitte ein Stück Wand weggenommen und mit einem Reststein auf dem alten Sturz abgestützt, nur so für’s Gefühl:

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Zwischendurch mal abstützen

Es wurde dann nach und nach das gesamte Mauerwerk entfernt:

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Mauerschnitt mit Multicut

Durch die verschiedenen Cutter-Aufsätze konnte ich je nach Gegebenheit so schneiden, wie ich es gerade brauchte. Vor allem, weil beidseitig Elektroleitungen am Sturz langliefen, deshalb wäre allzu grobes Werkzeug hier also auch fehl am Platz gewesen.

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Werkzeugwechsel

Wenn der Platz für den Sturz und die Türöffnung ausgeschnitten ist, wird der neue Sturz eingesetzt, ausgerichtet und auf dem alten Sturz abgestützt:

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Neuer Sturz auf dem alten abgestützt

Die Ausrichtung sollte so erfolgen, dass zwischen neuem Sturz und der Bestandsmauer noch genügend Luft für die ein Mörtelbett bleibt. Der Sturz wird nicht einfach trocken auf die Auflager gelegt!

Mit einer Traufel und einer Fugenkelle wird nun Zementmörtel unter, neben und auf dem neuen Sturz gebracht. Eine Übersicht über die verschiedenen Kellernarten gibt es z.B. hier bei Baywa.

Dabei sind die ganzen Flächen vorher zu entstauben und vorzunässen (ich habe immer eine Sprühflasche für sowas, mit einem Quast geht es evtl. vorher auch). Wichtig ist, dass der Sturz komplett auf einem satten Mörtelbett liegt und vollflächig mit Mörtel unterfüttert ist. Auch die Fuge nach oben muss komplett sauber gefüllt sein. Wenn das soweit passiert ist, darf das Ganze, immer noch abgestützt auf dem alten Sturz, trocknen und ruhen, und wer es nicht eilig hat, lässt das mal eine Woche vor sich hinschmoren. Zwei, drei Tage sind hier aber schon das Mindeste. Dann wird die Abstützung entfernt und der alte Sturz nicht herausgenommen, sondern auf Breite der Türöffnung abgeschnitten. Am Ende wird das Ganze noch dann noch verputzt und ist dann bereit für eine schöne Standardtür in Standardhöhe.

Für das Ganze solle man sich Zeit lassen und vorsichtig zu Werke gehen. Für Ausschneiden, neuen Sturz einsetzen und vermauern habe ich z.B. etwa drei Stunden gebraucht. Vielleicht geht das auch schneller, aber ich war hier lieber zärtlich, bevor mir alles überm Kopf zusammenbricht.

So, und ob das alles gehalten hat, lest ihr dann nächste Woche :)

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Leser fragen – dannwollenwirmal antwortet

In regelmäßigen Abständen wähle ich Suchbegriffe aus, mit denen Menschen (warum auch immer) auf meinem Blog landen, um hier gewohnt fachkompetent Antworten auf die dringendsten Fragen des Lebens zu geben.

„kann man steinwolle streichen?“

Mal wieder eine Spitzen-Idee! Das ich da noch gar nicht drauf gekommen bin?! Natürlich kann man die streichen (gut, man braucht eventuell etwas mehr Farbe) und spart sich dadurch möglicherweise lästige Trockenbau- oder sonstige Beplankungsarbeiten. Natürlich kann man auch Vliestapete direkt auf Steinwolle kleben, oder noch besser, direkt unter die Dachpfannen klatschen. Eine dünne Schicht Bauschaum schafft hier die nötige Haftbrücke.

„ist bohren oder flexen von asbestplatten schlimmer“

Ist Pest oder Cholera schlimmer? Ist Obi oder Hornbach schlimmer? Ist Bauschaum oder Silikon schlimmer?

„systemkoffer katze im sack“

Der beliebte Systemkoffer „Katze im Sack“ enthält eine Katze und einen Sack und kann bald im dannwollenwirmal-Shop erworben werden. Muss nur noch die Katze einfangen…

„wie nennt man ein werkzeug der benutzt ist zu zusammen halten von zwei geklebte holz teile?t“

Hmm, knifflig. Säge?

„gibt irgendwas für treppe“

Hier ein deutliches: Ja. Es gibt irgendwas für treppe.

„werden wände beim verputzen automatisch gerade?“

Selbstverständlich! Übrigens wird das Auto beim Öffnen der Motorhaube automatisch repariert. Und die Tapetenrollen kleben sich durch einen strengen Blick von selbst an die Wand. Pfusch wird durch Verkleiden automatisch total toll. Verrückte Sache, diese Automatik!

„dachschräge drempel riss verschönern“

Das ist genau die richtige Einstellung: Risse sollten nicht ausgebessert oder gar nach der Ursache geforscht, sondern einfach verschönert werden. Hier bieten sich ein paar aufgemalte Boote an, dann sieht es aus wie ein kleiner Fluss. Man kann auch Kresse hineinsäen und erfreut sich dann an dem sprießenden Grün. Ebenso wie Risse können auch andere Malheure liebevoll verschönert werden. So lässt sich der Wasserrohrbruch mit etwas Musik oder das undichte Dach mit einer kleinen Vogeltränke aufhübschen. Die bewundernden Blicke ihrer Freunde werden ihnen sicher sein!

„tragende wand rausgenomme     „

Hmm, da ist wohl mitten im googlen was auf den Computer gekracht :) Hihi.

Das könnte mir ja nicht passieren. Bei mir sind alle Stürze und Träger fachgerecht eingebauuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu