Baumarkt-Eröffnung

Daraus, dass ich kein großer Baumarkt-Fan bin, habe ich ja noch nie einen Hehl gemacht. Eigentlich untypisch für einen Heimwerker, aber nach diversestestestesten Qualitätsenttäuschungen bin ich ja mittlerweile bekennender Baustoffhändlerfreund. Doch manche Sachen benötigen eben doch den Baumarkt, beispielsweise ein Holzzuschnitt für eine Schrankwand (Nachbarschaftshilfe!), und zufällig traf es sich, dass bei uns um die Ecke ein 12.000 Quadratmeter(!) großer Baumarkt just vor zwei Wochen eröffnet hat. Da gingen ja selbst mir die Augen über. Direkt am Eingang tummeln sich Mitarbeiter, die die Kunden abfangen und in die richtige Richtung lotsen. Der Zuschnitt war mit zwei(!) Mitarbeitern besetzt, ohne Klingeln, ohne Wartezeit. Nicht schlecht! Auch die Werkzeugauswahl war erstaunlich gut. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, den neuen Markt dem dannwollenwirmal-Check zu unterziehen und die Kompetenz der Mitarbeiter auf Herz und Nieren zu testen. Hier die Ergebnisse als Dialog-Protokolle.

Abteilung: Sanitär
Ich: Hallo, wo finde ich denn den dreifünfundfünfziger Rohrmuffenflansch auf Eckstutzen? Müsste doch hier irgendwo sein?!
Mitarbeiter: Den was?
Ich: Hundertfünfziger Biegebogen mit Dreh-Eck-Element und Muffenstutzen. Um nachher auf den Abfluss zu kommen, Mensch!
Mitarbeiter: Abflussrohre, HT-Rohre, die sind im nächsten Gang.
Ich: Nee nee nee, HT nützt ja nix ohne IB! Und da fehlt mir eben der Übergang von PK auf ZB! Sonst passt ja auch die Steigneigung nicht.
Mitarbeiter: Ja, da weiß ich jetzt auch nicht so genau…
Ich: Wenn sie wenigstens eine Ventilabziehmuffe hätten? Müsste aber dreiviertel Zoll sein. Mit Nippel bitte, ach, wissense was, ich nehme zwei.
Mitarbeiter: Dreiviertel Zoll müsste da vorne…
Ich: Passt der denn auf die Nut vom Halbachtel? Oder bricht dann die Flansch?
Mitarbeiter: Dürfte eigentlich nicht brechen, nee…
Ich: Gut, denn sonst hätte ich natürlich ein Problem!
Mitarbeiter: Ja, klar…
Ich: Ich nehme noch zwei Bogenschellenmuffen und drei Muffenschellenbögen mit. Such ich mir raus! Danke erstmal!

Abteilung: Holzzuschnitt
Ich: Hallo, diese Platte bitte einmal schneiden.
Mitarbeiter: Okay, welches Maß?
Ich: So. (Breite die Arme aus)
Mitarbeiter: Das müsste ich schon genauer wissen.
Ich: Ja, welches Maß wird denn meistens so genommen?
Mitarbeiter: Das ist unterschiedlich.
Ich: Hmm, na dann sägen sie mal so… hundert Meter ab.
Mitarbeiter: Hundert Meter? Die Platte ist ja nur zwei sechzig.
Ich: Ja, prima, dann nehmen wir zwei sechzig!
Mitarbeiter: Also gar nicht abschneiden!?
Ich: Doch, klar! Ist das hier nun der Zuschnitt oder nicht?
Mitarbeiter: Aber sie müssen mir schon sagen, wie viel ich abschneiden soll!
Ich: Was fänden Sie denn hübsch?
Mitarbeiter: Ich, äh… keine Ahnung!
Ich: Können Sie auch ein Muster sägen?
Mitarbeiter: Nein!
Ich: Na gut, ich überleg’s mir nochmal. Danke!

Abteilung: Farben
Ich: Hallo, ich hätte gern eine Farbe gemischt!
Mitarbeiter: Wofür soll die Farbe denn sein?
Ich: zum Streichen!
Mitarbeiter: Jaja, innen oder außen, Holz oder Metall, was für’n Untergrund..?
Ich: Ja, so ne Wand.
Mitarbeiter: Also innen?
Ich: Nein, nein!
Mitarbeiter: Also außen?
Ich: Nee, nee.
Mitarbeiter: Ja was denn nun?
Ich: Im Wohnzimmer.
Mitarbeiter: Also doch innen!
Ich: Ja ja.
Mitarbeiter: Und welcher Farbton?
Ich: So ein grünliches schwarzblau.
Mitarbeiter: Hier sind die Farbkarten, am Besten sie suchen sich da was raus.
Ich: Ja, das ist schwierig. So wie dieses hier, nur mehr ins grünblaue.
Mitarbeiter: Also sie müssen sich schon eine Farbe aussuchen.
Ich: Dieses hier, nur etwas grauer.
Mitarbeiter: Ich kann nur die Farben mischen, die da drauf sind.
Ich: So ähnlich wie ihr Pullover, nur etwas grauer und ins gelbe gehend. Können sie nicht mehrere von diesen Farben hier mischen?
Mitarbeiter: Nein, man kann eine Farbe mischen.
Ich: Dann nehme ich diese, mit der hier.
Mitarbeiter: EINE!
Ich: Ach, ich glaub‘, ich nehme doch weiß.

Abteilung: Garten
Ich: Hallo, ich hatte im Markt in M. letztes Jahr nen Apfelbaum gekauft, den hab ich dann beschnitten, und nun kommt da nix mehr.
Mitarbeiter: Wie haben sie den denn beschnitten?
Ich: Naja, gekürzt halt.
Mitarbeiter: Und wo?
Ich: Direkt überm Boden.
Mitarbeiter: Wie, überm Boden?
Ich: Naja, bündig halt!
Mitarbeiter: Sie haben den ganzen Baum abgeschnitten?
Ich: Klar! Im Februar zurückschneiden, stand doch drauf!
Mitarbeiter: Aber doch nicht ganz abschneiden!
Ich: Was ist dat denn für ne Erbsenzählerei hier! Schnitt is Schnitt!
Mitarbeiter: Zurückschneiden heißt, die einzelnen Äste und Zweige…
Ich: Ja, hab ich ja! Alle weg!
Mitarbeiter: Also, Ersatz kann ich Ihnen da nicht geben.
Ich: Na gut. Wenn sie wollen, mach ich noch ein paar Probeschnitte bei Ihren Bäumen da draußen?
Mitarbeiter: Bloß nicht!

Abteilung: Elektro
Ich: Guten Tag! Ich schließe gerade mein Haus ans Trafohäuschen an. Da sind aber nur so große Klemmen drin. Und ich habe nur so’n kleines Kabel. Brauch ich da einen Adapter?
Mitarbeiter: Ans Trafohäuschen? Da dürfen Sie gar nix machen! Das macht der Energieversorger! Und der Elektriker!
Ich: Die Farben passen auch nicht. Ich hab gelb, grün, blau, schwarz, braun, grau, und da drin ist schwarz, grau….
Mitarbeiter: Lassen Sie bloß die Finger davon! Das ist lebensgefährlich!
Ich: Ich bin gelernter Schmied, da werd‘ ich ja wohl so’n Kabel angeschlossen kriegen. Also grau muss auf rot oder andersrum?
Mitarbeiter: Kann ich Ihnen nix zu sagen! Wie sind Sie da überhaupt rein gekommen?
Ich: Das lässt sich relativ schnell aufhebeln. Haben Sie auch diese großen Schraubenschlüssel für die Trafoklemmen? Oder kann ich da mitte Wasserpumpenzange…?
Mitarbeiter: Nein, haben wir nicht! Sie machen sich strafbar! Rufen Sie beim Energieversorger an!
Ich: Naja, wenn’s sein muss…aber vielleicht haben Sie ja wenigstens Sicherungsautomaten mit Mehrfachabgang.
Mitarbeiter: Wofür das nun wieder?
Ich: Für die Hausverteilung! Zwanzig Steckdosenstrippen passen nicht in die Klemme von dem Automaten! Oder muss ich da was löten?
Mitarbeiter: dreht sich um und geht weg
Ich (hinterher rufend): Oder brauch ich gar keine Sicherungen? Müssten ja im Trafohäuschen schon drin sein! Und was ist jetzt mit den Farben? Was ist denn Erde? Braun, oder? Erde ist doch immer braun!?

Finale: An der Kasse
Ich: So, diese Schrauben nehm ich mit, kann man da noch was am Preis machen?
Kassiererin: Ich denke nicht, wieso?
Ich: Sagen wir, ich gebe Ihnen zwölf.
Kassiererin: Die kosten 14,99!
Ich: Was zahl’n se denn dafür im Einkauf? EK?
Kassiererin: Weiß ich nicht. Wenn was damit nicht stimmt, müssen Sie nochmal in die Abteilung gehen.
Ich: Doch, alles super. Na von mir aus. Aber hier der Schlauch, da würd ich dann wohl zwei zum Preis von einem nehmen.
Kassiererin: Das geht doch nicht! (Blickt sich hilfesuchend nach ihrer Kollegin um)
Ich: Oder ich tausche. Hier die Uhr gegen den Schlauch?
Die Schlange hinter mir wird länger.
Kassiererin: Hören Sie, entweder Sie bezahlen jetzt ganz normal, oder Sie gehen an die Info damit…
Ich: Wenn ich die Schrauben, den Schlauch und die Primeln nehme, können wir aber nächstes mal was am Preis machen, stimmts?
Kassiererin: Mal sehn. 69,98 bitte.
Ich: Das überweise ich dann.
Kassiererin: Bitte?!
Ich: Oder ich mache die Tage nen Scheck fertig.
Kassiererin: Sie müssen das schon jetzt bezahlen!
Ich: Achso! Na dann will ich es doch nicht. Wiedersehn!
Kassiererin: STORNO!

Wie man sieht, haben die Mitarbeiter die Test-Situationen durchwachsen gemeistert. Die Gartenabteilung war zudem etwas ungehalten, als ich mit dem Bewässerungsschlauch die anderen Kunden naßgespritzt habe. Und im Elektro war man gar nicht sooo begeistert, als ich zeigte, dass auf der Trommel mit Erdkabel 244 Meter drauf sind! Achja, der Gabelstapler fährt sich gar nicht schlecht, auch wenn der gar nicht zum Verkauf steht? Merkwürdig. Und dass man die Flex nicht an den Hochregalen testen darf, hat mir auch keiner gesagt.

Alles in allem würde ich drei von fünf Sternen vergeben. Die Tests aus den Dialogen dürfen übrigens auch gern übernommen werden. Ich freue mich schon auf die deutschlandweiten dannwollenwirmal-Leser-Baumarkttests! Nur dran denken: Immer in Fluchtrichtung parken. Viel Erfolg!

 

 

Hosen runter: meine Werkzeugsammlung

Der Suchbegriff der Woche „deckenstrahler mit acryl fest kleben“ ließ mich diesmal nicht gleich schreien, aber immerhin stutzen. Okay, die Idee mit dem Acryl als Kleber (hält tatsächlich gut, hat nur eine lange Trockenzeit; rund 24 Stunden) hatte ich ja hier auch schon, aber einen Deckenstrahler überhaupt kleben zu wollen – dazu gehört immerhin Mut. Frohes Schaffen, lieber Sucher.

Heute wollte ich meinen werten Lesern mal einen kleinen Überblick über meine Werkzeugsammlung geben, natürlich nach Kategorien geordnet, mit ein paar Kaufempfehlungen und als Ratschläge die Essentials, die sich in den letzten Jahren als nützlich herausgestellt haben.

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Der Werkstatt-Anhänger

Wie ich ja bereits hier beschrieben habe, legte ich seinerzeit für jedes Gewerk eine eigene Werkzeugkiste an. Für diese Kisten sowie die Elektrowerkzeuge habe ich Regale in meinen Anhänger gebaut, untendrunter ist dabei noch genug Platz, um z.B. Gipskartonplatten oder sperrige Dinge zu transportieren.

Elektrowerkzeuge

Fangen wir mit den Elektrowerkzeugen an. Am wichtigsten: ein guter Akkuschrauber. Ich habe hier einen von Makita (18 Volt), wobei ich da kein Markenfetischist bin; allerdings würde ich hier dem professionellen Gerät gegenüber der Baumarktvariante eindeutig den Vorzug geben. Dazu gehört idealerweise ein zweiter Akku, Ladegerät und ein vernünftiger Bitsatz.
Mein neuestes Gerät, das ich aber tatsächlich ständig benutze, ist ein Akku-Bohrhammer (Makita DHR243Y1J) Ich bin begeistert von der Kraft und Ausdauer, einzig die Löcher im Boden, bei denen das Bohrmehl schlecht abtransportiert wird, kosten Akkureserven. Aber durch den Zweitakku ist auch das kein großes Problem.
Ausführlich habe ich ja hier den Bosch Multicutter getestet, den ich mittlerweile ebenfalls als (für mich) essenziell bezeichnen würde. Ohne den Test hätte ich mir den kaum zugelegt, aber ich bin selbst überrascht, dass ich ihn wirklich für alle erdenklichen Aufgaben benutzen kann. Erst kürzlich habe ich ein Küchengestell, das mit Nageldübeln in Wand und Boden befestigt war, per Multicutter freigelegt, sprich: Nageldübel bündig an der Wand abgeschnitten. Hat prima funktioniert.
Ebenfalls regelmäßig in Benutzung ist die Akku-Handkreissäge, der kabelgebundene Bohrhammer, kleine und große Flex, Stichsäge und das Baustellenradio :) Die Tigersäge wird seit dem Multicutter kaum noch genutzt, der Exzenterschleifer schon häufiger; Oberfräse, Elektrohobel und Flachdübelfräse sind in der Kellerwerkstatt und werden im Moment leider sehr selten benutzt.

Mauern

Zum Mauern habe ich eine klassische Mörtelkelle, eine Traufel, ein Reibebrett und eine Fugenkelle als Grundausstattung. Für den Reibeputz habe ich ein separates Set Traufel und Reibebrett. Außerdem noch einen Maurerhammer, Schwammbrett, Filzbrett, Lot und, achja, eine Eckkelle habe ich auch noch (benutze ich aber selten). Zum Anmischen von Mörtel etc. zwei große Maurerkübel und einige Maurereimer sowie ein vernünftiges Rührwerk (hier: Collomix XO-1) – absolute Empfehlung! Bohrmaschine und Quirl machen da nur die Knochen kaputt und eine Mischmaschine lohnt sich bei Kleinmengen nicht. Zum Anfeuchten von Steinen und Mauerwerk übrigens noch einen Quast und, für kleine Stellen, eine Sprühflasche mit Wasser.

Maler

Hier versuche ich, möglichst wenig mit dem Pinsel zu arbeiten und viel zu rollen. Daher habe ich für Lackierarbeiten immer schmale und breite Schaumstoffrollen mit den entsprechenden Griffen dabei; für Wandfarben breite Rollen und einen Teleskopstiel. Weiterhin natürlich Abdeckband und einen breiten Fassadenspachtel, den man nicht nur zum Spachteln, sondern auch als Hilfe für gewisse Farbkanten benutzen kann.

Holz

Hier drin findet sich ein Holzbohrerset, Schleifklotz mit verschiedenen Schleifpapieren, Leim, Schraubzwingen, Keile zum Türeinbau, ein Stechbeitel-Set, Zargenspreizen, die ein oder andere Raspel, Forstnerbohrer, Lochsägen verschiedener Durchmesser und all das, was mir grad nicht einfällt. Aufwändigere Holzdinge (wie seinerzeit die Fensterläden) mache ich eher in der Heimwerkstatt, wo eine richtige Werkbank steht; unterwegs habe ich nur das ‚nötigste‘ Zubehör dabei.

Fugen

Ja, ich habe eine Kiste für Fugendinge, die ist allerdings zu 65% von halbleeren Kartuschen bevölkert, aber sei’s drum. An Werkzeugen gibt es eine Kartuschenspritze, eine Flasche Spüli (Trennmittel für’s Abziehwerkzeug), ein Blumenzerstäuber mit Spüli-Wasser-Gemisch (Trennmittel für die Fuge), ein Eisstiel vom Magnum als Abziehwerkzeug und eine alte Plastikkarte für sonstige Modellierungen. Achja, ein Cuttermesser noch. Mehr braucht es hier nicht!

Abriss

Diverse Wanddurchbruchsbohrer und Stemmaufsätze für den Bohrhammer, Spachtel, Kuhfuß/Brecheisen, Handmeißel und Fäustel, Schutzbrille, grobe Schraubendreher, Cuttermesser, Sprengstoff.

Fliesen

Zahntraufel und Zahnspachtel mit verschiedenen Zahnungen, Gummihammer, „Papagei“-Knabberzange, natürlich Fliesenschneider, und zum Löcher schneiden einen Diamantaufsatz für die Flex, das ist tatsächlich das allerbeste was es in der Richtung gibt. Zum Verfugen Kelle, Gummirakel und zum Abwaschen habe ich mir als jüngste Errungenschaft einen Fugen-Boy (Eimer mit zwei Walzen und Schwammbrett etc.) zugelegt. Auch wenn ich nicht mit Fliesenkreuzen arbeite, habe ich einen Eimer mit Zollstock-Stückchen, um hier und da mal was zwischenlegen zu können. Die Diamantscheibe für die Flex ist ebenfalls noch eine Empfehlung.

Trockenbau

Scharfes und gutes Cuttermesser, Rigips Kantenhobel, Gipskartonhobel und eine grobe Säge sollten hier schon drin sein. Zum Spachteln dann eine Gipserkelle und eine Traufel, ich habe auch gern einen mittleren Fassadenspachtel dabei. Zum Anrühren ein kleiner Quirl für den Akkuschrauber, großer Kreuzschraubendreher für das Nachdrehen von Schrauben, und als Bonus noch der Winkel-Akkuschrauber und andere Helferlein wie Laser oder Plattenheber (hier meine Konstruktion).

Elektro

Seitenschneider, Spitzzange, VDE-Schraubendreherset, Kombizange, Abisolierzange, Abmantler, Messgerät, ein Schwung Baustellenfassungen, Lochsäge 68mm für Hohlwanddosen oder Einbauspots.

Zubehör

All das, was man immer gebrauchen kann: Maulschlüssel- und Inbussets, Pflaster bzw. Verbandskasten, Rolle Müllsäcke, Handfeger und Kehrblech, Klebeband, Wasserwaage, Zollstock, Tieflochmarker (z.B. von Pica), Litermaß, Staubschutzmaske und, und, und.

Schrauben

Eine Kiste mit den gängigsten Befestigungssachen fährt auch immer mit: Trockenbauschrauben Grob- und Feingewinde sowie mit Bohrspitze, alles in verschiedenen Längen, Nageldübel 6mm in kurz (mit Kragen) und lang, diverse Dübel sowie meine beiden Standardschrauben 4×40 und 5×60(?) oder so, in den großen Packungen. Naja, und sonst sammelt sich halt hier alles an, was grad so übrig war.

Komplettiert wird das Ganze noch durch eine Leiter, die ich als Anlege- und Stehleiter, aber auch als Treppenhausleiter multifunktional benutzen kann. Außerdem darf der große Stabsauger nicht fehlen, ein paar Arbeitsscheinwerfer, Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen.

War’s das!? Der Beitrag ist (wie alle!) natürlich offen für Ergänzungen aus der Leserschaft – wer noch einen heißen Tip hat oder bei mir Begehrlichkeiten wecken möchte, schreibe es bitte in die Kommentare. Vielleicht hab‘ ich ja auch noch was vergessen.

So, ich muss sagen, ich vermisse nichts! (*Stand 18.03.2017, 21:55 Uhr) Ich habe alles, was ich brauche und muss praktisch nicht mehr suchen, denn jedes Teil hat seinen festen Platz. Nachdem ich mich bis vor einigen Jahren mit (mit Verlaub) Scheißwerkzeug herumgequält habe, habe ich mittlerweile einen dauerhaften Zustand der Erleuchtung und Glückseligkeit erreicht. Und wenn dieser Zustand unterbrochen werden sollte, weil sich etwa ein neues Werkzeugbedürfnis anschleicht, kann man diesen durch Erwerb des entsprechenden Werkzeugs glücklicherweise schnell wieder herbeiführen. So ein Glück aber auch. Da fällt mir ein, so eine Tischkreissäge, die würde mir schon noch fehlen….

 

 

Beichtauswertung

Die Würfel sind gefallen und ich bedanke mich aufs herzlichste für die rege Teilnahme beim dannwollenwirmal-Gewinnspiel „Meine Bausünde“. Es waren wirklich entzückende Sachen dabei und wenn es nach mir ginge, würde jeder Beitrag einen Preis erhalten. Dafür habe ich leider zu wenig Firmen gefunden, die was springen lassen 😉 so dass es bei den angekündigten vier Preisen bleibt. Hier die Gewinner, ohne Platzierungsreihenfolge, weil alle Geschichten so schön sind:

Der 7teilige Schraubendrehersatz von WERA geht an Marco, der mich mit seiner Kantenfasenhobelgeschichte doch sehr erheitert hat. Übrigens habe ich dieses Werkzeug hier auch mal vorgestellt. Der Kantenhobel funktioniert für 12,5mm-Platten hervorragend, er bringt nämlich zwei Fasen an die Plattenkanten, die beim Spachteln nützlich sind. Marco hat es mit 9mm-Platten (die eigentlich ohnehin kaum eine Berechtigung haben) versucht und damit reihenweise Platten zerstört, bevor das vermeintlich überflüssige Werkzeug mit Schwung in den Gipskarton flog.

Das Jokari-Abisolierwerkzeug geht an Jörn, der einen Mauerdurchbruch (den stelle ich mir jetzt mal so 2,50m hoch und 1m breit vor, dann ist es noch lustiger) mit Bauschaum aufgefüllt und diesen dann verputzt hat. Respekt! Was ich auch schonmal gemacht habe: doofe Gipskarton-Stelle mit Bauschaum verfüllt, dann mit Glasfaser gespachtelt. Geht auch! Aber Mauerdurchbruch ist noch eine Nummer stumpfer. Chapeau!

Der Bierbach-Sortimentskoffer „Haus und Garten“ geht an Martin, der es beim Hausbau nicht nur geschafft hat, das Telefonkabel fast mit dem Spaten zu durchtrennen, sondern durch diverse Verrechnungen nun auch einen pfahlähnlichen Übergabeschacht im Beet stehen hat. Aber, und das ist genau die richtige Einstellung: da kommt Buchsbaum dran! Jawoll! Buchsbaum als großflächiges Kaschier-Utensil war mir bisher gar nicht so präsent. Was das für Möglichkeiten eröffnet…

Der Bierbach-Sortimentskoffer „Haushalt“ geht an Janina, die ihren Fehlkauf von weißen, strukturierten Terrassenplatten derart plastisch beschrieben hat, dass man geradezu mitleiden möchte, wenn sie kriechenderweise Blättchen davon absammelt, das Unkraut aus den Fugen kratzt oder mit der Zahnbürste das Reliefmuster schrubbt. Vielleicht doch mal drüber nachdenken, Laminat draufzulegen? Ja, das müsste auch für Außen sein. Hat der im Baumarkt gesagt.

Alle gesammelten Geschichten lassen sich hier bei den Kommentaren nochmal nachlesen. Den Gewinnern herzlichen Glückwunsch und allen Teilnehmern vielen dank für Eure Storys! Jede einzelne hat mir wohlige Schauer über den Rücken gejagt :)

Zu guter letzt will ich mal auch noch meine Beichte ablegen:

Mein größter Fehlkauf  (neben allerlei Werkzeugen, die ich viel zu selten benutze) ist ein Schlauchwagen der Marke CMI vom Obi (darf ich doch sagen, oder?), der mir bei jeder Benutzung das Qualitätsniveau der einschlägigen Baumärkte vor Augen führt. Und ich sehe gerade verzückt, es gibt ihn immer noch: LINK!

Der in der Werbung als besonders stabil angepriesene Wagen macht einen höchst fragilen Eindruck. Die Räder sind mit Plastikschrauben befestigt und fallen ständig ab. Beim Drehen der Schlauchkurbel muss man das wackelige Gestell mit Fuß, Knie und zwei weiteren Personen stützen. Bei den Schlauchanschlüssen wurde praktischerweise auf funktionierende Dichtungen verzichtet, so dass der Wagen im Betrieb ein sehenswertes Wasserspiel in alle Richtungen vorführt und alles in seiner Umgebung komplett überschwemmt. Wenn man Pech hat, löst sich beim Kurbelvorgang die Achse vom Wagen und die Seitenteile rollen auf die Straße. Da macht Gartenarbeit Spaß!

Als meine größte Bausünde würde ich eine bezeichnen, die mittlerweile zum Glück verjährt ist. Ich muss damals 16 oder 17 gewesen sein, und habe mit Kumpels eine Art Lager- und Partyraum in einer Scheune mit einer Zwischendecke ausgestattet. Die alte Decke wurde entfernt und es blieben nur die dicken Deckenbalken, die alles andere als gerade waren. Als obere Schicht haben wir Spanplatten auf diesen Balken verlegt, und zwar irgendwie. Die Deckenbalken waren unterschiedlich hoch, und so wurden die Spanplatten eben so weit gebogen und festgespaxt, bis alles dicht war. („Stell Dich mal auf die Ecke, damit die runterkommt!“) Nut und Feder passen da natürlich nicht mehr, klar. Da wurden die Platten auch mal überlappend gelegt.

In die nun entstandenen Felder wurde Glaswolle geproppt, und zwar irgendwie. So dass es halt voll ist. Dampfbremse? Nö. Als letztes wurden die damals sehr beliebten Profilbretter direkt unter die Deckenbalken geschraubt, fugenlos bis an die Wände und dekorativ an den krummen Balken entlanggebogen. Die Bretter haben sich natürlich mit der Zeit ausgedehnt und wenn man heute diesen Raum betritt, wölbt sich das Ganze gefährlich nach unten. Aber: es hält bis heute! Und es gab sogar Zierleisten am Wandanschluss.

Ach, und nen Estrich gab es auch noch! Bis der gerade war, wurde er bestimmt 30 oder 40 Zentimeter hoch. Der Raum ist jetzt ein bißchen niedriger, und man muss eine Stufe reingehen. Passt schon!

So, genug gebeichtet. Reicht mit Pfusch :) Wir geloben alle Besserung, ok? Sagen wir, zumindest im Sichtbereich.

Bis nächste Woche!

 

 

Außer Tresen nix gewesen

So, liebe Leser, es wird Zeit: Eine knappe Woche bleibt noch, um Eure kleinen und großen Bausünden zu beichten und dabei attraktive Preise abzuräumen (Genauere Infos hier). Ein paar schöne Schmankerl sind schon eingegangen, aber ich bin sicher, es gibt noch mehr da draußen. Also traut Euch ruhig und teilt uns Euren schönsten Pfusch mit!

Beim Hallenumbau geht es munter weiter, und auch das anvisierte Ziel, zum Monatswechsel umzugsbereit zu sein, wurde erreicht. Hier und da noch etwas „Feintuning“, aber mit der Umräumerei konnten wir pünktlich starten, und irgendwann ist dann sicherlich auch wirklich alles fertig.

Apropos fertig: Der Selfmade-Empfangstresen ist quasi vollendet. Die Unterkonstruktion und die Beplankung habe ich hier ja schon beschrieben, nun ging es letzte Woche an die Deckplatte. Eine Massivholzplatte in dieser Größe und mit der Rundung ist entweder nicht existent oder nicht bezahlbar, und auch mit der herkömmlichen Küchen-Arbeitsplatte kommt man wegen der Form nicht weit. Die Deckplatte habe ich unserem Holzwurm Tom C. überlassen und mich währenddessen um andere Dinge (schlau rumlabern) gekümmert. Ist echt großartig geworden! Ein wahrer Blickfang:

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Tataaa!

Als erste Lage wurde eine 22mm-OSB-Platte mit den Stehern der UK verschraubt; hierbei wurde auch auf das Ausgleichen von Höhenunterschieden geachtet, damit das Ganze später nicht wellig wirkt. Die OSB wurde in der Rundung segmentweise geschnitten und mit Flachdübeln verbunden. Schießlich wurde mit viel Gefühl die Rundung gesägt.

Als Oberbelag haben wir dann ein Parkett genommen, das auf der (abgeschliffenen!) OSB-Platte vollflächig mit Parkettkleber verlegt wurde. Die Kante wurde schließlich mit einer Aluschiene verkleidet. Der kleine Spalt zwischen (angefastem) Holz und Schiene wird schließlich noch mit dunkelbraunem Silikon gefüllt. Voila!

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…und von hinten

Auch der Teppich wurde verlegt, das hat für’s „erste Mal“ (mal abgesehen von diversen Hauruck-Aktionen, achja, und meinem Treppenhaus!) recht gut geklappt. Die jeweilige Bahn wurde im Raum ausgelegt, in die Ecken gedrückt und mit scharfem Messer mit Hakenklinge geschnitten. Dann wird eine Hälfte zurückgeklappt (ohne die Position des Teppichs zu verändern) und darunter der Kleber per Zahnspachtel aufgetragen. Dann wird die Hälfte in den Kleber gedrückt und danach die zweite Hälfte verklebt. Nach rund 40 Minuten wird das ganze dann mit einer Walze (gibt’s bei Böllz für schmales Geld) angedrückt. Tatsächlich verschiebt sich das Ganze bei der Hin- und Herwinderei doch noch ein paar Millimeter, daher kann man auch überlegen, die Ränder zunächst etwas großzuügiger zu schneiden und den Endschnitt erst zu machen, wenn’s wirklich final liegt.

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Teppich: Stufen wurden mit Eckschienen aus Alu versehen

Später habe ich dann die Fußleisten angebracht, eigentlich eine undankbare Aufgabe, aber wie geil sind denn bitte EINKLEBELEISTEN??

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Einklebeleiste

Bei der Einklebeleiste handelt es sich um eine PVC-Leiste, die an die Wand geschraubt und danach mit schmalen Streifen des Bodenbelags beklebt wird. Dazu hat die Leiste bereits einen Klebestreifen integriert. Die Vorteile:
– Dadurch, dass die Verschraubung verdeckt ist, kann man das Ding quasi alle halbe Meter mit was anderem an die Wand tönstern. Die Verschraubung muss nicht gut aussehen, sondern halten, und das hat tadellos geklappt! Hier übrigens mit langen Trockenbauschrauben (Feingewinde), die dann im dahinterliegenden UW-Profil greifen.
– Das Schneiden der Streifen geht Ruckzuck, weil man die Leiste als Schneideschiene benutzen kann (da ist eine Nut drin, in der das Messer laufen kann)
– Das Schneiden der Leisten geht leicht, z.B. mit einer Blechschere; es gibt aber auch extra Stanzen dafür
– Ich habe erst überall Gehrungen geschnitten, ABER man kann die Leiste ebensogut um die Ecken biegen (vielleicht dabei noch etwas warm machen? Hab ich gar nicht probiert)
– und: es sieht 1a aus, als ob man richtig was drauf hat. Ideal für Fußleistenblender :)

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Um die Treppe: Ecken kann man einfach biegen

Jetzt sind noch viele, viele Stromkabel zu verlegen und noch viel umzuräumen, so dass es erstmal nicht langweilig wird. Nächste Woche geht’s hier wie gewohnt weiter und dann werden die Gewinner gekürt. Also, schnell noch mitmachen! Holleriho!

 

 

Das dannwollenwirmal-Gewinnspiel: „Meine Heimwerkersünde“

Was ist denn eigentlich mit dem Februar los? Während der Januar meine Zugriffszahlen-Statistik hat explodieren lassen, dümpelt der Februar da nur so vor sich hin. Es schalten ziemlich genau nur halb so viele Leute dannwollenwirmal ein wie im Februar. Auch wenn mir diese Zahlen naürlich eigentlich völlig egal sein könnten, so mache ich mir doch Sorgen um die deutsche Heim- und Handwerkerschaft: Habt ihr Euch wieder hingelegt oder was? Zum Jahresanfang noch große Pläne, na Helga, getz streichen wir aber mal die schäbige Gartenhütte, und zack, merkt man im Februar: Ach, regnet ja. Und grau isses auch, und sowieso alles doof. Da gehn wir doch wieder aufs Sofa. Und Internet wird ausgeknipst.

Um Euch ein wenig zu motivieren, starten wir heute das bereits angekündigte Gewinnspiel unter dem Motto „Meine Heimwerkersünde“! Wo habt ihr schonmal gepfuscht, liebe Leser? (Wenn überhaupt!) Welche kleine Bausünde bereitet Euch immer noch Kopfzerbrechen? Welches überflüssige Werkzeug habt ihr mal gekauft? Welche schief zugeschmierte Ecke sagt Euch täglich Guten Morgen?

Wer mitmachen möchte, schreibt seine Bausünde in den virtuellen Beichtstuhl, sprich als Kommentar unter diesen Artikel. (Nicht Facebook, nicht Youtube, sondern hier!) Beim Anmelden für die Kommentarfunktion, falls noch nicht geschehen, bitte Eure eMail hinterlegen zwecks Rückmeldung. Die Adresse ist nur für mich sichtbar (glaube ich 😉 ) und der Datenschutz wird natürlich eingehalten.

Zu gewinnen gibt es auch was:

Einen 7teiligen Schraubendrehersatz von WERA

Ein Jokari-Abisolierwerkzeug

Bierbach-Sortimentskoffer „Haus und Garten“

Bierbach-Sortimentskoffer „Haushalt“

Sowie je nach dem, wie viele Bausünden so zusammengetragen werden, noch ein paar Überraschungspreise. Infos zu den Preisen gibt es durch Klick auf die Links. Vielen Dank an RS Components und Bierbach Befestigungstechnik sowie allen anderen, die vielleicht noch dazu kommen, für dir Preise. Die Teilnahme lohnt sich also! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und Teilnahmeschluss ist der 10.März 2017. Die Gewinner werden dann übernächsten Sonntag bekannt gegeben.

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Boden spachteln

Ach, und wie geht’s auf der Baustelle weiter? Zur Vorbereitung fürs Teppichlegen wurde der Boden grundiert und gespachtelt. Das Spachteln hatte ich ursprünglich gar nicht eingeplant, wurde mir aber vom Malerhandel-Außendienstler dringend angeraten. Ausgleich von Unebenheiten (wobei da nicht viel war), verbesserte Kleberhaftung und vor allem die Vermeidung von Geruchsproblemen durch alte Kleberreste, die im Boden sind und sich dann durch den neuen Kleber wieder lösen, waren hier die Argumente. Die rund 100 m² Boden waren aber auch während der Dauer von einer Folge „Germany’s next Topmodel“ gespachtelt. Nach 2,5 Stunden ist die Schicht begehbar und nach 12 Stunden belegbar. Also alles nicht so dramatisch.

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Spachtel, so weit das Auge reicht

Der Spachtel wird als Sackware geliefert und per Quirl angemischt, um dann mit einem Flächenspachtel aufgetragen zu werden. Es genügte hier eine dünne Schicht von etwa 3 mm. Ich habe auch probiert, einen Abzieher („Flitsche“) zu benutzen, dann wird aber die Schicht schnell zu dick; Flächenspachtel-Werkzeug ist hier das Mittel der Wahl.

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Auch die Treppenstufen werden mitgespachtelt

Nebenan wurde nun der dritte Hallenteil gestrichen. Hierbei bedanke ich mich wieder herzlich für die Unterstützung vom Airless-Discounter, der mir wieder ein Gerät geschickt hat; diesmal mit Lanze, und die Wände (immerhin über 5m hoch) konnten ohne Leiter gestrichen werden. Das Streichen von knapp 500 m² Fläche war tatsächlich in etwa fünf Stunden erledigt. Und die Handhabung ist denkbar einfach. Die Streichenden sind ja allesamt keine Malermeister, sondern Mitarbeiter und Aushilfen aus unserer Firma, und das Ergebnis mit Airless ist deutlich besser als alle Ergebnisse mit der klassischen Rolle in den anderen Räumen 😉 Der Farbverbrauch beim Airless ist etwas höher, man sollte also den oberen Wert der Angabe auf dem Eimer nehmen und dann lieber noch etwas großzügiger rechnen. Dafür deckt es aber auch gut und es reicht definitiv ein Anstrich.

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Wera Schraubendreher-Satz

Nebenbei gab es noch elektrische Dinge zu tun; ganz viel Installationsrohr und Kabelkanäle verlegen. Oben ist der Schraubendrehersatz zu sehen, der mir dabei gute Dienste erwies. Ich wollte ja schon immer mal einen Wera-Satz haben. Der Unterschied zu den 7,99-Baumarkt-Sätzen ist beeindruckend. Die Schlitzspitzen verbiegen auch bei den festsitzendsten Schrauben nicht. Die großen, dicken Griffe sorgen für ein gutes Handeling und durch das mitgelieferte Aufbewahrungs-Rack hat die Sucherei hoffentlich auch mal ein Ende. Übrigens kann man den gleichen Satz auch beim Preisausschreiben (siehe oben) gewinnen.

So, und nun freue ich mich diebisch auf Eure kleinen und großen Sünden. Traut Euch ruhig! Wir sind unter uns! Ich sagte ja, im Februar lesen nicht viele. Und schließlich schildere ich Euch hier ja auch seit Jahren meine Bausünden :)

 

 

Wand- und Bodenturnen

Munter geht es weiter auf dem Großprojekt „Umbau einer Lagerhalle“. Diese Woche standen als Bauabschnitte unter anderem die Einhausung des Gasanschlusses an. Aus dem Boden neben der zukünftigen Werkstatt-Ecke kommt nämlich ein grotesk großes Gasrohr aus dem Boden, das in allerlei Schiebern, Rädern und Gaszählern endet. Der Gedanke, dass jemand direkt daneben die Flex schwingt und den Apparat mit einem Funkenregen bedeckt, treibt mir den Angstschweiß ins Gesicht. Tatsächlich aber befand der Brandsachverständige: „Nö, hier müssen sie eigentlich nix machen“ (man wundert sich!), aber aus ebendiesen naheliegenden Gründen hielten wir eine entsprechende Umhausung für angebracht.

Gebaut werden sollte also eine F90-Trennwand mit Decke. „F“ steht dabei für Feuerwiderstandsdauer, und die 90 bedeutet, dass ein Feuer auf einer Seite mindestens 90 Minuten braucht, um durch die Wand zu dringen. Wie man F30/F90/Brandwände baut, findet man in den entsprechenden Verarbeitungsrichtlinien, z.B. hier. Eine F90-Wand besteht beispielsweise aus einer beidseitig doppelten Beplankung mit Feuerschutz-Gipskartonplatten.

Das Rigiraum-System habe ich ja hier schonmal vorgestellt; daraus lassen sich mit Standard-Profilen frei stehende Raumzellen bauen. In diesem Fall ist es nun kein ganz frei stehender Raum, sondern nur eine Trennwand mit Decke in einer Nische. Zunächst wurde die Raumbegrenzung mit UW-Profilen an Boden und Wand vorgenommen:

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UW-Profile an Wand und Boden – die vorhandene Wand ist mittlerweile auch ausgebessert…

Als oberer Abschluss der Wand habe ich ein UA-Profil mit Steckwinkeln zwischen den Wänden befestigt. Die UA’s lassen sich übrigens gut verlängern, indem man einen Restabschnitt UA von hinten dagegenschraubt.

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UA-Profil als Wandabschluss, darunter geschraubtes UW-Profil

Wie oben zu sehen, wird das UA hochkant genutzt. Zur Aufnahme der Steher wird ein UW-Profil ausgerichtet, mit Schraubzwingen befestigt und dann mit Bohrkopfschrauben (für UAs werden immer Bohrkopf-Trockenbauschrauben benutzt) montiert. In das so entstandene Feld werden jetzt die Steher aus CW-Profilen eingestellt und noch nicht festgeschraubt.

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Freitragende Decke aus UA-Profilen mit Steckwinkeln

Als Decke werden dann UA-Profile mit Steckwinkeln und den passenden Schrauben auf der einen Seite an der Wand und auf der anderen an dem langen UA-Profil verschraubt. Für längere Spannweiten kann man die UA’s auch Rücken an Rücken montieren und damit freitragende Decken, je nach Profilgröße, bis zu 5m Spannweite realisieren.

Das Konstrukt wird nun doppelt beplankt und verpachtelt. Nebenan (da habe ich hier über einen neuen Raum berichtet) ging es mit Flieserei weiter:

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Fliesen verlegen

Die Verlegung ist hier recht dankbar: Der Boden ist eben, fertig grundiert, die Bodenfliesen haben mit 30×30 ein dankbares Format. Allerdings ist eine Dehnungsfuge im Untergrund, die man im Fliesenbelag fortführen muss. Etwas zu spät habe ich herausgefunden, dass es hierfür Fugenprofile gibt, die man direkt beim Verlegen mit einarbeiten kann. Das wäre etwas einfacher gewesen; so geht es aber auch.

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Verfugen

Zu guter Letzt stand dann noch das Verfugen auf dem Programm. Der Raum ist ganz schön groß und daher zieht es sich ein wenig. Und mir tun nebenbei auch alle Knochen weh! Vermutlich ist es einfach ein Muskelkater von den ungewohnten Bewegungen beim Fliesenlegen (Hinknien, Aufstehen, Kleber aufziehen usw.), und da ich ja nicht regelmäßig sporadisch selten kaum Sport treibe, fordert das nun seinen Tribut…

Generell geht es aber in großen Schritten vorwärts! Und je weiter die Baustelle fortschreitet, desto mehr sieht man auch. Zwar sind wir ein wenig hinter dem Zeitplan, aber vielleicht war der Zeitplan auch etwas zu ambitioniert :)

Apropos Zeitplan: Das angekündigte Gewinnspiel findet ihr hier erst nächste Woche. Ich habe schon ein paar Preise bzw. Preiszusagen zusammengetragen, aber es dürften noch ein paar mehr sein. Also: Dranbleiben lohnt sich, so wie jeden Sonntag. Und ich gehe jetzt mal Sport treiben – einen schönen Sonntagsspaziergang; vom PC über den Kühlschrank aufs Sofa… :)

 

Heiße Kurven

Während sich allmählich meine Schockstarre angesichts des Suchbegriffs der Woche „fenster einfach mit bauschaum eingesetzt und angeputzt“ löst, möchte ich diese Woche auf vielfachen Wunsch erläutern, wie der geschwungene Empfangstresen  gebaut wird.

Sicherlich gibt es so ein Möbel auch als Anfertigung vom Tischler, allerdings liegen bei dieser Variante die Kosten etwa bei einem Zehntel.

Man fängt an, in dem man den Grundriss des Objekts auf den Boden aufzeichnet. Die Tiefe habe ich mit 50 cm angenommen, die Deckplatte soll später etwas breiter (60 cm) werden. Der Tresen ist hier rund 4m lang und etwa ab der Hälfte beginnt die Rundung. Das muss natürlich jeder an seine räumlichen Gegebenheiten anpassen.

Der Grundriss am Boden wird nun mit UW-75 Profilen nachgelegt. Diese gibt es vorgestanzt extra für runde Wände. Man kann auch ein normales UW-Profil nehmen und die nötigen Einschnitte mit der Blechschere machen. Dazu wird etwa alle 10 cm ein 5cm breiter Streifen aus einem Steg und der Grundfläche ausgeschnitten. Das ist allerdings ganz schön fummelig.

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U-Profil am Boden und erster „Steher“

Das U-Profil wird nun am Grundriss entlanggelegt und mit Nageldübeln 6mm befestigt. Es definiert einerseits die Tresengrenze, ist aber natürlich auch die untere Hinterfütterung der Platte und sorgt dafür, dass der Tresen mal den einen oder anderen Fußtritt wegsteckt.

Nun werden die Steher gebaut; dazu habe ich UA-Profil 75 genommen. Die Endhöhe sollte etwa bei 110 cm liegen. Die UA-Profile wurden also auf 259cm abgelängt und dann bei 105+49+105 diagonal eingeschnitten, so dass sich das Ganze dann, wie auf dem Bild zu sehen, als umgedrehtes „U“ aufstellen lässt. Es wird dann am Boden mit Steckwinkeln befestigt („Montagewinkel für UA-Profile“ oder „Türpfosten-Steckwinkel für UA-Profile“ wäre hier der korrekte Artikel!) Wie immer gilt: Material am Besten direkt vom Trockenbau-Fachhandel oder Baustoffhändler holen! Das Fräulein an der Infotheke im Baumarkt ist bei „Türpfostensteckwinkelmontagesatz“ sicherlich genau so überfordert wie … bei allen anderen Fragen.

Diese Konstruktion wird nun etwa alle 60 cm gesetzt (Steckwinkel am Boden mit 8mm Nageldübel montieren und die UAs damit verschrauben, dazu gibt’s passende Schraubensätze). Das fühlt sich nun noch relativ wackelig an, daher werden die Teile nun ausgesteift: Zwischen zwei UAs werden etwa auf 60 cm Höhe links und rechts ein UW-Profil angeschraubt (Trockenbauschrauben mit Bohrkopf!) und CW-Profile eingeschoben. Dies dient auch gleichzeitig als Fachbodeneinteilung. Die Flanken werden mit Gipskarton beplankt, was die UAs in die andere Richtung aussteift:

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Fächer und Beplankung von hinten

Die vordere Seite wird mit Biegegips beplankt. In diesem Fall doppelt mit 6mm – Platten; für den geraden Teil kann natürlich normale GK-Platte 12,5mm genutzt werden. Der Gips wird an einer Seite befestigt und dann zärtlich in die Form gebogen. Wenn er irgendwo noch „hohl“ liegt, kann an der einen oder anderen Stelle ein Stück Profil oder auch Dachlatte dahinter geschraubt werden.

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Rundung mit Biegegips

Auch die Rückenteile der späteren Fachböden wurden mit zwei Zwischenstücken aus Dachlatte mit der vorderen Rundung verbunden. Die Fachböden selber kann man aus Holz machen, ich habe mich aber für eine gehärtete Gipsplatte entschieden, um die Rundung besser anpassen zu können (ohne Gefummel mit Kantenumleimer und Bügeleisen) und die Böden „aus einem Guss“ in die Tresenform zu integrieren. Wenn man die Böden später mit Latexfarbe streicht, sind sie auch abwaschbar.

Als Deckplatte kommt zunächst eine OSB-Platte als Träger obendrauf und später dann ein darauf verleimtes Parkett oder ein ähnlicher Holzbelag (wobei Laminat hier vermutlich zu schnell abnutzt). Die Rundung wird dann in Form geschnitten und an die Kante eine umlaufene Alu-Leiste montiert. Aber vorher muss noch verspachtelt werden, das wird noch eine Fleißaufgabe :)

Also, man sieht, das Ding ist etwas aufwändiger als eine gerade Wand, die in die Landschaft gestellt wird. Wenn man also noch so gar keine handwerklichen Berührungspunkte in seinem Leben hatte (wobei, liest man dann diesen Blog?!), würde ich mir sowas vielleicht nicht als allererstes Projekt aussuchen.

Demnächst zeige ich, wie es weiter geht mit dem Tresen und dem Rest der Baustellen. Eine spannende Zeit! Und nächste Woche gibt es auch noch ein Gewinnspiel! Da steigt die Vorfreude! Bis dahin!

Butter bei die Fische!

Ich hänge mit dem Blog mal wieder etwas hinter der Realität her; tatsächlich bin ich mitten in einem wahrlichen Großprojekt, welches ich ja hier und da schon mal angedeutet hatte.

Im RealLife bin ich ja Mitinhaber einer Firma für Veranstaltungstechnik, und eben diese zieht in eine neue Lagerhalle. Da diese neuen Räume einige Zeit leer standen und auch räumlich das ein oder andere geändert werden soll, warten hier eine Menge handwerkliche Herausforderungen. Und die Zeit ist wie immer knapp: Umzugstermin ist der 1.März, mit den ersten Arbeiten sind wir im Januar angefangen. Wohl an!

In den Hallenteilen, in denen nicht viel umgebaut werden muss, haben wir zunächst die Wände ausgebessert und geweißt; über das Airless-System habe ich ja schon hier berichtet. Der niederländische Verhuur war da nicht ganz problemlos, beispielsweise war der Filter der Maschine verstopft und auch sonst mussten wir etwas Experimentierfreude an den Tag legen, bis das Gerät dann endlich lief.

Was ich damals nicht wusste: Es gibt ja tatsächlich Firmen, die nichts anders machen, als Airless-Geräte vermieten (und verkaufen); und so schickte mir die Firma Airless-Discounter aus Berlin Ruckzuck einen quasi fabrikneuen Porsche unter den Farbsprühern:

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Binford Airless 2700

Auf der Website gibt es eine Miet-Übersicht; wenn man aber den Farbtyp und die Fläche durchgibt, suchen einem die Fachberater direkt das passende Gerät aus, packen es auf eine Pallette, und ein bis zwei Tage später kann man starten.

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Liebe zum Detail: Zubehörfach mit Ersatzfilter, Öl und nützlichen Helfern

So ausgestattet konnten wir das Projekt „Wandanstrich“ in einem halben Tag abschließen, und das bei etwa 300 m² Wandfläche.

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in Action!

Weiter ging es dann mit Trockenbau: in einen Hallenteil sollte ein Aufenthaltsraum eingerichtet werden. Wie gewohnt wurde hier zunächst Boden- Wand und Deckenanschlüsse mit UW-Profilen ausgestaltet. Als Steher dann CW-Profile im Abstand von 62,5 cm; eine offene Ecke sowie die Türöffnung mit UA-Profilen, das sind die stabileren; diese dann direkt mit den System-Steckwinkeln. Ich bin großer Freund dieses Systemgedankens und erinnere mich an ein ähnliches Projekt, bei dem wir vor fast zehn Jahren in unserer jetzigen Lagerhalle einen Raum eingebaut haben; damals haben wir mit Holzbalken gebastelt, was (gefühlt) vier mal so lange gedauert hat. Hier war jetzt die Metall-UK und beidseitige Beplankung in netto weniger als drei Tagen fertig.

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Ständerwerk: U-Profile an Boden, Wand und Decke; UA’s für die Ecke und Türrahmen

Die U-Profile werden aus Schallschutzgründen mit Dämmband beklebt und dann per Nageldübel befestigt. Zu diesem Zweck habe ich mir ein neues Spielzeug gegönnt:

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Binford DHR243Y1J 18V

Ein akkubetriebener Bohrhammer mit Zweitakku und Ladegerät; und der macht tatsächlich sehr viel Spaß. Leistungsmäßig steht er meinem kabelgebundenen Gerät in nichts nach. Für 100 m² Fliesen wegstemmen sicherlich nicht die erste Wahl, aber für viele Löcher an den unmöglichsten Stellen bohren: genau das richtige.

Ich bin ja großer Freund des Fachhandels und hätte ihn liebend gern in Harry’s Toolshop gekauft; dafür hätte ich auch, sagen wir mal, 50, vielleicht sogar 60 oder 70 Euro mehr ausgegeben. Aber ein Preisunterschied von exakt 165,10 € war es mir dann einfach nicht wert und ich habe das Gerät online bestellt; Werkzeugstore24.de hat eine beeindruckende Auswahl und das Ding war tatsächlich am nächsten Tag bei mir.

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CW-Profile als steher, in die UWs gestellt.

Vor dem Beplanken werden dann die C-Profile in die U’s gestellt und nicht verschraubt. Wenn dann die ersten Platten kommen, können die Steher noch bequem verschoben werden, damit der Abstand auch zum Plattenmaß passt. Die Platten werden dann an den CW’s verschraubt, dadurch entsteht reichlich Stabilität.

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Beplankung

Am nächsten Tag haben wir dann die Innenseite beplankt; hier auch wichtig, dass keine Kreuzfugen entstehen sondern die nächste Plattenreihe idealerweise eine halbe Plattenbreite versetzt ist.

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Außen: Die Harte

An der Außenseite haben wir dann „die Harte“ Gipsplatte benutzt; einerseits ist diese widerstandsfähiger für den rauhen Lagerbetrieb, andererseits hat die einfache Beplankung bereits die Feuerwiderstandsklasse F30. Am Mittwoch kommt der Brandschutzsachverständige, das wird dann sowieso noch mal spannend!

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Eckausbildung mit UA-Profil…

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…Türsturz aus UA und UW-Profil

Oben sieht man nochmal die Ausbildung des Türsturzes. Die beiden senkrechten werden mit UA-Profilen gemacht, als Sturz kommt dann ein entsprechend eingeschnittenes U-Profil zum Einsatz. Es gibt auch spezielle Türsturzprofile die schon vorgestanzt sind, wenn man das möchte. Über der Tür sorgen zwei zusätzliche CWs für die nötige Stabilität.

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Trennwand-Dämmung

Die Trennwand wird mit soganannten Trennwandplatten gedämmt. Dabei geht es weniger um eine Wärmedämmung, sondern um eine Schalldämmung. Eine Wand ohne Dämmung „fühlt“ sich auch hohl an und man hat das Gefühl, in einem Pappkarton zu sein. Eine Dämmung ist also obligatorisch.

In der nächsten Woche kommt noch das Spachteln und Streichen, dann ist die Wand fertig, der Boden wird dann noch gefliest. Wir sind derweil eine Halle weiter gezogen, wo eine mehrteilige Trennwand zwischen Lagerfläche und Büro geschaffen wird:

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Die nächsten Wände

Hier wird zwischen Betonsäulen und unter einem vorhandenen GK-Sturz jeweils eine Trennwand eingebaut, in die später mittig ein Fensterelement eingesetzt wird. Während die Wand- und Bodenanschlüsse wieder aus U-Profil bestehen, wurde als obere waagerechte ein UA-Profil eingesetzt, ebenso für die Aufnahme der Fensterelemente. Da der Blog für heute fast überläuft, zeige ich nächste Woche ein bißchen mehr dazu.

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GK-Reparatur

Das noch kurz: Oben im Bild sieht man, wie ein Loch in der Gipskartonwand repariert werden kann: Defekte Stelle ausschneiden, eine Dachlatte mit Schraubzwingen hinter der Platte fixieren und verschrauben, neues Stück GK einsetzen, verschrauben, verspachteln, fertig!

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Trockenbau-Tresen

Zu guter Letzt noch einen Ausblick auf ein besonderes Projekt: Hier soll ein geschwungener Empfangstresen komplett aus Trockenbau entstehen. Das am Boden sind eingeschnittene U-Profile (gibt’s auch schon fertig  vorgestanzt, waren mir aber zu teuer!), die einzelnen Träger sind UA-Profile, die auf Steckwinkel gestellt und später noch versteift werden. Beplankt wird das Ganze dann mit 2x6mm Biegegips.

Also, man sieht – es passiert sehr viel im Moment! Ich bekomme es hier fast nicht alles unter! Nächste Woche geht es dann weiter mit der Informationsflut. Ich schätze, es gibt genug Material bis zur Sommerpause! Und nun machen wir heute nochmal schön Sonntag, morgen geht’s dann weiter – Butter bei die Fische!

 

Baumarktklatsche

Habe ich schon erwähnt, dass ich nächstes Jahr gerne mal zur BAU nach München möchte? Eine Fachmesse, auf der quasi alle namhaften Hersteller von Werkzeug und Zubehör vertreten sind und Menschen mit einer gewissen Werkzeugliebe vermutlich aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Ich suche daher auf diesem Wege einen Sponsor für ein, zwei Messetage. Gottseidank kann man da nichts kaufen! Sonst müsste ich mit dem Anhänger hinfahren…

Auch wenn ich bisher nicht auf der Fachmesse war, bekomme ich doch regelmäßig eine Menge Schrott exklusive Neuigkeiten und nützliche Linkstips, die ich dem geneigten Leser natürlich nicht vorenthalten möchte. Daher heute mal ein kleiner Newsflash:

Letzten Sommer habe ich von unserem Pool berichtet und der Algenproblematik; ich habe zwischendurch den Hinweis bekommen, dass eine Kreiselpumpe hier das Mittel der Wahl sein könnte, um beispielsweise den Poolinhalt in eine Regentonne zu transferieren. Auch wenn ich bisher (Asche auf mein Haupt) den Begriff Kreiselpumpe nie gehört habe, bietet diese Website doch einige Infos (mit automatischer Beratung! Da ist sie wohl besser als so mancher Baumarkt), und shoppen gehen kann man natürlich auch noch.

Im November habe ich dem GartenHaus-Magazin ein Interview über Holzzäune gegeben. Da ich schon tausende schon mal einen Zaun gebaut habe, wurde ich vollmundig als DIY-Zaunprofi vorgestellt. Nunja… Schaut es Euch mal an: Link

Interessant fand ich den ebenfalls auf der BAU vorgestellten neuen Kantenschutz von Rigips: AquaBead Flex Pro ist ein Kantenschutz von der Rolle, dessen Kleber mit Wasser aktiviert und dann auf die Kante geklebt und verspachtelt wird. Vielleicht setzt sich das ja durch und die sperrigen und empfindlichen Metallprofile (die übrigens immer noch nicht getackert werden!) laufen allmählich aus.

SPAX hat auch auf der BAU ausgestellt und hat neben neuen, korrosionsbeständigeren Schrauben sowie passenden Montagekoffern nun eine Schraube für Holzdielen auf Aluminium-Unterkonstruktion im Programm. Die hätte mir sicher bei diesem Projekt geholfen, wo ich ja mit den Schrauben einige Probleme hatte. Gute Idee auch der passende Bit DriveStop, der für exakt gleiche Senktiefen der Schraubenköpfe sorgt. Die Neuigkeiten in der Übersicht gibt es hier.

Man merkt also: Alle geben sich total viel Mühe mit Produktneuigkeiten, durchdachten Lösungen und Qualitätsverbesserungen. Und dann gibt es auf der anderen Seite einige Baumärkte, denen Qualität meilenweit am Arsch vorbei geht und die die Erfüllung ihrer Geschäftsphilosophie in Wühltisch mit Scheißwerkzeug sehen. Ich bitte um Verzeihung für die Kraftausdrücke, aber man kann es einfach nicht beschönigen. Doch von Anfang an:

Bei meinen Eltern habe ich diese kleine Nische gefliest:

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Nassnische

Mit Eltern und Werkzeug ist das ja immer so eine Sache. Ich habe mir angewöhnt, immer alles mitzubringen, was ich für kleine Tätigkeiten brauche, bevor ich stundenlang suche und dann doch nichts finde. Leider habe ich bei diesem Projekt die Silikonspritze für die Fugen zuhause vergessen (denn die lag noch beim Dachfenster, siehe letzte Woche). Da eine funktionsfähige Spritze im elterlichen Anwesen nicht aufzutreiben war, war mein Vater so nett, zum nahegelegenen Baumarkt zu fahren, um eine neue Spritze zu holen.

Nach etwa zwei Meter Fuge hat sich allen Ernstes der Griff der Spritze verbogen(!):

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Silikonspritze allerhöchster Qualität

Das habe ich noch nie gesehen, es ist mir noch nie passiert, ich konnte mir bisher nicht vorstellen dass so etwas möglich ist. Es war ganz normales Silikon; der Griff ist konstruktiv so billig dämlich besch dünn gebaut, dass er am schmalsten Teil tatsächlich verbiegt. Einige Male konnte ich es mit der Zange wieder richten und dann etwa 20 cm verfugen, bevor er wieder verbog. Ich hätte allzu gerne die Spritze persönlich dort mit viel Geschrei auf den Infotresen geballert retourniert und das als Video oder wortreichen Beitrag hier veröffentlicht, es kam aus Zeitgründen leider nicht dazu, aber ich kann mich ja trotzdem darüber auslassen:

Liebe Baumarktmenschen, warum verkauft ihr immer wieder diese Grütze? Probiert das auch mal irgend jemand aus oder kommts direkt aus dem chinesischen Container ins Regal? Muss so eine Spritze so billig sein oder wären die Kunden nicht vielleicht bereit, einen Euro mehr zu zahlen und dafür nicht den allerletzten Schrott zu bekommen? Warum gibt es scheinbar bei allen Baustoffhändlern ein funktionierendes Qualitätsmanagement und in fast allen Baumärkten ein sich durch sämtliche Abteilungen ziehenden Qualitätsmangel von geschätzen 50% der feilgebotenen Waren?

Einen Teil der Verantwortung trifft die Märkte, aber einen Teil auch die Kunden!

Liebe Leser: Kauft. Nicht. Immer. Das. Billigste! Und: Unterstützt den Fachhandel. Baustoffhändler sind Oasen der Glückseligkeit! Bei etwa gleichem Preisniveau gibt es den doppelten Service, die vierfache Qualität und die zehnmal bessere Beratung.

Wer in diese Thematik noch tiefer einsteigen möchte, ja, für den habe ich eine Literaturliste zusammengestellt:

Eine kurze Einschätzung zum Thema „Baumärkte“

Neulich im Baumarkt

Baumarkt-Kunden

Baumarkt-Verbot

Also, das ist bitte Hausaufgabe bis nächsten Sonntag.

So, und ich kaufe jetzt noch was im Baumarkt, nur um es dann wieder auf den Tresen zu klatschen. ICH SCHÄTZE, ICH WERDE DA SCHON WAS GEEIGNETES FINDEN! Und dann mache ich das mal nen gazen Tag: Kaufen, Klatschen, Kaufen, Klatschen, bis zum Hausverbot. Hihihi, das wird ein Spaß!

 

 

 

Spaltenschluss mit Wärmebild

Nun ist es fast ein Jahr her, dass unser Dach neu gedeckt wurde, und seitdem liegen die Dachfenster etwa zwei Zentimeter höher: vorher lagen die Dachziegel auf einer Einfachlattung, dank neuer Bauvorschriften musste nun mit einer Konterlattung gedeckt werden. Dementsprechend rutschen die Dachfenster höher und es ist ein Spalt zwischen der Laibung und dem Fenster entstanden:

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Spalt zwischen Laibung und Fenster

Aufmerksame Leser werden auch wissen, dass ich das Schließen dieser Spalten auch seit knapp einem Jahr vor mir her schiebe. Jetzt bin ich endlich mal drangegangen und es ist gar nicht mal so schön…

Die Unterspannbahn ist tadellos angeschlossen und es ist jetzt nicht so, dass es durch den Spalt hindurchpfeifen würde – die Spaltschließung hat also eher optische Gründe. Für’s gute Gefühl habe ich die Spalten dennoch schön ausgeschäumt. (Endlich mal wieder Bauschaum, und noch nicht mal zum Pfuschen!). Drumherum alles schön abgeklebt und unten drunter einen alten Stoff gelegt, damit mir nichts kleckert. Eine Bauschaumwurst auf meinen schönen Holzdielen hätte meine Laune ja dann doch etwas getrübt.

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Spalt-Schäumung

Nach dem Aushärten wurde der überstehende Schaum dann mit einem langen Messer abgeschnitten. Nun, dieses war der einfache Teil; es folgt das Abdecken mit Leisten. Diese habe ich online bestellt; einfache weiße PVC-Leisten, die sich beispielsweise mit einer Blechschere (oder wahrscheinlich auch mit jeder anderen stabilen Schere) schneiden lassen.

Ich habe die Leisten dann mit Acryl aufgeklebt. Das hat sich leider als relativ mühsam herausgestellt, da die Leisten natürlich nicht da bleiben, wo sie sollen, sondern wieder runterklatschen, sich Stück für Stück lösen, schmieren und glitschen und das Aushärten von Acryl gefühlte zwei Jahre dauert.

Mir fiel dann ein, dass ich noch Zargenspanner in der Werkstatt habe und benutzte dann diese, um die Leisten zu fixieren:

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Fixieren der Leisten

Damit klappt es tatsächlich einigermaßen, aber durch die lange Trocknungszeit dauert das Projekt jetzt dementsprechend…geplant war eigentlich „Mal eben schnell“ ?! Immerhin sind dann irgendwann alle Spalten dicht und auch die Wärmedämmung nicht unterbrochen.

Apropos Wärmedämmung: Vor gut drei Jahren habe ich hier mal über meine Experimente mit der Wärmebildkamera berichtet. Die TEAG (Thüringen Energie) bietet im Moment einen Thermografie-Check an, bei dem sechs Außenaufnahmen vom betreffenden Haus gemacht werden; weiterhin erhält man einen schriftlichen Bericht mit Tipps zur Behebung von Schwachstellen sowie Hinweisen für Gebäudeeigentümer zur neuen Energieeinsparverordnung. Der ThermografieCheck kann online bestellt werden und kostet 109 Euro, was ich nicht zu teuer finde (beim einschlägigen Maschinenvermieter kostet allein die Kamera schon 170,- am Tag) . Bis zum 10.02.2017 kann sich jeder Kunde einen Gutschein sichern und spart noch weitere 10 Euro mit dem Gutscheincode: Thermo16CH10.

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Fenster kacke, Dame dennoch erfreut: Thermografie-Aufnahme vom Wohnhaus

Auch wenn ich dem Dämmwahn bei Außenwänden ja eher kritisch gegenüber stehe, liefern solche Wärmebildaufnahmen interessante Anhaltspunkte. So stellte sich bei mir damals heraus, dass ein Teil des Daches noch ungedämmt war (das war mir zwar bewusst, aber man hat es schon sehr deutlich gesehen), die Haustür-Dichtung nicht richtig schloss und es auch an den Fenstern Schwachpunkte gab.

Infos, Downloads und einen Film zu der Aktion gibt es hier auf der Seite der TEAG. Unter anderem lässt sich dort auch dieses PDF finden, das zusätzliche Hilfe bei der Interpretation solcher Aufnahmen gibt und in dem Infos und Tipps zur Dämmung, typischen Schwachstellen und geeigneten Maßnahmen und Baumaterialien gesammelt sind. Am Ende werden noch verschiedene Dämm-Möglichkeiten für Dach, Fassade und Rolladenkästen vorgestellt.

Während ich also dort geschmökert habe, hält die erste Leiste; die Fugen zur Laibung werden nun noch mit Acryl dünn verschlossen:

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Fugen verschließen

Es ist wirklich eine Geduldsprobe, und hätte ich das vorher gewusst, hätte ich dieses Projekt sicher noch ein weiteres Jahr vor mir hergeschoben. Egal, dafür habe ich bald die dichtesten Dachfensteranschlüsse südlich des Mittellandkanals! Sollen sie doch kommen mit ihrer Wärmebildkamera! Ich bin bereit! Tätärääää!