Farbwunder

Die Firma Bort hat mir ein Produkt zum Testen geschickt, dass ich Euch nicht vorenthalten möchte: die Farbsprühpistole Binford Bort BFP-110N. Mein letztes Farbprojekt ‚Fensterläden‚ habe ich ja mit einem Kompressor und entsprechender Sprühpistole über die Bühne gebracht. Für Kompressor-Pistolen kann man ja unglaublich viel Geld ausgeben! Das Verkaufsgespräch im Werkzeugladen geht in der Regel so: „Ja,  hier sind die günstigen Sachen, die haben wir natürlich auch, aber das ist alles Schrott. Hier sind die vernünftigen Sachen!“ Und die vernünftigen Sachen, in diesem Fall die Sprühpistolen, gingen dann als „Einsteigermodell“ deutlich dreistellig los. Und auch wenn ich gerne gutes Werkzeug kaufe, war ich hier einfach zu geizig, zumal ich das Ding wahrscheinlich nur einmal im jahr benutze und ich auch Holz lackiere und keine Motorhaube, auf der man jede Nuance sieht. Ich kaufte dann ein Kompressor-Set von Metabo inklusive Druckluftpistole und Reifenaufblasset, das ganz hervorragend funktioniert. Soviel dazu.

 

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BFP-110 N

Die BFP-110 N ist ein Standalone-Gerät, das keinen Kompressor benötigt, sondern lediglich eine Steckdose. Die Farbe wird in den abschraubbaren Behälter gefüllt, ob sie verdünnt werden muss, kann mit dem beigelegten Viskositätsmessbecher geprüft werden. Ich habe als ersten Test eine Lasur verarbeitet, die dünnflüssig genug ist.

Der große Pluspunkt am Gerät ist, dass (laut Hersteller) die farbführenden Teile durch Click-and-Paint-Technologie komplett vom Gerät getrennt und damit leicht gereinigt werden können. Das macht auch den Farbwechsel einfach. Eine fein abgestufte Mengenregulierung und der ergonomische Griff runden das Ganze ab. Die erste Probelackierung ging gut von der Hand und der Farbauftrag ist schön gleichmäßig.

Als einzigen Nachteil würde ich anführen, dass das Maschinchen unfassbar laut ist. Ich dachte, ich könnte es mal kurz Sonntagnachmittags im Garten testen, musste den Test dann aber relativ schnell wieder beenden, weil die Nachbarn vom Balkon gefallen und in der Nordsee Orca-Wale die Orientierung verloren haben und gestrandet sind. Sicher, ein Kompressor ist auch laut, aber diese Pistole hat eben eine höhere Frequenz, etwa wie zweitausend Spechte an einem Baum aus Stahl. Vielleicht war ich aber auch einfach etwas sensibel heute (gestern gefeiert!)

Also, ein intensiverer Farbauftragstest folgt noch, ich werde natürlich Bericht erstatten. Und fahre jetzt mal an die Küste, die Orcas zurück ins Wasser schieben…

Powersätze für Heimwerker

Regentag und schlechte Laune? Einfach mal die folgenden Powersätze ausprobieren und lauter verdutzte Gesichter zurücklassen.

Im Baumarkt, Sanitärabteilung
„Ich hätte gern einen doppelt gekröpften Flanschmuffenbogen. Aber nicht wieder den Halbzoll! Diesmal brauch ich Feingewinde!“

In der Autowerkstatt
„Ach, hier vorne ist der Motor? Ich dachte immer hinten. Witzig, oder?“

Im Gartencenter
„Und wenn ich den Baum jetzt einpflanze, welches Ende muss denn nach oben?“

Im Fahrstuhl
Mit einem Schraubendreher am Bedienfeld hantierend: „Das hier muss erstmal neu.“

Im Baumarkt, beim Holzzuschnitt
„Bitte elfmal durchsägen. Wie, ist egal. Aber quer zur Faser!“

In der Zoohandlung
„Wonach schmeckt denn Hamster?“

Im Sanitärfachhandel
„Ich brauch Adapter Gardena auf Heizkörper!“

An der Baustelle
In regelmäßigen Abständen durch den Zaun schreien: „Das wollt ihr ja wohl so nicht lassen?!“

Im Baumarkt, Farbmischservice
„Ich hätte gern was erdiges. Aber nicht zu blumig. Eher etwas gedeckt. Ins lila tendierend. Mit einem Stich Moos.“

Im Getränkemarkt
„Gibt’s denn auch Pfand zurück, wenn die Flaschen leer sind?“

An der Tankstelle
„Ich hätt‘ gern zwei Liter Benzin zum mitnehmen, bitte.“

Beim Vertreterbesuch
„Ahh, kommen Sie wegen dem flotten Dreier?“

Im Baumarkt, Fliesenabteilung
„Und, sollte man die Fliesen dann festkleben?“

Beim Weinhändler
„Ich möchte mein Dach isolieren und brauche bitte 400.000 Korken!“

Beim Glaser
„Ich brauche drei Scheiben. Eine so mal so…“ (mit den Händen zeigen), „…eine so mal so und eine ungefähr soooo, aber dicker. Und in blau.“

Beim Baustoffhändler
„Wonach schmeckt denn Bauschaum?“

Im Möbelhaus
„Darf ich mal sehen, wie der Tisch abgeschliffen aussieht? Werkzeug habe ich mit!“

Bei Würth
„Das ist ja viel zu billig. Da geh ich lieber woanders hin.“

Beim Arzt
Wenn der Arzt ins Behandlungszimmer kommt, unterm Waschbecken liegen: „Läuft ganz schlecht ab! Ich dachte ich guck mal hier am Siphon!“

In der Buchhandlung
„Würden Sie ein Buch von mir kaufen? Also, ich muss es noch schreiben. Aber vielleicht können Sie mir schonmal den Vorschuss überweisen?“

Beim Elektrohändler
„Und bei der Steckdose, welcher Draht kommt denn wohin? Braun ist Erde oder? Erde ist doch braun!“

 

So, und jetzt viel Spaß beim ausprobieren. Und schreibt mir bitte, wie es war :)

 

Hello Kitty

Immer diese Entscheidungen! Das kaputte Kellerfenster gegen ein neues ersetzen oder nur die Scheibe tauschen? Die Entscheidung ging dann doch relativ schnell. Alle Kellerfenster sind rote Holzfenster, und eines soll nun so ein steriles Kunststoffimitat werden? Außerdem sind die alten nicht ganz dicht, also jedenfalls nicht zu hundert Prozent. Und ein gewisser Luftaustausch hat alten, ja nie ganz trockenen Kellern noch nicht geschadet. Also bin ich mal unter die Behelfsglaser gegangen.

Das Glas habe ich mir zuschneiden lassen, das macht der örtliche Glaser, einfaches Fensterglas in 4mm. Um historisch korrekt zu arbeiten, habe ich es mit Fensterkitt eingefasst und eben nicht mit Silikon oder anderer Mumpe hantiert. Bauschaum, werte Bauschaumfreunde, ist auch hier, ähnlich wie bei Abwasser- Elektro- und Häkelarbeiten, keine Option.

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vorher
Zur Kitterei gibt es ganz tolle Werkzeuge, da ich aber nicht vorhabe, das regelmäßig zu machen, habe ich meinen Stechbeitelsatz genutzt, beispielsweise um die alten Fensterreste und den Kitt zu entfernen. Der dürfte da wohl schon so 90 Jahre drin gewesen sein. Steinhart, hält bestens und weitestgehend rissfrei. Das hätte Silikon wohl nach der Zeit nicht mitgemacht.

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Entfernen des alten Kittes und der Glasreste

Ist der Kitt rundherum abgetragen, wird die Falz gesäubert, ich habe zudem das Ganze angeschliffen, denn das Fenster erhält bei der Gelegenheit ein neues Farbkleid.

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Fenster schleifen

Die Tropfkante, oben im Bild, war ziemlich angegriffen, da ist eine Erneuerung schon sinnvoll. Das Fenster ist halt an der Seite, und man macht ja doch immer nur nach vorne alles schön. Vorne hui, hinten pfui! Wird Zeit, dass sich das ändert!

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Falz-Schliff um letzte Kittreste zu entfernen

Die Falz und die kleinen Ecken habe ich mit der Bosch Primo geschliffen. So konnten letzte Kittreste abgetragen werden. Danach nun einmal die Scheibe einlegen (Handschuhe!) um zu schauen, ob sie passt oder ob man wat-bei-wechflexen muss.

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Kitt!

Das ist nun der Kitt! Was ist überhaupt Kitt? In der Fernsehserie Knight Rider Kitt gibt es als Dichtungsmittel schon seit 1700irgendwas, er besteht aus Kreide und Leinöl, wird aber heutzutage eigentlich nur noch für historische Arbeiten, Ausbesserungen, Reparaturen oder eben klassisches Einsetzen von Einfachglas in Holzrahmen verwendet.

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Kittbett für die Falz

Wichtig ist, dass der Kitt auch auf der späteren Innenseite ist, die Scheibe also in einem Kittbett liegt. Hierzu habe ich kleine Würste geformt (Kitt vorher sehr gut durchkneten!) und sie auf dem Scheibenrand verteilt. Man kann sie alledings auch direkt in die Fensteralz legen. Dann wird die Scheibe eingesetzt:

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Glas im Kittbett

Wenn Lücken auftreten, kann man noch etwas Kitt von außen nachstopfen. Nun wird das Ganze gedreht und der überschüssige Kitt per Stechbeitel (oder Kittmesser) abgetragen:

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Überschüssiger Kitt wird abgetragen

Das Fenster wird dann gedreht und man widmet sich der Außenseite. Hier habe ich die Scheibe mit ein paar Nägelchen fixiert. Da soll es ja richtige Glasernägel geben; also eine mehrfach perforierte Stange, so dass man von außen hämmern kann? Die Frau von der Glaserfirma wusste nix davon, ich werde bei Gelegenheit mal den Nagelspezi Bierbach fragen. Ich habe mich dann mit kleinen Nägeln beholfen, und habe zärtlich mit einem Stechbeitel dazwischen geklöppelt. Die Scheibe hat auch überlebt!

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ting-ting-ting

Das wäre ja auch eine grauenhafte Vorstellung; da schmiert man stundenlang mit dem Kitt rum und durch eine unachtsame Bewegung zerspringt alles in tausend Teile. Ist aber zum Glück nicht passiert.

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Glas, genagelt.

Nun formt man etwas dickere Würste und drückt sie kräftig in die Kante zwischen Glas und Rahmen. Mit einem Kittmesser (oder in meinem Fall Stechbeitel) wird es dann schräg hübsch abgezogen. Wenn der Kitt dabei bröselt, ist er nicht genug durchgeknetet. Das Abziehen erfordert etwas Übung, aber für mein erstes mal ist es gar nicht mal so gut geworden.

Naja, es ist okay:

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…nachher!

So, und nun dachte ich, ich kann das Fenster direkt wieder einsetzen: Pustekuchen! Um Kitt überstreichen zu können, muss man mehrere Jahre Wochen warten. Mit traditioneller Leinölfarbe nach einer Woche, mit Kunstharzlack kann es schonmal 4-6 Wochen dauern. Aber vielleicht setze ich den Flügel schonmal ein, wenn der Kitt einigermaßen hart ist, und nehme ihn dann zum Streichen nochmal raus. Nach ein, zwei Tagen hat sich übrigens an der Konsistenz noch nicht viel geändert; Kitt trocknet tatsächlich recht langsam.

Als nächstes steht dann noch ein weiteres Kellerfenster an, dass bereits seit dem Hauskauf ein Löchlein hatte. Mal sehen, ob ich meine Kitt-Skilss noch weiter ausbauen kann. Und wenn das Zeug nach sechs Wochen immer noch nicht trocken ist, kratz ich alles wieder raus und nehme doch Bauschaum. Der ist nämlich nach zehn Minuten trocken! So! Und wenn da erstmal Farbe drauf ist, sieht das doch kein Mensch mehr…

 

 

DaWandDa

Vielen Dank für die zahlreichen Beiträge in Kommentaren, Mails und fernmündlichen Konferenzen zur Ergänzung des Heimwerkerlexikons vom letzten mal. Nach aktuellem Stand muss die Mumpe (oder auch Mompe?) noch etwas genauer definiert werden. Zudem fehlt, gerade mit meinem regionalen Bezug, die ostwestfälische Maßeinheit „Tucken“ („Muss noch so’n Tucken nach links!“). Bitte weiterhin Vorschläge einreichen, ich sammle das und bringe dann bald eine Version 2.0 raus. Damit werde ich dann mal bei Langenscheidt vorstellig 😉

Was ich noch so gemacht habe? Eine Trennwand gebaut. Nicht bei mir zuhause, und auch nicht so riesig groß, dafür aber mit Türöffnung. Für passende Türöffnungsmaße habe ich übrigens diesen schönen Link gefunden, in dem man für die entsprechende Zarge das Bauöffnugsmaß nachschauen kann.

Bisher habe ich hier ja immer viel über Decken geschrieben, hier mal die Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise für eine einfache Trennwand:

Zunächst wird die Stärke der Wand festgelegt. Standardmäßig nehme ich 100mm-Profile, die dann, beidsetig mit 12,5mm Platten beplankt, eine 125mm starke Wand ergeben. In diesem Fall sollte das Ganze etwas schmaler geraten, daher gab es ein 75mm-Profil (Gesamtstärke dann 100mm).

An Wänden, Decke und Boden werden die sogenannten UW-Profile angebracht; passend ausrichten per Laser oder Wasserwaage und mit Nageldübeln verankern (bei massiven Wänden; ansonsten je nach Untergrund andere Befestigungen, nein, kein Bauschaum!). Die UW-Profile werden zur Schallentkopplung vorher mit Dämmband beklebt.

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UW-Profile an Wand und Decke

An der Tür-Stelle wird das UW-Profil am Boden natürlich ausgespart, sonst müsste man ja immer drübersteigen. Wobei, gewöhnt man sich vielleicht auch dran.

Die Einfassung der Tür erfolgt mit UA-Profilen, da gibt’s auch praktische Winkel zur Befestigung. Die UA’s sind deutlich dicker und stabiler, um die Belastungen durch knallende Türen und wütende Teenager gut aufnehmen zu können. Ich habe das auch schonmal mit verstärkten UW-Profilen gebaut (siehe hier), dieses mal aber ganz klassisch mit UA’s vom Boden zur Decke.

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UA-Profile mit Befestigungswinkeln

Ein Satz Befestigungswinkel beinhaltet vier Winkel mit jeweils zwei Schrauben und Muttern, man braucht also einen Satz pro Tür. Wenn die Tür steht, werden nun CW-Profile in die UWs gestellt. Der Abstand richtet sich nach den verwendeten Platten. In diesem Fall habe ich Einmannplatten benutzt, weil das Treppenhaus für die großen etwas eng war. Dabei halbiert sich aber auch der Abstand der CW-Profile im Gegensatz zur großen Platte, so dass etwa alle 30cm ein Steher steht:

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CW-Profile

Die CWs werden, anders als ich früher dachte, nicht mit den UWs verschraubt, sondern einfach nur reingestellt. Dann kann man sie beim beplanken noch ausrichten und die Verschraubung erfolgt nachher mit der Platte.

Nun werden die Platten angebracht und mit den CW-Profilen verschraubt. Wenn man bei den UAs angelangt ist, braucht man Trockenbauschrauben mit einer Bohrspitze, um besser in das Metall zu kommen.

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Feiner Unterschied: Links mit Bohrspitze für UA, rechts für UW-Profile.

Wenn eine Seite beplankt ist, wird der Raum zwischen den Stehern mit Steinwolle zur Schalldämmung ausgefüllt. Danach kann die zweite Seite verschlossen werden.

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Beplanken und Dämmen

Nun geht es zum Spachteln. An den Wand- und Deckenanschlüssen klebe ich Trennfix-Band. Später wird bis an dieses Band herangespachtelt, das überstehende Band nach dem Trocknen abgeschnitten und dann eine kleine Acrylfuge gezogen. So sind die Bauteile entkoppelt und man vermeidet unkontrollierte Rissbildung.

Die Plattenstöße und Schraubenköpfe werden nun gespachtelt (Stumpfe Plattenstöße müssen angefast werden), und bei Bedarf mehrfach geschliffen und nachgespachtelt.

Am Ende erfolgt dann der Wandbelag, entweder nur streichen, oder tapezieren (vorher grundieren!), ein Putz oder Fliesen. Das war’s schon :)

Man sieht also, eigentlich keine so große Aktion. Inklusive Türeinbau war ich netto etwa einen Tag damit beschäftigt. Mit den Metallprofilen geht es meiner Meinung nach auch deutlich schneller als mit Holz, außerdem verzieht sich nix mehr. Dafür sind sie ein wenig teurer. Die Platten sollte man nach Anwendung wählen: Für einfache Trennwände reicht die hier erwähnte „normale“ Bauplatte (12,5mm sollte sie aber schon haben!), bei Feuchträumen würde man die imprägnierte wählen. Manche schwören auch auf Gipsfaserplatten (Fermacell o.ä.), ich mag die aber nicht so gerne, weil es schwieriger ist, dort wirklich arschglatte Fugen hinzukriegen. Neu ist übrigens die Habito von Rigips, eine massive Wohnraumplatte, an der man beispielsweise Regale mit einer einfachen Schraube (nicht mal Dübel!) befestigen kann. Ich habe sie noch nicht verarbeitet, es klingt aber sehr vielversprechend.

Also, so einfach kann man Trennwände ziehen und damit streitbare Geschwister dividieren oder eine Geheimwand bauen! Nächste Woche zeige ich dann, wie sich mit Druck auf das siebte Buch von rechts die geheime Drehtür öffnen lässt. Simsalabim!

Das große Heimwerker-Lexikon

abknispeln
[das] filigranes und vorsichtiges Abtragen von Material, etws bedächtiger als ->kelftern und deutlich weniger grob als wöltern. Beispiel: „Hier anne Fliese musse n paar Millimeter abknispeln! Oh, kaputt.“

Altbau
[der] perfekte Ausrede für alles, was schief, feucht, krumm, toxisch und hässlich ist. Beispiel: „Dat is Altbau, dat krisse nich grade“

annücken
[das] meist provisorische Verbinden zweier Elemente, vorzugsweise mit Draht oder Schnur. Beispiel: „Dat Rohr könnwa ja ersmal einfach da annücken!“

ausschäumen
[das] großflächiges, möglichst unüberlegtes Füllen von Ritzen, Spalten, Fugen und Löchern mit ->Bauschaum. Beispiel: „Hier dat Loch kannze ausschäumen!“

Bauschaum
[der] universales Baumittel für sämtliche erdenkliche Lebensbereiche. Naben den klassischen Anwendungsbereichen wie Zargen- oder Fenstermontage auch geeignet für Fundamentgründungen, Wandbekleidungen oder Haarschmuck. Beispiel: „Da in dat Loch machse später schön Bauschaum rein!“

Bild
[das] Objekt zum Verdecken nicht gelungener Wandstellen. Beispiel: „Dat lassen wa getz so. Kommt später nem Bild vor.“

dengeln
[das] handwerkliches Universalverb. Beispiele: 1. „Dat Rohr musse unten bissken plattdengeln.“ 2. „Könnwa den Balken da direkt anne Wand dengeln?“

Farbe
[die] letzte Schicht einer Wandbekleidung, die sämtliche Ungenauigkeiten im Toleranzbereich von acht Zentimetern mit Sicherheit völlig unsichtbar macht. Beispiel: „Warte ab, wenn erstmal Farbe drauf ist! Sieht dat kein Mensch mehr!“

felmern
[das] ähnlich wie knispeln, ein flächiger, sanfter Materialabtrag. Beispiel: „Da anne Leiste musse oben bissken wat abfelmern“

freiprokeln
[das] Steigerung zum normalen ->prokeln; beinhaltet zusätzlich eine Zielführung, nämlich das Freimachen. Beispiel: „Warte, muss grade erst dat Rohr bissken freiprokeln“.

fummeln
[das] hantieren in engen Arbeitsbereichen oder mit Kleinteilen. Beispiel: „Hier, fummel dat mal ab!“

jackeln
[das] lösen (oder befestigen) von zwei Bauteilen mit mittelfesten, rhytmischen Auf- und Ab- oder Seitwärtsbewegungen. Etwas größere Bewegungen als beim ->jickeln. Beispiel: „Musste bissken jackeln, is festgerostet!“

jickeln
[das] ähnlich wie ->jackeln, allerdings mit kleineren, schnelleren Bewegungen. Beispiel: „Sitzt noch nich ganz! Müssenwa nochn bissken jickeln!“ Kann auch eine Fahrtätigkeit bedeuten, Beispiel: „Morgen muss ich erst nachem Baumarkt jickeln!“

jickern
[das] vgl. ->jackeln und ->jickeln, allerdings mit sehr kleinen und schnellen Bewegungen. Beispiel: „An den Griff musse bissken jickern!“

kelftern
[das] Abtragen von Material, ähnlich wie hobeln, aber ohne Hobel. Beispiel: „Obere Schicht würd ich paar Millimeter abkelftern!“

klöppeln
[das] sanftes Justieren mit dem Hammer oder ähnlichem Werkzeug. Beispiel: „Könnwa nachher bissken rundklöppeln!“

kommen
[das] Verb für bedrohliche Sachverhalte. Beispiel: „Geh wech, Günni! Die Wand kommt“, „Pass auf, dat kommt gleich!“ oder „Oh, wenn et kommt, dann aber richtich!“

ködeln
[das] Einbringen von ->Mumpe in sehr kleinen und verdeckten Bereichen. Beispiel: „Kannze da nich nochen bissken wat vonne Mumpe reinködeln?“

matschen
[das] großflächige Einbringen von ->Mumpe in lokal nicht strikt begrenzten Bereichen. Beispiel: „Da müssen wa halt nachher ne Kartusche Mumpe reinmatschen!“

Mottek
[der] Vorschlaghammer. Beispiel: „Zeich ma den Mottek. Pass auf, dat kommt gleich!“

möllmern
[das] mittelstarke Einbringen von ->Mumpe, deutlich mehr als bei der ->Ködelung aber weniger reichlich als beim ->matschen. Beispiel: „Hier wird nachher einfach mit Silikon rübergemöllmert“.

muckeln
[das] ungestört vor sich hinarbeiten, Beispiel: „Da kann ich den ganzen Samstag schön vor mich hinmuckeln“ oder eine Arbeit unter Zuhilfenahme von dezentem ->Pfusch beenden, Beispiel: „Hier mit dem Fenster hab ich mir son bissken zurechtgemuckelt.“

Mumpe
[die] Universalbezeichnung für eine mittelkonsistente Masse, Festigkeitsbereiche zwischen Himbeergelee und Fensterkitt; alles, was nicht flüssiger oder fester ist, darf als Mumpe bezeichnet werden, z.B. Silikon, Bauschaum, Acryl, Mörtel, Gips… Beispiel: „Schnell! Hier oben muss Mumpe rein!“

braten
[das] 1. mittelmäßiges Schweißen („Dann wolln wer mal den Winkel da dran braten!“) oder 2. großflächiger Justierschlag („Da kannze einmal mitten Mottek rüberbraten!“

ömmeln
[das] waagerecht verteilte Einbringen von ->Mumpe (Beispiel: „Die Fuge kannze man besser noch bissken wat reinömmeln!“) oder die etwas sanftere Variante des ->klöppelns (Beispiel: „Die Klammer kannze noch wat fester in die Ritze ömmeln!“

patschen
[das] Verteilen von ->Mumpe mit der Handfläche oder einem anderen ungeeigneten Werkzeug. Beispiel: „Hier die Stelle musse noch wat reinpatschen!“

Pfusch
[das] unschöne Bezeichnung kreativer Arbeitsweisen. Beispiel: „Wer hat datt denn gemacht? Wat fürn Pfusch. Dat könnwa man alles rausreißen!“

prokeln
[das] vgl. ->freiprokeln, entfernen (oder lösen) von Material in schmalen Öffnungen durch stabförmiges Werkzeug oder Zeigefinger. Beispiel: „Kommt nix durch! Tu ma bissken prokeln!“

röntern
[das] Lösen von zwei Bauteilen durch sehr grobe Bewegungen. Entspricht etwa Faktor zwei des ->jackelns. Beispiel: „Die dicke Stange musse da ma richtich losröntern!“

schengeln
[das] 1. knappes Verfehlen eines Baueils („Da bin ich ja haarscharf dran vorbeigeschengelt“), 2. kreisrundes ->jickeln („Musse einfach abschengeln! Pass auf der kommt!“

schmieren
[das] einbringen von ->Mumpe ohne geeignetes Werkzeug. Beispiel: „Hier hab ich schön Silikon reingeschmiert. Sieht doch kein Mensch!“

Schrank
[der] im Gegensatz zum ->Bild ein Objekt, dass noch größere Fehlstellen in Wänden verdeckt und auch für ->Pfusch beim Fußboden benutzt werden kann. Stellen, auf die mal ein Schrank gestellt wird, müssen im Grunde überhaupt nicht bearbeitet werden. Beispiel: „Egal, da kommt sowieso nen Schrank hin!“

schubbern
[das] Abtragen von Material mit einer Bürste/Drahtbürste o.ä. Beispiel: „Nachher bissken rüberschubbern, dann geht das doch!“

Silikon
[das] universale ->Mumpe zum Füllen von Spalten bis ein Meter Breite. Beispiel: „Da kommt nachher ordentlich Silikon rein!“

tönstern
[das] Universalverb für sämtliche handwerkliche Tätigkeiten. Beispiel: „Hier ham wa die Tapete anne Wand getönstert.“; „Da wird ja noch Paneele druntergetönstert.“; „Morgen is Muttertach! Wollnwa ma noch schnell die Blume in Pott tönstern!“

tüdeln
[das] Vorgang des ->annückens, meist mit Draht. Beispiel: „Anhängerkupplung brauchse nich! Kannze hier bissken mit Draht festtüdeln!“

verkleiden
[das] Verdecken von hässlichen, doofen oder unliebsamen Stellen und guter Nährort für Schimmelpilze. Beispiel: „Dat krisse nich grade. Würd ich nachher einfach verkleiden!“

weggucken
[das] Theorie, in der Dinge plötzlich schön/gerade/winklig/akzeptabel werden, wenn man sie nur lange genug betrachtet. Beispiel: „Dat guckt sich weg!“

wöltern
[das] Steigerungsform von ->röntern. Beispiel: „Dat dicke Dingen könnwa man mitten Kran da ausse Erde wöltern!“

 

Welche Begriffe fehlen noch, liebe Leser? Bitte kommentieren, damit wir das Lexikon gemeinsam perfektionieren können.

Nächste Woche frage ich dann erstmal Vokabeln ab! 😉

 

Was ich noch erzählen wollte…

Mal sehen, was wollte ich denn noch erzählen? Heute bin ich auf jeden Fall wieder pünktlich. Was war denn letzte Woche los? Irgendwie spät dran. Egal.

Mit dem großen Bauprojekt bin ich ja augenscheinlich fertig, dennoch gibt es noch so Ecken hier und da, wo man mal ran muss. So ließ sich das Trennfixband nicht restlos von der Haustürzarge entfernen (nicht, dass wir mit dieser Tür ja ohnehin ständig Probleme gehabt hätten…), da muss man also nochmal, und an den Treppenfliesen sind hier und da noch Putzsprenkler, wo die Abdeckdecke weggerutscht ist. Die ganzen Platten neben und hinter dem Haus brauchen auch mal eine Hochdruckreinigerbehandlung, und nun ist auch noch das Glas vom Kellerfenster kaputt gegangen. Glas tauschen oder gleich ganzes Fenster? Vermutlich Fenster.

Mittelfristig muss neu gepflastert werden. Aber muss dazu nicht erst der Sockel trockengelegt werden? Drainage und so? Da hab ich jetzt gehört: Teilweise wird davon abgeraten! Ein Bekannter hat einen Sandsteinsockel, der darf laut Architekt nicht drainagiert(?) werden, weil er dann absacken kann. Oh-oh. Vielleicht vorher mal lieber im Baumarkt informieren. Hahahahahahaha.

Und was war das überhaupt für ein Geräusch, gestern nacht um eins? Ein leichtes Poltern und ein sägendes Geräusch. Wenn ich’s nicht besser wüsste, und ich weiß es nicht besser, das klang sehr nach Einbrechern! Räuber! Diebesgesindel! Ich sprang aus dem Bett und schaltete das Treppenhauslicht an, das sind 44 Fünfhundertwattstrahler, unten räkelt sich die Katze und glotzt unschuldig, niemand ist zu sehen, nichts zu hören. Irgendwann wieder ins Bett, irgendwann Licht aus, nochmal kurzes Rumpeln und Poltern. Und heute morgen, ein gelber Federball, mittig vor der Haustür platziert, der lag vorher im Vorgarten. Ist das nicht alles hochgradig mysteriös? Was war da los? Ich finde keine Einbruchsspuren und es ist auch nichts weg. Eben nur die Geräusche (die waren wirklich deutlich zu vernehmen) und dann dieser Federball!

Sachdienliche Hinweise nehme ich entgegen.

Aber das wollte ich gar nicht erzählen, sondern – wobei, ich habe noch Linkempfehlungen: Gestern bestellte ich ein Ersatzteil(!) von einem Bosch-Baumarkt(!)-Gerät, da stelle man sich mal vor, ich wäre da zum Baumarkt gegangen, dann wäre der halbe Tag weg und es fühlt sich trotzdem keiner zuständig. Bosch hat tatsächlich einen akkuraten Ersatzteil-Onlineshop, und nach einem(!) Tag war ein neues Netzteil für ein Xeo-Elektromesser da. Chapeau!

Ach, und vor einiger Zeit wollte ich ja mal verschiedene Holzböden in einer Übersicht zusammenstellen, aber siehe da, auch das gibt es schon. Im Ratgeber von Casando werden Parkett, Vinyl, Laminat, Dielen usw. gegenübergestellt, ergänzt um Verlegetips und alles was man so brauchen kann. Da bin ich glatt ins Stöbern gekommen und entwickele gerade Ambitionen, mich irgendwann mal an Echtholzparkett zu versuchen. Auch das Baulexikon ist gut gemacht. Ahhh, Baulexikon! Sowas mache ich hier auch mal. Gute Idee.

Was wollte ich denn noch? Ach übrigens, Pfingsten geht es wieder zelten. Das wird bestimmt nett bei angesagten Dauerregen und Nachtfrösten. Wobei, ich habe ja letztes Jahr schon den Platz etwas umgestaltet (wenn ich das wieder lese, muss ich ja glatt etwas schmunzeln. Mal sehen, ob die Fundamente noch da sind?) und ich werde nächste Woche Bericht erstatten, falls ich nich erfroren bin. Auf jeden Fall muss ich die Bodenplatte noch isolieren!

Übrigens hat Sohnemann für das Zeltwochenende einen Schmiedetisch gebaut. Feuer machen hatte letztes Jahr schon eine große Anziehungskraft, und irgendwann kamen die Jungs auf die Idee, Kronkorken (also nicht, dass wir da irgendwie viel Bier getrunken hätten!) zu einem Schwert zu schmieden. Erwartungsgemäß hat das nur bedingt funktioniert. Jetzt gibt es auf jeden Fall einen Schmiedetisch, den er (zunächst) selber gebaut hat, nämlich aus den Resten meiner Fensterlädenpaneele, zusammengefügt mit mikroskopischen Nägeln und nicht wirklich schmiedehammerschlag-geeignet. Da musste ich mich als passionierter Werkler schon sehr schwer in Geduld üben! („Zamma her hier! Hält do nich! Tu ma hier schön Dübelverbindung, unten Verstärkung, oberschüssige Zapfeisenanker und…“) Ganz geduldig und konstruktiv war ich, und am Ende, mit ein wenig in-die-richtige-Richtung-stupsen ist der Tisch stabiler geworden als zunächst befürchtet. Er hält tatsächlich mittlere Hammerschläge gut aus und hat auch einige Verstrebungen gegen die gemeine Windschiefe. Dass Fichtenholz für einen Schmiedetisch vielleicht nicht allererste Wahl ist, lassen wir mal einfach unter den Tisch fallen.

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Schmiedeausrüstung komplett!

Apropos fallen, ich warte noch auf meine Bakelit-Verteilerdose. Ein Kumpel will wohl eine besorgen, mal schauen. Die Biester sind mittlerweile unverschämt teuer: siehe in diesem Shop; Aufputz-Drehschalter für 40 bis 80 Euro. Eine Zeit lang hat man die weggeschmissen, weil unmodern! Aber meine Außenbeleuchtung möchte ich nach den Fassadenarbeiten wieder originalgetreu haben, und beim Abbauen ist mir leider die Dreiwege-Aufputzdose zerbröselt. Da gibts übrigens auch schöne Lampen im 20er-Jahre Stil. Apropos Lampen: Schicke und bezahlbare Leuchten habe ich hier entdeckt. Nein, ich werde dafür nicht gesponsort. Warum eigentlich nicht? Dann hätten wir vielleicht schon die neuen Wohnzimmerlampen bestellt, die gibt’s da auf jeden Fall. Aber jetzt wird erstmal gespart, das ganze schöne Geld ist weg aber dafür sieht die Bude gut aus.

Ich schaue in letzter Zeit immer öfter mal auf Pinterest rum, da gibt es ganz entzückende Ideen, nicht nur stylishes-aus-Europaletten (das kann ich fast nicht mehr hören), sondern richtig gute Tips und Ideen, auf die man so, also ich, nicht drauf gekommen wäre, nee nee. Dannwollenwirmal ist dort auch mit einer kleinen Pinwand vertreten (kann mal jemand liken oder followen? Also vielleicht mehr als NULL?), und andererseits kann man auch Ideen aus diesem Blog (zum Beispiel Explosionen mit Bauschaum oder Einreißen von ganzen Etagen, oder was es hier halt so für lovely home ideas gibt) „pinnen“. Auch wenn ich noch nicht so 100%ig alles verstanden habe (oh Gott, werde ich zu alt für neue Internettrends?), habe ich dort meinen Spaß am Stöbern.

Was ich eigentlich erzählen wollte? Ist ja auch egal. Vielleicht fällt es mir nächste Woche wieder ein. Ich fahre jetzt erstmal zelten. Ach, und wenn die Jungs wirklich ein Schwert aus Kronkorken zusammenschmieden, kommt das natürlich auch auf Pinterest.

Leser fragen – dannwollenwirmal antwortet

Die beliebte Rubrik „Leser fragen – dannwollenwirmal antwortet“ habe ich ob der massiven baulichen Tätigkeiten in letzter Zeit etwas vernachlässigt. Daher haben sich wichtige Fachfragen angehäuft, die als Suchbegriffe in meiner Blogstatistik aufliefen und die ich gewohnt seriös und kompetent beantworte.

„putzschienen raushollen drinne lassen“

Eine sehr berechtigte Fragen. Sollte man Putzschienen raushollen oder doch besser drinne lassen? Nun, wenn die Schiene in einer verputzen Wand eingebaut ist und man möglicherweise auch schon jahrelang in dem Häuschen wohnt, würde ich die Schienen vermutlich, also tendeziell, drinne lassen. Hat man allerdings alle möglichen Bauprojekte bereits abgeschlossen und fühlt sich restlos unterfordert, könnte man das Projekt angehen und alle Putzschienen raushollen. Klar, es macht etwas Dreck und Arbeit, aber die Mühe ist es wert, denn man hat danach schließlich einen Haufen Putzschienen, die man entweder direkt wieder einbauen oder beim Schrotthändler zu Geld machen kann.

„fußleisten aus pu schaum“

Das ich da noch nicht selbst drauf gekommen bin! Vom kleben der Fußleisten mit PU-Schaum habe ich bisher immer abgeraten, aber eine Fußleiste aus PU-Schaum ist ja wirklich der Hit! Man fährt einfach mit der Bauschaumdose an der Fußbodenkante entlang und hat danach ein formschönes, wurstähnliches Objekt, das an Attraktivität kaum zu überbieten ist. Wer mag, kann die Schaumwurst auch noch in peppigen Farben lackieren. Ein großes Hallo für die ganze Familie.

„modellbahn unter der decke“

Auch hier: eine absolute Teufelsidee! Was das aber auch an Platz einspart, wenn man das ganze sperrige Modellbahngeraffel einfach unter die Decke klebt! (Beispielsweise mit Bauschaum!). Mir mag aber auch partout kein Nachteil einfallen. Und wenn man die Bahn noch auf den Schienen festklebt (z.B. mit Bauschaum) kracht auch der Zug nicht immer runter.

„schwarze fliesen mit roten fugen“

…sieht bestimmt Bombe aus!

„bauschaum stoppen“

Bauschaum, einmal in Gang gebracht, ist leider unter keinen Umständen mehr zu stoppen. Er ergießt sich schwallartig auf alles, was sich ihm in den Weg stellt. Wichtig ist, in diesem Fall Fenster und Türen zu schließen, um die Nachbarn nicht in Mitleidenschaft zu ziehen. Ist der Wohnraum gefüllt, lässt auch der Bauschaumdruck bald nach, man kann dann die Trocknungszeit abwarten und sich vorsichtig wieder herausschneiden.

„treppe teppich falsch rum gelegt“

Das ist aber ärgerlich! Daher hier nochmal der Profi-Tipp: Beim Teppich legen gehört die flauschige, meist etwas ansehnlichere Seite nach oben. Sind sie sich nicht sicher, welche Seite ansehnlicher ist, wäre ggf. der eigene Geschmack zu hinterfragen. Hat man nun einmal den Teppich falsch herum aufgeklebt, kann auch hier ein einfacher Trick Abhilfe schaffen: Oberseite des Belags mit Bauschaum behandeln und anschließend durchkämmen. Sieht aus wie Teppich, und passt auch optimal zur Bauschaum-Fußleiste.

Viel Spaß beim Nachbasteln!

 

Albträume im Malergroßhandel II – Ein Lustspiel in drei Akten

I.Akt

Der Handwerkermarkt eines Malergroßhandels einer ostwestfälischen Stadt. Ich trete ein, es ist weit und breit kein Verkäufer zu sehen, man hört allerdings Fachsimpeleien und Gelächter aus einem Nebenraum.

Nach rund fünf Minuten betritt ein Fahrer des besagten Malergroßhandels das Geschäft und bleibt zunächst ratlos am Tresen stehen.

Fahrer: Wo sind die alle?
Ich: Keine Ahnung. Mittag?
Fahrer: Jetzt schon? Neee…. (schreit): Hallooooo?

Eine Verkäuferin löst sich nach geraumer Zeit aus der lachenden Gruppe, fertigt dann den Fahrer ab, setzt sich weit weg von mir an den Tresen und wirft mir einen abschätzigen Blick zu: Der ist doch nie im Leben Maler.

Ich: Guten Tag. Ich habe letzte Woche diese Farbe bekommen, und der Farbton passt nicht. Es ist nicht dunkelgrün sondern Türkis. Stelle die Eimer auf den Tresen, daneben die Farbschablone zum Vergleich.
Schnepfe: Dann lassen sie mich mal sehen. Hält Farbschablone an etwas heruntergelaufene Farbe am Eimer. Also, dass kann ich jetzt so schlecht beurteilen.
Ich: Das sieht ein Blinder! Das ist eine völlig andere Farbe!
Schnepfe: Aha, na wenn sie meinen. Und was sollen wir jetzt bitte tun?
Ich: Ich hätte gern eine Gutschrift für die Farbe, weil sie ganz offensichtlich falsch gemischt ist.
Schnepfe: Das werden unsere Außendienstler mit Sicherheit anders sehen.
Ich: Welche Außendienstler?
Schnepfe: Ich werde das an den Außendienstler des Mischmaschinen-Herstellers weitergeben. Aber ich glaube kaum, dass wir das einfach gutschreiben können.
Ich: (zeige ihr Bild auf dem Handy) Hier sieht man das Ergebnis! Sieht aus wie Disneyland!
Schnepfe: (betrachtet angewidert das Bild) Also da seh ich jetzt gar nichts drauf. Das ist ja viel zu hell.
Ich: Eben, zu hell.
Schnepfe: Ich bespreche das mit den Kollegen und wir melden uns dann.

II. Akt
Am Telefon

Ich: Hallo?
Verkäufer: Ja hallo, sie haben ja die Farbe zurückgebracht.
Ich: Genau, und?
Verkäufer: Ja, der eine Eimer ist tatsächlich falsch gemischt. Da war wohl ne Düse verstopft oder ne Kartusche leer. Aber der andere ist tadellos! Warum haben sie den nicht genommen?
Ich: Als der eine Mist war, habe ich nicht auch noch den zweiten ausprobiert!
Verkäufer: Sie müssen beide ausprobieren! Dann hätte ich ihnen beide gutschreiben können!
Ich: Und so?
Verkäufer: Nur den einen!
Ich: Die Logik verstehe ich nicht?
Verkäufer: Also sie können sich jetzt aussuchen ob sie den richtigen Eimer hier abholen oder ob ich ihn kostenfrei entsorge. Den anderen schreibe ich gut.
Ich: Ich hole ihn ab.Vielleicht machen sie für den anderen dann wenigstens nen guten Preis.
Verkäufer: Sie haben hier ja sowieso nur Premium-Preise, höhö!

Intermezzo

Zwei Tage später trudelt die Rechnung ein. Der 2,5 Liter-Eimer Farbe kostet fast 90 Euro.

III. Akt
Der Handwerkermarkt eines Malergroßhandels einer ostwestfälischen Stadt. Der Verkäufer vom Telefon ist da.

Ich: Hallo, wir hatten telefoniert wegen der falsch gemischten Farbe.
Verkäufer: Was? Weiß ich gerade gar nicht?
Ich fasse nochmal kurz die Vorgeschichte zusammen.
Verkäufer: Ahja, hier, das ist ihr Eimer.
Ich: 90 Euro brutto finde ich jetzt aber nicht gerade den Super-Preis?
Verkäufer: Doch, ist ein guter Preis! Das ist der Mercedes der Farben! So wie Originalbremse von Audi. Wenn sie was gutes haben wollen, ist das eben der Preis.
Ich: Hier gibt es doch nur diese Sorte!
Verkäufer: Ja, wir ham auch was billigeres aber das ist scheiße. Außerdem hab ich ja den einen gutgeschrieben!
Ich: (lauter) Ja, der war auch FALSCH!
Verkäufer: (patzig) Sie sind -verpflichtet-, den Farbton vorher zu prüfen!
Ich: Und sind sie nicht verpflichtet, richtig zu mischen? Ich dachte das wäre ein Fachhandel?
Verkäufer: Ich mische ja nicht! Das macht die Maschine!
Ich: Ja also ist jetzt die Maschine verantwortlich?
Verkäufer: Genau! Wir haben da gar nix mit zu tun! Das mischt ja alles die Maschine. Das geht ja alles automatisch! Und sie sind verpflichtet…
Ich: (kurz davor, den Inhalt der überteuerten Pampe gleichmäßig über den Tresen zu kippen) Ich gehe erstmal davon aus, dass sie richtig mischen und sich der Farbton beim Trocknen ergibt! Wenn ich sofort angerufen hätte, hätten sie mir wahrscheinlich auch genau das erzählt!
Verkäufer: Der Kunde ist immer verpflichtet! Damals gabs mal einen Fall, da hat der Kunde falsches Laminat gekriegt. Der hat das alles verlegt. 500 Quadratmeter! Und nachher stellt sich raus, oh, falsch. Haben wir falsch kommissioniert, haha! Aber da ist der Kunde in der Pflicht. Selbst Schuld! Achja, und der Preis, hier sehn sie, das ist die teurere Farbgruppe. Der Hersteller hat Preisgruppe A und B. Andere Hersteller haben vier oder fünf Preisgruppen! Pastellfarben sind günstiger als die kräftigen. Wussten sie das nicht?
Ich: Nein, das wusste ich nicht und hab ich auch noch nie gehört. Übrigens habe ich auch im H. [Endverbrauchermarkt der gleichen Unternehmensgruppe] gefragt, da kostet die Farbe „nur“ 26 Euro pro Liter, also deutlich weniger!
Verkäufer: Ja, aber H. hat mit uns nix zu tun! Das sind ganz andere Produkte! Und das ist ist…
Ich: …die Originalbremse unter den Mercedesfarben, jaja. Ich nehme jetzt den Eimer und diskutiere nicht mehr. Wiedersehen!
Verkäufer: Danke, und noch einen schönen Tag!

Epilog; Checkliste:

Kein Wörtchen der Entschuldigung gehört – Check
Zwei Stunden Arbeit für die Katz – Check
Baumarktfarbe für 26 Euro im richtigen Farbton gekauft, die hervorragend deckt – Check
Da bestimmt nicht wieder Farbe mischen lassen – Check
Alle Freunde und Bekannten davor warnen – Check
Den Laden hier im Blog kräftig durch den Kakao ziehen: Check!

 

 

 

Finale Grande

Es ist vollbracht! Das Projekt Dach & Fassade ist gestern tatsächlich fertig gestellt worden. Wobei, so richtig fertig ist man ja nie, und so werde ich mich beispielsweise noch den Dachfenstern widmen müssen, die jetzt durch die Konterlattung ein Stück höher gekommen sind:

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Dachfenster: Spalt durch Konterlattung

Aber das hat Zeit bis Herbst, würde ich mal sagen. Da schwebt mir was mit Bauschaum (Juchu, endlich mal wieder Bauschaum!) und Leisten vor.

Am Freitag wurde das Gerüst abgebaut, das ging wirklich sehr schnell und hinterließ auch wirklich jede Menge Dreck; am Samstag habe ich als letzten Akt den Sockel gestrichen und auch die Garage noch mit Faschen und Sockelfarbe versehen. Dabei habe ich meine Technik perfektioniert, Kanten über den Fassadenspachtel zu streichen. Ich habe den ganzen Tag fast nichts abgeklebt sondern immer den großen (oder auch mal den kleinen) Spachtel genommen und dann aus Richtung Griff auf die Fläche gerollt. Das gab selbst auf Rauhputz schöne Kanten:

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Spachtel an der Markierung ansetzen und von oben drüberrollen…

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…ist doch eine hübsche Kante geworden!

Apropos Farbe: Wie das mit dem Türkis von letzter Woche weitergegangen ist, erzähle ich nächstes mal ausführlich. Jedenfalls war der eine Eimer tatsächlich falsch gemischt und ich habe ihn ersetzt bekommen. Der andere war wohl richtig. Aber das Kapitel ist noch nicht ganz abgeschlossen…

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Sockel streichen

Als i-Tüpfelchen habe ich dann unser ‚historisches‘ Hausnummernschild wieder angebracht. Die Original-Klammern sind mir beim Abbauen unter den Händen zerfallen, und auf der Suche nach einer adäquaten und stilechten Befestigung hat mir Nagelspezialist Bierbach unter die Arme gegriffen, der mir ein paar handgeschmiedete(!) Nägel geschickt hat, die sich an dem Schild ausnehmend gut machen:

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Historisch korrekt!

Nun war noch Aufräumen angesagt, und dabei bemerke ich, dass ich mit rund sechs Wochen echt schnell war, es mir beim Aufrollen des Malervließ aber vorkam, als hätte ich es vor einer Ewigkeit verlegt. Und dem Rasen darunter wohl auch, der muss sich nun erstmal erholen.

Traditionell bei dannwollenwirmal sind ja die vorher-nachher-Fotos, und für vorher habe ich eins rausgesucht, das ich bei der Hausbesichtigung vor fünf Jahren gemacht habe:

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vorher…

Da hat sich doch ein bißchen was getan:

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…nachher

Täglich sprechen mich nun Leute aus der Nachbarschaft und näherer Umgebung an und überhäufen mich mit Lob, wie schön das Haus geworden sei. Ich bin dann immer etwas verlegen und weiß gar nicht recht, was ich sagen soll, genieße es aber und freue mich ehrlich über so viel Anerkennung, denn schließlich war es auch ein gewaltiges Projekt, von dem ich weiß, dass ich es in diesem Leben bei uns nicht mehr machen möchte.

Und was mache ich jetzt? Vielleicht nehme ich mir einen bequemen Campingstuhl und ein gutes Glas Rotwein, setzte mich gegenüber auf die andere Straßenseite und schaue mir das Werk mal ein paar Stunden an.

Dann gehe ich zufrieden ins Bett und überlege mir, was man als nächstes machen könnte…:)

 

Türkis?!

Was für eine Woche! Sanostol ist wohl auch aufputschend? Auf jeden Fall habe ich reichlich geschafft, denn mich ereilte leichte Panik, als die Dachdecker großspurig mitteilten, sie würden diese Woche fertig. Vor meinem inneren Auge sah ich mich schon am letzten Gerüststiel hängen und irgendwas pinseln, während die Gerüstbauer um mich herum schon alles wegfegen. Aber das Wetter hat den Gesellen einen Strich durch die Rechnung gemacht (ohnehin kam mir das schon recht ambitioniert vor), so dass das Gerüst noch die kommende Woche stehen bleibt und ich „in Ruhe“ fertig werden kann.

Apropos fertig: Das Kapitel Putz ist abgeschlossen! Heureka! Über 200 m² Reibeputz, das hält ähnlich fit wie Sanostol mit Broccolisaft und gibt Oberarme wie, hier, bei dem einen aus dem Fernsehen.

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Stand der Dachdecker: Nur noch hier vorne! Hui, schon ganz schön weit…

Die Dachdecker haben alles durchgedeckt und legen dann die Dachfenster nachher wieder frei, scheinbar macht man das so:

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Hier waren mal Dachfenster

Auch die Kehle wurde nun schön nachgeschnitten:

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Dachkehle

Eine kleine Planänderung gab es mit den letzte Woche erwähnten Faschen. Der weiße Faschenputz ist zwar wirklich sehr edel, aber sobald man zwei Meter entfernt steht, sieht alles weiß-in-weiß aus. Also überlegte ich mir, den Faschenputz nur noch für die Unterseite des Traufkastens zu nehmen und die Faschen um die Fenster im Grundputz stehen zu lassen (damit sind sie auch tiefer und damit plastischer) und diesen dann hellgrau zu streichen:

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Faschen-Fashion

Eigentlich ist mir das grau noch eine Spur zu dunkel, ich hätte es gern noch heller gehabt (zum Thema Farbe später mehr), was meint ihr, liebe Leser?

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Tricksereri für scharfe Farbkanten auf Rauhputz

Wie man eine scharfe Farbkante auf Rauhputz erhält, habe ich mir zusammengegoogelt: Der Rand des Abklebebands wird in der Grundfarbe (hier: weiß) gestrichen, so dass die Farbe den Rand abdeckt und die Löcher des Rauhputzes verschlossen werden. Nach dem Trocknen wird dann die eigentliche Farbe (hier: grau) aufgetragen und das Band entfernt. Hat tatsächlich auch hervorragend einigermaßen geklappt.

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Abdecken mit Fassadenspachtel

Oben am Gesims habe ich eine Kante, die ich dann während des Streichens mit einem Fassadenspachtel abgedeckt habe. Geht im Knick sehr gut und spart das meterlange abkleben. Bei geraden Flächen ist das auf Rauhputz allerdings nix.

Eine Seite habe ich nun fast fertig gestrichen, drei kommen noch. Der Reibeputz selbst muss übrigens nicht nochmal extra gestrichen werden.

Das Parallelprojekt Fensterläden habe ich diese Woche etwas intensiviert, denn die müssen ja auch dran, bevor das Gerüst weg kommt; zumindest die oberen! Also war ich im Keller und habe fleißig geleimt:

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Lamello-Dübel in den Rahmenteilen

Der Lamello-Dübel ist dafür übrigens Fluch und Segen zugleich. Durch die Bauform kann man geleimte Teile ja immer noch ein wenig verschieben, das heißt bei 25 Lamellen pro Fensterladen aber auch, dass jede Lamelle immer noch ein bis zwei Zentimeter verschieblich ist. Ich habe dann die Zwingen gesetzt und jede Lamelle mit einem Hämmerchen in die richtige Position gebracht. Bei den 200 Lamellen sind aber tatsächlich nicht alle ganz perfekt geworden, beim Lackieren habe ich schon zwei, drei gesehen, die hätten noch ein paar Millimeter gerückt werden können. Ach egal, wenn erstmal Farbe drauf ist…

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Eckverbindung: Zur Verstärkung ebenfalls Lamello-Dübel

Apropos Farbe! Da war ich doch im örtlichen Malergroßhandel (hatte ich hier schonmal erwähnt) um mir die Farbe anmischen zu lassen. Vor längerer Zeit hatte ich für gar-nicht-so-wenig-Geld ein Musterheft dort gekauft, und die Farbgestaltungsfachbeauftragte in Person meiner Gattin hat die Farben ausgesucht. Ein helles grau für die Faschen, ein dunkleres für den Sockel und die Fensterläden in einem Moosgrün, mit dem bei uns alles mögliche von der Haustür über das Treppengeländer bis zu allen Nebentüren gestrichen ist. MOOS-GRÜN. Nummer durchgegeben, nächsten Tag abgeholt, Eimer aufgemacht, dachte noch: das sieht aber nicht danach aus? Naja, wenn es trocknet, wird’s schon passen…:

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ARGGHH

Aber was ist das? Auch nach umfangreicher Trocknung bleibt einer sattes Türkis. Ich will keine Fensterläden in Türkis! Will nicht, will nicht! Ich sortiere doch nicht wochenlang Lamellen im Keller damit das Haus danach aussieht wie Disneyland! Solche Fensterläden haben vielleicht Barbie und Ken oder die Schlümpfe! (Wobei, nicht mal die!)

Montag bringe ich den Pott da wieder hin, so viel ist sicher. Da fährt man extra zum Fachhandel weil man’s besonders gut meint, und dann sowas! Das grau ist ja eigentlich auch zu dunkel. Naja, das sind Nuancen zwischen Papierdruck und Farbe. Aber das türkis hat mit Mossgrün ja nun mal so gar nichts zu tun.

Also gut, lieber Profi-Handel, ihr habt es nicht anders gewollt! Dann fahr ich halt zum BAUMARKT! Und kaufe nen Eimer Mossgrün. Kostet wahrscheinlich nur die Hälfte, deckt besser und sieht vor allem nicht aus wie ein Kaubonbon. Also nix gegen die Farbe, wenn jetzt jemand die gerne mag, ok (meine Mutter würde es lieben!), aber die Fensterläden hatte ich mir einfach anders vorgestellt, nämlich so:

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AAAAHHH!

Da ist das Ding! MOOS-GRÜN!

Übrigens vorher grundiert mit Imprägniergrund und dann mit Kompressor und Spritzpistole lackiert. Ging ganz hervorragend! Das Ganze hängend, damit ich nicht so viel Trocknungs- und Umdrehzeit habe. So kann ich am ersten Tag grundieren und am zweiten komplett lackieren. Die kleine Stelle, an der der Laden hängt, wird dann vor Ort nachgepinselt.

Zum Bau war mir übrigens ein Elektrohobel der Firma Defort sehr hilfreich, den ich zu Testzwecken erhalten habe. Es handelt sich um den DEP 900-R, ein 900W-Gerät, das gar nicht so schrecklich teuer ist und wirklich gut arbeitet:

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Defort DEP 900-R

Das Gerät schnurrt präzsie über das Holz, außerdem hat es noch eine Nut, so dass man Kanten fasen kann:

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Hobelmesser

Am erstaunlichsten fand ich die Packungsbeilagen: Messer als Ersatzteile, ja sogar Erstzkohlen für den Motor waren dabei, sowas hatte ich tatsächlich noch nie gesehen. Also, nachhaltiges und gelungenes Produkt, hierfür eine Empfehlung und den dannwollenwirmal-Stempel!

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Komfortable Tiefeneinstellung mit großem Handrad

Irgendwann waren die Läden dann fertig, auch in der richtigen Farbe, dann kommt noch das Band dran:

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Band dran: Hier mal zum Test. Bißchen was ausklinken und befestigen mit Spax 4×25. Die haben das Holz auch ohne Vorbohren heile gelassen. Brave Schräubchen :)

und schließlich die Befestigung an der Wand. Ich hatte beinahe Panikzustände beim Gedanken daran, denn nichts ist schlimmer, als wochenlang diese Teile zu bauen und sich dann vorzustellen, dass sie an der Wand schief aussehen. Oder dass man sich verbohrt und ich die ganze Fassade, achwas das ganze Haus nochmal neu verputzen muss. Also habe ich extraviel nachgedacht und mir eine genaue Zeichnung (mit Herummessen am fertigen Objekt) gemacht, die Bohrlöcher mit Laser und Wasserwaage vermessen, angezeichnet, nochmal nachgeprüft und mich dann irgendwann getraut zu bohren. Puh. Auch über die Dübel habe ich mir ja ausführlich Gedanken gemacht; tatsächlich habe ich jetzt relativ normale Dübel genommen (Zebra Shark von Würth) aber als Besonderheit (zumindest für mich) die Bohrlöcher richtig gereinigt:

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Bohrloch reinigen

Dafür habe ich im Wechsel mehrfach mit oben zu sehendem Bohrlochreiniger und Kompressor mit Pistole den Bohrstaub ausgiebig entfernt, ehrlich gesagt habe ich das so gewissenhaft noch nie gemacht, aber tatsächlich auch bisher unterschätzt, was für einen Gewinn das bringt! Dazu muss man wissen, dass unsere Hauswände (Baujahr 1926) im Grunde wenig dübelfreundlich sind und das Aufhängen eines Regals schon eine schweißtreibende Aktion sein kann. Hier allerdings: Mit dem gereinigten Loch hat der Dübel nicht mitgedreht und die eingeschraubten Kloben halten so fest, dass ich mich auch selbst dranhängen könnte. Also, wieder was gelernt. Und nun eingehängt. Passt?

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Passt!

Aber sowas von! Passt genau wie geplant, sitzt gerade und sieht Granate aus. Im Bild zu sehen auch der Feststeller „Frauenkopf“, heißt wirklich so. Die vier oberen habe ich nun dran (zwei gehen leider nicht auf weil da noch die Gerüstanker sind), und die unteren sind für kommende Woche geplant, wobei die notfalls ja auch ohne Gerüst anzubringen wären.

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Der optische Genuss ist noch ein wenig verbaut…

Was war noch? In einem kurzen Moment der Unterforderung habe ich noch den Grundputz mit Armierung auf der Garage gemacht (nun, das war tatsächlich geplant), so dass da auch nächste Woche Putzgrund und Reibeputz drauf kann und sich das Gebäude dann harmonisch ins Gesamtensemble einschmiegt.

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Garage

Wow, das war schon verdammt viel für eine Woche! Man sieht also, die Ereignisse überschlagen sich und ich komme kaum mit dem Schreiben hinterher. Nächste Woche soll’s dann fertig sein, aber Montag muss ich erstmal zwei Eimer Türkis beim Tunkendealer durch den Laden feuern. Der soll sich schonmal warm anziehen!