Nicht rummatschen!

Vor etwa zwei Monaten hatte ich mich hier bereits umfangreich über ein Wellblechprojekt beschwert. Nun, da es fast vollendet ist, wird mir erst recht bewusst, dass das alleine wohl niemals etwas geworden wäre :)

Zur Erinnerung: Einige Vordächer sollten ertüchtigt werden, und zwar die untere Sichtverkleidung. Das Abnehmen der alten Verkleidung war leicht, nun galt es, zunächst eine Unterkonstruktion anzubringen, auf die dann Wellblechplatten aufgeschraubt wurden. Aus baulichen Gründen durfte diese Unterkonstruktion nicht zu sehr auftragen, denn die vorhandene Umrandung der Dächer ließ nicht viel mehr als 30mm zu; die Wellbleche benötigen davon schon 18mm.

Ich entschied mich also für Streifen aus OSB-Platte der Stärke 11mm. Die Streife sind durch die Dachdeckung von oben und dann später auch von unten gut „eingepackt“ und quasi konstruktiv gegen Regen geschützt, sonst hätte ich OSB natürlich nicht außen verbaut. Dachlatten sind alle stärker, und Profilbretter wären mir beim Schrauben der Platten zu schnell gespalten.

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Unterkonstruktion: OSB-Streifen mit Verstärkung

Damit das Ganze nicht irgendwann durchhängt, wurden die Streifen zwischen den Stahlträgern mit Holz verstärkt. Die Streifen wurden dann per Schraube mit Bohrspitze an den Trägern befestigt, wobei sich da vorbohren mit einem guten(!) Metallbohrer als hilfreich erwiesen hat. Schraubzwingen sind dabei und guter Helfer; so kann man die Streifen in aller Ruhe ausrichten und dann befestigen.

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Einer nach dem anderen…

Die Wellblechplatten haben wir dann zu zweit in den vorhandenen Rahmen eingehängt und mit farblich passenden Schrauben (auch hier mit Bohrspitze) befestigt. Bei Schneiden haben wir uns diesmal den Knabber gespart, dafür hatte ich einen Blechscherenexperten dabei, welcher filigrane Schnitte per Handbetrieb vollbracht hat. Das muss man aber auch können: Ich habe es kurz versucht und dann die Finger davon gelassen 😉

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Fertiges Vordach

So sieht dann ein fertiges Vordach aus. Das, was an der Wand noch etwas wellig erscheint, ist allerdings die neue Bekleidung, sondern das alte Anschlussprofil. Muss ich vielleicht bei Gelegenheit noch etwas gerade biegen.

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So sahen die Dächer vorher aus :(

Dass die Bleche, besonders an den Schnittkanten, verteufelt scharf sind, musste der Blechscherendompteur dann noch schmerzlich erfahren. Von hier aus gute Besserung! Und ja, die Hand ist noch dran.

Was war noch? Achja, die Bastelaktion! Für Töchterchens Kindergarten sollte als Abschlussgeschenk eine sogenannte Matschküche gebaut werden (ich wusste vorher auch nicht, dass es so etwas gibt), und so haben sich einige Mütter zu diesem Zweck zusammengetan. Das Ganze sollte dann bei uns stattfinden, angeblich wegen meiner stattlichen Werkzeugsammlung. Ja, kein Problem! Werkzeug? Bitteschön! Was braucht ihr denn? Rüttelplatte, Allesschneider, Futonensauger, Stemmmeißel? Achso, erstmal einen Hammer. Klar, äh, Hammer. Hab ich…müsste eigentlich hier…nein… oder da? In dieser Kiste war doch immer einer! Haben die Kinder den etwa schon wieder…? Himmel, ich hatte doch mal drei. Naja, hier ist so ein Spielzeughammer, dann nehmt den doch erstmal…Pinsel? Joooaaahh, ach, der hier ist hart, und der hier, oh nee, der geht auch nicht, naja hier ist noch so ne Art Pinsel…

Mann Mann Mann, wie peinlich :) Egal, ich konnte dann Eindruck machen mit Akkuschrauber und vierhundertachtundvierzigteiligem Bit- und Bohrerset. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen:

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Matschküche

Wie man das baut? Keine Ahnung, ich hab ja den Hammer gesucht. Aber ich glaube, man kauft eine Bank, streicht sie grün an, schneidet ein Loch für die Waschschüssel rein, verstärkt dann den Rand mit Latten, Schraubt ein paar Accessoires an, klebt weiße Punkte auf und drapiert zu guter Letzt Kochlöffel, Schneebesen, Besteck und Topf auf dem Konstrukt. Und die Kinder können dann mit Wasser und Matsche „kochen“. UND WEHE EINER MACHT MIR DAS DING DRECKIG! SCHMIERT DA NICHT SO DRAUF RUM! DAS IST GRAD NEU! PASS DOCH MAL AUF DA MIT DER ERDE! WENN DAS NICHT FUNKTIONIERT HIER MIT EUCH; ICH BAUE DAS DING WIEDER AB! DAS WIR UNS DA VERSTANDEN HABEN! ANDERE KINDER WÜRDEN SICH FREUEN ÜBER SO WAS SCHÖNES UND NICHT DAMIT RUM SAUEN! VERSTANDEN?!

Die Horrorwohnung, Teil II

Willkommen zum zweiten Teil der Horrorwohnung, in der er so viel Pfusch gab, dass hier tatsächlich zwei Teile nötig sind. Dabei habe ich das Ungemach zu Umzugsbeginn noch gar nicht erwähnt, vielen Dank Herrn B. für das freundliche Erinnerungskommentar!

Wir haben vorher in Hannover gewohnt, und in Innenstädten ist es bekanntlich oftmals schwierig, Parkraum für große Umzugsfahrzeuge zu ergattern. Und da ich stets versuche, alles möglichst perfekt und umfangreich zu organisieren und vorzubereiten, habe ich bei der Stadt Hannover einen Halteverbotsbewilligungsantrag gestellt. Dazu verbringt man einen halben Tag beim Bürgeramt und mietet sich dann ein Rudel sperriger Straßenschilder, um die Parkplätze vor dem Haus für den gewünschten Tag abzusperren. Das alles kostet also viel Zeit, Geld und Nerven.

Umso erstaunlicher dann das Ergebnis der Absperraktion: Die Wirkung ist tatsächlich völlig verpufft. Als ich am Umzugsmorgen mit einem 7.5to-LKW anrollte, waren von den fünf(?) gesperrten Parkplätzen noch etwa vier beparkt. Zwei Halter konnten wir ausfindig machen, die anderen beiden wurden mit Polizei, Abschleppwagen und viel Trara abgeschleppt. Das dauerte allerdings mehrere Stunden und so habe ich den LKW auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Halteverbot geparkt, und als der eigentliche Bereich dann irgendwann geräumt war, war der Umzug auch fertig. Man hätte sich die ganze Aktion also auch sparen können. Immerhin haben wir als Abschiedsgruß eine kaputte Scheibe hinterlassen, in der eine Sofaecke gelandet ist.

Die Ankunft bei der definitiv nicht bezugsfähigen neuen Wohnung habe ich ja letzte Woche schon geschildert. Nachdem alle Möbel in einem Zimmer verstaut waren und ein harter Kern von Helfern die Tapeten des ersten Zimmers abgelöst hatten und darunter die ostwestfälische Schimmelparade zum Vorschein kam, sind wir abends als Übergangsunterkunft zu meinen Eltern gefahren und haben dort ein provisorisches Lager aufgeschlagen. Dort kam dann der Entschluss: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ich habe einen Aufhebungsvertrag aufgesetzt und zur Untermauerung sämtliche Pfuschstellen der Bude fotografisch dokumentiert:

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Der Boden

Da wäre zunächst mal der Dielenboden. Alle Zimmer sind mit Holzdielen belegt. In zwei Zimmern wurden diese auch geölt, bei den anderen Zimmern hatte man dann wohl keine Lust mehr. Die Folge ist, dass die ungeölten Dielen den Schmutz wie ein Magnet anziehen und gerade bei einem Umzug innerhalb weniger Minuten eine veritable Laufstraße in zeitlosem dunkelgrau entstanden ist. Oben im Bild ist zu sehen, dass die grandios eingebaute Tür über den Boden schleift und hier schon der erste Quadratmeter tiefe Furchen hat.

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Küche

Dieses Bild muss man etwas auf sich wirken lassen. Geübte Leser machen bitte mit beim Pfuschsuchen! Auf die Plätze, fertig, los! Auf die Tapete gefliest! Mischung von GKB und GKI (grüner Gipskarton war wohl alle?)! Bisschen knapp die Schrauben! Auf die Tapete geputzt oder gegipst! Wer findet mehr?

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Heizungsrohrverkleidung

Besonders liebevoll gemacht ist diese Heizungsrohrverkleidung mit einem davorgeklöppelten Brett aus dem Baumarkt, ich glaub da war sogar noch der Preis dran.

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Fensterlaibung

Das Thema Schimmel lauerte allerorten: Hier eine obere Fensterlaibung…

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…dann diese Wand…

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…und diese noch…

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…in den Ecken natürlich auch…

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…oder auch hier nochmal großflächig.

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Malerfertig?

Hier nochmal ein Kapitel zum Thema malerfertig: Haken, Nägel, Dübel und abgeplatzter Putz, reichlich Risse in der Decke – das würde ich nur dann als malerfertig interpretieren, wenn der Maler auch den gesamten Untergrund renovieren soll. Auf jeden Fall nicht geeignet um da mal eben Tapete draufzuklatschen; und erst recht nicht geeignet und mal eben direkt einzuziehen.

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Exemplarisch für so Vieles: Die Sockelleiste

Das obere Bild treibt mir heute noch die Wut ins Gesicht. Es ist exemplarisch für die geballte Dilletanz und Gleichgültigkeit dieser sogenannten Renovierung. Die Türzarge ist einfach zu kurz für die Sockelleiste, die wächst auch nicht mehr. Die Sockelleiste ist der billigste Kiefernschrott aus dem Baumarkt, die unbehandelt an die Wand gepeppt wurde. SOGAR DAS VERDAMMTE PREISSCHILD IST NOCH DRAUF!!! Die Sägestelle ist gesplittert, na schön, Details. Im Übergang in der Tür wurde der Schrottboden mit einer schlecht zurechtgepinselten OSB-Platte abgedeckt. OSB geht ja immer. GrrrrrrRRR!

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Die andere Seite

Hier die andere Seite. Da ist die Fußleiste dann auch gespalten. Türzarge erwartungsgemäß auch hier zu kurz. Das Acrylgeschmiere auf die alte Tapete! Sprich, sobald man die ab macht, kommt einem die Acrylfuge (und wahrscheinlich auch die Fußleiste) wieder entgegen. Herzlichen Glückwunsch.

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Steckdosen

Achja, die Steckdosen sahen alle so aus: Zwei rundherum irgendwie mit Gips zugschmierte Löcher, in die die Dose wohl nicht ganz rein passt, egal, bisschen stopfen, geht schon. Oben bleiben dann ein paar schöne Luftlöcher.

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Heizungsrohrverkleidung

Hier sehen wir nun noch ein Exemplar der Heizungsrohrverkleidung. Wie man sieht, ist entweder der formschöne Kasten oder der Boden schief. Vielleicht auch beides. („Ja, das ist nunmal im Altbau….“) . Egal, ist halt ein Spalt drunter. Achja, unter der Sockelleiste auch! Sieht Bombe aus.

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Heizkörperverkleidung

Besonders liebevoll ist diese Heizkörperverkleidung geraten. Da hatte wirklich jemand so gar keine Lust mehr.

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Außentreppe

Hier zu sehen ist die Treppe vom Wohnzimmer in den Garten. Ja, wirklich.

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Außentreppe

Okay, die obere Tritthöhe passt nicht so ganz.

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Garten

Dafür betritt an über die Treppe allerdings dieses kleine Paradies.

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Dämmung!

Hier wird gedämmt. Irgendwie fehlen die Laibungen? Ach egal, schmieren wir so zu. Was ist schon eine kleine Kältebrücke unter Freunden?

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Verteilerdose

Das Bild habe ich letzte Woche schon gezeigt, aber es ist einfach zu schön.

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Übergang

Hier sieht man nicht nur den Unterschied zwischen den geölten und unbehandelten Dielen; auch die liebevoll ausgewählte und exakt passend geschnittene Übergangsleiste spricht für sich.

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Sockelleiste

Hier sieht man noch nicht mal den Versuch eine Gehrung. Dafür ist das Preisschild wieder da.

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Steckdose

Hier nochmal das Steckdosenmodell „halb drin“…

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Tapete

Hier wurde allen Ernstes auf einer Strukturtapete (die danach schreit, entfernt zu werden) mit Zementmörtel irgendwelche Stellen ausgebessert. Wie viele Lagen Farbe soll man da drauf streichen, damit man das nicht mehr sieht?

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Kabelverlegung

Besonders schön ist diese Kabelverlegung: In der Zimmerecke wurde ein Stromkabel auf der Tapete mit zwei Kilo Acryl festgeschmiert.

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Kabelverlegung II

Auch nicht besser: Dieses Kabel wurde einfach ums Heizungsrohr gewickelt.

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Waschbecken

Hier zu sehen ist das formschöne Waschbecken, leider viel zu niedrig angebracht. Dafür wäre das mit dem unbehandelten Kiefer-Rauhspund am Fußboden bestimmt ganz toll geworden.

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Spricht für sich…

Auf dem mikroskopisch kleinen Gästeklo wurde die Fensterbank dem Spülkasten präzise und formschön angepasst.

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Eckventil versteckt sich

Hier sieht an das Eckventil für den Spülkasten, unzugänglich versteckt in der Holzverkleidung. Ach, deshalb konnte man das auch nicht abdrehen und den Kasten umsetzen, man kommt ja nicht dran! Da hätte ich bestimmt auch die Fensterbank abgeschnitten.

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Anpassungen

Und was des Meisters Hand nicht ziert, wird gern mit Acryl verschmiert.

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Hmmmm…

Was ist das eigentlich? Hier war mal ein Oberlicht von der Haustür. Aber ist ja so viel schöner.

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Kratzer die Zweite

Auch bei dieser Tür wird der Boden stark in Mitleidenschaft gezogen. Merkt man das nicht, wenn man die einbaut? Generell gilt die Frage bei allen hier gezeigten Dingen: MERKT MAN DAS NICHT, WENN MAN DAS EINBAUT?

Mit einem Aufhebungsvertrag und all diesen Bildern unterm Arm marschierten wir, in Begleitung unseres Freundes Herrn B., seines Zeichens Winkeladvokat studierter Jurist und Zeuge, zu Herrn E., der nach einigem Winden und protestieren („So ist das nunmal im Altbau!“) den Aufhebungsvertrag unterschrieb. Wir fanden dann relativ schnell eine andere Wohnung, in der wir dann mehrere Jahre ohne Pfusch, Schimmel und Fußleistenpreisschilder lebten, bevor wir uns dann ins Abenteuer Eigenheim stürzten. Aber davon habe ich ja hier schon reichlich berichtet.

Die Horrorwohnung wurde dann nach unserer Flucht zu Ende „renoviert“, ich nehme an auch einmal tapeziert und gestrichen, damit der Schimmel erstmal abgedeckt ist. Auch die Außenfassade ist nun fertig und soweit ich weiß war die Bude dann auch zügig vermietet. Also dann, schließen wir das Kapitel mal ab. Vielleicht lesen das ja irgendwann mal die Nachmieter 😉

Die Horrorwohnung, Teil I

Bei Aufräumen meiner Festplatte letzte Woche bin ich wieder auf einen Ordner mit Bildern gestoßen, die ich lange vergessen (oder verdrängt?) habe und die einem tatsächlich das Grauen der Rücken hochkriechen lassen. Je handwerkserfahrener man mit den Jahren wird, desto gruseliger die Bilder. Doch von Anfang an.

Es begab sich vor mittlerweile elf Jahren Anno 2006, wir waren ein frisch vermähltes und noch kinderloses Paar und ich überredete meine Frau, ihres Zeichens im Herzen Großstadtkind, zu einem Umzug von Hannover in die vermeintliche Provinz einer Kleinstadt. Bei der Wohnungssuche gab speziell ich mir größte Mühe, um der Liebsten schließlich ein heimeliges Nest zu bereiten und den Start in der neuen Umgebung möglichst angenehm und reibungslos werden zu lassen. Daraus wurde natürlich nichts.

Nachdem wir einige Wohnungen angeschaut hatten, fiel die Wahl auf eine vier-Zimmer-Wohnung in innenstadtnaher (und „verkehrsgünstiger“) Lage. Der Vermieter, nennen wir ihn mal Herrn E., kauft alte Häuser, renoviert diese dann mit viel Selbsteinsatz und vermietet danach die Wohnungen. So auch hier: Scheinbar traumhaft, ein altes Haus wird nach unseren Vorstellungen renoviert und dann von uns frisch bezogen. Wir durften uns sogar die Badewanne aussuchen (eine Eckbadewanne, wirklich? Cool!) und hatten vollstes Vertrauen, dass die Renovierung in den versprochenen acht Wochen erfolgen würde und organisierten zum Umzugstermin einen LKW und viele fleißige Helfer.

Während der Renovierungsphase habe ich ab und zu die Baustelle besucht; allerdings war die Baustelle erst nach einigen Wochen eine Baustelle, denn etwa die Hälfte der Zeit verstrich, ohne dass dort etwas nennenswertes passiert wäre. Herr E. hatte eben mehrere Projekte und war zeitlich entsprechend eingebunden. Aber bis zum Umzugstermin wäre alles malerfertig, das wäre ja gar kein Problem. Lediglich der Außenbereich (hier wurde eine Dämmung angebracht) könnte noch ein paar Wochen länger dauern.

Je näher der Umzugstermin rückte, desto mehr Versprechungen lösten sich auf. Fliesen im Bad? Ja, die haben Sie sich gewünscht. Aber Holzboden ist doch auch ganz schön. Badewanne, ja, müssen wir mal sehen. Neue Fliesen in der Küche? Hmm, ja, wir gucken mal.

Hätte ich damals schon den heutigen handwerksgeschärften Blick gehabt, hätte ich die Notbremse wohl schon viel früher gezogen. Ich war allerdings guter Dinge, dass Herr E. schon wisse, was er tut und zum Einzugstermin alles fertig sein würde.

Als wir dann mit voll beladenem LKW und etwa zehn oder zwanzig helfenden Freunden ankamen, erläuterte mir Herr E. zunächst die Definition des Begriffes malerfertig: Das würde bedeuten, dass die Wohnung so weit fertig gestellt ist, dass ein Maler mit seiner Arbeit anfangen könne. Für mich bedeutete malerfertig bis dahin, dass ein Maler die Wohnung fertig gestellt hat. Tatsächlich hatte Herr E. nicht ganz unrecht, malerfertig heißt, eben fertig zum bemalen. Dies beinhaltet allerdings auch eine glatte, neutrale Oberfläche und keine Alttapeten mit Haken und Nägeln. Doch dazu später.

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malerfertig?

Wie auch immer der Begriff in dem Moment zu deuten war, hat Herr E. uns ja auf jeden Fall ziemlich auflaufen lassen, war ihm doch bekannt, dass wir am Umzugstermin mit sämtlichen Möbeln und Helfern anrücken würden. Aber wo soll man einen LKW voller Möbel und Kartons hinpacken, wenn die Wohnung noch gestrichen werden muss? Während die Gattin dem Nervenzusammenbruch nahe war, behielten einige engagierte Freunde und ich einen gesunden Zwangsoptimismus: Aller Möbel in einen Raum stapeln, zum Baumarkt fahren und mit „alle Mann“ streichen.

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malerfertig? Auch hier… alte Tapete und dann Gips drübergeschmiert

Mal-eben-streichen erwies sich aber als nicht so einfach. Die alten Tapeten waren entweder in schlechtem Zustand oder so grauselig gemustert, dass man diese zunächst entfernen musste. Mit einem harten Kern von Leuten waren wir dann bis in die Abendstunden dabei, die Tapeten des ersten Zimmers zu entfernen. Darunter zum Vorschein kam eine ausgeprägte Schimmelkultur:

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Oha!

Wir stellten daraufhin die Arbeit erstmal ein. Eine Freundin meinte „Das einzig gute an dieser Wohnung ist der Schnitt“-das fasst es gut zusammen. Wir haben dann abends überlegt, die Notbremse zu ziehen. Am nächsten Tag habe ich sämtliche Unzulänglichkeiten und un-fass-bares Gepfusche in der Bude per Foto dokumentiert.

Und jetzt gibt es den dannwollenwirmal-Cliffhanger: Den gesamten Baupfusch als bunte Fotostrecke, die restlichen Streitereien und wie wir aus der ganzen Katastrophe wieder rausgekommen sind lesen Sie – nächste Woche! :)

Der Pfingstklassiker

Liebe Leser, wir immer zu Pfingsten sende ich herzliche Grüße vom Campingplatz. Es regnet Bindfäden und ich habe die Rüttelplatte vergessen, sonst ist alles gut.

Diese Woche war zwei Tage der dannwollenwirmal-Server aus, weil Bauschaum in den Lüfter geraten war. Sorry! Viele haben sich in den Schlaf geweint, andere haben sich über die neu gewonnene Freizeit und das Tageslicht sehr gefreut.

Weil ich von hier aus nur einen kurzen Gruß senden kann, wiederholen wir heute einen zauberhaften Klassiker vom vorletzten Jahr Pfingstcamping:

Camping bei Heimwerkers
24. Mai 2015 von mohlemeyer
Tatsächlich hat mich die liebe Familie breitgeschlagen, das Pfingstwochenende im Zelt(!) auf einen Campingplatz im Wendland zu verbringen. Das Wendland, sonst hauptsächlich bekannt durch Castor-Transporte, ist aber auch landschaftlich durchaus reizvoll, der Campingplatz naturbelassen und gemütlich und nach einigen wenigen Modifikationen habe ich mich auch mit dem Zelten recht gut arrangieren können.

Natürlich bin ich einige Tage früher angereist, um mein Werkzeug und die allernötigsten Baumaterialien anzuliefern. Der dieselbetriebene Erdbohrer P-2000 erleichterte mir das Erstellen der Punktfundamente zur Verankerung der Zelte. Insgesamt mussten 94 Punktfundamente für die Zelte gefertigt werden. Damit man nicht unbequem auf einem Steinchen liegen muss, habe ich alle Grundflächen der Zelte ausgekoffert und Beton-Bodenplatten gegossen. Der Fließspachtel FS-15 von Sopro, von dem zwei Paletten von Baustoffhändler direkt zum 250 km entfernten Campingplatz geliefert wurden, sorgte für eine aalglatte Oberfläche und theoretisch hätte ich schon nach wenigen Stunden fliesen können, wenn meine Frau das nicht übertrieben gefunden hätte.

Zur Stromversorgung habe ich glücklicherweise einen Hauptkasten im Waschhaus gefunden, dessen Plombe ich gut lösen konnte und an den ich dann 100m Erdkabel 5x4mm2 anschließen und per Mininbagger verlegen konnte. Praktischerweise konnte ich in den gleichen Schacht die Leitung für die Fußbodenheizung einbringen, die ich schleifenförmig in die Betonplatten eingebracht habe.

Nach Aufbau und Verankerung der Zelte habe ich die Zeltwände wegen der kalten Nächte von innen mit Glaswolle ausgekleidet. Angenehme Nachttemperaturen lassen den permanenten Juckreiz schon nach wenigen Tagen vergessen. Leider habe ich das montieren einer Dampfbremse zeitlich nicht mehr geschafft, da das Aufrichten der Masten für die Flutlichtanlage doch anspruchsvoller war als ursprünglich gedacht. Ein Autokran war zu Pfingsten nirgendwo mehr zu bekommen! Die Familie verweigerte die Hilfe, jedoch konnte ich mit einem improvisierten Seil aus Schlafsäcken und meiner Anhängerkupplung schließlich gegen Mitternacht erste Erfolge vermelden.

Leider hatte die Firma für den Pool Lieferschwierigkeiten, so dass das Becken wohl erst in zwei Wochen dort eintrifft und ich sowohl den Bodenaushub als auch die Chloranlage nun quasi umsonst vorbereitet habe. Zuverlässiger war dagegen der Brennholzlieferant, der die acht Raummeter Holz in Gitterboxen pünktlich anlieferte.

Damit ich nicht den ganzen Urlaub werkele, habe ich mich entschlossen, das Gewerk Blockbohlensauna komplett abzugeben. Ohnehin hatte ich genug damit zu tun, die Fahrspuren der Lastwagen und Kleinbagger wieder aufzufüllen und für den Rollrasen vorzubereiten.

Unglücklicherweise wurden wir mittlerweile wegen der umfangreichen Bauarbeiten und des damit verbundenen Lärms und Gestanks des Platzes verwiesen und haben durch das nun auferlegte deutschlandweite Campingplatzverbot auch keine Ahnung, wo wir hin sollen.

Also, wenn einer der Leser eventuell einen Unterschlupf (Gartenlaube, Holzhütte oder sowas…notfalls könnte ich auch ein wenig umbauen?) im Bereich Wendland für uns hätte, bitte ich um kurze Nachricht!

Ich geh mich jetzt nur noch kurz um die Planierraupe kümmern, die in der Einfahrtsschranke feststeckt! Also, frohe Pfingsten!

Was lange währt, wird endlich mäßig

Ich habe hier ja schon des Öfteren von meinem Projekt „Dachfensterleisten“ berichtet. Als unser Dach im Frühjahr letzten Jahres neu gedeckt wurde, sind die Dachfenster durch eine andere Lattung ein Stück höher gekommen. Diese Spalten habe ich ausgeschäumt, das geht natürlich schnell und macht Spaß, und mir dann Leisten besorgt um sie abzudecken. Da es aber beim ersten Fenster schon eine derartige Sch****arbeit war, habe ich dieses Projekt nun monatelang vor mir her geschoben.

Doch heute kann ich voller Stolz vermelden: Es ist vollbracht! Endlich! Als kleine Änderung habe ich die Leisten nun nicht mehr mit Acryl, sondern mit Montagekleber geklebt, und schon war die Trocknungszeit nicht mehr 24 Stunden, sondern zehn Minuten. Dass ich da nicht mal früher drauf gekommen bin? Die Übergänge zur Wand habe ich dann aber mit einer – mal mehr, mal weniger dicken – Acrylfuge „gestaltet“.

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So sieht das aus!

Tatsächlich ist es gar nicht so schlimm geworden. Zwischenzeitlich wollte ich schon aufgeben und die Spalten wie beim Trockenbau mit Gips spachteln. Aber dann? Den Streifen so lassen ist blöd. Reibeputz an Reibeputz, da bekommt man (oder zumindest ich) den Übergang nicht hin: Klebt man die alte Fläche ab, hat man einen harten Übergang; putz man an die alte Fläche dran, wird die alte Struktur verfüllt, sieht genau so unschön aus. So bin ich also bei den Leisten geblieben.

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Joaa, ist okay!

Ich frage mich, wie andere das machen? Ich habe doch nicht die einzigen Dachfenster der Welt, die bei einer Neueindeckung ein Stück höher kommen? Wer was weiß, bitte in die Kommentare!

Außer bei einigen wenigen Anwendungen (wie beim Fenstereinbau) umweht Leisten eigentlich immer der Hauch von Pfusch und Verstecken. Und hier waren es jetzt sogar Leisten plus Acryl, damit es einigermaßen ging. Wahrlich, richtig stolz kann ich nicht drauf sein, aber schlussendlich sieht es ganz okay aus, mir ist keine besser Variante eingefallen und vor Allem: es ist endlich fertig! Schnell zu den Akten und bis nächste Woche!

Pressemitteilung

Während ich noch nicht weiß, ob mich der Suchbegriff der Woche „abgehängte decke bauschaum“ oder die neue ‚subtile‘ Art der Werbung, hier mit reichlich Links zu kommentieren, mehr verwundern soll, lasse ich parallel mein letztes Trockenbauprojekt Revue passieren. Dabei gab es noch eine Premiere: Ich habe mir eine neue Silikon-Kartuschenpresse gekauft:

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neues Werkzeug!

Ich habe ja jahrelang eine Baumarktspritze (nicht so schlimm wie die hier, aber auch nichts Besonderes) benutzt, nur zum Ende hin hat sie immer schlechter funktioniert. Nach dem Erwerb des oben zu sehenden Exemplars taten sich neue Welten auf! Ich hätte nicht vermutet, dass der Unterschied so groß sein würde. Ein völlig neues Arbeitsgefühl, elegant und kraftvoll. Oder so.

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Da geht’s los

Ach, und da geht’s auch schon los! Wie im Bild zu sehen, sollte diese formschöne Decke, vorher mit Holzvertäfelung bekleidet, mit Gipskarton abgehängt werden. Das Abhängmaß lag hier so zwischen Direktabhänger und Ösendraht, da habe ich mal beides genommen. Da die Rohdecke nicht besonders gerade war, habe ich dann im höheren Bereich Ösendraht mit Schnellabhängern (hier schonmal gezeigt) eingesetzt.

Interessant sind die im Bild zu sehenden ‚Strohplatten’… falls jemand weiß, wie sie genau heißen, immer her damit! Etwa 4 Zentimeter stark und direkt unter die Betondecke geklebt(?), waren sie vermutlich ursprünglich als Putzträger gedacht. Dübel finden darin natürlich keinen Halt, man muss sie also lang genug wählen, damit sie gut in der darüber liegenden Betondecke halten.

Die Vorgehensweise ist die Bewährte: Rundherum UD-Profil (mit Schaumstoffband zwischen Wand und Profil) montieren, dann die CD-Profile einschieben und an den Direktabhängern bzw. mit den Schnellabhängern ausrichten, alles per Laser, das war also recht flott gemacht. Wegen dem unglücklichen Raummaß von 4,12m musste ich alle CD-Profile mit Profilverbindern um 12 cm verlängern. Aber auch das hat funktioniert.

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Beplankt & verspachtelt

Die Wandanschlüsse habe ich wieder mit Trennfix-Band gemacht, hier wurde dann bis ans Band angespachtelt und nach dem Trocknen eine kleine Acrylfuge gezogen. Sauber!

Für die Fläche gab es insgesamt drei Spachtelgänge mit Zwischenschliff. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

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mit Farbe drauf!

Die neue Kartuschenpresse konnte ich übrigens direkt bei der Acryl-Abschlussfuge zum Einsatz bringen. Ganz ohne Bauschaum – Voilà!

Die dannwollenwirmal-Muttertagstips

Herzlichen Glückwunsch, liebe Mütter da draußen, heute ist Muttertag – und als lebensnaher Blog mit hohem Praxiswert gebe ich heute vor allem den männlichen Lesern ein paar Tips für die Gestaltung dieses besonderen Tages mit auf den Weg. Für einen gelungenen Ehrentag sollte die Dame des Hauses entlastet, mit kleinen Überraschungen bedacht und rundherum verwöhnt werden.

1. Das Frühstück

Was kann es schöneres geben, als ein Frühstück am Bett, liebevoll kredenzt von den Kindern und dem Göttergatten? Ich würde hier eher ein deftiges Frühstück mit Speck und kleinen Bratwürstchen vorschlagen. Was spricht also dagegen, direkt den Grill im Schlafzimmer aufzustellen? Kann es ein schöneres Geräusch zum Aufwachen geben als verpuffender Grillanzünder? Eine hohe Anfangsflamme schafft Behaglichkeit und eine heimelige Muttertagsatmosphäre. Und wenn dann erst der liebliche Geruch von Fett auf Grillkohle ins Näschen der Liebsten steigt, kann die Jüngste schonmal den Teller mit dem fertigen Grillgut zu Muttis Bett balancieren. Sollte sie dabei stolpern und die heißen Würstchen quer über die Bettdecke rollen, gibt das ein großes Hallo und Mama ist spätestens jetzt garantiert wach. Falls nicht, liegt es am Kohlenmonoxyd, dann vielleicht mal das Fenster öffnen.

2. Das Geschenk des Ehemannes

Auch wenn die Gattin natürlich strenggenommen nicht die eigene Mutter ist, wird ein stellvertretendes Präsent des Gatten gern gesehen, um die Mühen des Mutterdaseins angemessen zu belohnen. Da der Muttertag oft sehr überraschend kommt, bleibt dem vielbeschäftigten Mann nicht immer die Zeit, aufwändige Geschenke zu besorgen. Ebenso muss man von Blumensträußen aller Art zwingend abraten, da die Haltbarkeit oft nicht befriedigend ist und das einstmals formschöne Gebinde schon nach wenigen Tagen aussieht wie ein struppiger Besen. Bei vielen Sträußen habe ich schon beim Kauf gedacht: „Na, wie ich den wohl in die Biotonne kriege!“ Was liegt also näher als ein zeitloses Geschenk aus dem eigenen Bestand? Hier bietet sich zum Beispiel ein Kanister Tiefgrund an. Wer würde sich nicht darüber freuen? Tiefgrund hat eine Haltbarkeit von mehreren Jahren und kann nahezu unbegrenzt eingesetzt werden. Der Kreativität sind hier wirklich keine Grenzen gesetzt! Für einen romantischen Touch kann an den Kanister mit eine Schleifchen verschönern. Ist keins zur Hand, tut es auch gefaltetes Schleifpapier.

3. Die Geschenke der Kinder

Die Kinder sollten zu Muttertag am Besten was basteln. Allerdings sollte man hier von sentimentalen Staubfängern und krakeligen Bildern absehen; wenn schon basteln, dann was sinnvolles für’s Haus! Mit wenigen, überschaubaren Handgriffen lässt sich beispielsweise ein Carport konstruieren. Acht- bis zehnjährige mit etwas Erfahrung mit Balkenverbindungstechniken und konstruktivem Holzschutz sollten das schon hinbekommen. Ambitionierte Jugendliche könnten sich an einer neuen Hausstromverteilung versuchen oder eine Kellersauna bauen. Wem das zu schwer ist: wie wäre es mit einer hübschen Schornsteinverkleidung? Mutti freut sich sicher auch über kreative Bastelgeschenke: So könnten die lieben kleinen einfach mal alle guten Weingläser anmalen oder aus den Inhalten der Kosmetiksammlung eine neue Wundercreme rühren. Mögen die Kinder kein Basteln, tun es auch praktische Geschenke wie Staubsaugerbeutel oder eine schöne Spülbürste.

4. Entlastung im Haushalt

Die Mutti soll heute natürlich verhöhnt verwöhnt und geschont werden, deshalb übernehmen der Mann und die Kinder die Hausarbeit! Der Grill vom Frühstück kann mitsamt dem Geschirr in die Badewanne verbracht und dort abgekärchert werden. Das schont die Spülmaschine. Diese kann übrigens getuned werden, indem man bei halber Zeit (Schnell-Programm) die Wassermenge verdoppelt. Ist einen Versuch wert! Auch die Wäsche macht heute natürlich der Göttergatte. Man öffnet dazu die Waschmaschine und füllt so viel Wäsche hinein (ggf. zwischendurch mit dem Fuß nachstopfen) bis die Trommel wirklich voll ist. Dann gibt man den Spülmaschinen-Tab in irgendeine Klappe und wählt die Einstellungen Wolle, Pflegeleicht und 95°C.

5. Unternehmungen und Ausflüge

Das Verwöhnprogramm ist nur noch durch einen schönen Ausflug zu toppen. Wie wäre es mit einer Wohlfühloase inmitten von Farben, Eindrücken und schier unendlichen Möglichkeiten? Richtig, die Baustoffhalle drängt sich förmlich auf! Aber ist ja Sonntag. Mögliche Ausflugsziele wären zum Beispiel die Paintball-Arena, eine Bierprobe oder ein schönes Bacon-Wettessen. Auch ein Nachmittag im Fußballstadion kann ganz nett werden! Wenn noch ein paar Kumpels mitkommen, bekommt das ganze eine lockere und zwanglose Atmosphäre. Bierchen?

6. Verwöhn-Abendessen

Am Abend wird die liebste Mami natürlich noch standesgemäß zum Dinner ausgeführt. Man sollte es hier nicht übertreiben: Imbisskost, richtig gemacht, bildet eine ausgewogene Ernährung ohne lange Wartezeiten. Überschaubare Speisekarten (Brat, Curry, Pommes, Ende) machen die Auswahl leicht und ersparen mühseliges Grübeln und Abwägen. Der Hauptgrund der Nahrungsaufnahme ist schließlich, machen wir uns nichts vor: satt werden. Dann kommen eventuell noch geschmackliche Aspekte, dann kommt ganz lange nix, und ganz am Ende noch so Nebensächlichkeiten wie Atmosphäre und Blumenaufmtisch.

Nach diesem schönen Tag hat eine jede Mutter vermutlich Tränen der Freude in den Augen. Die Regeln lassen sich übrigens auch auf Hochzeitstag, Geburtstag oder andere Feste, an die solcherlei Erwartungen an uns Männer gestellt werden, adaptieren. Ich wünsche viel Erfolg und freue mich über Eure Kommentare, ob alles so geklappt hat wie beschrieben.

Prost!

 

Malheur und zehn Lektionen

Sorry, dass ich letzte Woche so kurz angebunden war; ich weiß, viele haben in den Kaffee geweint. Dafür in dieser Woche schnell noch die Geschichte mit dem kleinen Malheur hinterhergeschoben:

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Darum geht’s

Wie im Bild zu sehen, handelt es sich um eine kleine Nische, die wohl früher mal einen Kasten oder sowas beherbergt hat und die nun mittels Gipskarton flächenbündig an das restliche Wandniveau angepasst werden sollte. Kein Problem, Chakka!

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Metall-Unterkonstruktion

Diese schöne Konstruktion habe ich daraufhin fachgerecht eingebracht: Oben und unten ein UD-Profil (wobei ich es unten mit dem Multicutter quasi halbieren musste – kein Platz!), und da hinein CD-Profil gestellt. Die CDs liegen direkt an der Wand an, damit nichts klappert, habe ich diese Stellen mit Dämmband beklebt). Jetzt nur noch beplanken, denkt man sich…

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Oh nein!!

Es ist mir ja wirklich NOCH NIE passiert, aber irgendwann ist scheinbar immer das erste Mal: Mutig habe ich im unteren Bereich nahe der Heizungsrohre durch die Platte geschraubt und dachte noch bei mir, dass so ein Heizungsrohr ja wohl entsprechenden Widerstand leisten würde (es waren noch nicht mal Schrauben mit Bohrkopf!), aber Pustekuchen, das Kupferrohr ist butterweich, die Schraube war in Nullkommanix drin und unter Zischen trat eine kleine, aber merkliche Heizungswasser-Fontäne aus.

Nunja, wenn man die Schraube reindreht, ist es ja fast dicht! Aber auf Dauer wohl nix.

Glücklicherweise gab es einen Heizungsexperten in direktem Zugriff. Ich selber habe leider überhaupt keine Ahnung von Heizungen. Erschreckenderweise wüsste ich bei mir zuhause nicht mal, wo ich das Wasser ablassen sollte, wenn es mal nötig wäre! Der Herbeigeeilte wusste das zum Glück und das Wasser wurde abgelassen; ich habe noch (wieder mit dem Multicutter) das Rohr an der Stelle eingeschnitten und in meiner Abwesenheit wurde dann, vermutlich unter Kopfschütteln und „wie kann man nur!“, mit etwas „das sieht man doch!“ und viel „Jungejungejunge!“ eine Muffe angebracht:

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Muffe!

Am nächsten Tag habe ich dann fix verplankt und gespachtelt; wenn man nichts anbohrt, geht das ja auch alles ganz schnell :) Vor lauter Aufregung habe ich doch glatt vergessen, ein „Nachher“-Bild zu machen. Egal, wieder was gelernt:

1. „Mal eben schnell“ geht meist nach hinten los
2. Kupferrohre sind weich wie Butter
3. von Rohren generell einfach mal viel Abstand mit Schrauben und Bohrern halten!
4. Mal nachschauen, wo man das Heizungswasser entleert und wie das mit dem wieder Auffüllen funktioniert (wie viel muss denn da drauf? Wenn das jemand weiß, bitte kommentieren!)
5. Sowas immer direkt beim Bauherren beichten! Ich hatte wenige Sekunden über Bauschaum und Isolierband nachgedacht 😉
6. Silikon löst nicht alle Probleme
7. Acryl auch nicht. Aber viele!
8. Immer, wenn man sich zu gut und zu selbstsicher fühlt, kriegt man einen vor den Bug
9. Es ist immer gut, jemanden in der Nähe zu haben, der sich mit Wasser auskennt (Elektro hätte ich selber lösen können, aber nein…!)
10. Lieber eine Lektion zu viel als zu wenig.

Bis nächste Woche gelobe ich Besserung, Amen.

Unterwegs

Ich bin spät dran heute, liebe Heimwerkerfreunde…ich hoffe, das Frühstücksei hat auch ohne dannwollenwirmal geschmeckt? Oder nutzt ihr den Sonntag sowieso von morgens bis abends zum Bohren und Sägen? Ich finde ja auch, dass die Rüttelplatte ab halb sieben zu einem fröhlichen Sonntagmorgen einfach dazugehört!

Es ist wieder einiges passiert, das ein oder andere kleine Malheur ist auch dabei. Leider bin ich heute beruflich unterwegs und kann daher nicht in gewohntem Unfang berichten. Da wo ich bin, gibt es im Grunde nur Dosentelefon. Würde ich Bilder hochladen, explodiert der örtlicher Sendemast. Wir müssen das also wohl auf nächste Woche vertagen. Diese Zeilen schicke ich gerade per Fax zu einem Vermittler, um Euch überhaupt ein Lebenszeichen senden zu können!

Also, haltet durch, ich bin bad wider da! Nächste Woche geht es bunt und bilderreich weiter! Bis dahin Euch einen schönen Sonntag und einen kernigen 1.Mai!

 

FeWo-Analyse

Da bin ich wieder, gesund heimgekehrt von einer paar Tagen Großfamilienurlaub bei erfrischenden 3°Grad und Schneeregen, was will man mehr! Wie es Tradition ist, wird jede Ferienwohnung handwerklich analysiert und hier ausführlich diskutiert; in der Vergangenheit habe ich ja auch schon einige erfolgreiche Umgestaltungen vorgenommen (hier, und hier auch!). Dieses mal wurde mir leider die Mitnahme von Werkzeug seitens der Gattin strengstens untersagt. Meinen mitgeschmuggelten Akkuschrauber samt neuem Bitsatz hat sie relativ schnell entdeckt; auch den Exzenterschleifer in der Reserveradmulde hat sie gefunden (wobei das Versteck echt gut war…); beim Bohrhammer haben die Kinder mich verpetzt. Ich muss mir dringend was besseres einfallen lassen! Mein Plan für den Sommer ist, meinen gefüllten Werkzeuganhänger bereits am Vortag an die Autobahnraststätte Verden/Aller zu stellen und ihn dann während einer Pinkelpause heimlich anzuhängen. Müsste doch gehen?

Wenn ich also auch nicht werkeln konnte (wobei ich mich im Notfall im örtlichen Baumarkt eingedeckt hätte… „was, sie haben keine Dampframmen?!“), habe ich doch einige inspirierende Bilder geschossen.

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Fassadenverkleidung mit Holz

Diese Baustelle habe ich schon über Ostern gesehen; ein seltener Anblick und für mich interessant, weil man mal hinter die Kulissen einer Holz-Fassadenverkleidung schauen konnte. In diesem Fall wurde auf eine Klinkerwand zunächst eine Grundlattung mit Dämmung dazwischen aufgebracht (geschätzte Stärke 120-140 mm?), darauf dann die im Bild zu sehende diffusionsoffene Unterspannbahn (hier: Würth WÜTOP 2SK) und die Traglattung sowie zu guter Letzt dann die eigentliche Verkleidung. Sehr sauber gearbeitet und ein Gedankenanstoß, dass Dämmung nicht immer Styropor und Putz sein muss. Hier noch ein paar Infos dazu.

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Rollputz „medium“

Apropos Putz: Rollputz ist ja im Grunde das Zeug, das ich auch gerne nehme, allerdings von der Körnung deutlich feiner und eben nicht per Traufel, sondern mit einer Rolle aufzutragen. Das habe ich schon sehr schön gesehen; aber obiges Bild aus der (ansonsten solide neu renovierten!) FeWo zeigt, wie wichtig es ist, auf eine gleichmäßige Struktur zu achten, sowohl beim Auftragen als auch schon vorher beim Aufrühren des Materials.

Die vorliegende Wohnung wurde übrigens 2013 komplett renoviert, und so wie ich es gesehen habe (leider konnte ich ja keine Probebohrungen machen!) wurden alle Wände mit Gipskarton verkleidet, möglicherweise auch innen gedämmt, und dann mit besagtem Rollputz behandelt.

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LED-Beleuchtung, in Bodenfliesen integriert

Dieses kleine Highlight möchte ich Euch nicht vorenthalten: Im Saunabereich gab es eine blaue LED-Bodenbeleuchtung. Sowas hatte ich tatsächlich noch nie gesehen!

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Detail unter dem Elektronenmikroskop

Wie in der 190.000fachen Vergrößerung zu sehen, wurden an den Fliesenecken ein Stück abgeschnitten und die LED in den Fugenmörtel eingelassen. Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich das wirklich nachahmenswert finde, aber auf jeden Fall interessant!

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Der Schwerkraft zum Trotz…

Apropos noch-nie-gesehen: im unteren Bad wurde tatsächlich eine Deckenschräge gefliest! Warum Wie macht man denn sowas? Der von mir gern genutzte Kleber Sopro No1 hält ja wirklich gut, aber ob das gegen die Schwerkraft tatsächlich funktioniert? Ich male mir grad aus, wie es wohl ist, wenn man eine Fliese andrückt und die daneben wieder runterknallt. Ich wäre innerhalb kürzester Zeit durchgedreht. Aber vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm oder es gibt Tricks dafür? Wer was weiß, darf das gern unten kommentieren!

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…Decke gefliest

Wobei, machen möchte ich das lieber nicht. Ist schon sehr speziell, wenn auch irgendwie faszinierend…

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Ideen für Fliesen 1…

Da mich die Leute oft nach Fliesen-Ideen fragen und man sich in den seltensten Fällen sofort sicher ist, wie hoch man das Bad denn gern gefliest hätte, ob raumhoch oder nicht oder teilweise, ist hier nochmal eine Idee für den Treppen-Effekt, der die Wandgestaltung etwas auflockert; ebenso kann man Bereiche mit viel ‚Wassereinfluss‘ dann elegant höher fliesen, ohne dass man die ganze Bude zukleben muss.

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und 2

Farblich fand ich das hier noch interessant; hier wurden mehrere, zueinander passende Farbtöne im Duschbereich kombiniert.

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Corpus Delikti

Und am Schluss nun noch ein Indiz für Kenner: Unter anderem an diesem kleinen Detail erkennt man, dass das Bad vermutlich nicht vom Profi-Fiesenleger oder Profi-Trockenbauer gemacht wurde: Die linke Fuge zwsichen Fliese und Eckschiene wird nach unten breiter. Dazu die Theorie: Ich schätze, dass die Wandprofile mit den UW’s verschraubt wurden (macht man eigentlich nicht, die werden nur reingestellt). Dadurch schaut der Schraubenkopf etwas raus, weil er da nie ganz anliegt. Die GK-Platte hat also etwas zu viel Abstand zum UW-Profil und macht an der Stelle einen Bogen nach außen. Beim Fliesenlegen mochte man vermutlich ungern so viel ausgleichen und so wurde da etwas ‚vermittelt‘.

Alles nicht schlimm, irgendwie ja auch charmant, es sieht wahrscheinlich nur einer von 50 Leuten, aber ich hab’s gesehen, mir gedacht „Andere kochen auch nur mit Wasser“, zufrieden lächelnd die Augen geschlossen und von besserem Wetter geträumt…