Verkaufsanzeige

Wir verkaufen unser Einfamilienhaus in der Neubausiedlung Weserwerft.  Es handelt sich um 220 qm Wohnfläche und 380 qm Grundstück. Das Haus wurde von uns als Rohbau vom Generalunternehmer Hofservice Bramöller übernommen und wir haben es seit 2012 komplett in Eigenleistung fertiggestellt.

Über einige kleinere Unzulänglichkeiten und Schönheitsfehler möchten wir den zukünftigen Besitzer bereits im Vorfeld informieren. So läuft das gesamte Stromnetz durch einen Anschlussfehler in der Elektrik auf 400 Volt. Das ist allerdings kein Problem für Heizaggregate, die meisten Kreissägen und Industrieautomaten. Den Anschluss kleinerer Geräte sollte man allerdings vermeiden. Auch die Steckdose in der Garage würden wir nach dem Schwelbrand nicht mehr benutzen.

Die Wasserversorgung im Haus beruht auf einem Unterputz-Gardena-System mit einer Vielzahl von Anschlussmöglichkeiten. Es gibt eine kleine Undichtigkeit in der Küche, hier muss man etwas aufpassen, weil der Fußboden aus Gipskarton ist und Feuchtigkeit nicht gut verträgt. Zur Warmwassergewinnung befindet sich ein 50m-Gartenschlauch auf dem Dach, der dort schleifenförmig auf der Südseite verlegt ist.

Apropos Dach: Die Dacheindeckung mit OSB-Platten hat sich im Nachhinein nicht als komplett regenresistent erwiesen. Erfahrene Bastler können hier jedoch problemlos mit Folie und Tacker Abhilfe schaffen. Die Stellen, auf die man dort wegen Einbruchgefahr nicht treten sollte, haben wir mit „X“ markiert. Jedenfalls die meisten.

Das Haus ist leider nur teilfundamentiert, sprich das Fundament hat sich im Laufe der Zeit geteilt und daher gibt es in einigen Außenwänden etwa handbreite Risse. Da diese Risse immer etwas in Bewegung sind, müsste etwa alle ein bis zwei Jahre im Wohnzimmer, Flur und Schlafzimmer neu tapeziert werden. Dann sieht man sie auch nicht mehr.

Die Zimmerbeleuchtung erfolgt wegen der überall anliegenden erhöhten Spannung mit Metalldampflampen, die man von Flutlichtanlagen kennt. Die brauchen zwar etwa zehn Minuten, bis sie ihre vollständige Helligkeit erreicht haben, sind dann aber stark wie ein Leuchtturm.

Geheizt wird das Haus mit Fernwärme, sprich die Wärme ist fern, also irgendwo anders, nur eben nicht hier. Gute Erfahrungen haben wir gemacht mit Backofenklappe-auflassen und Toaster-im-Dauerbetrieb sowie mit dem Verbrennen förmlicher Schreiben des örtlichen Bauamtes.

Durch eine Fehlbestellung haben sämtliche Fenster die Griffe außen. Aber man gewöhnt sich daran. Als Dachfenster sind ebenfalls normale Fenster verbaut, allerdings mit Griff innen. Der Flügel wird dann einfach geöffnet und auf die Dachfläche gekippt. Auf der Südseite gibt es ein Panorama-Fenster. Also, im Grunde ist es eine Tür. Ja, es ist eine Tür.

Das Haus verfügt über einen Wellnessbereich mit Pool. Dieser befindet sich im Keller, in dem zuverlässig ein Grundwasserspiegel von etwa 1,70m steht. Hier kann man täglich seine Bahnen ziehen und auch die Wasserratten, die gelegentlich auftauchen, sind eigentlich possierliche Tierchen, die selten beißen. Sie verstehen sich auch gut mit der Marderfamilie in der Zwischendecke.

Als Preis haben wir uns 450.000 € Euro vorgestellt, selbstverständlich provisionsfrei. Das Haus könnte nach Unterzeichnung des Kaufvertrages innerhalb von zwei bis drei Wochen freigestellt werden. Wir bauen uns nämlich ein neues, direkt nebenan!

 

Der Esstisch

Unser nächstes Projekt im trauten Heim wird aller Voraussicht nach ein neues Ess-Ensemble. Der Esstisch ist schon etwas in die Jahre gekommen, und sobald sich mehr als sechs Leute daran einfinden, müssen wir ihn mit obskuren Beistell-Konstruktionen erweitern. Außerdem hat er eine große braune Brandspur, und das kam so: Zur schwägerlichen Hochzeit gestaltete ich ein Frühstücksbrett/Schneidbrett mit eingebrannter Widmung. Damit der Lötkolben nicht den Tisch beeinträchtigt, legte ich ein Glas darunter. Kann ich an dieser Stelle also mal ausdrücklich nicht empfehlen, denn das Glas leitet die Hitze akkurat an das darunterliegende Material weiter. Und so kam es, dass das Hochzeitsgeschenk quasi den Esstisch zerstörte. Das Brett selber hielt dann übrigens nicht mal eine Woche, weil es „versehentlich“ in die Spülmaschine getan wurde 😉

Ein Blick ins Möbelhaus verriet: Ein Esstisch in der gewünschten Größe (Acht Personen sollten schon dran gehen) ist relativ kostspielig. Daher entspann sich die Idee, einen solchen selber zu bauen. Man könnte doch da mit etwas Stahlbeton…?

Eine hübsche Anleitung zur Inspiration fand ich auf selbermachen.de. Ein Esstisch der Größe 80×220 cm liegt da bei Materialkosten von rund 220 Euro. Die großen Tischplatten gibt es natürlich auch am Stück zu kaufen, in diesem Fall jedoch besteht die Tischplatte aus vier parallel gesäumten Holzbohlen aus Kiefer. Diese werden verdübelt und verleimt und dann geschliffen und mehrfach lackiert, so dass es am Ende wohl tatsächlich annähernd wie eine Platte aussieht. Cool wären sicher auch alte Holzbohlen; vielleicht doch nochmal im Antik-Baustoffhandel vorbei schauen?

Ob ich das genau so nachbauen werde, weiß ich noch nicht, aber Lust, sowas selbst zu machen, hätte ich ja schon. Vielleicht könnte ich dann auch meine Oberfräse und die Dübelfräse mal wieder in Aktion bringen, die ehrlich gesagt seit dem Fensterladenprojekt vor zwei Jahren ihr Dasein im Keller fristen.

Etwas merkwürdig an der Anleitung finde ich, dass nirgendwo Leim genutzt wird, sondern alles mit Konstruktionskleber, teils plus Schrauben, verbunden wird. Beispielsweise werden die vier Holzbohlen für die Tischplatte gedübelt und dann mit Konstruktionskleber verbunden. Vom Gefühl her hätte ich hier jetzt eher Bauschaum Leim genommen? Liebe Leser, gerne dazu Eure Meinung in die Kommentare. Ich werde jetzt nochmal etwas drüber schlafen, und wenn ich einen neuen Esstisch habe, lade ich Euch natürlich alle zum Mettigel-Essen ein. Mahlzeit!

 

Schaufenster

Nachdem das große Fassadenprojekt und auch die großen Ostereiersuchen nun abgeschlossen sind, kehrt wieder etwas Ruhe ein und man kann sich zurücklehnen und beispielsweise mal wieder schauen, was es Neues in der bunten Produktwelt des Heim- und Handwerks gibt.

Mächtig aufgestockt in Sachen Werkzeug hat die Firma Trotec, die ich bisher nur von meinem Feuchtigkeitsmesser kannte. Neben Akkuschraubern, Bohrhämmern, Kompressoren usw. gibt es auch eine hübsche Auswahl an günstigen und zuverlässigen Winkelschleifern mit vielen Erklärungen und Tips zur passenden Produktwahl. Eine Seite, die es sich lohnt, mal durchzustöbern.

Festool hat auf der HOLZ HANDWERK-Messe in Nürnberg seine neue Akku-Dämmstoffsäge vorgestellt. Seht Euch ruhig mal das Video dazu an – das Teil ist wirklich beeindruckend. Die Schnitte sind deutlich schneller und auch staubärmer als beim üblichen Messer. Preislich lohnt es sich mit knapp 500 Euro UVP wohl aber nur für den, der täglich viel Dämmstoff schneidet.

Rigips bietet eine ganz fabelhafte Zusammenstellung von animierten Anwendungsvideos, unter anderem für die Themen Träger- und Stützenbekleidung, freitragende Decken, Innendämmung usw. Die Filme sind gut gemacht und erklären einige Dinge leicht verständlich und weniger trocken als in den dicken Montagerichtlinien…:)

Bosch Professional hat einen neuen Linienlaser im Programm. Das Gerät projiziert gleichzeitig drei 360°-Linien, ist dank grüner Laserfarbe sehr gut sichtbar und kann sogar per Bluetooth mit der dazugehörigen App verbunden werden, was eine kontaktlose Justierung möglich macht. Macht bestimmt Spaß, der Gerät!

Hilti hat eine mit der CFS-CC eine Brandschutzmanschette im Programm, die auch bei schon vorhandenen Kabeldurchführungen und auch bei Wandverlegung oder in Ecken nachträglich aufgesetzt werden kann. So steht der F90-Wand auch bei Durchführungen nichts mehr im Wege. Auch hier gibt es eine Reihe von Youtube-Videos, die die verschiedenen Manschetten und Brandschutz-Bausteine schön veranschaulichen.

Also, liebe Leser, nun habt ihr erstmal ein paar Surf-Anregungen für den Sonntag. Viel Spaß beim Stöbern und bis nächste Woche!

 

 

 

Die dannwollenwirmal-Oster-Basteltipps

Männer sind ja angeblich dafür bekannt, Geschenke und andere Erfreulichkeiten von langer Hand zu planen und langfristig umzusetzen. Langfristig bedeutet hier in der Regel ein bis zwei Stunden vor dem zu erwartenden Ereignis. Man denke da nur an Heiligabend, da finden sich kurz vor Ladenschluss noch ganz famose Präsente für die Lieben. Und so ist es auch Ostern. Und der Heimwerker wäre ja nicht der Heimwerker, wenn er seine Familienmitglieder nicht mit Selbstgebasteltem beglücken würde. Und da ist Ostersonntag um 8, also wenn dieser Blog erscheint, mehr als früh genug für unsere kleinen Basteltipps. Viel Spaß beim Nachbauen!

Ostereier

Material: Bauschaum, Raspel, Sprühlack

Anleitung: Mit Bauschaum kleine Häufchen formen. Nach Trocknung mit der Raspel eiförmig raspeln und mit Sprühlack bunt anmalen.

Osternest

Material: Ausdehnungsgefäß für Heizungen, Flex, Glaswolle

Anleitung: Das Ausdehnungsgefäß durchflexen und umdrehen. Die Glaswolle liebevoll darin anrichten. Dekorationsvorschlag: Die Ostereier aus Anleitung 1.

Osterhase

Material: Rigipsplatte, Messer

Anleitung: Aus der Rigipsplatte einen Osterhasen ausschneiden.

Osterlämmchen

Material: Bauschaum, Sprühlack

Anleitung: Aus Bauschaum ein Lämmchen formen. Nach Trocknung mit Sprühlack weiß ansprühen.

…und hier noch das dannwollenwirmal-Extra als kleiner Gaumenschmaus:

Oster-Buffet

Material: Grill, Fleisch

Anleitung: Fleisch grillen. Mahlzeit!

 

Ich freue mich schon auf Eure Fotos von den Bastelarbeiten und auf die Berichte, wie sie bei den Kindern angekommen sind. Achja, bitte darauf achten, dass der Sprühlack und der Bauschaum richtig trocken sind. Wir hatten vor einigen Jahren ein unschönes Erlebnis, weil die Kleinen ja alles in den Mund stecken.

Allen Lesern ein schönes Osterfest 🙂

 

 

 

Wer schreibt, der bleibt

Tadaaa, fertig ist unser großes Fassaden- und Schriftzug-Projekt. Letzte Woche habe ich über die Malerarbeiten berichtet, nun folgt der zweite Teil über den Schriftzug. Für alle Nachbauer: hier geht’s zum ersten Teil. Für den eigenen Firmennamen sollte man sich nur vielleicht andere Buchstaben aussuchen. Oder man vertauscht die Reihenfolge, das kann bestimmt auch lustig werden. Da haben wir uns auch schon die feinsten Sachen ausgemalt…

Die Buchstaben wurden also nun fertig ausgefräst, lackiert und mit LED-Stripes bestückt, nun ging es darum, sie gerade an die Wand zu bekommen. Diese Tätigkeit wiederum überließ ich Tausendsassa C., der bei eisigen Schneestürmen die Lettern im Hubarbeitsbühnenkorb balancierte. Ich war eher im Innenbereich tätig und habe die Verkabelung gemacht. Wahrscheinlich wäre mir aber auch kein so ausgefuxtes Montagesystem eingefallen und das Ergebnis nicht so perfekt geworden, sondern eher etwas schief und dann notdürftig mit Bauschaum korrigiert, oder so.


Das Kern-Element: Fassaden-Abstandhalter (Distanzhalter „Easyfix“)

Hier im Bild sieht man das Kernelement einer solchen Fassadenbefestigung. Das linke, kleinere Stück wird an den Buchstaben geschraubt, das größere an die Wand, dann wird das Ganze einfach ineinandergesteckt und kann durch Ziehen auch wieder gelöst werden. Die meisten dieser Distanzhalter sind allerdings zum Kleben für Acrylbuchstaben, zum Schrauben gibt es sie nur selten. Ich habe sie dann gefunden im Shop der Firma Struchtrup. Und das war wirklich ein Zufall: Manchmal googelt man ja irgendwelchen Blödsinn. Und so fiel mir ein, dass es ja in der alten Radio-Comedy Stenkelfeld den fiktiven Ort Struchtrup gibt. Hmm, ob’s wohl wirklich so einen Ort gibt, dachte ich mir, googelte, und landete bei der Firma, die genau das Produkt hatte, das ich schon seit Tagen suchte. Das kann doch kein Zufall sein! Da sind doch irgendwelche magischen Kräfte im Spiel!

Die Herausforderung ist nun weniger die Montage der Distanzhalter, sondern vielmehr die richtige Position. Wenn man die Leuchtschrift für 14.000€ bestellt, bekommt man eine 1:1 Bohrschablone dazu. Die hatten wir jetzt nicht. Die Vorgehensweise war nun also die Folgende: Per CAD wird zunächst eine Montagezeichnung ausgedruckt, die die Abstände der einzelnen Lettern zueinander enthält. Die Unterseite des Schriftzuges wird dann auf der Wand mit einer Schlagschnur markiert und an diese Stelle eine gerade Holzlatte geschraubt. Dann hat man schon mal einen unteren Anschlag und die Unterkante wird in jedem Fall gerade.


Montage des Schriftzuges mit Hilfslatte und Schnee

Der erste Buchstabe wird nun auf die Hilfslatte gestellt und der Umriss per Bleistift umrissen. Die großen Teile der Distanzhalter werden nun innerhalb dieses Umrisses an die Wand geschraubt, möglichst so, dass sie nicht auf der LED-Beleuchtung landen. In jeden Distanzhalter wird nun ein Markierungsbolzen gesteckt, es kann aber auch die abgeschnittene Spitze einer dicken Holzschraube o.ä. sein. Eben etwas, das vorne Spitz ist und gut in den Distanzhalter passt. Der Buchstabe wird nun wieder auf dem Umriss angesetzt und bekommt mit einem Gummihammer an jedem Halter einen Schlag. Die Spitzen der Bolzen drücken sich ins Holz und markieren genau die Stellen, an die die Gegenstücke montiert werden müssen. Diese werden dann an den Buchstaben geschraubt (Linsenkopfschrauben!), und schon können die Abstandhalter ineinander gesetzt werden. Meine Hochachtung – darauf wäre ich nicht gekommen. Es kann sein, dass der werte Erfinder sich diese Montageweise patentieren lassen will, dann muss ich diesen Absatz natürlich löschen und alle Leser einer kleinen Gehirnwäsche unterziehen. Aber das sollte ja kein Problem sein.

Die Leitungen für die Beleuchtung wurden dann ins Gebäudeinnere geführt und als parallele Schaltung an einen LED-Trafo mit 12V und 10A angeschlossen. Damit es nicht am Tag und auch nicht die ganze Nacht leuchtet, habe ich eine Zeitschaltuhr und einen Dämmerungssensor hintereinander geschaltet. An der Zeitschaltuhr stellt man dann die allgemeine Schaltzeit ein (z.B. 16:00-23:00 und 5:00-9:00), und innerhalb dieser Zeit wird dann nur freigeschaltet, wenn es auch gleichzeitig dunkel ist.


Probeleuchten

Hier sieht man das erste Probeleuchten als Bild aus dem Auto. Auch der zweite Teil des Schriftzuges funktionierte prächtig (bis auf einen Buchstaben, den ich versehentlich verpolt hatte), war allerdings etwas heller, weil es hier bei gleichem Trafo weniger LED-Meter zu befeuern gab. Man kann aber die Ausgangsspannung +/- 2 Volt einstellen und so konnte ich die beiden Schriftzüge einigermaßen angleichen. Hier habe ich noch ein Bild als Gesamtansicht, das Ganze bei Dunkelheit fotografiere ich dann mal nächste Woche. Oder, besser: Wir machen den traditionellen dannwollenwirmal-vorher-nachher-Vergleich:


vorher


nachher

Ich denke, das kann sich sehen lassen. Vielen Dank an die tapferen Mitstreiter! Cheers!

 

 

Glasmalerei

Diese Woche machen wir da weiter, wo wir letzte Woche aufgehört haben – nach dem Vorbereiten des Schriftzuges ging es nämlich nun erstmal an die Malerarbeiten.

Dabei handelt es sich um fünf „Lichtkuppeln“ und zwei Fensterreihen, teilweise Glas, teilweise verzinkte Bleche. Sicherlich wäre ich eigentlich nicht darauf gekommen, Fensterglas überzustreichen, das klingt ja erstmal nach klassischem Pfusch. In diesem Fall jedoch waren die Fensterreihen schon gestrichen, allerdings in rosa-beige-hellbraun-oderso, und auch schon vor geschätzt 30 Jahren, war also alles nicht mehr so schön. Dazwischen dann noch die Zinkbleche, diese sollten auch den selben Farbton haben, nämlich alles anthrazit-grau.

Für den Beschichtungsaufbau habe ich mich über den Malergroßhandel Beratung direkt vom Farbenhersteller geholt. Zunächst sollte per Hochdruckreiniger die Kreidung entfernt werden, außerdem alle losen, nicht tragfähigen Teile. Dann werden die Zinkflächen mit einem Universalreiniger gereinigt und mit Haftprimer grundiert. Gibt es Roststellen an den Metallrahmen der Fenster (und, ja, die gibt es), wird der lose Rost mechanisch entfernt und Rostschutzgrund gestrichen. Ist das alles geschafft, folgt der Endanstrich, die Farbe hier ist Capamix Amphibolin.


Hoch hinaus

Und dann ging es am Montag los: Pünktlich wurde uns eine Teleskop-Arbeitsbühne zur Verfügung gestellt, ich bin (natürlich mit entsprechender Absturzsicherung) aufs Dach gegangen und habe, ich schätze zum ersten mal seit den späten 60ern, die Lichtkuppeln gereinigt und für den Anstrich vorbereitet. Die Kollegen haben an den Fensterreihen gekärchert.


Rostschutzgrund

Am nächsten Tag wurde die Drahtbürste geschwungen und Rostschutzgrund, hier im Bild hellgrau zu sehen, gepinselt. Die Zinkbleche wurden mit Haftprimer behandelt, außerdem zwei Fensterscheiben, die dahinter zugemauert sind. Also auch auf Glas hält der Endanstrich mit entsprechender Vorbehandlung.


Airless-Gerät

Für den Schlussanstrich haben wir wieder eine Airless-Maschine benutzt. Diese wurde mir freundlicherweise vom Airless-Discounter zur Verfügung gestellt. Dieses mal gab es eine Farbmaxx M10. Auf den Seiten von Airless-Discounter gibt es eine große Wissenssammlung und diverse Videos, die die Bedienung der Geräte veranschaulichen. Die Maschine kam blitzsauber bei uns an, das ist zwar eigentlich schön, weckt aber hoffentlich nicht zu hohe Erwartungshaltungen an unsere Reinigung 😉

Bei dem Gerät hatte ich dieses mal nicht so viel Glück, also einige Startschwierigkeiten und auch Zwischendurch mal Probleme, allerdings hatte Airless-Discounter immer ein offenes Ohr und wir konnten alles am Telefon Schritt-für-Schritt und sehr kompetent lösen. Ein Service, von dem andere sich eine Scheibe abschneiden können!

Für die relativ dicke Fassadenfarbe habe ich eine relativ feine (17) Düse benutzt. Wenn die Düse zu groß ist, und das hatten wir am Anfang, kommt die Maschine bei der Fördermenge nicht hinterher und der Druck fällt zu schnell wieder ab. Infos über die nötigen Düsen und den richtigen Arbeitsdruck findet man übrigens in den Datenblättern der Farbe. Hier ist allerdings immer ein Bereich angegeben, in dem man dann etwas experimentieren kann.


Es wird!

 

Im Bild oben kann man schon einen Eindruck gewinnen; die Dachkuppeln und die obere Fensterreihe ist schon neu gestrichen. Im unteren Bereich sieht man die mit Haftprimer (weiß) vorbehandelten Zinkflächen. Die Fläche mit den kleinen Fenstern ist Aluminium, das erfordert auch wieder eine andere Behandlung (Abwaschen mit Nitro, Anschleifen, Haftprimer, Acryl-Lack).

Die Airless-Arbeiten konnten wir diese Woche abschließen, die Aluflächen habe ich wegen des Wintereinbruchs nicht ganz geschafft. Da muss ich nun erst wieder auf Temperaturen über 5°C warten. In der zweiten Wochenhälfte wurde dann der Schriftzug installiert, und Teufelskerl C. trotzte mit mehreren Schichten Kleidung den sibirischen Schneestürmen. Doch dazu nächste Woche mehr. Heureka!

Industrial Art

Große Projekte stehen vor der Tür, und was kann es denn schöneres geben, liebste Leser, als das hier gemeinsam im Blog zu stemmen? Gib mal den Mottek, Günni, pass auf, die Wand kommt!

Worum es geht? Wie bereits hier berichtet, sind wir mit der Hauptberufs-Firma im vergangenen Jahr in eine andere Halle gezogen und haben dort im Innenbereich bereits einigen umgebaut, renoviert und zurechtgepinselt. Und nun, da es draußen allmählich wärmer wird, kommt noch die Außenfassade dran.

Bei dem Gebäude handelt es sich um eine alte Industriehalle, und das Ziel ist, den alten Industrie- und Backsteincharme zu erhalten und aufzuhübschen, aber eben nicht, das Ganze zu verkleiden und auf modern zu trimmen. Diese Projekt ist zweigeteilt: Einmal geht es um Malerarbeiten, davon erzähle ich dann nächste Woche was, und die andere Hälfte ist ein Firmen-Schriftzug. Denn alte Hallen brauchen einen großen Schriftzug! Nichts verspieltes, schnörkeliges und geschwungenes, sondern dicke, große BUCHSTABEN. Und wenn die nachts noch leuchten, ist es perfekt.

Mir schwebte sodann ein Schriftzug mit etwa 1m Höhe vor, in zwei Teilen wäre der 17 und 12 Meter breit, so ungefähr jedenfalls. Es gibt Firmen, die sowas herstellen, nämlich Leuchtbuchstaben aus Acryl, und das ganze Ding kostet da die Kleinigkeit von 14.778,61 €. Ohne Montage, versteht sich. Da diese Summe das Budget geringfügig überschritten hätte, lautet Plan B: selber machen.

Man kann tatsächlich auch Acryl-Leuchtbuchstaben selber machen, da gibt es eine Reihe von Biege- und Schneidewerkzeugen im Handel, es ist allerdings mit viel Aufwand verbunden und ich denke, die ersten zehn Buchstaben sehen völlig Kacke aus, bevor man da was Brauchbares produziert. Werkzeuge und Material sind außerdem auch nicht ganz günstig.

Die Lösung für selbstgebaute Schriftzüge ist also, Buchstaben mit Hinterleuchtung zu bauen. Als Material habe ich, vor allem wegen der leichten Bearbeitbarkeit und Montage, Holz gewählt. In diesem Fall Sperrholz WISA SPRUCE BFU 100. Im Außenbereich würde man eigentlich eher Siebdruckplatte nehmen, aber wegen der glatten Oberfläche hatte ich Angst, dass der Lack nicht so gut haftet und außerdem ist diese Variante deutlich günstiger. Die Verleimung ist wasserfest, außerdem werden die Schnittkanten mit Hirnholzversiegelung behandelt und die Buchstaben dann noch doppelt lackiert (Auch, damit man am Besten gar nicht sieht, dass es sich um Holz handelt).


Holz holen!

Wie bekommt man nun aber die Buchstaben aus den Platten gesägt? Ich hatte hier schon gedankliche Experimente mit Overheadprojektor und Stichsäge, heutzutage geht das aber viel einfacher: Man sucht sich eine Firma, die CNC-Fräsungen anbietet. Man braucht dafür ein CAD-Programm, setzt den Schriftzug in der Originalgröße und wandelt dann die Schriftart in Kurven um; das Ganze wird als dxf-Datei exportiert und die CNC-Firma kann das dann einfach einlesen. Und schwuppdiwupp, einen Tag später hatte ich eine Palette Buchstabensuppe:


Gefräste Buchstaben

Beim Fräsen von Sperrholz werden die Kanten manchmal etwas fransig, glücklicherweise hatte ich einen erfahrenen Holzwurm zur Hand, der den Vorschlag machte, alle Kanten mit einem kleinen Aufsatz für die Oberfräse zu behandeln. Durch das Brechen der Kanten haftet auch der Lack besser.


Oberfräse

Das ging wirklich schnell und die Kanten sind sehr schön geworden. Wer keine Oberfräse hat: So teuer sind die gar nicht (z.B. hier: toom-baumarkt.de), oder man leiht sich eine.


Fertige Kanten

Damit die Schnittkanten möglichst lange Feuchtigkeits-resistent sind, habe ich sie mit Hirnholzversiegelung eingepinselt.


Hirnholzversiegelung für die Schnittkanten

Lackiert wurde wieder mit der Sprühpistole. Dazu habe ich in jeden Buchstaben eine kleine Schrauböse eingedreht und die ganze Schrift dann zum Lackieren aufgehängt:


Lackierstraße

Aufhängen ist wirklich das cleverste beim Lackieren, bevor man lange mit irgendwelchen Hilfsmittelchen rumdoktert (Man kann ja auch Nägelchen in eine Seite schlagen und das Ganze dann nach dem Lackieren umdrehen und auf die Nägel stellen); so erreicht man alle Seiten gut und kann bequem arbeiten.


Zweireihig

Irgendwann wurde der Platz knapp und ich habe dann in zwei Reihen untereinander aufgehängt. Und dann, Schutzmaske auf und los geht die Lackiererei:


Es wird schwarz

Im Logo sind alle Buchstaben schwarz, nur ein „&“ ist dabei, welches blau ist – das habe ich dann gerollt. Nach einer Nacht Trocknung kam dann die zweite Lackschicht obendrauf.

Nun ging es an die Beleuchtung. Hierfür habe ich LED-Stripes benutzt, die auf die Buchstaben-Rückseite montiert wurden. Der Schriftzug wird dann mit Abstandhaltern an die Wand montiert, so dass er knapp 30mm von der Wand absteht. Und dieser Abstand ist dann hinterleuchtet.


LED-Stripes

Bei den Stripes sollte man darauf achten, dass sie für den Außenbereich geeignet sind. Zur Befestigung gibt es spezielle Clips, die verschraubt werden. Nagelschellen gehen zur Not aber auch. Die Streifen sind auch selbstklebend, das hält aber nicht so besonders, wäre mir also ohne die zusätzlichen Clips zu unsicher.

Die Streifen können alle 10cm geschnitten werden; an diesen Schnittmarken hat man dann zwei Lötpunkte, an die man die Zuleitung anlöten kann. Die Ansteuerung erfolgt einfach über einen LED-Trafo mit 12 Volt. Sämtliche Lötverbindungen werden mit Silikon versiegelt, damit das Ganze auch wasserfest bleibt.


Lichtprobe

Hier sieht man mal eine Beleuchtungsprobe – ist doch schick, gell? Ach, und etwas günstiger als die „Profi“-Variante ist es auch, nämlich unter 1000,-€ Materialkosten für den gesamten Schriftzug.

Nächste Woche geht es dann an die Montage. Wir haben dann eine Teleskop-Arbeitsbühne zur Verfügung, allerdings auch einen engen Zeitplan (Vorarbeiten, Malerarbeiten und Montage des Schriftzuges). Also, bitte Daumen drücken, dass das Wetter einigermaßen mitspielt! Ich bin selber gespannt, wie das Alles so wird. Nächsten Sonntag wissen wir mehr. Also, bis dann!

 

 

Sport für Heimwerker

Gerade in der winterlichen Jahreszeit neigt der Heimwerker dazu, sein natürliches Bewegungshabitat wie Werkstatt, Garage oder Garten wegen teils arktischer Temperaturen zu meiden und findet sich vorwiegend im Couchmöbel wieder. Schon hat man den Salat: Die Gattin ist genervt, und der Heimwerker setzt an. Also an Gewicht. Wenig Bewegung, kaum Aktivitäten, und bevor man nun versehentlich noch die Ernährung umstellt und das Mettbrötchen gegen einen Pastinakensmoothie tauscht, sollte man sich eventuell doch überlegen, ob Sport hier nicht eine Lösung sein kann. Damit es nicht in zu großer Anstrengung ausartet und auch noch genügend Spaß dabei bleibt, habe ich ein paar schöne Aktivitäten für Euch zusammengestellt.

– Bowling

Der große Vorteil von Bowling ist, dass man zwar eine gewisse Sportlichkeit vorgaukeln kann, man die Tätigkeit, je nach Gruppengröße, dann aber doch wieder vorwiegend mit Sitzen und Biertrinken verbringt. Wie praktisch! Ich empfehle das Spiel mit einer Gruppenstärke von etwa 20 Mann und nur einer Bahn, dann ist man ungefähr zwei mal in der Stunde dran, man muss sich also nicht so auspowern. Das Equipment kann mit wenigen Handgriffen individuell auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. So kann man eine Bowlingkugel mit einem handelsüblichen Forstnerbohrer bearbeiten, wenn die Löcher für die Wurstfinger zu klein sind. Bleibt der sportliche Erfolgt aus, ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Bahn schief. Mit einem Exzenterschleifer kann man hier nachbessern. Anschließend versiegeln nicht vergessen!

– Wandern

Wandern in der Natur ist immer gut! Es macht das Herz weit und die Lunge frei. Für interessierte habe ich ein paar Wanderstrecken in meiner Gegend zusammengestellt, die ihr bei mir gegen eine Schutzgebühr von zwei Sack Zement bestellen könnt:
„Die schönsten Baumärkte Ostwestfalens als Tagestour“
„Natur pur – Sägewerke an der Bundesstraße 482“
„Die Perlenschnur der Baustoffhändler – 280 km durch die norddeutsche Tiefebene (davon 278 km mit Auto)“
„Auf den Spuren deutscher Dichter – Wanderung zur Silikonherstellung bei Meier in Kruchtrup“

– Minigolf

Ähnlich wie beim Bowling kann man es sich hier auch gemütlich machen und, wenn man es geschickt anstellt, die meiste Zeit untätig in der Gegend herumstehen. Kommt man dann doch mal zum Zuge und die Bahn ist zu trickreich, kann man sie mit einfachen Werkzeugen wie Bohrhammer oder Betonfräse in wenigen Hangriffen gefügig und leicht spielbar machen. Anstatt mit einem Schläger spiele ich persönlich ohnehin seit Jahren mit einem Laubbläser. Man kann den Ball einfach in jede gewünschte Richtung pusten und erspart sich das mühevolle und lächerliche Hantieren mit Schlageisen. Für ausreichende Leistung empfehle ich hier ein Modell mit kräftigem Verbrennermotor, dann haben auch alle was davon. Gut Schuss!

– Kampfsport

Ein dynamischer und actionreicher Sport, der viele praktische Seiten hat. Verfügt man nicht über ein Trainingsstudio, kann man Alltagssituationen zu Übung nutzen:
– Kampf um das letzte Paket Fliesen im Baumarkt
– Kampf mit der Frau um das neue Werkzeugschnöppchen („Doch, das brauchen wir!“)
– Kampf mit Billigwerkzeug und Baumarktholz
und, und, und. Man sieht: der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt!

– Heimwerker-Zehnkampf

Durchaus ambitioniert und nicht für Einsteiger geeignet ist der Heimwerker-Zehnkampf, bestehend aus den Disziplinen:

  • Extremtapezieren
  • Verkäufer fangen im Baumarkt
  • 100m Fundament ausheben
  • Aufsitzmäher-Rennen
  • Zementsack-Staffellauf
  • Heizkörper-Weitwurf
  • Leistungs-Laminatlegen
  • Wand umwemmsen
  • Bauschaum am Geschmack erkennen
  • Silikon-Wettpfuschen

Anmeldungen zum Turnier der deutschen Meisterschaft nehme ich ebenfalls gerne entgegen.

 

Na, wenn das nicht schon mal ein paar tolle Anregungen sind! Auf geht’s, liebe Heimwerkerfreunde! Bewegung ist angesagt!

Ich persönlich bin jetzt allerdings schon vom Aufschreiben ganz aus der Puste, werde also dieses mal nicht mitmachen. Aber ich feuere Euch an! Hey! Hey! Hey!

 

Ausgeschaltet

Heute melde ich mich nur kurz, liebste Leser, denn seit gestern hat es mich dahingerafft. Mit Männergrippe ist nicht zu spaßen! Selbst Fieber ist dabei! Da werde ich wohl den heutigen Tag mal im Bett verbringen. Aber wenigstens ein Lebenszeichen wollte ich Euch geben.

Die üblichen Bauarbeiten, die ich sonst immer Sonntags mache, habe ich schon der Familie aufgetragen. Töchterchen macht das schon ganz gut mit dem Bohrhammer!

Herzlichen Dank an die Leser J. und B., die die Frage von letzter Woche nach dem perfekten Fliesensockel-Wandanschluss aufgeklärt haben. Nachdem also die Sockelfliesen normal mit Fliesenkleber angebracht wurden, klebt man auf dem Sockel mit Malerkrepp ab (und an der Wand, es sei denn, man streicht hier sowieso neu) und zieht eine hübsche Acrylfuge. Entweder weiß zu weißer Wand oder sonst die Füge zusammen mit der Wand streichen. Und wenn man dann noch gekörntes Acryl nimmt, sieht es aus wie abgeputzt. Habe ich alles richtig wiedergegeben? Danke Euch, wieder was dazu gelernt!

So, nun muss ich auch wieder aufhören für heute. Meine Frau hat irgend ein Problem mit der Flex; ich habe ihr ein paar Schlitze für zusätzliche Steckdosen aufgetragen. Kann doch nicht so schwer sein! Wenn man nicht ALLES selber macht!

Bis nächste Woche!

Saunieren statt Sanieren

Man kann ja nun nicht immer nur werken, klöppeln, sägen und schäumen, ab und zu darf man auch mal ein paar Tage entspannen und so ergab es sich, dass es mich nebst der holden Gemahlin am vergangenen Wochenende in den Harz, genauer gesagt, ins schöne Blankenburg, verschlug. Wir schenkten uns diesen Kurzurlaub als MyDays-Erlebnis, das ist ein Erlebnisgutschein, bei dem man sich dann alle möglichen Dinge wie Bungee-Jumping, Kanutour Kletterabenteuer aussuchen kann. Meine favorisierte Urlaubsform besteht allerdings darin, das Hotelzimmer allenfalls zum Feueralarm zu verlassen und mich ansonsten möglichst wenig zu bewegen. So verschlug es uns ins Schlosshotel Blankenburg, und wie es die treuen Leser dieses Blogs von mir kennen, wird natürlich jegliche Urlaubsunterkunft baulich und handwerklich genauestens analysiert.


Schlosshotel Blankenburg

Vorweg: Das Hotel ist tatsächlich der Hammer und ich kann es an dieser Stelle uneingeschränkt empfehlen. Strenggenommen ist es gar nicht in einem Schloss, sondern in einer ehemaligen Kaserne, Baujahr um 1870, untergebracht. Wenn man das nicht weiß, denkt man aber tatsächlich an ein Schloss, auch von Außen geht es durchaus als solches durch.


Foyer

Bereits im Foyer erwartet einen der erste architektonische Kniff: Hinter der Rezeption erhebt sich eine Balustrade mit zwei Treppenzugängen, und das Restaurant liegt damit etwa 1,50m höher als der Rest des Erdgeschosses. Ob das nun schon historisch so war, entzieht sich meiner Kenntnis, ich denke aber, das ist nachträglich gemacht worden und es verleiht dem Ganzen eine geschickte Aufteilung. Auch eine Inspiration für Wohnungsaufteilungen: Einfach mal verschiedene Ebenen durch unterschiedliche Höhen schaffen. Geht allerdings nur bei hohen Decken.


Alt und neu

Sowieso ist das Hotel architektonisch und baulich beeindruckend renoviert worden. Die alten Sandsteinsäulen und Ziegelwände wurden mit Fingerspitzengefühl mit modernen Elementen verknüpft.


Historische Treppe

Ein Beispiel ist diese Treppe, perfekt integriert in den modernen Fliesenbelag. Man mag sich vorstellen, wie die Regimente damals die Stufen hoch liefen! Nun geht es hier etwas beschaulicher zu.


Fliesen-Idee

Im Bad habe ich noch diese Fliesen-Idee festgehalten: Anstatt den „üblichen“ senkrechten Streifen über Band und WC, bestehend aus Mosaik oder anderen Fliesen, wurde hier die Wandfliese beibehalten und nur das Format geändert. So hat man eine dezente Auflockerung des Verlegemusters, die erst auf den zweiten Blick auffällt.


Perfekter Übergang Wand-Fliesensockel

Immer wieder bewundernswert, und auch ein Indiz dafür, dass hier fachlich sauber gearbeitet wurde, ist dieser schöne Übergang zwischen Wand und Fliesensockel. Ich kriege das nie so gut hin (würde es aber gern)… Womit ist der Sockel hinterfüttert? Nur Fliesenkleber kann es nicht sein, dann hätte man nicht so eine saubere Kante. Ist da eine extra Fuge (Aryl?) gezogen worden? Wer weiß das? Bitte in die Kommentare!


Sockel für Heizungsrohre

Einfach, aber effizient gestaltet sich die hier Lösung für das Dauerthema „Sockelleisten für Heizungsrohre“: Eine Verkleidung aus weißem Kunststoff. Vielleicht war Unterputz hier zu teuer, zu aufwändig oder kollidierte mit dem Denkmalschutz? Die Außenwände sind nämlich noch „die alten“, was man an der unregelmäßigen Putzstruktur sieht. Das macht aber auch den Charme aus.


Fensterlaibung

Das sieht man auch hier: Die Fensterlaibungen wurden, wie der Rest der Außenwände, historisch so belassen. Typisch für die Bauzeit auch die unterbrochene Laibungskante, die dann im unteren Bereich abgerundet wird. An der Außenseite der Fenster sieht man dann noch einen Teil der schmucken Sandsteinfassade.


Kappendecke

Auf dem oberen Flut ist mir dann noch diese hübsche Kappendecke begegnet. Bei dieser Deckenform (die wir übrigens auch bei uns im Keller haben) sind regelmäßige Stahlträger eingesetzt, dazwischen sind Gewölbe aus Ziegelsteinen gemauert. So erreichte man relativ große Spannweiten ohne zusätzliche Stützen und bei flacher Bauhöhe.

Neben den ganzen baulichen Augenweiden ist auch die kulinarische Seite zu empfehlen: Sowohl Frühstück als auch Abendessen im Restaurant waren vorzüglich, das Personal nett und wer dann doch mal das Zimmer verlassen möchte, für den bietet sich (neben dem hauseigenen Wellness-Bereich) ein Ausflug ins nahegelegene Thale an. Dort gibt es eine tolle Therme mit großzügigem Saunabereich und eine Vielzahl von Attraktionen wie das DDR-Museum oder eine Fahrt mit der Gondelseilbahn zu Hexentanzplatz. Auch das haben wir mitgenommen, allerdings war die Gondelfahrt bei dem starken, böigen Wind jetzt nicht so richtig entspannend (bis zu welcher Windstärke dürfen Seilbahnen eigentlich fahren?)

So, ich hoffe ich konnte ein paar Inspirationen verteilen. Also, liebe Leser, wenn ihr zufällig noch eine alte Schlosskaserne im Garten rumstehen habt, wisst ihr jetzt, was ihr daraus machen könnt. Der Umbau hat wohl so um die 11 Millionen gekostet, also man müsste dann eventuell schon mal an den Bausparvertrag gehen. Oder man lässt das bleiben und macht mal einen Ausflug nach Blankenburg. Nach dem Motto: Saunieren statt sanieren! Viel Spaß 🙂