Neues Spielzeug

Ich bin umgezogen!

Also der Blog – unter der griffigen Domain www.dannwollenwirmal.de gehts nun hier weiter.

Aufgrund der vielen noch kommenden Sägerei habe ich mit diese hübsche Kappsäge gegönnt:

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Bosch PCM-10

Sicher, es gibt auch Makita und Porsche und sonstwas für Raumschiffe, aber dieses ist schließlich ein HEIMWERKERBlog und für mich macht dieses Gerät schon richtig Spaß 🙂 Mit Schnittkantenlaser, Gehrung beim Drehen und Kippen, Sägetischverlängerung usw. und dabei super zu bedienen.

Noch schöner wäre es sicher mit dem Untergestell PTA 2400, aber dafür war ich dann doch zu geizig.

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Ist doch ganz gemütlich, oder?

Ansonsten habe ich nun die Zwischendecke zum Spitzboden verschlossen. Die Holzträger dafür waren bereits vom Vorbesitzer eingebaut worden, auch die Bretter lagerten schon oben, so dass ich leichtes Spiel hatte und das Ganze (auch dank der Motivationssäge) an einem halben Tag geschafft habe.

Richtig urig, der kleine Spitzboden! Könnte ich ja noch als Pensionszimmer vermieten.

Steter Tropfen…

…höhlt den Stein. Uns so geht es weiter, Sparrenfeld für Sparrenfeld wird ‚ausgekleidet‘ damit eben keine steten Tropen ins Innere gelangen. Dabei gibt es scheinbar kein einfaches 08/15-Feld, sondern jedes hat seine Herausforderungen. Ein Dachfenster hier, ein Lüftungsrohr da, immer gibt es kleine „Problemchen“ und man muss etwas improvisieren. Die Umsetzung dieser Einzellösungen zeige ich hier in den nächsten Tagen.

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Sparrenabstände auslasern

Zwei hilfreiche Tricks habe ich noch zum Messen: Wegen der Aufdopplung ist es immer etwas umständlich, die Abstände zwischen den Sparren zu messen. Hier eignet sich ein Laser-Distanzmesser. Ich habe mir angewöhnt, bei jeder Platte neu zu messen, da die Sparrenabstände in älteren Häusern auf ganzer Länge gerne mal um ein paar Zentimeter abweichen können.

Den zweiten Trick habe ich in einer Bausparkassen-Zeitschrift gefunden (ist das jetzt speißig? 🙂 ) Um die DWD-Platten rechtwinklig zu sägen, habe ich bisher immer mehrere Punkte abgemessen und eine Linie gezogen. Man kann aber auch einfach das Maß am Zollstock festhalten, am anderen Ende den Bleistift und an der Kante entlangfahren. Schon hat man eine genaue Linie und mit etwas Übung geht das irgendwann richtig gut. War mir nie richtig bewußt, dass man das so machen kann.

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Männerbohrer!

Zwischendurch habe ich noch zwei Löcher gebohrt: Für die spätere Heizung müssen Zulauf und Rücklauf von einer Etage drunter hochgelegt werden. Dazu habe ich einen ‚Schneckenbohrer‘ mit 22mm Durchmesser und einer gefühlten Länge von etwa acht Metern und in einer gewaltigen Schweinerei aus Staub und Dreck diese beiden Öffnungen gemacht. Der Vorteil ist, dass man wirklich komplett durch die Zwischendecke hindurch kommt und nicht die Hälfte von oben und die Hälfte von unten bohren muss (und man sich wahrscheinlich nie trifft).

Also: es geht allmählich voran und man sieht erste Ergebnisse 🙂 Das motiviert. Heute wird ein neues Dachfenster in extra-hoch eingebaut. Bericht folgt!

 

Das teuerste Klebeband der Welt

Ich wollte ja noch etwas berichten von Anschlüssen an nervige Störenfriede wie Dachfenster, Rohre, Schrägen…nun also erstmal das Dachfenster. Neben dem neu eingebauten gibt es bereits drei weitere Dachfenster (sowie ein Fenster in einem Erker, das wird bestimmt auch nochmal Fummelei…), die nun auch in meine Unterdeckung eingebunden werden müssen. Es gibt zu diesem Zweck von Velux oder anderen Herstellern auch schon vorgefertigte Lösungen,aber das wäre ja zu einfach.

Nun passen meine Fenster genau zwischen die Sparren, also seitlich kann ich ohnehin nicht viel anschließen. Der kritische Bereich ist obendrüber, denn man kann sich vorstellen: wenn ich meine Platten einfach bis ans Fenster schraube und dann doch mal Feuchtigkeit von oben runterläuft, wird die Soße schön aus dem Fensterrahmen pladdern.

 

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rin inne Rinne

Deshalb installiert man oberhalb des Dachfensters eine schräge Rinne, die eventuelle Flüssigkeit in das benachbarte Sparrenfeld ableitet. Dort kann sie dann über die Platten und das Traufblech bis ins Freie fließen (es sei denn im Nachbarfeld ist auch ein Fenster 🙂 )

Ein Stück Folie habe ich dazu hinter eine passende Dachlatte getackert und die andere Seite wird an die Unterseite der DWD-Platte geklebt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Rinne schräg läuft und ein Abfließen ins Nachbarfeld gewährleistet ist.

Besonders viel Freude macht das Kleben an der Innseite der Holzplatten. Als Tip kann ich weitergeben (leider bin ich auch erst nach dem zweiten Fenster drauf gekommen), dass man den Plattenstoß kurz oberhalb dieser Rinne wählt. So kommt man mit der Hand noch einigermaßen gut rein und kann das Klebeband andrücken.

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Tescon No 1

Apropos Klebeband: Das teuerste Klebeband der Welt-oder zumindest das teuerste, das ich jemals gekauft habe kostete pro Rolle stolze 24,50 € (Fünfzig Mark! Naja Mark gibts nicht mehr…): Tescon No 1. Es schafft eine wasserfeste Verbindung der Rinnen-Folie mit der Innenseite der DWD-Platte (mit Grundierung) und schafft wahrscheinlich auch alle möglichen anderen Verbindungen. Ich denke, Tragflächen von Raketen sind damit angeklebt. Es klebt wirklich unglaublich und toppt selbst mein ziemlich gut klebendes Dampfsperre-an-Wand-Anschlussklebeband. In den Verarbeitungshinweisen steht nichts von „Untergrund muss trocken und straubfrei sein blabla“ sondern lediglich: „Klebt nicht auf gefrorenen Flächen“.

Also, es war einfach eine Investition fürs gute Gefühl! Der Regen da draußen kann mir und meinem Fenster nichts! Ich habe Tescon No 1 benutzt!

Es gibt sogar noch eine Pro-Version, sagte der nette Herr vom Holzhandel. Damit klebt man dann Vulkane zu.

 

Zwischenstand

Die gute Nachricht: Es geht voran! Die schlechte Nachricht: zum Bloggen sind die momentanen Arbeitsschritte nicht besonders abwechslungsreich. Ein Sparrenfeld nach dem anderen wird liebevoll ausgekleidet, und die einzigen „Highlights“, die diese Routine unterbrechen sind ab und zu mal eine Schräge, ein Dachfensteranschluss oder die Verwendung des Chuck-Norris-Klebebands Tuscon No. 1. Aber es geht gut voran und ich habe ungefähr ein Drittel fertig. Für ein Sparrenfeld ohne Besonderheiten brauche ich mittlerweile etwa 45 Minuten; eine deutliche Geschwindigkeitssteigerung im Vergleich zu den ersten Feldern. 🙂

Unterdeckung mit Holzfaser-Dämmplatten

Es wird immer dichter…

Sehr froh bin ich übrigens über die Traufbleche, die ich mir fertig zugeschnitten online bestellt habe. An dieser Stelle eine Lanze für
…ähhh jetzt wollte ich ein wenig Werbung machen für den Spenglerei-Shop, wo ich gut und günstig diese Bleche her habe, nun gibt’s die Seite scheinbar nicht mehr. Das bringt mich jetzt ins Grübeln. Sollte ich diesen Laden in den Ruin getrieben haben? 😉

Schrauben-Sortiment zum Dachboden-Ausbau
Allerlei Schräubchen

Ich habe eine Menge Fanpost eine Anfrage bekommen, welche Schrauben ich denn für was verwendet habe, daher hier eine kleine Übersicht:

6 x 120 für die Sparren-Aufdoppelung
4 x 60 für das Befestigen der seitlichen Latten zur Aufnahme der Holzfaserplatten
4 x 40 für das Anbringen der Holzfaserplatten
4 x 20 für die Befestigung des Traufenblechs an der Holzfaserplatte (so kurz damit die Schraube nicht durchgeht; dadurch bleibt die Plattenoberfläche unversehrt und es kommt keine Feuchtigkeit hinein)

Übrigens alles Holzschrauben bzw. Spanplattenschrauben mit Torx-Antrieb. (Außer die 4×20, die gab’s nur mit Kreuz).

Interessante Randnotiz: Wenn ich nur die DWD-Platten anbringen würde und gar keine Isolierung, hätte ich immerhin einen (theoretischen) U-Wert von 1,56! Also besser als so manches altes Fenster.

In einer Woche bin ich ein paar Tage weg und mein Ziel ist es, bis dahin die Unterdeckung fertig zu haben. Also, Anfeuern bitte! 😀

 

 

 

Experimente mit der Wärmebildkamera

Bevor ich meine Dachbodenisolierung endgültig abschließe und nächstes Jahr an den Ausbau gehe (nächstes Jahr klingt noch so unglaublich weit weg, dabei sind es nur noch drei Wochen), wollte ich das Ganze mit einer Wärmebildkamera auf mögliche Kältebrücken hin untersuchen; also irgendwelche Schwachstellen in der Isolierung, die man später schlecht beheben kann.

Eine Wärmebildkamera ist ziemlich teuer und nur dank guter Kontakte konnte ich mir eine günstig ausleihen. Wärmebildaufnahmen gibt es auch von Fachleuten, z.B. von der Verbraucherzentrale, die dann auch gleich was Schlaues dazu sagen können (ich bin da zugegebenermaßen etwas unbedarft), so ein Paket kostet um die 250 Euro.

Hier nun also eine kleine Bildershow. Rechts am Rand ist eine Temperaturskala (ich will nicht beschwören dass das Ding wirklich richtig kalibriert war), und die Zahl am Fadenkreuz gibt die aktuelle Oberflächentemperatur dort an.

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Schwachstelle Fenster: in der Fuge des Übergangs Fensterbank-Rahmen ist die kälteste Stelle (schwarz)

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Hier der direkte Vergleich mit einem neuen 3fach-verglasten Fenster. Wie man sieht, ist auch die untere
Fuge wesentlich kälteundurchlässiger als bei dem älteren Fenster

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Bei diesem Fenster ist der Flügel etwas verzogen. Auf Höhe des Griffs kommt dadurch kalte Luft durch die Dichtung.

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Meine liebe Haustür (ich berichtete davon) hat erwartungsgemäß Defizite an der Dichtung der Schließbänder.
Ob ich reklamieren sollte? Ich weiß nicht, ob ich die Kraft habe, mich nochmal mit dieser Firma rumzuärgern…

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Bei der hinteren Tür hatte sich die eingelegte Dichtung etwas gelöst. Prompt sieht man, dass hier Kälte
eindringen kann. Ließ sich zum Glück durch nachdrücken der Dichtung beheben.

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Dachfenster: Kältezone rund um den Rahmen, aber auch an der Glaseinfassung

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Blick durch den Dachbodenausgang auf die Schräge im Treppenhaus. Wurde früher so aufgebaut: Dachziegel,
Rohrmatte, Putz, Tapete. Dementsprechend viel Wärme geht hier flöten. Für die Stelle suche ich noch eine platzsparende
Innendämmung, z.B. Rigitherm.

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Dieser Balken (Bildmitte) bleibt aus optischen und funktionalen Gründen frei und wird nicht verkleidet.
Die Sparrenfelder sind links und rechts gedämmt, leichte Kältezonen jedoch auch hier an den Übergängen.

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Jetzt von Außen: die Oberfläche der Haustür ist deutlich wärmer als die Außenwände…

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Hauswand mit Fenstern. Die Wand wurde ja im anderen Bild gelb dargestellt, von daher kann man unterschiedliche
Bilder nicht unbedingt anhand der Farben vergleichen.

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Häuschen von hinten. Linkes Fenster Küche (warm), rechtes Fenster Abstellkammer (nicht so warm), und
bei der Hinertür ist die Schwachstelle auch die untere Dichtung.

Nun, habe ich Kenntnisse daraus gewonnen? Vielleicht diese:

– Bei modernen Fenstern ist nicht nur die Verglasung besser, sondern scheinbar auch die Dichtbänder bzw. allgemein die
Abdichtung zum Gebäude hin

– Mangelhafte Dichtungen sind erstaunliche Kältebrücken

– die Treppenhaus-Schräge muss gedämmt werden. Da habe ich nicht viel Platz (Kopffreiheit…), von daher wird’s wohl eine dünne und dafür ergiebige Platte werden

– die Haustür ärgert mich immer noch

– letztendlich war es aber eine kleine Spielerei, wirklich gravierendes habe ich eher nicht gefunden

Vielleicht gibt es auch Kameras, die etwas objektivere Farbskalen haben. Eigentlich kann es ja nicht sein, dass die selbe Wand auf einem Bild gelb und auf dem nächsten blau dargestellt wird. Oder es war eine Einstellungssache…

Auf jeden Fall ein spannendes Feld, die Wärmebildfotografie. Ich werde mich sicher eingehender damit beschäftigen, wenn ich irgendwann vor Langeweile gar nicht mehr weiß was ich tun soll. Bis es soweit ist (vielleicht noch so 30, 40 Jahre?) habe ich die Kamera brav zurückgebracht und weiß jetzt, wo’s zieht – oder eben nicht.

Dosenfix 2000

Als wenig besinnlich empfindet die Ehefrau sämtliche Bohr- Stemm- und Abbrucharbeiten in der Vorweihnachtszeit. Der wohlige Baugeruch nach Holz und Asbest Dämmstoffen weicht allmählich dem zarten Duft von Tannenzweigen und Kerzen. Zum Glück darf ich im Moment auf andere Orte ausweichen und konnte mich bei einem Kollegen mit Maurer- und Putzarbeiten austoben. Zu Hause ruht der Baubetrieb aufgrund der Besinnlichkeit (so besinnlich wie es eben mit zwei Knirpsen sein kann), aber das Material für den Ausbau habe ich schon geordert! Wie die Planung aussieht, werde ich hier demnächst mal darstellen. Und dann hätte ich gerne 20-30 Blogleser, die mir helfen, die Sachen hochzutragen 🙂

Ich bin tatsächlich noch am Grübeln, wie ich 4m-Trockenbauprofile auf den Dachboden kriege. Gut, man könnte sie unten durchschneiden ABER: oben lag bereits ein ganzer Stapel Latten mit 3,50m Länge vom Vorbesitzer. Die müssen ja auch irgendwie da hoch gekommen sein. Ich werde mal beim Baustoffhändler fragen, wie hoch der LKW-Kran reicht, dann könnte das durch’s Fenster was werden.

Ich habe mir auch ein kleines Vorweihnachtsgeschenk gemacht, das ich Euch nicht vorenthalten möchte: Diese praktische Elektriker-Wasserwaage.

 

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Mein neues Spielzeug

Ich bin einfach ein großer Freund von Installationszonen und genormten Schalterhöhen. Wenn ich blind einen Schalter greife, möchte ich ihn gerne treffen und nicht auf Expedition an der Türzarge gehen. Hin und wieder mache ich bei mir zuhause, Verwandten oder Bekannten elekrische Dinge (und das habe ich ja, im Gegensatz zu vielem anderen was ich hier verzapfe, mal annäherungsweise gelernt), und da wird mir diese Wasserwaage gute Dienste leisten. Man kann Normhöhen für Steckdosen und Schalter durch die Löcher markieren, und hat auch gleich die richtigen Abstände für Kombinationen mit Mehrfachrahmen. Auch die Höhen für bodennahe Steckdosen (tiefer) oder Küchensteckdosen über Arbeitsplatten  (höher) sind bereits vorgesehen und man muss nur durch ein Loch in der Wasserwaage anzeichnen.

Nächstes Jahr hole ich mir dann den Dosenfix 2000, der in einem Arbeitsgang Schlitze fräst, Kabel verlegt, Steckdose setzt und drübertapeziert.

 

 

Kribbelig

Die Hochtrageparty war ein voller Erfolg! Nun, genaugenommen war es keine richtige Party…eher habe ich meine Auszubildenden zwangsverpflichtet freundlich gebeten, mir zu helfen, und nach getaner Arbeit gab es dann auch lecker Bratwurst vom Grill. Vielen Dank an dieser Stelle! Begründet habe ich das alles mit ausbildungsnaher Tätigkeit, Muskelaufbau, Logistik und Materialtransport. Sollen sie so ins Berichtsheft schreiben! 😉

Ehrlich gesagt war es doch äußerst anstrengend und ich hatte mir es auch etwas leichter vorgestellt, aber immerhin waren es rund 80 Gipskartonplatten (Einmannplatten), das war schon etwas sportlich. Im Vorfeld hatte ich Bedenken wegen der Metallprofile, die immerhin 4m lang sind. Ich hatte schon befürchtet, einen Kran ordern zu müssen, aber es hat erstaunlich gut geklappt, wenn man sie zu zweit fast hochkant durchs Treppenhaus balanciert.

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Da ist es!

Die GK-Platten habe ich auf dem Dachboden vorsichtshalber auf zwei Stapel aufegeteilt. Alle auf einen Haufen wären (rechne, rechne….) rund 1,2 Tonnen Punktlast für die Holzbalkendecke und wer weiß, ob sich dann der ganze Ausbau nicht erledigt hätte.

Das ganze Material ist jedenfalls oben und allmählich werde ich kribbelig! Nun muss es auch bald weitergehen! Leider habe ich im Moment noch zu wenig Zeit…

Nebenbei mache ich mir bereits Gedanken über die Beleuchtung. Angedacht habe ich Einbaustrahler. Bisher habe ich immer Halogen verwendet, aber die LED-Technik wird ja auch immer besser und mittlerweile gibt es auch Leuchtmittel, die den Raum nicht mehr in ein aschfahles Leichenhaus-Licht tauchen und deutlich heller sind als ein Glühwürmchen (das war lange nicht so!). Beispielsweise GU-10 LED-Leuchtmittel in 5 oder 7 Watt. Hat jemand Erfahrung? Gerne in den Kommentaren niederschreiben!

GU-10 bezeichnet dabei den Sockel, das ist der selbe Sockel wie bei den gängigen Hochvolt-Einbaustrahlern. GU-10 gibt es eigentlich nur als Hochvolt, der Vorteil der Niedervolt-Technik (längere Lebensdauer der Leuchtmittel) ist mit den LEDs hinfällig. Die Farbtemperatur ist als warmweiß erhätlich und das Beste ist, man kann sie ja tatsächlich dimmen! Philips hat beispielsweise für seine Leuchtmittel eine Liste mit Dimmern veröffentlicht (Hier der LINK) und auch bei unserem Elektro-Großhändler gibt es eine persönliche Dimmerberatung. Das direkte Dimmen von LEDs scheint also nicht mehr viel komplizierter zu sein als das Dimmen von induktiven Lasten, also dem Trafo der Niedervolt-Einbaustrahler; dafür braucht man ja auch spezielle Dimmer.  Und die 5W-Variante hat immerhin 320 Lumen (400 bei 7W), was etwa einer 40W-Glühlampe entspricht. Ich werde das Ganze dann mal ausprobieren und hier Bericht erstatten. Aber ich fürchte, bevor ich Lampen einbauen kann, habe ich noch etwas mehr Arbeit vor mir…

Was ist sonst noch passiert? Auf meiner B-Baustelle (die im Moment die A-Baustelle ist) helfe ich einem Kollegen im Moment beim Trockenbau und Tapezieren. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus in den letzten Tagen:

– Nachdem ich Hohlwanddosen jahrelang mit einer 67mm-Lochsäge gesetzt habe, habe ich mir letztens mal eine 68mm gekauft. Und siehe da: Die Dose lässt sich gewalt- und fluchfrei in das Loch setzen und sogar drehen und waagerecht ausrichten. Ohne Hammer, einfach so! Das ich da nicht eher drauf gekommen bin. Aber warum verkaufen die blöden Baumärkte dann alle 67mm?

– Beim Tapezieren das A und O: Heizung aus, Heizungsrohre die Wärme abstrahlen aus, Durchzug vermeiden.

– Tolle Videos gibt’s bei Youtube von M1Molter, zum Beispiel ein schönes Tutorial zum Thema Reibeputz.

– Irgendwann werde ich das Haus mal verreibeputzen

– Dazu brauche ich aber ein Gerüst

– oder ich seile mich ab, Ausrüstung ist vorhanden und  gelernt habe ich das auch mal!

– und ich hätte Lust auf Fensterlädern! Früher hatte das Haus mal Fensterläden, und das wäre doch toll, wenn die wieder da wären. Gar nicht so zum zumachen, sondern weil es so hübsch ist. Also Reibeputz und Fensterläden.

– Rechts vom Haus wäre eigentlich noch Platz für einen PKW-Stellplatz. Und den Randstreifen an der Straße müsste ich auch mal pflastern. Und den Weg zur Haustür auch.

– Ich mache das alles, wenn ich irgendwann mal ganz viel Langeweile habe!

– Warum habe ich eigentlich nie Langeweile?

 

Rapidur

Ich hatte schon immer eine Hochachtung vor Estrichbauern, denn eine große Betonfläche tatsächlich plan und eben hinzukriegen ist schon eine Kunst. Ich habe vor einigen Jahren meinen ersten Heimwerker-Estrich gemacht und er ist, nunja, okay geworden. Nun war es wieder einmal so weit und ich habe einen Estrich in einem etwa 6 m² großen Raum gemacht, aus den Erfahrungen vom ersten mal gelernt und bin gut vorbereitet ans Werk gegangen.

Das Schwierigste (finde ich) ist, ein Level zu halten und das Ganze ohne Berge und Täler glatt zu bekommen. Das könnte man beispielsweise mit Fließestrich erreichen, der ist so dünnflüssig dass er sich selbstständig ebnet und nur noch mit einer „Schwabbellatte“ etwas verteilt werden muss. In meinem Fall musste aber ein Gefälle für eine bodengleiche Dusche gebaut werden und deshalb fiel der Fließestrich raus.

Ich habe den Vortag des eigentlichen Estrichmachens genutzt, um den Raum mit Leisten zu bestücken, über die ich den Beton abziehen kann. Das waren Kiefernleisten mit dem Maß 30 x 17mm (kann aber auch ein anderes Maß oder anderer Werkstoff sein, wichtig ist: nicht zu krummes Holz!). Diese habe ich in etwa 1m lange Stücke geschnitten und je nach Länge 2-3 Löcher gebohrt und gesenkt.

Estrich Leisten
Detailaufnahme: Über diese Leisten wurde der Estrich abgezogen

Diese Leisten habe ich dann mit entsprechend langen Schrauben am Boden befestigt (Bohrhammer, 8er Dübel, das geht eigentlich recht flott). Zwischen den Leisten habe ich einen Abstand von etwa einem Meter gelassen. Als alle Leisten verlegt waren, habe ich angefangen, diese auszurichten. Man braucht dazu ein Maß von der fertigen Bodenhöhe aus (z.B. Nachbarraum oder eben Meterriss festlegen) und richtet mit der Wasserwaage/Richtscheit an jeder einzelnen Schraube die Leisten aus. Durch das ein- und ausschrauben kann man jeden Verbindungspunkt millimetergenau justieren. Noch schöner (nächstes mal) wäre sowas sicher mit einem Roationslaser und Empfänger. Wenn jetzt jede Leiste gelevelt ist und auch die Leisten untereinander schön gerade liegen (bzw. in meinem Fall noch ein Gefälle, auch mit diesen Leisten, gebaut wurde) kann man den Estrich einbringen.

Ich habe ja beim letzten mal schon erwähnt, dass hier ein Schnell-Estrich (Sopro Rapidur M5) verwendet wurde, und ich muss sagen, das Zeug ist der Hammer! Es ist relativ trocken, hat ungefähr die Konsistenz von feuchtem Torf und lässt sich sehr gut verarbeiten.

Estrich Abziehlatte
Abziehen und Entfernen der Leisten

Der Estrich wurde Stück für Stück eingebracht und mit einer langen Latte bzw. einem Putzbrett über den nivellierten Leisten abgezogen. Hat man ein Feld fertig, wird die Leiste wieder herausgenommen und der entstehende Schlitz wiederum mit Estrichbeton gefüllt. Mit einem Reibebrett wird die Oberfläche schön plan gerieben.

Man sollte versuchen, die Schraubenköpfe schön sauber zu halten, denn wenn der Akkuschrauber-Bit nicht mehr fassen kann, bekommt man die Schraube nicht mehr los (nicht, dass mir das passiert wäre…) – also den Kopf mit Klebeband o.ä. vor Dreck und Beton schützen.

Richtige Estrichbauer lachen sich wahrscheinlich kaputt über diese Methode mit den Leisten, aber ich bin damit wirklich hervorragend gefahren, ich habe noch nie so einen schönen Estrich gemacht. Und soooo zeitintensiv war die Vorbereitung nun auch wieder nicht. Für größere Räume würde man dann größere Abstände zwischen den Leisten nehmen und mit einer längeren Latte abziehen. Ich bin jedenfalls sehr glücklich über das Ergebnis:

Estrich, fertig
Ist er nicht wunderschön geworden?

Für die Dusche wurde kein fertiges Element (wie bei mir im Bad) benutzt, sondern eine Ablaufrinne eingearbeitet und das nötige Gefälle (etwa 2%) von den Wänden zur Rinne mit dem Estrich gemacht. Auch das ist gut geworden und ich freue mich, eine (für mich) tolle Methode für spiegelglatte Estriche gefunden zu haben.

Von Sopro gibt es übrigens auch Fließestriche in Blitz (Sopro Rapidur FE), nach einem Tag belegbar und für Schichtdicken bis 70mm.

Normaler Estrich muss übrigens immerhin rund 6 Wochen trocknen und da ist diese Zeug schon eine echte Zeitersparnis. Und wo habe ich die Info her? na? na? Aus dem BAUSTOFFHANDEL! Wer weiß, zu welcher Pampe mir im Baumarkt geraten worden wäre… Die Duschrinne hat allerdings im Baumarkt nur ein Fünftel vom Baustoffhandelmodell gekostet. Also, hat beides seine Vor- und Nachteile.

Den Estrichraum werde ich diese Woche noch mit Reibeputz, Fliesen und Fugen anhübschen und danach geht’s vielleicht auch mal zuhause etwas voran. Euch bis dahin einen schönen Sonntagabend und ich trinke noch ein Glas Rotwein auf Sopro Rapdiur 🙂

 

Erkenntnisse und neues Werkzeug

Im Moment nimmt der Hauptberuf bedingt durch die sommerliche Saison und die nahende Fußball-WM deutlich mehr Zeit in Anspruch, so dass ich mein bauliches Nebengewerbe bis zum Herbst/Winter erstmal auf Eis lege. Wenn noch Zeit ist, werde ich dann zuhause weitermachen und meine Dach-Kemenate weiter anhübschen.

Das laufende Projekt der Baunebentätigkeit (Bad-Umbau, von dem ich neulich über den Estrich berichtet habe) werde ich in den nächsten Tagen abschließen und meinen Nachbarn musste ich für ein kleines Trockenbauprojekt leider absagen. Der Tag hat halt nur 24 Stunden…

Übrigens macht Kleinmosaik fliesen nicht so richtig viel Spaß. Dennoch ein Tip: die Reihen bekommt man schön gerade wenn man z.B. mit einer Zahnkelle die Fugen ausrichtet. Achja, und Fliesen auf Rauhputz (wahrscheinlich auch auf anderen Gipsputzen) hält nur, wenn man vorher grundiert. Das als Erkenntnisse der letzten Woche.

Zur Verbesserung meiner Verputzungstechnik bin ich übrigens auf dieses praktische Hilfsmittel gestoßen:

Abziehschlitten
Abziehschlitten

Gerade Wände verputzen ist ja nicht so schwer, aber sobald sie uneben sind oder die Putzdicke etwas stärker ist, bietet sich ein Abziehen über Schienen an (ähnlich wie beim Estrich, ich berichtete ja…), damit man Berge und Täler vermeidet. Dazu gibt es einmal die normalen Putzschienen aus Metall, man kann das Ganze aber auch mit Mörtelbändern gestalten. (Die richtigen Profis brauchen nichts davon: LINK)

Die Wasserwaage (oder gerade Holzlatte oder passendes Rechteckrohr) wird mit den Abstandshaltern an der Wand nivelliert und abgestützt bzw. verkeilt. Die Putzdicke ist der Abstand zwischen Wand und Wasserwaage. Nun wird neben der Wasserwaage mit Schnellmörtel schräg angeputzt und dann mit dem Abziehschlitten entlang der Wasserwaage abgezogen. Nun hat man ein glattes Mörtelband auf dem richtigen Level. Nach Aushärtung wird überschüssiger Mörtel dann mit einem Rabott:

Giterrabott
Rabott

abgestoßen. Ich mache ja selten Werbung, aber diesen Abziehschlitten gibt’s hier und ich fand die Idee so gut, dass ich sie hier mal vorstellen wollte. Mein Praxistest folgt dann irgendwann, wenn ich was zu verputzen habe…vielleicht im Herbst oder Winter.

 

Yeah, Baby!

Eines Tages, Baby, werden wir alt sein und an all das Werkzeug denken, das wir hätten benutzen können. Ich bin ein Meister des Schraubens, wenn’s um Schrauben geht. Bin ein Gipser vom Feinsten, wenn ich vor Spalten steh.

Zersäge gern Teilchen, kann mit der Nadel anreißen. Lass mich begeistern für Schwachsinn, wenn ein anderer ihn kauft.

Und ich denke viel nach, warte nicht ab, nehm mir was vor. Ich mach davon zu viel. Ich halt mich nicht zurück. Ich zweifle mich nicht an. Ich wäre gern Maurer-allein das ist schon dämlich.

Ich würde gerne so viel sagen aber man hört es nicht weil wenn ich nicht bohren und sägen würde wäre es viel zu leise. Ich würde gern so vieles tun. Meine Liste ist so lang aber ich werd eh nie alles schaffen. Aber ich fange trotzdem mal an!

Ich hänge planvoll vorm Gipskaron, wart bloß auf die nächste Schraube. „Nur das noch fertig machen“ ist die Baseline meines Alltags. Ich bin so furchtbar unfaul wie ein Kieselstein im Wasserfall, ich bin so furchtbar unfaul und habe keine Ahnung wer Patronus ist.

Das Leben ist ein Werkzeugladen, aber man kann nicht alles ausprobieren. Den Bohrfutterschlüssel bewahr ich auf weil ich ihn nochmal brauche.

Eines Tages werde ich alt sein, oh Baby, werde ich alt sein. Und an all das Werkzeug denken, das ich hätte benutzen können. Und du? Du murmelst jeden Samstag die gleichen guten Vorsätze in den Billigschrauber und Sonntag stellst du fest, dass du Recht hast, weil er dir am Tag zuvor verreckt ist.

Dabei sollte für dich 2014 das erste Jahr vom Rest deines Heimwerkerlebens werden. Du wolltest Makita, Bosch, öfter nachmessen, mal die Gehrung überprüfen, ein Handwerkerbuch lesen, für mehr Smalltalk und Wissen. Aber so wie jedes mal, obwohl du nicht damit gerechnet hast, kam dir wieder mal der Pfusch dazwischen.

Unser Leben ist ein Werkzeugladen. Niemand schenkt uns eins. Den Bohrfutterschlüssel bewahren wir auf weil wir ihn nochmal brauchen. Wir sind jung und haben keine Zeit. Also ruhig mal nen krummen Nagel riskieren? Wollten doch keine Fehler machen. Wollen auch nichts verlieren und es bleibt so viel zu tun, unsere Listen bleiben lang und so geht Tag für Tag ganz laut  ins Heimwerkerland.

Und eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, und an all as Werkzeug denken, das wir hätten benutzen können.

Und die Werkzeuge die wir stattdessen benutzen, werden traurige Konjunktive sein wie „Einmal habe ich fast mal eine Makita gekauft und hätte fast mal den großen Bohrhammer ausgeliehen und einmal wäre ich fast mal mit dem Bagger zur Arbeit gefahren“

Wenn wir mittendrin sind und die Zeit bis 22 Uhr knapp, und das wird sowieso passieren, dann erst werden wir kapieren- wir hatten nie was zu verlieren denn das Werkzeug, das wir benutzen wollen, das können wir selber wählen.

Also lass uns doch Werkzeug nehmen, von dem wir später gern erzählen! Lass uns eine Nummer größer ausleihen! Wir nehmen das lautere mit dem Extra-Power-Knopf! Lass uns  Schlitze fräsen, Wände zu Boden reißen und irgendwas aufstemmen! Und lass mal an uns selber glauben! Aber Hallo!

Ist mir egal 0b das verrückt ist und die vom Baustoffhandel komisch gucken. Wir haben viel zu lang gewartet. Lass mal Energie vergeuden.

Gutes Werkzeug ist die halbe Arbeit. Das hat schon Tim Taylor gesagt.

Let’s make the most of the Werkzeug, das hat glaub ich Al Borland gesagt.

Lass uns möglichst viele Löcher bohren und möglichst viele Dübel reinstecken. Lass uns jetzt mit gutem Material bauen, damit wir später gut wohnen. Lass uns alles tun, was wir können, und vielleicht auch nicht können (egal). Weil…jetzt sind wir jung und laut und dreckig und das soll ruhig jeder wissen und die Nachtruhe, die geht vorbei. Das wird sowieso passieren und bis es soweit ist, sind wir frei. Und es gibt nichts zu verlieren. Denn das Werkzeug, dass wir benutzen wollen, können wir selber wählen.

Also los. Machen wir ein Loch, von dem wir später gerne erzählen!

Und eines Tages Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein und an all das Werkzeug denken, das für immer unseres ist.

Frei nach Julia Engelmann.

 

Wie kam ich jetzt dadrauf? Achja, neues Werkzeug, nur geliehen, aber macht macht Spaß (eben Yeah-Baby-Werkzeug):

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Plattenhalter

Trockenbau-Plattenhalter für mehr Geschwindigkeit und weniger Schweißausbrüche und Verspannungen beim Platten-unter-die-Schräge-drücken. Das Gerät ist eigentlich eher für Decken gedacht, man kann die Aufnahme allerdings neigen und so auch Schrägen machen. Es ist eigentlich auch für normal große GK-Platten gedacht, meine Einmannplatten sind hochkant zu schmal für die Aufnahmen. Wenn ich wieder mal eine Dachschräge beplanken würde, Baby, würde ich die Profile vielleicht doch senkrecht anbringen, Baby, und die Platten quer. Aber hinterher ist man immer schlauer, Baby.

Wird schon gehen. Ich hab das Maschinchen noch nicht richtig ausprobiert, aber das werde ich noch machen und dann kann ich Geschichten davon erzählen, Holla die Waldfee, Baby, und eines Tages werden wir alt sein und an den Plattenhalter denken, Baby, und dann werd ich sagen, Mensch, das Leben ist halt doch kein Werkzeugladen.

 

Bodenturnen

Unter dem Motto „Lief jetzt mal nicht so“ könnte man das heutige Projekt zu den Akten legen. Irgendwie auch klar, wenn man etwas „mal eben schnell“ machen will…doch von Anfang an:

Ich habe schon länger eine reparaturbedürftige Stelle am Haus: der rückseitige Traufkasten war bereits beim Hauskauf an einigen Stellen marode und ich plante nun, diesen zu erneuern. Weiterhin gibt es dort an der Dachrinne zwei Stellen, an denen ich das Traufblech der Unterdeckung nicht weit genug in die Rinne geschoben habe (so war das damals) und gleichzeitig ein Stück Dachziegel fehlt, so dass es bei starkem Regen nun zwischen Rinne und Dachziegel durchpläddert.

Von einem großen niederländischen Verleiher hatte ich mir eine Hubarbeitsbühne ausgeliehen, die von der Breite her durch die Tür zum Garten passte und mit der ich die schadhafte Stelle erreichen wollte.

Es kam, wie es kommen musste: die Breite des Gerätes hatte ich mehrfach mit der Tür abgeglichen, es stellte sich dann aber heraus, dass das Mistvieh 5 cm zu hoch war und damit nicht durch die Gartentür passt. Beim zurücksetzen machte ich eine falsche Bewegung mit dem Achtwegejoystick und versenkte den gesamten Apparat im Blumenbeet. Das (Indoor!)-Gerät ist so geländegängig wie eine Modelleisenbahn und ich benötigte Holzstücke, Keile, Steine, einen Hubwagen und einen Gurt sowie etwa zwei Stunden Schweiß und Tränen, um das Vehikel wieder aus dem Beet zu bekommen.

Plan B: Der andere Weg ums Haus. Zwei Bretter auf den Rasen gelegt, damit das 1,1 Tonnen schwere Maschinchen dort etlangfahren möge. Nach etwa 60 cm Wegstrecke rutschte das Gerät vom Brett und steckte nun dekorativ im Vorgarten fest. Wenn man die Arbeitsplattform nett bepflanzt und am Mast einen wilden Wein hochranken lässt, macht es sich vielleicht auch ganz gut da.

Foto 1
Doof!

 

Nach einer weiteren Stunde ziehen, keilen und zerren gab ich auf und wartete auf einen Kollegen, der das Gerät mit seinem Bulli im Freundschaftsdienst per Abschleppseil aus der misslichen Lage befreite.

Fazit: 80 Euro, halber Tag Fahrerei und Quälerei für … nix.

Plan C: Höllenmaschine weggebracht und gegen ein Rollgerüst getauscht. Arbeitsplattformhöhe 6,20m und dabei gut aufzubauen. Der einzige Nachteil: Die eine Reparaturstelle ist über der Kellertreppe. Mal sehen wie ich da trickse. Zur Krönung des Tages braute sich nach fünf Minuten Arbeit auf dem fertigen Gerüst ein Gewitter zusammen.

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Besser!

Also, nicht unbedingt mein Glückstag. Immerhin habe ich nun das (hoffentlich) richtige Holz zur Ausbesserung bestellt und werde mich nun in den nächsten Tagen mal in luftigen Höhen bewegen. Wie gewohnt wird hier Bericht erstattet. Petri Heil!

 

Bundesrepublik

Immer wenn man etwas Neues bekommt, in diesem Fall ein neues Werkzeug, nimmt man über kurz oder lang von etwas Altem Abschied. Hier ist – tatatataaaa – meine erste Makita:

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Neuankömmling

Dazu gibt es ein Ladegerät, das zwar schnell lädt, dessen hundert Symbole und Lämpchen ich aber nicht so richtig verstehe:

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Ladegerät

Die leuchtenden Symbole oben im Bild leuchten gar nicht, sondern sehen auch in stromlosem Zustand leuchtend aus. Außerdem frage ich mich, warum zwei Spalten, wenn man doch nur einen Akku laden kann? Wer sich mit dem Apparat auskennt, darf mich da gerne mal unterrichten.

 

Und auch wenn das jetzt nicht unmittelbar etwas mit meinem neuesten Werkzeug zu tun hat, dann doch mit dem Abschied nehmen: am Wochenende war ich mit meinem Schwager im Haus der Geschichte in Bonn, in dem sehr anschaulich die Geschichte der Bundesrepublik von 1949 bis heute dargestellt wird, und von dieser Geschichte habe ich immerhin auch fast 54% mitgeprägt. Und irgendwie wird man nach sowas leicht sentimental und vermisst die „gute, alte, Zeit“, die ja eigentlich (vielleicht) gar nicht unbedingt besser war als die heutige, aber die für mich doch rückblickend eine gutbürgerliche Wärme und Geborgengheit ausstrahlt.

Ich vermisse Harald Juhnke! Als jovialen Showmaster ebenso wie als schnodderigen Sketchpartner an der Seite von Eddie Arent, gerne auch im Silvester-Vorabendprogramm (was kommt da eigentlich heute? Frauentausch?). Diether Krebs ebenso! Und Helga Feddersen! Dieter Hallervorden gibt’s immerhin noch, der macht jetzt gutes Kabarett, aber „Didi auf großer Fahrt“ war doch auch irgendwie toll, ganz zu Schweigen von Palim-Palim.

Und politisch? Der Kanzlerbungalow(!) symbolisiert auch irgendwie die alte Bundesrepublik, genau wie der Begriff Bundesrepublik als solches. Ich vermisse heiße Bundestagsdebatten (gibt es sie nicht mehr oder schaue ich nur kein Phoenix?) und Willy Brandt. Irgendwie vermisse ich sogar Helmut Kohl. Werner Veigel, der mit „Bonn!“ tagespolitische Beiträge ankündigte. Kanzleramtsminister Seiters, irgendwie. Und die Talkshows im Fernsehen, in denen geraucht wurde. Auch Gaststätten, in denen man noch rauchen durfte und ovale Aschenbecher der 60er.

Dieter Thomas Heck, wie er Größen wie Peter Alexander oder Roy Black ankündigte. Roy Black? Da fällt mir Pepe der Paukerschreck ein, mit Theo Lingen. Eduard Zimmermann, bei dem man assoziierte, dass die Live-Schalte zu Peter Nidetzky oder Konrad Toenz technisch mit einer Mondmission gleichzusetzen seien. Rudi Carrell natürlich, und irgendwie sogar Michael Schanze! Loriot und Heinz Erhardt sowieso; die Sesamstraße mit Lilo, Uwe, Horst und Manfred. Manfred? Genau, Manfred Krug und „Auf Achse“! Dénesz Törz vom NDR im Strickpulli. Irgendwie auch das Traumschiff mit Sascha Hehn. Und die Schwarzwaldklinik mit Professor Brinkmann! Wetten, dass? war noch große Unterhaltung, als Thomas Gottschalk Tina Turner zu Gast hatte.

Ach, du liebe, alte Bundesrepublik. Vielleicht schaue ich mir mal wieder einen Mainzelmännchen-Clip an. In der Zeit sollte auch der Akku geladen sein.

Arbeitsteilung

Während mich der Suchbegriff „unterspannbahn zum hinterlueften aufschneiden“ nur ganz kurz hat aufheulen lassen, berichte ich nun erstmal vom Fußbodenprojekt! Man renoviert ja immer von oben nach unten, damit die Pampe, die man oben irgendwo dranschmiert, nicht unten den neuen Fußboden ruiniert. Und aus diesem Grund gibt es nun als fast(!) letzten Bauabschnitt den Fußboden. Danach kommen nur noch die Zwischentür, Fußleisten, Übergangsleisten, Lampen, Rollos (also doch irgendwie noch ziemlich viel?) und natürlich der Whirlpool und die Bowlingbahn.

Bevor ich vom Boden erzähle, muss ich noch kurz mit diesem wunderhübschen Sichtbalken angeben, der wirklich gut gelungen ist:

Sichtbalken Trockenbau
Sichtbalken im Trockenbau

Technisch wurde das so gelöst: an der Seite des Balkens wurde die Dampfbremsfolie bis an den Balken herangeführt und verklebt. Im Abstand von „gut“ 12,5mm von der Balkenkante habe ich Viertelstab-Holz aufgeschraubt. Die restlichen Felder wurden wie sonst auch mit CD-Profil gemacht und darauf dann die GK-Platten angebracht, passend für den Sichtbalken geschnitten. Die Übergänge Platte zu Balken wurden mit Acryl ausgefugt, dann die Fächen verputzt und der Balken gestrichen.

Apropos streichen: Die Entscheidung ist auf dunkelbraun gefallen, was ungefährt der Originalfarbe entspricht, und so wurde auch historisch alles richtig gemacht. Vielen Dank für Eure Vorschläge 🙂

Als Fußbodenbelag habe ich mich für Kiefer-Holzdielen entschieden. Während man für die A-Sortierung ungefähr 45,- € pro m² hinlegen muss, bekommt man die B-Sortierung für unter 20,- €. B-Sortierung heißt, dass die Bretter mal ein Astloch (also wirklich Loch), einen Hobelschlag, eine Kerbe, eine gebrochene Feder oder sowas haben können. Ich habe dann 10% mehr bestellt, um auch mal ein Brett aussortieren zu können. Verschnitt gibt es kaum, da es sich um Systembretter mit umlaufender Nut und Feder sowie umlaufender Fase (also leicht angeschrägter Kante) handelt, die man Schiffsboden-mäßig aneinanderlegen kann. Mit dem Rest der vorherigen Reihe startet man die neue Reihe; er sollte allerdings mindestens 40 cm lang sein.

Als Trittschalldämmung habe ich eine 5mm-Rollkork-Unterlage benutzt. Da die Dielen nicht schwimmend verlegt sind, sondern auf den alten Rauhspundbelag geschraubt wurden, ist der Boden natürlich schalltechnisch nicht wirklich entkoppelt (in alten Häusern ist irgendwie aber auch gar nichts entkoppelt) aber die Unterlage gleicht kleine Unebenheiten gut aus und der Trittschall ist schon etwas gedämpfter als ohne.

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Nun geht’s los!

Man beginnt mit einer Bahn Rollkork und der Nut in Richtung Wand, denn in die Feder wird geschraubt. Zur Wand und zu allen festen Bauteilen haben wir 10-15mm Fuge gelassen. Die Holzfirma empfiehlt sogar 15-20mm, aber man muss ja auch immer schauen, was die Fußleiste noch deckt, und bei verschraubten Dielen ist da sowieso weniger Dehnung als bei schwimmend verlegtem Belag. Der Wandabstand wird mit zwischengelegten Keilen gewährleistet. Die erste Reihe sollte wirklich gut ausgerichtet sein, um nachher nicht schräg zu kommen und wird dann etwa alle 40 cm im Knick der Feder verschraubt:

Holzdielen verschrauben Feder
Verschraubung im Detail

Holzdielen sind ja ein sehr natürlicher Belag und daher ist es natürlich auch schwieriger, sie zu verlegen. Denn die Dielen können auch mal leicht krumm oder verwunden sein, dann wird es schwieriger, Nut und Feder zusammenzufügen und die Dielen stramm aneinander zu bekommen. Probleme, die man bei Laminat oder anderen Klicksystemen längst nicht so stark hat. Deswegen dauert die Verlegung auch länger und man sollte mehr Zeit dafür einplanen. Zwei Hilfsmittel waren sehr praktisch:

Holzdielen Zugeisen
Zugeisen

Mit dem Zugeisen kann man hinter eine Diele fassen und diese per Hammer an die andere Diele heranziehen, hier nochmal in Action:

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Zugeisen

Das andere Hilfsmittel waren diese Gurte:

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Gurte

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im Detail

Die Gurte fassen hinter die Diele, ohne sie zu beschädigen, und so kann man die Diele an die vorherige Reihe heranziehen.

Die Randfugen werden übrigens nicht nur zu den Außenwänden, sondern auch zu allen anderen festen Bauteilen gelassen, so wie die Stützbalken:

Randfugen Holzdielen
Randfugen zum Stützbalken

Direkt an der Wand werden die Dielen von oben verschraubt, möglichst da, wo die Fußleiste nachher drüber ist. Achja, der Abstand der Stöße von aneinanderliegenden Reihen sollte mindestens 30 cm betragen. Und manchmal werden die Dielen an den kurzen Seiten noch zusätzlich verleimt. Das haben wir allerdings nicht gemacht. Mal sehen, ob mir deswegen in ein paar Jahren alles um die Ohren fliegt.

Hier nun schonmal ein Blick in den ersten Raum, fertig verlegt:

Holzdielen Kiefer
Ooooohhhhh! Aaaaaaaahhh!

Die Dielen müssen nun noch behandelt werden. Unbehandelt nehmen sie Schmutz an wie ein Magnet! Und es geht nie wieder raus, nur durch Sprengung! Also sind wir immer schön in Socken drübergetapst. Von der Oberflächenbehandlung erzähle ich dann nächstes mal.

Also, alles in allem ein toller Fußbodenbelag. Etwas anspruchsvoller zu verlegen und nachzubehandeln als ein Klick-System, aber dafür halt auch echtes Holz. Und das mit der B-Sortierung kann man auch ruhigen Gewissens machen. Hier und da hat man mal eine „Unperfektion“ aber es ist ja erstens ein Naturbelag und zweitens „nur“ der Dachboden.

Die meiste Arbeit damit hatte zugegebenerweise mein Schwiergervater, der fußbodenlegebegeisterte Holzwurm. Wir haben uns da aufgeteilt: Er verlegt, und ich schreibe darüber 🙂

 

Finale?

Diese Woche musste ich tatsächlich zweimal bloggen, um vor Weihnachten noch den ganzen Baufortschritt hier unterzukriegen. Beim letzten Mal habe ich erzählt, wie Holzdielen verlegt werden, nun wollte ich mich noch darüber auslassen, wie man sie behandelt. Während Laminat, Kork oder Teppich einfach fertig sind, wenn man sie verlegt hat, sind Dielen noch wie ein rohes Ei. Wenn man mit Dreckschuhen über das unbehandelte Holz tapst, hat man direkt graue Schatten drauf. Also muss man das Ganze behandeln.

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Holzdielen – ölen oder lackieren?

Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten der Holzdielenbehandlung: Ölen und Lackieren. Für den Heimwerker klingt lackieren immer besser als ölen. Lackieren klingt nach Werkzeug, Gift und rauher Männlichkeit, Ölen kling nach Alternativ-Basenkochkurs, Häkeln und Yoga. Aber dennoch folgt jetzt ein Plädoyer aufs Ölen:

Die modernen Öle haben nicht mehr viel mit Gestank und acht Monaten Trocknung zu tun. Die Hartwachsöle haben neben der Öl- auch die Wachskomponente, was einen zusätzlichen Schutz gibt. Durch Schnelltrocknungsstoffe ist das Zeug nach 10 Stunden (hier: Osmo Hartwachsöl transparent) bzw. 24 Stunden (hier: Osmo Hartwachsöl transparent-weiß) trocken. Der Boden ist wirklich gut versiegelt und Wasser perlt richtig darauf ab.

In unseren Erdgeschoss-Räumen sind die Dielen lackiert (von daher kann ich beides beurteilen), und zwar mit einem glänzenden Lack. Zweifellos ist das ein guter Schutz, vielleicht auch noch etwas besser als Öl. Will sagen, in Bereichen, wo ständig hordenweise Menschen durchrennen (Flur oder so) würde ich vielleicht auch zum Lack tendieren (allerdings wohl eher matt). Der Lack hat nur folgende Nachteile:

-Das Holz-Feeling ist weg. Lackierte Dielen fühlen sich an wie ein glatter Laminat-Boden.
-Lack ist schwieriger gleichmäßig aufzutragen
-Wenn einmal eine Macke im Lack ist, ist die Oberfläche beschädigt.
Öl dringt tiefer ins Holz ein und da ist das eher egal.

Also, ich habe mich für den vergleichsweise wenig frequentierten Dachboden (im Sinne von: da wird nicht ständig durchgerannt) für Hartwachsöl entschieden. Nach wirklich umfangreichster Recherche bin ich zu dem Schluss gekommen, dass nagelneue Holzdielen vor dem ersten Ölen nicht geschliffen werden müsen! Sauber sollte sie allerdings schon sein. Also ordentlich drübergesaugt, nur in Socken draufgegangen und eventuell noch mit nem Lappen trocken gefeudelt, und dann kann die erste Schicht Öl aufgetragen werden. Ja, man sollte tatsächlich zweimal ölen für eine wirklich gute Versiegelung.

Weil wir den hellen Ton mochten, habe ich die erste Ölung mit Hartwachsöl „weiß“ gemacht. Wie oben im Bild zu sehen, werden die Dielen dadurch etwas aufgehellt. Das ist sicher Geschmackssache, wir fanden es hübsch und so wurde weiß geölt. Die Waffe dabei ist übrigens eine Fußboden-.Streichbürste:

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Geht ab!

Schön mit der Maserung streichen, nicht zu viel und nicht zu wenig (zu viel: Reste bleiben stehen, Fugen laufen voll; zu wenig: Streichvorgang geht zu glatt und fühlt sich nicht leicht klebrig an) und dann das Zeug 24 Stunden trocknen lassen (Hartwachsöl ohne weiß: 10 Stunden). Und ja, es ist eine verdammte Geduldsprobe! Fußboden ist ja fast das letzte! Da will man ja fertig werden und soll noch so ewig warten? Tja, was soll ich sagen? Da muss man durch 🙂

Nach dem ersten Ölen und Trocknen kommt ein Poliervorgang. Dazu habe ich mir eine Poliermaschine geliehen:

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Poliermaschine

Das Ding macht echt Spaß (so wie eigentlich alles Werkzeug, was man sich leiht), zunächst etwas gewöhnungsbefürftig, aber dann doch gut zu bändigen. Das Polieren macht die Oberfläche glatt, entfernt kleine Fremdköper oder sich aufstellende Holzfasern und macht so den Boden bereit für die zweite Ölung. Auch nach Meinung des Holzhändlers sollte man zwischen den beiden Ölungen nicht schleifen, sondern polieren.

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Polier-Pad für die Poliermaschine

Letztendlich ist Polieren ja sowas wie Schleifen, nur ganz, ganz fein und ohne Sauerei.

Nach erfolgter Polierung gab es dann die zweite Ölung, und Achtung, diese muss transparent erfolgen. Auch wen man sich für den weiß-Effekt entscheiden sollte, zweimal weiß ist too much und daher einmal weiß, einmal transparent (oder gleich 2x transparent wenn man den Original-Ton haben möchte). Diese zweite Ölung trocknet dann 10 Stunden (erwähnte ich das schon?) und wird abschließend noch einmal poliert.

Wir sind in einem Raum schon mit dem Ölen angefangen, während in dem anderen noch Boden verlegt wurde. Dann ist es wichtig, den geölten Raum abzuhängen (oder Tür zumachen, wenn’s schon eine gibt), denn das Öl zieht Sägestaub oder anderen Dreck an wie ein Magnet und dann ist die Oberfläche schnell versaut.

Nachdem das Ganze dann endgültig fertig war (Für zwei solche Ölungen muss man also etwa 36 Stunden rechnen), ging es ans Tür-einbauen. Ich trug also das schwere Türblatt nach oben und setzte es erstmal im Eingangsbereich ab, mit den Scharnieren nach unten, und schob es etwa einen halben Meter über die neuen Dielen. Aaaaaahhhhhhhhhh! Ergebnis: Furche-Graben-Schlucht-Canyon! Ein großer Kratzer in den nagelneuen Dielen. Was ist dann passiert? Lieber Leser, wähle Dein eigenes Ende:

a) Ich Platze vor Wut und schiebe vor lauter Zorn das Türblatt durch das geöffnete Fenster nach draußen. Dabei wird der verkleidete und verputzte Erker deutlich in Mitleidenschaft gezogen und der zufällig vorbeiradelnde Nachbar L. nur knapp vom Türblatt verfehlt. Dachdecker und Lebenskünstler T. kommt zur Hilfe und springt in zweifarbigen Chucks auf dem Erker herum, um diesen in einer Blitzaktion mit Bauschaum, und zwar ausschließlich mit Bauschaum, neu zu decken. Nachbar L. meldet aus Schadensersatzgründen Eigenbedarf am Türblatt an und anstatt einer Tür werden die beiden Räume dauerhaft mit einem Winnie-Pooh-Badetuch voneinander getrennt. Über den Riss in den Dielen lasse ich Efeu wachsen.

b) Sämtliche Holzdielen in beiden Räumen werden entfernt. Die Holzbalkendecke wird zurückgebaut und gegen eine Stahlbetondecke ersetzt. Wie genau man eine 70 m²-Stahlbetondecke gießt, habe ich mir in halbseidenen Bauforen zusammengegoogelt. Durch statische Irritationen kommt es zum Zusammenruch und vereinzelten Explosionen beim ersten Belastungstest. Die Famile und ich beschließen daraufhin, einen alten NATO-Bunker in der Eiffel zu mieten und meine Frau erteilt mir für den Rest des Lebens Heimwerkerverbot.

c) Die Furche wird mit Spiritus eingerieben, um die schützende Hartwachsölschicht zu entfernen. Dann wird mit einem Dampfbügeleisen heißer Wasserdampf auf die Stelle gegeben und mit einem untergelegten Geschirrhandtuch darüber gebügelt. Dadurch dehnen sich die Holzfasern wieder aus und man wiederholt das Ganze so lange, bis von dem Kratzer nichts mehr zu sehen ist. Dann wird gut abgetrocknet und wieder nachgeölt. Tatsächlich, man sieht nichts mehr!

So, liebes Herzblatt, was soll nun Dein Ende sein?

Wieder da!

Das war aber auch ein Schreck! Der Server, auf dem dieser Blog ruht, hatte ein Datenproblem und daher war hier tagelang NICHTS zu sehen! Zusammen mit der Überschrift „Schluss, Aus, Ende“ vom letzten mal dachten nun viele Leser, ich hätte das Schreiben drangegeben und es kam zu Protesten vor unserem Haus unter dem Motto HEGIDA (Heimwerkende Europäer gegen die Inaktivität von Dannwollenwirmal). Aber, alles ist gut, der geniale Computermensch Jan W. hat das Ganze wieder gerettet und ich werde nun vielleicht doch mal eine Sicherung machen.

Beim letzten mal habe ich noch ein Kleinod vergessen: Die Fensterbank! Die habe ich tatsächlich aus Holzdielen gemacht,damit sie zum Fußboden passt und es sieht auch ganz witzig aus:

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Fensterbank aus Holzdielen

Die Dielen wurden passend gesägt und mit der Unterkonstruktion verklebt. An den Rändern habe ich eine schicke Silikonfuge gezogen (was hab ich neulich für einen Spruch gehört? „Früher haben die Handwerker zu Feierabend ne Flasche Bier aufgemacht, heute wird ne Tube Silikon aufgemacht“) und das Holz wurde dann, genau wie der Boden, geölt und poliert.

Die Vorderkante habe ich vor dem Einbau schön rund geschliffen, und dabei kamen zwei Werkzeuge zum Einsatz, die ich kurz vorstellen möchte.

Als Blogger wird man tatsächlich von Zeit zu Zeit gesponsort (das werde ich immer sehr transparent hier erwähnen, es gibt also kein heimliches Product-placement) und so erhielt ich von Bosch dieses putzige kleine Schleifgerät:

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Bosch PSM Primo

Eigentlich hatte ich ihn für mein Treppenhaus-Projekt geplant (Lack anschleifen unter Treppenstufen), aber das ist ja noch nicht so weit und wenn man das Ding hat, benutzt man ihn halt auch für alle möglichen anderen Sachen. Schleifen war mir immer ein Graus, aber wie so oft ist das richtige Werkzeug die halbe Arbeit. Der Primo geht jedenfalls richtig gut zu Werke und durch die handliche Form und die Spitze meistert er auch kleinste Ecken und Winkel. Die Spitze des Schleifpapiers geht dabei zwar als erstes zur Neige, kann aber separat getauscht werden. Alles in Allem ein durchdachtes Gerät, das gut in der Hand liegt und viel Spaß macht.

Für die größeren Flächen gab es diesen schönen Exzenterschleifer von Makita:

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Makita BO5031J

Danke dafür an den Werkzeughandel Meyer aus Göttingen. Man muss Werkzeuge nicht immer bei Amazon kaufen! Meyer hat überraschend viel Auswahl und bei Sachen, die mein Lieblingsbaustoffhandel nicht da hat, werde ich sicher nochmal darauf zurück kommen. Tellerschleifer und auch die passenden Schleifscheiben sowie alles mögliche andere Männerspielzeug gibt es im übersichtlichen Shop.

Die Makita macht auch richtig Spaß, liegt gut in der Hand und schafft größere Flächen mühelos. Und für die Ecken habe ich ja dann die Primo. Ich denke, die Geräte werden immer wieder in meinen Projekten auftauchen und das erste mal im Leben freue ich mich auf’s Schleifen!

Meine Makita-Sammlung wird immer größer, und weil ich Akkuschrauber, Handkreissäge, Stichsäge und Exzenterschleifer nun schon habe fehlt mir eigentlich nur noch das Baustellenradio! Aber ich habe ja am Samstag Geburtstag, wenn alle Leser zusammenlegen, dürfte das ja kein Problem werden 😉

Hier geht es nächste Woche weiter mit der schon angekündigten Fundamentstabilisierung (damit wollte ich ja diese Woche schon anfangen, aber ich hatte so viel anderes zu erzählen), außerdem habe ich zum ersten mal den Abziehschlitten ausprobiert und, ebenfalls Premiere für mich, eine Wand mit Armierungsgewebe verputzt. Und dann gibts bald wieder ein neues Badezimmer! Wir sind schon angefangen und haben Wände entfernt. Vielen Dank an die Firma G., die mir dafür dieses schöne Gerät gesponsort hat. Jetzt muss ich nur noch die Außenwände wieder aufmauern und das mit dem Dachstuhl kann ja eigentlich auch nicht so schwer sein…?

Zipperlein & Wehwehchen

Jetzt habe ich diesen Monat so viel gewerkelt und gebaut, dass ich fast, also man könnte sagen beinahe, also zumindest heute mal, so wirklich die Schnauze voll habe. Alle Knochen tun mir weh, Knie und Rücken sowieso, Reizhusten vom Staub und ausklingender Erkältung, Fliesenkleber auf den Fingernägeln. Würde ich diese Bauerei wirklich hauptberuflich machen (es ist aber ja nur ein Nebengewerbe, oder eben für mich selbst), könnte ich wahrscheinlich mit 50 in Rente gehen.

Im Februar, also ungefähr vier Wochen lang mit 2-3 Tagen pro Woche, habe ich (mal wieder) ein Badezimmer umgebaut, nicht für mich, sondern für einen Kunden, den ich hier natürlich nicht namentlich erwähnen kann, weil sonst gleich tausende von Leuten wissen, dass ich über Familie Müller aus Minden schreibe 😉

Ich bin nun fast in den letzten Zügen und werde diese Projekt, weil es so schön ist, in den nächsten paar Artikeln vorstellen. Wie immer gibt es dann einen vorher-nachher-Vergleich, wenn ich am Ende noch meine Finger bewegen und mich zum Computer schleppen kann.

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vorher!

Das vorher-Bild gibt’s schonmal! Auftrag: Aus zwei kleinen Bädern ein großes machen. Also komplett entkernen, alles raus, Zwischenwände entfernen, neue Trockenbauwand errichten, Fliesen, Sanitär. Dannwollenwirmal!

Da ich mit Sanitär nicht um kann habe ich wieder mein Onkelchen ins Boot geholt, der die zukünftige Wellness-Oase fachgerecht mit Leitungen und Objekten zum Duschen, Baden und Ka Pipimachen ausgestattet hat.

Raus geht ja immer einfach! Wobei, vor dem Entfernen von Wänden sichere ich mich immer gerne ab. Wenn man eine rauskloppt und die ganze Bude bricht zusammen, will ich ungern der Schuldige sein. Also hat man wohl einen Statiker beauftragt, der allen Ernstes gesagt haben soll: So sicher bin ich mir da jetzt auch nicht, stellen Sie am Besten eine Baustütze drunter und kloppen Sie ein bißchen was weg, mal schauen, was passiert. Wenn ich für so eine Aussage noch ne Rechnung schreiben darf, werde ich auch Statiker 🙂

Es war aber so, wie wir uns alle gedacht haben, die Wand war nicht tragend. Folgende Argumente sprechen für eine nichttragende Wand, nur mal so als Tendenz:

– Die Wand ist nicht dick
Zwischenwände sind oft aus 11cm breiten Steinen gemauert (plus Putz ist man dann so bei 15 cm).
– Die Decke ist gestrichen
So war es in diesem Fall: Beim punktuellen Herauspicken der oberen Steinlage hat man gesehen, dass die Betondecke darüber mal durchgängig und weiß gestrichen war. Das spricht dafür, dass die Wand nachträglich eingesetzt wurde.

– Holzbalken liegen nicht auf
Bei Holzbalkendecken sind Wände, die quer zur Balkenlage laufen, eher tragend. Dazu muss man nur wissen, wie die Balken verlaufen 🙂 Bei uns zuhause konnte ich damals auf dem Dachboden eine Diele losnehmen und habe das dann gesehen.

– Oben steht keine Wand drauf
Mal ein Stockwerk höher schauen, ob an der gleichen Stelle eine Wand auf der zu entfernenden draufsteht. Wenn ja, kann man unten mal Richtung Decke ein Steinchen entfernen und sieht, ob die Wand nach oben durchgeht oder die Decke dazwischen ist.

Alle diese Hinweise sind natürlich kein Ersatz für die fundierte Aussage eines Statikers, wie oben beschrieben.

Innerhalb von zwei Tagen waren jedenfalls die Wände umgelegt und an Wänden und Boden die Fliesen entfernt. Ja, man kann auch Fliese auf Fliese kleben, aber hier handelte es sich um zwei verschiedene Räume mit unterschiedlichen Fliesen, da ist das nicht schön. Außerdem war das 60er-Jahre-blau links im Bild auch nur halb hoch gefliest, während das Endprodukt dann raumhoch werden sollte. Fliese auf Fliese ist eigentlich nur zu empfehlen, wenn man genau die selbe Fläche 1:1 überfliesen möchte. Ansonsten heißt es: Alte Fliesen ab und neu verputzen. Achja, das ham wa ja schonmal gemacht!

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neues Spielzeug!

Ja, es musste sein! Dieses mal nicht nur, weil es mir so viel Spaß macht, Werkzeug zu kaufen! Bisher habe ich immer Mischzeug im Mauererkübel mit Bohrmaschine und Quirl angerührt, aber seit ich das bei diesem Projekt gemacht habe, hatte ich ein paar Tage das Gefühl, ich spüre meine Hände nicht mehr. Die Bohrmaschine reißt jedes mal am Handgelenk, die Mischung wird nur halb gut, und für die Maschine ist es auch nicht so dolle. Aber das alles lernt man erst zu schätzen, wenn man einmal mit einem richtigen Rührwerk gearbeitet hat. Seitdem freue ich mich jeden Tag über den Collomix XO-1. Mit den beiden Griffen liegt er total gut in der Hand, und -ich weiß nicht warum, aber es ist so- er mischt den ganzen Kübel durch, ohne trockene Reste am Boden. Halleluja!

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Putzbänder für den Abziehschlitten

Beim Thema Verputzen war ich ja noch in Übung. Auch hier habe ich wieder mit dem Abziehschlitten gearbeitet. Ich habe mit Mörtel etwa 1,5 Meter ein Putzband auf Niveau des noch stehengebliebenen Alt-Putzes gezogen und dann am nächsten Tag zwischen den Bändern verputzt und abgezogen. Da ich ja auch drauf gefliest habe, kann ich im Nachhinein sagen: es ist glatt geworden! Nicht wellig, nicht huppelig, nicht mit zwei Zentner Fliesenkleber ausgleichen!

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Stück für Stück

Und es geht vor Allem schnell. Auch hier habe ich wieder Hagalith Haftputz für Feuchträume benutzt. Das Zeug haftet gut und lässt sich sahnig verarbeiten. Allerdings darf man es mit der Stärke nicht übertreiben: Mehr als 20mm sackt runter und gibt kleine Risse.

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Eckputzschienen am Fenster

Für das Fenster habe ich Eckschienen verarbeitet. Das hat dan Vorteil, dass man einen geraden Abschluss hat. Ähnlich wie beim Trockenbau (habe ich hier mal erklärt) wird die Schiene erst angesetzt und dann quer zur Schiene mit der Traufel verputzt.

Bei der Endbehandlung ist es übrigens so: je feiner man die Putzoberfläche haben will, desto feiner muss das Reibebrett sein. Ich habe nach dem Antrocknen einfach mit einem normalen Reibebrett abgerieben, weil ich eine körnige Oberfläche gut fand (gute Haftung für den Fliesenkleber etc.), man kann es aber auch mit einem feinen Filzbrett richtig glatt hinbekommen. Aber so richtig babypopoglatt ist schon eine Kunst. Aber wenn das jeder könnte, wäre Stukkateur/Putzer auch kein dreijähriger Lehrberuf.

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Boden, schnell zuende.

Ein bißchen Kummer gemacht hat uns übrigens der Fußbodenaufbau. Geplant war, auch wegen der niedrigen Deckenhöhe, ursprünglich eine bodengleiche Dusche. Der vorhandene Boden aber besteht aus einer 2 cm starken Estrichschicht, und darunter sind Beton-Hohlsteine (etwa 6 cm hoch), die auf einem Gitter aus sternförmig angebrachten Metallträgern liegen. Darunter kam dann ein etwa 1m hoher Hohlraum. Einen solchen Aufbau habe ich ehrlich gesagt noch nie gesehen, aber man lernt ja nie aus. Eine bodengleiche Dusche hätte man hier also nur mit erhöhtem Aufwand einbauen können. Fertige Elemente für nur 2 cm Estrichhöhe gibt es eigentlich nicht, auch für Gefälle-Estrich per Hand ist es zu wenig, geschweige denn um eine Ablaufrinne stabil einzubauen. Man hätte das ganze Duschfeld herausnehmen und dann vom Bodenniveau aus aufbauen können, aber das ist schon sehr aufwändig. Also hat man sich für eine flache Duschtasse (8 cm oder so) entschieden. Gottseidank 🙂

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Fertig verputzt!

Es stellte sich dann noch heraus, dass der ursprünglich rechte Raum eine kleine Vorwand hatte (aus die Außenwand 2cm Styropor + 7cm Porenbeton), die ich dann in der linken Hälfte auch noch erstellt habe. Ich habe mir dafür mal eine Porenbetonsäge geliehen (ja, viele sagen YTONG), und damit geht das Ganze noch leichter von der Hand und die Wand stand Ruck-Zuck. Auch hier habe ich, ähnlich wie bei meinem Fundamentprojekt, wieder Maueranker gesetzt, damit die Vorwand nicht irgendwann von der Hauptwand kippt und den Duschenden erschlägt.

Also, Stand der (Blog)Dinge: Fertig gemauert und verputzt! Das nächste mal geht es weiter mit Trockenbau: Zwischenwand, dieses mal mit „richtigen“ UA-Türprofilen, doofes Vorwandelement verkleiden, Decke minimal abhängen und so weiter.

Hach, wenn ich das so lese, habe ich doch schon wieder Lust aufs bauen. Ich schnappe mir mal meine Krücken, die Wärmflasche und das Körnerkissen, zwei Ibuprofen und…braucht grad noch jemand eine Wand?

 

 

Die 15-Minuten-Werkzeugkiste

Damit meine heimische 2Do-Liste nicht zu schmal wird, habe ich immer ein paar Projekte auf Lager, die ich angehen kann, wenn so gar nichts anderes zu tun ist. Seit Wochen schiele ich sehnsüchtig auf diese schöne Werkzeugkiste, die der Kellerwerker gebaut hat. Speziell durch meine außerhäuslichen Tätigkeiten muss ich ja mein Werkzeug immer mitnehmen; bisher habe ich immer das, was ich brauche, in einen großen Maurerkübel geschmissen, und in der Werkstatt ist alles in Eimern gelagert:

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Werkstatt-Chaos!

Mein Plan war nun also, dass ich für jedes meiner „Gewerke“ eine Werkzeugkiste herstelle, die ich dann – je nach Bedarf – einfach zu den Außenbaustellen mitnehmen kann und mir so das Zusammensuchen spare. Daraus ist dann die Massenproduktion von zehn Kisten entstanden.

Die Bretter habe ich mir vom Holzhändler passend zuschneiden lassen, weil mir da etwas die Zeit und Muße gefehlt hat. Für eine Werkzeugkiste mit den Außenmaßen 60 x 30 x 30 cm benötigt man folgende Einzelteile aus 20mm starkem Holz:

1x Boden – 56 x 26 cm
2x Seiten – 56 x 12-15 cm (je nachdem, wie hoch man die Seiten haben möchte)
2x Kopfteil – 30 x 30 cm

Ich habe 20mm-Sperrholzplatte für die Kiste gewählt, das ist dann eine aus sieben Einzelbrettern kreuzweise verleimte Bauplatte. Sicherlich kann man auch irgend ein anderes Holz dafür benutzen. Auch hatte ich nicht den professionellen schraubenfreien Anspruch, habe also die Einzelteile nicht verleimt und verdübelt oder verklebt, sondern einfach miteinander verschraubt. Doch eins nach dem anderen:

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Anpassen der Teile

Zuerst werden die Seitenteile und der Boden mit zwei Schraubzwingen verbunden. Mit einem Hämmerchen kann man dann die Einzelteile noch genau anpassen.

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Vorbohren

Seitlich werden die Teile mit je fünf Schrauben (hier: 4x45mm) zusammengeschraubt. Die Löcher werden vorgebohrt, damit das Holz durch das Schrauben nicht spaltet. (spältet? spält? spillt?)

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Verschrauben

Das Ganze geschieht auch mit dem anderen Seitenteil. Nun ist es Zeit für die Kopfteile. Ich habe alle Kopfteile vorher mit der Stichsäge bearbeitet und Rundungen hineingesägt. Diese kann man mit einem passenden runden Gegenstand (hier: Lackeimer) vorzeichnen und dann aussägen. Wichtig ist, dass die Höhe des Seitenteils unten stehen bleibt.

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Kopfteile

Die Kopfteile werden nun auf den vorbereiteten Kasten aufgeschraubt:

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Anpassen und…

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…verschrauben!

Dies geschieht mit sieben Schrauben. Nun kommt noch der Tragegriff! Hier habe ich aus dem Baumarkt(!) 25mm starke Holzstangen geholt. Mit einem Forstnerbohrer wird nun in die Kopfstücke ein 25mm-Loch gebohrt:

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Loch für den Griff bohren

In die Löcher wird nun der Griff gesteckt und mit Sockelstiften (Feine Nägel ohne breiten Kopf) fixiert. Leim wäre hier auch denkbar, aber die kleinen Nägel sieht man später auch nicht.

Das richtige Finish erhält die Kiste dann durch das Schleifen:

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Schleifen!

Sämtliche Ecken und Kanten werden schön rund geschliffen. Danach sieht die Kiste fast professionell aus:

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Fertig!

Und die Bauzeit beträgt (ohne Zuschnitt) ungefähr eine Viertelstunde 🙂 Mit einer Schablone aus der 1-Euro-Abteilung habe ich das Ganze dann noch beschriftet und meine Werkzeuge einsortiert. Ein kleines Regal aus Holzresten gebaut, und fertig ist das 1a-Sortiersystem:

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Da sind sie!

Nun kann ich mir immer greifen, was ich brauche, spare jede Menge „Rüstzeit“ und laufe kaum Gefahr, irgendwas vergessen zu haben. Und die Werkstatt ist auch deutlich ordentlicher.

Man könnte die Kisten natürlich noch etwas „pimpen“ indem man ohne Schrauben arbeitet (also mit Holzdübeln und Leim, oder wer richtig auf dicke Hose machen will: mit gezinkten Eckverbindungen!) und sie am Ende noch lackiert. Aber für mich stand jetzt eher die Funktionalität im Vordergrund.

Ich bin jetzt bestens gerüstet für die kommenden Baustellen und wünsche Euch viel Spaß beim Nachbauen!

und:

frohe Ostern! 🙂

 

 

Einfach nur mal ein bisschen abhängen…

Munter weiter geht es bei den Bau(markt)rettern und dem Kapitel: Trockenbaudecken. Die Holzbalkendecken waren ja mit einer Holzkonstruktion und formschöner Vertäfelung abgehängt. Diese wurde entfernt und nun geht es auf gut 100 m² darum, die Decken mit Gipskarton zu bekleiden und dann mit einem Reibeputz zu versehen, ähnlich wie ich es bei mir zuhause beim Dachbodenausbau gemacht habe.

In einigen Räumen werden die Metallprofile für die Deckenverkleidung direkt montiert (das habe ich ja hier schonmal gezeigt), die meisten Flächen sind aber rund 30 cm abgehängt. Wie das funktionieren kann, zeige ich heute mal.

Wie immer gibt es verschiedene Hersteller und unter diesen verschiedene Abhängesysteme. Um mal bei Rigips zu bleiben, habe ich mich hier für Schnellabhänger entschieden. Eine Alternative sind beispielsweise Nonius-Abhänger, die sind dann für höhere Lasten (doppelte Beplankung, Einbauten usw.), noch etwas komfortabler zu verarbeiten, aber auch etwas teurer.

Als erster Schritt wird ein UW-Profil rundherum befestigt. Erwähnte ich, dass ich mein neues Spielzeug habe? Der Stabila LAX 400 ist endlich mein und ich habe ihn bei dem Deckenprojekt einem ersten Test unterziehen können. Ein vollständiges Resümee wird dann hier noch folgen.

Ich habe ein schmales (28 mm) UW-Profil benutzt, das auf der Rückseite mit Dämmband (Schallschutz) beklebt und dann mit Ständerwerk-Nageldübeln befestigt wird. Die Höhe der Profil-Unterkante ist dann die spätere End-Deckenhöhe plus die Plattenstärke. Auf dieses Maß habe ich den Laser eingestellt (bzw. 5 cm darunter, wegen der Laser-Schablone), und dann ging es los!

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voll Laser!

Das Profil wird nun an die erste Wand gehalten (hier hat mir meine Stativ-Konstruktion HIlfe geleistet) und die magnetische Laser-Schablone drangepeppt:

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Laser-Schablone

Das Profil wird nun so ausgerichtet, dass der Laserstrahl die Mitte der Messskala trifft. an dieser Stelle wird gebohrt und der Nageldübel eingeschlagen. Vor dem Einschlagen sollte man die Schablone abnehmen, weil sie sonst runterfällt. Nicht, dass mir das passiert wäre! (Daher auch der formschöne Klebestreifen-der Magnet ist direkt beim ersten Einsatz rausgefallen aaarrrgghhhh!)

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Stück für Stück…

Dieses Prozedere erfolgt nun einmal rundherum. Tatsächlich wird die Platte später gar nicht an diesem Profil angeschraubt (Bewegungsfuge zu angrenzenden Bauteilen), es dient eher als Höhenanschlag und Halter für die CD-Profile.

Zunächst werden nun die Ösendrähte gesetzt, die später als Abhängung für die Unterkonstruktion dienen. Der Abstand richtet sich nach dem Gewicht der Deckenbekleidung, hier betrug er 90 cm. Wieder kam der Laser zum Einsatz, ich habe im Abstand von 90 cm rechtwinklige Linien an die Decke projiziert und den vorher oben umgeknickten Ösendraht befestigt. Womit das gemacht wird, kommt wieder auf die Decke an!

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Schnellabhänger auf Ösendraht

Hier handelte es sich um eine Holzbalkendecke, und auch wenn diese verputzt ist, ist das einzige, was darin hält, lange (Holz)Schrauben mit grobem Gewinde. Unter den „Brettern“ der Holzbalkendecke ist in der Regel ein Geflecht aus Strohmatte als Putzträger. Aber ein Dübel wird hier kaum halten; daher eine lange Holzschraube die durch die Putzschicht direkt das Holz trifft. Da kann es höchstens mal passieren, dass man in einer Fuge landet, dann versetzt man den Abhänger halt ein bisschen. Hier mal ein Bild, dass den Aufbau der Holzbalkendecke zeigt:

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Holzbalkendecke mit Putzträger Strohmatte

Die erste Lage CD-Profile wird nun auf die UW-Profile gelegt und die Schnellabhänger eingeklickt. An jeder Stelle wird nun die Laserschablone unter das Profil gesetzt und der Schnellabhänger auf die richtige Höhe eingestellt:

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Einstellungssache

Dies macht man jetzt Bahn für Bahn, und wenn das geschafft ist, ist die unterste Unterkonstruktion fertig. Diese wird aber noch nicht zum Anbringen der Platten benutzt, sondern ist sozusagen die Konterlattung. Als nächstes werden die Abstände für die eigentliche Traglattung ausgemessen. Diese Abstände sollten natürlich gut zur Plattengröße passen. Ich habe hier alle 50 cm (+5mm Randfuge) ein CD-Profil gesetzt. Die Abstände habe ich mit einem Distanzlaser ausgemessen und an jeder Seitenwand angezeichnet:

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Abstände der Tragkonstruktion ausmessen

Hier messe ich übrigens jeden Punkt von der Wand aus und nicht Punkt für Punkt, um Tolreanzen nicht zu übertragen.

Diese CD-Profile werden nun passend geschnitten (etwas weniger als die Raumbreite; wenn man sie in die Anschlussprofile pressen muss, ist es zu lang!) und in die UW-Profile eingelegt. Mit praktischen Kreuzverbindern werden sie dann mit den Tragprofilen verbunden:

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Kreuzverbinder

Beim Ösendraht muss übrigens darauf geachtet werden, dass auch wirklich jeder auf Zug belastet ist. Auf diese Weise ließ sich eine solche Decke relativ fix abhängen:

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Abgeängte Decke

Im Randbereich habe ich das letzte Profil im Abstand von 20cm zur Wand angebracht.

Übrigens, da ja immer mal nach Argumenten für Metall- und gegen Holz-UK gefragt wird: Die Tragprofile lassen sich noch schieben! Wenn es also mit dem Plattenende nicht so richtig passt, kann man sie noch ganz gut ein paar Zentimeter auf der Tragekonstruktion verschieben. Das würde bei einer festgeschraubten Holzlatte nicht so einfach funktionieren.

Nächste Woche geht es weiter, und mein Tempo ist mittlerweile ganz gut, so dass ich auch schon Beplankung anbringen werde (die Unterkonstruktion ist tatsächlich der größte Zeitanteil). Der neue Laser leistet schon einen gehörigen Teil – klar kann man die Profile auch mit Richtscheit usw. ausrichten, aber es geht so wirklich deutlich schneller und das Enderegebnis ist sowasvongerade!

Gut, im Moment sieht das ganze Häuschen extrem nach Baustelle aus (Bad entkernt, Tapeten ab, Türen raus), aber jetzt geht der Wiederaufbau stetig weiter, das Dach ist dicht, und die Überraschungen werden täglich weniger! Also, dranbleiben lohnt sich – bis nächste Woche!

Knusper, knasper! – wie zwei Mäuse…

Regelmäßig erhalte ich ja irgendwelche Anfragen zur Kooperation dieses Blogs mit irgendwelchen Firmen und Marketing-Agenturen. Meist ist es das Angebot, vorgefertigte (Werbe)texte hier zu veröffentlichen und Geld dafür zu bekommen. Solche Anfragen strafe ich natürlich mit Ignoranz und Verachtung. Ab und zu bekommt man aber auch nützliche Sachen, manchmal auch Werkzeuge zum Testen; und während ich bei Spaltaxt, Gartenhandschuhen und Hundenapf meistens dankend ablehne, weil es thematisch ja auch nur so halb passt, lasse ich mich manchmal auch breitschlagen und so erhielt ich zu Testzwecken dieses hübsche Gerät, einen Westfalia TwistMeister:

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Bild: heimwerker.de

Es handelt sich dabei um einen Akkuschrauber mit zwei Gelenken. Hersteller müssen sich ja von Zeit zu Zeit Neuigkeiten und Innovationen einfallen lassen, und wenn ich mich auch ehrlicherweise nicht mehr konkret erinnern kann, wann ich mir das letzte mal einen knickbaren Akkuschrauber gewünscht habe, ist es doch irgendwie eine interessante Idee und wenn man regelmäßig kleine Kisten baut oder in engen Löchern herumschrauben muss, will man das Gerät sicherlich bald nicht mehr missen wollen.

Das Gehäuse macht zunächst einen soliden Eindruck, die beiden Gelenke lassen sich per Knopfdruck in alle möglichen Richtungen biegen und sogar ein kleines Lämpchen ist eingebaut. Der Kopf ist um 360° drehbar und der Griff ist nur rund sechs Zentimeter hoch und so kommt man wirklich in so ziemlich jeden Winkel damit. Einzig die Drehzahl reißt mich jetzt nicht vom Hocker; vergleicht man meinen Makita-Schrauber mit diesem Gerät, ist das in etwa ein Unterschied wie zwischen einem IronMan-Sieger und, äh, mir. Also, wenn ich jetzt beim Ironman teilnehmen würde. Wär vielleicht nicht so gut.

Andererseits ist der Twistmeister ja auch nicht dazu gedacht, große Holzterrassen fertigzuschrauben oder tausende von Trockenbauschrauben einzudrehen. Es ist schon ein Spezialwerkzeug für windige Ecken und winklige Winkel. Dabei wirkt er durchaus stabil und das Getriebe ist auch kräftig genug. Von daher, meine Kaufempfehlung, zumal ich für Werkzeugtests stets eine fünfstellige Summe erhalte, da kann man ja auch nicht meckern.

Übrigends gibt’s bei den Kollegen von heimwerker.de ein Gewinnspiel, bei dem man noch bis zum 17.5. (oh, das ist ja heute!) einen TwistMeister abgreifen kann. Viel Glück!

Apropos zuhause im Glück: Die Gipskartondecken vom letzten mal habe ich mittlerweile gespachtelt und bin dabei auf eine Zeit von knapp sechs Minuten pro m² gekomen, Rigips gibt in seinem Kalkulationsprogramm 6,6 Minuten an, von daher, alles gut. Die Wandanschlüsse habe ich dieses mal mit Trennfix gemacht, das ist ein wasserfestes Band mit selbstklebendem Streifen. Zur Wand hin wird dann etwa 5mm Fuge gelassen und dann beim Spachteln gegen das Trennband gespachtelt. Nach dem Trocknen schneidet man das Band bündig ab und füllt ggf. den kleinen Spalt mit Acryl auf.

Nachdem dann geschliffen und grundiert wurde, ging es im ersten Raum los mit Dekorputz, und da brauche ich mittlerweile knapp sieben Minuten pro m², inklusiv aufziehen, abreiben und anhübschen, und so war der größte Raum nach knapp drei Stunden fertig. Leider ist das immer eine große Sauerei und auch wenn ich behaupte, dass mir vergleichsweise wenig runterfällt, sieht man am Ende des Tages aus wie ein Schneemann. Aber Schwund ist ja bekanntlich immer und die Decke ist wirklich schick geworden. Leider konnte ich kein Foto machen, da ich immer noch in einer Hülle aus Gipsputz stecke und mich nur langsam befreien kann. Da kommt mir der Twistmeister wieder zugute, mit dem ich mich langsam, aber sicher aus der Putzkruste herausfräse.

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Heimwerker nach Deckenputzarbeiten
(Bild: Wikipedia)

Wenn ich das bis nächste Woche geschafft habe (das Gerät ist ja nicht so schnell), gibt’s auch wieder Fotos! Ich bin guter Dinge und ein kleines Loch habe ich auch schon geschafft. Wenn mir jemand die Tage mal was zu Trinken vorbeibringen könnte? Mit Strohhalm, bitte.

Prost!

 

 

Der große Ketchup- und Buttermilch-Test

Na, dann wollen wir mal ein bißchen was testen heute. Zum Beispiel meine DWD-Platten, die ich als Unterdach für meinen Dachbodenausbau genommen habe und die ja unter anderem den Vorteil haben sollen, auch gegen Hitze zu isolieren. Gestern und heute sind es um die 30°C, und ich sitze soeben im Dachbodenzimmer und blogge vor mich hin, und ich muss schon sagen – verdammt warm…im Rest des (Stein)hauses ist es deutlich kühler-aber, wer weiß, wie es ohne die Platten wäre? Aber Wunder kann man wohl nicht erwarten.

Apropos Test: Da habe ich doch hier diesen klappbaren Akkuschrauber getestet, und noch gewitzelt, dass man ja selten wirkliche Anwendungsfälle dafür hat, und ZACK! da ist der erste Anwendungsfall: das Anschrauben eines Direktabhängers in unmittelbarer Wandnähe:

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Twistmeister

Wenn das letzte Profil nämlich zu weit von der Wand weg ist, wird’s im Anschlussbereich wabbelig, und so kann ich schön nah an die Wand heranrücken (denn am umlaufenden UW-Profil wird nicht verschraubt), und der TwistMeister erreicht die Stelle problemlos. Glückwunsch, Gentleman, sie haben sich einen festen Platz in der Trockenbaukiste gesichert, auch wenn sie etwas langsam sind, aber ein bißchen Entschleunigung tut mir manchmal auch ganz gut.

Aus der Rubrik „Tips & Tricks“ noch ein kleiner Cheat: Das hier erwähnte TrennfixBand klebt ungefähr so gut wie Milch manchmal nicht so richtig gut, gerade auf frischen Putzflächen; da ist mir eingefallen, dass man in diesem Fall ja auch einfach ans Metallprofil kleben kann:

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so gehts auch!

Das ist übrigens immer noch eine ganz feine Sache und das Anspachteln zur Wand geht wirklich gut. Früher habe ich immer tubenweise Acryl in den Spalt zwischen GK-Platte und Wand gedrückt. Nicht nur, dass auch hier ein Hauch von Pfusch mitschwebt, Acrylfugen reißen sowieso irgendwann, besonders in der Kombi breite Fuge plus billiges Acryl. Dann lieber Anspachteln, Band abschneiden und dann noch etwas Acryl in die Minifuge fürs gute Gewissen. Die wird so klein, dass man nicht mal die Kartuschenspitze abschneiden muss und man kommt mit einem Karton genau acht Jahre hin.

Einen hab ich noch, von wegen Testen: Ich habe den Fließspachtel Sopro FS-15plus getestet, um aus der Kraterlandschaft Bad/Durchgang/Küche einen fliesbaren Untergrund zu schaffen, und bin begeistert. Das Zeug fließt wirklich richtig gut, ist also entsprechend dünnflüssig (also ungefähr die Konsistenz von … hmm Ketchup? Nee dünner… Buttermilch? Irgendwas dazwischen.) und verteilt sich fast wie von selbst. Dabei werden Unebenheiten von 2 bis 40 mm ausgeglichen, was eine ganze Menge ist, und nach zwei Stunden kann man schon drauffliesen (wie war das mit Entschleunigung?). Ganz billig ist der Spachtel leider nicht, dafür aber tatsächlich richtig gut.

Der Untergrund ist also nun bereit, und ab nächster Woche kann gefliest werden! Ich habe das Gewerk unter Tränen schweren Herzens abgegeben, denn der Hauptberuf fordert mich in den nächsten Wochen wieder zusehends, und dann baue ich zwar auch, aber weniger beständig, sondern eher flüchtig, also zum wieder-abbauen.

Wobei, ganz abgehakt ist dieses Häuschen ja noch nicht für mich, es wartet noch der Wannenträger, der in liebevollem Halbrund gemauert werden möchte, und wohl auch noch die Zimmertüren. Und sollte es noch eine Einweihungsparty geben, werde ich natürlich meine Hilfe (beim Verzehr) anbieten! Wohlsein!

 

Freigelegt!

Endlich herrscht im Haus wieder ein Klima nach meinem Geschmack! Staub, Dreck, Baulärm und der liebliche Geruch von 89 Jahre altem Schutt lässt doch jedes Heimwerkerherz höher schlagen?
Nun, ehrlich gesagt finde ich es auch netter, wenn alles fertig und das traute Heim keine Baustelle ist. Ein Grund mehr, schnell fertig zu werden.

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Da geht die Rauhfaser…

Das Projekt „Treppenhaus“ bin ich diese Woche voller Elan angefangen, und es geht gut voran, wenn auch nicht ganz so schnell wie erwartet. Die Tapeten nämlich wurden scheinbar mit Saurierspeichel angeklebt und entsprechend lange hat es gedauert, die beiden Schichten(!) abzulösen. Unter der klassischen Rauhfaser enthüllte sich ein apartes Blumenmuster der 60er Jahre, darunter eine Wandmalerei – wenn man „ein Meter hoch grau angestrichen“ so bezeichnen möchte. Aber mit den üblichen Tricks (Anfeuchten der Tapete mit Wasser-Sprühflasche und ordentlich mit dem Spachtel spachteln) bin ich dem Ganzen zu Leibe gerückt.

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Zweite Schicht: Apartes Blumenmuster. Ich schätze 60er Jahre?

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Darunter: Wandmalerei der pragmatischen Sorte

An den freigelegten Wänden werde ich noch etwas nachspachteln müssen; u.a. zieht sich ein waagerechter Riss einmal durch den oberen Teil der Wand, der allerdings schon vor geschätzt 50 Jahren mit Gipsspachtel und Gewebe repariert wurde; außerdem gibt es diverse Stellen, wo sich neben der Tapete auch ein bißchen Putz gelöst hat. Würde man hier wieder tapezieren wollen, wäre sicherlich ein feiner Gipsspachtel das Mittel der Wahl; da ich aber mit 2mm Reibeputz drüber will, werde ich hier wohl zum normalen Gipsputz greifen, denn davon müsste ich noch einen Sack auf Lager haben.

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Riss, ganz früher schon gespachtelt.

Ganz putzig ist dieses kleine Schränkchen: zwei Rohre kommen von unten, zwei von oben, in der Mitte wurden sie gekappt, hmm, sieht doof aus, also hat man was gemacht? Ein Schränkchen drübergezimmert. Sehr schön 🙂 Das kommt jetzt auch mal weg. Rohre weiter abschneiden, drüberputzen, Reibeputzstruktur mit Reibeputz aufnehmen, fertig.

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Wandschränkchen: probates Mittel für doofe Stellen

Etwas aufwändiger gestaltet sich die Elektroinstallation. Da ich ja Elektrofachkraft bin, darf ich zum Glück sämtliche Tätigkeiten bis hin zu einfachen nuklearen Experimenten (für mittlere bis schwere brauche ich eine Gestattung vom Bürgerbüro) selbst durchführen. Achtung, nicht nachmachen! Grundsätzlich einen Obi-Mitarbeiter zu Rate ziehen!

Im oberen Bereich des Treppenhauses gab es schon ein Lämpchen mit Schalter, ich möchte allerdings das Ganze mit in das bestehende Treppenhaus-Lichtsystem enigebunden haben. Dabei handelt es sich um eine Schaltung aus mehreren parallelen Tastern, die bei Betätigung ein Stromstoßrelais („Eltako“) schalten und so die bestehenden drei Lampen (und bald eine Vierte) an- oder ausschalten.

Ich legte also die bisherige Installation still und habe einen neuen Taster in die Wand gesetzt, den ich parallel zum Taster weiter unten aufgelegt habe. Dazu mussten hier und da ein paar Schlitze gemacht werden. Wegen der unmenschlichen Staubentwicklung einer herkömmlichen Schlitzfräse (das ist ja strenggenommen in bewohnten Räumen wirklich kaum machbar) habe ich mit dem Bohrhammer und breitem Meißelaufsatz geschlitzt. Hierbei entsteht zwar auch Staub, aber er wird nicht so aufgewirbelt und dass es etwas länger dauert, fällt bei den zwei Metern Schlitz kaum ins Gewicht.

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Staubarme Schlitze mit Bohrhammer

Die neue Lampe wurde dann parallel mit der alten verbunden und die nötigen Leitungen unter der abgehängten Decke entlanggefädelt. Dass das manchmal schwierig ist, habe ich ja hier schon erfahren müssen; dieses mal habe ich einfach eine Zwischenstation eingebaut und mit dem Bohrer für Hohlwanddosen Fädel-Löcher gemacht. Die herausgebohrten Einsätze bewahrt man dann auf, die Kanten werden dann später etwas „entgratet“, die Deckel wieder eingesetzt und sauber gespachtelt. Sieht nachher kein Mensch mehr („in zwei Wochen sehen Sie das nicht mehr!“).(„und warten sie ab wenn erstmal Farbe drauf ist“).

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Kabel ziehen mit Zwischenstation

Beim Legen der Leitung für die neue Lampe oben habe ich ein Brett aus der 70er-Jahre-Vertäfelung herausgenommen, und siehe da, was ist denn dahinter? Ich habe ein hübsches Kleinod entdeckt, eine Vertäfelung mit Treppensockel aus den 20er Jahren, mit angefasten Profilkanten (oder wie sagt man? Genutete Rillenfräsungen? Gefräste Fräsung?) und rundherum liebevoll mit Viertelstab gearbeitet. Nun, auf den ersten Blick ist das Ding ziemlich fertig und hat auch durch die jahrelange Verkleidung etwas Schimmel angesetzt. Dennoch ist der Entschluss klar: anstatt zu Verkleiden ist hier Freilegen und Aufarbeiten angesagt!

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Huch, was ist denn dahinter?

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…ganz vorsichtig freilegen…

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Ist sie nicht wunderschön? Also, zumindest auf den zweiten bis dritten Blick…

Ach, es gibt auch wieder Neuigkeiten an der Werkzeugfront: Um die Treppenhausarbeiten halbwegs ohne Knochenbrüche überleben zu können, habe ich mir eine variable Stufenleiter angeschafft. Sie ist sowohl als Anlege- als auch als Aufstell-Leiter zu benutzen und jedes Segment kann dabei individuell ausgefahren werden. Damit sollte ich wohl jeden Winkel halbwegs sicher erreichen können.

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Supra Super-Leiter

Für die Unterputzdosen gab es einen neuen Bohrer mit SDS-Schaft, weil der Alte erstens die letzte Baustelle aus unerfindlichen Gründen nicht überlebt hat und er zweites noch ein normales Bohrfutter hatte (der letzte Grund für den Erhalt meiner einzigen konventionellen Bohrmaschine, die die letzte Baustelle ebenfalls aus unerfindlichen Gründen nicht überlebt hat); jetzt kann ich mit dem Bohrhammer bohren und es geht wirklich wie durch Butter! Leider waren sowohl die Wunderleiter als auch der Superbohrer schmerzhaft teuer.

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Arbeiten am Limit: Hier geht es mehrere hundert Meter steil nach unten !

Umso besser passte da das Sponsoring der Seite werkstatt-king.de, von denen ich eine Säbelsäge (oder Tigersäge) bekommen habe! Ich habe mir das Ding ausgesucht, aber gedacht, naja, so oft werde ich sie nicht brauchen, aber: wenn man sie erstmal hat, kann man sie tatsächlich überall einsetzen, wo mal schnell was abzusägen ist. Die Säge von DeWalt, Modell DCS3102D2 kommt mit zwei Akkus und Ladegerät daher, im Set außerdem ein Satz Sägeblätter in verschiedenen Größen und eine Dose Schneidöl.

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Säbelsägen-Set

Ich hatte bisher noch kein DeWalt-Werkzeug, es macht aber einen sehr soliden Eindruck, der Winkel des Handgriffs lässt sich verstellen und die Leistung ist tatsächlich beachtlich. In dem Online-Shop von werkstatt-king gibt es alle möglichen Werkzeuge, von daher an dieser Stelle meine Empfehlung, denn nicht nur, dass ich die Säge, zwei Magnum-Flaschen Champagner und die Karibik-Kreuzfahrt dafür erhalte: es muss ja nicht immer Amazon sein, also bitte mal reinklicken, denn pro Klick von meinem Blog aus bekomme ich direkt 1400,00 € überwiesen. Ka-Tsching!

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Macht sich gut!

Tatsächlich reißen sich die Marketingagenturen und Werkzeugfirmen um diesen Blog. Warum eigentlich? Meistens schreibe ich doch nur Blödsinn 😉 Aber keine Angst, die meisten Anfragen lehne ich ab, damit das hier keine Werbeplattform wird. Und auch fertige Gastbeiträge müssen leider draußen bleiben. Aber hübsche Spielzeuge stelle ich natürlich gerne vor. So, jetzt gehe ich mal den Whirlpool und die Gartensauna auspacken. Bis nächste Woche!

 

Albträume im Malergroßhandel

Es geht gut voran im Treppenhaus! In dieser Woche war ich Maurer, Trockenbauer, Tischler und Maler (zum Maler später mehr). Das Projekt Reibeputz im Treppenhaus war tatsächlich eine Herausforderung – vor Allem angesichts der Schweinerei; die Deckenschrägen lassen sich nur rücklings liegend auf der Leiter erreichen, dementsprechend klatscht beim Abreiben alles senkrecht ins Gesicht und ich glaube, ich war noch nie lange nicht so dreckig.

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Vorbehandlung mit Gipsputz

Bevor es dazu kommen konnte, wurden die Wände erstmal vorbereitet; Ganz oben im First habe ich mit Gipskarton an die bestehende Dachboden-Ausbaustufe angeschlossen, Unebenheiten in den Wänden habe ich mit Gipsputz behandelt, und am Ende wurden die Wände und Schrägen dann mit Putzgrund vorbehandelt.

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Gipskarton im First

Auch das Vertäfelungs-Kleinod habe ich aufgearbeitet: als untere Abschlussleiste habe ich noch ein Zierholz gefunden, das mit in die nachträgliche Vertäfelung eingebaut war und offensichtlich ebenfalls aus den goldenen 20ern stammt. Hier habe ich einen Viertelstab aufgeleimt und es dann vor den Spalt gesetzt, der seitlich der abgehängten Decke des 1. OG zu sehen war.

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Viertelstab leimen: Geht besser mit Kabelbindern als mit Schraubzwingen!

Auch die Vertäfelung habe ich ringsum mit Viertelstäben eingefasst, wobei ja ehrlicherweise diese ganz filigranen Holzarbeiten nichts für mich sind. Oben unterm Dach feine Holzstäbchen auf Gehrung geschnitten mit kleinen Nägelchen ohne Spalten irgendwo dranklöppeln, puh – da muss man zwischendurch schon mal laut rumfluchen tief durchatmen.

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Montierte Abschlussleiste (unten) und seitliche Verkleidung mit Viertelstäben

Ganz begeistert bin ich vom Holzkitt aus dem Holzhandel: Mit Spachtel auftragen, aushärten lassen, wird dann später abgeschliffen und füllt ganz ausgezeichnet vorhandene Löcher, Risse und auch größere Spalten.

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Holzkitt

Nach Fertigstellung der Holz- und Putzarbeiten kommt nun der vorletzte Abschnitt (vor dem Teppich): die Malerei! Das bisher graue Treppengeländer soll weiß mit einem rotbraunen Handlauf werden, die bisher graue Unterseite der Treppe (auf die man vom Erdegschoss aus guckt) soll ebenfalls weiß mit einem rotbraunen Streifen zur Wand hin werden. Die Treppenhauswand bekommt einen Anstrich mit Latexfarbe.

Im Rahmen meines Baunebengewerbes habe nun auch ich ein Kundenkonte beim örtlichen Maler-Großhandel einrichten lassen, und immer wenn ich dort bin, habe ich Angst, dass die merken, dass ich gar kein echter Maler bin! Nicht dass das tragisch wäre; man darf dort auch als Halbmaler einkaufen und ich habe ja auch Gewerbe und Handwerkskammer und Impfausweis, aber eben auch immer ein mulmiges Gefühl.

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Das ist doch schonmal schick geworden: aufgearbeitete Vertäfelung

Dann streife ich dort durch die Gänge und versuche, möglichst wissend auszusehen. Hmm, Seidenlatex, Premiumlatex, Seidenpremiumlatex? Lieber nicht fragen. Ich mache mich schon verdächtig durch meine schwarze Kleidung! Sind Maler nicht immer weiß? Wie teuer der Lack wohl ist? Im Baumarkt kosten 2,5l gut 30 Euro…ok, ich frage mal (nachdem ich ihn gekauft hab) – zweiundfünfzig nochwas? Ich nicke wissend und routiniert, denke aber: „Nagel im Kopp oder was?“ Aber der ist bestimmt total gut und viel besser als der aus dem Baumarkt.  (Ist er nicht, stellt sich nachher raus). Ich bin mal auf die Rechnung gespannt oh-oh…

Lesen hier eigentlich Maler mit? Ich habe mich gefragt, ob Maler wohl ihr Werkzeug auswaschen oder immer wegschmeißen. Mal ganz ehrlich: eine Fassadenrolle  kostet beim Baustoffhändler ein Euro nochwas. Das Auswaschen einer Fassadenrolle dauert sicherlich rund 10 Minuten, bis man da alles rausgequetscht hat, von der Sauerei mal abgesehen. Ein Malergeselle hat nach Tarif einen Stundenlohn von 12,15 €. Der Arbeitslohn fürs Auswaschen ist also höher als eine neue Rolle. Und das Streichergebnis wahrscheinlich auch.

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Geht gut: Schaumwalze am Stiel

Die Treppenunterseite habe ich übrigens nicht angeschliffen, weil man dort nur mit Akrobatik drankommt und die spätere Lackierung sowieso nie wieder jemand berühren kann. Allerdings musste ich zur Erzielung eines deckenden Ergebnisses auch mit dem Premium-Lack vier mal(!) streichen; bzw. Rollen: Ich bin ja großer Freund des Rollens mit Schaumstoffrollen in schmal und breit, und sowieso alles mit Stiel. Auch eine Wand lässt sich mit Stiel wesentlich ergonomischer und kräfteschonender rollen als ohne.

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Geht auch: Pinsel am Stiel!

Was ich übrigens beim Malerhandel vergessen habe, waren die Pinsel! Die habe ich mir dann, zugegebenerweise, von Lidl geholt. Tatsächlich kann man dort online schauen, was in der aktuellen Woche gerade im Angebot ist, und es gibt auch immer die Sektion Garten/Werkzeug, bei der ich schon einiges Interessantes gefunden habe. Sicherlich kann man keine Profi-Qualität erwarten, aber es gibt eben Anwendungen, da ist das nebensächlich. So kostete das 8teilige Pinselset zwei Euro nochwas (soviel zum Auswaschen!), und die pinseln auch gut. Oder ein Cuttermesser-Set für wenig Geld, das mich mittlerweile schon seit Jahren begleitet. Auch meine Forstnerbohrer sind vom Discounter, hihi…

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Treppenwangen weißen mit schmaler Schamuwalze

Nächste Woche heißt es dann „feddich werden!“ und der Treppenteppich wird  verlegt! Ich habe gestern Nacht sogar davon gerträumt. Im Traum war es der falsche Teppich, und ich hatte die Stücke entweder zu groß oder zu klein geschnitten, und das Ergebnis sah völlig besch**** aus. Also der Traum muss jetzt nicht unbedingt in Erfüllung gehen…

 

Fertig?

Im letzten Teil des Treppenhaus-Projekts zeige ich heute, wie man den ganzen Mist wieder abreißt die Treppe mit Teppich beklebt. Teppich auf Treppenstufen ist natürlich immer eine Geschmackssache, und bei einer alten Holztreppe wie dieser hätte ich auch erstmal zum Abschleifen tendiert, aber der Stufenzustand ist eher mäßig und wir wollen unseren kuscheligen Teppich nicht mehr missen, er gibt dem Treppenhaus viel Gemütlichkeit und Wärme; also wurde der im Erdgeschoss schon verbaute Belag im oberen Teil 1:1 fortgesetzt.

Bevor es so weit war, mussten erstmal die Malerarbeiten erledigt werden, als besondere Herausforderung erwies sich hier der feine Steg zwischen Treppe und Wand, den ich gern in braunrot (Firenze irgendwas), eben wie das Treppengeländer gehabt hätte, also ein Farbtupfer zwischen weißer Treppe und weißer Wand. Dies habe ich zunächst mit einem professionellen Masker-Tape/Präzisionsklebeband versucht, sprich beide Kanten abkleben und drauflospinseln, das Ergebnis war dann leider dieses:

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naja, geht so…

Deutlich besser ging es tatsächlich mit gefühlvollem Pinselstrich (ganz normaler Flachpinsel für Lacke) an der Wand und einer gefühlvollen Rolle (schmale Schaumstoffwalze) an der Treppenseite:

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schon besser!

Vorher wird das Ganze noch abgeschliffen, für die feinen Ecken und Kanten kam mir hier meine Bosch-Maus PSM Primo sehr gelegen.

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Mäuschen, mach mal SCHLEIF!

Jetzt aber Butter bei die Fische! Der letzte Schritt ist das Teppich kleben! Hallelujah, was war ich aufgeregt – ich hatte ja sogar schon Albträume davon, wie ich letzte Woche erzählte. Vorweg: Das Ergebnis ist tatsächlich gut geworden! 🙂 Im Erdgeschoss haben wir es ja damals machen lassen, da würde ich mal sagen, die Arbeit ist 98%ig geworden (ja, auch die Profis kochen nur mit Wasser! Aber der hat das schon ziemlich gut gemacht), und meine obere Treppe ist jetzt, nunja, 90%ig kann man schon sagen. Hier und da so ein Millimeterchen-aber das sehe ich vermutlich nur selber. Außerdem hatte ich den Vorteil des mittelflorigen Teppichs, da kann man noch ein bißchen rumbürsten und hinfummeln, mit ganz flachem Teppich oder gar mit PVC-Belag stelle ich mir das noch schwieriger vor.

Aber ich habe es hingekriegt! Also, nur Mut! Bei den ersten Stufen war noch etwas Ausprobieren angesagt, aber irgendwann hatte ich den Flow raus. Und dannwollenwirmal wäre ja nicht dannwollenwirmal, wenn ich die werte Leserschaft nicht daran teilhaben ließe und erkläre, wie ich’s gemacht habe. Es gibt zwar Anleitungen in diesem Internet für TreppenBeteppichung, aber die meisten basieren auf doppelseitigem Klebeband und ich KANN mir nicht vorstellen dass das auf einer Stufe gut hält. Das klingt nach Pfusch, nach Bauschaum, nach „pro-Stufe-kannste-auch-vier-Spax-reindrehen“ (Sorry Spax! Nichts gegen Euch aber beim Teppich habt ihr nix verloren!) – wie auch immer – hier nun die Anleitung, aber es muss unbedingt unter uns bleiben! Nicht dass das am Ende noch jeder kann.

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Der Kleber!

Zack, das ist der Kleber, die erste Waffe. Sechs Kilogramm mit dem klangvollen Namen „UZIN“ WK 22 (Unter Uzin hätte ich eher einen russischen Bomber vermutet, aber gut…) und ich warne vorab: Das Zeug ist unverschämt teuer, über 100 Euro der Pott, aber dafür einfach richtig gut. Selbst der um die Trittstufe herumgeführte Teppich hält bombenfest und schnellt nicht wieder hoch:

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Kritische Stelle: Um die Stufe herum

Hier hatte ich zunächst geplant, den Teppich mit meinem Elektotacker festzutackern, das hätte man ja später nicht mehr gesehen („Warten Sie ab, wenn erstmal Farbe drauf ist! Sieht nachher kein Mensch mehr!“), aber es war schlicht und ergreifen nicht erforderlich, weil es auch so hielt. (Wie wäre das wohl bei doppelseitigem Klebeband geworden? Hmm…). Wenn ich den Teppich allerdings in 30 Jahren wieder loswerden möchte, muss ich vermutlich die Treppe sprengen…

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1. Schritt: zu großes Stück aufkleben

Es wird nun zunächst ein Teppichstück zugeschnitten, welches zu groß ist. Dazu wird die Breite der Stufe (Maß zwischen maximalem linken und maximalem rechten Punkt der Trittstufe) gemessen, plus einige Zentimeter Zugabe; außerdem die Tiefe (breiteste Stelle) plus die Herumführung um die Stufenkante und wieder einige Zentimeter Zugabe. Dieses Maß wird aus der Teppichrolle geschnitten. Geschnitten wird von hinten, weil man da den Schnitt erstens besser sieht und zweitens der Teppichrücken (zumindest in meinem Fall) mit Linien bedruckt ist, der das gerade Schneiden erleichtert. Apropos Schneiden: Dazu braucht man zwingend diese Waffe:

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Hakenklinge

Für das Cuttermesser besorge man sich eine Hakenklinge; die gibt’s auch im Zehner- oder Fünferpack in jedem Baumarkt (hier), passend für ein stabiles Cuttermesser, zum Schrauben, nicht zum Abbrechen, damit lässt sich der Teppich fantastisch schneiden.

Das zu große Stück wird nun erstmal mit dem Kleber eingerollt:

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Teppiche einrollen

Wie im Bild zu sehen, wird auch die Setzstufe (also der Teil der Treppe, auf den man nicht tritt, sondern den man von vorn sieht) zugeschnitten und mit Kleber behandelt. Hier habe ich übrigens nicht zu groß vorgeschnitten, sondern mutig die tatsächliche Höhe und Breite abgemessen und ausgeschnitten. Die Form ist aber auch weniger komplex als die schrägen Trittstufen.

Der Kleber muss nun so lange trocknen, bis kaum noch eine Klebkraft zu spüren ist. Das sind mindestens 20 Minuten, tatsächlich besteht aber sogar die Möglichkeit, die Teppichstücke schon am Vortag einzupinseln. Das habe ich aber nicht gemacht.

Währenddessen wird nun schonmal die Trittstufe und Setzstufe mit Kleber eingerollt. Hier würde ich nicht mehr als eine Tritt- plus Setzstufe machen, da es sonst Geschmiere gibt:

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Stufe bekleben

Auch dieser Kleber muss etwas anziehen, in der Zwischenzeit kann man zum Beispiel schon das nächste Stück vorschneiden. Wenn beide Seiten fast trocken sind, wird das Teppichstück an der hinteren Kante bündig angelegt, dabei sollte es links und rechts etwas überstehen. Achtung: Der Kleber ist laut Packungsangabe nicht korrigierbar und im RealLife auch tatsächlich schwer korrigierbar.

Mit der Rückseite des Teppichmessers werden nun die Kanten richtig in die Stufenecken hineingedrückt:

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Andrücken mit der Rückseite des Messers

Das Messer wird nun im 45°, besser sogar in noch etwas flacherem Winkel in die Kante gesetzt und entlang dieser wird geschnitten. Das Hakenmesser hakt immer etwas am Anfang, daher evtl. ein paar Zentimeter weiter im Teppich schneiden und dann nochmal umdrehen oder den Steg am Ende mit der Schere wegschneiden. Wenn das Messer nicht mehr so gut geht, Klinge umdrehen oder ein neues nehmen!

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Cut!

An vorderen Stufenseiten dabei nicht zu knapp schneiden, lieber etwas großzügiger und dann nochmal nacharbeiten.
Der Teppich wird nun um die Stufe herumgelegt und an der Unterseite wiederum in der gleichen Art abgeschnitten. Am Schluss wird die Setzstufe aufgeklebt; diese an der ’sichtbareren‘ Seite ansetzen und zur gegenberliegenden Seite hin festdrücken. Der Teppich ist nun schon direkt begehbar und sollte vollflächig nochmal schön angedrückt werden. Und so geht’s immer weiter, Stufe für Stufe:

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Step by Step

Mit dem Staubsaugen sollte man dann am Ende vielleicht noch etwas warten oder eine ganz zärtliche Stufe einstellen, bevor man die Teppichlappen später im Staubsaugerbeutel wiederfindet. Aber auch das habe ich geschafft und nun melde ich: Fertig! Das ging doch relativ schnell für „nebenher“? Ungefähr drei Wochen hat das Ganze gedauert, kostenmäßig ist man in diesem Fall (Reibeputz auf den Wänden, Treppen und Wände streichen, Teppich usw.) mit unter 1000,- dabei.

Und weil das Schönste ja immer die Vorher-Nachher-Bilder sind, hier die Galerie:

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vorher…

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…auch vorher…

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…nochmal vorher…

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…nachher!

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Hui!…

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funktioniert auch: Treppenhaustaster mit Lämpchen! Leuchtet auch! (Taster UND Lampe!)

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Treppe von unten auch ‚geweißt

Nun, ich bin zufrieden, mit mir im Reinen, ich ruhe in mir,bin glücklich und kann nun jedem sagen, der mich fragt „Und, bist Du mit Deinem Haus fertig?“ (denn das werden Heimwerkerblogger scheinbar immer und überall gefragt): JA, im Moment haber ich KEINE Baustelle mehr, es ist FERTIG!

Naja gut, das Dach wird wohl nächstes Jahr dran sein. Und damit auch die Fassade. Habe ich von den Plänen mit den Fensterläden erzählt? Ach, und das Bad unten, das kommt dann auch mal dran. Den Hof könnte man irgendwann neu pflastern,  und hinterm Haus auch. Den Zaun streichen? Ja, schon. Aber dann bin ich sicher fertig.

Hmm, das Wort fertig macht mir gerade Angst; es hat sowas endgültiges, sowas konservatives, sowas… –  jetzt hab ich’s:

Fertig sein ist was für Spießer.

Der dannwollenwirmal-Basteltip!

Passend zur weihnachtlichen Gemütlichkeit gibt es heute, ja, Sie haben richtig gelesen, einen Basteltip (oder BasteltipP?) bei dannwollenwirmal! Regelmäßige Leser werden wissen, dass meine Basteltips normalerweise auch immer den Abbruch tragender Teile am Haus beinhalten oder wenigstens eine Mulde Bauschutt verursachen. Dieses Mal allerdings musste ich für mein Töchterchen (4) aktiv werden, und die wünscht sich zu Weihnachten eine Lampe für ihr Bett, also eine Art Leselampe, aber nicht irgendeine, sondern in Form einer Krone, und rosa soll sie sein:

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Original-Ausschnitt Wunschzettel

Die im Versandhandel bestellbaren Lampen waren alle doof oder überteuert. Wobei es ja so ist, dass der Heimwerker den Preis als Argument bemüht, es dann selbst zu machen, und dabei dann etwa die dreifache Summe im Vergleich zum fertigen Produkt ausgibt. So war es natürlich auch bei mir. Egal, es kommt aufs Prinzip an!

Also, wer noch ein Geschenk für ein kleines Prinzesschen braucht, ist herzlich eingeladen, hier mitzubasteln. Man braucht:

– Bohrhammer

– Sperrholzplatte, z.B. 5mm Stärke
– kleines Sammelsurium an Holzresten
– Lack (2 in 1 Lack, in diesem Fall rosa)
– eine Lampenfassung
– ein Leuchtmittel (ich habe LED genommen)
– ein Lochblech oder sowas
– Stichsäge
– Schleifer
– etwas GedulVERDAMMTERMIST!

Theoretisch kann man nach diesem Prinzip auch jede andere beliebige Form basteln, wie eine Star-Wars-Lampe oder eine Bierflaschenlampe oder oder… In diesem Fall habe ich bei Google Bilder nach „Krone Prinzessin“ gesucht und habe zufällig ein Bild der Seite kleine Diva gefunden, dessen Kronenform ich gut fand. Ich hoffe die kleine Diva-Seite ist mir wohlgesonnen und freut sich über die Werbung. Oder ich werde verklagt wegen Bilderklauen und dann zersägen.

(Vielleicht hätte ich vorher mal fragen sollen? Es musste alles so schnell gehen. Und das hier ist ja ein privater Blog. Bin ich kommerziell? Ich glaube nicht.)

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Vorlage

Die Lampe soll also dreidimensional werden: Vorderer Teil mit drei Kronenzacken, hinterer Teil mit zwei, dazwischen Verbindungshölzer und natürlich die Lampenfassung angebracht. Zunächst habe ich das Bild mit Photoshop (keine Werbung! Es gibt natürlich auch andere Bildverarbeitungsprogramme wie Deluxe Paint!) auf zwei DIN-A-4-Seiten vergrößert:

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vergrößern…

…und dann ausgedruckt. Die gedruckte Vorlage wird auf die Sperrholzplatte geklebt und dann mit einem spitzen Bleistift nachgezeichnet, damit sich das im Holz einprägt:

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Schablone auf dem Holz

Die Rillen werden dann per Bleistift nachgezeichnet:

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nachzeichnen

Nun ist das Aussägen dran! Ich habe hier eine Stichsäge mit feinem Sägeblatt benutzt. Den Pendelhub sollte man ausstellen, damit es nicht zu schnell geht und nicht ausfranst. Das ist wirklich eine Geduldsaufgabe. Ich habe es erst mit Schraubzwingen gemacht, aber wenn man die Kronenspitzen zu weit herausstehen lässt, sind die ruckzuck abgebrochen. Und so ist mir am Ende der ersten Form tatsächlich ein Zacken aus der Krone gebrochen:

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Grrrrr!

Dabei musste ich an die Bloggerkollegen denken, die sich wirklich mit Holz auskennen und beispielsweise diese Schwibbögen machen! Der werte Kollege Reschenauer sägt ein Vierteljahr an dem Ding herum! Was ist denn, wenn kurz vorm ersten Advent das Ohr vom Esel oder der Ochsenschwanz abbricht? Ich glaube, ich würde den ganzen Mist hochkant in die Biotonne treten!

Ich habe dann einfach tief durchgeatmet und bin nochmal neu angefangen:

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Sägen, hier noch mit Schraubzwinge

Es hat sich als günstiger erwiesen, mit der Hand zu führen, ähnlich wie beim Laubsägen, und immer dicht an der Kante entlangzusägen. Ab und zu kann man mal ein Loch bohren, um mit dem Sägeblatt an ungünstige Stellen heranzukommen:

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Loch

Irgendwann waren dann beide Formen fertig:

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Oooh! Aaah!

Das Schöne ist ja, dass das Krönchen schon von der Vorlage her sehr organisch und ein wenig verspielt, also nicht besonders gerade und symmetrisch ist. Das erleichtert irgendwie das Sägen. Und: nach dem Sägen kommt das Schleifen! Mit den hier bereits vorgestellten Schleifern war das wieder ein Vergnügen; den Makita Tellerschleifer für die Flächen und die langen Kanten, und die Bosch Primo-Maus für kleine Ecken. Und danach sieht das Gesäge dann auch schon doppelt so gut aus. Jetz mal das Leuchtmittel einpassen:

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Fassung und Leuchtmittel

Ich habe hier ein LED-Leuchmittel gewählt, erstens, weil ich Selbiges in unserer Dunstzabzugshaube eingesetzt habe und begeistert bin vom Output, und zweitens, weil es eben nicht warm wird und die Lampe dann vielleicht nicht sofort in Flammen aufgeht, und drittens, weils Strom spart, und viertens, weil man es idealerweise niemals wechseln muss.

Die Größe der Fassung definiert also ein bißchen den Abstand zwischen den beiden Ebenen, und jetzt schaut man mal in der Holz-Restekiste, was man als Abstandshalter nehmen kann. Ich hatte noch etwas Rundstab von diesem Projekt übrig, habe daraus dann vier Stücke (etwa 7 cm lang) gesägt:

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Rundhölzer als Verbinder zwischen den beiden Platten

Diese werden dann schön aufgeleimt:

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Leimung

und das Ganze dann mit Schraubzwingen verpresst. Man sollte auch hier Geduld haben und nicht zu früh entspannen und daran rumfummeln, dann geht nämlich alles wieder auseinander. Nicht das mir das passiert wäre! *hüstel*

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spannende Angelegenheit

Währenddessen kann man die „Lampenbrücke“ zusammenbauen. Auf ein längeres Brettchen wird ein kleines Brettchen hochkant aufgeleimt (hält nicht) aufgeschraubt. In das kleine Brettchen wird vorher per Forstner-Bohrer ein Loch gebohrt:

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Lampen-Brücke

Das kleine Brettchen wird mit zwei SPAX (na endlich mal wieder Spax!)-Schrauben 3×30 von hinten an dem langen Steg befestigt. Die fertige Brücke wird, ebenfalls mit zwei 3×30-Spax an den beiden unteren Abstandhaltern befestigt:

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Lampenbrücke

In das Loch wird dann die Fassung gesetzt (daher wichtig, eine Fassung für einen Lampenschirm zu kaufen, denn die haben zwei Kunststoffmuttern zur Befestigung!):

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Fassung

Zwischendurch habe ich auch immer schonmal etwas Lack aufgetragen! Den Lack kann man sich im Baumarkt (Hurra) mischen lassen. Natürlich hatte man die kleinste Dose nicht vorrätig (irgendwas ist ja immer), so dass ich die Lackdose für 15,99 € kaufen musste – so viel zum Thema: es wird nachher dann doch teurer als das Fertigprodukt. Nun, vielleicht kann ich ja noch andere Sachen rosa anpinseln, denn für die Lampe braucht man nur gefühlte Nullkommanullnullfünf Milliliter. Oder wenn das hier jemand nachbaut, ich kann den Lack zur Verfügung stellen.

ÜBerteuert fand ich auch das Lochblech, das ich für die Lampenabdeckung benutzt habe. Das hat genau so viel gekostet wie der Lack und so bin ich mit allem drum und dran dann irgendwann bei 45 Euro gelandet. Für’s Kind nur das Beste. Ein Kind kostet, bis es 18 ist, statistisch gesehen rund 120.000 Euro. Kein Wunder, wenn man immer so teure Sachen basteln muss!

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Überteuertes Lochblech

Von dem Lochblech habe ich mit der Blechschere einen Streifen abgeschnitten, der zwischen die beiden Kronenteile passt und diesen, ebenfalls mit 3×30-Spax, an den Rundhölzern angeschraubt. Zum Schluss wurde auch das Blech rosa lackiert und ZACK! Fertig ist die Laube, oder eben die Lampe:

Kronen Lampe
Fertig!

Sie ist natürlich noch nicht richtig fertig (weil richtig fertig ist ja langweilig), sondern bekommt eventuell noch ein, zwei Lackschichten und die Gattin möchte das Ganze noch mit ein paar Glitzersteinchen verzieren. Achja, leuchten tut sie natürlich auch:

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Klick!

Dafür, dass ich Geschenke oft erst auf den letzten Drücker besorge (ich brauche den Zeitdruck, um wirklich kreativ zu werden), bin ich dieses Jahr für meine Verhältnisse recht früh dran und mir fehlen, Stand heute, nur noch zwei Geschenke. Najagut, drei. Eventuell vier. Aber die Lampe ist fertig! Für einen Nicht-Holzwurm ziemlich gut. Und wehe, die gefällt dem Prinzesschen nicht! Dann gibt’s nächstes Jahr ein Schaf aus Bauschaum.

Allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!

 

Der dannwollenwirmal-Jahresrückblick

Statistisch gesehen sind die Zugriffszahlen auf diesen kleinen Anti-Besinnlichkeits-Blog zu Weihnachten immer am niedrigsten. Besonders der Heiligabend sticht hier negativ hervor. Scheinbar brauchen an diesem Tag nur wenige Menschen Ratschläge hinsichtlich Mauerdurchbrüchen und kleinen Sprengarbeiten (wobei das auch sehr schön sein kann, siehe diese Geschichte!)

Also, lieber Leser, wir sind heute absolut unter uns, nur wir beide, und werden mal schön das vorangegangene Jahr Revue passieren lassen.

Anfang des Jahres habe ich mein Dachboden-Ausbauprojekt fertiggestellt. Holladiewaldfee, das hat mich recht lage beschäftigt; rückblickend muss ich sagen: Irgendwie doch alles richtig gemacht. Es sind die beiden schönsten Räume im Haus, und ich hoffe nicht, dass die Kinder so bald auf die Idee kommen, nach dort oben umziehen zu wollen.

Weiter ging’s sofort mit der nächsten Baustelle: Die Stabilisierung eine rissigen Wand mit einem Hilfsfundament, viel Bewehrung, noch mehr Beton und schmissigem Putz. Was daraus geworden ist? Nun, die Wand steht immer noch (wer hätte das gedacht…), ist mittlerweile grün angestrichen und weist keinerlei Risse mehr auf. Hurra!

Neue Spielzeuge gabs auch: Mein Lax 400-Laser erfreut sich ebenso bis heute großer Beliebtheit wie der Mörtelquirl. Beides, und noch viel mehr, habe ich dann im frühen Frühjahr benutzt, um das Badezimmerprojekt „aus zwei mach eins“ umzusetzen. Ein Altbau voller Herausforderungen, mit ganz schön viel Arbeit, aber einem tollen Ergebnis. Das Häuschen ist mittlerweile vermietet und man erfreut sich nahezu täglich an dem schönen Badezimmer. Also wirklich, nur gute Taten dieses Jahr!

Nachdem ich zwischendurch neue Werkzeugkisten gebaut habe, feierten diese gleich Premiere bei einem etwas umfangreicheren Bauprojekts; hier ging’s los mit dem Dachanschluss, weiter mit über 100 m² Trockenbaudecke mit Reibeputz, ein wenig Elektro, etwas Putz und noch so diesem und jenem. Leider konnte ich die Flieserei nicht mehr machen, da im Sommer der Hauptjob erbarmungslos zuschlägt und ich dann kaum noch Zeit finde, die morgendlichen Streifenfundamente im Vorgarten auszuschachten. Das Häuschen ist mittlerweile bewohnt und auch hier erfreut man sich quasi minütlich an den schönen Decken; man munkelt, dass es nächstes Jahr im Obergeschoss weitergeht. Wenn dem so sei, lieber Leser, werden Sie es als erstes erfahren.

Im Sommer gab’s dann neben ein paar Campinggeschichten und dem ersehnten Makita-Radio eine „Sommerpause“ mit Wiederholungen von Klassikern. Nach dem Päuschen ging’s dann auch gleich in die Vollen: Die Renovierung des Treppenhauses stand an, und da wurden wirklich alle Register gezogen: Seit Jahrzehnten verborgene Holzvertäfelungen, Überkopf-Putzarbeiten, Teppichverlegung und ganz viel Pinselei hielten mich doch einige Tage auf Trab, wobei so eine Baustelle mitten im Haus wirklich nicht sonderlich komfortabel ist. Aber auch das Ding ist fertig, und da freue ich mich wirklich, sagen wir, einmal die Woche, wenn ich die neue Treppe hochgehe (also ich gehe da öfters hoch, aber man kann sich ja nicht jedes mal freuen. Oder doch?)

Wenn ich mich dann zwischenzeitlich noch unterfordert fühle, fahre ich irgendwo zum Spachteln hin. Da wurde ja eine Garage zum Büro umgebaut, ein interessantes Projekt, in kurzer Zeit fertiggestellt.

Apropos interessantes Projekt: Ein Highlight war sicherlich die Schuppendrehung bei uns im Garten. Wenn ich das irgendwem erzähle, ernte ich zunächst immer ungläubige Blicke. Aber es geht! Mal eben anheben und umdrehen, das ganze Ding. Fotografisch dokumentiert und mit Fakten untermauert. Der Schuppen ist mittlerweile hübsch gestrichen (wobei, die Rückseite fehlt ehrlicherweise immer noch…) und aufgeräumt. Wie viel Platz da plötzlich drin ist!

Was war noch? Eine (für mich) neue Putztechnik habe ich vorgestellt; danach ging’s dann an ein weiteres Bad-Projekt: In zwei Wochen wurde die 70er-Jahre-Nasszelle in eine Wellnessoase allererstes Güte verwandelt. Bis auf eine kleine Fugenverbesserung gab es auch hier „nix zu meckern“ und die Herrschaften erfreuen sich auch beinahe täglich an dem neuen Badetempel.

Den Jahresabschluss bildete dann die Kronenlampe für meine Tochter, die übrigens tatsächlich sehr gut ankam; von meiner besseren Hälfte wurde sie noch mit Glitzersteinchen aufgehübscht:

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Kronenlampe

Und weil ich einfach nicht aufhören kann, habe ich die Tage vor Weihnachten noch genutzt, um einen Flur (nicht meinen Flur) zu renovieren: Decke abhängen, Wände und Decken mit Reibeputz gemacht (2015 war wohl das Jahr des Reibeputzes, da sind einige Eimer durchgegangen!). Besonders ärgerlich übrigens, wenn noch ein halber Quadratmeter fehlt und man deshalb nochmal zum Baustoffhändler fahren muss. Aber, selber Schuld, irgendwie. Hier noch ein nachher-Foto, leider habe ich vorher vergessen:

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Flur, nachher.

Was bringt das neue Jahr? Nun, Anfang des Jahres soll es wohl in besagtem Obergeschoss weitergehen; bei uns zuhause ist 2016 das Dach geplant, das neu gedeckt werden soll. Idealerweise will ich dann direkt die Fassade machen. Und noch so? Vieles kommt sicher überraschend, so wie dieses Jahr. Ich bin selbst gespannt, welche Herausforderungen noch so warten mögen. dannwollenwirmal wird auf jeden Fall wie gewohnt berichten 🙂 Allen Lesern einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr, mit immer einer Handbreit Bauschaum unter’m Kiel!

 

Zähne putzen, Pipi machen.

Huch, ich bin spät dran heute. Umso schöner, lieber Leser, dass wenigstens Sie halbwegs pünktlich hier sind. Dann legen Sie doch mal die Füße hoch und rühren den Sonntagskaffe nochmal um.

Ich wollte ja schon letzte Woche von der Holzbalkendecke erzählen. Diese bis in die 60er Jahre durchaus übliche Form der Decke begegnet einem regelmäßig in der Altbausanierung, und viele Menschen haben – unnötigerweise – eine Abschau dagegen. Spätestens wenn sie, aus welchem Grund auch immer, den Putz an einer Stelle entfernen und dann die Schilfrohrmatte herausschaut, hört man panische Schreie: „Herrgott, hier ist ja noch Stroh drunter! Die Decke muss ja Jahrhunderte alt sein! Schnell, alles rausreißen!“

Doch eins nach dem anderen. Zum Aufbau einer solchen Decke habe ich ein Bild gemalt, und wie es treue Leser gewohnt sind, natürlich mit der Buntstiftsammlung eines ausgewählten Kindes, heute meiner Tochter (4):

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Aufbau einer Holzbalkendecke

Die Balkenlage ist fest mit dem Haus verbunden, liegt also auf den Außenwänden und tragenden Innenwänden auf. Daher lohnt sich vor dem Entfernen einer Innenwand stets der Blick auf die Balkenlage. Wenn diese quer zu der betreffenden Wand verläuft, ist diese aller Wahrscheinlichkeit nach tragend. Unter die Balkenlage sind grobe Bretter genagelt, der sogenannte Blindboden, eben weil man ihn nicht sieht. Hat man eine sehr alte Decke, dienen möglicherweise bereits diese Bretter (in grob und ungehobelt) als Putzträger. Später hat man dann allerdings einen Putzträger, meist aus Schilfrohrmatten, aufgebracht. Darauf wurde dann geputzt.

Eine Abwandlung davon ist die Gipsplatte, so einen Fall habe ich gerade, dazu später mehr. Hier wurde dann aus Rationalitätsgründen nur noch etwa alle 70-80 cm ein Brett unter die Balken genagelt und daran dann Gipsplatten befestigt. Das geht schneller als mit den vielen Brettern und man braucht nicht Verputzen. Will man daran allerdings irgendwas befestigen, muss man schon die Hilfsbretter suchen.

Die Zwischenräume der Balken sind mit einer Schüttung ausgefüllt, die einerseits ein wenig Schallschutz gewährleisten sollte, vor allem aber die Schwingung der Balken dämpft. Hier wurde meistens Schlacke benutzt, denn die ist durch die Hitzebehandlung entsprechend keimfrei, nicht dass irgendwann das Unkraut aus dem Fußboden wächst.

Auf den Balken wurde klassisch, und wir sprechen hier erstmal über die klassische Decke, ein Dielenboden verlegt. Meist handelt es sich hier um einfachen Rauspund, auf den dann später der eigentliche Bodenbelag aufgebracht wird.

Dieser Dielenboden ist nach meinem Dafürhalten der ideale Bestandteil einer Holzbalkendecke. Speziell ab der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ist man davon abgerückt und hat große Spanplatten oder Gipsplatten draufgelegt, weil das schneller geht und billiger ist. Bei meinen Eltern im Haus wurde in den 70ern eine Holzbalkendecke eingebaut, die mit großen Spanplatten (ich schätze 2,60 x 70 oder so, in rund 40 mm Stärke, ohne jetzt nachgemessen zu haben) belegt wurde. Das ganze Ding knackt, knarzt und ächzt bei jedem Schritt. Beim Ausbau meines damaligen Jugendzimmers hat der Tischler dann diesen Raum, wegen des Knackens, vollflächig mit ESB-Platte quer ausgelegt und verschraubt. Ergebnis: es knackt noch genau so wie vorher.

Zum Vergleich: Bei meinem Dachbodenausbau haben wir den vorhandenen Rauspundboden genau so drin gelassen und quer dazu Holzdielen verlegt. Um hier ein Knacken wahrzunehmen, muss man schon gewaltig die Ohren spitzen. Der Fußboden federt nicht und gibt nicht nach (auch ein Problem von großformatigen Platten) und ist absolut geräuscharm.

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Estrich auf Holzbalkendecke

Immer wieder begegnet einem eine mit Beton bzw. Estrich ausgefüllte Decke. Auch bei unserem Bad im Obergeschoss ist ein Teil vom Vorbesitzer mit Estrich ausgegossen worden. Vorab: Wenn er einmal drin ist und vielleicht auch seit Jahrzehnten hält, gibt es keinen Grund, ihn zu entfernen. Konstruktiv passt er aber nicht schlüssig zum System Holzbalkendecke. Wenn ich meinen Hof neu pflastern will, mache ich das ja auch nicht mit Glasplatten. Geht bestimmt irgendwie, passt aber konstruktiv nicht. Die Holzbalkendecke neigt immer zum Durchbiegen, der Estrich mag das nicht so gerne. Kein Estrichleger der Welt wird eine Gewährleistung dafür übernehmen wollen. Und wenn es (zurecht) kein Profi machen möchte, fangen die Leute an, selbst damit rumzuschmieren. Oben im Bild sieht man dann das Ergebnis in Form von diversen Rissen. Naja, da sieht man wenigstens, wo die Balken laufen.

Nicht ganz außer Acht zu lassen ist übrigens auch der Gewichtsaspekt. Denn zusätzlich zu den normalen Verkehrslasten und dem Gewicht der sich ohnehin schon in der Decke befindlichen Schlacke kommt nun auch noch der Estrich dazu, bzw. wird ja meist sogar der Dielenboden entfernt und der Beton zwischen die Balken geschüttet, mit allen Höhenausgleichen kann da schonmal eine Stärke von 10 cm entstehen, das bringt dann locker 200-250 kg pro m² auf die Waage. Was wohl der Statiker dazu sagt?

Zusammengefasst würde ich also immer zum Dielenboden raten. Trockenestrich (Rigidur & Co.) ist hier und da eine gangbare Alternative, schmiegt sich aber nicht so schön ins Konstrukt ein wie einzeln verschraubte Dielenbretter. Ich bin großer Freund davon, bei der Altbausanierung behutsam vorzugehen, nicht alles Alte zu verteufeln, abzureißen und zu verkleiden und traditionelle Bauweisen auch traditionell zu belassen bzw. diesen Zustand wiederherzustellen.

Das als Wort zum Sonntag.

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Neues Werkzeug!

Ab und zu werde ich und mein Blog von lieben Menschen gesponsort, in diesem Fall von der Seite trockenbauspezialist.de, die mir dieses schöne Stanley-Messer geschickt haben, obendrein gab’s noch einen Spachtel, der passt nicht nur von der Breite genau über eine Variofuge, sondern hat an der Rückseite auch noch einen Kreuzschraubendreher, um den ‚Klassiker‘, die nicht weit genug eingedrehte Schraube, an der man beim Spachteln hängenbleibt, nachzudrehen. Das Teil hat gute Chancen, meinen heißgeliebten, aber mittlerweile auch etwas in die Jahre gekommenen alten Spachtel abzulösen.

Das Stanley-Messer ist, glaube ich, tatsächlich das offizielle Trockenbaumesser. Im Griff sind Ersatzklingen untergebracht, der Klingenwechsel geht quasi per Knopfdruck ohne Geschraube, und es liegt schon sehr gut in der Hand.

Die Website lädt definitv zum Stöbern ein und ist eine schicke Zusammenstellung von den richtigen Werkzeugen (irgendwelche Werkzeuge kann man ja überall kaufen), hat nur einen Nachteil: Sie weckt Begehrlichkeiten! Dies ist noch schön, und das ist ja praktisch, und sowas wollte ich ja schon immer mal…

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Direktbefestiger an Holzbalkendecke

Zum Schluss noch der Stand der Dinge auf der aktuellen Baustelle: Die Bereits bei der Gruseldecke benutzten Direktbefestiger „Click-Fix“ habe ich hier an einer Holzbalkendecke mit besagter Gipsplatte anstatt Blindboden eingesetzt. Hat man die Hilfsbretter gefunden, kann man die Befestiger auch gut befestigen. In einem anderen Raum habe ich die vorhandene Lattung genutzt und dort dann nur CD-Profile angebracht:

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CD-Profile auf Lattung

In Raum drei musste der Aufbau noch flacher sein als mit Metallprofilen möglich, da habe ich dann die klassischen Schalungsbretter in 20mm Stärke benutzt:

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Schalungsbretter als Unterkonstruktion

Im Moment habe ich etwa 1,7 von 3 Räumen fertig beplankt, und nächste Woche erfolgt dann wohl der Rest. Mit dem neuen Messer geht das ja alles fast wie von selbst. Und aufs Spachteln freue ich mich ja erst! Das wird ein Spaß!

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Raum eins, in fertig beplankt.

Eigentlich wollte ich noch dies und das erzählen, aber nun ist das Internet schon wieder voll. So ein Ärger! Dann muss das wohl bis nächste Woche warten. Ich geh jetzt mal die Buntstifte wieder einräumen, nicht dass ich noch Ärger vom Prinzesschen kriege. Cheerio!

 

 

 

 

Die Datsche in Klösewitz

Planung ist das halbe Leben! Oder so. Oder war es gutes Werkzeug? Das ist jedenfalls die halbe Arbeit. Die anstehende Fassadensanierung (immerhin nähert sich der März in großen Schritten) will wohl überlegt sein und je mehr man sich bei sowas im Vorfeld Gedanken macht, desto schneller und reibungsloser (Der Auftrag des Reibeputzes geschah dann doch sehr reibungslos?!) sollte das ganze dann hoffentlich vonstatten gehen.

Was ist der Plan?

Für alle, die vielleicht nicht täglich hier vorbeischauen, sei an dieser Stelle der Plan erläutert: Unser Dach muss gedeckt werden, also es wird auch gedeckt, und ich möchte das dann hier aufgebaute Baugerüst nutzen, um unsere marode unschöne Fassade zu pimpen. Der bestehende Putz wurde an unzähligen Stellen schlecht ausgebessert und in Richtung Sockel gibt es auch einige Hohlstellen.

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Hohlstellen oberhalb des Sockels

 

Wenn das Gerüst steht, wird der Boden mit Malervlies und die Fenster mit einer selbstklebenden Folie abgedeckt, denn ein wenig Sauerei wird da schon entstehen. Als erstes wird die ganze Fassade per Hochdruckreiniger gesäubert, wobei sich erste lose Putzstellen lösen dürften. Die größeren Hohlstellen (also lose Teile des bestehenden Putzes) werden abgeschlagen und mit Zementputz bündig angearbeitet. Nach Trocknung wird die ganze Fassade dann erstmal mit Tiefgrund grundiert. Das mache ich traditionell mit einer Unkrautspritze, weil ich mich nicht totquasten will. Spritzen ist auch laut Datenblatt erlaubt.

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Vom Vorbesitzer liebevoll ausgebesserte Putzkanten, auch hier Hohlstellen am Sockel

 

Aus religiösen Gründen wird das Haus nicht gedämmt (und die, die hier tatsächlich regelmäßg mitlesen, sollten sich das denken können), sondern nur der Putz erneuert. Wir denken uns also die Dämmplatten weg und machen mit der Armierung weiter. Mit der EnEV geht das konform, weil der alte Putz nicht abgeschlagen sondern nur überputzt wird. Ansonsten hätte man nämlich dämmen müssen!

Es wird Klebe-und Armierungsmörtel (das gleiche Zeug wie beim WDVS) auf die gereinigte und grundierte Fassade aufgetragen. Es wird erst eine Lage per Zahntraufel aufgezogen und dann das Armierungsgewebe eingelegt. An den Fensterkanten wird vorher Eckwinkel-Armierung angebracht und die Ecken von Gebäudeöffnungen (Fenster, Türöfnungen etc.) noch diagonal armiert. Wie genau, zeige ich dann wenn es so weit ist.

Nach dem Eindrücken des Gewebes wird dann mit dem gleichen Mörtel das Ganze glattgespachtelt, entweder auch mit der Traufel oder mit meinem Fassadenspachtel, mal sehen, was dann besser von der Hand geht. Als Oberputz nutze ich meinen Favoriten Siloxan-Reibeputz 1,5mm Körnung; das bedeutet, das bei der vorherigen Schicht alle Unebenheiten bis, naja, sagen wir mal 2mm im Putzbild untergehen und eher zu vernachlässigen sind. Aber man darf halt nicht bucklig mit dem Mörtel rumschmieren, dann sieht das Ganze nachher aus wie Rudis Datsche in Klösewitz.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich nicht eine Schicht Mörtel mehr einbauen sollte. Der Maurer, der mir den Trick mit den Putzlehren gezeigt hat, meinte, das Gehemins wäre ja, erst eine Schicht aufzuziehen, die durchtrocknen zu lassen und dann die Sache mit der Zahnkelle und der Armierung zu machen. Hmmm…
Achja: Vor dem Oberputz kommt noch ein Putzgrund auf den glattgezogenen Armierungsmörtel.

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Highlights deutscher Putzerkunst

Nun hat mein Lieblings-Baustoffhändler mir doch tatsächlich das Angebot gemacht, dass ein Außendienstler der Firma Laier, die die ganzen Putze herstellen, herkommen und sich das Ganze anschauen würde. Bestimmt, weil ich hier der megaberühmte Blogger bin und alles. Ich nehme das natürlich gerne an und werde dann berichten, wie die ideale Lösung aussieht.

Genauso unsicher bin ich mir, ob ich dem Ganzen nach dem Oberputz noch einen (Egalisierungs-)anstrich verpassen muss oder nicht? Dafür spräche ja, dass die Fensterbänke (aus Stein) keinen Oberputz bekommen, aber schlußendlich ja auch weiß sein sollen, dann müsste ich sie also extra streichen, und ob man da wieder genau den Ton trifft? Dagegen spricht, dass 1,5mm Struktur an sich nicht besonders viel ist und wenn ich da noch eine dicke Egalisierungspampe draufschmiere, das Ganze dann wieder aussieht wie besagte Datsche in Klösewitz. (Gibt es eigentlich Klösewitz?)Aber das wird mir ja der Herr von Laier hoffentlich alles gut beantworten können.

Was kostet der Spaß? Meine werten Leser sind ja immer an den Kosten interessiert. Wäre ich ja auch. Beim Baustoffhändler kann ich eventuell etwas günstiger shoppen, weil ich das Ganze ja den Rest des Jahres auch irgendwie gewerblich betreibe und mir einbilde, entsprechend gute Konditionen zu bekommen. Hochgerechnet auf normale Verkaufspreise kann man mit Materialkosten von 12,75 € / m² planen, komplett mit Grundierung, Armierungsmörtel, Putzgrund, Oberputz, Egalisierungsfarbe, Abdeckmaterial. Etwa 1/3 davon ist der Oberputz (Siloxan-Reibeputz), das geht eventuell günstiger wenn man da keine fertige Eimerware, sondern Sackware nimmt, aber ich arbeite ja viel und oft mit genau diesem Putz und liebe das Zeug einfach. Nichts ist in meinen Augen besser zu verarbeiten und garantiert ein so gleichmäßiges Ergebnis.

Wie lange dauert das? Puuuh, wenn ich das wüsste! Im Putzen bin ich zwar einigermaßen erfahren; gerade von dem Oberputz habe ich schon einige hundert Quadratmeter gemacht. Aber an der Fassade, die Armierung usw. – da bin ich noch ein Greenhorn. Ich fange auch an der Hinterseite des Hauses an (vorne hui, hinten pfui!), damit ich nach vorne hin besser werde. Das Gerüst steht standardmäßig vier Wochen, aber eine Verlängerungswoche liegt, aus meiner Erinnerung heraus, bei etwa 80,- Euro, das ist dann nicht ganz so wild, wenn es doch etwas länger dauert.

Ich meine mich auch erinnern zu können, dass ich für die Reibeputzgeschichte (an der Decke!) etwa zehn Minuten pro m² gebraucht habe. An der Wand sollte das schneller gehen, also sagen wir mal 7 Minuten/m². Das sind bei großzügig gemessenen 280 m² dann etwa 33 Stunden, also eine knappe Woche kann man schon etwa für den Oberputz rechnen, plus die ganzen Vorarbeiten. Also werde ich mal so vier bis fünf Wochen einplanen.

Ach, im Übrigen gibt es auch Neuigkeiten von der Holzfront! Das Holz für die Fensterläden ist bestellt – anstatt „astrein“ (und damit auch astrein unbezahlbar) habe ich nun die Variante „nachsortiert“ genommen. Die Rahmen der Fensterläden werden aus Fichte-Rahmenholz 26x93mm, die Lamellen aus Fichte 11×68. Ach, dabei gibt es ja auch fertige Lamellentüren! Aber das kann erstens jeder und zweitens ist das nicht für draußen und drittens kein Fensterladen, basta. (Trotzdem ein schöner Shop – auch mit schönen Fußboden-Ideen!)

Die Lamellenverbindung werde ich wohl mit Lamello-Dübeln (passt ja auch vom Namen) machen, ob ich mir da aber tatsächlich die Fräse kaufe, weiß ich noch nicht, die kann man sich auch leihen. Allerdings war ich heute im Holzwerkzeugladen (huiii, da hätte ich vielleicht besser nicht reingehen dürfen) und liebäugele mit einer schicken Festool-Oberfräse. Oder, um einen alten Musikerwitz abzuändern: Meine größte Angst, wenn ich mal sterben sollte, ist, dass meine Frau mein Werkzeug zu den Preisen verkauft, die ich ihr sagte, was es gekostet hat.

War das jetzt grammatisch richtig? Egal. Ich werde mir jetzt mal Rudis Datsche in Klösewitz anschauen, da muss dringend mal die Fassade gemacht werden.

Der Binford-Laden

In der Serie „Hör‘ mal wer da hämmert“ (im Original Home Improvement) gibt es einen Werkzeugladen namens Harrys Eisenwaren (Harry’s Hardware), in dem es neben diversen Eisenwaren auch jede Menge Werkzeug von Binford zu kaufen gibt. Und was soll ich sagen, ich habe exakt diesen Laden bei uns in Ostwestfalen gefunden. Doch dazu später mehr.

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Sägerei

Das Fensterladen-Projekt geht tatsächlich gut voran. In einer tagesfüllenden Aktion habe ich acht Doppelzentner Holzleisten und Rahmenholz gesägt. Die Leisten (11×68, siehe Bild oben) werden die Lamellen, aus dem Rahmenholz (26×93) werden, große Überraschung, die Rahmen gebaut. Eine Lage ist mit 26mm Stärke etwas knapp, um dort Lamellen einzusetzen, daher wird der Rahmen doppellagig, wobei jeweils ein langes und ein etwas kürzeres Stück zusammengeleimt werden, daraus ergibt sich dann nachher die Eckverbindung gerades Eckblatt, das ich dann noch zusätzlich verdübeln werde, nein, kein Bauschaum.

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Rahmenteile verleimen: Vertikale Stücke in lang…

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…horizontale Stücke in kurz.

Das Holz für Rahmen und Lamellen ist bereits werksseitig gefast, so dass ich zumindest die Lamellen an den Kanten nicht weiter bearbeiten muss. In einer weiteren Tagesaktion habe ich dann das Ganze erfolgreich verleimt, indem ich alles an Zwingen zusammengekratzt habe:

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Pressen!

Der Plan für das Wochenende war nun, die nötigen Fräsungen zu machen. Wie bereits letzte Woche angedeutet, überlegte ich dazu die Anschaffung entsprechender Werkzeuge, aber Freitag habe ich es nicht mehr geschafft und es blieb nur noch der Samstag, und Samstags haben die meisten ordentlichen Werkzeugläden geschlossen, und dann ist da ja noch diese lästige Baumarkt-Allergie (wobei ich dieses mal kurz davor war!). Ich habe mich also schlaugegoogelt und einen Laden gefunden, der nicht nur fast BINFORD heißt, sondern dessen Firmenlogo auch die gleiche Schriftart wie BINFORD hat, und der auch noch Samstags offen ist! Das kann doch kein Zufall sein!

Ich bin also hingefahren. Vor dem Laden wurde, ja tatsächlich, es wurde gegrillt. Ein Pavillon war aufgestellt, ein unfassbar großer Smoker von Weber-Grill verrichtete seinen Dienst und Männer mit Werkzeuggürteln aßen um halb neun die dritte Bratwurst. Der Laden selbst ist eine 1:1-Kopie von Harry’s Binford-Shop. Es waren ausschließlich Kerle mit Werkzeuggürteln und O-Armen darin. Die einzige Frau sorgte für Nachschub am Grillstand. Es gab einen großen Tresen, dahinter Harry, vielleicht auch noch Scotty und Mitch. Vor dem Tresen Al aus Tooltime, Benny und weitere flanellhemdentragende, O-armige Werkzeuggürtelträger. Was O-Arme sind? Nun, es gibt Arme, die einfach vom Körper runterhängen, und es gibt Arme, die stets angespannt sind (sagt man nicht auch Rasiermesser unter den Achseln?), vielleicht auch deshalb, weil der Werkzeuggürtel ein einfaches Herunterhängenlassen nicht zulässt. Und: es sieht immer nach Übermacht und Tatendrang aus! Auch ich werde angesichts des gewaltigen Eindrucks versuchen, mir diese Körperhaltung in den nächsten Wochen anzutrainieren.

Drei(!) Verkäufer in Binford-Westen kamen auf mich zu, ich wählte den kräftigsten und verlangte nach Beratung hinsichtlich einer Oberfräse und einer Flachdübelfräse. Mit der Flachdübelfräse wollte ich Lamello-Verbindungen (diese kleinen, ovalen Holzplättchen zum Einleimen) herstellen, die die Lamellen mit den Rahmen verbinden sollen. Die Oberfräse wollte ich zum Abrunden der Rahmenkanten und zum Fräsen einer Schräge auf den oberen Rahmenkanten als konstruktiven Holzschutz, sprich, damit das Wasser besser abfließt. Das zeige ich noch im Detail und Bild, wenn es soweit ist. Der Binford-Mann stellte mir ein Angebot zusammen, bei dem ich nicht nein sagen konnte.

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Die Binford OF 1010

Und diese Oberfräse ist es geworden: die Binford OF-1010. Sie hat einen Verbrennermotor mit 10 PS. Ich hatte zunächst ja mit der Binford OF-1400 geliebäugelt, die war mir aber dann für meine filigranen Arbeiten doch zu teuer groß und mit 1400 PS auch etwas zu kräftig. Ich habe mit der 1010 nun schon einige Probefräsungen gemacht und kann mich über zu wenig Leistung weiß Gott nicht beschweren.

Durch das eingesparte Geld konnte ich mir nun noch eine Flachdübelfräse zulegen, die Binford PJ-7000. Ich hatte erst etwas Angst, dass mir eine Flachdübelfräse die feinen Lamellen zerfetzt oder dass ich nicht mehr genug „Futter“ an den Dübelrändern habe, aber es funktionierte tatsächlich ideal und ich habe alle Lamellen sauber gefräst bekommen. Dazu habe ich mir diese Hilfskonstruktion mit Werkstückfixierung und Mittenmarkierung gebastelt:

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Fräs-Schlitten

Damit habe ich es geschafft, eine Lamelle beidseitig in 14 Sekunden zu fräsen. Nicht zuletzt natürlich auch dank des Zweitakter-Motors der Binford PJ-7000 mit immerhin 70 kW. Oder so.

Die Maschine läuft tatsächlich sehr präzise, es gibt keine Ausrisse und der Schlitz ist auch wirklich nur so breit und hoch, wie man ihn für den entsprechenden Dübel braucht, in meinem Fall Größe 0 (47x4mm). An einem Verstellrad neben dem Vergaser kann man die Dübelgrößen einstellen, und je nach Größe taucht das runde Sägeblatt dann mehr oder weniger tief ins Holz ein und erzeugt dann auch einen breiteren und tieferen Schlitz. Sie ist allerdings tatsächlich relativ laut.

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Lamellen für Lamellos

Als Gegenstücke habe ich dann noch Fräsungen in den Rahmen gemacht. Dazu habe ich immer zwei Rahmen-Pärchen gemeinsam markiert (ok, nicht immer. Beim ersten mal habe ich es einzeln gemacht und die sind auch nix geworden. Aber bisher der einzige Ausschuss!), zunächst die Abstände der Lamellen eingezeichnet und dann mit der Schmiege die Winkel von 30° markiert:

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Winkel anzeichnen

Die Flachdübelfräse hat einen Abstand von 10mm zwischen Bodenplatten und Sägeblatt, das muss man dann beim Anzeichnen berücksichtigen. Sowieso habe ich mit allen Geräten vorher umfangreiche Probefräsungen an Resthölzern gemacht, um nicht direkt alles zu versauen.

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Die Binford PJ-7000 in ihrem Element!

Ich habe erst mit einer Art Schablone experimentiert, die Schlitze lassen sich aber tatsächlich gut „freihand“ fräsen, wenn die Markierungen vernünftig sind. Der Vorteil von Lamellos ist, dass man die Stücke durch die Dübelform immer noch ein bißchen hin- und herschieben kann. Der Nachteil ist, dass die Maschine allein schon wegen der 70 PS nach etwa zwei bis drei Fräsungen nachgetankt werden und dann wieder mit dem Starterseil angerissen werden muss. Dafür habe ich nun immer einen Kanister handelsübliches Binford-Zweitaktgemisch an der Werkbank stehen.

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Voilà!

Ich habe nun alle Flachdübel-Fräsungen komplett; als nächstes stehen dann die Oberfräsenarbeiten an und dann muss ich das Zeug eigentlich nur noch zusammenleimen (das wird wahrscheinlich das Schlimmste!)

Was war noch? Achja: Wer jetzt selber Lust auf Werkeln und Grillen bekommen hat: Die Firma Binford SPAX veranstaltet einen „Grill & Chill“ – Contest, das fand ich nun doch so interessant, dass es hier kurz Erwähnung finden sollte: Es treten zehn Teams gegeneinander an, und es zählt, den schönsten Grillplatz aus Holz zu bauen. Alle teilnehmenden Teams (2-8 Personen) bekommen Spax-Produkte gratis und einen toom-Gutschein über 300 Euro; das Siegerteam bekommt 1000,- € und eine Grillparty gesponsort. Also, wer möchte, bewerben unter grillandchill.spax.com.

Ich würde auch mitmachen, hätte ich nicht gerade neuntausend andere Sachen zu tun. Denn nicht nur die Fensterläden wollen verleimt werden, nein, Montag kommt auch das Gerüst und dann geht’s bald los mit der Fassade. Die Ereignisse überschlagen sich bei dannwollenwirmal!

So, ich will nun noch schnell einen Kübel Mörtel anrühren, und dann…warum? Nun, ehrlich gesagt sind 70 PS auch nicht so leicht in der Hand zu halten und so ist mir die Binford-PJ 7000 beim Nutfräsen abgehauen und hat eine saubere Nut in die Kellerwand gefräst. Bis ich sie wieder einfangen konnte, hat sie rund viereinhalb Meter geschafft, dann war der Sprit alle. Muss ich nur kurz wieder zuschmieren. Mach ich dann, ähhh, sobald ich mich wieder reintraue, in die Werkstatt. Denn, ja, wie soll ich sagen, die Binford OF-1010 ist mir bei eingerastetem Anschalter vom Tisch gesprungen und sie wirbelt nun wie ein Derwisch auf dem Werkstattboden herum; ich habe es noch geschafft, zu flüchten und die Tür zuzuschlagen, es rumort und poltert aber immer noch, doch auch da müsste bald mal der Tank leer sein. Schätze, ich werde dann mal nach dem Estrich schauen müssen. Die nächsten Fräsungen werde ich dann mit zwei Leuten machen, um die Kraft der Maschine zu halten. Ist eben eine echte Binford!

Und bis es soweit ist, schnall‘ ich mir den Werkzeuggürtel um, ziehe die Arme hoch, fahre zu Harry’s Binford-Laden in Werste und probiere mal so ne Wurst vom Smoker. Mahlzeit!

 

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Sanostol

Das Fassadenprojekt geht in die heiße Phase! Nach einer Woche Trocknungszeit (wenn’s nicht fertig wird, ich kann nix dafür! Muss ja alles immer ewig trocknen! Ach, wären wir doch bei Zuhause im Glück!) hat der gute M. aus B. mir Anfang der Woche unter die Arme gegriffen und das ganze Haus in ein Mäntelchen aus Putzgrund gehüllt. Darauf bin ich nun mit dem Reibeputz angefangen, und die Motivation steigt! Wenn’s schön wird (und so bleibt!), macht’s ja auch Spaß. Und dieses ist ja nun die letzte Schicht, na Gottseidank.

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Faschen-Anzeichner: Selfmade.

Um die Fenster herum und an den Gesimsen möchte ich, historisch korrekt, Faschen einarbeiten. Das sind Streifen um diese Öffnungen, die nicht den strukturierten Reibputz haben, sondern glatt sind. Ich hatte erst überlegt, dort dann einfach den Unterputz stehen zu lassen und den weiß anzustreichen, aber mich dann doch für den Faschenputz entschieden. Dazu später mehr. Zunächst muss das Ganze angezeichnet werden; die Faschen werden alle 7 cm breit, daher ein einfaches Tool, das die Linie der Laibung in 7 cm Abstand kopiert (siehe Bild). Der klassische Weg, gerade bei dicken Putzen, ist das Ausmessen mit einer Wasserwaage und dann per Brett abdecken. Da frage ich mich dann aber immer, wenn das Fenster schief ist, und der Faschenrand gerade – sieht dat aus?

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Abkleben

Anstatt Brett habe ich bei meinem Reibeputz mit einem PVC-Klebeband („Putzerband“) abgeklebt und den Putz bis auf die Bandkante aufgetragen und mit dem Reibebrett strukturiert. Das Band wird dann direkt danach abgezogen, also wenn der Putz noch feucht ist. Der Putz stellt sich dann an der Stelle ein wenig auf, so dass sich eine klare Kante ergibt:

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Voilà!

Auf diese Fasche und in der Laibung sowie auf der Fensterbank wird nun der Faschenputz aufgetragen. Dessen Körnung geht gegen 0, während der Reibeputz 1,5mm Korn hat. Den Faschenputz nehme ich auch für den Traufkasten. Er wird mit der Traufel scharf aufgezogen, wenn sich bei diesem Vorgang noch kleine Grate zeigen, ist noch zuviel Material auf der Fläche; dann so lange abziehen, bis alles glatt ist.

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Faschenputz

Das ist schon Handwerkskunst, man braucht etwas Geduld und Muße dafür, aber wenn es fertig ist, sieht’s schon ziemlich gut aus. (Und jetzt darf ich wohl auch mal ein bißchen stolz sein dass ich das kann! Ätsch!) Im Gegensatz zu den großen Reibeputzflächen, bei denen man viel schafft (Momentane Zeit: Etwa 8 Minuten pro m²), halten die Feinheiten etwas auf. Insgesamt geht es aber flott voran, und ich fühle mich voll im (strammen) Zeitplan.

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Fertige Putzfläche mit Faschenstreifen

Die Dachziegel sind nun auch geliefert („Ach, sie wollten gar nicht Anthrazit? Dann muss ich nochmal schnell umbestellen…!“) und die Dachdecker müssen ’nur‘ noch decken UND DAS VERDAMMTE LOCH ZUMACHEN.

Und nebenbei läuft ja auch noch das Fensterladen-Projekt! Denn die müssen idealerweise auch dran, wenn das Gerüst noch steht. Und so habe ich heute den ersten verleimt und verzwingt. Die ganzen Lamellen einzufädeln, ist ein schönes Geduldsspiel; jeder, der schonmal ein Gitterbettchen zusammengebaut hat, wird das kennen.

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Fensterladen-Verleimung

Mein Trick ist folgender:
1. Die Lamellen an einer Seite schonmal inkl. Lamello verleimen
2. Eine Schiene/Latte/irgendwas in der Mitte drunterlegen, damit nicht ständig was runterfällt
3. oben anfangen und die erste Lamelle locker reinsetzen, mit einer langen Zwinge etwas fixieren
4. den freien Schenkel des Rahmens öffnen und am unteren Ende ebenfalls eine lange Zwinge setzen
5. Jetzt eine Lamelle nach der anderen einsetzen und die untere Zwinge jedes mal ein paar Millimeter schließen

Wenn jetzt noch alle Lamellen genau gleich lang gewesen wären… ach, ist schon ok. Wenn erstmal Farbe drauf ist…

Nebenbei habe ich mir noch Gedanken zur Befestigung gemacht, weil das Mauerwerk hier erfahrungsgemäß dafür eher mäßig ist; ich werde da wohl mal Dübel mit Injektionsmörtel ausprobieren (hier). Die gibt es eigentlich im System mit entsprechenden Ankern, aber ich habe ja Kloben für die Läden. Vielleicht Bohren, Loch saubermachen, Injektionsmörtel, Dübel reinstecken, aushärten lassen, Kloben rein? Wenn schonmal jemand sowas gemacht hat, freue ich mich über Erfahrungsberichte.

Und sonst? Ist schon schön, wenn das alles bald fertig ist. Das Haus ist umgeben von Abdeckvließ, Gerüst, Staub und Dreck. Die Fenster sind mit blauer Schutzfolie bezogen, und wir führen daher seit Wochen ein blaues Leben. Die Kinder kriegen schon Sanostol wegen des fehlenden Tageslichts, der Katze fällt das Fell aus und die Milch schmeckt irgendwie nach Fisch. Das meiste Tageslicht (abgesehen von draußen, ach ja, da kann man ja auch hin! Ach nee, prasselt ja der Putz auf’n Kopp!) fällt momentan in die Kellerräume, weil die keine Fensterschutzfolie haben.

Da geh ich jetzt auch wieder hin und baue noch einen Fensterladen, oder mache mir ne schöne Flasche Sanostol auf. Prost!

 

Farbwunder

Die Firma Bort hat mir ein Produkt zum Testen geschickt, dass ich Euch nicht vorenthalten möchte: die Farbsprühpistole Binford Bort BFP-110N. Mein letztes Farbprojekt ‚Fensterläden‚ habe ich ja mit einem Kompressor und entsprechender Sprühpistole über die Bühne gebracht. Für Kompressor-Pistolen kann man ja unglaublich viel Geld ausgeben! Das Verkaufsgespräch im Werkzeugladen geht in der Regel so: „Ja,  hier sind die günstigen Sachen, die haben wir natürlich auch, aber das ist alles Schrott. Hier sind die vernünftigen Sachen!“ Und die vernünftigen Sachen, in diesem Fall die Sprühpistolen, gingen dann als „Einsteigermodell“ deutlich dreistellig los. Und auch wenn ich gerne gutes Werkzeug kaufe, war ich hier einfach zu geizig, zumal ich das Ding wahrscheinlich nur einmal im jahr benutze und ich auch Holz lackiere und keine Motorhaube, auf der man jede Nuance sieht. Ich kaufte dann ein Kompressor-Set von Metabo inklusive Druckluftpistole und Reifenaufblasset, das ganz hervorragend funktioniert. Soviel dazu.

 

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BFP-110 N

Die BFP-110 N ist ein Standalone-Gerät, das keinen Kompressor benötigt, sondern lediglich eine Steckdose. Die Farbe wird in den abschraubbaren Behälter gefüllt, ob sie verdünnt werden muss, kann mit dem beigelegten Viskositätsmessbecher geprüft werden. Ich habe als ersten Test eine Lasur verarbeitet, die dünnflüssig genug ist.

Der große Pluspunkt am Gerät ist, dass (laut Hersteller) die farbführenden Teile durch Click-and-Paint-Technologie komplett vom Gerät getrennt und damit leicht gereinigt werden können. Das macht auch den Farbwechsel einfach. Eine fein abgestufte Mengenregulierung und der ergonomische Griff runden das Ganze ab. Die erste Probelackierung ging gut von der Hand und der Farbauftrag ist schön gleichmäßig.

Als einzigen Nachteil würde ich anführen, dass das Maschinchen unfassbar laut ist. Ich dachte, ich könnte es mal kurz Sonntagnachmittags im Garten testen, musste den Test dann aber relativ schnell wieder beenden, weil die Nachbarn vom Balkon gefallen und in der Nordsee Orca-Wale die Orientierung verloren haben und gestrandet sind. Sicher, ein Kompressor ist auch laut, aber diese Pistole hat eben eine höhere Frequenz, etwa wie zweitausend Spechte an einem Baum aus Stahl. Vielleicht war ich aber auch einfach etwas sensibel heute (gestern gefeiert!)

Also, ein intensiverer Farbauftragstest folgt noch, ich werde natürlich Bericht erstatten. Und fahre jetzt mal an die Küste, die Orcas zurück ins Wasser schieben…

Lasuren und Algen

Danke, danke, für die vielen Reaktionen auf die Hochzeitstipps von letzter Woche. Und ja, natürlich dürft ihr das gerne als Anregung mitnehmen. Die diversen Hochzeitseinladungen habe ich erhalten. Natürlich werde ich an jeder einzelnen Feier meiner Leser teilnehmen! Ist doch Ehrensache. Ich packe schonmal das Werkzeug vor, muss nur noch kurz die Baustützen suchen…

Vorletzte Woche hatte ich ja schon vom Bort PFP 110-N berichtet und einen ausführlicheren Test angekündigt; es war nun soweit und vielleicht habt ihr es ja auch bei Euch zuhause gehört.

Denn wie bereits angekündigt, ist das Gerät relativ laut. Wer aber glaubt: „Lauter geht es ja immerhin nicht“, irrt: wenn nämlich die Farbe im Tank zuneige geht, bricht umgehend das Hölleninferno los. Durch einen mir nicht zu erklärenden physikalischen Kunstgriff verdoppelt(!) das Pistölchen seine Lautstärke, wenn der Farbsauger nicht mehr an die Farbe kommt und die Pumpe quasi leer läuft. Das ist nun keine große Kunst, da der Farbsauger meiner Ansicht nach auch etwas kurz geraten ist und bereits ab einem Füllstand von 1/3 Luft saugt. Wütend wird die Maschine dann! Knatternd wie ein Artilleriefeuer, vibriert sie in der Hand und erzeugt bei sensiblen Menschen sicherlich Herzrhythmusstörungen. Aus dem Maul spotzt sie wütend die noch verbleibenden Farbfragmente auf das zu lackierende Objekt:

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Spotz!

Wenn der Tank voll ist, arbeitet sie ja einigermaßen. Wobei sie von der Lasur schon eine ganze Menge durchgehauen hat, auch bei kleiner Einstellung. Achja, sobald die Maschine etwas schräg gehalten wird, saugt der Sauger natürlich auch ins Leere und knattert mit erhöhter Frequenz. Aber das habt ihr ja sicherlich gehört; ich denke, wenn der Wind gut steht, kann man leere BFP-110 Ns noch bis etwa 200 km Entfernung deutlich wahrnehmen.

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Das Ergebnis!

Aber wie man sieht, ist das Ergebnis einfach traumhaft geworden. Wobei das Schöne an Lasur ja ist, dass man die schon irgendwie drüberschmaddern kann, wenn es dann eingezogen und getrocknet ist, wirkt es dann doch aus der Ferne ganz passabel. Mit anderen Worten: Der Stuhl sieht jetzt nicht mehr ganz so besch… aus wie auf dem Foto.

Fazit: Gerät ist okay bei vollem Farbtank, dieser leert sich aber relativ zügig und ab etwa der Hälfte des Füllstandes ist es strenggenommen nicht mehr zu gebrauchen. Ich bleibe dann doch lieber beim Kompressor, da sitzt der Farbtank obendrauf und ich kann ihn bis zum letzten Tropfen nutzen; die Handpistole vibriert nicht und ist tatsächlich auch deutlich leiser.

Jetzt muss ich nur noch das Problem mit dem Pool lösen!

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örrggss!

Die Kinder haben das abgebildete Planschbecken mit gefühlten zwölf Kubikmetern Fassungsvermögen im Garten aufgestellt, es wurde auch schon ganze zweimal benutzt und ruht seitdem, auch angesichts des regnerischen Wetters, welches allerdings den Füllstand auch wieder verdoppelt hat. Mittlerweile haben sich possierliche Tierchen wie Kaulquappen, Algen und Seeungeheuer dort eingenistet und ich muss nun irgendwie dieses Ding leer kriegen.

Ich habe es probiert mit Eimern und etwa 20 oder 30 Eimer voll in meine Regentonnen verteilt (die aber ja auch voll sind), der Beckeninhalt wurde dadurch um exakt zwei Millimeter reduziert.

Wenn ich den Stöpsel rausziehe, schwemmt der komplette Garten auf und Grassoden treiben weserwärts. Das Kellerfundament würde unterspült; Vorteil: ich hätte mal wieder was zu bauen!

Frage: Muss ich eine Tauchpumpe kaufen? Was tue ich generell gegen Veralgung? Was frisst so ein Seeungeheuer und wo kann ich das Futter kaufen? Ist eine gezielte Sprengung die beste Lösung? Oder gibt’s da was gutes von Binford?

Also, liebe Poolbesitzer, gebt mir mal ein paar Tips ab! Ich helfe Euch auch immer mit Ratschlägen, wenn’s mal brennt! Da bin ich mir auch nicht zu schade, mal eben den Unterschied zwischen ottern und tönstern zu erklären! Da komm ich auch mal gern abends vorbei und ziehe ne Fuge Bauschaum am Schuppen lang!

Ich probier jetzt erstmal, das mit dem Mund in nen Schlauch anzusaugen. Wird bestimmt lecker. Prost!

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Boykott!

Da gibt es ja wirklich einige Poolexperten in meiner Leserschaft; danke für Eure Tips! Ich habe den von Hans befolgt: Den Algenklitsch in den FP-100-Sprühvogel füllen und dann den Schuppen in algengrün tünchen. Ja, ich mache dann Bilder.

Naja, erstmal habe ich mir aber dann doch eine Tauchpumpe geliehen:

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Tauchpumpe

Was soll eigentlich dieser Schwimmschalter? Schreit der nicht geradezu danach, manipuliert zu werden? Damit der tatsächlich oben schwimmt, muss das Wasser ja schon fast einen Meter tief sein. Ich sehe diese Dinger immer nur hochgebunden oder anderweitig fixiert. (An dieser Tauchpumpe ist übrigens auch ein Kabelbinder…)

Eigentlich habe ich mich aber gar nicht so viel mit dem Pool beschäftigt, denn es war wieder Fensterzeit. Und da ich ja nicht nur gute Tips von den Lesern bekomme, sondern manchmal sogar Werkzeug, habe ich heute dieses Kästchen ausprobiert:

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Glaserwerkzeug

Der gute Tom hat mir eine hübsche Sammlung von Kittmessern, Glasschneidern und sonstigen Glaserutensilien geliehen, also bin ich endlich das zweite noch zu erneuernde Fenster angegangen:

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vorher

So sah es vorher aus. Jaaaa, das Loch habe ich mit Dämmstreifen vom Trockenbau geflickt! Darf ich nicht auch mal pfuschen?! Ich sehe Eure vorwurfsvollen Blicke genau!

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Aushaumesser

Zur Kittentfernung habe ich mir dann ein Aushaumesser aus der Schatulle genommen, damit ging der alte Kitt gut raus und nach dem Anschleifen konnte dieser dann erneuert werden. In der Schatulle habe ich auch dieses nützliche Ding gefunden:

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nützliches Ding

Ehrlich gesagt weiß ich nicht genau, wie es heißt, aber damit lässt sich der Kitt hervorragend in die Falz drücken (letztes mal habe ich ja noch Knetwürste geformt, das geht so aber deutlich eleganter!). Danach habe ich ein abgerundetes Kittmesser gewählt:

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Aushaumesser, Dingsbums, Kittmesser

Damit konnte ich den Kitt dann wunderbar glatt ziehen, und wenn man sich bemüht, in der Spur zu bleiben, ist das Ergebnis doch recht ansehnlich:

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Noch nicht perfekt, aber schon ganz gut. Und wenn erstmal Farbe drauf ist…

Es macht auch so viel Spaß, weil es so ursprünglich ist. So hat man das vor hundert Jahren auch gemacht, und auch als das Haus gebaut wurde, ist das wohl genau so abgelaufen. Traditionelles bauen und handwerken ist wirklich großartig, nur sieht man kaum noch jemanden, der das macht? Warum wird alles Alte verkleidet, weggerissen und versteckt? Wann habe ich das letzte mal überhaupt jemanden etwas altes anstreichen sehen? (Höchstens mal nen Zaun, okay…). Achja, und warum ist das Alte, das ‚traditionell gebaute‘ so langlebig und werthaltig? Ich denke, weil es damals noch keine Baumärkte gab. Das ganze Pfusch-Schmier-Silikon-Bauschaum-und-Mumpe-Verkleidungs-Warenangebot gab es einfach noch nicht. Man ist zum Fachhandel geritten gefahren, hat sich dort beraten lassen (da wusste man schonmal wie es geht) und hat dann noch Qualität gekauft. Oder man hat es eben jemanden machen lassen, der das Zeug dazu hat (materiell und geistig). Die Quote von Schimmelbildung, Dämmschäden oder wegfliegenden Doppelstegplatten-im-Silikonbett ist seit der Eröffnung der ersten Obi-Filiale sprunghaft angestiegen.

Soviel zu meiner These, doch ich schweife ab.

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Anstreichen

Das vor Wochen gekittete Fenster konnte ich nun auch endlich anstreichen, es dauert etwa sechs Wochen, bis der Kitt so trocken ist, dass er gestrichen werden kann (mit Leinölfarbe geht es schneller, hatte ich aber grad nicht).

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Wie neu!

Das jetzt gekittete Fenster habe ich schonmal eingesetzt, ich wollte nicht nochmal sechs Wochen ein Brett in die Öffnung tönstern. So hatte ich es bei dem anderen Fenster gemacht und trotz gut gemeinter Verkeilung ist das Brett zwei mal rausgefallen, jeweils unter gigantischem Geschepper und natürlich auch immer nachts. Also wird das frisch gekittete Fenster einfach wieder reingesetzt und dann in 6 Wochen nochmal rausgenommen zum Streichen. Bei der Gelegenheit habe ich auch die vorderen Fenster noch gesäubert, gestrichen und an einigen Stellen den Kitt erneuert.

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Geht auch: Fenster mit frischem Kitt eingesetzt

Der Kitt ist nun (fast) alle, ich habe schönes Werkzeug ausprobiert, sogar der Pool ist leer und ich fühle mich nach ‚was geschafft‘. Und jetzt werde ich die Baumärkte boykottieren (wobei, ich war heute in einem. Aber nur ganz kurz!!!)

Baumarkt-Boykott geht so: Auf die Terrasse setzen, Füße hochlegen, Arme hinterm Kopf verschränken, den Vögeln beim zwitschern zuhören. Und währenddessen nicht zu einem Baumarkt fahren. Wer macht mit?

 

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Von Spinnen, Schwedenbädern, Diamanten und neuen Taten

Seid gegrüßt, liebe Spachtler, Gipser, Schäumer, Säger, Pfuscher, Meister, Dengler und Silikonisierer, was habe ich Euch vermisst; Euch, und den wohligen Geruch von verbranntem Holz der zu schnellen Stichsäge, dem Duft von Bauschaum am Morgen und das wohlige Jucken des Bremsenreinigers am Wadenbein! Ja, spätestens, wenn ich „Fanpost“ kriege, wann denn wohl die Sommerpause vorbei wäre, wird es Zeit, den Stechbeitel zu zücken und weiterzuwerkeln! Müßiggang hat noch keinem gut getan! (Oder doch?) Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass meine Werkstatt-Tür bereits von einem Spinnnennetz bespannt war:

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Hier war wohl länger niemand drin?

 

Was ist in der Zwischenzeit passiert? Bei Euch alles gut? Die bisherigen dannwollenwirmal-Projekte alle brav nochmal nachgebaut? Ich habe viel im Hauptberuf gearbeitet, war aber auch mit der Mishpoke knapp zwei Wochen in Schweden. Und ja, das Ferienhäuschen habe ich natürlich umgebaut und ich konnte den Schweden auch einige wertvolle Tips geben, um ihren, naja, etwas primitiven Standard aufzubessern. Der Waldbewohner weiß es doch aber auch wirklich nicht besser! So kann man durchaus die Außenleiter der Hauszuleitung brücken und hat dann überall hübsche 400 Volt! Meine dort in der ersten Woche installierte Fußbodenheizung war jedenfalls Ruckzuck auf gut 700 Grad, also frieren mussten wir da wirklich nicht. Das mit dem Fernseher wird wohl die Haftpflicht regeln.

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Das schwedische Bad

Was ich allerdings noch kurz schildern muss, ganz ohne Flachs, ist das Badezimmer. Ich weiß nicht, ob das immer so ist, aber dieses Exemplar war gefühlt 0,8 Quadratmeter groß, die Hälfte davon mit Dachschräge. Der Raum war also faktisch ein einziger Drempel. Beleuchtet wurde die Kemenate mit einer Energiesparlampe, die man am Besten schon am Vorabend einschalten sollte, um sich bei der Morgentoilette halbwegs im Dämmerlicht orientieren zu können. Die Rasur vor dem Spiegel erfolgt idealerweise kniend oder mindestens tief gebeugt.

Das Highlight ist aber die Dusche: Duschbrause und Abfluss sind mitten in dem mikroskopischen Raum, der zu diesem Zweck an Wänden und Boden mit einer gummiartigen Beschichtung ausgeschlagen ist. Möchte man also Duschen, entfernt man zunächst alle wasserempfindlichen Gegenstände (Badteppich, Handtücher, Toilettenpapier) aus dem Raum und kann dann die Wasserschlacht starten. Ein Teil des Wassers wird zum Glück durch den kräftigen Lüfter (den habt ihr vielleicht hier gehört) nach draußen geblasen. Auf jeden Fall ein Erlebnis!

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Träumchen: Bosch Multi-Cutter

Apropos Erlebnis: Kaum wieder zuhause angekommen, erwartete mich ein Paket von Bosch, denn ich hatte mich als Tester für den neuen Multi-Cutter im Rahmen der #builtwithBosch-Aktion beworben und wurde tatsächlich ausgewählt. Bei diesem Multi-Cutter handelt es sich um ein Werkzeug, dessen Aufsatz (Sägeblatt, Schleifer, Schneider…) sich unfassbar schnell hin- und herbewegt (also oszilliert) und damit zauberhafte Dinge zu verbringen vermag. Ehrlich gesagt wusste ich vor dieser Aktion nicht einmal, dass es so etwas gibt. Umso mehr geflasht war ich, als ich das Ensemble mit gefühlten vierhundert Zusatzteilen dann auspacken konnte:

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Multifunktional!

Die Aufsätze werde ich in den nächsten Wochen noch vorstellen. Man kann überstehende Dinge (Nägel, Zapfen in Holz, irgendwelche Bolzen) bündig absägen, Fugen von Fliesen auftrennen, verklebten Teppich lösen, es gibt einen Delta-Schleifaufsatz, diamantbesetzte Spezialaufsätze und spezielle Diamantaufsätze! Ich nehme an, dass ich mit einem einzigen Multicutter meine gesamten,  hier seit 2013 gebloggten Projekte innerhalb weniger Tage wieder komplett in kleine Teile cuttern könnte. Aber das wollen wir ja alle nicht.

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separates Zubehör

Nächste Woche werde ich erstmal ein paar Übungen mit dem Gerät machen. Es kommt im Übrigen in einem robusten und großzügigen Systemkoffer, der Platz für alle Teile bietet, ohne dass man Tetris spielen müsste; das Gerät selber liegt gut in der Hand, ein gewisses Gewicht zeugt von Wertigkeit und das Anschlusskabel ist auch lang genug für versteckte Ecken. Besonders praktisch erscheint mir die StarLock – Werkzeugwechselvorrichtung, sozusagen das Spannfutter, das hier den Aufsatzwechsel (z.B. von Diamantscheibe auf Rubinfräser) in Sekundenschnelle möglich macht. Aber das werde ich hier noch nach und nach vorstellen.

Nach der Übungsphase muss ich mir dann ein Projekt für das Gerät suchen, da schwebt mir schon dieser kleine Schandfleck vor:

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Vorne hui, hinten pfui!

Es handelt sich um die Rückseite meiner Werkstatt, da fällt der Kitt aus den Fensterscheiben, und die Ortgangsteine (wow, da hab ich ja mal wieder ein Fachwort eingebaut, das seinesgleichen sucht!) werden nur noch von Luft und Liebe am Platz gehalten. Die kann ich bestimmt gefühlvoll wegcutten, den alten Kitt rauscutten, und was es halt sonst noch so zu cutten gibt. Auf jeden Fall hat das Auspacken schonmal Lust auf mehr gemacht, und der kleine blaue Freund wird uns hier mal schön die nächsten Wochen begleiten. Danke an Bosch für das Bereitstellen des Testwerkzeugs!

Da ich ja regelmäßig solche Sachen zum Testen bekomme – man denke nur an den Hobel, die Farbpistole, den Exzenterschleifer oder die leicht bekleideten Damen  – muss ich das rein rechtlich irgendwie kenntlich machen, daher gibt es jetzt den Zusatz „dannwollenwirmal kann Werbung enthalten“ oben rechts. Es gibt nicht mehr oder weniger Werbung als bisher, nur jetzt steht’s halt dran.

Also, viele neue Projekte scharren schon mit den Hufen! Ich werde den Werkzeuggürtel direkt mal umschnallen! (Oh, ich habe ihn ja noch seit gestern um?!) Erstmal zum Binford-Laden und was teures kaufen! Ja, Schatz, natürlich brauchen wir das! Was hast Du gesagt? Der Motor ist so laut! Vorsicht mit den Spänen! Und da nicht reinfassen, der Schaum ist noch feucht! Hossa, dann wollen wir mal!

 

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Wer guckt drauf?

Während mich der Suchbegriff der Woche „Risse in den Wänden wer guckt drauf?“ nur kurz hat aufhorchen lassen (Platz 2: „mit acryl teppich kleben“, Platz 3: „geht das fermacell Platte kleben auf wandfliesen?“) habe ich mein bereits letzte Woche angedrohtes Projekt „Werkstatt-Hinterseite erneuern“ gestartet. Besagte Hinterseite ist tatsächlich relativ marode, allerdings hatte das bisher eher D-Priorität, denn „sieht ja sowieso keiner“ oder wie oben: „wer guckt drauf?“ Aber im Moment sind ja nunmal Bosch-MultiCutter-Testwochen (wie letzte Woche berichtet, hat mir Bosch dieses Gerät zur Verfügung gestellt, aber nun muss ich auch was dafür tun!), und so habe ich mir vorgenommen, dieses Projekt ausschließlich mit diesem einen Werkzeug durchzuführen! Okay, ich habe dann gemerkt, dass das Ding nicht schrauben kann, also vielleicht noch ein Akkuschrauber dazu. Und die Werkzeuge, die ich halt standardmäßig immer bei filigranen Arbeiten benötige (Rüttelplatte, Minibagger, Abrissbirne).

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Zur Erinnerung: Darum geht es!

Apropos filigran: zunächst habe ich den alten Fensterkitt mit dem Holz- und Metall-Sägeaufsatz herausgeschnitten. Wohlgemerkt am intakten Glas, und tatsächlich haben auch alle drei Scheiben überlebt. Die kleinen Glasernägel konnte ich mit dem selben Aufsatz abschneiden. Das Geschwindigkeitsrädchen war dabei auf zwei bis drei gestellt. Dabei geht es bis acht! Damit kann man dann wahrscheinlich Panzer aufsägen. Ist dann aber auch ziemlich laut.

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Mittelholm abtrennen – Nägel sind kein Problem für den Holz/Metallaufsatz

Als die Scheiben raus waren, habe ich die Falze noch schön gesäubert, das geht ebenfalls mit dem Sägewerkzeug, es gibt aber auch mit Hartmetall beschichtete Aufsätze, die zum Mörtel entfernen (z.B. defekte Fliesen ausschneiden) gedacht sind und in verschiedenen Formen daher kommen. Die fand ich dann ideal zum entfernen des restlichen Kittbetts und zum Abtragen einiger Altlasten (Reibeputz vom Fassadenprojekt) auf der Holzfensterbank.

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Falze säubern mit dem Mörtelentfernungsaufsatz

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Den Aufsatz gibt es auch dreieckig, rechteckig und rund mit Spitze

 

Wie man sieht, ist ein Teil des Rahmens morsch geworden, ich möchte aber nicht den ganzen Rahmen tauschen, weil der seit 90 Jahren mit Mauerwerk, Fenster und Erdkern verbunden ist, also habe ich mit einem schmalen Holzsägeaufsatz die schadhafte Stelle ausgesägt und das Rahmenholz sogar in der Stärke sauber halbieren können. Das passende Austauschsstück wurde dann eingesetzt und wird mit Holzkitt noch schön angepasst. Dazu wurden die Übergänge mit dem Schleifaufsatz angefast. Diesen habe ich dann auch gleich zum Abschleifen bzw. Anschleifen des Altanstrichs genutzt; das ist ein Deltaschleifer-Aufsatz, der mit dem üblichen Schleifpapier bestückt wird.

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Morsches Rahmenteil

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In Länge, Breite aber auch Tiefe aussägen…

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…und neues Teil anfasen und einpassen.

 

Zwischen Fensterbank und Fenster war noch eine alte Silikonfuge, die habe ich mit dem Messeraufsatz sauber rausgeschnitten bekommen. Auch das geht elegant und präzise, da werde ich wohl bei der nächsten Fugensanierung auch auf dieses Tool zurückgreifen.

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Silikonfuge ausschneiden

Wir fassen zusammen: Jahrhunderte alten Kitt sauber rausschneiden ohne Scherbeninferno; Nägel absägen; Holz ausschneiden, Lack abschleifen, Silikonfugen ausschneiden – Check. Alles ein Werkzeug, Aufsatzwechsel dauert drei Sekunden, einzig die Hände fühlen sich nach drei Stunden herum-Cutten etwas kribbelig an. Aber das gibt sich bestimmt bald wieder hunsd ich gkhann auhjjj shonn wuidwer gantzz gutg tippppennn!

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Aufsätze lassen sich in fast beliebigen Winkeln montieren

Was folgt jetzt? Nächste Woche wird der Rest hübsch aufgearbeitet – Glas gereinigt und neu eingekittet, Holz neu lackiert, Anschlussfugen erneuert, und dann ist das Ding wieder regendicht und tatsächlich ein Schmuckstück, wenn, ja wenn da mal jemand drauf gucken würde. Guck ich halt selber drauf, ätsch.

Apropos gucken, weitere potenzielle Suchbegriffe wären da noch:

„Deckenlampe mit Bauschaum festgemacht wer guckt drauf?“
„Türsturz runtergekommen wer guckt drauf?“
oder „Steckdose falsch angeklemmt wer guckt drauf?“

Mal sehen wann die kommen! Also, fröhliches draufgucken! Oder mal druntergucken. Am Besten mal dahintergucken. Bis nächste Woche!

Bewegte Bilder

Unverhofft kommt oft, und so bin ich , eh ich’s mich versehe, direkt im nächsten Projekt. Das hatte ich doch für den Herbst geplant? Ups, ist ja schon Herbst. Kommt ja genau so plötzlich wie Weihnachten!

Für die Zweiwochenbadfamilie trage ich nämlich zur Verschönerung des Wohnraums bei und hänge in drei Räumen die Decken in Trockenbauweise ab. Das passiert mit Direktabhängern, wie ich es hier im Blog schonmal erklärt habe (finde die Stelle grad nicht, sonst würde ich es verlinken!), also im Grunde keine große Sache. Etwas speziell wird die Verkleidung einer vorhandenen Dachbodentreppe, aber da habe ich schon eine schöne Idee, die ich demnächst hier in gewohnt charmanter Manier erläutern werde.

Es sind immer noch Bosch-Multitool-Testwochen (das Werkzeug wurde von Bosch zur Verfügung gestellt) und so habe ich das kleine blaue Teufelchen mitgenommen um zu schauen, ob es mir nützlich sein kann, und siehe da: Erwartungsgemäß habe ich es tatsächlich ständig im Einsatz gehabt.

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Türöffnung vergrößern: es wird gesägt! Oder gecuttet?!

In dem Haus (Ständerbauweise) sollte eine vorhandene Türöffnung verbreitert und bis zur Decke gezogen werden. Dazu müssen die Wand-Gipsplatten aufgeschnitten werden; einmal, um die Öffnung zu vergößern, aber auch um erstmal eine Probeöffnung zu machen, damit man sich ein Bild vom Ständerwerk machen und entscheiden kann, wie weit man überhaupt öffnen kann. So gab es auf der linken Türseite eine Begrenzung, weil der nächste Steher zu weit weg ist. Rechts konnte aber um gut 20 cm verbreitert werden.

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Hartnäckige Schrauben werden vom Multicutter gekappt

Den Bosch Multicutter habe ich dann für das Schneiden der Gipsplatten verwendet (Sägeaufsatz Holz), übrigens relativ staubarm im Gegensatz zu sich drehenden Werkzeugen; weiterhin aber auch für Metallteile, zum Beispiel eine festsitzende Schraube der Türzarge, oder zum auftrennen der geklammerten Wandteile.

Über der Türöffnung liegt ein Deckenbalken, und damit die abgehängt Decke später übergangslos von den Flur ins Wohnzimmer durchgeht, musste ich von diesem unten einen Streifen wegnehmen (natürlich statisch abgeklärt!). Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich das mit meiner Säbelsäge gemacht habe, von der ich ja im Grunde auch begeistert bin, wo einem aber bei längeren Schnitten vor lauter Rüttelei das Schultergelenk auskugelt oder es zu multiplen inneren Verletzungen kommt. Eine Tauchsäge ist mir dafür zu unhandlich, eine Stichsäge wenig geeignet. Daher habe ich auch hier den Bosch gewählt und den Balkenstreifen segmentweise abgetragen. Und dazu, täterätääää, das offiziell erste dannwollenwirmal-VIDEO.

Passend dazu gibt’s nun auch einen dannwollenwirmal-Youtube-Channel. Wie intensiv ich das wirklich hier einbaue, muss ich mal sehen. Eigentlich bin ich eher ein Freund des geschriebenen Wortes und werde daher die Filmerei nicht übertreiben (mal abgesehen davon, dass ich gar keine Ahnung von dem Ganzen habe), aber manche Dinge, wie den segmentsweise dröppelnden Balken, kann man eben nur im bewegten Bild zeigen. Also, werte Leser: vorsichtshalber mal den Youtube-Kanal abonnieren, teilen, liken und was macht sonst noch so damit machen kann, dann werde ich bald Klickmillionär und kaufe mir einen Kameramann, oder so.

In Häusern in Holzständerbauweise („Fertighäuser“) liegen übrigens die Elektroleitungen in Balkennähe auch gerne mal direkt hinter der Gipsplatte. Daher muss man besonders vorsichtig sein, wenn man mit dem Multicutter (oder einem anderen Werkzeug) dort hineinsägt. Nicht dass mir das passiert wäre! Ich sag’s ja nur.

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Direktabhänger abschneiden

Ist das nicht ein cooles Foto? Man sieht hier das Abschneiden der Direktabhänger im Bereich der späteren Dachbodentreppenabdeckung (schönes Wort für Scrabble). Normal werden die Direktabhänger gar nicht abgeschnitten, sondern nur nach oben gebogen, aber hier ist die Seite der Luke und von daher mussten die Überstände da mal weg.

Nächste Woche geht es weiter mit den Decken, mein Werkstattprojekt rückt daher ein klein wenig nach hinten, aber da habe ich schon den ersten Anstrich gemacht, jetzt geht’s erstmal umd das Einkitten der Fensterscheiben, aber das habe ich hier ja auch schon ausführlich gezeigt.

Zum Schluss noch ein Aufruf an die Youtube-affinen Leser: Bitte mal um ein paar Tips: was muss ich noch beachten, für das zweite Video? Welche Schnittsoftware empfielt sich? Was gibt es noch für Ratschläge? Jetzt mal raus mit der Sprache! Ich zeige Euch hier schließlich auch jede Woche, wie man das Haus unbewohnbar macht! 🙂

 

 

 

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Tapeten-Raclette

Munter geht es weiter mit der Deckenabhängung, und auch das nächste Deckenprojekt steht schon in den Startlöchern. Muss wohl irgendwie Mode sein!

Die ersten anderthalb Räume sind schon beplankt, nächste Woche geht es dann mit dem größten Raum weiter. Ich bin im Moment zeitlich im Hauptberuf etwas eingebunden, daher geht das werkeln nicht so fix wie erhofft. Ein schönes Gimmick wird, denke ich, die Dachlukenverkleidung:

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Umrahmung mit CD-Profilen und Ausschnitt für die Dachbodentreppe

In der alten Decke ist eine Dachbodentreppe. Da die neue Decke etwa fünf Zentimeter tiefer wird, habe ich mir für die Treppenluke eine Verkleidung mit einer Kunststoffplatte ausgedacht. In der GK-Decke wird dementsprechend eine Öffnung frei gelassen und die Platte dann per Magneten einfach auf die Bodenklappe geklickt. Das ist dann leicht und einfach abzunehmen und nach Benutzung der Treppe wieder anzubringen. Mit dem #builtwithBosch Bosch-Multicutter (richtig, es sind immer noch Testwochen) habe ich am CD-Profil entlanggeschnitten; das ist allerdings beim ersten mal etwas wellig geworden (das rächt sich dann beim Spachteln), da wäre ich mit der kleinen Gipskartonsäge eventuell besser dran gewesen; ist aber vermutlich eine Gewöhnungssache.

Gute Dienste leistete der Cutter mal wieder beim nachträglichen Schlitzen für Antennen- und Elektroleitungen:

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Schlitz für Leitungen

Der Hit war allerdings der breite Messer-Aufsatz zum Entfernen von Tapeten! Im Bereich der neuen Schlitze habe ich ja erst die Tapeten entfernt, um die Schlitze dann nachher wieder sauber verspachteln zu können. Mit dem oszillierenden Messer einmal unter die Tapete gegriffen, da ging sie dahin, und das schnell, elegant und präzise. Ob das bei allen Tapeten- Wand- und Kleisterarten so gut funktioniert, werde ich erst feststellen, wenn ich bei allen Freunden und Bekannten einen Probe-Quadratmeter Tapete entfernt habe. Oder hat jemand aus der Leserschaft Interesse? Ich werde dann hier (auch über die Reaktionen) berichten.

Ansonsten habe ich mittlerweile einen effizienten Weg gefunden, wenn es um Direktabhänger geht: Zunächst rundherum die UD-Profile anbringen (Laser!), dann die CD-Profile alle passend in die UD’s einlegen und hinschieben (das erste 20-25 cm von der Wand und dann von der Wand aus in 50cm-Schritten); dabei die CDs an einem Ende etwas mit der  Blechschere anschrägen, dann verkanten sie nicht in den UDs. Als nächstes die Direktabhänger über die CDs schieben und festschrauben; dann runterbiegen, die CDs per Laser justieren und mit Profilverbindungsschrauben befestigen. War das jetzt zu wirr?! Geht jedenfalls genau so schnell wie die Erklärung 😉

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Direktabhänger in Aktion

So, nun will ich mal losziehen und mit dem Multicutter ein paar Tapeten ablösen! Eigentlich könnte ich ja bei uns im Wohnzimmer mal anfangen, da ist heute Raclette-Abend, das dauert ja sowieso immer so lange mit den Pfännchen, warum also nicht zwischendurch mal die Leistungsfähigkeit des neuen Werkzeugs präsentieren?

Mahlzeit!

 

Vliesknispel

Holladiho, wir gehen in die vorletzte #BuiltwithBosch-Testwoche und ich konnte letztes mal tatsächlich etwas Begeisterung erzeugen mit dem Tip, dass sich das Gerät gut zum Tapeten entfernen eignet. Es gab einige Fragen dazu, daher jetzt hier mal gesammelt die Infos: Als Aufsatz habe ich den „ATZ 52 SC, starr“ benutzt, je nach Neigung des Gerätes konnte ich sogar die abzutragenden Altschichten aussuchen. Es gibt anstatt der starren auch eine flexible Klinge, das habe ich allerdings noch nicht probiert. Man muss natürlich berücksichtigen, dass die Klinge nur ein paar Zentimeter breit ist. Wer also vierhundert Quadratmeter extrem festsitzende Titantapete abknispeln möchte, sollte sich vielleicht mit dem Gedanken einer gezielten Sprengung anfreunden eine Ersatzklinge auf Lager legen.

Auf dem dannwollenwirmal-Youtube-Channel habe ich dazu übrigens auch ein Beweisvideo bereitsgestellt; nun habe ich immerhin schon Musik eingebunden, und sicherlich werden die Videos auch bald noch hübscher werden, sobald ich die attraktive Kamera-Assistentin etwas mehr Zeit und Muße dafür habe. Ferner bitte ich Euch darum, den Kanal zu abonnieren, denn ab 100 Abonnenten kann ich eine Channel-URL definieren, zum Beispiel:

www.youtube.com/channel/Bauschaum-besser-als-sein-Ruf
www.youtube.com/channel/Risse?WelcheRisse?
oder www.youtube.com/channel/IchDachteDafürBrauchtManKeineBaugenehmigung

Unter allen Abonnenten werde ich im März 2019 eine Tube Alleskleber verlosen. Na, das ist doch was!

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Rockt: Tapeten-Ex #builtwithBosch

Das gegenwärtige Deckenprojekt kommt voran und ich plane, kommende Woche fertig zu werden. Diese Woche habe ich alle Räume mit Platten versehen und bei zweien den ersten Spachtelgang fertig. Hmm, die letzte (dritte) Lage mache ich mit Finnish-Spachtel, bin mal gespannt, wie hübsch das wird.

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Einhausung für die Dachbodentreppe

Wie oben zu sehen, habe ich auch den Rahmen für die Dachbodentreppe gebaut, die Unterkonstruktion habe ich ja schon letzte Woche gezeigt, jetzt wurden die senkrechten Platten gesetzt, dabei erstmal zu lang gelassen und dann bündig abgeschnitten. Das geht mit einer Gipskartonsäge, oder, weil ja Multicutter-Testwochen sind, natürlich auch damit, Ruckzuck den Aufsatz von Tapetenmesser zu Dachbodenlukenseitenplattenabschneider gewechselt und schön an der Kante entlanggefahren:

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Scharfes Messer, unscharfes Foto!?

Die Kanten wurden dann mit einer Kantenschutzschiene versehen, die entsprechend eingespachtelt wird, ähnlich wie bei den Dachfenstern, da hatte ich das schonmal erklärt. Auch schon wieder fast zwei Jahre her! Übrigens immer noch keine Risse zwischen Drempel und Dachschräge. Werde in einem Jahr wieder schauen 😉

Zum Schluss noch, aber nur weil er so schön ist, der Suchbegriff der Woche: „bröckelnder putz decke mit vliestapete überkleben“.

Klar, warum nicht.

Auf den Plätzen zwei bis fünf:

– „Wasserrohr undicht, mit Vliestapete überkleben?“
– „Kernschmelze mit Vliestapete abdecken?“
– „Fundament stabilisieren mit Vliestapete?“und
– „Vliestapete scheiße tapeziert. Sieht unmöglich aus. Mit weiterer Vliestapete überkleben?“

 

Das tapfere Schneiderlein

Ist das nicht schön? Stimmt, das ist nicht schön! Wobei, eigentlich ist das schon alles ganz schön. Nachdem ich tagelang dem Müßiggang gefrönt habe (Familientreffen werden linear entspannender, je älter die Kinder sind!), wird jetzt am Wochenende kräftig reingehauen, damit die aktuelle Baustelle fertig wird. Also während ihr, liebe Leser, diesen Artikel beim Frühstücksei und Käffchen lest, rühre ich, ein Fuß auf der Leiter und den anderen auf einem Fenstersims in schwindelerregender Höhe, todesmutig in einer giftigen Pampe herum! Aber lasst es Euch ruhig schmecken, ich komme schon zurecht.

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Finish!

Das Projekt momentan sind mal wieder abgehängte Decken, und ich habe nun Spachtelgang zwei und drei aufgetragen, denn die GK-Decken werden nicht gereibeputzt oder tapeziert, geschweige denn gefliest (wobei das eine echte Herausforderung wäre!) sondern nur weiß gestrichen, und da muss man schon die Spachtel-Skills kräftig aktivieren, damit es nachher auch glatt wie ein Pfirsich wird. Ich habe zum ersten mal den „Finish-Spachtel“, eine Fertigmischung für den letzten (oder vorletzten) Spachtelgang benutzt, und bin schon, naja, nicht geflasht, aber doch positiv angetan. Die Qualität am Ende entspricht dann „Q3“ (es gibt Q1-Q4), wobei die Ziffer, grob gesagt, die Anzahl der Spachtelgänge bezeichnet. Q1 genügt für GK-Flächen, auf die später z.B. gefliest wird, Q2 ist der Standard für Reibeputz (>1mm) oder Rauhfasertapete, und wenn nur gestrichen wird, landet man bei Q3 oder sogar Q4, wobei ein guter Q3 meiner Meinung nach schon ziemlich glatt aussieht (warte nur ab, wenn erstmal Farbe drauf ist!). Das Finish-Zeug macht jedenfalls einen guten Abschluss und ist sehr ergiebig.

Es wurde eine gewisse Begehrlichkeit in mir nach einer Schleifgiraffe/Langshalsschleifer geweckt; nicht, dass ich besonders viel zu schleifen hätte (wie bereits hier erwähnt: wer gut spachtelt, braucht kaum zu schleifen!) aber es ist eben doch mühsam, staubig und lästig. Ein gutes Gerät, z.B. von Festool, kostet aber schnell mal vierstellig, und das lohnt sich wohl doch erst bei größeren Flächen. Hinfort mit dir, oh Werkzeugtraum!

Apropos Werkzeug, diese Woche endet der #BuiltwithBosch-Test des Bosch Multicutters GOP 55-36. Es war bisher der ausgiebigste dannwollenwirmal-Test, und ich habe es nicht bereut. Fazit ist nämlich: der Multicutter ist einfach immer da. Er liegt lauernd in seiner Systemkiste und wird einfach ständig gegriffen, für alle möglichen und unmöglichen Tätigkeiten. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass ich ihn auf einer (nicht mal besonders spektakulären) Baustelle tatsächlich so oft und zu so verschiedenen Anlässen benutzen würde:

Ecke aus Gipskarton ausschneiden
Kabelschlitz sägen
Balken ausklinken
Schwierige Spachtelstelle glattschleifen
kurz mal Stück Metall sägen
Fliesenkleber entfernen
Fußleiste ausklinken
Fliesenfuge ausschneiden
Schraube bündig abschneiden
Spachtelfase in einer GK-Ecke herstellen
Fußbodenhöhe angleichen
Tapete entfernen
Rundung ins Holz schleifen……….

Das sind nur ein paar Beispiele aus drei Tagen Baustelle. Das Ding liegt immer daneben und ist schnell gegriffen; ich habe ihn zum Schluss gar nicht mehr abgekabelt. Und mir wurde eine Menge Quälerei erspart. Der kommt jetzt einfach auf jede Baustelle standardmäßig mit und ich wette, ich werde ihn jedes mal benutzen, das tapfere Schneider-lein 🙂

Wobei ich nun nach langem Härte-Testen auch eine Anwendung gefunden habe, an der selbst der Multicutter gescheitert ist: Das Schneiden von bereits verlegten Bodenfliesen. Allerdings sei auch erwähnt, dass das Gerät hierzu auch nicht wirklich gedacht ist. Im Zubehör wird der Aufsatz ACZ82RD maximal für das „Schneiden von weichen Wandliesen“ empfohlen.

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Hier soll geschnitten werden!

Das Schneiden von bereits verlegten Bodenfliesen ist ohnehin immer etwas tricky. Der einzig gangbare Weg, den ich bisher beschritten habe, ist das Schneiden mit einer Flex einem Winkelschleifer mit entsprechender (Diamant)scheibe.

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Hartmetall-„3MAX“-Abrasive-Aufsatz

Der oben verbildlichte Aufsatz eignet sich hervorragend zum Ersetzen einer einzelnen Fliese, indem er sowohl die Fuge ausfräst als auch den Fliesenkleber raketenartig wegraspelt.

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Hier die Fuge…

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da der Mörtel mit dem Aufsatz AVZ 78 RT2

Für die Mörtelentfernung habe ich dann den ebenfalls hartmetallbeschichteten Delta-Aufsatz „AZV RT2“ benutzt. Das ging unfassbar gut!

 

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Jetzt kommts: Bodenfliese schneiden

Die Bodenfliese habe ich mit viel Geduld und Spucke zur Hälfte durchtrennt bekommen. Dann habe ich den Kuhfuß angesetzt und die Fliese zärtlich angehoben. Das hat bei zwei Fliesen auch gut geklappt, bei der dritten (und letzten, wie immer) dann leider nicht:

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Kacke!

Da hat es jetzt leider einen Riss gegeben. Ich denke, hier wäre reichlich Bauschaum das Mittel der Wahl. Oder dick Farbe. Kommt da nicht sowieso der Schrank hin?

Nunja, shit happens, vielleicht gibt es ja noch eine solche Fliese im Archiv.

Weiter oben wird nun die fertig gespachtelte Decke noch gestrichen und dann noch die Dachbodenlukenabdeckung eingebaut. Da habe ich ein paar Muster angefordert, nächste Woche wird Bericht erstattet, da tauchen wir dann ein in die Welt der Kunststoffplatten.

Bis dahin wünsche ich wie immer: Viel Spaß beim Nachbasteln, immer eine Handbreit Staub unter der Sohle und stets dran denken: Es ist noch kein Türsturz vom Himmel gefallen! Oder so.

Cheerio!

 

 

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Der dannwollenwirmal-Jahresrückblick

Da sind wir wieder, und selbst an Neujahr bin ich mir nicht zu schade, mich zum Rechner zu schleppen und der werten Leserschaft ein paar Zeilen zu hinterlassen, wenn auch etwas später als sonst, aber irgendwann muss man ja auch mal schlafen! Oder so.

Wir schalten die schwülstige Geigenmusik an und stellen uns vorm inneren Auge Feuerwerk und vorübergleitendes Werkzeug in Zeitlupe vor, denn hier ist er wieder, der dannwollenwirmal-Jahresrückblick: Meine diesjährigen Baustellen und was daraus geworden ist, und was vielleicht auch schon wieder zusammengebrochen ist, wer weiß..?

Himmel, was war denn im Januar alles los? Nach ein wenig Lamentiererei über Mülltonnen habe ich einige Wandrisse per Mörtelinjektion mit Schlämme saniert. Obwohl ich mir ja vorgenommen hatte, kurz danach das Fundament zu stabilisieren, um die Ursache bei der Wurzel zu packen, habe ich das bis heute irgendwie nicht direkt geschafft. Die Risse sind aber auch nach einem Jahr nicht wieder aufgetaucht.

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Risssanierung

Mitte Januar habe ich mit Clickfix-Direktabhängern eine Bunker Stahlbetondecke abgehängt, so minimal es eben geht, und Ende Januar dann noch woanders Raum für Raum mit Metall-UK und teils Holzlattung gipskartonmäßig beplankt. Weiterhin wurden schon die ersten Planungen für mein großes Fassadenprojekt angefangen, und ich habe die Fensterläden gezeichnet und die nötigen Holzmengen ausgerechnet.

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Stahlbetondecke abhängen

Nach unserer wilden Geburtstagsparty im Februar gab es noch ein paar Infos zum U-Wert-Rechner und eine Bestandsaufnahme der Fehlstellen an meinem Sockelputz. Viel mehr kann man da ja auch nicht machen, ich glaube es lag Schnee und der Februar ist ja auch tendentiell immer überraschend kurz.

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Putz ausbessern: Bestandsaufnahme im Februar

Im März ging es dafür aber richtig los! So habe ich meinen Werkzeugbestand nicht nur um eine Binford-Dübelfräse und Oberfräse erweitert (die seit dem Fensterladenprojekt bisher noch nicht wieder so richtig oft zum Einsatz kamen, ehrlich gesagt…), ich habe auch 80 m² GK-Decke mit Reibeputz versehen und bin dann allmählich mit den Fensterläden angefangen. Als dann Mitte März das Baugerüst kam, ging alles ganz schnell und ich habe reichlich an der Fassade herumgeturnt und ordentlich armiert und verputzt.

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Fassadenprojekt GO!

Im Laufe des Aprils wurde das Fassadenprojekt (und das Fensterläden-Projekt) dann fertig gestellt, inklusive Faschen, viel viel Reibeputz, gar nicht soooo vielen Nachtschichten und einem türkisen Farbendebakel, bin ich in etwa sechs Wochen (für „nebenbei“ und (fast) alleine doch recht fix) fertig geworden. Das Häuschen erstrahlt immer noch im Glanze, die Fensterläden halten und haben sich auch nicht verformt, die Fassade ist noch so wie gerade erst renoviert, es gibt keine Risse, keine Stellen, über die ich mich ärgere und rückblickend auch tatsächlich nichts, was ich nun anders gemacht hätte. Das überzählige Material (und das war doch noch einiges) konnte ich zum Baustoffhändler zurück geben und es wurde anstandslos gutgeschrieben. Was für ein gelungenes Projekt, da darf ich auch mal ein bißchen stolz sein, auch wenn ich andererseits froh bin, sowas so schnell nicht nochmal machen zu müssen 😉

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Achja: Die Spalten entlang der Dachfenster von innen (durch die Konterlattung) sind immer noch da. Ooops! Aber es zieht nicht da durch; ist eigentlich nur ein optisches Ding. Immerhin habe ich mittlerweile die Leisten und den gepriesenen Bauschaum. Muss ich nur noch anbringen.

Sowas kommt übrigens immer dann, wenn man es nicht direkt durchzieht: Einmal im Bau-Modus, sollte man am Besten alles fertig machen. Wenn man sich was ‚für später‘ übrig lässt, und irgendwann alles sauber, geputzt, bezogen und das Werkzeug wieder weggeräumt ist, fängt man so schnell nicht wieder an, und dann bleibt es, wie in diesem Fall, monatelang liegen.

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ToDo: Leisten drauf!

Im Mai gab es nicht nur die haarsträubende Geschichte mit dem Malergroßhandel (in den ich seitdem übrigens keinen Fuß mehr gesetzt habe!), ich erschuf auch das Heimwerker-Lexikon, das mittlerweile als Standardwerk gilt (oder so); dabei auch vielen Dank an die wertvollen Ergänzungen Mompe, Murks, fitscheln, wuppen, wemsen, Tacken, friggeln. Irgendwann gibt es sicher eine zweite Auflage!

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Zum Ausklang noch eine kleine Trennwand hingestellt, und schon ging es mit großen Schritten in den…

Juni! Hier wurden Kellerfenster neu gekittet, auch die halten immer noch und mit jedem Fenster wurden meine Kit-Skills besser. Dann gab es noch ein paar Tips für’s Leben, unter anderm die Powersätze und auch wichtige Hinweise, wie man sich als Heimwerkerking auf einer Hochzeit zu benehmen hat.

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Im Juli wurden dann neben der Poolreinigung noch die erneuerten Kellerfenster eingesetzt und dann waren wir auch schon mitten in der traditionellen Sommerpause, die im August unter anderem mit dem allerersten dannwollenwirmal-Beitrag fortgeführt wurde.

Der September startete dann mit neuen Taten und den #builtwithBosch-Testwochen. Der Multicutter ist immer noch fast (bau)täglich im Einsatz, ich möchte ihn nicht mehr missen. Wobei ich allmählich den ein oder anderen Aufsatz austauschen müsste, speziell die Stein- und Betonaufsätze aus Hartmetall sind mittlerweile etwas abgetragen, und der Sägeaufsatz für Holz hat ein paar Zähnchen eingebüßt; aber sonst – läuft und läuft und läuft!

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Bosch-Multicutter

Meine Werkstattrückseite habe ich ehrlich gesagt noch nicht ganz fertig (wieder das Spätermachen-Problem), weil mir damals die Farbe ausgegangen war und jetzt noch der Schlussanstrich fehlt. Naja, dieses Jahr wird’s wohl was.

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Weiter ging es mit Trockenbaudecken und erweiterten Wandöffnungen, bis in den…

Oktober hinein – inklusive Dachbodenabdeckung, die natürlich auch immer noch hält! Die nächste Baustelle war dann eine Wohnzimmersanierung mit dem Verputzen eines Stahlträgers, Deckenabhängung, Spachtelei und Wandputz. Da war ordentlich was los! Ist schon schick geworden alles, ähnlich wie die gebastelte Laterne von Felicitas und Mario bei der neuesten Szenen aus dem Leben-Folge.

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Altbausanierung at its best!

Im November wurde das Dachbodenklappenprojekt beendet und wieder von filigran auf grob umgeschaltet: Es wurden Türstürze geändert, das macht ja immer besonders viel Spaß, weil es so schön viel Staub und Dreck macht und man den ganzen Tag mit dem Nervenkitzel arbeitet, dass die Bude einem jederzeit über dem Kopf zusammenbrechen kann. Herrlich!

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Nach dem Leuchtsterne-Basteltip im Dezember und dem finalen Erwerb der Bakelit-Verteilerdose wurden dann noch die Stürze verputzt, bevor das Jahr mit der Heimwerker-Version von Stille Nacht seinen besinnlichen Ausklang fand.

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Das Ding ist auch endlich dran!

Also, die Projekte und Baustellen haben sich gegenseitig die sprichwörtliche Klinke in die Hand gegeben, es wurde viel bewegt und reichlich geschafft! Im neuen Jahr geht es direkt mit Vollgas weiter, so viel kann ich schon verraten. Für heute aber geht’s zurück auf’s Sofa, ist ja Neujahr, da darf man nochmal lümmeln und die Füße hochlegen, jawoll!

Euch allen einen schönen Start ins neue Jahr – bis nächste Woche!

Airless – atemlos

Da im Hauptberuf einige große Lagerhallenwände weiß gestrichen werden sollen, habe ich mich diese Woche zum ersten mal mit einer Airless-Maschine beschäftigt. Wir hatten hier ja schon die Lackiervariante per Spritzpistole und Kompressor besprochen; das Airless-Verfahren arbeitet im Gegensatz dazu ohne Luft (deswegen ja Air-less), sondern das Farbmaterial wird über eine Pumpe unter Druck gesetzt und spritzt dann aus der Düse vorne heraus. Dadurch lassen sich auch etwas dickere Farben wie Wandfarbe verarbeiten, und das Gerät schafft natürlich auch mehr Menge als die verhältnismäßig kleine Spritzpistole.

Ein Kauf einer solchen Teufelsmaschine lohnt sich für den gelegentlichen Gebrauch kaum, kostet sie doch irgendwas im mittleren vierstelligen Bereich, daher fiel die Wahl auf den guten, alten almost-everything-Verhuur Bölltz, wo man das Teil für rund 100 Euro am Tag mieten kann.

Die Zeitersparnis ist tatsächlich enorm. Zugegebenermaßen hat es etwas gedauert, bis das Ganze rund lief und alles im Gang war, aber die Fläche von etwa 400 m² haben wir in rund drei Stunden (inkl. Maschine-das-erste-mal-an-den-Start-bringen) geschafft. Und obwohl die Wände nicht gerade neu waren, reichte ein einmaliger Anstrich aus. Mit Vorbereitung (Auslegen und Abkleben) kann man also durchaus eine große Halle an einem halben Tag schaffen. Wir waren dabei zu zweit, ein Kollege hat die Eimer nachgefüllt und ich habe mit Ganzkörper-Overall und Atemmaske die Farbe aufgetragen. Der Schlach war dabei lang genug, um eigentlich jeden Winkel der Halle zu erreichen, ohne die Maschine ständig umstellen zu müssen.

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Airless-Gerät

Das Ganze macht tatsächlich etwas mehr Sauerei als das gewöhnliche Rollen, aber doch weniger wie befürchtet. Es ist nicht so, dass man permanent in einem weißen Nebel steht und alles völlig zugeschmiert wird. Auf den nicht abgedeckten Flächen entsteht hier und da vielmehr ein lockeres, feines Farbpulver, eher wie fein gesiebtes Mehl, das man aber, wenn es getrocknet ist, zum großen Teil wegfegen oder ihm, zumindest bei Innenfarbe, per Wasser und Schrubber zu Leibe rücken kann.

Daraus folgt auch, dass sich Airless nur für große Flächen von mehreren hundert Quadratmetern lohnt. Wenn man damit im kleinen Badezimmer oder noch möblierten Wohnzimmer anfängt, kommt man aus dem Abkleben ja nicht heraus. Oder man macht es so wie Mr. Bean in diesem Klassiker 🙂

Nächste Woche wird die nächste Halle gestrichen; außerdem habe ich noch ein Fliesenprojekt und ein Bauschaumprojekt (Oha!) auf der Agenda. Ich werde berichten! Bis dahin!

Baumarktklatsche

Habe ich schon erwähnt, dass ich nächstes Jahr gerne mal zur BAU nach München möchte? Eine Fachmesse, auf der quasi alle namhaften Hersteller von Werkzeug und Zubehör vertreten sind und Menschen mit einer gewissen Werkzeugliebe vermutlich aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Ich suche daher auf diesem Wege einen Sponsor für ein, zwei Messetage. Gottseidank kann man da nichts kaufen! Sonst müsste ich mit dem Anhänger hinfahren…

Auch wenn ich bisher nicht auf der Fachmesse war, bekomme ich doch regelmäßig eine Menge Schrott exklusive Neuigkeiten und nützliche Linkstips, die ich dem geneigten Leser natürlich nicht vorenthalten möchte. Daher heute mal ein kleiner Newsflash:

Letzten Sommer habe ich von unserem Pool berichtet und der Algenproblematik; ich habe zwischendurch den Hinweis bekommen, dass eine Kreiselpumpe hier das Mittel der Wahl sein könnte, um beispielsweise den Poolinhalt in eine Regentonne zu transferieren. Auch wenn ich bisher (Asche auf mein Haupt) den Begriff Kreiselpumpe nie gehört habe, bietet diese Website doch einige Infos (mit automatischer Beratung! Da ist sie wohl besser als so mancher Baumarkt), und shoppen gehen kann man natürlich auch noch.

Im November habe ich dem GartenHaus-Magazin ein Interview über Holzzäune gegeben. Da ich schon tausende schon mal einen Zaun gebaut habe, wurde ich vollmundig als DIY-Zaunprofi vorgestellt. Nunja… Schaut es Euch mal an: Link

Interessant fand ich den ebenfalls auf der BAU vorgestellten neuen Kantenschutz von Rigips: AquaBead Flex Pro ist ein Kantenschutz von der Rolle, dessen Kleber mit Wasser aktiviert und dann auf die Kante geklebt und verspachtelt wird. Vielleicht setzt sich das ja durch und die sperrigen und empfindlichen Metallprofile (die übrigens immer noch nicht getackert werden!) laufen allmählich aus.

SPAX hat auch auf der BAU ausgestellt und hat neben neuen, korrosionsbeständigeren Schrauben sowie passenden Montagekoffern nun eine Schraube für Holzdielen auf Aluminium-Unterkonstruktion im Programm. Die hätte mir sicher bei diesem Projekt geholfen, wo ich ja mit den Schrauben einige Probleme hatte. Gute Idee auch der passende Bit DriveStop, der für exakt gleiche Senktiefen der Schraubenköpfe sorgt. Die Neuigkeiten in der Übersicht gibt es hier.

Man merkt also: Alle geben sich total viel Mühe mit Produktneuigkeiten, durchdachten Lösungen und Qualitätsverbesserungen. Und dann gibt es auf der anderen Seite einige Baumärkte, denen Qualität meilenweit am Arsch vorbei geht und die die Erfüllung ihrer Geschäftsphilosophie in Wühltisch mit Scheißwerkzeug sehen. Ich bitte um Verzeihung für die Kraftausdrücke, aber man kann es einfach nicht beschönigen. Doch von Anfang an:

Bei meinen Eltern habe ich diese kleine Nische gefliest:

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Nassnische

Mit Eltern und Werkzeug ist das ja immer so eine Sache. Ich habe mir angewöhnt, immer alles mitzubringen, was ich für kleine Tätigkeiten brauche, bevor ich stundenlang suche und dann doch nichts finde. Leider habe ich bei diesem Projekt die Silikonspritze für die Fugen zuhause vergessen (denn die lag noch beim Dachfenster, siehe letzte Woche). Da eine funktionsfähige Spritze im elterlichen Anwesen nicht aufzutreiben war, war mein Vater so nett, zum nahegelegenen Baumarkt zu fahren, um eine neue Spritze zu holen.

Nach etwa zwei Meter Fuge hat sich allen Ernstes der Griff der Spritze verbogen(!):

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Silikonspritze allerhöchster Qualität

Das habe ich noch nie gesehen, es ist mir noch nie passiert, ich konnte mir bisher nicht vorstellen dass so etwas möglich ist. Es war ganz normales Silikon; der Griff ist konstruktiv so billig dämlich besch dünn gebaut, dass er am schmalsten Teil tatsächlich verbiegt. Einige Male konnte ich es mit der Zange wieder richten und dann etwa 20 cm verfugen, bevor er wieder verbog. Ich hätte allzu gerne die Spritze persönlich dort mit viel Geschrei auf den Infotresen geballert retourniert und das als Video oder wortreichen Beitrag hier veröffentlicht, es kam aus Zeitgründen leider nicht dazu, aber ich kann mich ja trotzdem darüber auslassen:

Liebe Baumarktmenschen, warum verkauft ihr immer wieder diese Grütze? Probiert das auch mal irgend jemand aus oder kommts direkt aus dem chinesischen Container ins Regal? Muss so eine Spritze so billig sein oder wären die Kunden nicht vielleicht bereit, einen Euro mehr zu zahlen und dafür nicht den allerletzten Schrott zu bekommen? Warum gibt es scheinbar bei allen Baustoffhändlern ein funktionierendes Qualitätsmanagement und in fast allen Baumärkten ein sich durch sämtliche Abteilungen ziehenden Qualitätsmangel von geschätzen 50% der feilgebotenen Waren?

Einen Teil der Verantwortung trifft die Märkte, aber einen Teil auch die Kunden!

Liebe Leser: Kauft. Nicht. Immer. Das. Billigste! Und: Unterstützt den Fachhandel. Baustoffhändler sind Oasen der Glückseligkeit! Bei etwa gleichem Preisniveau gibt es den doppelten Service, die vierfache Qualität und die zehnmal bessere Beratung.

Wer in diese Thematik noch tiefer einsteigen möchte, ja, für den habe ich eine Literaturliste zusammengestellt:

Eine kurze Einschätzung zum Thema „Baumärkte“

Neulich im Baumarkt

Baumarkt-Kunden

Baumarkt-Verbot

Also, das ist bitte Hausaufgabe bis nächsten Sonntag.

So, und ich kaufe jetzt noch was im Baumarkt, nur um es dann wieder auf den Tresen zu klatschen. ICH SCHÄTZE, ICH WERDE DA SCHON WAS GEEIGNETES FINDEN! Und dann mache ich das mal nen gazen Tag: Kaufen, Klatschen, Kaufen, Klatschen, bis zum Hausverbot. Hihihi, das wird ein Spaß!

 

 

 

Butter bei die Fische!

Ich hänge mit dem Blog mal wieder etwas hinter der Realität her; tatsächlich bin ich mitten in einem wahrlichen Großprojekt, welches ich ja hier und da schon mal angedeutet hatte.

Im RealLife bin ich ja Mitinhaber einer Firma für Veranstaltungstechnik, und eben diese zieht in eine neue Lagerhalle. Da diese neuen Räume einige Zeit leer standen und auch räumlich das ein oder andere geändert werden soll, warten hier eine Menge handwerkliche Herausforderungen. Und die Zeit ist wie immer knapp: Umzugstermin ist der 1.März, mit den ersten Arbeiten sind wir im Januar angefangen. Wohl an!

In den Hallenteilen, in denen nicht viel umgebaut werden muss, haben wir zunächst die Wände ausgebessert und geweißt; über das Airless-System habe ich ja schon hier berichtet. Der niederländische Verhuur war da nicht ganz problemlos, beispielsweise war der Filter der Maschine verstopft und auch sonst mussten wir etwas Experimentierfreude an den Tag legen, bis das Gerät dann endlich lief.

Was ich damals nicht wusste: Es gibt ja tatsächlich Firmen, die nichts anders machen, als Airless-Geräte vermieten (und verkaufen); und so schickte mir die Firma Airless-Discounter aus Berlin Ruckzuck einen quasi fabrikneuen Porsche unter den Farbsprühern:

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Binford Airless 2700

Auf der Website gibt es eine Miet-Übersicht; wenn man aber den Farbtyp und die Fläche durchgibt, suchen einem die Fachberater direkt das passende Gerät aus, packen es auf eine Pallette, und ein bis zwei Tage später kann man starten.

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Liebe zum Detail: Zubehörfach mit Ersatzfilter, Öl und nützlichen Helfern

So ausgestattet konnten wir das Projekt „Wandanstrich“ in einem halben Tag abschließen, und das bei etwa 300 m² Wandfläche.

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in Action!

Weiter ging es dann mit Trockenbau: in einen Hallenteil sollte ein Aufenthaltsraum eingerichtet werden. Wie gewohnt wurde hier zunächst Boden- Wand und Deckenanschlüsse mit UW-Profilen ausgestaltet. Als Steher dann CW-Profile im Abstand von 62,5 cm; eine offene Ecke sowie die Türöffnung mit UA-Profilen, das sind die stabileren; diese dann direkt mit den System-Steckwinkeln. Ich bin großer Freund dieses Systemgedankens und erinnere mich an ein ähnliches Projekt, bei dem wir vor fast zehn Jahren in unserer jetzigen Lagerhalle einen Raum eingebaut haben; damals haben wir mit Holzbalken gebastelt, was (gefühlt) vier mal so lange gedauert hat. Hier war jetzt die Metall-UK und beidseitige Beplankung in netto weniger als drei Tagen fertig.

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Ständerwerk: U-Profile an Boden, Wand und Decke; UA’s für die Ecke und Türrahmen

Die U-Profile werden aus Schallschutzgründen mit Dämmband beklebt und dann per Nageldübel befestigt. Zu diesem Zweck habe ich mir ein neues Spielzeug gegönnt:

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Binford DHR243Y1J 18V

Ein akkubetriebener Bohrhammer mit Zweitakku und Ladegerät; und der macht tatsächlich sehr viel Spaß. Leistungsmäßig steht er meinem kabelgebundenen Gerät in nichts nach. Für 100 m² Fliesen wegstemmen sicherlich nicht die erste Wahl, aber für viele Löcher an den unmöglichsten Stellen bohren: genau das richtige.

Ich bin ja großer Freund des Fachhandels und hätte ihn liebend gern in Harry’s Toolshop gekauft; dafür hätte ich auch, sagen wir mal, 50, vielleicht sogar 60 oder 70 Euro mehr ausgegeben. Aber ein Preisunterschied von exakt 165,10 € war es mir dann einfach nicht wert und ich habe das Gerät online bestellt; Werkzeugstore24.de hat eine beeindruckende Auswahl und das Ding war tatsächlich am nächsten Tag bei mir.

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CW-Profile als steher, in die UWs gestellt.

Vor dem Beplanken werden dann die C-Profile in die U’s gestellt und nicht verschraubt. Wenn dann die ersten Platten kommen, können die Steher noch bequem verschoben werden, damit der Abstand auch zum Plattenmaß passt. Die Platten werden dann an den CW’s verschraubt, dadurch entsteht reichlich Stabilität.

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Beplankung

Am nächsten Tag haben wir dann die Innenseite beplankt; hier auch wichtig, dass keine Kreuzfugen entstehen sondern die nächste Plattenreihe idealerweise eine halbe Plattenbreite versetzt ist.

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Außen: Die Harte

An der Außenseite haben wir dann „die Harte“ Gipsplatte benutzt; einerseits ist diese widerstandsfähiger für den rauhen Lagerbetrieb, andererseits hat die einfache Beplankung bereits die Feuerwiderstandsklasse F30. Am Mittwoch kommt der Brandschutzsachverständige, das wird dann sowieso noch mal spannend!

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Eckausbildung mit UA-Profil…

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…Türsturz aus UA und UW-Profil

Oben sieht man nochmal die Ausbildung des Türsturzes. Die beiden senkrechten werden mit UA-Profilen gemacht, als Sturz kommt dann ein entsprechend eingeschnittenes U-Profil zum Einsatz. Es gibt auch spezielle Türsturzprofile die schon vorgestanzt sind, wenn man das möchte. Über der Tür sorgen zwei zusätzliche CWs für die nötige Stabilität.

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Trennwand-Dämmung

Die Trennwand wird mit soganannten Trennwandplatten gedämmt. Dabei geht es weniger um eine Wärmedämmung, sondern um eine Schalldämmung. Eine Wand ohne Dämmung „fühlt“ sich auch hohl an und man hat das Gefühl, in einem Pappkarton zu sein. Eine Dämmung ist also obligatorisch.

In der nächsten Woche kommt noch das Spachteln und Streichen, dann ist die Wand fertig, der Boden wird dann noch gefliest. Wir sind derweil eine Halle weiter gezogen, wo eine mehrteilige Trennwand zwischen Lagerfläche und Büro geschaffen wird:

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Die nächsten Wände

Hier wird zwischen Betonsäulen und unter einem vorhandenen GK-Sturz jeweils eine Trennwand eingebaut, in die später mittig ein Fensterelement eingesetzt wird. Während die Wand- und Bodenanschlüsse wieder aus U-Profil bestehen, wurde als obere waagerechte ein UA-Profil eingesetzt, ebenso für die Aufnahme der Fensterelemente. Da der Blog für heute fast überläuft, zeige ich nächste Woche ein bißchen mehr dazu.

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GK-Reparatur

Das noch kurz: Oben im Bild sieht man, wie ein Loch in der Gipskartonwand repariert werden kann: Defekte Stelle ausschneiden, eine Dachlatte mit Schraubzwingen hinter der Platte fixieren und verschrauben, neues Stück GK einsetzen, verschrauben, verspachteln, fertig!

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Trockenbau-Tresen

Zu guter Letzt noch einen Ausblick auf ein besonderes Projekt: Hier soll ein geschwungener Empfangstresen komplett aus Trockenbau entstehen. Das am Boden sind eingeschnittene U-Profile (gibt’s auch schon fertig  vorgestanzt, waren mir aber zu teuer!), die einzelnen Träger sind UA-Profile, die auf Steckwinkel gestellt und später noch versteift werden. Beplankt wird das Ganze dann mit 2x6mm Biegegips.

Also, man sieht – es passiert sehr viel im Moment! Ich bekomme es hier fast nicht alles unter! Nächste Woche geht es dann weiter mit der Informationsflut. Ich schätze, es gibt genug Material bis zur Sommerpause! Und nun machen wir heute nochmal schön Sonntag, morgen geht’s dann weiter – Butter bei die Fische!

 

Das dannwollenwirmal-Gewinnspiel: „Meine Heimwerkersünde“

Was ist denn eigentlich mit dem Februar los? Während der Januar meine Zugriffszahlen-Statistik hat explodieren lassen, dümpelt der Februar da nur so vor sich hin. Es schalten ziemlich genau nur halb so viele Leute dannwollenwirmal ein wie im Februar. Auch wenn mir diese Zahlen naürlich eigentlich völlig egal sein könnten, so mache ich mir doch Sorgen um die deutsche Heim- und Handwerkerschaft: Habt ihr Euch wieder hingelegt oder was? Zum Jahresanfang noch große Pläne, na Helga, getz streichen wir aber mal die schäbige Gartenhütte, und zack, merkt man im Februar: Ach, regnet ja. Und grau isses auch, und sowieso alles doof. Da gehn wir doch wieder aufs Sofa. Und Internet wird ausgeknipst.

Um Euch ein wenig zu motivieren, starten wir heute das bereits angekündigte Gewinnspiel unter dem Motto „Meine Heimwerkersünde“! Wo habt ihr schonmal gepfuscht, liebe Leser? (Wenn überhaupt!) Welche kleine Bausünde bereitet Euch immer noch Kopfzerbrechen? Welches überflüssige Werkzeug habt ihr mal gekauft? Welche schief zugeschmierte Ecke sagt Euch täglich Guten Morgen?

Wer mitmachen möchte, schreibt seine Bausünde in den virtuellen Beichtstuhl, sprich als Kommentar unter diesen Artikel. (Nicht Facebook, nicht Youtube, sondern hier!) Beim Anmelden für die Kommentarfunktion, falls noch nicht geschehen, bitte Eure eMail hinterlegen zwecks Rückmeldung. Die Adresse ist nur für mich sichtbar (glaube ich 😉 ) und der Datenschutz wird natürlich eingehalten.

Zu gewinnen gibt es auch was:

Einen 7teiligen Schraubendrehersatz von WERA

Ein Jokari-Abisolierwerkzeug

Bierbach-Sortimentskoffer „Haus und Garten“

Bierbach-Sortimentskoffer „Haushalt“

Sowie je nach dem, wie viele Bausünden so zusammengetragen werden, noch ein paar Überraschungspreise. Infos zu den Preisen gibt es durch Klick auf die Links. Vielen Dank an RS Components und Bierbach Befestigungstechnik sowie allen anderen, die vielleicht noch dazu kommen, für dir Preise. Die Teilnahme lohnt sich also! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und Teilnahmeschluss ist der 10.März 2017. Die Gewinner werden dann übernächsten Sonntag bekannt gegeben.

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Boden spachteln

Ach, und wie geht’s auf der Baustelle weiter? Zur Vorbereitung fürs Teppichlegen wurde der Boden grundiert und gespachtelt. Das Spachteln hatte ich ursprünglich gar nicht eingeplant, wurde mir aber vom Malerhandel-Außendienstler dringend angeraten. Ausgleich von Unebenheiten (wobei da nicht viel war), verbesserte Kleberhaftung und vor allem die Vermeidung von Geruchsproblemen durch alte Kleberreste, die im Boden sind und sich dann durch den neuen Kleber wieder lösen, waren hier die Argumente. Die rund 100 m² Boden waren aber auch während der Dauer von einer Folge „Germany’s next Topmodel“ gespachtelt. Nach 2,5 Stunden ist die Schicht begehbar und nach 12 Stunden belegbar. Also alles nicht so dramatisch.

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Spachtel, so weit das Auge reicht

Der Spachtel wird als Sackware geliefert und per Quirl angemischt, um dann mit einem Flächenspachtel aufgetragen zu werden. Es genügte hier eine dünne Schicht von etwa 3 mm. Ich habe auch probiert, einen Abzieher („Flitsche“) zu benutzen, dann wird aber die Schicht schnell zu dick; Flächenspachtel-Werkzeug ist hier das Mittel der Wahl.

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Auch die Treppenstufen werden mitgespachtelt

Nebenan wurde nun der dritte Hallenteil gestrichen. Hierbei bedanke ich mich wieder herzlich für die Unterstützung vom Airless-Discounter, der mir wieder ein Gerät geschickt hat; diesmal mit Lanze, und die Wände (immerhin über 5m hoch) konnten ohne Leiter gestrichen werden. Das Streichen von knapp 500 m² Fläche war tatsächlich in etwa fünf Stunden erledigt. Und die Handhabung ist denkbar einfach. Die Streichenden sind ja allesamt keine Malermeister, sondern Mitarbeiter und Aushilfen aus unserer Firma, und das Ergebnis mit Airless ist deutlich besser als alle Ergebnisse mit der klassischen Rolle in den anderen Räumen 😉 Der Farbverbrauch beim Airless ist etwas höher, man sollte also den oberen Wert der Angabe auf dem Eimer nehmen und dann lieber noch etwas großzügiger rechnen. Dafür deckt es aber auch gut und es reicht definitiv ein Anstrich.

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Wera Schraubendreher-Satz

Nebenbei gab es noch elektrische Dinge zu tun; ganz viel Installationsrohr und Kabelkanäle verlegen. Oben ist der Schraubendrehersatz zu sehen, der mir dabei gute Dienste erwies. Ich wollte ja schon immer mal einen Wera-Satz haben. Der Unterschied zu den 7,99-Baumarkt-Sätzen ist beeindruckend. Die Schlitzspitzen verbiegen auch bei den festsitzendsten Schrauben nicht. Die großen, dicken Griffe sorgen für ein gutes Handeling und durch das mitgelieferte Aufbewahrungs-Rack hat die Sucherei hoffentlich auch mal ein Ende. Übrigens kann man den gleichen Satz auch beim Preisausschreiben (siehe oben) gewinnen.

So, und nun freue ich mich diebisch auf Eure kleinen und großen Sünden. Traut Euch ruhig! Wir sind unter uns! Ich sagte ja, im Februar lesen nicht viele. Und schließlich schildere ich Euch hier ja auch seit Jahren meine Bausünden 🙂

 

 

Hosen runter: meine Werkzeugsammlung

Der Suchbegriff der Woche „deckenstrahler mit acryl fest kleben“ ließ mich diesmal nicht gleich schreien, aber immerhin stutzen. Okay, die Idee mit dem Acryl als Kleber (hält tatsächlich gut, hat nur eine lange Trockenzeit; rund 24 Stunden) hatte ich ja hier auch schon, aber einen Deckenstrahler überhaupt kleben zu wollen – dazu gehört immerhin Mut. Frohes Schaffen, lieber Sucher.

Heute wollte ich meinen werten Lesern mal einen kleinen Überblick über meine Werkzeugsammlung geben, natürlich nach Kategorien geordnet, mit ein paar Kaufempfehlungen und als Ratschläge die Essentials, die sich in den letzten Jahren als nützlich herausgestellt haben.

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Der Werkstatt-Anhänger

Wie ich ja bereits hier beschrieben habe, legte ich seinerzeit für jedes Gewerk eine eigene Werkzeugkiste an. Für diese Kisten sowie die Elektrowerkzeuge habe ich Regale in meinen Anhänger gebaut, untendrunter ist dabei noch genug Platz, um z.B. Gipskartonplatten oder sperrige Dinge zu transportieren.

Elektrowerkzeuge

Fangen wir mit den Elektrowerkzeugen an. Am wichtigsten: ein guter Akkuschrauber. Ich habe hier einen von Makita (18 Volt), wobei ich da kein Markenfetischist bin; allerdings würde ich hier dem professionellen Gerät gegenüber der Baumarktvariante eindeutig den Vorzug geben. Dazu gehört idealerweise ein zweiter Akku, Ladegerät und ein vernünftiger Bitsatz.
Mein neuestes Gerät, das ich aber tatsächlich ständig benutze, ist ein Akku-Bohrhammer (Makita DHR243Y1J) Ich bin begeistert von der Kraft und Ausdauer, einzig die Löcher im Boden, bei denen das Bohrmehl schlecht abtransportiert wird, kosten Akkureserven. Aber durch den Zweitakku ist auch das kein großes Problem.
Ausführlich habe ich ja hier den Bosch Multicutter getestet, den ich mittlerweile ebenfalls als (für mich) essenziell bezeichnen würde. Ohne den Test hätte ich mir den kaum zugelegt, aber ich bin selbst überrascht, dass ich ihn wirklich für alle erdenklichen Aufgaben benutzen kann. Erst kürzlich habe ich ein Küchengestell, das mit Nageldübeln in Wand und Boden befestigt war, per Multicutter freigelegt, sprich: Nageldübel bündig an der Wand abgeschnitten. Hat prima funktioniert.
Ebenfalls regelmäßig in Benutzung ist die Akku-Handkreissäge, der kabelgebundene Bohrhammer, kleine und große Flex, Stichsäge und das Baustellenradio 🙂 Die Tigersäge wird seit dem Multicutter kaum noch genutzt, der Exzenterschleifer schon häufiger; Oberfräse, Elektrohobel und Flachdübelfräse sind in der Kellerwerkstatt und werden im Moment leider sehr selten benutzt.

Mauern

Zum Mauern habe ich eine klassische Mörtelkelle, eine Traufel, ein Reibebrett und eine Fugenkelle als Grundausstattung. Für den Reibeputz habe ich ein separates Set Traufel und Reibebrett. Außerdem noch einen Maurerhammer, Schwammbrett, Filzbrett, Lot und, achja, eine Eckkelle habe ich auch noch (benutze ich aber selten). Zum Anmischen von Mörtel etc. zwei große Maurerkübel und einige Maurereimer sowie ein vernünftiges Rührwerk (hier: Collomix XO-1) – absolute Empfehlung! Bohrmaschine und Quirl machen da nur die Knochen kaputt und eine Mischmaschine lohnt sich bei Kleinmengen nicht. Zum Anfeuchten von Steinen und Mauerwerk übrigens noch einen Quast und, für kleine Stellen, eine Sprühflasche mit Wasser.

Maler

Hier versuche ich, möglichst wenig mit dem Pinsel zu arbeiten und viel zu rollen. Daher habe ich für Lackierarbeiten immer schmale und breite Schaumstoffrollen mit den entsprechenden Griffen dabei; für Wandfarben breite Rollen und einen Teleskopstiel. Weiterhin natürlich Abdeckband und einen breiten Fassadenspachtel, den man nicht nur zum Spachteln, sondern auch als Hilfe für gewisse Farbkanten benutzen kann.

Holz

Hier drin findet sich ein Holzbohrerset, Schleifklotz mit verschiedenen Schleifpapieren, Leim, Schraubzwingen, Keile zum Türeinbau, ein Stechbeitel-Set, Zargenspreizen, die ein oder andere Raspel, Forstnerbohrer, Lochsägen verschiedener Durchmesser und all das, was mir grad nicht einfällt. Aufwändigere Holzdinge (wie seinerzeit die Fensterläden) mache ich eher in der Heimwerkstatt, wo eine richtige Werkbank steht; unterwegs habe ich nur das ’nötigste‘ Zubehör dabei.

Fugen

Ja, ich habe eine Kiste für Fugendinge, die ist allerdings zu 65% von halbleeren Kartuschen bevölkert, aber sei’s drum. An Werkzeugen gibt es eine Kartuschenspritze, eine Flasche Spüli (Trennmittel für’s Abziehwerkzeug), ein Blumenzerstäuber mit Spüli-Wasser-Gemisch (Trennmittel für die Fuge), ein Eisstiel vom Magnum als Abziehwerkzeug und eine alte Plastikkarte für sonstige Modellierungen. Achja, ein Cuttermesser noch. Mehr braucht es hier nicht!

Abriss

Diverse Wanddurchbruchsbohrer und Stemmaufsätze für den Bohrhammer, Spachtel, Kuhfuß/Brecheisen, Handmeißel und Fäustel, Schutzbrille, grobe Schraubendreher, Cuttermesser, Sprengstoff.

Fliesen

Zahntraufel und Zahnspachtel mit verschiedenen Zahnungen, Gummihammer, „Papagei“-Knabberzange, natürlich Fliesenschneider, und zum Löcher schneiden einen Diamantaufsatz für die Flex, das ist tatsächlich das allerbeste was es in der Richtung gibt. Zum Verfugen Kelle, Gummirakel und zum Abwaschen habe ich mir als jüngste Errungenschaft einen Fugen-Boy (Eimer mit zwei Walzen und Schwammbrett etc.) zugelegt. Auch wenn ich nicht mit Fliesenkreuzen arbeite, habe ich einen Eimer mit Zollstock-Stückchen, um hier und da mal was zwischenlegen zu können. Die Diamantscheibe für die Flex ist ebenfalls noch eine Empfehlung.

Trockenbau

Scharfes und gutes Cuttermesser, Rigips Kantenhobel, Gipskartonhobel und eine grobe Säge sollten hier schon drin sein. Zum Spachteln dann eine Gipserkelle und eine Traufel, ich habe auch gern einen mittleren Fassadenspachtel dabei. Zum Anrühren ein kleiner Quirl für den Akkuschrauber, großer Kreuzschraubendreher für das Nachdrehen von Schrauben, und als Bonus noch der Winkel-Akkuschrauber und andere Helferlein wie Laser oder Plattenheber (hier meine Konstruktion).

Elektro

Seitenschneider, Spitzzange, VDE-Schraubendreherset, Kombizange, Abisolierzange, Abmantler, Messgerät, ein Schwung Baustellenfassungen, Lochsäge 68mm für Hohlwanddosen oder Einbauspots.

Zubehör

All das, was man immer gebrauchen kann: Maulschlüssel- und Inbussets, Pflaster bzw. Verbandskasten, Rolle Müllsäcke, Handfeger und Kehrblech, Klebeband, Wasserwaage, Zollstock, Tieflochmarker (z.B. von Pica), Litermaß, Staubschutzmaske und, und, und.

Schrauben

Eine Kiste mit den gängigsten Befestigungssachen fährt auch immer mit: Trockenbauschrauben Grob- und Feingewinde sowie mit Bohrspitze, alles in verschiedenen Längen, Nageldübel 6mm in kurz (mit Kragen) und lang, diverse Dübel sowie meine beiden Standardschrauben 4×40 und 5×60(?) oder so, in den großen Packungen. Naja, und sonst sammelt sich halt hier alles an, was grad so übrig war.

Komplettiert wird das Ganze noch durch eine Leiter, die ich als Anlege- und Stehleiter, aber auch als Treppenhausleiter multifunktional benutzen kann. Außerdem darf der große Stabsauger nicht fehlen, ein paar Arbeitsscheinwerfer, Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen.

War’s das!? Der Beitrag ist (wie alle!) natürlich offen für Ergänzungen aus der Leserschaft – wer noch einen heißen Tip hat oder bei mir Begehrlichkeiten wecken möchte, schreibe es bitte in die Kommentare. Vielleicht hab‘ ich ja auch noch was vergessen.

So, ich muss sagen, ich vermisse nichts! (*Stand 18.03.2017, 21:55 Uhr) Ich habe alles, was ich brauche und muss praktisch nicht mehr suchen, denn jedes Teil hat seinen festen Platz. Nachdem ich mich bis vor einigen Jahren mit (mit Verlaub) Scheißwerkzeug herumgequält habe, habe ich mittlerweile einen dauerhaften Zustand der Erleuchtung und Glückseligkeit erreicht. Und wenn dieser Zustand unterbrochen werden sollte, weil sich etwa ein neues Werkzeugbedürfnis anschleicht, kann man diesen durch Erwerb des entsprechenden Werkzeugs glücklicherweise schnell wieder herbeiführen. So ein Glück aber auch. Da fällt mir ein, so eine Tischkreissäge, die würde mir schon noch fehlen….

 

 

Männer-Zalando

Mit großen Plänen ist das ja so wie mit Wein: Manchmal muss man beides nochmal zur Seite legen und etwas reifen lassen. Wobei ich ja voller Tatendrang gestartet bin. Ach, worum es überhaupt geht?!

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Darum!

Letzte Woche hatte ich es ja bereits angedeutet: Es geht um drei Vordächer unseres neuen Firmen-Domizils, die ursprünglich mit Alupaneelen verkleidet waren; diese Paneelen haben aber schon einige Staplerkollissionen mitgemacht und sahen aus, wie Alupaneelen eben nach 30 Jahren aussehen. Das Abreißen ging erwartungsgemäß natürlich auch gut von der Hand! 🙂

Als neue Unterdeckung, wenn man das so nennen will, habe ich Wellbleche bestellt, die längs zu den Trägern laufen und die man schon in den passenden Längen bestellen kann, um wortwörtlich nicht so viel Schererei zu haben. Zum Schneiden habe ich mir dann beim holländischen Verhuur einen Knabber besorgt:

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Knabber

Das ist ein Werkzeug, bei dem sich ein kleiner Stempel schnell auf- und abbewegt und mit dem man dann Bleche ohne Hitzeeinwirkung schneiden kann. Im Gegensatz zum Schneiden „mitte Flex“ bleibt so der Korrosionsschutz erhalten.

An dem Tag fehlte leider der mich körperlich, moralisch und kenntnisreich unterstützende Mitarbeiter, und in einem Anflug von Selbstüberschätzung wollte ich es nun erstmal alleine versuchen. Bereits das erste Blech musste allerdings schon mit dem Knabber an einer Seite schräg zugeschnitten werden.

So viel kann ich verraten: Ich und der Knabber sind an diesem Tag keine Freunde geworden. Dabei hatte ich es mir so schön vorgestellt! Ich dachte, er gleitet durchs Gebleche wie ein warmes Messer durch die Butter, aus den Resten könnte ich mithilfe des Maschinchens vielleicht noch ein paar filigrane Fensterbilder oder einen entzückenden Schwibbogen für die Weihnachtszeit knabbern? Tatsächlich aber verklemmte sich das Teil regelmäßig nach wenigen Zentimetern und knabberte unbeweglich mit Getöse auf der Stelle herum, um sich dann aber auch nicht nach hinten rausziehen zu lassen sondern eins zu werden mit dem Material. Hier biegen, da ziehen, da drücken und vorne stoßen, aha, da geht’s wieder nen Zentimeter weiter, nein doch nicht. Vielleicht mal Schneidöl dran? Schneidöl dran. Geht genau so beschissen, nur öliger. Irgendwann hatte ich es dann geschafft:

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Meine erste Schnittkante

Sieht das nicht super aus? Stimmt, das sieht nicht super aus. Gut, dass die Kante hinter einem umlaufenden Winkel verschwindet. Woran es lag, keine Ahnung, vielleicht an der Wellenform? Wobei ich das Problem auch bei einem geraden Abschnitt hatte. Ist mir jetzt auch egal, später haben wir dann rausgefunden, dass sich diese Blechstärke (0.5mm) auch mühelos mit einer vernünftigen Blechschere schneiden lässt.

Etwas gravierender war dann ein kleiner Denkfehler; ich habe Schauben dazubekommen, um ohne Lattung direkt auf die Stahlkonstruktion montieren zu können) und die gehen wirklich gut:

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Schraube mit Bohrspitze und Kopf in der Farbe des Wellblechs

Leider ist mir dann bei der Montage des ersten Bleches aufgegangen, dass die Welle ja nicht quer, sondern längs mit den Trägern läuft, was dazu führt, dass das Blech zwischen zwei Trägern (etwa ein Meter Abstand) durchhängt und das Ganze dann aussieht, als hätte es ein Vierjähriger montiert. Ein probehalber druntergeschraubtes Brett erwies sich als passend an der einen und zu stark an der anderen Seite. Gleichzeitig wurde der Wind immer stärker und ein durchgehender Nieselregen setzte ein. Ich stand mit der Blechtafel als Segelfläche schwankend auf der Leiter und kämpfte mit Akkuschrauber, Schrauben, Lattung und dem Blechsegel, während mir der stärker werdende Regen ins Gesicht peitschte, bis ich schließlich frustriert den geordneten Rückzug angegangen bin und das Projekt nun bis, sagen wir – Mai, ruht. Bilanz: Zwei nicht richtig passende Latten schief angeschraubt (ging halt nicht besser bei dem Sch****wind!!) und eine Blechkante verhunzt. Super Tag.

Ich musste mir also was Gutes tun, um mich seelisch wieder aufzupäppeln, und was in solchen Situationen bei manchen Damen (Schuhe!) Zalando ist, ist bei den Werkzeugliebhabern werkzeugstore24.de. Allein das Surfen hat mich schon wieder etwas besänftigen können, gekauft habe ich dann, weil mein Bitsatz sich allmählich lichtet, den 4800teiligen Bit- Bohrer- und Sonstwas-Satz Binford B-49638:

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B-49638

Sätze von Holz- Stein- und HSS-Bohrern, zwei Flachfräsbohrer, zwei Bitsätze, ein Satz Stecknüsse, alles im MAKPAC, und auch gar nicht so teuer.Bis

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Detail: Stecknüsse!

Also, danke der Nachfrage, es geht wieder. Der Frust hat sich gelegt, die Freude überwiegt. Die letzten Projekte haben auch alle viel zu gut und viel zu schnell geklappt, da brauchte ich mal wieder einen Schuss vor den Bug 😉

So, jetzt ist erstmal Osterurlaub angesagt, aber keine Sorge, ich kehre pünktlich zurück und werde nächsten Sonntag berichten, wie sich der Fließestrich so in der Ferienwohnung gemacht hat.

Bis dahin – Frohe Ostern, liebe Leser!

Heiße Sache

Tja, wie habe ich mich nun entschieden hinsichtlich der kostspieligen Datenrettung? Es war mir einfach zu viel Geld, ich habe damit abgeschlossen (obwohl, noch kurz versucht den Preis runterzuhandeln, aber keine Chance!) und werde nun die betreffenden Sachen in einer ruhigen Zeit neu programmieren. Leider waren auch einige knifflige Grübelsachen dabei, die werde ich nun wohl neu ergrübeln müssen.

Damit diese abstrakte ruhige Zeit nur nicht zu früh kommt, habe ich mich diese Woche mit einem Projekt beschäftigt, zu dem ich gekommen bin wie die Jungfrau zum Kinde, oder so… in der Grundschule meines Sohnemannes bin ich ein Elternvertreter und da sich nun die Grundschulzeit dem Ende zuneigt, gibt es ein traditionelles Abschiedsgeschenk der scheidenden Jahrgänge an die Schulgemeinschaft. Für dieses Jahr hat sich der Elternstammtisch eine robuste Holzbank überlegt, auf deren Rückenlehne sich alle Kinder mittels Unterschrift verewigen sollen.

Ein probates Mittel, Holz mit einem Schriftzug zu versehen, ist die sogenannte Brandmalerei, das Werkzeug dafür wird auch Brennpeter genannt, wobei das strenggenommen ein Markenname ist. Die Brandmalerei kennt sicherlich der eine oder andere vom Weihnachtsmarkt, wo man sich Frühstücksbrettchen beschriften lassen kann. Also dachte ich mir: „Kann doch nicht so schwer sein!“, so wie ich bei sehr vielen Dingen denke, kann ja nicht so schwer sein, und manchmal dann merke, huch, isses ja doch. Meine Aufgabe war jedenfalls, die Mitte der Bank mit einem erklärenden Schriftzug zu versehen.

Der Schlüssel zur erfolgreichen Brandmalerei liegt, wie so oft, im richtigen Werkzeug. Aus der Elternschaft wurden mir vollmundig geeignete Brandmalwerkzeuge versprochen, die sich aber dann als diese Lötkolben herausstellten:


Grobwerkzeug

Der Unterschied zwischen Lötkolben und Brennpeter scheint zunächst gar nicht so groß zu sein. Bei beiden Geräten erwärmt sich die Spitze und brennen auch gleich gut ins Holz. Der Unterschied ist die Handhabung; beim Lötkolben ist die Spitze einfach deutlich länger. Und wenn man sich einen Stift mit langer Spitze vorstellt, wird einem klar, dass man damit schwerlich filigran schreiben kann. Mit den oben zu sehenden Groblötkolben ist mir daher zunächst nur eine hakelige Runenschrift gelungen:


Die ersten Versuche…

Man sieht, ich habe vorher an einem Restholz geübt! Und es wurde auch immer besser, aber eben nie richtig gut. Der Versuch, die Spitze mit einer Zange zu führen, war eigentlich nicht schlecht, allerdings wird die Zange dadurch auch warm und die eigentliche Brennspitze hat dann nicht mehr genug Energie, und die Schrift wird zu blass.

Die auf dem Weihnachtsmarkt zu sehenden Profigeräte haben eine sehr kurze Spitze, das ist natürlich technisch aufwändiger zu konstruieren, weil man ja vermeiden möchte, dass der Griff zu heiß wird. Diese Apparate kosten aber auch schnell mal ein dreistelliges Sümmchen. Dafür kann dann aber auch jeder, der einigermaßen hübsch schreiben kann, ansehnliche Dinge gravieren und der Karriere als Weihnachtsmarktaussteller steht damit nichts mehr im Wege.

Aus der erweiterten Nachbarschaft habe ich dann aber tatsächlich ein Gerät von Rossmann (Originalpreis unter zehn Euro) leihweise bekommen, und damit gingen die Übungen dann auch gleich doppelt so gut von der Hand.

Komplett freihändig war mir das Vorgehen dann aber doch zu heiß (was für ein Wortspiel!), so dass ich mir eine Vorlage auf DIN A 4 ausgedruckt und mit Malerband auf das Holz geklebt habe. Mit einem Spitzen Bleistift wurden dann die Konturen nachgezeichnet:


Vorlage nachzeichnen

Wenn man einen Teil der Vorlage wegnimmt, sieht man die entstandenen Kerben im Holz und kann diese wiederum mit dem Bleistift nachzeichnen. Die Vorlage dabei nicht ganz wegnehmen, denn wenn man vorher nicht genug aufgedrückt hat, wird es auf dem Holz zu blass und man muss hier und da nachzeichnen.


Konturen im Holz…


…mit Bleistift nachzeichnen

Ist die Vorlage übertragen, heize man das Brenngerät etwa 10 Minuten auf, um dann die Konturen mit ruhiger Hand auszufüllen. Ich habe dazu aus dem umfangreichen Spitzenset eine mittlere, breite Spitze benutzt.

Ist das Werk vollendet, wird mit einem feinen Schleifpapier (ich habe einen Schleifschwamm benutzt) das ganze etwas abgeschliffen, um die Bleistiftumrisse zu entfernen, und weil Abschleifen ja sowieso und allgemein immer gut ist. Wenn man noch blasse Stellen findet, werden diese vorsichtig nachgebrannt. Und voila, ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen:


Fertig!

Mal schauen, wie die Kinder mit dem Einbrennen ihrer Unterschriften so zurecht kommen; ich hoffe, es gibt nicht allzu viele Verletzungen, denn die Spitze und der Metallschaft werden doch ziemlich heiß.

Apropos heiß: Ich habe wieder eine Testsendung bekommen, dieses mal geht es um Rasendünger und Gartendünger von WUXAL, und beim Öffnen des Paketes war ich einigermaßen überrascht, denn anstatt dem erwarteten kleinen Fläschchen erhielt ich eine Sendung, die eine mittlere Kleingartenkolonie mühelos durch den Sommer bringt:


Düngersendung

Die Düngerei werde ich nun in den nächsten Wochen hier testen und natürlich Bericht erstatten. Irgendwie eine ganz neue Erfahrung für mich, habe ich den Garten doch bisher immer etwas stiefmütterlich behandelt naturbelassen gehalten. Aber ich erwarte dann bald die unfassbare Blütenpracht hier. Und den Rasen muss ich dann wahrscheinlich täglich zweimal mähen. Aber irgendwas ist ja immer. Macht’s gut, bis nächste Woche!

Der Betonmischer

So liebste Leser, die Sommerpause neigt sich allmählich dem Ende entgegen, allerdings muss ich zugeben, dass ich noch ein klitzekleines bißchen im Urlaubsmodus bin. Ganz behutsam und kleinschrittig starte ich wieder ins Alltagsleben. Da trifft es sich gut, dass David mir einen Gastbeitrag geschickt hat, der heute zur Veröffentlichung kommt. Also schauen wir uns diese Woche mal an, was es so mit der Anschaffung von Betonmischern auf sich hat, und nächste Woche folgt dann die traditionelle Ferienwohnungsanalyse.

Ab wann lohnt sich ein Betonmischer?

 

Der Gebrauch eines Betonmischers ist zunächst immer davon abhängig wie lange er benötigt wird und zu welchem Zweck. Danach ist zu überlegen, ob solch ein Gerät besser gemietet oder gekauft werden sollte. Hier gilt es immer abzuwägen wie hoch die anfallenden Kosten im Verhältnis zum eigentlichen Nutzen stehen. Bei einer Neuanschaffung eines Betonmischers sind wiederum weitere Optionen zu berücksichtigen. Soll der Mischer entweder ein gebrauchtes oder ein komplett neues Gerät sein? Auch hier sprechen bestimmte Aspekte für die eine oder andere Option. Da im privaten Bereich im Allgemeinen nur gelegentlich mit einem Betonmischer gearbeitet wird, sollen die folgenden Punkte eine kleine Unterstützung bieten, um die jeweilige richtige Entscheidung zu treffen.

Für größere Projekte wie etwa beim Hausbau, könnte eine dauerhafte Anschaffung die wesentlich bessere Option sein als eine Mietung. Bei einer Mietung fallen nicht nur die täglichen Mietkosten an, sondern es muss vorher auch eine Kaution hinterlegt werden. Die Grundbedingung, um diese wiederzubekommen, ist meist der tadellose Erhaltungszustand des Gerätes bei der Rückgabe. Insbesondere beim länger andauernden Einsatz ist dies aber meist nur sehr schwierig zu gewährleisten. Denn mögliche leichte Gebrauchsspuren sind zwangsläufig geradezu unvermeidlich. Arbeiten vielleicht noch fremde und ungeübte Personen wie etwa Freunde oder Verwandte mit dem Betonmischer, so steigt auch gleichzeitig das Risiko, dass mit dem Gerät nicht so sorgsam umgegangen wird. In Erklärungsnot gegenüber dem Verleiher gerät allerdings immer die Person, welche die Maschine ausgeliehen hat. Ein zweites Problem ist der Transport des Betonmischers. In den meisten Fällen wird die Mischmaschine nicht automatisch zur Baustelle geliefert, sondern dies muss extra bezahlt werden.

Je nach Modell, Marke und Größe des Mischers können die einzelnen Mietpreise stark variieren. Denn je größer der Betonmischer ausfällt, umso teurer werden auch die Tages- und Wochenpreise. Zudem müssen bei einer Mietung der zusätzliche Zeitaufwand und die anfallenden Benzinkosten mit einkalkuliert werden.

Angesichts der obigen Betrachtungen ist bei einer langfristigen Nutzung, die Anschaffung eines Betonmischers deutlich günstiger als die Mietung. Letztere lohnt sich eigentlich nur für einen sehr kurzfristigen Zeitraum.

Wer sich einen Betonmischer dauerhaft zulegen möchte, der hat nun die Qual der Wahl zwischen Neu- oder Gebrauchtgeräten. Bei gebrauchten Betonmischern besteht häufig der Nachteil, dass diese wohl möglich über einen sehr langen Zeitraum eingesetzt wurden. Hier ist dann die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass beispielsweise Teile des Antriebes defekt sein könnten. Je nach Marke und Modell kann aber die Beschaffung von Ersatzteilen zu einem unlösbaren Problem werden. Dies ist insbesondere bei den günstigen Mischern der Fall. Wesentlich unproblematischer wird dies zwar bei den Qualitätsmarken, aber dafür sind hier die Ersatzteilpreise recht hoch. Meist lohnt sich dann eher der Neukauf eines Betonmischers.

Ein weiterer Aspekt, der beim Gebrauchtkauf beachtet werden sollte, ist der Grad der Verschmutzung des Mischers. Stark verschmutzte Mischertrommeln lassen sich nur schwer reinigen. Des Weiteren müssen zum eigentlichen Preis die fälligen Versandkosten hinzugerechnet werden. Die können recht beachtlich ausfallen. Eine Selbstabholung dagegen ist wiederum mit einigem Aufwand verbunden.

Grundsätzlich lohnt sich die Neuanschaffung eines Betonmischers dann, wenn dieser über einen längeren Zeitraum genutzt wird und der Einsatz recht zeitnah erfolgen soll.

David

 

Plan B-Böller

Bis auf ein paar Kleinigkeiten läuft der Blog wieder (ich berichtete ja vom Serverumzug und dem damit verbundenen Ungemach), und da ich also am Blog basteln musste, konnte ich nix anderes basteln. Interessant und weitergebenswert fand ich aber doch die ein oder andere Neuigkeit aus dem Handwerk- und Heimwerkbereich, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Also gibt es diesen Sonntag mal eine dannwollenwirmal-News-Schau!

Rigips hat beispielsweise eine schöne Detailverbesserung am Start: Die Oberflächen der Metallprofile wurden mit einer neuen Struktur ausgestattet. Sie sind jetzt anders geriffelt und lassen sich dadurch besser kanten und schneiden, außerdem lassen sie sich besser transportieren und die Schrauben rutschen beim Ansetzen nicht so leicht ab. Weitere Infos hier.

Bosch Professional stellt einen neuen Akku-Winkelschleifer GWS 18V-125 SC vor; ein Beweis mehr dafür, dass die Akkutechnik immer weiter auf dem Vormarsch ist und auch ‚kraftvolle‘ Geräte wie Bohrhämmer, oder eben Winkelschleifer, mittlerweile ihren Netzkollegen in nichts mehr nachstehen müssen. Infos und Videos von dem Biest hier.

Im Dachfenster-Rollo-Shop gibt es neue Dachfenster-Rollos von Velux. Damit hat die Bastelei mit irgendwelchen halbseidenen Verdunklungsstoffen und Zieh-Rollos ein Ende. Die neuen Dachfenster-Rolladen werden von außen aufgesetzt, versprechen komplette Verdunklung, 98% Hitzeschutz und sind preislich sogar ziemlich attraktiv.

Auch festool geht konsequent den Akkuweg und stellt unter dem Motto „Energie wie aus der Steckdose“ neue Akku-Kompaktschleifer (auch als Delta- und Exzenterschleifer) vor. Die Schleifer werden tatsächlich besser und irgendwann wird diese lästige Tätigkeit dann ja vielleicht doch nochmal Spaß machen?

Ich wollte ja im Januar zur BAU-Messe nach München fahren, um Euch noch weitere solcher Neuigkeiten präsentieren zu können, habe dann aber festgestellt, dass die Messe nur alle zwei Jahre stattfindet und wir uns damit wohl bis Januar 2019 gedulden müssen. Daher schonmal diese kleine Rundschau als Vorgeschmack.

Nein, mit meinem Parkstreifen bin ich noch nicht angefangen. Vielleicht kommende Woche? Immerhin habe ich schonmal nach möglichem Füllmaterial geschaut. Beispielsweise gibt es bei Baywa eine Auswahl verschiedener Zierkiese, aber auch der Gröbste ist mir mit 5-11 mm Körnung eher zu fein. Mal sehen, ob ich da noch größere Steine finde, damit die nicht so leicht verteilt und in die Bude getragen werden können.

Der Nachbar ein paar Häuser weiter hat übrigens ähnliches gemacht, war aber überrascht, wie viel Schutt vom Straßenbau im Randstreifen eingearbeitet war, so dass er sich tatsächlich einen Minibagger leihen musste, um voran zu kommen. Ich denke aber, ein paar gezielte Sprengungen sollten es auch tun. Wäre ja vielleicht nett zu Silvester? Acht Großpackungen D-Böller, gleichmäßig im Randstreifen eingearbeitet, sollten das Erdreich doch ausreichend auflockern. Ein guter Plan B! Und damit bis nächste Woche😊

U-40-Party

Während wir letzte Woche noch die Vorarbeiten zum Dachschrägen-Ausbau betrachtet haben (bekanntermaßen macht die Arbeit, die man hinterher nicht sieht, ja den Löwenanteil aus), geht es diese Woche nahtlos weiter und wir bestücken Dachschräge und Decke mit Profilen und Gipskartonplatten. Zur Erinnerung: Das Ganze in Ausführlich hatten wir 2014 hier im Blog und es ist bei den Projekten hier abgelegt. Aber jede Baustelle ist ja anders und daher heute nochmal der Überblick über die Vorgehensweise.

Einer der häufigsten Suchanfragen hier ist „Dachschräge ausrichten Laser“, das spiegelt den Wunsch des Heimwerkers wieder, die Profile (oder eben Latten, ganz nach Geschmack) in der Schräge mit einem Laser zu nivellieren. An der Decke klappt das ja wirklich gut (siehe hier), aber in der Schräge ist das problematischer. Da gibt es drei Methoden: Erstens, man besorgt sich einen Laser, der Schräge kann. Kostet aber ein paar tausend Euro. Zweitens, man macht den Workaround, den ich hier mal gezeigt habe, nimmt einen Laser mit Sperrfunktion und bastelt ihn in die Schräge. Ist aber nicht ganz einfach. Ich habe die Laserei in der Schräge mittlerweile aufgegeben und nutze das gut, alte Richtscheit:


Sieht gut aus: Ausrichten der Profile in der Schräge

In diesem Fall hatte ich eine von zwei Wänden flankierte Schräge; da wird links und rechts das UD-Profil an die Wand gedübelt (hiermit legt man den Verlauf der Schräge fest!) und dann die CD-Profile in den Direktabhängern ausgerichtet, immer wieder kontrolliert mit einem langen Richtscheit über mehrere Profile:


Hier muss nachgebessert werden

Oben im Bild mal beispielhaft ein Profil, das zu tief liegt (Lücke zwischen Richtscheit und Profil). Das würde man nun wieder losschrauben und etwas höher setzen, dann wieder kontrollieren etc. bis man eine fluchtgerechte (schönes Wort) Schräge hat.


Profile an der Decke

An der Decke kann man das, wenn man keinen Laser zur Hand hat, genau so machen. Allerdings geht’s mit Laser deutlich schneller. Die magnetische Schablone wird am Befestigungspunkt ans Profil gesetzt und man kann komfortabel ausrichten.


Fertig beplankte Dachschräge

Hier sieht man nun die fertig beplankte Schräge. Es gibt bereits einen gemauerten Drempel, der allerdings später als Trockenbaudrempel weiter vorgezogen wird. Ansonsten würde man mit der Beplankung ganz bis in den Knick gehen und den Drempel später vorsetzen. In diesem Fall (vorhandener Drempel) helfen übrigens zwei Schrauben unterhalb der ersten Platte, damit das sperrige und schwere Drecksding nicht ständig wieder runterrutscht bevor die erste Mistschraube endlich drin ist man die Startplatte bequem platzieren und befestigen kann. Ähnlich wie bei der Decke fängt man auch hier mit einer großen Platte in der Mitte an, um Unregelmäßigkeiten an den Seiten mit schmaleren Platten gut anpassen zu können.

Wenn’s ans Spachteln geht, mache ich die Übergänge zwischen Schräge und Decke bzw. Schräge und Drempel wie hier gezeigt mit eingelegtem Gewebeband. Die Drempel auf meinem Dachbodenausbau gehen nun mittlerweile ins dritte Jahr und es ist nicht die Spur eines Risses zu sehen.

Wenn ich jetzt mal wieder so einen kleinen Raum mache und mir dabei vor dem inneren Auge die ganzen Schritte meines eigenen Ausbaus hier in Erinnerung rufe, kann ich kaum noch nachvollziehen, woher ich so viel Zeit und Energie genommen habe. Ich habe damals einen komplett „nackten“ Dachboden ausgebaut, d.h. jedes Sparrenfeld mit Unterdeckung und Wasserableitung ausgestattet, Sparren aufgedoppelt, gedämmt, Trennwand gezogen, Schrägen und Decke beplankt, mit Reibeputz versehen, Holzdielen verlegt usw. Das ganze Ausmaß kann man sich in den Projekten unter „Dachbodenausbau“ nochmal anschauen.

Was lehrt uns das? Wenn’s um die eigenen vier Wände geht, hat man nochmal extra viel Power. Und, wenn ich meinem Schwiegervater glauben darf, sollte man solche Gewaltsprojekte am Besten abgeschlossen haben, bevor es auf die „40“ geht. Denn dann soll das mit der Energie wohl doch allmählich nachlassen. Haben meine Leser da Erfahrung? Oder geht es mit 40 erst richtig los? Zwei Jahre hätte ich noch Zeit, na, da wird sich doch wohl noch was finden lassen! Da schmeiß‘ ich doch glatt vor Freude den Betonmischer an! Hurra!

 

Die Blechschere, Teil II

Ungefähr drei Jahre ist es jetzt her, dass ich meine Blechschere vermisste und sie mit einer groß angelegten Telefonaktion (hier nachzulesen) zurück bekommen wollte. Das Ergebnis waren nur schlaue Ratschläge und Tränen der Wut, allerdings blieb die Schere verlustig und ich kaufte mir eine neue, die mir auch treue Dienste leistete und nun ist DIESES MISTDING DOCH TATSÄCHLICH SCHON WIEDER WEG! Da habe ich extra dutzende Werkzeugkisten, nach Sparten sortiert und im Regal fein säuberlich aufgereiht, es mogelt sich doch tatsächlich immer wieder diese Blechschere davon.

Alles andere ist da! Der Hammer mit dem kaputten Stiel? Kein Problem, finde ich sofort. Auch der krumme Schraubendreher ist da und natürlich auch das alte Pflasterpaket, sonnengebleicht und ohne jegliche Klebewirkung. Liegt neben zehn angefangenen und knüppelhart getrockneten SIlikonkartuschen. Oh, und Gipskartonreste natürlich, und Profile erst! Mit 40cm-Resten von CD-Profilen kann man ja wirklich unheimlich viel anfangen, GUT DASS DIE IMMER DA SIND! Nur die Blechschere nicht! Zum Glück hab ich auf der letzten Baustelle eine Leihgabe bekommen. Ansonsten wird’s schon schwierig mit dem Profilschneiden. Bolzenschneider geht nur so halb gut, hab ich probiert. Aber hier: Ein Karton leerer Bauschaumdosen! Kann man zur Entsorgung schicken! Will ich seit sechs Jahren machen. Ein Rest von der Rolle Trittschalldämmung aus Kork, die vor sich hinbröselt. Dämmung habe ich letztens erst entsorgt. Hatten sich da wirklich Marder ein Nest drin gebaut? Ich habe Verbiss, Köttel  und eine Fischgräte darin gefunden. Ein untrügliches Zeichen, die Garage mal wieder aufzuräumen, was ich dann auch tat. Ich habe viel Dämmung weggeschmissen. Die hat man ja auch irgendwie immer zu viel. Hier übrigens, vier Sack fossilgewordener Zement lagern akkurat an ihrem Platz. Genau wie steinharter Fliesenkleber. Warum kommt sowas denn nie weg? Immer nur die nützlichen Sachen.

Also, verehrte Leser, wenn jemand eine gelb-schwarze Blechschere sieht oder plötzlich in seiner Werkzeugsammlung findet, bitte ich um Nachricht. Sachdienliche Hinweise werden mit einem halben Sack Zement, zwei Kartuschen SIlikon und einer Packung Heftpflaster belohnt. Alles fast neu, versteht sich! Ich geh jetzt nochmal suchen. Bis nächste Woche!