Experimente mit der Wärmebildkamera

Bevor ich meine Dachbodenisolierung endgültig abschließe und nächstes Jahr an den Ausbau gehe (nächstes Jahr klingt noch so unglaublich weit weg, dabei sind es nur noch drei Wochen), wollte ich das Ganze mit einer Wärmebildkamera auf mögliche Kältebrücken hin untersuchen; also irgendwelche Schwachstellen in der Isolierung, die man später schlecht beheben kann.

Eine Wärmebildkamera ist ziemlich teuer und nur dank guter Kontakte konnte ich mir eine günstig ausleihen. Wärmebildaufnahmen gibt es auch von Fachleuten, z.B. von der Verbraucherzentrale, die dann auch gleich was Schlaues dazu sagen können (ich bin da zugegebenermaßen etwas unbedarft), so ein Paket kostet um die 250 Euro.

Hier nun also eine kleine Bildershow. Rechts am Rand ist eine Temperaturskala (ich will nicht beschwören dass das Ding wirklich richtig kalibriert war), und die Zahl am Fadenkreuz gibt die aktuelle Oberflächentemperatur dort an.

IR000136
Schwachstelle Fenster: in der Fuge des Übergangs Fensterbank-Rahmen ist die kälteste Stelle (schwarz)

IR000137
Hier der direkte Vergleich mit einem neuen 3fach-verglasten Fenster. Wie man sieht, ist auch die untere
Fuge wesentlich kälteundurchlässiger als bei dem älteren Fenster

IR000139
Bei diesem Fenster ist der Flügel etwas verzogen. Auf Höhe des Griffs kommt dadurch kalte Luft durch die Dichtung.

IR000140
Meine liebe Haustür (ich berichtete davon) hat erwartungsgemäß Defizite an der Dichtung der Schließbänder.
Ob ich reklamieren sollte? Ich weiß nicht, ob ich die Kraft habe, mich nochmal mit dieser Firma rumzuärgern…

IR000142
Bei der hinteren Tür hatte sich die eingelegte Dichtung etwas gelöst. Prompt sieht man, dass hier Kälte
eindringen kann. Ließ sich zum Glück durch nachdrücken der Dichtung beheben.

IR000147
Dachfenster: Kältezone rund um den Rahmen, aber auch an der Glaseinfassung

IR000149
Blick durch den Dachbodenausgang auf die Schräge im Treppenhaus. Wurde früher so aufgebaut: Dachziegel,
Rohrmatte, Putz, Tapete. Dementsprechend viel Wärme geht hier flöten. Für die Stelle suche ich noch eine platzsparende
Innendämmung, z.B. Rigitherm.

IR000150
Dieser Balken (Bildmitte) bleibt aus optischen und funktionalen Gründen frei und wird nicht verkleidet.
Die Sparrenfelder sind links und rechts gedämmt, leichte Kältezonen jedoch auch hier an den Übergängen.

IR000153
Jetzt von Außen: die Oberfläche der Haustür ist deutlich wärmer als die Außenwände…

IR000156
Hauswand mit Fenstern. Die Wand wurde ja im anderen Bild gelb dargestellt, von daher kann man unterschiedliche
Bilder nicht unbedingt anhand der Farben vergleichen.

IR000158
Häuschen von hinten. Linkes Fenster Küche (warm), rechtes Fenster Abstellkammer (nicht so warm), und
bei der Hinertür ist die Schwachstelle auch die untere Dichtung.

Nun, habe ich Kenntnisse daraus gewonnen? Vielleicht diese:

– Bei modernen Fenstern ist nicht nur die Verglasung besser, sondern scheinbar auch die Dichtbänder bzw. allgemein die
Abdichtung zum Gebäude hin

– Mangelhafte Dichtungen sind erstaunliche Kältebrücken

– die Treppenhaus-Schräge muss gedämmt werden. Da habe ich nicht viel Platz (Kopffreiheit…), von daher wird’s wohl eine dünne und dafür ergiebige Platte werden

– die Haustür ärgert mich immer noch

– letztendlich war es aber eine kleine Spielerei, wirklich gravierendes habe ich eher nicht gefunden

Vielleicht gibt es auch Kameras, die etwas objektivere Farbskalen haben. Eigentlich kann es ja nicht sein, dass die selbe Wand auf einem Bild gelb und auf dem nächsten blau dargestellt wird. Oder es war eine Einstellungssache…

Auf jeden Fall ein spannendes Feld, die Wärmebildfotografie. Ich werde mich sicher eingehender damit beschäftigen, wenn ich irgendwann vor Langeweile gar nicht mehr weiß was ich tun soll. Bis es soweit ist (vielleicht noch so 30, 40 Jahre?) habe ich die Kamera brav zurückgebracht und weiß jetzt, wo’s zieht – oder eben nicht.

3 Gedanken zu „Experimente mit der Wärmebildkamera

  1. Das mit den Farben … die Kamera nimmt immer schwarz für die geringste Temperatur im Bild für und weiß für die höchste Temperatur (in dem jeweiligen Bild!). Die Farben dazwischen (z.B. gelb) werden gleichmäßig aufgeteilt. Es ergibt sich also in jedem Bild eine unterschiedliche Farbskala, daher haben gleiche Temperaturen in unterschiedlichen Bildern unterschiedliche Farben. Die Max./Min-Werte für die Skala lassen sich aber bestimmt in der Kamera fest einstellen, dann wären die Bilder untereinander vergleichbar.

  2. Pingback: Spaltenschluss mit Wärmebild | Dann wollen wir mal!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.