Holzterrassenprojekt 1/2

Wenn Bloggerei und Real-Life aufeinandertreffen – Täglich fragen mich Leute „Und, was macht der Hausbau?“ – „Na, immer noch am umbauen?“… Leute Leute, ich bin völlig entspannt. Das Haus ist seit zweieinhalb Jahren fertig. Alles, was ich jetzt so mache, ist optional, ein Hobby, so wie Kegeln oder Briefmarken sammeln. Ich hause nicht in einer Baustelle und wir frühstücken nicht auf Zementsäcken, Wasser kommt aus der Leitung und die Fenster sind nicht aus Folie. Mein Dachbodenprojekt ist völlig abgekoppelt vom Wohnraum und jetzt, da die Isolierung gemacht ist, würde es auch nicht stören, wenn da oben wochenlang nichts passieren würde. Und da ich zurzeit mit einem anderen Handwerksprojekt beschäftigt bin, bei dem noch zu klären ist, ob ich darüber bloggen darf, und ich außerdem noch eine berufliche Tätigkeit habe, bei der nun bald die Saison beginnt, passiert da oben im Moment auch nicht so viel. Und immer, wenn es hier nichts aktuelles gibt, wird im Archiv gekramt. Da trifft es sich gut, dass der Sommer vor der Tür steht, alle im Garten wühlen und ich schon öfter gefragt wurde, wie unsere hübsche Holzterrasse entstanden ist, gibt es heute und beim nächsten mal Infos über den Bau einer Holzterrasse. Das ist auch alles schon zwei Jahre her; nicht dass mich morgen jemand fragt „Und, was macht die Terrasse? Schon fertig?“

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Die Basis: Punktfundamente

Auf dem Platz der späteren Terrasse stand ein riesiger Lebensbaum, der gefällt wurde. Die alte Umrandung habe ich belassen, siehe Bild. Im Vorfeld habe ich mir genau ausgedacht, in welchen Abständen die Lagerhölzer angebracht werden sollen. Der Abstand von Holz zu Holz sollte 40 cm sein, die Auflagerabstände der Hölzer 80  cm. Damit kein Wasser auf der späteren Oberfläche steht, habe ich ein Gefälle von 1,5% eingeplant (also 1,5 cm auf 100 cm Breite). Dieses Gefälle und die Höhenausrichtung habe ich bereits bei den Fundamenten vorgesehen. Die Fundamente sind runde Punktfundamente mit etwa 30cm Durchmesser, und so tief wie es eben ging (sehr wurzeldurchzogener Boden), das waren etwa 40-60 cm; optimal sind wegen dem Frost sicherlich 80 cm.

Die Fundamente wurden mit Beton gegossen und mit einer Richtschnur die Höhe gemessen und passend abgestrichen. Nach Trocknung der Fundamente wurden dann die Balken aufgelegt. Als Unterkonstruktion habe ich Lärche Konstruktionsholz 45/70 mm benutzt und dieses vorher zwei (oder sogar drei?) mal mit Lärchen-Öl eingeölt. Die Sägestellen wurden mit Hirnholzversiegelung gestrichen.

Unterkonstruktion Terrassendielen
Probeliegen der Balken für die Unterkonstruktion

Wie oben zu sehen ist, gibt es zwei dicht aneinander liegende Balken, weil dort später die Fuge der Dielen ist. Weiterhin gibt es ein extra Kantholz im Bereich des Ausgangs (im Bild unten links), weil dort die meisten Belastungen zu erwarten sind und man für ausreichende Stabilität sorgen sollte.

Bevor die Balken aber endgültig liegen, kommt ein Wurzelflies drunter. Das sollte man vollflächig und gewissenhaft verlegen, denn durch die Spalten zwischen den Dielen wächst sonst Grünzeug durch. Ich habe zwei überlappende Bahnen Wurzelflies, und selbst dort hat sich in der Mitte schon etwas den Weg hindurch gebahnt.

Holzterrasse
Wurzelflies und erste Dielen

Auf die Punktfundamente habe ich Pflastersteine (10 x 10 cm) gelegt, um etwas höher zu kommen (dieses Maß schon vorher bei den Fundamenten einplanen, damit die Terrasse nicht zu hoch wird). Darauf das Wurzelflies, und die Kanthölzer selber liegen nun nicht direkt auf den Steinen, sondern zur besseren Lagerung und zur Vermeidung von Staunässe werden Gummipads untergelegt (Sogenannte Terrassen-Pads, 60x60x10mm).  Als Alternative zu Pflasterstein plus Gummipad gibt es auch höhenverstellbare ‚Stelzlager‘ für einfacheres Nivellieren.

All das wird übrigens schwimmend verlegt, also nicht miteinander oder mit irgendwas anderem verschraubt. Und ja, es hält! Die Kanthöler werden dabei hochkant genutzt und erhalten ihre Stabilität durch die verschraubten Dielen.

Auch die Dielen wurden vorher 2-3 mal eingeölt und an den Schnittstellen mit Hirnholzversiegelung behandelt. Als Dielen habe ich Lärche gewählt (26/242mm sibirische Kärche Riffelbohlen). Für welche Holzart man sich entscheidet, kann man am Besten in einer Ausstellung beim Holzhändler abklopfen. Es gibt mittlerweile auch realistische und sehr unempfindliche Kunststoff-Holzimitat-Dielen.

So, die Unterkonstruktion steht jetzt, und wie es mit dem Belag weitergeht und wie man eine hübsche Umrandung macht, dazu beim nächsten mal mehr. Und dann muss nur noch der Sommer kommen…

Holzterrassenprojekt 2/2 und Estrichtips für Eilige

Bevor es morgen mit über 30° traumhaftes Grillwetter gibt, wollen wir mal schnell die Terrasse vom letzten mal fertig bauen 🙂

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Hier waren wir stehen geblieben…

Die Dielen kann man in verschiedenen Längen kaufen, aber eben nicht in jeder Länge und so habe ich mich für eine verschnittarme Verlegeart entschieden: Ein Brett wird durchgehend verlegt, und die nächste Reihe aus zwei Brettern mit einer Fuge. Diese ist hier übrigens nicht mittig, ich hatte erst Bedenken dass das später doof aussieht, aber es fällt überhaupt nicht auf.

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Stück für Stück

Wie man im Bild sieht, werden die Enden einfach überstehen gelassen. Hier habe ich dann am Schluss mit einer Handkreissäge plus Schiene einen sauberen Abschlussschnitt gemacht.
Die Dielen werden übrigens immer mit Abstand zu Wänden und sonstigen angrenzenden Bauteilen verlegt. Wenn sich das Holz nämlich ausdehnt, ist so eine kleine Mauer schnell mal umgeschmissen.

Verschraubt wurden die Dielen mit Terrassenschrauben aus Künzelsau (da haben wir’s wieder…), die sind zwar nicht ganz billig, aber gehen durch den Bohrkopf rein wie Butter, man muss nicht vorbohren, das Holz wird nicht gespalten usw.
Wenn man genau hinschaut, sieht man im Bild oben, dass die Dielen nicht direkt auf die Unterkonstruktion geschraubt werden (Hinterlüftung gegen Nässe), sondern Kunststoffteile untergelegt sind, sogenannte Distanzhalter (z.B. ferax Terrassenmeister). Sie bilden einmal eine Unterlage zwischen Diele und Kantholz, durch den mittigen Dorn geben sie aber auch einen Fugenabstand vor. Die Dielen werden dann an den Dorn angelegt und verschraubt. Die Halter kann man auch nochmal verschrauben, habe ich aber nicht gemacht.

Um gleichmäßige Fugen und gerade Dielen zu bekommen, muss man die ein oder andere Diele etwas ‚in Form bringen‘. Dazu habe ich als Start-Diele ein sehr gerades Holz gewählt und dann mit einem kleinen Ratschengurt die nachfolgenden Bretter zum Fugendorn herangezogen. Dann wurde die Stelle verschraubt und der Gurt auf die nächste Biegung gesetzt. Das geht freilich nicht, wenn die Dielen allzu krumm sind.

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Fertig belegt!

Reihe für Reihe wurde nun auf diese Weise belegt. Damit man sich später nicht an Kleinigkeiten stört, sollte man darauf achten, dass die Fuge gerade durchläuft und nicht ’springt‘; außerdem die Schrauben immer auf einer Linie setzen.

Nachdem dann die Kanten mit der Handkreissäge (wichtig: mit Schiene!) begradigt wurden, habe ich die Schnittstellen nochmal mit Hirnholzschutz versiegelt und dann die gesamte Fläche wieder eingeölt. Das habe ich übrigens jetzt,  nach zwei Jahren, wiederholt. Ein nachölen sollte man alle 2-3 Jahre einplanen. Geht aber gut mit einem breiten Pinsel/Quast und einer Stielverlängerung.

Als Umrandung habe ich mir aus dem Baumarkt(!) helle Granitsteine geholt, die ich zufällig gefunden habe und die genau die passende Höhe hatten. Sie sind mit dem üblichen Werkzeug kaum zu bearbeiten und man nimmt sie daher am Besten so, wie sie sind. Bei zweien musste ich eine Ecke abschneiden und es war eine schwere Geburt…

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Fertig!

Ich habe diese Steine dann in ein Bett aus Garten-Mörtel (ja, gibt’s wirklich) gesetzt und auch untereinander vermörtelt. Zunächst hatte ich Bedenken, dass die Steine umkippen, wenn man von der Terrassenseite aus dagegen tritt, aber sie halten wirklich bombenfest und ich musste außer diesem Wunderzement keine Befestigungsmaßnahmen ergreifen.

Apropos Wunderzement, und das noch als kurzen Gedanken für die Nacht: Morgen werde ich in einem Raum Estrich machen (bietet sich ja an bei 30° im Schatten); bisher gab es immer das Problem, dass ein Estrich 4-6 Wochen zu trocknen hatte, bevor man fliesen kann (bzw. Messung der Restfeuchte). Auf Nachfrage im Lieblingsbaustoffhandel erklärte man mir, dass es Alternativen gibt: Von Sopro gibt es beispielsweise die Estrich-Fertigmischungen Rapidur M5 und M1.

Rapidur M5 ist schon nach 24 Stunden mit Fliesen belegbar. Er ist etwas teurer als ’normaler‘ Estrich, aber mal ehrlich-wer will denn, gerade beim Renovieren im Bestandsbau, sechs Wochen auf die Bodenfliesen warten? Bei einem 3cm-Estrich kostet der Spaß rund 35,- pro m² (reiner Materialpreis).

Das M1-Zeug ist nach unglaublichen vier Stunden belegbar. Da kostet aber ein Sack schon 60 Euro und man kann pro m² mit etwa 150,-€ rechnen. Aber: jetzt weiß ich wie das bei den Fernsehsendungen geht! Bei Zuhause im Glück trocknet ja auch nix! Da wird die Tapete direkt in den feuchten Putz geklebt-wahrscheinlich alles mit Blitz- und Superschnell- Mischungen gemacht.

Also, ich werde bald Bericht erstatten, mal sehen wie sich der Wunderestrich so macht. Bis dahin-schnell die letzten Terrassendielen verschrauben und dann den Grill an-viel Spaß!

Nicht alle Latten am Zaun

Es wird Zeit, mal wieder eine gewisse Regelmäßigkeit hier reinzubringen und auch mal wieder etwas handwerkliches zu berichten (wobei, statistisch betrachtet sind die humoristischen Beiträge die erfolgreichsten), also nehme ich Euch mit in den Keller.

Kellertreppe
Kellertreppe

Als kleines Zwischenprojekt habe ich den Außenzugang zum Keller eingeschoben. Durch die Aktion mit dem Gerüst musste ja die alte Abtrennung teilweise entfernt werden (eine Art Holzmatte) und es ist auch einiges an Schutt ins Loch gefallen. Der Zugang wurde bisher nicht genutzt; einmal um es kindersicher zu halten, vor allem aber geht die Tür nicht auf weil kein Schlüssel so richtig passt (das Problem habe ich übrigens bisher noch nicht gelöst…)

Die Holzmatte habe ich entfernt, sie soll durch eine hübsche weiße Holzverleidung ersetzt werden (auf dem Dachboden hatte ich einige Latten 70×20 oder so übrig, die ich nun nicht runterschleppen brauche, sondern die zu Zaunlatten gesägt wurden), wobei ich das „alte“ Grundgerüst stehen gelassen und nur weiß gestrichen habe. Die Latten wurden an den oberen Enden mit 45° Gehrung abgeschrägt.

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Voranstrich!

Damit die Bretter von allen Seiten gestrichen werden können, habe ich das vorher gemacht; so ist ein Witterungsschutz rundherum gewährleistet. Wenn sie schon montiert sind kann man die Bretter ja schlecht überall streichen, da gibt es dann nur noch das „Finnish“. Gestrichen wurde mit 2-in-1-Lack matt weiß von tooom (ja, Baumarkt, aber das Zeug ist wirklich ganz gut), anstatt zu Pinseln arbeite ich lieber mit einer Schaumstoffrolle. Nach einem Tag Pause erfolgt dann der zweite Anstrich.

 

Aufgeplatzte Treppenstufen
Aufgeplatzte Treppenstufen

Etwas Sorgen machen mir noch die Treppenstufen, die durch die lange Nichtbenutzung und Feuchtigkeits-/Frosteinwirkung an den Kanten aufgeplatzt sind. Ich hatte erst überlegt die Treppe neu zu fliesen, werde es aber erstmal mit Beton-Ausbesserung versuchen, vielleicht mit Metallverstärkung?

Nicht alle Latten am Zaun
Nicht alle Latten am Zaun

Wie oben zu sehen, sind zwei Fliesen kaputt, da versuche ich mal, solche nochmal zu bekommen.

Nun werden nach und nach die Latten angeschraubt. Als Abstandhalter zwischen den Latten und untendrunter (Platz zum Boden wegen Feuchtigkeit) habe ich Fliesenreste benutzt, die 1 cm stark sind (geht natürlich auch mit Holzstücken, nur hatte ich da nichts passendes zur Hand). Mit Schraubzwingen wurde dann die jeweilige Latte fixiert und mit der Wasserwaage ausgerichtet.
Jetzt sollte man die Schrauben nicht einfach irgendwie reinballern, sondern mittig der Latte und auf einer waagerechten Linie halten, damit die Schraubenköpfe eine gleichmäßige Linie ergeben und man später beim Anschauen keinen Würgereiz bekommt. Zur Vermeidung von Rostproblemem werde hier keine „Spax“ sondern Edelstahlschrauben benutzt.

Als Eingang wird es dann noch ein kleines Tor geben, die Keller-Außenwände an der Treppe werden noch farblich angepasst und wenn ich diese Tür irgendwann mal aufbekommen sollte, wird die noch gestrichen und wieder gängig gemacht.

Alle Baufortschritte wie immer brandheiß und exklusiv auf diesem Sender. Wohl bekomm’s!

Festgespaxt und Drauflosgewürthet

Während mir die gestrige Suchanfrage „Dachboden mit Bauschaum demmen“ (warum führt das zu meinem Blog?) ein dauerhaftes Lächeln aufs Gesicht zaubert, kann ich mein schlechtes Gewissen nicht völlig verdrängen, denn ich habe im letzten Artikel der SPAX Unrecht getan.

Tatsächlich ist ja Spax immer noch ein Synonym für die bekannte messingfarbene Schraube mit Kreuzschlitzkopf. Der Begriff wurde sogar verbalisiert („Können wir das nicht festspaxen?“) und ich persönlich weiß zwar, dass Spax ja auch irgendwie der Hersteller ist, aber denke doch immer an diese eine Schraube, mit der man prima Holz zusammenschrauben kann, die aber draußen nichts zu suchen hat und mit der man auch einfach keine Küchen-Hängeschränke aufhängt.

Aber, die Firma Spax liest hier scheinbar mit (wie cool ist das denn? Irgendwann liest Obama hier mit!) und wies mich darauf hin, dass Spax sehr wohl Edelstahl-Rostfrei und außentaugliche (und wahrscheinlich auch hängeschranktaugliche) und sogar Schrauben für Küstenbereich mit Ultra-Korrisionsschutz im Programm hat. Es gibt sogar Terrassenschrauben und Trockenbauschrauben. Das wußte ich tatsächlich nicht. Wobei die Künzelsauer haben diese Waffe (na, womit verbinden die Ennepetaler zwei Trockenbauprofile?)

 

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Es wird! von Außen…

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…und von Innen

 

Wie kamen wir darauf? Achja, meine Umzäunung nimmt langsam Gestalt an und es fehlt eigentlich nur noch das Eingangstor. Auch das habe ich vormontiert und es muss dann nur noch eingebaut werden. Türe und Tore aus einzelnen Latten sollten müssen übrigens immer mit einem „Z“ versehen werden, um die Kräfte auf das untere Scharnier umzuleiten, ansonsten hat man nach kurzer Zeit ein schiefes Tor:

 

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Z wie Zorro

Nach dem Tor fehlt noch der Schlussanstrich, ein, zwei Blumenkästen sollen noch dran und wenn ich irgendwann diese Kellertür aufkriege, wird die noch angehübscht.

Vielleicht schreibe ich dann bald mal darüber, wie man mit einem Dietrich ein Türschloss knackt. Vielleicht hat Spax da ja was im Programm?

Arbeitsteilung

Während mich der Suchbegriff „unterspannbahn zum hinterlueften aufschneiden“ nur ganz kurz hat aufheulen lassen, berichte ich nun erstmal vom Fußbodenprojekt! Man renoviert ja immer von oben nach unten, damit die Pampe, die man oben irgendwo dranschmiert, nicht unten den neuen Fußboden ruiniert. Und aus diesem Grund gibt es nun als fast(!) letzten Bauabschnitt den Fußboden. Danach kommen nur noch die Zwischentür, Fußleisten, Übergangsleisten, Lampen, Rollos (also doch irgendwie noch ziemlich viel?) und natürlich der Whirlpool und die Bowlingbahn.

Bevor ich vom Boden erzähle, muss ich noch kurz mit diesem wunderhübschen Sichtbalken angeben, der wirklich gut gelungen ist:

Sichtbalken Trockenbau
Sichtbalken im Trockenbau

Technisch wurde das so gelöst: an der Seite des Balkens wurde die Dampfbremsfolie bis an den Balken herangeführt und verklebt. Im Abstand von „gut“ 12,5mm von der Balkenkante habe ich Viertelstab-Holz aufgeschraubt. Die restlichen Felder wurden wie sonst auch mit CD-Profil gemacht und darauf dann die GK-Platten angebracht, passend für den Sichtbalken geschnitten. Die Übergänge Platte zu Balken wurden mit Acryl ausgefugt, dann die Fächen verputzt und der Balken gestrichen.

Apropos streichen: Die Entscheidung ist auf dunkelbraun gefallen, was ungefährt der Originalfarbe entspricht, und so wurde auch historisch alles richtig gemacht. Vielen Dank für Eure Vorschläge 🙂

Als Fußbodenbelag habe ich mich für Kiefer-Holzdielen entschieden. Während man für die A-Sortierung ungefähr 45,- € pro m² hinlegen muss, bekommt man die B-Sortierung für unter 20,- €. B-Sortierung heißt, dass die Bretter mal ein Astloch (also wirklich Loch), einen Hobelschlag, eine Kerbe, eine gebrochene Feder oder sowas haben können. Ich habe dann 10% mehr bestellt, um auch mal ein Brett aussortieren zu können. Verschnitt gibt es kaum, da es sich um Systembretter mit umlaufender Nut und Feder sowie umlaufender Fase (also leicht angeschrägter Kante) handelt, die man Schiffsboden-mäßig aneinanderlegen kann. Mit dem Rest der vorherigen Reihe startet man die neue Reihe; er sollte allerdings mindestens 40 cm lang sein.

Als Trittschalldämmung habe ich eine 5mm-Rollkork-Unterlage benutzt. Da die Dielen nicht schwimmend verlegt sind, sondern auf den alten Rauhspundbelag geschraubt wurden, ist der Boden natürlich schalltechnisch nicht wirklich entkoppelt (in alten Häusern ist irgendwie aber auch gar nichts entkoppelt) aber die Unterlage gleicht kleine Unebenheiten gut aus und der Trittschall ist schon etwas gedämpfter als ohne.

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Nun geht’s los!

Man beginnt mit einer Bahn Rollkork und der Nut in Richtung Wand, denn in die Feder wird geschraubt. Zur Wand und zu allen festen Bauteilen haben wir 10-15mm Fuge gelassen. Die Holzfirma empfiehlt sogar 15-20mm, aber man muss ja auch immer schauen, was die Fußleiste noch deckt, und bei verschraubten Dielen ist da sowieso weniger Dehnung als bei schwimmend verlegtem Belag. Der Wandabstand wird mit zwischengelegten Keilen gewährleistet. Die erste Reihe sollte wirklich gut ausgerichtet sein, um nachher nicht schräg zu kommen und wird dann etwa alle 40 cm im Knick der Feder verschraubt:

Holzdielen verschrauben Feder
Verschraubung im Detail

Holzdielen sind ja ein sehr natürlicher Belag und daher ist es natürlich auch schwieriger, sie zu verlegen. Denn die Dielen können auch mal leicht krumm oder verwunden sein, dann wird es schwieriger, Nut und Feder zusammenzufügen und die Dielen stramm aneinander zu bekommen. Probleme, die man bei Laminat oder anderen Klicksystemen längst nicht so stark hat. Deswegen dauert die Verlegung auch länger und man sollte mehr Zeit dafür einplanen. Zwei Hilfsmittel waren sehr praktisch:

Holzdielen Zugeisen
Zugeisen

Mit dem Zugeisen kann man hinter eine Diele fassen und diese per Hammer an die andere Diele heranziehen, hier nochmal in Action:

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Zugeisen

Das andere Hilfsmittel waren diese Gurte:

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Gurte

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im Detail

Die Gurte fassen hinter die Diele, ohne sie zu beschädigen, und so kann man die Diele an die vorherige Reihe heranziehen.

Die Randfugen werden übrigens nicht nur zu den Außenwänden, sondern auch zu allen anderen festen Bauteilen gelassen, so wie die Stützbalken:

Randfugen Holzdielen
Randfugen zum Stützbalken

Direkt an der Wand werden die Dielen von oben verschraubt, möglichst da, wo die Fußleiste nachher drüber ist. Achja, der Abstand der Stöße von aneinanderliegenden Reihen sollte mindestens 30 cm betragen. Und manchmal werden die Dielen an den kurzen Seiten noch zusätzlich verleimt. Das haben wir allerdings nicht gemacht. Mal sehen, ob mir deswegen in ein paar Jahren alles um die Ohren fliegt.

Hier nun schonmal ein Blick in den ersten Raum, fertig verlegt:

Holzdielen Kiefer
Ooooohhhhh! Aaaaaaaahhh!

Die Dielen müssen nun noch behandelt werden. Unbehandelt nehmen sie Schmutz an wie ein Magnet! Und es geht nie wieder raus, nur durch Sprengung! Also sind wir immer schön in Socken drübergetapst. Von der Oberflächenbehandlung erzähle ich dann nächstes mal.

Also, alles in allem ein toller Fußbodenbelag. Etwas anspruchsvoller zu verlegen und nachzubehandeln als ein Klick-System, aber dafür halt auch echtes Holz. Und das mit der B-Sortierung kann man auch ruhigen Gewissens machen. Hier und da hat man mal eine „Unperfektion“ aber es ist ja erstens ein Naturbelag und zweitens „nur“ der Dachboden.

Die meiste Arbeit damit hatte zugegebenerweise mein Schwiergervater, der fußbodenlegebegeisterte Holzwurm. Wir haben uns da aufgeteilt: Er verlegt, und ich schreibe darüber 🙂

 

Tür hinein, das wird fein

Ich bin mir nicht ganz sicher, welchen Suchbgegriff ich besser finden soll: „kann man in pu schaum balken led anbringen“ oder „mauer elektro steckdosen mit montageschaum befüllen“ ? Beide gut! Frohes neues Jahr übrigens, werte Leserschaft!

Zum Jahresbeginn möchte ich kurz Euren Blick zur Seitenleiste lenken, wo man jetzt dem Blog „followen“ kann und dann über neue Beiträge per Mail informiert wird. Das ist sehr anonym und ich kriege diese Adressen auch nicht zu Gesicht. Ich bitte darum, dass möglichst viele Leser sich dort eintragen, denn pro Follower bekomme ich einen mittleren vierstelligen Betrag überwiesen, wenn ich den Herrn von mailbusiness.ru da richtig verstanden habe.
(kleiner Scherz.)
Weiterhin kann man dannwollenwirmal nun auch auf facebook liken, und auch das ist praktisch, wenn man nichts verpassen will. Die Inhalte, falls es versehentlich mal echte Inhalte gibt, passieren allerdings nach wie vor hier.

Während in der RealWorld mein Dachboden schon fertig ist (auch schon möbliert, Juchhu!) geht es im Blog noch mit den letzten Arbeiten weiter. Und ja, ich werde noch eine abschließende Betrachtung bringen. Auf die vorher-nachher-Bilder bin ich jetzt schon gespannt 🙂

Widmen wir uns heute mal der gemeinen Zwischentür. Das mit der Haustür ist etwas komplizierter, aber das steht hier. In meine Trockenbau-Zwischenwand hatte ich ja eine hübsche Türöffnung mit Türsturz eingebaut und nun ging es an die Montage der Tür.

Zunächst sollte man sich gut überlegen, an welcher Wandseite das Türblatt ist, denn auf diese Seite kommt auch der Hauptteil der Zarge. Von der anderen Seite wird sie nur verblendet. Die Zargenteile werden nun ausgelegt und miteinander verbunden:

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Auslegen der Türzarge

Die Verbindungsflächen werden mit Holzleim bestrichen:

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Leimen

Kann sein, dass es bei jedem Hersteller etwas anders ist, aber in diesem Fall (und auch in den meisten anderen mir bekannten Fällen) wird dann eine Kralle eingesetzt, die festgeschraubt wird und dann sozusagen die Aufgabe der Leimzwinge übernimmt, nämlich die einzelnen Teile fest zusammenzupressen:

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Pressen!

Dabei heraustretenden Leim kann man direkt mit einem feuchten Tuch oder später mit der Motorflex entfernen. Nun werden noch diese Krallen eingeschlagen:

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Krallen/Klammern einschlagen

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Sitzt!

Die Senkrechten der Zarge werden nun noch parallel ausgerichtet (oben und unten den Abstand messen) und dann kann der Leim trocknen. Währenddessen kann man die Zeit nutzen und die Blende für die andere Seite auf die gleiche Weise montieren:

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Montage der Blende

Wennd er Leim abgebunden hat, wird die Zarge in die Türöffnung gestellt. Wichtig ist, dass sie nun festgekeilt wird, weil ja später das Türblatt eingehängt wird, um es anzupassen. Als ideale Positionen für die Keile haben sich die Ecken oberhalb der Senkrechten herausgestellt:

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Zarge verkeilen

Damit die Nut durch das Verkeilen nicht bricht, so wie auf dem Bild (das habe ich natürlich nur zu Demonstrationszwecken so gemacht) sollte man ein Sperrholz oder ähnliches hineinstecken; einige Hersteller liefern da auch was passendes in der Verpackung mit. Wenn die Tür gut verkeilt ist, wird sie mit Wasserwaage und nach Auge ausgerichtet. Auch das Türblatt wird einmal eingehängt und geschaut, ob es gut schließt und auch stehen bleibt, wenn es halb geöffnet ist; wenn die Tür von selbst auf- oder zufällt ist die Zarge schief drin. Oder die Wand ist schief. Oder es liegt an der Erdkrümmung. Achja, bevor man das Türblatt einsetzt, muss die Drückergarnitur montiert werden, oder man hat einen Bau-Drücker. Denn ganz ohne was hat man sich dann auch mal schnell eingesperrt!

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Drückergarnitur montieren

Beim Einpassen des Türblattes sollte man nicht zu knapp arbeiten; es sollte immer noch etwas Luft bleiben, damit das Holz sich ausdehnen kann.

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Da sitzt sie drin!

Nun geht’s bald ans Schäumen. (Endlich Bauschaum!) Da Montageschaum sich ausdehnt, die Türöffnung aber bitte so bleiben soll, setzt man nun Spreizen ein. Ich wollte mir schon oft richtige, verstellbare Spreizen kaufen und damit überall total angeben, aber leider ist davon nie etwas geworden und so benutze ich nach wie vor passend gesägte Latten, die mit Pappstreifen als Zargenschutz eingeklemmt werden:

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Zargen-Spreizen

Idealerweise sollten sie an drei Steollen angebracht werden: auf Höhe der beiden Scharniere und auf Höhe des Schließblechs.

Ich weiß, alle sind jetzt total heiß auf’s Schäumen, weil es so viel Spaß macht, aber vorher sollte man unbedingt (und ich spreche da aus leidvoller Erfahrung) den Boden und den Rest der Zarge mit Pappe abdecken. Die kann man auch gut in die Zargennut stecken:

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Abdeckung gegen Bauschaum

Je nach Herstellerangabe wird nun Bauschaum zwischen Zarge und Wandöffnung gefüllt. Das Ding muss aber nicht komplett voll sein! In der Regel wird in der Höhe der Spreizen und oben nochmal punktuell geschäumt.

Wenn der Schaum ausgehärtet ist, wird übeflüssiger Schaum mit einem Cutter abgeschnitten. In die Zargennut wird Leim gegeben und die Verblendung eingesetzt (Vorsicht, bricht leicht!)

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Verblendung montieren

Am Ende wird das Türblatt wieder eingehängt. Man kann noch ein bisschen Feineinstellung betreiben: Durch Lösen der Inbusschrauben an der Zarge kann man die Zapfen verstellen und so das Türblatt näher an die Zarge oder weiter davon weg bewegen.
Am Türblatt selbst kann man die Scharniere rein- und rausschrauben (nicht mit der Zange – einfach Schraubendreher reinstecken, dann zerkratzt nichts) um den Abstand zum Schließblech einzustellen. Die Tür sollte von selbst ins Schloss fallen ohne zu Klemmen und zu Schleifen.

Wenn Wand oder Boden doof sind (im Sinne von schräg, mit Absatz drin, halb gefliest oder sowas) kann man die Anschlussfugen mit Acryl ausfüllen. Da in einer Tür aber viel Bewegung ist, sollte man nicht die 1,99 €-Patsche aus dem Baumarkt nehmen, sondern elastisches Acryl (ja, das gibt’s). Wenn die Fugen immer noch reißen sollten, kann man auch auf Silikon ausweichen, das ist dann nur nicht überstreichbar.

Nächstes mal nehmen wir uns dann die Fußleisten vor, das alte Hass-Thema. Aber diesmal ging es ganz gut! Bis nächste Woche!

 

Wieder da!

Das war aber auch ein Schreck! Der Server, auf dem dieser Blog ruht, hatte ein Datenproblem und daher war hier tagelang NICHTS zu sehen! Zusammen mit der Überschrift „Schluss, Aus, Ende“ vom letzten mal dachten nun viele Leser, ich hätte das Schreiben drangegeben und es kam zu Protesten vor unserem Haus unter dem Motto HEGIDA (Heimwerkende Europäer gegen die Inaktivität von Dannwollenwirmal). Aber, alles ist gut, der geniale Computermensch Jan W. hat das Ganze wieder gerettet und ich werde nun vielleicht doch mal eine Sicherung machen.

Beim letzten mal habe ich noch ein Kleinod vergessen: Die Fensterbank! Die habe ich tatsächlich aus Holzdielen gemacht,damit sie zum Fußboden passt und es sieht auch ganz witzig aus:

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Fensterbank aus Holzdielen

Die Dielen wurden passend gesägt und mit der Unterkonstruktion verklebt. An den Rändern habe ich eine schicke Silikonfuge gezogen (was hab ich neulich für einen Spruch gehört? „Früher haben die Handwerker zu Feierabend ne Flasche Bier aufgemacht, heute wird ne Tube Silikon aufgemacht“) und das Holz wurde dann, genau wie der Boden, geölt und poliert.

Die Vorderkante habe ich vor dem Einbau schön rund geschliffen, und dabei kamen zwei Werkzeuge zum Einsatz, die ich kurz vorstellen möchte.

Als Blogger wird man tatsächlich von Zeit zu Zeit gesponsort (das werde ich immer sehr transparent hier erwähnen, es gibt also kein heimliches Product-placement) und so erhielt ich von Bosch dieses putzige kleine Schleifgerät:

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Bosch PSM Primo

Eigentlich hatte ich ihn für mein Treppenhaus-Projekt geplant (Lack anschleifen unter Treppenstufen), aber das ist ja noch nicht so weit und wenn man das Ding hat, benutzt man ihn halt auch für alle möglichen anderen Sachen. Schleifen war mir immer ein Graus, aber wie so oft ist das richtige Werkzeug die halbe Arbeit. Der Primo geht jedenfalls richtig gut zu Werke und durch die handliche Form und die Spitze meistert er auch kleinste Ecken und Winkel. Die Spitze des Schleifpapiers geht dabei zwar als erstes zur Neige, kann aber separat getauscht werden. Alles in Allem ein durchdachtes Gerät, das gut in der Hand liegt und viel Spaß macht.

Für die größeren Flächen gab es diesen schönen Exzenterschleifer von Makita:

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Makita BO5031J

Danke dafür an den Werkzeughandel Meyer aus Göttingen. Man muss Werkzeuge nicht immer bei Amazon kaufen! Meyer hat überraschend viel Auswahl und bei Sachen, die mein Lieblingsbaustoffhandel nicht da hat, werde ich sicher nochmal darauf zurück kommen. Tellerschleifer und auch die passenden Schleifscheiben sowie alles mögliche andere Männerspielzeug gibt es im übersichtlichen Shop.

Die Makita macht auch richtig Spaß, liegt gut in der Hand und schafft größere Flächen mühelos. Und für die Ecken habe ich ja dann die Primo. Ich denke, die Geräte werden immer wieder in meinen Projekten auftauchen und das erste mal im Leben freue ich mich auf’s Schleifen!

Meine Makita-Sammlung wird immer größer, und weil ich Akkuschrauber, Handkreissäge, Stichsäge und Exzenterschleifer nun schon habe fehlt mir eigentlich nur noch das Baustellenradio! Aber ich habe ja am Samstag Geburtstag, wenn alle Leser zusammenlegen, dürfte das ja kein Problem werden 😉

Hier geht es nächste Woche weiter mit der schon angekündigten Fundamentstabilisierung (damit wollte ich ja diese Woche schon anfangen, aber ich hatte so viel anderes zu erzählen), außerdem habe ich zum ersten mal den Abziehschlitten ausprobiert und, ebenfalls Premiere für mich, eine Wand mit Armierungsgewebe verputzt. Und dann gibts bald wieder ein neues Badezimmer! Wir sind schon angefangen und haben Wände entfernt. Vielen Dank an die Firma G., die mir dafür dieses schöne Gerät gesponsort hat. Jetzt muss ich nur noch die Außenwände wieder aufmauern und das mit dem Dachstuhl kann ja eigentlich auch nicht so schwer sein…?

Die 15-Minuten-Werkzeugkiste

Damit meine heimische 2Do-Liste nicht zu schmal wird, habe ich immer ein paar Projekte auf Lager, die ich angehen kann, wenn so gar nichts anderes zu tun ist. Seit Wochen schiele ich sehnsüchtig auf diese schöne Werkzeugkiste, die der Kellerwerker gebaut hat. Speziell durch meine außerhäuslichen Tätigkeiten muss ich ja mein Werkzeug immer mitnehmen; bisher habe ich immer das, was ich brauche, in einen großen Maurerkübel geschmissen, und in der Werkstatt ist alles in Eimern gelagert:

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Werkstatt-Chaos!

Mein Plan war nun also, dass ich für jedes meiner „Gewerke“ eine Werkzeugkiste herstelle, die ich dann – je nach Bedarf – einfach zu den Außenbaustellen mitnehmen kann und mir so das Zusammensuchen spare. Daraus ist dann die Massenproduktion von zehn Kisten entstanden.

Die Bretter habe ich mir vom Holzhändler passend zuschneiden lassen, weil mir da etwas die Zeit und Muße gefehlt hat. Für eine Werkzeugkiste mit den Außenmaßen 60 x 30 x 30 cm benötigt man folgende Einzelteile aus 20mm starkem Holz:

1x Boden – 56 x 26 cm
2x Seiten – 56 x 12-15 cm (je nachdem, wie hoch man die Seiten haben möchte)
2x Kopfteil – 30 x 30 cm

Ich habe 20mm-Sperrholzplatte für die Kiste gewählt, das ist dann eine aus sieben Einzelbrettern kreuzweise verleimte Bauplatte. Sicherlich kann man auch irgend ein anderes Holz dafür benutzen. Auch hatte ich nicht den professionellen schraubenfreien Anspruch, habe also die Einzelteile nicht verleimt und verdübelt oder verklebt, sondern einfach miteinander verschraubt. Doch eins nach dem anderen:

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Anpassen der Teile

Zuerst werden die Seitenteile und der Boden mit zwei Schraubzwingen verbunden. Mit einem Hämmerchen kann man dann die Einzelteile noch genau anpassen.

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Vorbohren

Seitlich werden die Teile mit je fünf Schrauben (hier: 4x45mm) zusammengeschraubt. Die Löcher werden vorgebohrt, damit das Holz durch das Schrauben nicht spaltet. (spältet? spält? spillt?)

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Verschrauben

Das Ganze geschieht auch mit dem anderen Seitenteil. Nun ist es Zeit für die Kopfteile. Ich habe alle Kopfteile vorher mit der Stichsäge bearbeitet und Rundungen hineingesägt. Diese kann man mit einem passenden runden Gegenstand (hier: Lackeimer) vorzeichnen und dann aussägen. Wichtig ist, dass die Höhe des Seitenteils unten stehen bleibt.

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Kopfteile

Die Kopfteile werden nun auf den vorbereiteten Kasten aufgeschraubt:

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Anpassen und…

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…verschrauben!

Dies geschieht mit sieben Schrauben. Nun kommt noch der Tragegriff! Hier habe ich aus dem Baumarkt(!) 25mm starke Holzstangen geholt. Mit einem Forstnerbohrer wird nun in die Kopfstücke ein 25mm-Loch gebohrt:

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Loch für den Griff bohren

In die Löcher wird nun der Griff gesteckt und mit Sockelstiften (Feine Nägel ohne breiten Kopf) fixiert. Leim wäre hier auch denkbar, aber die kleinen Nägel sieht man später auch nicht.

Das richtige Finish erhält die Kiste dann durch das Schleifen:

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Schleifen!

Sämtliche Ecken und Kanten werden schön rund geschliffen. Danach sieht die Kiste fast professionell aus:

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Fertig!

Und die Bauzeit beträgt (ohne Zuschnitt) ungefähr eine Viertelstunde 🙂 Mit einer Schablone aus der 1-Euro-Abteilung habe ich das Ganze dann noch beschriftet und meine Werkzeuge einsortiert. Ein kleines Regal aus Holzresten gebaut, und fertig ist das 1a-Sortiersystem:

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Da sind sie!

Nun kann ich mir immer greifen, was ich brauche, spare jede Menge „Rüstzeit“ und laufe kaum Gefahr, irgendwas vergessen zu haben. Und die Werkstatt ist auch deutlich ordentlicher.

Man könnte die Kisten natürlich noch etwas „pimpen“ indem man ohne Schrauben arbeitet (also mit Holzdübeln und Leim, oder wer richtig auf dicke Hose machen will: mit gezinkten Eckverbindungen!) und sie am Ende noch lackiert. Aber für mich stand jetzt eher die Funktionalität im Vordergrund.

Ich bin jetzt bestens gerüstet für die kommenden Baustellen und wünsche Euch viel Spaß beim Nachbauen!

und:

frohe Ostern! 🙂

 

 

Freigelegt!

Endlich herrscht im Haus wieder ein Klima nach meinem Geschmack! Staub, Dreck, Baulärm und der liebliche Geruch von 89 Jahre altem Schutt lässt doch jedes Heimwerkerherz höher schlagen?
Nun, ehrlich gesagt finde ich es auch netter, wenn alles fertig und das traute Heim keine Baustelle ist. Ein Grund mehr, schnell fertig zu werden.

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Da geht die Rauhfaser…

Das Projekt „Treppenhaus“ bin ich diese Woche voller Elan angefangen, und es geht gut voran, wenn auch nicht ganz so schnell wie erwartet. Die Tapeten nämlich wurden scheinbar mit Saurierspeichel angeklebt und entsprechend lange hat es gedauert, die beiden Schichten(!) abzulösen. Unter der klassischen Rauhfaser enthüllte sich ein apartes Blumenmuster der 60er Jahre, darunter eine Wandmalerei – wenn man „ein Meter hoch grau angestrichen“ so bezeichnen möchte. Aber mit den üblichen Tricks (Anfeuchten der Tapete mit Wasser-Sprühflasche und ordentlich mit dem Spachtel spachteln) bin ich dem Ganzen zu Leibe gerückt.

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Zweite Schicht: Apartes Blumenmuster. Ich schätze 60er Jahre?

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Darunter: Wandmalerei der pragmatischen Sorte

An den freigelegten Wänden werde ich noch etwas nachspachteln müssen; u.a. zieht sich ein waagerechter Riss einmal durch den oberen Teil der Wand, der allerdings schon vor geschätzt 50 Jahren mit Gipsspachtel und Gewebe repariert wurde; außerdem gibt es diverse Stellen, wo sich neben der Tapete auch ein bißchen Putz gelöst hat. Würde man hier wieder tapezieren wollen, wäre sicherlich ein feiner Gipsspachtel das Mittel der Wahl; da ich aber mit 2mm Reibeputz drüber will, werde ich hier wohl zum normalen Gipsputz greifen, denn davon müsste ich noch einen Sack auf Lager haben.

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Riss, ganz früher schon gespachtelt.

Ganz putzig ist dieses kleine Schränkchen: zwei Rohre kommen von unten, zwei von oben, in der Mitte wurden sie gekappt, hmm, sieht doof aus, also hat man was gemacht? Ein Schränkchen drübergezimmert. Sehr schön 🙂 Das kommt jetzt auch mal weg. Rohre weiter abschneiden, drüberputzen, Reibeputzstruktur mit Reibeputz aufnehmen, fertig.

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Wandschränkchen: probates Mittel für doofe Stellen

Etwas aufwändiger gestaltet sich die Elektroinstallation. Da ich ja Elektrofachkraft bin, darf ich zum Glück sämtliche Tätigkeiten bis hin zu einfachen nuklearen Experimenten (für mittlere bis schwere brauche ich eine Gestattung vom Bürgerbüro) selbst durchführen. Achtung, nicht nachmachen! Grundsätzlich einen Obi-Mitarbeiter zu Rate ziehen!

Im oberen Bereich des Treppenhauses gab es schon ein Lämpchen mit Schalter, ich möchte allerdings das Ganze mit in das bestehende Treppenhaus-Lichtsystem enigebunden haben. Dabei handelt es sich um eine Schaltung aus mehreren parallelen Tastern, die bei Betätigung ein Stromstoßrelais („Eltako“) schalten und so die bestehenden drei Lampen (und bald eine Vierte) an- oder ausschalten.

Ich legte also die bisherige Installation still und habe einen neuen Taster in die Wand gesetzt, den ich parallel zum Taster weiter unten aufgelegt habe. Dazu mussten hier und da ein paar Schlitze gemacht werden. Wegen der unmenschlichen Staubentwicklung einer herkömmlichen Schlitzfräse (das ist ja strenggenommen in bewohnten Räumen wirklich kaum machbar) habe ich mit dem Bohrhammer und breitem Meißelaufsatz geschlitzt. Hierbei entsteht zwar auch Staub, aber er wird nicht so aufgewirbelt und dass es etwas länger dauert, fällt bei den zwei Metern Schlitz kaum ins Gewicht.

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Staubarme Schlitze mit Bohrhammer

Die neue Lampe wurde dann parallel mit der alten verbunden und die nötigen Leitungen unter der abgehängten Decke entlanggefädelt. Dass das manchmal schwierig ist, habe ich ja hier schon erfahren müssen; dieses mal habe ich einfach eine Zwischenstation eingebaut und mit dem Bohrer für Hohlwanddosen Fädel-Löcher gemacht. Die herausgebohrten Einsätze bewahrt man dann auf, die Kanten werden dann später etwas „entgratet“, die Deckel wieder eingesetzt und sauber gespachtelt. Sieht nachher kein Mensch mehr („in zwei Wochen sehen Sie das nicht mehr!“).(„und warten sie ab wenn erstmal Farbe drauf ist“).

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Kabel ziehen mit Zwischenstation

Beim Legen der Leitung für die neue Lampe oben habe ich ein Brett aus der 70er-Jahre-Vertäfelung herausgenommen, und siehe da, was ist denn dahinter? Ich habe ein hübsches Kleinod entdeckt, eine Vertäfelung mit Treppensockel aus den 20er Jahren, mit angefasten Profilkanten (oder wie sagt man? Genutete Rillenfräsungen? Gefräste Fräsung?) und rundherum liebevoll mit Viertelstab gearbeitet. Nun, auf den ersten Blick ist das Ding ziemlich fertig und hat auch durch die jahrelange Verkleidung etwas Schimmel angesetzt. Dennoch ist der Entschluss klar: anstatt zu Verkleiden ist hier Freilegen und Aufarbeiten angesagt!

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Huch, was ist denn dahinter?

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…ganz vorsichtig freilegen…

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Ist sie nicht wunderschön? Also, zumindest auf den zweiten bis dritten Blick…

Ach, es gibt auch wieder Neuigkeiten an der Werkzeugfront: Um die Treppenhausarbeiten halbwegs ohne Knochenbrüche überleben zu können, habe ich mir eine variable Stufenleiter angeschafft. Sie ist sowohl als Anlege- als auch als Aufstell-Leiter zu benutzen und jedes Segment kann dabei individuell ausgefahren werden. Damit sollte ich wohl jeden Winkel halbwegs sicher erreichen können.

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Supra Super-Leiter

Für die Unterputzdosen gab es einen neuen Bohrer mit SDS-Schaft, weil der Alte erstens die letzte Baustelle aus unerfindlichen Gründen nicht überlebt hat und er zweites noch ein normales Bohrfutter hatte (der letzte Grund für den Erhalt meiner einzigen konventionellen Bohrmaschine, die die letzte Baustelle ebenfalls aus unerfindlichen Gründen nicht überlebt hat); jetzt kann ich mit dem Bohrhammer bohren und es geht wirklich wie durch Butter! Leider waren sowohl die Wunderleiter als auch der Superbohrer schmerzhaft teuer.

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Arbeiten am Limit: Hier geht es mehrere hundert Meter steil nach unten !

Umso besser passte da das Sponsoring der Seite werkstatt-king.de, von denen ich eine Säbelsäge (oder Tigersäge) bekommen habe! Ich habe mir das Ding ausgesucht, aber gedacht, naja, so oft werde ich sie nicht brauchen, aber: wenn man sie erstmal hat, kann man sie tatsächlich überall einsetzen, wo mal schnell was abzusägen ist. Die Säge von DeWalt, Modell DCS3102D2 kommt mit zwei Akkus und Ladegerät daher, im Set außerdem ein Satz Sägeblätter in verschiedenen Größen und eine Dose Schneidöl.

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Säbelsägen-Set

Ich hatte bisher noch kein DeWalt-Werkzeug, es macht aber einen sehr soliden Eindruck, der Winkel des Handgriffs lässt sich verstellen und die Leistung ist tatsächlich beachtlich. In dem Online-Shop von werkstatt-king gibt es alle möglichen Werkzeuge, von daher an dieser Stelle meine Empfehlung, denn nicht nur, dass ich die Säge, zwei Magnum-Flaschen Champagner und die Karibik-Kreuzfahrt dafür erhalte: es muss ja nicht immer Amazon sein, also bitte mal reinklicken, denn pro Klick von meinem Blog aus bekomme ich direkt 1400,00 € überwiesen. Ka-Tsching!

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Macht sich gut!

Tatsächlich reißen sich die Marketingagenturen und Werkzeugfirmen um diesen Blog. Warum eigentlich? Meistens schreibe ich doch nur Blödsinn 😉 Aber keine Angst, die meisten Anfragen lehne ich ab, damit das hier keine Werbeplattform wird. Und auch fertige Gastbeiträge müssen leider draußen bleiben. Aber hübsche Spielzeuge stelle ich natürlich gerne vor. So, jetzt gehe ich mal den Whirlpool und die Gartensauna auspacken. Bis nächste Woche!

 

Albträume im Malergroßhandel

Es geht gut voran im Treppenhaus! In dieser Woche war ich Maurer, Trockenbauer, Tischler und Maler (zum Maler später mehr). Das Projekt Reibeputz im Treppenhaus war tatsächlich eine Herausforderung – vor Allem angesichts der Schweinerei; die Deckenschrägen lassen sich nur rücklings liegend auf der Leiter erreichen, dementsprechend klatscht beim Abreiben alles senkrecht ins Gesicht und ich glaube, ich war noch nie lange nicht so dreckig.

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Vorbehandlung mit Gipsputz

Bevor es dazu kommen konnte, wurden die Wände erstmal vorbereitet; Ganz oben im First habe ich mit Gipskarton an die bestehende Dachboden-Ausbaustufe angeschlossen, Unebenheiten in den Wänden habe ich mit Gipsputz behandelt, und am Ende wurden die Wände und Schrägen dann mit Putzgrund vorbehandelt.

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Gipskarton im First

Auch das Vertäfelungs-Kleinod habe ich aufgearbeitet: als untere Abschlussleiste habe ich noch ein Zierholz gefunden, das mit in die nachträgliche Vertäfelung eingebaut war und offensichtlich ebenfalls aus den goldenen 20ern stammt. Hier habe ich einen Viertelstab aufgeleimt und es dann vor den Spalt gesetzt, der seitlich der abgehängten Decke des 1. OG zu sehen war.

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Viertelstab leimen: Geht besser mit Kabelbindern als mit Schraubzwingen!

Auch die Vertäfelung habe ich ringsum mit Viertelstäben eingefasst, wobei ja ehrlicherweise diese ganz filigranen Holzarbeiten nichts für mich sind. Oben unterm Dach feine Holzstäbchen auf Gehrung geschnitten mit kleinen Nägelchen ohne Spalten irgendwo dranklöppeln, puh – da muss man zwischendurch schon mal laut rumfluchen tief durchatmen.

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Montierte Abschlussleiste (unten) und seitliche Verkleidung mit Viertelstäben

Ganz begeistert bin ich vom Holzkitt aus dem Holzhandel: Mit Spachtel auftragen, aushärten lassen, wird dann später abgeschliffen und füllt ganz ausgezeichnet vorhandene Löcher, Risse und auch größere Spalten.

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Holzkitt

Nach Fertigstellung der Holz- und Putzarbeiten kommt nun der vorletzte Abschnitt (vor dem Teppich): die Malerei! Das bisher graue Treppengeländer soll weiß mit einem rotbraunen Handlauf werden, die bisher graue Unterseite der Treppe (auf die man vom Erdegschoss aus guckt) soll ebenfalls weiß mit einem rotbraunen Streifen zur Wand hin werden. Die Treppenhauswand bekommt einen Anstrich mit Latexfarbe.

Im Rahmen meines Baunebengewerbes habe nun auch ich ein Kundenkonte beim örtlichen Maler-Großhandel einrichten lassen, und immer wenn ich dort bin, habe ich Angst, dass die merken, dass ich gar kein echter Maler bin! Nicht dass das tragisch wäre; man darf dort auch als Halbmaler einkaufen und ich habe ja auch Gewerbe und Handwerkskammer und Impfausweis, aber eben auch immer ein mulmiges Gefühl.

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Das ist doch schonmal schick geworden: aufgearbeitete Vertäfelung

Dann streife ich dort durch die Gänge und versuche, möglichst wissend auszusehen. Hmm, Seidenlatex, Premiumlatex, Seidenpremiumlatex? Lieber nicht fragen. Ich mache mich schon verdächtig durch meine schwarze Kleidung! Sind Maler nicht immer weiß? Wie teuer der Lack wohl ist? Im Baumarkt kosten 2,5l gut 30 Euro…ok, ich frage mal (nachdem ich ihn gekauft hab) – zweiundfünfzig nochwas? Ich nicke wissend und routiniert, denke aber: „Nagel im Kopp oder was?“ Aber der ist bestimmt total gut und viel besser als der aus dem Baumarkt.  (Ist er nicht, stellt sich nachher raus). Ich bin mal auf die Rechnung gespannt oh-oh…

Lesen hier eigentlich Maler mit? Ich habe mich gefragt, ob Maler wohl ihr Werkzeug auswaschen oder immer wegschmeißen. Mal ganz ehrlich: eine Fassadenrolle  kostet beim Baustoffhändler ein Euro nochwas. Das Auswaschen einer Fassadenrolle dauert sicherlich rund 10 Minuten, bis man da alles rausgequetscht hat, von der Sauerei mal abgesehen. Ein Malergeselle hat nach Tarif einen Stundenlohn von 12,15 €. Der Arbeitslohn fürs Auswaschen ist also höher als eine neue Rolle. Und das Streichergebnis wahrscheinlich auch.

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Geht gut: Schaumwalze am Stiel

Die Treppenunterseite habe ich übrigens nicht angeschliffen, weil man dort nur mit Akrobatik drankommt und die spätere Lackierung sowieso nie wieder jemand berühren kann. Allerdings musste ich zur Erzielung eines deckenden Ergebnisses auch mit dem Premium-Lack vier mal(!) streichen; bzw. Rollen: Ich bin ja großer Freund des Rollens mit Schaumstoffrollen in schmal und breit, und sowieso alles mit Stiel. Auch eine Wand lässt sich mit Stiel wesentlich ergonomischer und kräfteschonender rollen als ohne.

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Geht auch: Pinsel am Stiel!

Was ich übrigens beim Malerhandel vergessen habe, waren die Pinsel! Die habe ich mir dann, zugegebenerweise, von Lidl geholt. Tatsächlich kann man dort online schauen, was in der aktuellen Woche gerade im Angebot ist, und es gibt auch immer die Sektion Garten/Werkzeug, bei der ich schon einiges Interessantes gefunden habe. Sicherlich kann man keine Profi-Qualität erwarten, aber es gibt eben Anwendungen, da ist das nebensächlich. So kostete das 8teilige Pinselset zwei Euro nochwas (soviel zum Auswaschen!), und die pinseln auch gut. Oder ein Cuttermesser-Set für wenig Geld, das mich mittlerweile schon seit Jahren begleitet. Auch meine Forstnerbohrer sind vom Discounter, hihi…

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Treppenwangen weißen mit schmaler Schamuwalze

Nächste Woche heißt es dann „feddich werden!“ und der Treppenteppich wird  verlegt! Ich habe gestern Nacht sogar davon gerträumt. Im Traum war es der falsche Teppich, und ich hatte die Stücke entweder zu groß oder zu klein geschnitten, und das Ergebnis sah völlig besch**** aus. Also der Traum muss jetzt nicht unbedingt in Erfüllung gehen…

 

Einen Schuppen umdrehen

Ich bin ja tatsächlich gerade im Pinselfieber, und nachdem der Zaun vorm Haus einen neuen Anstrich bekommen hat, ist nun das Gartenhäuschen dran. Das haben wir damals zusammen mit dem Haus ‚erworben‘ und es führt seitdem ein eher tristes Dasein in der hinteren Gartenecke, gefüllt mit ein wenig Gerümpel und Kinder-Gartenspielzeug und auch zugegebenerweise nicht besonders gepflegt.

Das Problem des Häuschens ist nun allerdings: es steht falschrum. Warum auch immer. Zum Garten hin gibt es diese Ansicht:

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eigentlich die Rückesite!

während die Vorderseite dahinter ist:

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Eingang

Fakt ist: Das Ding müsste mal umgedreht werden. Fakt ist aber auch: Alles auseinanderzubauen und richtig wieder hinzusetzen ist mir nicht nur zu aufwändig, ich habe auch starke Zweifel daran, ob man es nach all den Jahren wieder passend zusammengefügt bekommt.

Da ich ja von Berufs wegen Zugang zu bühnentechnischem Material habe, kam mir dieser Einfall:

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grobe Skizze!

Um das Häuschen ein Traversengerüst gebaut, in der Mitte ein Kettenzug, und das Häuschen am unteren Rand befestigt, angehoben, umgedreht, wieder abgesetzt. Da ich aber noch nie ein solches Haus aufgebaut habe, weiß ich nicht, ob die gewöhnlich am Boden verankert sind? Wenn das einer meiner Leser weiß, bitte aufklären!

Ein vergleichbarer Schuppen wiegt etwa 300-400 kg, das müsste also mit einem 1000 kg-Kettenzug möglich sein. Vielleicht reicht anstelle des Gerüstes auch einfach eine Hilfsstrecke auf zwei Liften, die jeweils 200 kg können.

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Eine Wand ist schonmal gestrichen! Schwedenrot.

Also, hiermit mein Aufruf an die geschätzte Leserschaft:
– wer weiß, ob so ein Gartenhaus verankert ist, und wenn ja, wie?
– wer hat Erfahrungen im Versetzen von Gartenhäusern?
– wäre ein Kran einfacher? Wer hat einen Kran zuhause?
– werde ich nach dem Umdrehen nur noch einen Haufen Schrott haben? (der aber immerhin richtigrum ist)
– hat das Falschrum-Stehen vielleicht auch Vorteile, die mir nicht bekannt sind?
– Wäre es nicht auch möglich, das Haus auf einem Bauschaum-Kissen zu drehen?
– oder an allen Ecken anheben und Rollen druntersetzen?

Ich freue mich auf Eure Ideen 🙂

Schönen Sonntag!

Einen Schuppen umdrehen – Teil II

Vielen Dank, verehrte Leserschaft, für die kreativen Eingebungen – von „Feuerwerksraketen an den vier Ecken anbringen“ über „Metallplatte drunter her treiben“ bis „Loch sägen und zunageln“ war alles dabei. Dass nahezu jeder Vorschlag mit Bauschaum zu tun hatte, werde ich hier nicht weiter kommentieren, sondern allenfalls mit einem strafenden Blick würdigen.

Für alljene, die erst jetzt eingeschaltet haben: wie letzte Woche berichtet, ging es darum, eine vom Vorbesitzer „falschrum“ aufgestelltes Gartenhäuschen umzudrehen, damit die Tür in Richtung Garten zeigt. Tatsächlich ist daraus eine der spektakulärsten Aktionen geworden, die dannwollenwirmal je hervorgebracht hat!

Aber Schritt für Schritt:

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Gute Planung ist alles

Das oben zu sehende Gerüst besteht aus Traversen (Aluminium-Gitterträgern) die man beispielsweise im Bühnenbau einsetzt. Die Hütte hat das Grundmaß von 3m x 3m und eine Höhe von 2,60m. Das Gerüst muss also groß genug sein, um die Hütte darin drehen zu können und auch eine aureichende Höhe für den Hubweg haben. In diesem Fall habe ich dann ein Außenmaß von 5x5m bei einer Höhe von 4,5m gebaut. Tatsächlich kann die Traverse bei 5m Spannweite eine mittige Punktlast von mehr als 1000 kg aufnehmen.

Als Hebezeug habe ich einen Handkettenzug benutzt (weil mir auffiel, dass ich für einen Elektrokettenzug ja eine CEE-„Kraftstrom“-Dose brauche, huch, die habe ich gar nicht? Warum eigentlich nicht?), der ebenfalls für 1000 kg ausgelegt ist. Mit einem O-Ring und vier Anschlagketten, verlängert mit Rundschlingen und diese dann unten um die vier Ecken des Häuschens gelegt, sollte das Ganze dann angehoben werden können. Das Häuschen wiegt etwa 400-500 kg.

Erfolgreich getarnt habe ich das Ganze dann als ausbildungsnahe Tätigkeit (damit hatte ich ja hier schon Erfolg) und Exkurs in Statik und Bühnenbau. Unsere beiden Azubis waren angenehm überrascht und natürlich hochmotiviert zur Stelle.

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Das Gerüst entsteht

Die Seitenwände des Häuschens sind per Kreuzverbindug miteinander verbunden, und genau unterhalb der letzten Bretter habe ich die Rundschlingen angesetzt. Es würde also nur das Haus angehoben, der Boden bliebe liegen.

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Gerüst fertig!

Der Kettenzug wurde nun betätigt und siehe da, tatsächlich-es funktioniert!

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Heureka!

Es schwebt tatsächlich! Die Traverse und das ganze Hebezeugs lächeln nicht mal müde. Einzig die etwas morschen Zierbretter des Dachüberstandes geben hier und da den Geist auf. Aber die wollte ich sowieso neu machen…

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Der Beweis: es schwebt!

Ehrlich gesagt war ich recht überrascht, als das Ding dann plötzlich geschwebt hat. So einfach ist das?

Danach wurde die Hütte vorsichtig um 180° gedreht und dann präzise und zärtlich wieder auf den Boden aufgesetzt. Tatsächlich gab es keinerlei Verankerung oder Fundament, der Boden liegt lose auf Gehwegplatten auf und darauf steht die Hütte, und sie steht einfach durch ihr Eigengewicht. Und jetzt sogar richtigrum.

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Zack-richtig rum!

Bei aller Freude über den geglückten Turnaround macht das Häuschen an sich einen recht kümmerlichen Eindruck (geschätzt zehn Jahre nicht gepflegt); das wird dann das Projekt für nächste Woche: Die Giebelseiten erneuern, Glas für Tür und Fenster habe ich schon bestellt, und dann werden auch die restlichen drei Wände noch schwedenrot gestrichen. Da habe ich übrigens zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Eine Wand hatte ich ja schon gestrichen, die war links, und ist jetzt rechts, also auf der Kompostseite, was mir erspart, in dem Haufen rumzukraxeln und zu pinseln; das hat sich durch die Drehung gleich mal erübrigt 🙂

Nunja, das Rohr für die Regentonne muss noch umgelegt werden, und ein bißchen was blümchenmäßiges noch davor, dann wird schon noch ein hübsches Häuschen draus. Und im Winter mache ich das Fenster auf und verkaufe Glühwein! Bin ja jetzt geübt mit ‚Umdrehungen‘ – Prost!

Hätte sollte müsste könnte

Den nahenden Winter habe ich zum Anlass genommen, das Gartenschuppen-Projekt zum Ende zu führen. Fangen wir mal mit den vorher-nachher-Bildern an:

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vorher…

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…und nachher!

Was ein bißchen Farbe doch ausmacht 🙂 Sag ich ja immer!

Die alte Wetterschutzlasur, oder was davon übrig war, habe ich mit einem Bürstenaufsatz für den Akkukschrauber einigermaßen entfernt. Dann…

(…warte mal-jetzt wo ich die Bilder sehe, merke ich, dass ich die Sprossen im Türfenster falschrum eingesetzt habe! ach Mist!…)

wurden die alten Sprossen in Tür und Fenster vorsichtig entfernt und die Kunststoffscheiben rausgenommen. Die Sprossen habe ich dann einzeln grün gestrichen und auch die Tür, Zarge und Fenster gleich ohne Glas eingegrünt. Bei den Sprossen die vorhandenen Nägel von hinten ein Stück mit dem Hammer rausschlagen, dann kann man das später wieder so einsetzen.

Die neuen Scheiben habe ich mir beim Glaser zuschneiden lassen, das ist tatsächlich sehr unkompliziert und gar nicht so teuer. Es ist einfaches Fensterglas („Float“) in 3mm Stärke. Die Scheiben wurden dann in ein Silikonbett (nicht zu viel nehmen und am besten transparentes) gelegt (vor und hinter das Glas) und die Sprossen dann vorsichtig wieder eingenagelt.

Oben am Giebel wurde dann noch das Holz erneuert und schließlich alles in Schwedenrot gestrichen. Ich habe es ausschließlich mit Schaumwalzen gemacht; die Fugen zwischen den Brettern mit einer schmalen und die Flächen mit einer breiten Rolle. Ehrlicherweise muss man doch noch ein zweites mal drübergehen, aber da kam mir jetzt mal das Wetter in die Quere.

Sowieso fehlt mir noch eine Wand: Vorne hui, hinten pfui. Da muss ich auch noch das Holz erneuern und anstreichen, habe ich auch nicht geschafft. Wo ich doch letzte Woche noch vor schnell-schnell-Werkeln gewarnt habe,wenn auch ‚poetisch‘ und mit Augenzwinkern, habe ich’s nun selbst so gemacht: Renovierungszeit gerade mal ein halber Tag. (OK, die Kinder haben ein bißchen mit gepinselt).

Also HÄTTE man mehr Zeit gehabt WÄRE es vielleicht noch etwas besser geworden und WÄRE es nicht so früh dunkel geworden dann HÄTTE ich nicht mit einem Fluter arbeiten müssen und dann WÄRE der Anstrich noch etwas gleichmäßiger geworden und ja, man MÜSSTE sich tatsächlich etwas mehr Zeit dafür nehmen.

Aber andererseits ist es nur ein Gartenhäuschen, und es kommt ja noch ein zweiter Anstrich und die Rückseite, WÄRE nicht die Zeit so knapp und WÜRDE es nicht gerade regnen und SOLLTE es dann vielleicht mal etwas länger hell bleiben, dann WIRD es wohl demnächst fertig. Cheerio!

Der dannwollenwirmal-Basteltip!

Passend zur weihnachtlichen Gemütlichkeit gibt es heute, ja, Sie haben richtig gelesen, einen Basteltip (oder BasteltipP?) bei dannwollenwirmal! Regelmäßige Leser werden wissen, dass meine Basteltips normalerweise auch immer den Abbruch tragender Teile am Haus beinhalten oder wenigstens eine Mulde Bauschutt verursachen. Dieses Mal allerdings musste ich für mein Töchterchen (4) aktiv werden, und die wünscht sich zu Weihnachten eine Lampe für ihr Bett, also eine Art Leselampe, aber nicht irgendeine, sondern in Form einer Krone, und rosa soll sie sein:

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Original-Ausschnitt Wunschzettel

Die im Versandhandel bestellbaren Lampen waren alle doof oder überteuert. Wobei es ja so ist, dass der Heimwerker den Preis als Argument bemüht, es dann selbst zu machen, und dabei dann etwa die dreifache Summe im Vergleich zum fertigen Produkt ausgibt. So war es natürlich auch bei mir. Egal, es kommt aufs Prinzip an!

Also, wer noch ein Geschenk für ein kleines Prinzesschen braucht, ist herzlich eingeladen, hier mitzubasteln. Man braucht:

– Bohrhammer

– Sperrholzplatte, z.B. 5mm Stärke
– kleines Sammelsurium an Holzresten
– Lack (2 in 1 Lack, in diesem Fall rosa)
– eine Lampenfassung
– ein Leuchtmittel (ich habe LED genommen)
– ein Lochblech oder sowas
– Stichsäge
– Schleifer
– etwas GedulVERDAMMTERMIST!

Theoretisch kann man nach diesem Prinzip auch jede andere beliebige Form basteln, wie eine Star-Wars-Lampe oder eine Bierflaschenlampe oder oder… In diesem Fall habe ich bei Google Bilder nach „Krone Prinzessin“ gesucht und habe zufällig ein Bild der Seite kleine Diva gefunden, dessen Kronenform ich gut fand. Ich hoffe die kleine Diva-Seite ist mir wohlgesonnen und freut sich über die Werbung. Oder ich werde verklagt wegen Bilderklauen und dann zersägen.

(Vielleicht hätte ich vorher mal fragen sollen? Es musste alles so schnell gehen. Und das hier ist ja ein privater Blog. Bin ich kommerziell? Ich glaube nicht.)

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Vorlage

Die Lampe soll also dreidimensional werden: Vorderer Teil mit drei Kronenzacken, hinterer Teil mit zwei, dazwischen Verbindungshölzer und natürlich die Lampenfassung angebracht. Zunächst habe ich das Bild mit Photoshop (keine Werbung! Es gibt natürlich auch andere Bildverarbeitungsprogramme wie Deluxe Paint!) auf zwei DIN-A-4-Seiten vergrößert:

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vergrößern…

…und dann ausgedruckt. Die gedruckte Vorlage wird auf die Sperrholzplatte geklebt und dann mit einem spitzen Bleistift nachgezeichnet, damit sich das im Holz einprägt:

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Schablone auf dem Holz

Die Rillen werden dann per Bleistift nachgezeichnet:

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nachzeichnen

Nun ist das Aussägen dran! Ich habe hier eine Stichsäge mit feinem Sägeblatt benutzt. Den Pendelhub sollte man ausstellen, damit es nicht zu schnell geht und nicht ausfranst. Das ist wirklich eine Geduldsaufgabe. Ich habe es erst mit Schraubzwingen gemacht, aber wenn man die Kronenspitzen zu weit herausstehen lässt, sind die ruckzuck abgebrochen. Und so ist mir am Ende der ersten Form tatsächlich ein Zacken aus der Krone gebrochen:

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Grrrrr!

Dabei musste ich an die Bloggerkollegen denken, die sich wirklich mit Holz auskennen und beispielsweise diese Schwibbögen machen! Der werte Kollege Reschenauer sägt ein Vierteljahr an dem Ding herum! Was ist denn, wenn kurz vorm ersten Advent das Ohr vom Esel oder der Ochsenschwanz abbricht? Ich glaube, ich würde den ganzen Mist hochkant in die Biotonne treten!

Ich habe dann einfach tief durchgeatmet und bin nochmal neu angefangen:

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Sägen, hier noch mit Schraubzwinge

Es hat sich als günstiger erwiesen, mit der Hand zu führen, ähnlich wie beim Laubsägen, und immer dicht an der Kante entlangzusägen. Ab und zu kann man mal ein Loch bohren, um mit dem Sägeblatt an ungünstige Stellen heranzukommen:

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Loch

Irgendwann waren dann beide Formen fertig:

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Oooh! Aaah!

Das Schöne ist ja, dass das Krönchen schon von der Vorlage her sehr organisch und ein wenig verspielt, also nicht besonders gerade und symmetrisch ist. Das erleichtert irgendwie das Sägen. Und: nach dem Sägen kommt das Schleifen! Mit den hier bereits vorgestellten Schleifern war das wieder ein Vergnügen; den Makita Tellerschleifer für die Flächen und die langen Kanten, und die Bosch Primo-Maus für kleine Ecken. Und danach sieht das Gesäge dann auch schon doppelt so gut aus. Jetz mal das Leuchtmittel einpassen:

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Fassung und Leuchtmittel

Ich habe hier ein LED-Leuchmittel gewählt, erstens, weil ich Selbiges in unserer Dunstzabzugshaube eingesetzt habe und begeistert bin vom Output, und zweitens, weil es eben nicht warm wird und die Lampe dann vielleicht nicht sofort in Flammen aufgeht, und drittens, weils Strom spart, und viertens, weil man es idealerweise niemals wechseln muss.

Die Größe der Fassung definiert also ein bißchen den Abstand zwischen den beiden Ebenen, und jetzt schaut man mal in der Holz-Restekiste, was man als Abstandshalter nehmen kann. Ich hatte noch etwas Rundstab von diesem Projekt übrig, habe daraus dann vier Stücke (etwa 7 cm lang) gesägt:

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Rundhölzer als Verbinder zwischen den beiden Platten

Diese werden dann schön aufgeleimt:

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Leimung

und das Ganze dann mit Schraubzwingen verpresst. Man sollte auch hier Geduld haben und nicht zu früh entspannen und daran rumfummeln, dann geht nämlich alles wieder auseinander. Nicht das mir das passiert wäre! *hüstel*

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spannende Angelegenheit

Währenddessen kann man die „Lampenbrücke“ zusammenbauen. Auf ein längeres Brettchen wird ein kleines Brettchen hochkant aufgeleimt (hält nicht) aufgeschraubt. In das kleine Brettchen wird vorher per Forstner-Bohrer ein Loch gebohrt:

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Lampen-Brücke

Das kleine Brettchen wird mit zwei SPAX (na endlich mal wieder Spax!)-Schrauben 3×30 von hinten an dem langen Steg befestigt. Die fertige Brücke wird, ebenfalls mit zwei 3×30-Spax an den beiden unteren Abstandhaltern befestigt:

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Lampenbrücke

In das Loch wird dann die Fassung gesetzt (daher wichtig, eine Fassung für einen Lampenschirm zu kaufen, denn die haben zwei Kunststoffmuttern zur Befestigung!):

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Fassung

Zwischendurch habe ich auch immer schonmal etwas Lack aufgetragen! Den Lack kann man sich im Baumarkt (Hurra) mischen lassen. Natürlich hatte man die kleinste Dose nicht vorrätig (irgendwas ist ja immer), so dass ich die Lackdose für 15,99 € kaufen musste – so viel zum Thema: es wird nachher dann doch teurer als das Fertigprodukt. Nun, vielleicht kann ich ja noch andere Sachen rosa anpinseln, denn für die Lampe braucht man nur gefühlte Nullkommanullnullfünf Milliliter. Oder wenn das hier jemand nachbaut, ich kann den Lack zur Verfügung stellen.

ÜBerteuert fand ich auch das Lochblech, das ich für die Lampenabdeckung benutzt habe. Das hat genau so viel gekostet wie der Lack und so bin ich mit allem drum und dran dann irgendwann bei 45 Euro gelandet. Für’s Kind nur das Beste. Ein Kind kostet, bis es 18 ist, statistisch gesehen rund 120.000 Euro. Kein Wunder, wenn man immer so teure Sachen basteln muss!

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Überteuertes Lochblech

Von dem Lochblech habe ich mit der Blechschere einen Streifen abgeschnitten, der zwischen die beiden Kronenteile passt und diesen, ebenfalls mit 3×30-Spax, an den Rundhölzern angeschraubt. Zum Schluss wurde auch das Blech rosa lackiert und ZACK! Fertig ist die Laube, oder eben die Lampe:

Kronen Lampe
Fertig!

Sie ist natürlich noch nicht richtig fertig (weil richtig fertig ist ja langweilig), sondern bekommt eventuell noch ein, zwei Lackschichten und die Gattin möchte das Ganze noch mit ein paar Glitzersteinchen verzieren. Achja, leuchten tut sie natürlich auch:

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Klick!

Dafür, dass ich Geschenke oft erst auf den letzten Drücker besorge (ich brauche den Zeitdruck, um wirklich kreativ zu werden), bin ich dieses Jahr für meine Verhältnisse recht früh dran und mir fehlen, Stand heute, nur noch zwei Geschenke. Najagut, drei. Eventuell vier. Aber die Lampe ist fertig! Für einen Nicht-Holzwurm ziemlich gut. Und wehe, die gefällt dem Prinzesschen nicht! Dann gibt’s nächstes Jahr ein Schaf aus Bauschaum.

Allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!

 

Der dannwollenwirmal-Jahresrückblick

Statistisch gesehen sind die Zugriffszahlen auf diesen kleinen Anti-Besinnlichkeits-Blog zu Weihnachten immer am niedrigsten. Besonders der Heiligabend sticht hier negativ hervor. Scheinbar brauchen an diesem Tag nur wenige Menschen Ratschläge hinsichtlich Mauerdurchbrüchen und kleinen Sprengarbeiten (wobei das auch sehr schön sein kann, siehe diese Geschichte!)

Also, lieber Leser, wir sind heute absolut unter uns, nur wir beide, und werden mal schön das vorangegangene Jahr Revue passieren lassen.

Anfang des Jahres habe ich mein Dachboden-Ausbauprojekt fertiggestellt. Holladiewaldfee, das hat mich recht lage beschäftigt; rückblickend muss ich sagen: Irgendwie doch alles richtig gemacht. Es sind die beiden schönsten Räume im Haus, und ich hoffe nicht, dass die Kinder so bald auf die Idee kommen, nach dort oben umziehen zu wollen.

Weiter ging’s sofort mit der nächsten Baustelle: Die Stabilisierung eine rissigen Wand mit einem Hilfsfundament, viel Bewehrung, noch mehr Beton und schmissigem Putz. Was daraus geworden ist? Nun, die Wand steht immer noch (wer hätte das gedacht…), ist mittlerweile grün angestrichen und weist keinerlei Risse mehr auf. Hurra!

Neue Spielzeuge gabs auch: Mein Lax 400-Laser erfreut sich ebenso bis heute großer Beliebtheit wie der Mörtelquirl. Beides, und noch viel mehr, habe ich dann im frühen Frühjahr benutzt, um das Badezimmerprojekt „aus zwei mach eins“ umzusetzen. Ein Altbau voller Herausforderungen, mit ganz schön viel Arbeit, aber einem tollen Ergebnis. Das Häuschen ist mittlerweile vermietet und man erfreut sich nahezu täglich an dem schönen Badezimmer. Also wirklich, nur gute Taten dieses Jahr!

Nachdem ich zwischendurch neue Werkzeugkisten gebaut habe, feierten diese gleich Premiere bei einem etwas umfangreicheren Bauprojekts; hier ging’s los mit dem Dachanschluss, weiter mit über 100 m² Trockenbaudecke mit Reibeputz, ein wenig Elektro, etwas Putz und noch so diesem und jenem. Leider konnte ich die Flieserei nicht mehr machen, da im Sommer der Hauptjob erbarmungslos zuschlägt und ich dann kaum noch Zeit finde, die morgendlichen Streifenfundamente im Vorgarten auszuschachten. Das Häuschen ist mittlerweile bewohnt und auch hier erfreut man sich quasi minütlich an den schönen Decken; man munkelt, dass es nächstes Jahr im Obergeschoss weitergeht. Wenn dem so sei, lieber Leser, werden Sie es als erstes erfahren.

Im Sommer gab’s dann neben ein paar Campinggeschichten und dem ersehnten Makita-Radio eine „Sommerpause“ mit Wiederholungen von Klassikern. Nach dem Päuschen ging’s dann auch gleich in die Vollen: Die Renovierung des Treppenhauses stand an, und da wurden wirklich alle Register gezogen: Seit Jahrzehnten verborgene Holzvertäfelungen, Überkopf-Putzarbeiten, Teppichverlegung und ganz viel Pinselei hielten mich doch einige Tage auf Trab, wobei so eine Baustelle mitten im Haus wirklich nicht sonderlich komfortabel ist. Aber auch das Ding ist fertig, und da freue ich mich wirklich, sagen wir, einmal die Woche, wenn ich die neue Treppe hochgehe (also ich gehe da öfters hoch, aber man kann sich ja nicht jedes mal freuen. Oder doch?)

Wenn ich mich dann zwischenzeitlich noch unterfordert fühle, fahre ich irgendwo zum Spachteln hin. Da wurde ja eine Garage zum Büro umgebaut, ein interessantes Projekt, in kurzer Zeit fertiggestellt.

Apropos interessantes Projekt: Ein Highlight war sicherlich die Schuppendrehung bei uns im Garten. Wenn ich das irgendwem erzähle, ernte ich zunächst immer ungläubige Blicke. Aber es geht! Mal eben anheben und umdrehen, das ganze Ding. Fotografisch dokumentiert und mit Fakten untermauert. Der Schuppen ist mittlerweile hübsch gestrichen (wobei, die Rückseite fehlt ehrlicherweise immer noch…) und aufgeräumt. Wie viel Platz da plötzlich drin ist!

Was war noch? Eine (für mich) neue Putztechnik habe ich vorgestellt; danach ging’s dann an ein weiteres Bad-Projekt: In zwei Wochen wurde die 70er-Jahre-Nasszelle in eine Wellnessoase allererstes Güte verwandelt. Bis auf eine kleine Fugenverbesserung gab es auch hier „nix zu meckern“ und die Herrschaften erfreuen sich auch beinahe täglich an dem neuen Badetempel.

Den Jahresabschluss bildete dann die Kronenlampe für meine Tochter, die übrigens tatsächlich sehr gut ankam; von meiner besseren Hälfte wurde sie noch mit Glitzersteinchen aufgehübscht:

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Kronenlampe

Und weil ich einfach nicht aufhören kann, habe ich die Tage vor Weihnachten noch genutzt, um einen Flur (nicht meinen Flur) zu renovieren: Decke abhängen, Wände und Decken mit Reibeputz gemacht (2015 war wohl das Jahr des Reibeputzes, da sind einige Eimer durchgegangen!). Besonders ärgerlich übrigens, wenn noch ein halber Quadratmeter fehlt und man deshalb nochmal zum Baustoffhändler fahren muss. Aber, selber Schuld, irgendwie. Hier noch ein nachher-Foto, leider habe ich vorher vergessen:

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Flur, nachher.

Was bringt das neue Jahr? Nun, Anfang des Jahres soll es wohl in besagtem Obergeschoss weitergehen; bei uns zuhause ist 2016 das Dach geplant, das neu gedeckt werden soll. Idealerweise will ich dann direkt die Fassade machen. Und noch so? Vieles kommt sicher überraschend, so wie dieses Jahr. Ich bin selbst gespannt, welche Herausforderungen noch so warten mögen. dannwollenwirmal wird auf jeden Fall wie gewohnt berichten 🙂 Allen Lesern einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr, mit immer einer Handbreit Bauschaum unter’m Kiel!

 

Astrein!

Eigentlich wäre heute die Holzbalkendecke drangekommen. Und warum da eigentlich Nass-Estrich nichts drin zu suchen hat. Gerade, wo ich da neulich bein Bierchen drüber diskutiert habe. Erstmal stellt man sich – oder ich mich – ja dann selbst in Frage. Ist das wirklich Gang und Gäbe? Habe ich da jetzt eine falsche Einstellung? Dazu später mehr. Gedanklich bin ich seit einigen Tagen in meinen Fensterläden versunken.

Nun, der Dachdecker war da, und wir haben alles besprochen; Anfang März soll es losgehen, wenn dann hier kein Schneetreiben herrscht. Nur bringt es ja so viel mit sich! Ich kann ja nicht die Dachdecker da oben malochen lassen und gleichzeitig hier faul rumsitzen. Also mache ich gleichzeitig die Fassade. Armierungsmörtel, Armierung,  noch ne Schicht, dann Reibeputz (das kann ich ja mittlerweile), vorher alles abkärchern (auch ein schönes Verb), ausbessern, grundieren und so weiter. Also geistig bin ich eigentlich schon fertig. Und dann sollen vorne Fensterläden dran.

Ich habe ja bereits Michas Holzblog verschlungen, nur hat der werte Kollege Maschinen im Wert von zwei Einfamilienhäusern rumstehen und fräst gefühlt jede Leiste aus einem mannsdicken Baumstamm heraus, um sie dann abzufasen, anzuglätten, beizukanten und heimzudübeln. Allein wenn ich sehe, wie dieser Mensch einen Holzflicken macht, versinke ich in tiefstem Respekt, daher an dieser Stelle mal der Hinweis auf Micha und die vielen anderen holzwerkelnden Kollegen in meiner Tellerrand-Sammlung. Stattet denen mal einen Besuch ab, die können wirklich viel und schreiben tolle Blogs.

Nun habe ich mir beim Holzhändler das Holz für die Fensterläden anbieten lassen, und der Spaß kostet in „Kiefer astrein“ knapp 1500 Flocken. Holladiewaldfee, Baby! Holz muss doch nicht unbedingt astfrei sein! Muss das astfrei sein? Sind Fensterläden immer astfrei? Ehrlichweise habe ich da noch nie drauf geachtet. Es gibt auch noch die Variante „astarm“, das ist dann nicht ganz so astrei wie „astrein“, aber immer noch astreiner als astvoll. Oder so. Ich habe mir das dann vor Ort angeschaut und zumindest für die Rahmenteile schon eine schöne Alternative aus Konstruktionsholz gefunden. Da sind noch nicht mal Löcher drin, nur in der Maserung sieht man einzelne aufeinandertreffende Linien, die auf einen Ast hindeuten. So what? Davon abgesehen wird das Ganze ja sowieso lackiert (warte mal, wenn erstmal Farbe drauf ist! Hier also auch.) Allerdings, die Leisten für die Lamellen, das wird tatsächlich schwierig. Achja, so soll das Ganze aussehen:

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Planung ist alles!

 

Die Rahmenteile sind irgendwas bei 40×80, oder eben 20×80 doppelt, und die Lamellenn haben so 10×70, und letzteres ist wirklich selten, meistens astfrei, und dann auch ziemlich teuer. Man kann auch ein dickeres Holz auftrennen. Aber mit meiner Kappsäge wird das doch nichts. Oder mit der Stichsäge, hoho. Die Fensterläden sehen nachher aus wie beim Hundertwasser-Haus, nur ungewollt.

Und dann die Holzverbindungen. Ich brauche eine Flachdübelfräse. Und für die Rahmenverbindungen am Besten eine Dominofräse! Oder ich muss eine Verzapfung herausarbeiten. Für die ganzen Kanten und den konstruktiven Holzschutz brauche ich eine Oberfräse. Das habe ich alles nicht, weil Holz eigentlich nie mein Lieblingswerkstoff war.

Vor etwa zehn Jahren, vielleicht ist es auch noch länger her, haben wir eine Küche von Ikea gekauft, und das Eckregal, designmäßig ein absolut elementarer Teil, war nicht lieferbar. Also habe ich bei einer kleinen Möbeltischlerei im Nachbarort angefragt, ob die mir nicht so ein Regal bauen können. Und die haben gesagt: „Bau dir das doch selber“. Und so durfte ich dort hinfahren, und ein paar Tage lang in der Werkstatt dieses Regal bauen. Man hat mir gezeigt, wie das geht mit dem Fasen und Hobeln und Raspeln und Feilen, ich durfte die Werkzeuge und Maschinen benutzen, habe das Ding dreimal lackiert oder so, und später wurde es dann tatsächlich ein traumhaftes Eckregal, sieht 1:1 aus wie der Rest der Küche, und es hängt heute noch da. Eine Geschichte, die zu Tränen rührt, oder? Und an eben diese Tischlerei musste ich nun wieder denken,  ich habe denen mal gemailt, ob sie Lust haben auf einen Praktikanten. Das wäre ja auch was Schönes für diesen Blog, gell?

Achja, Till T. aus H. war so lieb, mir ein Nachher-Bild zu schicken, von der Decke von letzter Woche, man erinnere sich, da war ich zu schwach für das Nachher-Bild, als ich weinend und zitternd vom Hof gekrochen bin. Hier ist es aber nun, tatata-taaa:

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Nachher-Nachtrag

 

Da kann man nur sagen, wow! Der Maler hat das Ganze mit einem Vlies gespachtelt, das muss dann wohl SOWAS in der Art sein. Sorgt wohl von sich aus für richtig glatte Oberflächen, ohne hundertmal zu schleifen und nachzuspachteln. Das Vlies wird in breiten Bahnen auf- und übergespachtelt. Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Noch was in eigener Sache: Im oberen Bereich der Blogseite gibt es jetzt die Seite „Projekte“. Hier habe ich mal alle, oder sagen wir viele der Projekte zusammengefasst, die ich bisher so vorgestellt habe. Mittlerweile wird es sonst nämlich etwas unübersichtlich hier, immerhin sind schon rund 125 Beiträge zusammengekommen, und Unterhaltung ist ja eine Sache, aber wenn man was Brauchbares sucht, ist man bei den Projekten schon ganz gut aufgehoben. Letztendlich sind es aber nur Sammlungen bestehender Artikel.

Achja, wenn ich die Zeit hätte, und nicht so fest im Berufsleben verankert wäre, würde ich mal ein Jahr lang Praktika machen. Jeweils vier Wochen beim Verputzer, beim Maurer, beim Maler, Dachdecker, vielleicht noch Zimmermann, Estrichleger sowieso, Tischler, wie gesagt, hmm… naja und zwischendurch immer vier Wochen Urlaub. Die Erholung darf man da ja auch nicht vernachlässigen. Ich glaube, da würde ich wohl einiges lernen.

Also, der Fahrplan: Trockenbaudecke beim Kollegen fertigmachen. Hier über Holzbalkendecken und Estrich philosophieren. Danach Fensterläden bauen, mit Tischlerei oder ohne. Dann schnitz ich sie mir halt aus Bauschaum. Dann ist ja schon bald März und die Dachdecker kommen! Nebenbei die Fassade machen. Wahrscheinlich nachts mit Flutlicht. Und irgendwann im April soll das alles fertig sein? Kann ich mir noch nicht vorstellen. Noch liegt hier Schnee, die Decke ist noch gar nicht beplankt, die Fensterläden existieren nur im Computer und der Fassadenputz bröckelt vor sich hin. Und noch kein Wort zur Holzbalkendecke hier!

Ach, da dreh ich mich doch nochmal um und drücke SNOOZE, die Heimwerker-Schlummertaste. Nur noch ein kleines Momentchen einkuscheln in der eigenen Wohlfühlzone und alles nochmal überlegen (überlegen kommt ja auch von liegen) und gründlich planen. Vielleicht kommt ja jemand vorbei, der das alles macht und kann und wenn ich dann im Frühjahr wieder aus meinem Winterschlaf erwache, ist alles fertig.

Was für eine Schreckensvorstellung! Nee, nee, da rühr ich doch lieber schonmal irgendeinen Mörtel an.

 

 

Zähne putzen, Pipi machen.

Huch, ich bin spät dran heute. Umso schöner, lieber Leser, dass wenigstens Sie halbwegs pünktlich hier sind. Dann legen Sie doch mal die Füße hoch und rühren den Sonntagskaffe nochmal um.

Ich wollte ja schon letzte Woche von der Holzbalkendecke erzählen. Diese bis in die 60er Jahre durchaus übliche Form der Decke begegnet einem regelmäßig in der Altbausanierung, und viele Menschen haben – unnötigerweise – eine Abschau dagegen. Spätestens wenn sie, aus welchem Grund auch immer, den Putz an einer Stelle entfernen und dann die Schilfrohrmatte herausschaut, hört man panische Schreie: „Herrgott, hier ist ja noch Stroh drunter! Die Decke muss ja Jahrhunderte alt sein! Schnell, alles rausreißen!“

Doch eins nach dem anderen. Zum Aufbau einer solchen Decke habe ich ein Bild gemalt, und wie es treue Leser gewohnt sind, natürlich mit der Buntstiftsammlung eines ausgewählten Kindes, heute meiner Tochter (4):

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Aufbau einer Holzbalkendecke

Die Balkenlage ist fest mit dem Haus verbunden, liegt also auf den Außenwänden und tragenden Innenwänden auf. Daher lohnt sich vor dem Entfernen einer Innenwand stets der Blick auf die Balkenlage. Wenn diese quer zu der betreffenden Wand verläuft, ist diese aller Wahrscheinlichkeit nach tragend. Unter die Balkenlage sind grobe Bretter genagelt, der sogenannte Blindboden, eben weil man ihn nicht sieht. Hat man eine sehr alte Decke, dienen möglicherweise bereits diese Bretter (in grob und ungehobelt) als Putzträger. Später hat man dann allerdings einen Putzträger, meist aus Schilfrohrmatten, aufgebracht. Darauf wurde dann geputzt.

Eine Abwandlung davon ist die Gipsplatte, so einen Fall habe ich gerade, dazu später mehr. Hier wurde dann aus Rationalitätsgründen nur noch etwa alle 70-80 cm ein Brett unter die Balken genagelt und daran dann Gipsplatten befestigt. Das geht schneller als mit den vielen Brettern und man braucht nicht Verputzen. Will man daran allerdings irgendwas befestigen, muss man schon die Hilfsbretter suchen.

Die Zwischenräume der Balken sind mit einer Schüttung ausgefüllt, die einerseits ein wenig Schallschutz gewährleisten sollte, vor allem aber die Schwingung der Balken dämpft. Hier wurde meistens Schlacke benutzt, denn die ist durch die Hitzebehandlung entsprechend keimfrei, nicht dass irgendwann das Unkraut aus dem Fußboden wächst.

Auf den Balken wurde klassisch, und wir sprechen hier erstmal über die klassische Decke, ein Dielenboden verlegt. Meist handelt es sich hier um einfachen Rauspund, auf den dann später der eigentliche Bodenbelag aufgebracht wird.

Dieser Dielenboden ist nach meinem Dafürhalten der ideale Bestandteil einer Holzbalkendecke. Speziell ab der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ist man davon abgerückt und hat große Spanplatten oder Gipsplatten draufgelegt, weil das schneller geht und billiger ist. Bei meinen Eltern im Haus wurde in den 70ern eine Holzbalkendecke eingebaut, die mit großen Spanplatten (ich schätze 2,60 x 70 oder so, in rund 40 mm Stärke, ohne jetzt nachgemessen zu haben) belegt wurde. Das ganze Ding knackt, knarzt und ächzt bei jedem Schritt. Beim Ausbau meines damaligen Jugendzimmers hat der Tischler dann diesen Raum, wegen des Knackens, vollflächig mit ESB-Platte quer ausgelegt und verschraubt. Ergebnis: es knackt noch genau so wie vorher.

Zum Vergleich: Bei meinem Dachbodenausbau haben wir den vorhandenen Rauspundboden genau so drin gelassen und quer dazu Holzdielen verlegt. Um hier ein Knacken wahrzunehmen, muss man schon gewaltig die Ohren spitzen. Der Fußboden federt nicht und gibt nicht nach (auch ein Problem von großformatigen Platten) und ist absolut geräuscharm.

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Estrich auf Holzbalkendecke

Immer wieder begegnet einem eine mit Beton bzw. Estrich ausgefüllte Decke. Auch bei unserem Bad im Obergeschoss ist ein Teil vom Vorbesitzer mit Estrich ausgegossen worden. Vorab: Wenn er einmal drin ist und vielleicht auch seit Jahrzehnten hält, gibt es keinen Grund, ihn zu entfernen. Konstruktiv passt er aber nicht schlüssig zum System Holzbalkendecke. Wenn ich meinen Hof neu pflastern will, mache ich das ja auch nicht mit Glasplatten. Geht bestimmt irgendwie, passt aber konstruktiv nicht. Die Holzbalkendecke neigt immer zum Durchbiegen, der Estrich mag das nicht so gerne. Kein Estrichleger der Welt wird eine Gewährleistung dafür übernehmen wollen. Und wenn es (zurecht) kein Profi machen möchte, fangen die Leute an, selbst damit rumzuschmieren. Oben im Bild sieht man dann das Ergebnis in Form von diversen Rissen. Naja, da sieht man wenigstens, wo die Balken laufen.

Nicht ganz außer Acht zu lassen ist übrigens auch der Gewichtsaspekt. Denn zusätzlich zu den normalen Verkehrslasten und dem Gewicht der sich ohnehin schon in der Decke befindlichen Schlacke kommt nun auch noch der Estrich dazu, bzw. wird ja meist sogar der Dielenboden entfernt und der Beton zwischen die Balken geschüttet, mit allen Höhenausgleichen kann da schonmal eine Stärke von 10 cm entstehen, das bringt dann locker 200-250 kg pro m² auf die Waage. Was wohl der Statiker dazu sagt?

Zusammengefasst würde ich also immer zum Dielenboden raten. Trockenestrich (Rigidur & Co.) ist hier und da eine gangbare Alternative, schmiegt sich aber nicht so schön ins Konstrukt ein wie einzeln verschraubte Dielenbretter. Ich bin großer Freund davon, bei der Altbausanierung behutsam vorzugehen, nicht alles Alte zu verteufeln, abzureißen und zu verkleiden und traditionelle Bauweisen auch traditionell zu belassen bzw. diesen Zustand wiederherzustellen.

Das als Wort zum Sonntag.

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Neues Werkzeug!

Ab und zu werde ich und mein Blog von lieben Menschen gesponsort, in diesem Fall von der Seite trockenbauspezialist.de, die mir dieses schöne Stanley-Messer geschickt haben, obendrein gab’s noch einen Spachtel, der passt nicht nur von der Breite genau über eine Variofuge, sondern hat an der Rückseite auch noch einen Kreuzschraubendreher, um den ‚Klassiker‘, die nicht weit genug eingedrehte Schraube, an der man beim Spachteln hängenbleibt, nachzudrehen. Das Teil hat gute Chancen, meinen heißgeliebten, aber mittlerweile auch etwas in die Jahre gekommenen alten Spachtel abzulösen.

Das Stanley-Messer ist, glaube ich, tatsächlich das offizielle Trockenbaumesser. Im Griff sind Ersatzklingen untergebracht, der Klingenwechsel geht quasi per Knopfdruck ohne Geschraube, und es liegt schon sehr gut in der Hand.

Die Website lädt definitv zum Stöbern ein und ist eine schicke Zusammenstellung von den richtigen Werkzeugen (irgendwelche Werkzeuge kann man ja überall kaufen), hat nur einen Nachteil: Sie weckt Begehrlichkeiten! Dies ist noch schön, und das ist ja praktisch, und sowas wollte ich ja schon immer mal…

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Direktbefestiger an Holzbalkendecke

Zum Schluss noch der Stand der Dinge auf der aktuellen Baustelle: Die Bereits bei der Gruseldecke benutzten Direktbefestiger „Click-Fix“ habe ich hier an einer Holzbalkendecke mit besagter Gipsplatte anstatt Blindboden eingesetzt. Hat man die Hilfsbretter gefunden, kann man die Befestiger auch gut befestigen. In einem anderen Raum habe ich die vorhandene Lattung genutzt und dort dann nur CD-Profile angebracht:

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CD-Profile auf Lattung

In Raum drei musste der Aufbau noch flacher sein als mit Metallprofilen möglich, da habe ich dann die klassischen Schalungsbretter in 20mm Stärke benutzt:

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Schalungsbretter als Unterkonstruktion

Im Moment habe ich etwa 1,7 von 3 Räumen fertig beplankt, und nächste Woche erfolgt dann wohl der Rest. Mit dem neuen Messer geht das ja alles fast wie von selbst. Und aufs Spachteln freue ich mich ja erst! Das wird ein Spaß!

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Raum eins, in fertig beplankt.

Eigentlich wollte ich noch dies und das erzählen, aber nun ist das Internet schon wieder voll. So ein Ärger! Dann muss das wohl bis nächste Woche warten. Ich geh jetzt mal die Buntstifte wieder einräumen, nicht dass ich noch Ärger vom Prinzesschen kriege. Cheerio!

 

 

 

 

Das Herz sagt ja

Während sich meine Stirn beim Suchbegriff der Woche: „kann eine rauhfasertapete übergespachtelt werden“ in tiefe Sorgenfalten legt, verarbeite ich mit der anderen Gehirnhälfte noch den Besuch des Putzexperten, denn wie letzte Woche erwähnt, hat die Firma Laier mir freundlicherweise einen Außendienstmitarbeiter geschickt, der sich das zu sanierende Fassadenobjekt dann besah.

Mich erfüllt dabei mit innerer Wärme, dass ich scheinbar mittlerweile auf einem Level angekommen bin, bei dem Experten nicht mehr die Händer überm Kopf zusammenschlagenund oh-oh-oh schreien. Ich habe dem freundlichen Menschen meinen Plan erläutert und er ist nicht lachend und schreiend ums Haus gelaufen. Meine geplante Vorgehensweise entspricht also tatsächlich ziemlich genau dem Idealzustand, und am Ende des Gesprächs waren wir beide guter Dinge, dass das bestimmt alles gut werden würde. Gleichzeitig war die Unterredung im Hinblick auf einige Detaillösungen und Anregungen hilfreich, die mich zu folgenden, kleinen Planänderungen und -optimierungen veranlasst haben:

So werde ich die Überarbeitung des Sockels auf später verschieben. Erstens braucht man dafür kein Gerüst, und Gerüstzeit kostet bekanntlich Geld, zweitens ist ja irgendwo weit hinten auf meiner 2Do-Liste die Trockenlegung und Drainage der Kellerwände, und bei der Gelegenheit kann man den Sockel dann auch direkt richtig machen. Empfohlen wurde mir dann ein Flexschnitt (sozusagen ein nachträglicher Kellenschnitt) zwischen altem Sockel und neuer Putzfassade, um die beiden Teile voneinander zu entkoppeln. Der vorhandene Putz wird also bis auf das Grundmauerwerk oberhalb des Sockels eingeschnitten.

Es gibt auch noch einen etwas besseren Klebe- und Armierungsmörtel für die Sanierung von Altputzen, der nennt sich Renovierputz mit Fasern, den werde ich dann mal nehmen. Und es reicht auch tatsächlich eine Schicht (Zahnkellenauftrag-Gewebe-Glattspachteln). Als Anschlussprofile für Innenkanten (Also Unterkante zum Sockel, Kanten an Gesimsen, Vorsprüngen und zum Dach hin) nehme ich ein PVC-Abschlussprofil; für Übergänge zu Fenstern eine PVC-Anputzleiste. Wie das alles aussieht und funktioniert, sehe ich dann, wenn das bei mir auf den Hof gekippt wird; irgendwo werde ich die Sachen schon hinkleben?! werde ich natürlich hier gewohnt fachkundig und reich bebildert vorstellen.

Ich frage mich, wann das Gerüst kommt? Wird das alles plötzlich losgehen oder mir vorher angekündigt? Vermutlich komme ich eines Tages von der Arbeit nach Hause und die ganze Bude ist eingerüstet. Dann kommt hektische Panik auf, denn dann muss es ja losgehen! Nebenbei ein ängstlicher Blick aufs Wetter, so hat mir der Fachberater auch schöne Horrorstories erzählt, wenn es bei einem frischen Reibeputz dann richtig anfängt zu regnen, dann läuft der ganze Schlamassel schön die Wand runter und der Dekoputz dekoriert dann allenfalls die Grasnarbe. Und der derzeitige Wetterbericht sagt ja tatsächlich Regenschauer und Schneeregen voraus. Brrrr!

Während es also draußen nicht besonders frühlingshaft ist, widme ich mich solange eben den Holzarbeiten, denn nebenbei müssen ja auch die Fensterläden gemacht werden. Heute habe ich nun schonmal das Holz geholt:

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Muss ich ja nur noch zusammenbauen!

 

Ich erwartete eine unfassbare Menge Spezialleisten und Kubikmeterweise astarmes, nachsortiertes Irgendwas, aber wie immer, wenn man meint, total viel bestellt zu haben, ist die dann sichtbare Menge doch eher enttäuschend. Als ich damals die Sachen für meinen Dachbodenausbau bestellt hatte, befürchtete ich, das die ganze Straße von vorn bis hinten beidseitig vollgestellt wird. Es kam dann – gefühlt – ein Häufchen Bauplatten und ein Sack Spachtel. Aber Arbeit ist es ja trotzdem genug, nur kompakt verpackt!

Apropos Arbeit: Um vorher alle anderen Baustellen schön abhaken zu können, habe ich in der letzten Woche zum Beispiel zwei Türen lackiert (nicht bei mir, sondern bei einer Bekannten), die vorher mit einer Furnier-Folie bezogen waren. Ganz klassisch mit Spachteln, Rollen, Zwischenschleifen, Rollen, Zwischenschleifen und so weiter. Die sind auch wirklich hübsch geworden und ich wünschte, ich hätte meine eigenen damals auch so sorgsam aufgearbeitet. Guckt sich aber weg.

Die zweite Baustelle war das Verputzen von nochmal um die 80 m² Trockenbaudecke mit dem schon oben erwähnten Reibeputz. Und die hätte ich auch schon abgehakt, wenn ich genug Putz bestellt hätte und der letzte Eimer auf den letzten Quadratmetern nicht immer leerer geworden wäre. Also muss ich wohl nochmal hin, wenn die neue Putzbestellung da ist. Habe mich auch extra hübsch gemacht:

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Durchhalten, Putzer!

Was war noch? Neu im Tellerrand ist übrigens der Blog vom Nagelhersteller Bierbach. Neben wissenswertem zu Nägeln, Schrauben und wie es hinter den Kulissen einer Nagelmacherei so zugeht, gibt es auch ein paar Filmchen, wie Nägel hergestellt werden. Interessant und einen Klick wert!

Ach, und soll ich mir nun eine Oberfräse kaufen für das Fensterladenprojekt? Oder doch lieber leihen? Wobei, mal eine selbst zu haben wär schon auch schön. Aber benutzt man sie oft genug, so dass es sich lohnt?

Hmm, mal sehen…mein Kopf sagt nein. Das Konto sagt natürlich auch nein. Meine Frau Mein Herz sagt ja.

Ich hätte gerne Entscheidungshilfen, liebe Leser!

Also dann – bis nächste Woche! Ob mit oder ohne Oberfräse, ich werde hier sein! Salü!

 

Der Binford-Laden

In der Serie „Hör‘ mal wer da hämmert“ (im Original Home Improvement) gibt es einen Werkzeugladen namens Harrys Eisenwaren (Harry’s Hardware), in dem es neben diversen Eisenwaren auch jede Menge Werkzeug von Binford zu kaufen gibt. Und was soll ich sagen, ich habe exakt diesen Laden bei uns in Ostwestfalen gefunden. Doch dazu später mehr.

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Sägerei

Das Fensterladen-Projekt geht tatsächlich gut voran. In einer tagesfüllenden Aktion habe ich acht Doppelzentner Holzleisten und Rahmenholz gesägt. Die Leisten (11×68, siehe Bild oben) werden die Lamellen, aus dem Rahmenholz (26×93) werden, große Überraschung, die Rahmen gebaut. Eine Lage ist mit 26mm Stärke etwas knapp, um dort Lamellen einzusetzen, daher wird der Rahmen doppellagig, wobei jeweils ein langes und ein etwas kürzeres Stück zusammengeleimt werden, daraus ergibt sich dann nachher die Eckverbindung gerades Eckblatt, das ich dann noch zusätzlich verdübeln werde, nein, kein Bauschaum.

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Rahmenteile verleimen: Vertikale Stücke in lang…

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…horizontale Stücke in kurz.

Das Holz für Rahmen und Lamellen ist bereits werksseitig gefast, so dass ich zumindest die Lamellen an den Kanten nicht weiter bearbeiten muss. In einer weiteren Tagesaktion habe ich dann das Ganze erfolgreich verleimt, indem ich alles an Zwingen zusammengekratzt habe:

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Pressen!

Der Plan für das Wochenende war nun, die nötigen Fräsungen zu machen. Wie bereits letzte Woche angedeutet, überlegte ich dazu die Anschaffung entsprechender Werkzeuge, aber Freitag habe ich es nicht mehr geschafft und es blieb nur noch der Samstag, und Samstags haben die meisten ordentlichen Werkzeugläden geschlossen, und dann ist da ja noch diese lästige Baumarkt-Allergie (wobei ich dieses mal kurz davor war!). Ich habe mich also schlaugegoogelt und einen Laden gefunden, der nicht nur fast BINFORD heißt, sondern dessen Firmenlogo auch die gleiche Schriftart wie BINFORD hat, und der auch noch Samstags offen ist! Das kann doch kein Zufall sein!

Ich bin also hingefahren. Vor dem Laden wurde, ja tatsächlich, es wurde gegrillt. Ein Pavillon war aufgestellt, ein unfassbar großer Smoker von Weber-Grill verrichtete seinen Dienst und Männer mit Werkzeuggürteln aßen um halb neun die dritte Bratwurst. Der Laden selbst ist eine 1:1-Kopie von Harry’s Binford-Shop. Es waren ausschließlich Kerle mit Werkzeuggürteln und O-Armen darin. Die einzige Frau sorgte für Nachschub am Grillstand. Es gab einen großen Tresen, dahinter Harry, vielleicht auch noch Scotty und Mitch. Vor dem Tresen Al aus Tooltime, Benny und weitere flanellhemdentragende, O-armige Werkzeuggürtelträger. Was O-Arme sind? Nun, es gibt Arme, die einfach vom Körper runterhängen, und es gibt Arme, die stets angespannt sind (sagt man nicht auch Rasiermesser unter den Achseln?), vielleicht auch deshalb, weil der Werkzeuggürtel ein einfaches Herunterhängenlassen nicht zulässt. Und: es sieht immer nach Übermacht und Tatendrang aus! Auch ich werde angesichts des gewaltigen Eindrucks versuchen, mir diese Körperhaltung in den nächsten Wochen anzutrainieren.

Drei(!) Verkäufer in Binford-Westen kamen auf mich zu, ich wählte den kräftigsten und verlangte nach Beratung hinsichtlich einer Oberfräse und einer Flachdübelfräse. Mit der Flachdübelfräse wollte ich Lamello-Verbindungen (diese kleinen, ovalen Holzplättchen zum Einleimen) herstellen, die die Lamellen mit den Rahmen verbinden sollen. Die Oberfräse wollte ich zum Abrunden der Rahmenkanten und zum Fräsen einer Schräge auf den oberen Rahmenkanten als konstruktiven Holzschutz, sprich, damit das Wasser besser abfließt. Das zeige ich noch im Detail und Bild, wenn es soweit ist. Der Binford-Mann stellte mir ein Angebot zusammen, bei dem ich nicht nein sagen konnte.

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Die Binford OF 1010

Und diese Oberfräse ist es geworden: die Binford OF-1010. Sie hat einen Verbrennermotor mit 10 PS. Ich hatte zunächst ja mit der Binford OF-1400 geliebäugelt, die war mir aber dann für meine filigranen Arbeiten doch zu teuer groß und mit 1400 PS auch etwas zu kräftig. Ich habe mit der 1010 nun schon einige Probefräsungen gemacht und kann mich über zu wenig Leistung weiß Gott nicht beschweren.

Durch das eingesparte Geld konnte ich mir nun noch eine Flachdübelfräse zulegen, die Binford PJ-7000. Ich hatte erst etwas Angst, dass mir eine Flachdübelfräse die feinen Lamellen zerfetzt oder dass ich nicht mehr genug „Futter“ an den Dübelrändern habe, aber es funktionierte tatsächlich ideal und ich habe alle Lamellen sauber gefräst bekommen. Dazu habe ich mir diese Hilfskonstruktion mit Werkstückfixierung und Mittenmarkierung gebastelt:

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Fräs-Schlitten

Damit habe ich es geschafft, eine Lamelle beidseitig in 14 Sekunden zu fräsen. Nicht zuletzt natürlich auch dank des Zweitakter-Motors der Binford PJ-7000 mit immerhin 70 kW. Oder so.

Die Maschine läuft tatsächlich sehr präzise, es gibt keine Ausrisse und der Schlitz ist auch wirklich nur so breit und hoch, wie man ihn für den entsprechenden Dübel braucht, in meinem Fall Größe 0 (47x4mm). An einem Verstellrad neben dem Vergaser kann man die Dübelgrößen einstellen, und je nach Größe taucht das runde Sägeblatt dann mehr oder weniger tief ins Holz ein und erzeugt dann auch einen breiteren und tieferen Schlitz. Sie ist allerdings tatsächlich relativ laut.

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Lamellen für Lamellos

Als Gegenstücke habe ich dann noch Fräsungen in den Rahmen gemacht. Dazu habe ich immer zwei Rahmen-Pärchen gemeinsam markiert (ok, nicht immer. Beim ersten mal habe ich es einzeln gemacht und die sind auch nix geworden. Aber bisher der einzige Ausschuss!), zunächst die Abstände der Lamellen eingezeichnet und dann mit der Schmiege die Winkel von 30° markiert:

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Winkel anzeichnen

Die Flachdübelfräse hat einen Abstand von 10mm zwischen Bodenplatten und Sägeblatt, das muss man dann beim Anzeichnen berücksichtigen. Sowieso habe ich mit allen Geräten vorher umfangreiche Probefräsungen an Resthölzern gemacht, um nicht direkt alles zu versauen.

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Die Binford PJ-7000 in ihrem Element!

Ich habe erst mit einer Art Schablone experimentiert, die Schlitze lassen sich aber tatsächlich gut „freihand“ fräsen, wenn die Markierungen vernünftig sind. Der Vorteil von Lamellos ist, dass man die Stücke durch die Dübelform immer noch ein bißchen hin- und herschieben kann. Der Nachteil ist, dass die Maschine allein schon wegen der 70 PS nach etwa zwei bis drei Fräsungen nachgetankt werden und dann wieder mit dem Starterseil angerissen werden muss. Dafür habe ich nun immer einen Kanister handelsübliches Binford-Zweitaktgemisch an der Werkbank stehen.

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Voilà!

Ich habe nun alle Flachdübel-Fräsungen komplett; als nächstes stehen dann die Oberfräsenarbeiten an und dann muss ich das Zeug eigentlich nur noch zusammenleimen (das wird wahrscheinlich das Schlimmste!)

Was war noch? Achja: Wer jetzt selber Lust auf Werkeln und Grillen bekommen hat: Die Firma Binford SPAX veranstaltet einen „Grill & Chill“ – Contest, das fand ich nun doch so interessant, dass es hier kurz Erwähnung finden sollte: Es treten zehn Teams gegeneinander an, und es zählt, den schönsten Grillplatz aus Holz zu bauen. Alle teilnehmenden Teams (2-8 Personen) bekommen Spax-Produkte gratis und einen toom-Gutschein über 300 Euro; das Siegerteam bekommt 1000,- € und eine Grillparty gesponsort. Also, wer möchte, bewerben unter grillandchill.spax.com.

Ich würde auch mitmachen, hätte ich nicht gerade neuntausend andere Sachen zu tun. Denn nicht nur die Fensterläden wollen verleimt werden, nein, Montag kommt auch das Gerüst und dann geht’s bald los mit der Fassade. Die Ereignisse überschlagen sich bei dannwollenwirmal!

So, ich will nun noch schnell einen Kübel Mörtel anrühren, und dann…warum? Nun, ehrlich gesagt sind 70 PS auch nicht so leicht in der Hand zu halten und so ist mir die Binford-PJ 7000 beim Nutfräsen abgehauen und hat eine saubere Nut in die Kellerwand gefräst. Bis ich sie wieder einfangen konnte, hat sie rund viereinhalb Meter geschafft, dann war der Sprit alle. Muss ich nur kurz wieder zuschmieren. Mach ich dann, ähhh, sobald ich mich wieder reintraue, in die Werkstatt. Denn, ja, wie soll ich sagen, die Binford OF-1010 ist mir bei eingerastetem Anschalter vom Tisch gesprungen und sie wirbelt nun wie ein Derwisch auf dem Werkstattboden herum; ich habe es noch geschafft, zu flüchten und die Tür zuzuschlagen, es rumort und poltert aber immer noch, doch auch da müsste bald mal der Tank leer sein. Schätze, ich werde dann mal nach dem Estrich schauen müssen. Die nächsten Fräsungen werde ich dann mit zwei Leuten machen, um die Kraft der Maschine zu halten. Ist eben eine echte Binford!

Und bis es soweit ist, schnall‘ ich mir den Werkzeuggürtel um, ziehe die Arme hoch, fahre zu Harry’s Binford-Laden in Werste und probiere mal so ne Wurst vom Smoker. Mahlzeit!

 

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Sanostol

Das Fassadenprojekt geht in die heiße Phase! Nach einer Woche Trocknungszeit (wenn’s nicht fertig wird, ich kann nix dafür! Muss ja alles immer ewig trocknen! Ach, wären wir doch bei Zuhause im Glück!) hat der gute M. aus B. mir Anfang der Woche unter die Arme gegriffen und das ganze Haus in ein Mäntelchen aus Putzgrund gehüllt. Darauf bin ich nun mit dem Reibeputz angefangen, und die Motivation steigt! Wenn’s schön wird (und so bleibt!), macht’s ja auch Spaß. Und dieses ist ja nun die letzte Schicht, na Gottseidank.

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Faschen-Anzeichner: Selfmade.

Um die Fenster herum und an den Gesimsen möchte ich, historisch korrekt, Faschen einarbeiten. Das sind Streifen um diese Öffnungen, die nicht den strukturierten Reibputz haben, sondern glatt sind. Ich hatte erst überlegt, dort dann einfach den Unterputz stehen zu lassen und den weiß anzustreichen, aber mich dann doch für den Faschenputz entschieden. Dazu später mehr. Zunächst muss das Ganze angezeichnet werden; die Faschen werden alle 7 cm breit, daher ein einfaches Tool, das die Linie der Laibung in 7 cm Abstand kopiert (siehe Bild). Der klassische Weg, gerade bei dicken Putzen, ist das Ausmessen mit einer Wasserwaage und dann per Brett abdecken. Da frage ich mich dann aber immer, wenn das Fenster schief ist, und der Faschenrand gerade – sieht dat aus?

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Abkleben

Anstatt Brett habe ich bei meinem Reibeputz mit einem PVC-Klebeband („Putzerband“) abgeklebt und den Putz bis auf die Bandkante aufgetragen und mit dem Reibebrett strukturiert. Das Band wird dann direkt danach abgezogen, also wenn der Putz noch feucht ist. Der Putz stellt sich dann an der Stelle ein wenig auf, so dass sich eine klare Kante ergibt:

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Voilà!

Auf diese Fasche und in der Laibung sowie auf der Fensterbank wird nun der Faschenputz aufgetragen. Dessen Körnung geht gegen 0, während der Reibeputz 1,5mm Korn hat. Den Faschenputz nehme ich auch für den Traufkasten. Er wird mit der Traufel scharf aufgezogen, wenn sich bei diesem Vorgang noch kleine Grate zeigen, ist noch zuviel Material auf der Fläche; dann so lange abziehen, bis alles glatt ist.

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Faschenputz

Das ist schon Handwerkskunst, man braucht etwas Geduld und Muße dafür, aber wenn es fertig ist, sieht’s schon ziemlich gut aus. (Und jetzt darf ich wohl auch mal ein bißchen stolz sein dass ich das kann! Ätsch!) Im Gegensatz zu den großen Reibeputzflächen, bei denen man viel schafft (Momentane Zeit: Etwa 8 Minuten pro m²), halten die Feinheiten etwas auf. Insgesamt geht es aber flott voran, und ich fühle mich voll im (strammen) Zeitplan.

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Fertige Putzfläche mit Faschenstreifen

Die Dachziegel sind nun auch geliefert („Ach, sie wollten gar nicht Anthrazit? Dann muss ich nochmal schnell umbestellen…!“) und die Dachdecker müssen ’nur‘ noch decken UND DAS VERDAMMTE LOCH ZUMACHEN.

Und nebenbei läuft ja auch noch das Fensterladen-Projekt! Denn die müssen idealerweise auch dran, wenn das Gerüst noch steht. Und so habe ich heute den ersten verleimt und verzwingt. Die ganzen Lamellen einzufädeln, ist ein schönes Geduldsspiel; jeder, der schonmal ein Gitterbettchen zusammengebaut hat, wird das kennen.

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Fensterladen-Verleimung

Mein Trick ist folgender:
1. Die Lamellen an einer Seite schonmal inkl. Lamello verleimen
2. Eine Schiene/Latte/irgendwas in der Mitte drunterlegen, damit nicht ständig was runterfällt
3. oben anfangen und die erste Lamelle locker reinsetzen, mit einer langen Zwinge etwas fixieren
4. den freien Schenkel des Rahmens öffnen und am unteren Ende ebenfalls eine lange Zwinge setzen
5. Jetzt eine Lamelle nach der anderen einsetzen und die untere Zwinge jedes mal ein paar Millimeter schließen

Wenn jetzt noch alle Lamellen genau gleich lang gewesen wären… ach, ist schon ok. Wenn erstmal Farbe drauf ist…

Nebenbei habe ich mir noch Gedanken zur Befestigung gemacht, weil das Mauerwerk hier erfahrungsgemäß dafür eher mäßig ist; ich werde da wohl mal Dübel mit Injektionsmörtel ausprobieren (hier). Die gibt es eigentlich im System mit entsprechenden Ankern, aber ich habe ja Kloben für die Läden. Vielleicht Bohren, Loch saubermachen, Injektionsmörtel, Dübel reinstecken, aushärten lassen, Kloben rein? Wenn schonmal jemand sowas gemacht hat, freue ich mich über Erfahrungsberichte.

Und sonst? Ist schon schön, wenn das alles bald fertig ist. Das Haus ist umgeben von Abdeckvließ, Gerüst, Staub und Dreck. Die Fenster sind mit blauer Schutzfolie bezogen, und wir führen daher seit Wochen ein blaues Leben. Die Kinder kriegen schon Sanostol wegen des fehlenden Tageslichts, der Katze fällt das Fell aus und die Milch schmeckt irgendwie nach Fisch. Das meiste Tageslicht (abgesehen von draußen, ach ja, da kann man ja auch hin! Ach nee, prasselt ja der Putz auf’n Kopp!) fällt momentan in die Kellerräume, weil die keine Fensterschutzfolie haben.

Da geh ich jetzt auch wieder hin und baue noch einen Fensterladen, oder mache mir ne schöne Flasche Sanostol auf. Prost!

 

Türkis?!

Was für eine Woche! Sanostol ist wohl auch aufputschend? Auf jeden Fall habe ich reichlich geschafft, denn mich ereilte leichte Panik, als die Dachdecker großspurig mitteilten, sie würden diese Woche fertig. Vor meinem inneren Auge sah ich mich schon am letzten Gerüststiel hängen und irgendwas pinseln, während die Gerüstbauer um mich herum schon alles wegfegen. Aber das Wetter hat den Gesellen einen Strich durch die Rechnung gemacht (ohnehin kam mir das schon recht ambitioniert vor), so dass das Gerüst noch die kommende Woche stehen bleibt und ich „in Ruhe“ fertig werden kann.

Apropos fertig: Das Kapitel Putz ist abgeschlossen! Heureka! Über 200 m² Reibeputz, das hält ähnlich fit wie Sanostol mit Broccolisaft und gibt Oberarme wie, hier, bei dem einen aus dem Fernsehen.

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Stand der Dachdecker: Nur noch hier vorne! Hui, schon ganz schön weit…

Die Dachdecker haben alles durchgedeckt und legen dann die Dachfenster nachher wieder frei, scheinbar macht man das so:

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Hier waren mal Dachfenster

Auch die Kehle wurde nun schön nachgeschnitten:

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Dachkehle

Eine kleine Planänderung gab es mit den letzte Woche erwähnten Faschen. Der weiße Faschenputz ist zwar wirklich sehr edel, aber sobald man zwei Meter entfernt steht, sieht alles weiß-in-weiß aus. Also überlegte ich mir, den Faschenputz nur noch für die Unterseite des Traufkastens zu nehmen und die Faschen um die Fenster im Grundputz stehen zu lassen (damit sind sie auch tiefer und damit plastischer) und diesen dann hellgrau zu streichen:

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Faschen-Fashion

Eigentlich ist mir das grau noch eine Spur zu dunkel, ich hätte es gern noch heller gehabt (zum Thema Farbe später mehr), was meint ihr, liebe Leser?

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Tricksereri für scharfe Farbkanten auf Rauhputz

Wie man eine scharfe Farbkante auf Rauhputz erhält, habe ich mir zusammengegoogelt: Der Rand des Abklebebands wird in der Grundfarbe (hier: weiß) gestrichen, so dass die Farbe den Rand abdeckt und die Löcher des Rauhputzes verschlossen werden. Nach dem Trocknen wird dann die eigentliche Farbe (hier: grau) aufgetragen und das Band entfernt. Hat tatsächlich auch hervorragend einigermaßen geklappt.

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Abdecken mit Fassadenspachtel

Oben am Gesims habe ich eine Kante, die ich dann während des Streichens mit einem Fassadenspachtel abgedeckt habe. Geht im Knick sehr gut und spart das meterlange abkleben. Bei geraden Flächen ist das auf Rauhputz allerdings nix.

Eine Seite habe ich nun fast fertig gestrichen, drei kommen noch. Der Reibeputz selbst muss übrigens nicht nochmal extra gestrichen werden.

Das Parallelprojekt Fensterläden habe ich diese Woche etwas intensiviert, denn die müssen ja auch dran, bevor das Gerüst weg kommt; zumindest die oberen! Also war ich im Keller und habe fleißig geleimt:

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Lamello-Dübel in den Rahmenteilen

Der Lamello-Dübel ist dafür übrigens Fluch und Segen zugleich. Durch die Bauform kann man geleimte Teile ja immer noch ein wenig verschieben, das heißt bei 25 Lamellen pro Fensterladen aber auch, dass jede Lamelle immer noch ein bis zwei Zentimeter verschieblich ist. Ich habe dann die Zwingen gesetzt und jede Lamelle mit einem Hämmerchen in die richtige Position gebracht. Bei den 200 Lamellen sind aber tatsächlich nicht alle ganz perfekt geworden, beim Lackieren habe ich schon zwei, drei gesehen, die hätten noch ein paar Millimeter gerückt werden können. Ach egal, wenn erstmal Farbe drauf ist…

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Eckverbindung: Zur Verstärkung ebenfalls Lamello-Dübel

Apropos Farbe! Da war ich doch im örtlichen Malergroßhandel (hatte ich hier schonmal erwähnt) um mir die Farbe anmischen zu lassen. Vor längerer Zeit hatte ich für gar-nicht-so-wenig-Geld ein Musterheft dort gekauft, und die Farbgestaltungsfachbeauftragte in Person meiner Gattin hat die Farben ausgesucht. Ein helles grau für die Faschen, ein dunkleres für den Sockel und die Fensterläden in einem Moosgrün, mit dem bei uns alles mögliche von der Haustür über das Treppengeländer bis zu allen Nebentüren gestrichen ist. MOOS-GRÜN. Nummer durchgegeben, nächsten Tag abgeholt, Eimer aufgemacht, dachte noch: das sieht aber nicht danach aus? Naja, wenn es trocknet, wird’s schon passen…:

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ARGGHH

Aber was ist das? Auch nach umfangreicher Trocknung bleibt einer sattes Türkis. Ich will keine Fensterläden in Türkis! Will nicht, will nicht! Ich sortiere doch nicht wochenlang Lamellen im Keller damit das Haus danach aussieht wie Disneyland! Solche Fensterläden haben vielleicht Barbie und Ken oder die Schlümpfe! (Wobei, nicht mal die!)

Montag bringe ich den Pott da wieder hin, so viel ist sicher. Da fährt man extra zum Fachhandel weil man’s besonders gut meint, und dann sowas! Das grau ist ja eigentlich auch zu dunkel. Naja, das sind Nuancen zwischen Papierdruck und Farbe. Aber das türkis hat mit Mossgrün ja nun mal so gar nichts zu tun.

Also gut, lieber Profi-Handel, ihr habt es nicht anders gewollt! Dann fahr ich halt zum BAUMARKT! Und kaufe nen Eimer Mossgrün. Kostet wahrscheinlich nur die Hälfte, deckt besser und sieht vor allem nicht aus wie ein Kaubonbon. Also nix gegen die Farbe, wenn jetzt jemand die gerne mag, ok (meine Mutter würde es lieben!), aber die Fensterläden hatte ich mir einfach anders vorgestellt, nämlich so:

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AAAAHHH!

Da ist das Ding! MOOS-GRÜN!

Übrigens vorher grundiert mit Imprägniergrund und dann mit Kompressor und Spritzpistole lackiert. Ging ganz hervorragend! Das Ganze hängend, damit ich nicht so viel Trocknungs- und Umdrehzeit habe. So kann ich am ersten Tag grundieren und am zweiten komplett lackieren. Die kleine Stelle, an der der Laden hängt, wird dann vor Ort nachgepinselt.

Zum Bau war mir übrigens ein Elektrohobel der Firma Defort sehr hilfreich, den ich zu Testzwecken erhalten habe. Es handelt sich um den DEP 900-R, ein 900W-Gerät, das gar nicht so schrecklich teuer ist und wirklich gut arbeitet:

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Defort DEP 900-R

Das Gerät schnurrt präzsie über das Holz, außerdem hat es noch eine Nut, so dass man Kanten fasen kann:

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Hobelmesser

Am erstaunlichsten fand ich die Packungsbeilagen: Messer als Ersatzteile, ja sogar Erstzkohlen für den Motor waren dabei, sowas hatte ich tatsächlich noch nie gesehen. Also, nachhaltiges und gelungenes Produkt, hierfür eine Empfehlung und den dannwollenwirmal-Stempel!

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Komfortable Tiefeneinstellung mit großem Handrad

Irgendwann waren die Läden dann fertig, auch in der richtigen Farbe, dann kommt noch das Band dran:

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Band dran: Hier mal zum Test. Bißchen was ausklinken und befestigen mit Spax 4×25. Die haben das Holz auch ohne Vorbohren heile gelassen. Brave Schräubchen 🙂

und schließlich die Befestigung an der Wand. Ich hatte beinahe Panikzustände beim Gedanken daran, denn nichts ist schlimmer, als wochenlang diese Teile zu bauen und sich dann vorzustellen, dass sie an der Wand schief aussehen. Oder dass man sich verbohrt und ich die ganze Fassade, achwas das ganze Haus nochmal neu verputzen muss. Also habe ich extraviel nachgedacht und mir eine genaue Zeichnung (mit Herummessen am fertigen Objekt) gemacht, die Bohrlöcher mit Laser und Wasserwaage vermessen, angezeichnet, nochmal nachgeprüft und mich dann irgendwann getraut zu bohren. Puh. Auch über die Dübel habe ich mir ja ausführlich Gedanken gemacht; tatsächlich habe ich jetzt relativ normale Dübel genommen (Zebra Shark von Würth) aber als Besonderheit (zumindest für mich) die Bohrlöcher richtig gereinigt:

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Bohrloch reinigen

Dafür habe ich im Wechsel mehrfach mit oben zu sehendem Bohrlochreiniger und Kompressor mit Pistole den Bohrstaub ausgiebig entfernt, ehrlich gesagt habe ich das so gewissenhaft noch nie gemacht, aber tatsächlich auch bisher unterschätzt, was für einen Gewinn das bringt! Dazu muss man wissen, dass unsere Hauswände (Baujahr 1926) im Grunde wenig dübelfreundlich sind und das Aufhängen eines Regals schon eine schweißtreibende Aktion sein kann. Hier allerdings: Mit dem gereinigten Loch hat der Dübel nicht mitgedreht und die eingeschraubten Kloben halten so fest, dass ich mich auch selbst dranhängen könnte. Also, wieder was gelernt. Und nun eingehängt. Passt?

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Passt!

Aber sowas von! Passt genau wie geplant, sitzt gerade und sieht Granate aus. Im Bild zu sehen auch der Feststeller „Frauenkopf“, heißt wirklich so. Die vier oberen habe ich nun dran (zwei gehen leider nicht auf weil da noch die Gerüstanker sind), und die unteren sind für kommende Woche geplant, wobei die notfalls ja auch ohne Gerüst anzubringen wären.

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Der optische Genuss ist noch ein wenig verbaut…

Was war noch? In einem kurzen Moment der Unterforderung habe ich noch den Grundputz mit Armierung auf der Garage gemacht (nun, das war tatsächlich geplant), so dass da auch nächste Woche Putzgrund und Reibeputz drauf kann und sich das Gebäude dann harmonisch ins Gesamtensemble einschmiegt.

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Garage

Wow, das war schon verdammt viel für eine Woche! Man sieht also, die Ereignisse überschlagen sich und ich komme kaum mit dem Schreiben hinterher. Nächste Woche soll’s dann fertig sein, aber Montag muss ich erstmal zwei Eimer Türkis beim Tunkendealer durch den Laden feuern. Der soll sich schonmal warm anziehen!

 

Hello Kitty

Immer diese Entscheidungen! Das kaputte Kellerfenster gegen ein neues ersetzen oder nur die Scheibe tauschen? Die Entscheidung ging dann doch relativ schnell. Alle Kellerfenster sind rote Holzfenster, und eines soll nun so ein steriles Kunststoffimitat werden? Außerdem sind die alten nicht ganz dicht, also jedenfalls nicht zu hundert Prozent. Und ein gewisser Luftaustausch hat alten, ja nie ganz trockenen Kellern noch nicht geschadet. Also bin ich mal unter die Behelfsglaser gegangen.

Das Glas habe ich mir zuschneiden lassen, das macht der örtliche Glaser, einfaches Fensterglas in 4mm. Um historisch korrekt zu arbeiten, habe ich es mit Fensterkitt eingefasst und eben nicht mit Silikon oder anderer Mumpe hantiert. Bauschaum, werte Bauschaumfreunde, ist auch hier, ähnlich wie bei Abwasser- Elektro- und Häkelarbeiten, keine Option.

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vorher
Zur Kitterei gibt es ganz tolle Werkzeuge, da ich aber nicht vorhabe, das regelmäßig zu machen, habe ich meinen Stechbeitelsatz genutzt, beispielsweise um die alten Fensterreste und den Kitt zu entfernen. Der dürfte da wohl schon so 90 Jahre drin gewesen sein. Steinhart, hält bestens und weitestgehend rissfrei. Das hätte Silikon wohl nach der Zeit nicht mitgemacht.

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Entfernen des alten Kittes und der Glasreste

Ist der Kitt rundherum abgetragen, wird die Falz gesäubert, ich habe zudem das Ganze angeschliffen, denn das Fenster erhält bei der Gelegenheit ein neues Farbkleid.

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Fenster schleifen

Die Tropfkante, oben im Bild, war ziemlich angegriffen, da ist eine Erneuerung schon sinnvoll. Das Fenster ist halt an der Seite, und man macht ja doch immer nur nach vorne alles schön. Vorne hui, hinten pfui! Wird Zeit, dass sich das ändert!

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Falz-Schliff um letzte Kittreste zu entfernen

Die Falz und die kleinen Ecken habe ich mit der Bosch Primo geschliffen. So konnten letzte Kittreste abgetragen werden. Danach nun einmal die Scheibe einlegen (Handschuhe!) um zu schauen, ob sie passt oder ob man wat-bei-wechflexen muss.

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Kitt!

Das ist nun der Kitt! Was ist überhaupt Kitt? In der Fernsehserie Knight Rider Kitt gibt es als Dichtungsmittel schon seit 1700irgendwas, er besteht aus Kreide und Leinöl, wird aber heutzutage eigentlich nur noch für historische Arbeiten, Ausbesserungen, Reparaturen oder eben klassisches Einsetzen von Einfachglas in Holzrahmen verwendet.

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Kittbett für die Falz

Wichtig ist, dass der Kitt auch auf der späteren Innenseite ist, die Scheibe also in einem Kittbett liegt. Hierzu habe ich kleine Würste geformt (Kitt vorher sehr gut durchkneten!) und sie auf dem Scheibenrand verteilt. Man kann sie alledings auch direkt in die Fensteralz legen. Dann wird die Scheibe eingesetzt:

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Glas im Kittbett

Wenn Lücken auftreten, kann man noch etwas Kitt von außen nachstopfen. Nun wird das Ganze gedreht und der überschüssige Kitt per Stechbeitel (oder Kittmesser) abgetragen:

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Überschüssiger Kitt wird abgetragen

Das Fenster wird dann gedreht und man widmet sich der Außenseite. Hier habe ich die Scheibe mit ein paar Nägelchen fixiert. Da soll es ja richtige Glasernägel geben; also eine mehrfach perforierte Stange, so dass man von außen hämmern kann? Die Frau von der Glaserfirma wusste nix davon, ich werde bei Gelegenheit mal den Nagelspezi Bierbach fragen. Ich habe mich dann mit kleinen Nägeln beholfen, und habe zärtlich mit einem Stechbeitel dazwischen geklöppelt. Die Scheibe hat auch überlebt!

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ting-ting-ting

Das wäre ja auch eine grauenhafte Vorstellung; da schmiert man stundenlang mit dem Kitt rum und durch eine unachtsame Bewegung zerspringt alles in tausend Teile. Ist aber zum Glück nicht passiert.

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Glas, genagelt.

Nun formt man etwas dickere Würste und drückt sie kräftig in die Kante zwischen Glas und Rahmen. Mit einem Kittmesser (oder in meinem Fall Stechbeitel) wird es dann schräg hübsch abgezogen. Wenn der Kitt dabei bröselt, ist er nicht genug durchgeknetet. Das Abziehen erfordert etwas Übung, aber für mein erstes mal ist es gar nicht mal so gut geworden.

Naja, es ist okay:

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…nachher!

So, und nun dachte ich, ich kann das Fenster direkt wieder einsetzen: Pustekuchen! Um Kitt überstreichen zu können, muss man mehrere Jahre Wochen warten. Mit traditioneller Leinölfarbe nach einer Woche, mit Kunstharzlack kann es schonmal 4-6 Wochen dauern. Aber vielleicht setze ich den Flügel schonmal ein, wenn der Kitt einigermaßen hart ist, und nehme ihn dann zum Streichen nochmal raus. Nach ein, zwei Tagen hat sich übrigens an der Konsistenz noch nicht viel geändert; Kitt trocknet tatsächlich recht langsam.

Als nächstes steht dann noch ein weiteres Kellerfenster an, dass bereits seit dem Hauskauf ein Löchlein hatte. Mal sehen, ob ich meine Kitt-Skilss noch weiter ausbauen kann. Und wenn das Zeug nach sechs Wochen immer noch nicht trocken ist, kratz ich alles wieder raus und nehme doch Bauschaum. Der ist nämlich nach zehn Minuten trocken! So! Und wenn da erstmal Farbe drauf ist, sieht das doch kein Mensch mehr…

 

 

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Boykott!

Da gibt es ja wirklich einige Poolexperten in meiner Leserschaft; danke für Eure Tips! Ich habe den von Hans befolgt: Den Algenklitsch in den FP-100-Sprühvogel füllen und dann den Schuppen in algengrün tünchen. Ja, ich mache dann Bilder.

Naja, erstmal habe ich mir aber dann doch eine Tauchpumpe geliehen:

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Tauchpumpe

Was soll eigentlich dieser Schwimmschalter? Schreit der nicht geradezu danach, manipuliert zu werden? Damit der tatsächlich oben schwimmt, muss das Wasser ja schon fast einen Meter tief sein. Ich sehe diese Dinger immer nur hochgebunden oder anderweitig fixiert. (An dieser Tauchpumpe ist übrigens auch ein Kabelbinder…)

Eigentlich habe ich mich aber gar nicht so viel mit dem Pool beschäftigt, denn es war wieder Fensterzeit. Und da ich ja nicht nur gute Tips von den Lesern bekomme, sondern manchmal sogar Werkzeug, habe ich heute dieses Kästchen ausprobiert:

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Glaserwerkzeug

Der gute Tom hat mir eine hübsche Sammlung von Kittmessern, Glasschneidern und sonstigen Glaserutensilien geliehen, also bin ich endlich das zweite noch zu erneuernde Fenster angegangen:

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vorher

So sah es vorher aus. Jaaaa, das Loch habe ich mit Dämmstreifen vom Trockenbau geflickt! Darf ich nicht auch mal pfuschen?! Ich sehe Eure vorwurfsvollen Blicke genau!

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Aushaumesser

Zur Kittentfernung habe ich mir dann ein Aushaumesser aus der Schatulle genommen, damit ging der alte Kitt gut raus und nach dem Anschleifen konnte dieser dann erneuert werden. In der Schatulle habe ich auch dieses nützliche Ding gefunden:

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nützliches Ding

Ehrlich gesagt weiß ich nicht genau, wie es heißt, aber damit lässt sich der Kitt hervorragend in die Falz drücken (letztes mal habe ich ja noch Knetwürste geformt, das geht so aber deutlich eleganter!). Danach habe ich ein abgerundetes Kittmesser gewählt:

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Aushaumesser, Dingsbums, Kittmesser

Damit konnte ich den Kitt dann wunderbar glatt ziehen, und wenn man sich bemüht, in der Spur zu bleiben, ist das Ergebnis doch recht ansehnlich:

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Noch nicht perfekt, aber schon ganz gut. Und wenn erstmal Farbe drauf ist…

Es macht auch so viel Spaß, weil es so ursprünglich ist. So hat man das vor hundert Jahren auch gemacht, und auch als das Haus gebaut wurde, ist das wohl genau so abgelaufen. Traditionelles bauen und handwerken ist wirklich großartig, nur sieht man kaum noch jemanden, der das macht? Warum wird alles Alte verkleidet, weggerissen und versteckt? Wann habe ich das letzte mal überhaupt jemanden etwas altes anstreichen sehen? (Höchstens mal nen Zaun, okay…). Achja, und warum ist das Alte, das ‚traditionell gebaute‘ so langlebig und werthaltig? Ich denke, weil es damals noch keine Baumärkte gab. Das ganze Pfusch-Schmier-Silikon-Bauschaum-und-Mumpe-Verkleidungs-Warenangebot gab es einfach noch nicht. Man ist zum Fachhandel geritten gefahren, hat sich dort beraten lassen (da wusste man schonmal wie es geht) und hat dann noch Qualität gekauft. Oder man hat es eben jemanden machen lassen, der das Zeug dazu hat (materiell und geistig). Die Quote von Schimmelbildung, Dämmschäden oder wegfliegenden Doppelstegplatten-im-Silikonbett ist seit der Eröffnung der ersten Obi-Filiale sprunghaft angestiegen.

Soviel zu meiner These, doch ich schweife ab.

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Anstreichen

Das vor Wochen gekittete Fenster konnte ich nun auch endlich anstreichen, es dauert etwa sechs Wochen, bis der Kitt so trocken ist, dass er gestrichen werden kann (mit Leinölfarbe geht es schneller, hatte ich aber grad nicht).

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Wie neu!

Das jetzt gekittete Fenster habe ich schonmal eingesetzt, ich wollte nicht nochmal sechs Wochen ein Brett in die Öffnung tönstern. So hatte ich es bei dem anderen Fenster gemacht und trotz gut gemeinter Verkeilung ist das Brett zwei mal rausgefallen, jeweils unter gigantischem Geschepper und natürlich auch immer nachts. Also wird das frisch gekittete Fenster einfach wieder reingesetzt und dann in 6 Wochen nochmal rausgenommen zum Streichen. Bei der Gelegenheit habe ich auch die vorderen Fenster noch gesäubert, gestrichen und an einigen Stellen den Kitt erneuert.

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Geht auch: Fenster mit frischem Kitt eingesetzt

Der Kitt ist nun (fast) alle, ich habe schönes Werkzeug ausprobiert, sogar der Pool ist leer und ich fühle mich nach ‚was geschafft‘. Und jetzt werde ich die Baumärkte boykottieren (wobei, ich war heute in einem. Aber nur ganz kurz!!!)

Baumarkt-Boykott geht so: Auf die Terrasse setzen, Füße hochlegen, Arme hinterm Kopf verschränken, den Vögeln beim zwitschern zuhören. Und währenddessen nicht zu einem Baumarkt fahren. Wer macht mit?

 

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Wer guckt drauf?

Während mich der Suchbegriff der Woche „Risse in den Wänden wer guckt drauf?“ nur kurz hat aufhorchen lassen (Platz 2: „mit acryl teppich kleben“, Platz 3: „geht das fermacell Platte kleben auf wandfliesen?“) habe ich mein bereits letzte Woche angedrohtes Projekt „Werkstatt-Hinterseite erneuern“ gestartet. Besagte Hinterseite ist tatsächlich relativ marode, allerdings hatte das bisher eher D-Priorität, denn „sieht ja sowieso keiner“ oder wie oben: „wer guckt drauf?“ Aber im Moment sind ja nunmal Bosch-MultiCutter-Testwochen (wie letzte Woche berichtet, hat mir Bosch dieses Gerät zur Verfügung gestellt, aber nun muss ich auch was dafür tun!), und so habe ich mir vorgenommen, dieses Projekt ausschließlich mit diesem einen Werkzeug durchzuführen! Okay, ich habe dann gemerkt, dass das Ding nicht schrauben kann, also vielleicht noch ein Akkuschrauber dazu. Und die Werkzeuge, die ich halt standardmäßig immer bei filigranen Arbeiten benötige (Rüttelplatte, Minibagger, Abrissbirne).

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Zur Erinnerung: Darum geht es!

Apropos filigran: zunächst habe ich den alten Fensterkitt mit dem Holz- und Metall-Sägeaufsatz herausgeschnitten. Wohlgemerkt am intakten Glas, und tatsächlich haben auch alle drei Scheiben überlebt. Die kleinen Glasernägel konnte ich mit dem selben Aufsatz abschneiden. Das Geschwindigkeitsrädchen war dabei auf zwei bis drei gestellt. Dabei geht es bis acht! Damit kann man dann wahrscheinlich Panzer aufsägen. Ist dann aber auch ziemlich laut.

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Mittelholm abtrennen – Nägel sind kein Problem für den Holz/Metallaufsatz

Als die Scheiben raus waren, habe ich die Falze noch schön gesäubert, das geht ebenfalls mit dem Sägewerkzeug, es gibt aber auch mit Hartmetall beschichtete Aufsätze, die zum Mörtel entfernen (z.B. defekte Fliesen ausschneiden) gedacht sind und in verschiedenen Formen daher kommen. Die fand ich dann ideal zum entfernen des restlichen Kittbetts und zum Abtragen einiger Altlasten (Reibeputz vom Fassadenprojekt) auf der Holzfensterbank.

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Falze säubern mit dem Mörtelentfernungsaufsatz

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Den Aufsatz gibt es auch dreieckig, rechteckig und rund mit Spitze

 

Wie man sieht, ist ein Teil des Rahmens morsch geworden, ich möchte aber nicht den ganzen Rahmen tauschen, weil der seit 90 Jahren mit Mauerwerk, Fenster und Erdkern verbunden ist, also habe ich mit einem schmalen Holzsägeaufsatz die schadhafte Stelle ausgesägt und das Rahmenholz sogar in der Stärke sauber halbieren können. Das passende Austauschsstück wurde dann eingesetzt und wird mit Holzkitt noch schön angepasst. Dazu wurden die Übergänge mit dem Schleifaufsatz angefast. Diesen habe ich dann auch gleich zum Abschleifen bzw. Anschleifen des Altanstrichs genutzt; das ist ein Deltaschleifer-Aufsatz, der mit dem üblichen Schleifpapier bestückt wird.

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Morsches Rahmenteil

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In Länge, Breite aber auch Tiefe aussägen…

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…und neues Teil anfasen und einpassen.

 

Zwischen Fensterbank und Fenster war noch eine alte Silikonfuge, die habe ich mit dem Messeraufsatz sauber rausgeschnitten bekommen. Auch das geht elegant und präzise, da werde ich wohl bei der nächsten Fugensanierung auch auf dieses Tool zurückgreifen.

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Silikonfuge ausschneiden

Wir fassen zusammen: Jahrhunderte alten Kitt sauber rausschneiden ohne Scherbeninferno; Nägel absägen; Holz ausschneiden, Lack abschleifen, Silikonfugen ausschneiden – Check. Alles ein Werkzeug, Aufsatzwechsel dauert drei Sekunden, einzig die Hände fühlen sich nach drei Stunden herum-Cutten etwas kribbelig an. Aber das gibt sich bestimmt bald wieder hunsd ich gkhann auhjjj shonn wuidwer gantzz gutg tippppennn!

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Aufsätze lassen sich in fast beliebigen Winkeln montieren

Was folgt jetzt? Nächste Woche wird der Rest hübsch aufgearbeitet – Glas gereinigt und neu eingekittet, Holz neu lackiert, Anschlussfugen erneuert, und dann ist das Ding wieder regendicht und tatsächlich ein Schmuckstück, wenn, ja wenn da mal jemand drauf gucken würde. Guck ich halt selber drauf, ätsch.

Apropos gucken, weitere potenzielle Suchbegriffe wären da noch:

„Deckenlampe mit Bauschaum festgemacht wer guckt drauf?“
„Türsturz runtergekommen wer guckt drauf?“
oder „Steckdose falsch angeklemmt wer guckt drauf?“

Mal sehen wann die kommen! Also, fröhliches draufgucken! Oder mal druntergucken. Am Besten mal dahintergucken. Bis nächste Woche!

Bewegte Bilder

Unverhofft kommt oft, und so bin ich , eh ich’s mich versehe, direkt im nächsten Projekt. Das hatte ich doch für den Herbst geplant? Ups, ist ja schon Herbst. Kommt ja genau so plötzlich wie Weihnachten!

Für die Zweiwochenbadfamilie trage ich nämlich zur Verschönerung des Wohnraums bei und hänge in drei Räumen die Decken in Trockenbauweise ab. Das passiert mit Direktabhängern, wie ich es hier im Blog schonmal erklärt habe (finde die Stelle grad nicht, sonst würde ich es verlinken!), also im Grunde keine große Sache. Etwas speziell wird die Verkleidung einer vorhandenen Dachbodentreppe, aber da habe ich schon eine schöne Idee, die ich demnächst hier in gewohnt charmanter Manier erläutern werde.

Es sind immer noch Bosch-Multitool-Testwochen (das Werkzeug wurde von Bosch zur Verfügung gestellt) und so habe ich das kleine blaue Teufelchen mitgenommen um zu schauen, ob es mir nützlich sein kann, und siehe da: Erwartungsgemäß habe ich es tatsächlich ständig im Einsatz gehabt.

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Türöffnung vergrößern: es wird gesägt! Oder gecuttet?!

In dem Haus (Ständerbauweise) sollte eine vorhandene Türöffnung verbreitert und bis zur Decke gezogen werden. Dazu müssen die Wand-Gipsplatten aufgeschnitten werden; einmal, um die Öffnung zu vergößern, aber auch um erstmal eine Probeöffnung zu machen, damit man sich ein Bild vom Ständerwerk machen und entscheiden kann, wie weit man überhaupt öffnen kann. So gab es auf der linken Türseite eine Begrenzung, weil der nächste Steher zu weit weg ist. Rechts konnte aber um gut 20 cm verbreitert werden.

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Hartnäckige Schrauben werden vom Multicutter gekappt

Den Bosch Multicutter habe ich dann für das Schneiden der Gipsplatten verwendet (Sägeaufsatz Holz), übrigens relativ staubarm im Gegensatz zu sich drehenden Werkzeugen; weiterhin aber auch für Metallteile, zum Beispiel eine festsitzende Schraube der Türzarge, oder zum auftrennen der geklammerten Wandteile.

Über der Türöffnung liegt ein Deckenbalken, und damit die abgehängt Decke später übergangslos von den Flur ins Wohnzimmer durchgeht, musste ich von diesem unten einen Streifen wegnehmen (natürlich statisch abgeklärt!). Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich das mit meiner Säbelsäge gemacht habe, von der ich ja im Grunde auch begeistert bin, wo einem aber bei längeren Schnitten vor lauter Rüttelei das Schultergelenk auskugelt oder es zu multiplen inneren Verletzungen kommt. Eine Tauchsäge ist mir dafür zu unhandlich, eine Stichsäge wenig geeignet. Daher habe ich auch hier den Bosch gewählt und den Balkenstreifen segmentweise abgetragen. Und dazu, täterätääää, das offiziell erste dannwollenwirmal-VIDEO.

Passend dazu gibt’s nun auch einen dannwollenwirmal-Youtube-Channel. Wie intensiv ich das wirklich hier einbaue, muss ich mal sehen. Eigentlich bin ich eher ein Freund des geschriebenen Wortes und werde daher die Filmerei nicht übertreiben (mal abgesehen davon, dass ich gar keine Ahnung von dem Ganzen habe), aber manche Dinge, wie den segmentsweise dröppelnden Balken, kann man eben nur im bewegten Bild zeigen. Also, werte Leser: vorsichtshalber mal den Youtube-Kanal abonnieren, teilen, liken und was macht sonst noch so damit machen kann, dann werde ich bald Klickmillionär und kaufe mir einen Kameramann, oder so.

In Häusern in Holzständerbauweise („Fertighäuser“) liegen übrigens die Elektroleitungen in Balkennähe auch gerne mal direkt hinter der Gipsplatte. Daher muss man besonders vorsichtig sein, wenn man mit dem Multicutter (oder einem anderen Werkzeug) dort hineinsägt. Nicht dass mir das passiert wäre! Ich sag’s ja nur.

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Direktabhänger abschneiden

Ist das nicht ein cooles Foto? Man sieht hier das Abschneiden der Direktabhänger im Bereich der späteren Dachbodentreppenabdeckung (schönes Wort für Scrabble). Normal werden die Direktabhänger gar nicht abgeschnitten, sondern nur nach oben gebogen, aber hier ist die Seite der Luke und von daher mussten die Überstände da mal weg.

Nächste Woche geht es weiter mit den Decken, mein Werkstattprojekt rückt daher ein klein wenig nach hinten, aber da habe ich schon den ersten Anstrich gemacht, jetzt geht’s erstmal umd das Einkitten der Fensterscheiben, aber das habe ich hier ja auch schon ausführlich gezeigt.

Zum Schluss noch ein Aufruf an die Youtube-affinen Leser: Bitte mal um ein paar Tips: was muss ich noch beachten, für das zweite Video? Welche Schnittsoftware empfielt sich? Was gibt es noch für Ratschläge? Jetzt mal raus mit der Sprache! Ich zeige Euch hier schließlich auch jede Woche, wie man das Haus unbewohnbar macht! 🙂

 

 

 

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Der dannwollenwirmal-Jahresrückblick

Da sind wir wieder, und selbst an Neujahr bin ich mir nicht zu schade, mich zum Rechner zu schleppen und der werten Leserschaft ein paar Zeilen zu hinterlassen, wenn auch etwas später als sonst, aber irgendwann muss man ja auch mal schlafen! Oder so.

Wir schalten die schwülstige Geigenmusik an und stellen uns vorm inneren Auge Feuerwerk und vorübergleitendes Werkzeug in Zeitlupe vor, denn hier ist er wieder, der dannwollenwirmal-Jahresrückblick: Meine diesjährigen Baustellen und was daraus geworden ist, und was vielleicht auch schon wieder zusammengebrochen ist, wer weiß..?

Himmel, was war denn im Januar alles los? Nach ein wenig Lamentiererei über Mülltonnen habe ich einige Wandrisse per Mörtelinjektion mit Schlämme saniert. Obwohl ich mir ja vorgenommen hatte, kurz danach das Fundament zu stabilisieren, um die Ursache bei der Wurzel zu packen, habe ich das bis heute irgendwie nicht direkt geschafft. Die Risse sind aber auch nach einem Jahr nicht wieder aufgetaucht.

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Risssanierung

Mitte Januar habe ich mit Clickfix-Direktabhängern eine Bunker Stahlbetondecke abgehängt, so minimal es eben geht, und Ende Januar dann noch woanders Raum für Raum mit Metall-UK und teils Holzlattung gipskartonmäßig beplankt. Weiterhin wurden schon die ersten Planungen für mein großes Fassadenprojekt angefangen, und ich habe die Fensterläden gezeichnet und die nötigen Holzmengen ausgerechnet.

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Stahlbetondecke abhängen

Nach unserer wilden Geburtstagsparty im Februar gab es noch ein paar Infos zum U-Wert-Rechner und eine Bestandsaufnahme der Fehlstellen an meinem Sockelputz. Viel mehr kann man da ja auch nicht machen, ich glaube es lag Schnee und der Februar ist ja auch tendentiell immer überraschend kurz.

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Putz ausbessern: Bestandsaufnahme im Februar

Im März ging es dafür aber richtig los! So habe ich meinen Werkzeugbestand nicht nur um eine Binford-Dübelfräse und Oberfräse erweitert (die seit dem Fensterladenprojekt bisher noch nicht wieder so richtig oft zum Einsatz kamen, ehrlich gesagt…), ich habe auch 80 m² GK-Decke mit Reibeputz versehen und bin dann allmählich mit den Fensterläden angefangen. Als dann Mitte März das Baugerüst kam, ging alles ganz schnell und ich habe reichlich an der Fassade herumgeturnt und ordentlich armiert und verputzt.

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Fassadenprojekt GO!

Im Laufe des Aprils wurde das Fassadenprojekt (und das Fensterläden-Projekt) dann fertig gestellt, inklusive Faschen, viel viel Reibeputz, gar nicht soooo vielen Nachtschichten und einem türkisen Farbendebakel, bin ich in etwa sechs Wochen (für „nebenbei“ und (fast) alleine doch recht fix) fertig geworden. Das Häuschen erstrahlt immer noch im Glanze, die Fensterläden halten und haben sich auch nicht verformt, die Fassade ist noch so wie gerade erst renoviert, es gibt keine Risse, keine Stellen, über die ich mich ärgere und rückblickend auch tatsächlich nichts, was ich nun anders gemacht hätte. Das überzählige Material (und das war doch noch einiges) konnte ich zum Baustoffhändler zurück geben und es wurde anstandslos gutgeschrieben. Was für ein gelungenes Projekt, da darf ich auch mal ein bißchen stolz sein, auch wenn ich andererseits froh bin, sowas so schnell nicht nochmal machen zu müssen 😉

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Achja: Die Spalten entlang der Dachfenster von innen (durch die Konterlattung) sind immer noch da. Ooops! Aber es zieht nicht da durch; ist eigentlich nur ein optisches Ding. Immerhin habe ich mittlerweile die Leisten und den gepriesenen Bauschaum. Muss ich nur noch anbringen.

Sowas kommt übrigens immer dann, wenn man es nicht direkt durchzieht: Einmal im Bau-Modus, sollte man am Besten alles fertig machen. Wenn man sich was ‚für später‘ übrig lässt, und irgendwann alles sauber, geputzt, bezogen und das Werkzeug wieder weggeräumt ist, fängt man so schnell nicht wieder an, und dann bleibt es, wie in diesem Fall, monatelang liegen.

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ToDo: Leisten drauf!

Im Mai gab es nicht nur die haarsträubende Geschichte mit dem Malergroßhandel (in den ich seitdem übrigens keinen Fuß mehr gesetzt habe!), ich erschuf auch das Heimwerker-Lexikon, das mittlerweile als Standardwerk gilt (oder so); dabei auch vielen Dank an die wertvollen Ergänzungen Mompe, Murks, fitscheln, wuppen, wemsen, Tacken, friggeln. Irgendwann gibt es sicher eine zweite Auflage!

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Zum Ausklang noch eine kleine Trennwand hingestellt, und schon ging es mit großen Schritten in den…

Juni! Hier wurden Kellerfenster neu gekittet, auch die halten immer noch und mit jedem Fenster wurden meine Kit-Skills besser. Dann gab es noch ein paar Tips für’s Leben, unter anderm die Powersätze und auch wichtige Hinweise, wie man sich als Heimwerkerking auf einer Hochzeit zu benehmen hat.

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Im Juli wurden dann neben der Poolreinigung noch die erneuerten Kellerfenster eingesetzt und dann waren wir auch schon mitten in der traditionellen Sommerpause, die im August unter anderem mit dem allerersten dannwollenwirmal-Beitrag fortgeführt wurde.

Der September startete dann mit neuen Taten und den #builtwithBosch-Testwochen. Der Multicutter ist immer noch fast (bau)täglich im Einsatz, ich möchte ihn nicht mehr missen. Wobei ich allmählich den ein oder anderen Aufsatz austauschen müsste, speziell die Stein- und Betonaufsätze aus Hartmetall sind mittlerweile etwas abgetragen, und der Sägeaufsatz für Holz hat ein paar Zähnchen eingebüßt; aber sonst – läuft und läuft und läuft!

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Bosch-Multicutter

Meine Werkstattrückseite habe ich ehrlich gesagt noch nicht ganz fertig (wieder das Spätermachen-Problem), weil mir damals die Farbe ausgegangen war und jetzt noch der Schlussanstrich fehlt. Naja, dieses Jahr wird’s wohl was.

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Weiter ging es mit Trockenbaudecken und erweiterten Wandöffnungen, bis in den…

Oktober hinein – inklusive Dachbodenabdeckung, die natürlich auch immer noch hält! Die nächste Baustelle war dann eine Wohnzimmersanierung mit dem Verputzen eines Stahlträgers, Deckenabhängung, Spachtelei und Wandputz. Da war ordentlich was los! Ist schon schick geworden alles, ähnlich wie die gebastelte Laterne von Felicitas und Mario bei der neuesten Szenen aus dem Leben-Folge.

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Altbausanierung at its best!

Im November wurde das Dachbodenklappenprojekt beendet und wieder von filigran auf grob umgeschaltet: Es wurden Türstürze geändert, das macht ja immer besonders viel Spaß, weil es so schön viel Staub und Dreck macht und man den ganzen Tag mit dem Nervenkitzel arbeitet, dass die Bude einem jederzeit über dem Kopf zusammenbrechen kann. Herrlich!

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Nach dem Leuchtsterne-Basteltip im Dezember und dem finalen Erwerb der Bakelit-Verteilerdose wurden dann noch die Stürze verputzt, bevor das Jahr mit der Heimwerker-Version von Stille Nacht seinen besinnlichen Ausklang fand.

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Das Ding ist auch endlich dran!

Also, die Projekte und Baustellen haben sich gegenseitig die sprichwörtliche Klinke in die Hand gegeben, es wurde viel bewegt und reichlich geschafft! Im neuen Jahr geht es direkt mit Vollgas weiter, so viel kann ich schon verraten. Für heute aber geht’s zurück auf’s Sofa, ist ja Neujahr, da darf man nochmal lümmeln und die Füße hochlegen, jawoll!

Euch allen einen schönen Start ins neue Jahr – bis nächste Woche!

Außer Tresen nix gewesen

So, liebe Leser, es wird Zeit: Eine knappe Woche bleibt noch, um Eure kleinen und großen Bausünden zu beichten und dabei attraktive Preise abzuräumen (Genauere Infos hier). Ein paar schöne Schmankerl sind schon eingegangen, aber ich bin sicher, es gibt noch mehr da draußen. Also traut Euch ruhig und teilt uns Euren schönsten Pfusch mit!

Beim Hallenumbau geht es munter weiter, und auch das anvisierte Ziel, zum Monatswechsel umzugsbereit zu sein, wurde erreicht. Hier und da noch etwas „Feintuning“, aber mit der Umräumerei konnten wir pünktlich starten, und irgendwann ist dann sicherlich auch wirklich alles fertig.

Apropos fertig: Der Selfmade-Empfangstresen ist quasi vollendet. Die Unterkonstruktion und die Beplankung habe ich hier ja schon beschrieben, nun ging es letzte Woche an die Deckplatte. Eine Massivholzplatte in dieser Größe und mit der Rundung ist entweder nicht existent oder nicht bezahlbar, und auch mit der herkömmlichen Küchen-Arbeitsplatte kommt man wegen der Form nicht weit. Die Deckplatte habe ich unserem Holzwurm Tom C. überlassen und mich währenddessen um andere Dinge (schlau rumlabern) gekümmert. Ist echt großartig geworden! Ein wahrer Blickfang:

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Tataaa!

Als erste Lage wurde eine 22mm-OSB-Platte mit den Stehern der UK verschraubt; hierbei wurde auch auf das Ausgleichen von Höhenunterschieden geachtet, damit das Ganze später nicht wellig wirkt. Die OSB wurde in der Rundung segmentweise geschnitten und mit Flachdübeln verbunden. Schießlich wurde mit viel Gefühl die Rundung gesägt.

Als Oberbelag haben wir dann ein Parkett genommen, das auf der (abgeschliffenen!) OSB-Platte vollflächig mit Parkettkleber verlegt wurde. Die Kante wurde schließlich mit einer Aluschiene verkleidet. Der kleine Spalt zwischen (angefastem) Holz und Schiene wird schließlich noch mit dunkelbraunem Silikon gefüllt. Voila!

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…und von hinten

Auch der Teppich wurde verlegt, das hat für’s „erste Mal“ (mal abgesehen von diversen Hauruck-Aktionen, achja, und meinem Treppenhaus!) recht gut geklappt. Die jeweilige Bahn wurde im Raum ausgelegt, in die Ecken gedrückt und mit scharfem Messer mit Hakenklinge geschnitten. Dann wird eine Hälfte zurückgeklappt (ohne die Position des Teppichs zu verändern) und darunter der Kleber per Zahnspachtel aufgetragen. Dann wird die Hälfte in den Kleber gedrückt und danach die zweite Hälfte verklebt. Nach rund 40 Minuten wird das ganze dann mit einer Walze (gibt’s bei Böllz für schmales Geld) angedrückt. Tatsächlich verschiebt sich das Ganze bei der Hin- und Herwinderei doch noch ein paar Millimeter, daher kann man auch überlegen, die Ränder zunächst etwas großzuügiger zu schneiden und den Endschnitt erst zu machen, wenn’s wirklich final liegt.

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Teppich: Stufen wurden mit Eckschienen aus Alu versehen

Später habe ich dann die Fußleisten angebracht, eigentlich eine undankbare Aufgabe, aber wie geil sind denn bitte EINKLEBELEISTEN??

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Einklebeleiste

Bei der Einklebeleiste handelt es sich um eine PVC-Leiste, die an die Wand geschraubt und danach mit schmalen Streifen des Bodenbelags beklebt wird. Dazu hat die Leiste bereits einen Klebestreifen integriert. Die Vorteile:
– Dadurch, dass die Verschraubung verdeckt ist, kann man das Ding quasi alle halbe Meter mit was anderem an die Wand tönstern. Die Verschraubung muss nicht gut aussehen, sondern halten, und das hat tadellos geklappt! Hier übrigens mit langen Trockenbauschrauben (Feingewinde), die dann im dahinterliegenden UW-Profil greifen.
– Das Schneiden der Streifen geht Ruckzuck, weil man die Leiste als Schneideschiene benutzen kann (da ist eine Nut drin, in der das Messer laufen kann)
– Das Schneiden der Leisten geht leicht, z.B. mit einer Blechschere; es gibt aber auch extra Stanzen dafür
– Ich habe erst überall Gehrungen geschnitten, ABER man kann die Leiste ebensogut um die Ecken biegen (vielleicht dabei noch etwas warm machen? Hab ich gar nicht probiert)
– und: es sieht 1a aus, als ob man richtig was drauf hat. Ideal für Fußleistenblender 🙂

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Um die Treppe: Ecken kann man einfach biegen

Jetzt sind noch viele, viele Stromkabel zu verlegen und noch viel umzuräumen, so dass es erstmal nicht langweilig wird. Nächste Woche geht’s hier wie gewohnt weiter und dann werden die Gewinner gekürt. Also, schnell noch mitmachen! Holleriho!

 

 

Schrankwand zu bekommen gewesen gehabt

Im Rahmen der erweiterten Nachbarschaftshilfe hatte ich diese Woche eine Prämiere und habe meine erste Schrankwand nachgebaut! Warum man eine Schrankwand nachbaut? Nun, der ursprünglich zweiteilige Schrank (ein Eckelement und ein gerades Element) sollte getrennt werden, das Eckelement blieb wo es war und der andere Teil wanderte ein Stockwerk höher. Problem nur, dass sich beide Teile eine gemeinsame Wand teilen; so hatte das Eckelement noch eine Seitenwand, während beim anderen Teil nun quasi die linke Wand fehlte.

Zunächst wurde die „alte“ Wand vermessen und ich besorgte mir, wie schon berichtet, einen passenden Zuschnitt im Baumarkt (wobei die Auswahl der Holzsorte hier leicht fiel: in 60 cm Breite gab es genau, nunja, eine Sorte). Bewaffnet mit zwei Böcken und dem dannwollenwirmal-Einsatzanhänger konnte ich nun loslegen und die vorhandene Wand abpauschen.

Etwas sorgen bereitete mir zunächst die Nut für die Schrankwand. Wie sollte ich die da rein bekommen? Oberfräse? Nicht so richtig… Säge? Hmm…alles nicht ideal – in Gedanken war ich schon bei „mit Winkeln irgendwie dranpfuschen“, aber halt, was ist denn das da ganz unten im Makitastapel? Achjaaaa, ich habe ja noch die Flachdübelfräse! Dann kommt die wenigstens mal wieder zum Einsatz 🙂

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Nut fräsen mit der Flachdübelfräse

Dabei habe ich eine millimetergenaue Tiefeneinstellung und einen ebenso gut einstellbaren Seitenanschlag. Eine Person sollte die Platte auf den Böcken fest halten, aber dann kann man mühelos daran entlangfahren und hat eine schöne Nut für die Rückwand:

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Nut für die Rückwand!

Nach der Nut mussten jetzt noch gefühlte 184 Löcher übertragen werden. Dazu habe ich wiederum die Originalplatte vermessen und die Positionen der Löcher notiert, dann auf die neue Wand übertragen und gebohrt:

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Löcher für die Schrankwand übertragen: Dabei darf der Zollstock auch mal fixiert werden

Zu empfehlen ist hier eine Bohrmaschine/Akkubohrer mit Tiefenanschlag, damit man nicht versehentlich durchbohrt. Nach etwa einem Stündchen waren alle Nuten und Löcher übertragen und das Schränkchen konnte aufgebaut werden. Bei einer furnierten Platte hätte man die Vorderkante noch mit einem Kantenumleimer austatten können, das ist ein schmaler Furnierstreifen auf Rolle, der aufgebügelt wird.

Der Schrank wurde dann aufgebaut und, voila, alles hat gepasst wie es sollte. Eine originale Wand wäre beim Hersteller nur für rund 150,- € als Nachproduktion zu bekommen gewesen (ist das so richtig? Gewesen bekommen? Geworden gehabt?!?), ohne Garantie, dass sie überhaupt passt. Also, ein schönes zwischendurch-Bauprojekt, bei dem auch die (bei mir) seltener genutzten Werkzeuge mal wieder zum Einsatz kamen. Und falls jemandem von Euch mal ne Schrankwand fehlt: viel Spaß beim Nachbauen! 🙂

 

 

FeWo-Analyse

Da bin ich wieder, gesund heimgekehrt von einer paar Tagen Großfamilienurlaub bei erfrischenden 3°Grad und Schneeregen, was will man mehr! Wie es Tradition ist, wird jede Ferienwohnung handwerklich analysiert und hier ausführlich diskutiert; in der Vergangenheit habe ich ja auch schon einige erfolgreiche Umgestaltungen vorgenommen (hier, und hier auch!). Dieses mal wurde mir leider die Mitnahme von Werkzeug seitens der Gattin strengstens untersagt. Meinen mitgeschmuggelten Akkuschrauber samt neuem Bitsatz hat sie relativ schnell entdeckt; auch den Exzenterschleifer in der Reserveradmulde hat sie gefunden (wobei das Versteck echt gut war…); beim Bohrhammer haben die Kinder mich verpetzt. Ich muss mir dringend was besseres einfallen lassen! Mein Plan für den Sommer ist, meinen gefüllten Werkzeuganhänger bereits am Vortag an die Autobahnraststätte Verden/Aller zu stellen und ihn dann während einer Pinkelpause heimlich anzuhängen. Müsste doch gehen?

Wenn ich also auch nicht werkeln konnte (wobei ich mich im Notfall im örtlichen Baumarkt eingedeckt hätte… „was, sie haben keine Dampframmen?!“), habe ich doch einige inspirierende Bilder geschossen.

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Fassadenverkleidung mit Holz

Diese Baustelle habe ich schon über Ostern gesehen; ein seltener Anblick und für mich interessant, weil man mal hinter die Kulissen einer Holz-Fassadenverkleidung schauen konnte. In diesem Fall wurde auf eine Klinkerwand zunächst eine Grundlattung mit Dämmung dazwischen aufgebracht (geschätzte Stärke 120-140 mm?), darauf dann die im Bild zu sehende diffusionsoffene Unterspannbahn (hier: Würth WÜTOP 2SK) und die Traglattung sowie zu guter Letzt dann die eigentliche Verkleidung. Sehr sauber gearbeitet und ein Gedankenanstoß, dass Dämmung nicht immer Styropor und Putz sein muss. Hier noch ein paar Infos dazu.

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Rollputz „medium“

Apropos Putz: Rollputz ist ja im Grunde das Zeug, das ich auch gerne nehme, allerdings von der Körnung deutlich feiner und eben nicht per Traufel, sondern mit einer Rolle aufzutragen. Das habe ich schon sehr schön gesehen; aber obiges Bild aus der (ansonsten solide neu renovierten!) FeWo zeigt, wie wichtig es ist, auf eine gleichmäßige Struktur zu achten, sowohl beim Auftragen als auch schon vorher beim Aufrühren des Materials.

Die vorliegende Wohnung wurde übrigens 2013 komplett renoviert, und so wie ich es gesehen habe (leider konnte ich ja keine Probebohrungen machen!) wurden alle Wände mit Gipskarton verkleidet, möglicherweise auch innen gedämmt, und dann mit besagtem Rollputz behandelt.

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LED-Beleuchtung, in Bodenfliesen integriert

Dieses kleine Highlight möchte ich Euch nicht vorenthalten: Im Saunabereich gab es eine blaue LED-Bodenbeleuchtung. Sowas hatte ich tatsächlich noch nie gesehen!

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Detail unter dem Elektronenmikroskop

Wie in der 190.000fachen Vergrößerung zu sehen, wurden an den Fliesenecken ein Stück abgeschnitten und die LED in den Fugenmörtel eingelassen. Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich das wirklich nachahmenswert finde, aber auf jeden Fall interessant!

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Der Schwerkraft zum Trotz…

Apropos noch-nie-gesehen: im unteren Bad wurde tatsächlich eine Deckenschräge gefliest! Warum Wie macht man denn sowas? Der von mir gern genutzte Kleber Sopro No1 hält ja wirklich gut, aber ob das gegen die Schwerkraft tatsächlich funktioniert? Ich male mir grad aus, wie es wohl ist, wenn man eine Fliese andrückt und die daneben wieder runterknallt. Ich wäre innerhalb kürzester Zeit durchgedreht. Aber vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm oder es gibt Tricks dafür? Wer was weiß, darf das gern unten kommentieren!

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…Decke gefliest

Wobei, machen möchte ich das lieber nicht. Ist schon sehr speziell, wenn auch irgendwie faszinierend…

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Ideen für Fliesen 1…

Da mich die Leute oft nach Fliesen-Ideen fragen und man sich in den seltensten Fällen sofort sicher ist, wie hoch man das Bad denn gern gefliest hätte, ob raumhoch oder nicht oder teilweise, ist hier nochmal eine Idee für den Treppen-Effekt, der die Wandgestaltung etwas auflockert; ebenso kann man Bereiche mit viel ‚Wassereinfluss‘ dann elegant höher fliesen, ohne dass man die ganze Bude zukleben muss.

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Farblich fand ich das hier noch interessant; hier wurden mehrere, zueinander passende Farbtöne im Duschbereich kombiniert.

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Corpus Delikti

Und am Schluss nun noch ein Indiz für Kenner: Unter anderem an diesem kleinen Detail erkennt man, dass das Bad vermutlich nicht vom Profi-Fiesenleger oder Profi-Trockenbauer gemacht wurde: Die linke Fuge zwsichen Fliese und Eckschiene wird nach unten breiter. Dazu die Theorie: Ich schätze, dass die Wandprofile mit den UW’s verschraubt wurden (macht man eigentlich nicht, die werden nur reingestellt). Dadurch schaut der Schraubenkopf etwas raus, weil er da nie ganz anliegt. Die GK-Platte hat also etwas zu viel Abstand zum UW-Profil und macht an der Stelle einen Bogen nach außen. Beim Fliesenlegen mochte man vermutlich ungern so viel ausgleichen und so wurde da etwas ‚vermittelt‘.

Alles nicht schlimm, irgendwie ja auch charmant, es sieht wahrscheinlich nur einer von 50 Leuten, aber ich hab’s gesehen, mir gedacht „Andere kochen auch nur mit Wasser“, zufrieden lächelnd die Augen geschlossen und von besserem Wetter geträumt…

 

Heiße Sache

Tja, wie habe ich mich nun entschieden hinsichtlich der kostspieligen Datenrettung? Es war mir einfach zu viel Geld, ich habe damit abgeschlossen (obwohl, noch kurz versucht den Preis runterzuhandeln, aber keine Chance!) und werde nun die betreffenden Sachen in einer ruhigen Zeit neu programmieren. Leider waren auch einige knifflige Grübelsachen dabei, die werde ich nun wohl neu ergrübeln müssen.

Damit diese abstrakte ruhige Zeit nur nicht zu früh kommt, habe ich mich diese Woche mit einem Projekt beschäftigt, zu dem ich gekommen bin wie die Jungfrau zum Kinde, oder so… in der Grundschule meines Sohnemannes bin ich ein Elternvertreter und da sich nun die Grundschulzeit dem Ende zuneigt, gibt es ein traditionelles Abschiedsgeschenk der scheidenden Jahrgänge an die Schulgemeinschaft. Für dieses Jahr hat sich der Elternstammtisch eine robuste Holzbank überlegt, auf deren Rückenlehne sich alle Kinder mittels Unterschrift verewigen sollen.

Ein probates Mittel, Holz mit einem Schriftzug zu versehen, ist die sogenannte Brandmalerei, das Werkzeug dafür wird auch Brennpeter genannt, wobei das strenggenommen ein Markenname ist. Die Brandmalerei kennt sicherlich der eine oder andere vom Weihnachtsmarkt, wo man sich Frühstücksbrettchen beschriften lassen kann. Also dachte ich mir: „Kann doch nicht so schwer sein!“, so wie ich bei sehr vielen Dingen denke, kann ja nicht so schwer sein, und manchmal dann merke, huch, isses ja doch. Meine Aufgabe war jedenfalls, die Mitte der Bank mit einem erklärenden Schriftzug zu versehen.

Der Schlüssel zur erfolgreichen Brandmalerei liegt, wie so oft, im richtigen Werkzeug. Aus der Elternschaft wurden mir vollmundig geeignete Brandmalwerkzeuge versprochen, die sich aber dann als diese Lötkolben herausstellten:


Grobwerkzeug

Der Unterschied zwischen Lötkolben und Brennpeter scheint zunächst gar nicht so groß zu sein. Bei beiden Geräten erwärmt sich die Spitze und brennen auch gleich gut ins Holz. Der Unterschied ist die Handhabung; beim Lötkolben ist die Spitze einfach deutlich länger. Und wenn man sich einen Stift mit langer Spitze vorstellt, wird einem klar, dass man damit schwerlich filigran schreiben kann. Mit den oben zu sehenden Groblötkolben ist mir daher zunächst nur eine hakelige Runenschrift gelungen:


Die ersten Versuche…

Man sieht, ich habe vorher an einem Restholz geübt! Und es wurde auch immer besser, aber eben nie richtig gut. Der Versuch, die Spitze mit einer Zange zu führen, war eigentlich nicht schlecht, allerdings wird die Zange dadurch auch warm und die eigentliche Brennspitze hat dann nicht mehr genug Energie, und die Schrift wird zu blass.

Die auf dem Weihnachtsmarkt zu sehenden Profigeräte haben eine sehr kurze Spitze, das ist natürlich technisch aufwändiger zu konstruieren, weil man ja vermeiden möchte, dass der Griff zu heiß wird. Diese Apparate kosten aber auch schnell mal ein dreistelliges Sümmchen. Dafür kann dann aber auch jeder, der einigermaßen hübsch schreiben kann, ansehnliche Dinge gravieren und der Karriere als Weihnachtsmarktaussteller steht damit nichts mehr im Wege.

Aus der erweiterten Nachbarschaft habe ich dann aber tatsächlich ein Gerät von Rossmann (Originalpreis unter zehn Euro) leihweise bekommen, und damit gingen die Übungen dann auch gleich doppelt so gut von der Hand.

Komplett freihändig war mir das Vorgehen dann aber doch zu heiß (was für ein Wortspiel!), so dass ich mir eine Vorlage auf DIN A 4 ausgedruckt und mit Malerband auf das Holz geklebt habe. Mit einem Spitzen Bleistift wurden dann die Konturen nachgezeichnet:


Vorlage nachzeichnen

Wenn man einen Teil der Vorlage wegnimmt, sieht man die entstandenen Kerben im Holz und kann diese wiederum mit dem Bleistift nachzeichnen. Die Vorlage dabei nicht ganz wegnehmen, denn wenn man vorher nicht genug aufgedrückt hat, wird es auf dem Holz zu blass und man muss hier und da nachzeichnen.


Konturen im Holz…


…mit Bleistift nachzeichnen

Ist die Vorlage übertragen, heize man das Brenngerät etwa 10 Minuten auf, um dann die Konturen mit ruhiger Hand auszufüllen. Ich habe dazu aus dem umfangreichen Spitzenset eine mittlere, breite Spitze benutzt.

Ist das Werk vollendet, wird mit einem feinen Schleifpapier (ich habe einen Schleifschwamm benutzt) das ganze etwas abgeschliffen, um die Bleistiftumrisse zu entfernen, und weil Abschleifen ja sowieso und allgemein immer gut ist. Wenn man noch blasse Stellen findet, werden diese vorsichtig nachgebrannt. Und voila, ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen:


Fertig!

Mal schauen, wie die Kinder mit dem Einbrennen ihrer Unterschriften so zurecht kommen; ich hoffe, es gibt nicht allzu viele Verletzungen, denn die Spitze und der Metallschaft werden doch ziemlich heiß.

Apropos heiß: Ich habe wieder eine Testsendung bekommen, dieses mal geht es um Rasendünger und Gartendünger von WUXAL, und beim Öffnen des Paketes war ich einigermaßen überrascht, denn anstatt dem erwarteten kleinen Fläschchen erhielt ich eine Sendung, die eine mittlere Kleingartenkolonie mühelos durch den Sommer bringt:


Düngersendung

Die Düngerei werde ich nun in den nächsten Wochen hier testen und natürlich Bericht erstatten. Irgendwie eine ganz neue Erfahrung für mich, habe ich den Garten doch bisher immer etwas stiefmütterlich behandelt naturbelassen gehalten. Aber ich erwarte dann bald die unfassbare Blütenpracht hier. Und den Rasen muss ich dann wahrscheinlich täglich zweimal mähen. Aber irgendwas ist ja immer. Macht’s gut, bis nächste Woche!

OSB tut Rigips weh

Daraus, dass ich kein besonders großes Freund von OSB-Platten bin, habe ich ja hier nie einen Hehl gemacht. Sicherlich haben sie hier und da ihre Berechtigung, oftmals werden sie aber in den Händen von Heimerkern zur tödlichen Waffe gegen eine durchdachte Bauphysik. In der Pfuschabteilung des Baumarkts stehen OSB-Platten neben Bauschaum, Kleben-statt-Bohren-Sets und dem Lügenstift. Aber dass nur als meine gefühlte und völlig Subjektive Einschätzung 🙂

Ich musste mich nun wohl oder übel mit OSB beschäftigen, denn auf der aktuellen Baustelle war es der ausdrückliche Kundenwunsch, die erste Lage der Doppelbeplankung mit OSB auszuführen, um später Regale oder Halterungen besser anbringen zu können. Also: „Rigips auf OSB“.

Sämtliche Verarbeitungsrichtlinien schweigen sich über diese Kombination aus, denn fachgerecht ist sie eigentlich nicht. Holz und Gipskarton haben unterschiedliche Ausdehnungseigenschaften und reagieren verschieden auf sich veränderndes Raumklima, Luftfeuchtigkeit etc., mit der Folge, dass es zur Rissbildung in der Gipskartonfläche kommen kann.

Da es sich hier „nur“ um einen Lager- und Werkstattraum handelt, habe ich zwar versucht, Alternativen aufzuzeigen (die erkläre ich gleich noch), bin schlussendlich aber seufzenderweise die Kombibeplankung angegangen, nicht ohne aber folgendes zu beachten:

  • Die Fugen der OSB-Platten großzügig belassen, der Plattenabstand sollte etwa 4mm betragen
  • Alle Anschlüsse der GK-Fläche entkoppelt (mit Trennfix) ausführen, nicht nur zur Decke, sondern auch die zwischen zwei Wänden
  • GK-Fugen mit Gewebe oder Papierdeckstreifen spachteln


OSB-Beplankung: Fugen nicht komplett schließen!

Gelegentlich findet man noch den Hinweis, dass man zwischen OSB und GK eine Trennschicht (Folie) anbringen sollte und die GK-Platten anstatt zu schrauben klammern muss. Die letzte Quelle dafür ist aber aus 2001 und ich behaupte einfach mal, dass man mit den oben genannten Punkten schon auf der sicheren Seite ist, zumindest für untergeordnete Räume, wo ein kleiner Riss mal nicht so stören dürfte. Für den Wohnbereich hätte ich das mit der OSB-Platte allerdings abgelehnt.

Was sind die Alternativen? Erstens gibt es mittlerweile ganz vorzügliche Hohlwanddübel (wie den hier), zweitens schafft eine doppelte GK-Beplankung mit entsprechenden Dübeln auch eine Menge Tragkraft. An neuralgischen Punkten (Hängeschränke Küche, TV-Wandhalterung) kann man ja durchaus eine Holzplatte hinter dem GK mit einarbeiten. Wenn nur punktuell und nicht flächig, sind auch die Probleme der Ausdehnung nicht so groß.

Meine favorisierte Alternative sind Systemplatte, die für Lasten gemacht sind, z.B. die Rigips Habito. Hier kann man einfach dübelfrei Lasten befestigen und erreicht mit einer normalen Schraube 30 kg (bzw. 60 kg bei Doppelbeplankung) Lastenbefestigung. Die Platten sind etwas teurer als normale GK-Bauplatten, allerdings spart man sich OSB und ggf. die doppelte Beplankung. Die Verarbeitung (ritzen und brechen) funktioniert so wie bei der herkömmlichen Bauplatte, doch Achtung: für die Verschraubung wird ein Impulsschrauber angeraten, da die Oberfläche härter ist. Geht auch mit normalem Akkuschrauber, kann aber zur Qual werden und die Schraubenköpfe werden oftmals nicht ausreichend versenkt. Und ein Impulschrauber geht so bei 300-350 Euro los. Muss man sich also auch überlegen (ist ja bald Weihnachten, hihi)

Beim Thema Risse in der Kombi Rigips-OSB kann ich hier exklusiv einen Langzeittest präsentieren: Bei diesem Projekt hier wurden vor drei Jahren Vorsatzschalen mit OSB und GK beplankt (allerdings außerhalb meiner Verantwortung, höhö), allerdings, soweit ich mich erinnere, ohne Fugenabstand beim OSB und auch ohne entkoppelte Anschlüsse.


Gipskarton auf OSB: Rissgefahr

Wie im Bild zu sehen, gibt es vereinzelte Risse an den Anschlüssen und an den Fugen des Gipskartons. Ist also was dran!

Zusammengefasst: Gipskarton auf Holzfläche nur mit den oben beschriebenen Maßnahmen; im Wohnbereich lieber auf Alternativen ausweichen. Übrigens auch ein Grund, warum ich Unterkonstruktionen generell aus Metallprofilen mache: verminderte Rissbildung. Und ich habe ja wenig Lust und Zeit, ständig durch die Gegend zu fahren und bei Wänden und Decken, die ich irgendwo gebaut habe, die Risse wieder zuzuschmieren. Mit stolzgeschwellter Brust kann ich behaupten, dass alle meine Trockenbauprojekte bis heute rissfrei sind (zumindest hat sich noch nie jemand gemeldet…), ich hoffe, das wird jetzt auch was mit der unsäglichen OSB-Platte. Durch die man übrigens auch ständig Splitter in den Fingern hat. Baumarktscheiß! Ab aufs Osterfeuer damit. Hurra!