Was ist der Plan?
Für alle, die vielleicht nicht täglich hier vorbeischauen, sei an dieser Stelle der Plan erläutert: Unser Dach muss gedeckt werden, also es wird auch gedeckt, und ich möchte das dann hier aufgebaute Baugerüst nutzen, um unsere marode unschöne Fassade zu pimpen. Der bestehende Putz wurde an unzähligen Stellen schlecht ausgebessert und in Richtung Sockel gibt es auch einige Hohlstellen.

Hohlstellen oberhalb des Sockels
Wenn das Gerüst steht, wird der Boden mit Malervlies und die Fenster mit einer selbstklebenden Folie abgedeckt, denn ein wenig Sauerei wird da schon entstehen. Als erstes wird die ganze Fassade per Hochdruckreiniger gesäubert, wobei sich erste lose Putzstellen lösen dürften. Die größeren Hohlstellen (also lose Teile des bestehenden Putzes) werden abgeschlagen und mit Zementputz bündig angearbeitet. Nach Trocknung wird die ganze Fassade dann erstmal mit Tiefgrund grundiert. Das mache ich traditionell mit einer Unkrautspritze, weil ich mich nicht totquasten will. Spritzen ist auch laut Datenblatt erlaubt.

Vom Vorbesitzer liebevoll ausgebesserte Putzkanten, auch hier Hohlstellen am Sockel
Aus religiösen Gründen wird das Haus nicht gedämmt (und die, die hier tatsächlich regelmäßg mitlesen, sollten sich das denken können), sondern nur der Putz erneuert. Wir denken uns also die Dämmplatten weg und machen mit der Armierung weiter. Mit der EnEV geht das konform, weil der alte Putz nicht abgeschlagen sondern nur überputzt wird. Ansonsten hätte man nämlich dämmen müssen!
Es wird Klebe-und Armierungsmörtel (das gleiche Zeug wie beim WDVS) auf die gereinigte und grundierte Fassade aufgetragen. Es wird erst eine Lage per Zahntraufel aufgezogen und dann das Armierungsgewebe eingelegt. An den Fensterkanten wird vorher Eckwinkel-Armierung angebracht und die Ecken von Gebäudeöffnungen (Fenster, Türöfnungen etc.) noch diagonal armiert. Wie genau, zeige ich dann wenn es so weit ist.
Nach dem Eindrücken des Gewebes wird dann mit dem gleichen Mörtel das Ganze glattgespachtelt, entweder auch mit der Traufel oder mit meinem Fassadenspachtel, mal sehen, was dann besser von der Hand geht. Als Oberputz nutze ich meinen Favoriten Siloxan-Reibeputz 1,5mm Körnung; das bedeutet, das bei der vorherigen Schicht alle Unebenheiten bis, naja, sagen wir mal 2mm im Putzbild untergehen und eher zu vernachlässigen sind. Aber man darf halt nicht bucklig mit dem Mörtel rumschmieren, dann sieht das Ganze nachher aus wie Rudis Datsche in Klösewitz.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich nicht eine Schicht Mörtel mehr einbauen sollte. Der Maurer, der mir den Trick mit den Putzlehren gezeigt hat, meinte, das Gehemins wäre ja, erst eine Schicht aufzuziehen, die durchtrocknen zu lassen und dann die Sache mit der Zahnkelle und der Armierung zu machen. Hmmm…
Achja: Vor dem Oberputz kommt noch ein Putzgrund auf den glattgezogenen Armierungsmörtel.

Highlights deutscher Putzerkunst
Nun hat mein Lieblings-Baustoffhändler mir doch tatsächlich das Angebot gemacht, dass ein Außendienstler der Firma Laier, die die ganzen Putze herstellen, herkommen und sich das Ganze anschauen würde. Bestimmt, weil ich hier der megaberühmte Blogger bin und alles. Ich nehme das natürlich gerne an und werde dann berichten, wie die ideale Lösung aussieht.
Genauso unsicher bin ich mir, ob ich dem Ganzen nach dem Oberputz noch einen (Egalisierungs-)anstrich verpassen muss oder nicht? Dafür spräche ja, dass die Fensterbänke (aus Stein) keinen Oberputz bekommen, aber schlußendlich ja auch weiß sein sollen, dann müsste ich sie also extra streichen, und ob man da wieder genau den Ton trifft? Dagegen spricht, dass 1,5mm Struktur an sich nicht besonders viel ist und wenn ich da noch eine dicke Egalisierungspampe draufschmiere, das Ganze dann wieder aussieht wie besagte Datsche in Klösewitz. (Gibt es eigentlich Klösewitz?)Aber das wird mir ja der Herr von Laier hoffentlich alles gut beantworten können.
Was kostet der Spaß? Meine werten Leser sind ja immer an den Kosten interessiert. Wäre ich ja auch. Beim Baustoffhändler kann ich eventuell etwas günstiger shoppen, weil ich das Ganze ja den Rest des Jahres auch irgendwie gewerblich betreibe und mir einbilde, entsprechend gute Konditionen zu bekommen. Hochgerechnet auf normale Verkaufspreise kann man mit Materialkosten von 12,75 € / m² planen, komplett mit Grundierung, Armierungsmörtel, Putzgrund, Oberputz, Egalisierungsfarbe, Abdeckmaterial. Etwa 1/3 davon ist der Oberputz (Siloxan-Reibeputz), das geht eventuell günstiger wenn man da keine fertige Eimerware, sondern Sackware nimmt, aber ich arbeite ja viel und oft mit genau diesem Putz und liebe das Zeug einfach. Nichts ist in meinen Augen besser zu verarbeiten und garantiert ein so gleichmäßiges Ergebnis.
Wie lange dauert das? Puuuh, wenn ich das wüsste! Im Putzen bin ich zwar einigermaßen erfahren; gerade von dem Oberputz habe ich schon einige hundert Quadratmeter gemacht. Aber an der Fassade, die Armierung usw. – da bin ich noch ein Greenhorn. Ich fange auch an der Hinterseite des Hauses an (vorne hui, hinten pfui!), damit ich nach vorne hin besser werde. Das Gerüst steht standardmäßig vier Wochen, aber eine Verlängerungswoche liegt, aus meiner Erinnerung heraus, bei etwa 80,- Euro, das ist dann nicht ganz so wild, wenn es doch etwas länger dauert.
Ich meine mich auch erinnern zu können, dass ich für die Reibeputzgeschichte (an der Decke!) etwa zehn Minuten pro m² gebraucht habe. An der Wand sollte das schneller gehen, also sagen wir mal 7 Minuten/m². Das sind bei großzügig gemessenen 280 m² dann etwa 33 Stunden, also eine knappe Woche kann man schon etwa für den Oberputz rechnen, plus die ganzen Vorarbeiten. Also werde ich mal so vier bis fünf Wochen einplanen.
Ach, im Übrigen gibt es auch Neuigkeiten von der Holzfront! Das Holz für die Fensterläden ist bestellt – anstatt „astrein“ (und damit auch astrein unbezahlbar) habe ich nun die Variante „nachsortiert“ genommen. Die Rahmen der Fensterläden werden aus Fichte-Rahmenholz 26x93mm, die Lamellen aus Fichte 11×68. Ach, dabei gibt es ja auch fertige Lamellentüren! Aber das kann erstens jeder und zweitens ist das nicht für draußen und drittens kein Fensterladen, basta. (Trotzdem ein schöner Shop – auch mit schönen Fußboden-Ideen!)
Die Lamellenverbindung werde ich wohl mit Lamello-Dübeln (passt ja auch vom Namen) machen, ob ich mir da aber tatsächlich die Fräse kaufe, weiß ich noch nicht, die kann man sich auch leihen. Allerdings war ich heute im Holzwerkzeugladen (huiii, da hätte ich vielleicht besser nicht reingehen dürfen) und liebäugele mit einer schicken Festool-Oberfräse. Oder, um einen alten Musikerwitz abzuändern: Meine größte Angst, wenn ich mal sterben sollte, ist, dass meine Frau mein Werkzeug zu den Preisen verkauft, die ich ihr sagte, was es gekostet hat.
War das jetzt grammatisch richtig? Egal. Ich werde mir jetzt mal Rudis Datsche in Klösewitz anschauen, da muss dringend mal die Fassade gemacht werden.
]]>Um die Fenster herum und an den Gesimsen möchte ich, historisch korrekt, Faschen einarbeiten. Das sind Streifen um diese Öffnungen, die nicht den strukturierten Reibputz haben, sondern glatt sind. Ich hatte erst überlegt, dort dann einfach den Unterputz stehen zu lassen und den weiß anzustreichen, aber mich dann doch für den Faschenputz entschieden. Dazu später mehr. Zunächst muss das Ganze angezeichnet werden; die Faschen werden alle 7 cm breit, daher ein einfaches Tool, das die Linie der Laibung in 7 cm Abstand kopiert (siehe Bild). Der klassische Weg, gerade bei dicken Putzen, ist das Ausmessen mit einer Wasserwaage und dann per Brett abdecken. Da frage ich mich dann aber immer, wenn das Fenster schief ist, und der Faschenrand gerade – sieht dat aus?
Anstatt Brett habe ich bei meinem Reibeputz mit einem PVC-Klebeband („Putzerband“) abgeklebt und den Putz bis auf die Bandkante aufgetragen und mit dem Reibebrett strukturiert. Das Band wird dann direkt danach abgezogen, also wenn der Putz noch feucht ist. Der Putz stellt sich dann an der Stelle ein wenig auf, so dass sich eine klare Kante ergibt:
Auf diese Fasche und in der Laibung sowie auf der Fensterbank wird nun der Faschenputz aufgetragen. Dessen Körnung geht gegen 0, während der Reibeputz 1,5mm Korn hat. Den Faschenputz nehme ich auch für den Traufkasten. Er wird mit der Traufel scharf aufgezogen, wenn sich bei diesem Vorgang noch kleine Grate zeigen, ist noch zuviel Material auf der Fläche; dann so lange abziehen, bis alles glatt ist.
Das ist schon Handwerkskunst, man braucht etwas Geduld und Muße dafür, aber wenn es fertig ist, sieht’s schon ziemlich gut aus. (Und jetzt darf ich wohl auch mal ein bißchen stolz sein dass ich das kann! Ätsch!) Im Gegensatz zu den großen Reibeputzflächen, bei denen man viel schafft (Momentane Zeit: Etwa 8 Minuten pro m²), halten die Feinheiten etwas auf. Insgesamt geht es aber flott voran, und ich fühle mich voll im (strammen) Zeitplan.

Fertige Putzfläche mit Faschenstreifen
Die Dachziegel sind nun auch geliefert („Ach, sie wollten gar nicht Anthrazit? Dann muss ich nochmal schnell umbestellen…!“) und die Dachdecker müssen ’nur‘ noch decken UND DAS VERDAMMTE LOCH ZUMACHEN.
Und nebenbei läuft ja auch noch das Fensterladen-Projekt! Denn die müssen idealerweise auch dran, wenn das Gerüst noch steht. Und so habe ich heute den ersten verleimt und verzwingt. Die ganzen Lamellen einzufädeln, ist ein schönes Geduldsspiel; jeder, der schonmal ein Gitterbettchen zusammengebaut hat, wird das kennen.
Mein Trick ist folgender:
1. Die Lamellen an einer Seite schonmal inkl. Lamello verleimen
2. Eine Schiene/Latte/irgendwas in der Mitte drunterlegen, damit nicht ständig was runterfällt
3. oben anfangen und die erste Lamelle locker reinsetzen, mit einer langen Zwinge etwas fixieren
4. den freien Schenkel des Rahmens öffnen und am unteren Ende ebenfalls eine lange Zwinge setzen
5. Jetzt eine Lamelle nach der anderen einsetzen und die untere Zwinge jedes mal ein paar Millimeter schließen
Wenn jetzt noch alle Lamellen genau gleich lang gewesen wären… ach, ist schon ok. Wenn erstmal Farbe drauf ist…
Nebenbei habe ich mir noch Gedanken zur Befestigung gemacht, weil das Mauerwerk hier erfahrungsgemäß dafür eher mäßig ist; ich werde da wohl mal Dübel mit Injektionsmörtel ausprobieren (hier). Die gibt es eigentlich im System mit entsprechenden Ankern, aber ich habe ja Kloben für die Läden. Vielleicht Bohren, Loch saubermachen, Injektionsmörtel, Dübel reinstecken, aushärten lassen, Kloben rein? Wenn schonmal jemand sowas gemacht hat, freue ich mich über Erfahrungsberichte.
Und sonst? Ist schon schön, wenn das alles bald fertig ist. Das Haus ist umgeben von Abdeckvließ, Gerüst, Staub und Dreck. Die Fenster sind mit blauer Schutzfolie bezogen, und wir führen daher seit Wochen ein blaues Leben. Die Kinder kriegen schon Sanostol wegen des fehlenden Tageslichts, der Katze fällt das Fell aus und die Milch schmeckt irgendwie nach Fisch. Das meiste Tageslicht (abgesehen von draußen, ach ja, da kann man ja auch hin! Ach nee, prasselt ja der Putz auf’n Kopp!) fällt momentan in die Kellerräume, weil die keine Fensterschutzfolie haben.
Da geh ich jetzt auch wieder hin und baue noch einen Fensterladen, oder mache mir ne schöne Flasche Sanostol auf. Prost!
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Apropos fertig: Das Kapitel Putz ist abgeschlossen! Heureka! Über 200 m² Reibeputz, das hält ähnlich fit wie Sanostol mit Broccolisaft und gibt Oberarme wie, hier, bei dem einen aus dem Fernsehen.

Stand der Dachdecker: Nur noch hier vorne! Hui, schon ganz schön weit…
Die Dachdecker haben alles durchgedeckt und legen dann die Dachfenster nachher wieder frei, scheinbar macht man das so:
Auch die Kehle wurde nun schön nachgeschnitten:
Eine kleine Planänderung gab es mit den letzte Woche erwähnten Faschen. Der weiße Faschenputz ist zwar wirklich sehr edel, aber sobald man zwei Meter entfernt steht, sieht alles weiß-in-weiß aus. Also überlegte ich mir, den Faschenputz nur noch für die Unterseite des Traufkastens zu nehmen und die Faschen um die Fenster im Grundputz stehen zu lassen (damit sind sie auch tiefer und damit plastischer) und diesen dann hellgrau zu streichen:
Eigentlich ist mir das grau noch eine Spur zu dunkel, ich hätte es gern noch heller gehabt (zum Thema Farbe später mehr), was meint ihr, liebe Leser?

Tricksereri für scharfe Farbkanten auf Rauhputz
Wie man eine scharfe Farbkante auf Rauhputz erhält, habe ich mir zusammengegoogelt: Der Rand des Abklebebands wird in der Grundfarbe (hier: weiß) gestrichen, so dass die Farbe den Rand abdeckt und die Löcher des Rauhputzes verschlossen werden. Nach dem Trocknen wird dann die eigentliche Farbe (hier: grau) aufgetragen und das Band entfernt. Hat tatsächlich auch hervorragend einigermaßen geklappt.
Oben am Gesims habe ich eine Kante, die ich dann während des Streichens mit einem Fassadenspachtel abgedeckt habe. Geht im Knick sehr gut und spart das meterlange abkleben. Bei geraden Flächen ist das auf Rauhputz allerdings nix.
Eine Seite habe ich nun fast fertig gestrichen, drei kommen noch. Der Reibeputz selbst muss übrigens nicht nochmal extra gestrichen werden.
Das Parallelprojekt Fensterläden habe ich diese Woche etwas intensiviert, denn die müssen ja auch dran, bevor das Gerüst weg kommt; zumindest die oberen! Also war ich im Keller und habe fleißig geleimt:

Lamello-Dübel in den Rahmenteilen
Der Lamello-Dübel ist dafür übrigens Fluch und Segen zugleich. Durch die Bauform kann man geleimte Teile ja immer noch ein wenig verschieben, das heißt bei 25 Lamellen pro Fensterladen aber auch, dass jede Lamelle immer noch ein bis zwei Zentimeter verschieblich ist. Ich habe dann die Zwingen gesetzt und jede Lamelle mit einem Hämmerchen in die richtige Position gebracht. Bei den 200 Lamellen sind aber tatsächlich nicht alle ganz perfekt geworden, beim Lackieren habe ich schon zwei, drei gesehen, die hätten noch ein paar Millimeter gerückt werden können. Ach egal, wenn erstmal Farbe drauf ist…

Eckverbindung: Zur Verstärkung ebenfalls Lamello-Dübel
Apropos Farbe! Da war ich doch im örtlichen Malergroßhandel (hatte ich hier schonmal erwähnt) um mir die Farbe anmischen zu lassen. Vor längerer Zeit hatte ich für gar-nicht-so-wenig-Geld ein Musterheft dort gekauft, und die Farbgestaltungsfachbeauftragte in Person meiner Gattin hat die Farben ausgesucht. Ein helles grau für die Faschen, ein dunkleres für den Sockel und die Fensterläden in einem Moosgrün, mit dem bei uns alles mögliche von der Haustür über das Treppengeländer bis zu allen Nebentüren gestrichen ist. MOOS-GRÜN. Nummer durchgegeben, nächsten Tag abgeholt, Eimer aufgemacht, dachte noch: das sieht aber nicht danach aus? Naja, wenn es trocknet, wird’s schon passen…:
Aber was ist das? Auch nach umfangreicher Trocknung bleibt einer sattes Türkis. Ich will keine Fensterläden in Türkis! Will nicht, will nicht! Ich sortiere doch nicht wochenlang Lamellen im Keller damit das Haus danach aussieht wie Disneyland! Solche Fensterläden haben vielleicht Barbie und Ken oder die Schlümpfe! (Wobei, nicht mal die!)
Montag bringe ich den Pott da wieder hin, so viel ist sicher. Da fährt man extra zum Fachhandel weil man’s besonders gut meint, und dann sowas! Das grau ist ja eigentlich auch zu dunkel. Naja, das sind Nuancen zwischen Papierdruck und Farbe. Aber das türkis hat mit Mossgrün ja nun mal so gar nichts zu tun.
Also gut, lieber Profi-Handel, ihr habt es nicht anders gewollt! Dann fahr ich halt zum BAUMARKT! Und kaufe nen Eimer Mossgrün. Kostet wahrscheinlich nur die Hälfte, deckt besser und sieht vor allem nicht aus wie ein Kaubonbon. Also nix gegen die Farbe, wenn jetzt jemand die gerne mag, ok (meine Mutter würde es lieben!), aber die Fensterläden hatte ich mir einfach anders vorgestellt, nämlich so:
Da ist das Ding! MOOS-GRÜN!
Übrigens vorher grundiert mit Imprägniergrund und dann mit Kompressor und Spritzpistole lackiert. Ging ganz hervorragend! Das Ganze hängend, damit ich nicht so viel Trocknungs- und Umdrehzeit habe. So kann ich am ersten Tag grundieren und am zweiten komplett lackieren. Die kleine Stelle, an der der Laden hängt, wird dann vor Ort nachgepinselt.
Zum Bau war mir übrigens ein Elektrohobel der Firma Defort sehr hilfreich, den ich zu Testzwecken erhalten habe. Es handelt sich um den DEP 900-R, ein 900W-Gerät, das gar nicht so schrecklich teuer ist und wirklich gut arbeitet:
Das Gerät schnurrt präzsie über das Holz, außerdem hat es noch eine Nut, so dass man Kanten fasen kann:
Am erstaunlichsten fand ich die Packungsbeilagen: Messer als Ersatzteile, ja sogar Erstzkohlen für den Motor waren dabei, sowas hatte ich tatsächlich noch nie gesehen. Also, nachhaltiges und gelungenes Produkt, hierfür eine Empfehlung und den dannwollenwirmal-Stempel!

Komfortable Tiefeneinstellung mit großem Handrad
Irgendwann waren die Läden dann fertig, auch in der richtigen Farbe, dann kommt noch das Band dran:

Band dran: Hier mal zum Test. Bißchen was ausklinken und befestigen mit Spax 4×25. Die haben das Holz auch ohne Vorbohren heile gelassen. Brave Schräubchen 
und schließlich die Befestigung an der Wand. Ich hatte beinahe Panikzustände beim Gedanken daran, denn nichts ist schlimmer, als wochenlang diese Teile zu bauen und sich dann vorzustellen, dass sie an der Wand schief aussehen. Oder dass man sich verbohrt und ich die ganze Fassade, achwas das ganze Haus nochmal neu verputzen muss. Also habe ich extraviel nachgedacht und mir eine genaue Zeichnung (mit Herummessen am fertigen Objekt) gemacht, die Bohrlöcher mit Laser und Wasserwaage vermessen, angezeichnet, nochmal nachgeprüft und mich dann irgendwann getraut zu bohren. Puh. Auch über die Dübel habe ich mir ja ausführlich Gedanken gemacht; tatsächlich habe ich jetzt relativ normale Dübel genommen (Zebra Shark von Würth) aber als Besonderheit (zumindest für mich) die Bohrlöcher richtig gereinigt:
Dafür habe ich im Wechsel mehrfach mit oben zu sehendem Bohrlochreiniger und Kompressor mit Pistole den Bohrstaub ausgiebig entfernt, ehrlich gesagt habe ich das so gewissenhaft noch nie gemacht, aber tatsächlich auch bisher unterschätzt, was für einen Gewinn das bringt! Dazu muss man wissen, dass unsere Hauswände (Baujahr 1926) im Grunde wenig dübelfreundlich sind und das Aufhängen eines Regals schon eine schweißtreibende Aktion sein kann. Hier allerdings: Mit dem gereinigten Loch hat der Dübel nicht mitgedreht und die eingeschraubten Kloben halten so fest, dass ich mich auch selbst dranhängen könnte. Also, wieder was gelernt. Und nun eingehängt. Passt?
Aber sowas von! Passt genau wie geplant, sitzt gerade und sieht Granate aus. Im Bild zu sehen auch der Feststeller „Frauenkopf“, heißt wirklich so. Die vier oberen habe ich nun dran (zwei gehen leider nicht auf weil da noch die Gerüstanker sind), und die unteren sind für kommende Woche geplant, wobei die notfalls ja auch ohne Gerüst anzubringen wären.

Der optische Genuss ist noch ein wenig verbaut…
Was war noch? In einem kurzen Moment der Unterforderung habe ich noch den Grundputz mit Armierung auf der Garage gemacht (nun, das war tatsächlich geplant), so dass da auch nächste Woche Putzgrund und Reibeputz drauf kann und sich das Gebäude dann harmonisch ins Gesamtensemble einschmiegt.
Wow, das war schon verdammt viel für eine Woche! Man sieht also, die Ereignisse überschlagen sich und ich komme kaum mit dem Schreiben hinterher. Nächste Woche soll’s dann fertig sein, aber Montag muss ich erstmal zwei Eimer Türkis beim Tunkendealer durch den Laden feuern. Der soll sich schonmal warm anziehen!
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Dachfenster: Spalt durch Konterlattung
Aber das hat Zeit bis Herbst, würde ich mal sagen. Da schwebt mir was mit Bauschaum (Juchu, endlich mal wieder Bauschaum!) und Leisten vor.
Am Freitag wurde das Gerüst abgebaut, das ging wirklich sehr schnell und hinterließ auch wirklich jede Menge Dreck; am Samstag habe ich als letzten Akt den Sockel gestrichen und auch die Garage noch mit Faschen und Sockelfarbe versehen. Dabei habe ich meine Technik perfektioniert, Kanten über den Fassadenspachtel zu streichen. Ich habe den ganzen Tag fast nichts abgeklebt sondern immer den großen (oder auch mal den kleinen) Spachtel genommen und dann aus Richtung Griff auf die Fläche gerollt. Das gab selbst auf Rauhputz schöne Kanten:

Spachtel an der Markierung ansetzen und von oben drüberrollen…

…ist doch eine hübsche Kante geworden!
Apropos Farbe: Wie das mit dem Türkis von letzter Woche weitergegangen ist, erzähle ich nächstes mal ausführlich. Jedenfalls war der eine Eimer tatsächlich falsch gemischt und ich habe ihn ersetzt bekommen. Der andere war wohl richtig. Aber das Kapitel ist noch nicht ganz abgeschlossen…
Als i-Tüpfelchen habe ich dann unser ‚historisches‘ Hausnummernschild wieder angebracht. Die Original-Klammern sind mir beim Abbauen unter den Händen zerfallen, und auf der Suche nach einer adäquaten und stilechten Befestigung hat mir Nagelspezialist Bierbach unter die Arme gegriffen, der mir ein paar handgeschmiedete(!) Nägel geschickt hat, die sich an dem Schild ausnehmend gut machen:
Nun war noch Aufräumen angesagt, und dabei bemerke ich, dass ich mit rund sechs Wochen echt schnell war, es mir beim Aufrollen des Malervließ aber vorkam, als hätte ich es vor einer Ewigkeit verlegt. Und dem Rasen darunter wohl auch, der muss sich nun erstmal erholen.
Traditionell bei dannwollenwirmal sind ja die vorher-nachher-Fotos, und für vorher habe ich eins rausgesucht, das ich bei der Hausbesichtigung vor fünf Jahren gemacht habe:
Da hat sich doch ein bißchen was getan:
Täglich sprechen mich nun Leute aus der Nachbarschaft und näherer Umgebung an und überhäufen mich mit Lob, wie schön das Haus geworden sei. Ich bin dann immer etwas verlegen und weiß gar nicht recht, was ich sagen soll, genieße es aber und freue mich ehrlich über so viel Anerkennung, denn schließlich war es auch ein gewaltiges Projekt, von dem ich weiß, dass ich es in diesem Leben bei uns nicht mehr machen möchte.
Und was mache ich jetzt? Vielleicht nehme ich mir einen bequemen Campingstuhl und ein gutes Glas Rotwein, setzte mich gegenüber auf die andere Straßenseite und schaue mir das Werk mal ein paar Stunden an.
Dann gehe ich zufrieden ins Bett und überlege mir, was man als nächstes machen könnte…:)
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