Die Ereignisse \u00fcberschlagen sich im Moment und tats\u00e4chlich ist es – glaube ich – das erste mal, dass der Blog hinterherhinkt, also dass ich schneller arbeite als schreibe. Denn w\u00e4hrend ich bereits mit dem Reibeputz angefangen habe (mit dem ich hochzufrieden bin, aber dazu dann demn\u00e4chst mehr), schulde ich der geneigten Leserschaft ja noch Teil zwei der kleinen Spachtelschule. Vielen Dank \u00fcbrigens f\u00fcr das viele positive Feedback und die Kommentare, da war Teil 1 wohl doch ganz hilfreich \ud83d\ude42<\/p>\n
Ich hoffe, ihr habt Eure Hausaufgaben gemacht und das letzte Woche erlernte ge\u00fcbt (klar kann man auch in fertigen Wohnungen \u00fcben!), denn dann k\u00f6nnen wir uns heute noch drei Dingen widmen: Das Benutzen von Bewehrungsband, das Spachteln von Kantenschutzprofilen und die \u00dcberg\u00e4nge zwischen den einzelnen Fl\u00e4chen.<\/p>\n
Bewehrungsband (oder Fugendeckstreifen\/Armierungsband\/was auch immer) wird dann benutzt, wenn die Gefahr des Rei\u00dfens von Fugen im Trockenbau besteht. Zwar ist der von mir verwendete Spachtel schon ziemlich rei\u00dffest, und auch Kreuzfugen habe ich vermieden, aber bei gewissen Anwendungsf\u00e4llen macht der kleine Streifen schon Sinn. Beispielsweise k\u00f6nnen dies Innenecken, \u00dcberg\u00e4nge zwischen einzelnen GK-Fl\u00e4chen oder andere kritische Bereiche sein, in denen es zu Bewegungen und damit zu Rissen kommen kann.<\/p>\n
Im Beispiel hatte ich einen kleinen Ausriss in einer Innenecke und habe diesen gespachtelt, aber auch mit einer Bewehrung versehen. Als ersten Schritt wird Spachtelmasse als „Bett“ f\u00fcr den Streifen aufgetragen.<\/p>\n Auf dem Bild sieht man leider den Streifen nicht so gut, aber er wird im zweiten Schritt in das Spachtelbett hineingedr\u00fcckt; dabei darauf achten, dass er nicht knickt oder wellig liegt.<\/p>\n Nun wird der Streifen z\u00e4rtlich gespachtelt. Ich mache das mit der Gipserkelle, weil mir der Streifen mit dem Breitspachtel immer schnell gerissen ist. Naja, vielleicht \u00dcbungssache. Wenn man jedenfalls zu ’scharf‘ spachtelt, rei\u00dft das Band.<\/p>\n Nun wird der Spachtel noch sch\u00f6n geradegezogen. Beim Absto\u00dfen und Schleifen muss man etwas vorsichtiger sein als sonst, um das Gewebe nicht zu besch\u00e4digen.<\/p>\n Apropos Besch\u00e4digen: Eine Gewisse Aufmerksamkeit sollte man beim Trockenbaukampf den Au\u00dfenecken widmen. Da ja dort nur Gips auf Gips zusammenkommt, man sich aber an Au\u00dfenecken gerne mal den Kopf st\u00f6\u00dft, die Einkaufskiste aneckt oder die Tischkante dagegen knallt, verwendet man hier sogenannte Eckschienen\/D\u00fcnnputzeckleisten\/weitere Namen… und in diesem Internet wird so viel Bl\u00f6dsinn <\/em>erz\u00e4hlt, wenn es um diese Schienen geht, dass ich einmal tief durchatme und an dieser Stelle erkl\u00e4re: Eckschienen werden nicht festgetackert, festgeschraubt oder genagelt. Vor allem werden sie nicht mit BAUSCHAUM oder TESAFILM angeklebt. Das einzige, was gebraucht wird, ist Gips, etwas Geschick und gute Laune.<\/p>\n \u00c4hnlich wie beim Gewebeband wird zun\u00e4chst ein gro\u00dfz\u00fcgiges Gipsbett an der Kante angelegt. Beide Seiten der Kante werden \u00fcppig mit Spachtel versorgt. Bei Eckschienen sollte man mit dem Gipsspachtel nicht sparsam sein. Es ist \u00fcbrigens nat\u00fcrlich dasselbe Zeug, was in die Fugen kommt.<\/p>\n Nun wird die Eckschiene passend zugeschnitten (Blechschere, habe ich ja wieder) und in das Gipsbett gedr\u00fcckt. Aus den L\u00f6chern quillt die Masse raus, soll aber auch so sein. Richtig auf die Kante dr\u00fccken, sonst steht sie nachher ab.<\/p>\n Achja: Die Enden der Eckschiene sollten auch nicht abstehen:<\/p>\n Durch das Schneiden passiert das schonmal, aber wenn die Schiene erstmal eingespachtelt ist, schauen dann die Ecken raus. Besser also vorher geradebiegen:<\/p>\n Die Eckschiene ist zwar schon ziemlich d\u00fcnn, aber immer noch etwas dicker als die dahinterliegene Fl\u00e4che ohne Schiene. Diese beiden Niveaus m\u00fcssen also angeglichen werden. Dazu wird quer<\/em> zur Eckschiene gespachtelt:<\/p>\n Dadurch wird der H\u00f6henunterschied sehr unauff\u00e4llig ausgeglichen. Man k\u00f6nnte auch l\u00e4ngs zur Eckschiene hinspachteln, aber dann wird man im Bereich der Schiene eine kleine Erh\u00f6hung haben, die beim quer Spachteln auf viel mehr Breite verteilt wird. Ja, es verbrtaucht mehr Spachtelmasse. F\u00fcr ein Dachfenster habe ich mit dieser Methode auch mal einen halben Sack verbraucht. Aber ein Sack kostet der Bruchteil eines Dachfensters \ud83d\ude09<\/p>\n Dadurch, dass das Spachtelwerkzeug nicht richtig auf der Fl\u00e4che aufliegt, entstehen schneller mal Grate. Dadurch nicht entmutigen lassen! Die kann man auch im zweiten Gang f\u00fcllen. Wichtiger ist, dass man keine Dellen und T\u00e4ler hat. Die „Lehren“ f\u00fcr den Spachtel sind die Auflagefl\u00e4chen Gipskartonplatte auf der einen und Eckschiene auf der anderen Seite. Und dazwischen muss in einer Linie die Spachtelmasse rein.<\/p>\n Beim Erker sieht man im Bild die Eckschiene noch durchschimmern. Die Oberfl\u00e4che f\u00fchlt sich aber glatt an und so reicht es mir f\u00fcr meinen Reibeputz. Sollte aber einfach nur gestrichen werden, m\u00fcsste man hier ggf. noch mal r\u00fcbergehen.<\/p>\n Als letztes Thema greife ich einen der Top-Suchbegriffe meiner Seite auf: „\u00dcbergang Drempel Dachschr\u00e4ge“ ist scheinbar ein Thema, das die Nation besch\u00e4ftigt. Man k\u00f6nnte es auch verallgemeinern und die \u00dcberg\u00e4nge zwischen einzelnen Gipskartonfl\u00e4chen untersuchen. Das ist \u00fcbrigens was anderes als \u00dcberg\u00e4nge von Gipskarton auf Mauerwerk: hier wird in der Regel mit einer Acrylfuge gearbeitet (die aber auch nicht handbreit ist \ud83d\ude42 )<\/p>\n F\u00fcr den \u00dcbergang gibt es zwei Herangehensweisen. Welche man w\u00e4hlt, h\u00e4ngt von der Endbehandlung ab. Wenn die Fl\u00e4che tapeziert oder gestrichen wird, geht man wie folgt vor:<\/p>\n 1. Der \u00dcbergang wird ganz normal gespachtelt Alternativ zum Kellenschnitt kann man auch ein Trennband kleben (Alternative: Malerband, hab ich mal geh\u00f6rt), das etwas herausgucken lassen und nach dem Aush\u00e4rten des Spachtels b\u00fcndig abschneiden und die entstandene L\u00fccke ggf. mit Acryl f\u00fcllen. So sind die beiden Fl\u00e4chen durch das Band getrennt, und genauso wie beim Kellenschnitt wird dadurch ein Riss zwar nicht unbedingt verhindert, aber kontrolliert und erscheint dann idealerweise als schnnurgerade, mini-kleine Fuge.<\/p>\n Ich habe mich allerdings gegen diesen \u00dcbergang entschieden, weil ich eine Oberfl\u00e4che aus Reibeputz plane. Konsequenterweise h\u00e4tte ich dann den Kellenschnitt im Reibeputz fortf\u00fchren m\u00fcssen und das h\u00e4tte sicher Also habe ich, und das w\u00e4re die zweite Herangehensweise, durchgehend gespachtelt, aber ein Bewehrungsgewebe eingelegt, das Gleiche wie oben beschrieben. Dieser Streifen wurde ganz normal eingespachtelt und dann abgesto\u00dfen+geschliffen. Diese Vorgehensweise ist auch hier<\/strong> <\/a>beschrieben-\u00fcbrigens auch eine gute Informationsquelle f\u00fcr alle anderen Arten von Anschlussfugen.<\/p>\n
<\/a>
\n1. Schritt: Spachtel auftragen<\/em><\/p>\n
<\/a>
\nBewehrungsstreifen wird in das Spachtelbett hineingedr\u00fcckt<\/em><\/p>\n
<\/a>
\nSpachteln<\/em><\/p>\n
<\/a>
\nAnh\u00fcbschen<\/em><\/p>\n
<\/a>
\nGipsbett f\u00fcr Eckschiene<\/em><\/p>\n
<\/a>
\nEindr\u00fccken der Schiene<\/em><\/p>\n
<\/a>
\nKrumme Enden durch das Schneiden<\/em><\/p>\n
<\/a>
\nBesser!<\/em><\/p>\n
<\/a>
\nQuer spachteln<\/em><\/p>\n
<\/a>
\neingespachtelte Eckschienen<\/em><\/p>\n
<\/a>
\nErker<\/em><\/p>\n
\n2. Zwischen den Fl\u00e4chen wird ein Kellenschnitt gemacht (habe ich hier<\/strong> <\/a>schonmal erkl\u00e4rt; also mit Kelle oder Messer die Spachtelmasse gerade einschneiden; damit es gerade wird, z.B. das Werkzeug an einer der Fl\u00e4chen entlangf\u00fchren)
\n3. die entstandene Fuge mit Acryl f\u00fcllen<\/p>\nschei<\/del> besch<\/del> kack<\/del> nicht so gut ausgesehen.<\/p>\n
<\/a>
\nGewebeband grob einspachteln<\/em><\/p>\n