umgebaut<\/strong><\/a>. Wobei man im Strandurlaub, auch ohne eigene T\u00e4tigkeit (hatte ja auch gar kein Werkzeug dabei! Nur die Drehbank und die Flex, f\u00fcr den Notfall) Menschen beobachten kann, bei denen das Heimwerkerherz h\u00f6her schl\u00e4gt. Beispielsweise die Familie im Strandkorb neben uns, die t\u00e4glich ritualisiert eine Strandmuschel aufbaute. Sowas ist ja auch immer was f\u00fcr Heimwerker! Echte Kerle eben! Schau, oh Weib, ich zeige wie es geht! Harrrr, ich habe Feuer gemacht!<\/p>\nEigentlich wollte ich wieder was ganz anderes erz\u00e4hlen, aber nur mal kurz, um sich einen \u00dcberblick zu verschaffen:<\/p>\n
Die Familie, dreik\u00f6pfig, er: hager, leichenblass, bekleidet mit einer Speedo-Badehose, so um die 40; sie: unauff\u00e4llig, dann noch einen Knaben von etwa 12 dabei. Und: die Strandmuschel. Hmm \u2013 Strandmuschel, \u00e4hnlich einem Zelt, bestehend aus Stoff, in dessen Schlaufen zwei Zeltstangen \u00fcberkreuz eingef\u00fchrt werden m\u00fcssen, der Stoff wird dadurch gespannt und man kann dann mit dem aufgebauten Objekt, naja, kann man in den Sand stellen und sich reinlegen oder einfach anschauen oder was man mit Strandmuscheln halt so macht (ans Ohr halten und das Meer h\u00f6ren? M\u00f6glich!)<\/p>\n
Vater breitet zun\u00e4chst den Stoff aus, der Rest der Familie steht in milit\u00e4risch anmutender hab-acht-Stellung daneben. Er gibt, mit einer Stimme wie Fips Assmussen(!), nur eine Terz dr\u00fcber, nordischer Schlag, Befehle. Mutti steckt die Zeltstangen zusammen, Sohnemann wird angepflaumt: \u201eKannst Du nicht vielleicht auch mal helfen?\u201c. In diesem Moment kam dann auch jedes Mal eine Windb\u00f6e, die den Zeltstoff umherwirbelte. Fips tat mir dann immer ein bi\u00dfchen leid. Der Junior sieht sich zum Aktionismus gen\u00f6tigt und fasst irgendwo unbeholfen an. \u201eDa nich! Lass mal die Ecke da liegen! Hier muss erst hoch!\u201c Mutti hat die Stangen fertig und fasst ebenfalls irgendwo am Stoff an.<\/p>\n
Eine Strandmuschel ist realistischerweise nicht zu Dritt aufzubauen. Je mehr Leute gleichzeitig daran herumrei\u00dfen, desto schwieriger wird es. Erste Gleichung der Strandmuschel.<\/p>\n
Mutti schiebt eine Zeltstange durch die falsche Lasche, Vati befindet sich unter<\/em> der Muschel und Sohnemann fasst eine Ecke an. \u201eAuf Spannung! Hier muss die doch erst durch! Siehst Du das nich?!\u201c Junior hat sch\u00e4tzungsweise, trotz t\u00e4glichem Aufbaus, keine Vorstellung davon, wie das Ding fertig aussehen k\u00f6nnte<\/em>.<\/p>\nVati wird mittlerweile hektischer und hat immerhin ein wenig Farbe bekommen (rotes Gesicht vor Wut<\/em>), der Wind nimmt auch zu, Sohnemann h\u00e4lt konsequent immer die falsche Seite fest oder dann die richtige Seite in die falsche Richtung, nach einiger Zeit ist aber zumindest eine Stange reingefummelt. Fips Asmussen wird immer lauter: \u201eNee, du musst da anfangen! Mensch Kerl! Kerl Mensch! Jetz.. Neiiin! Da noch durch! Zur\u00fcck!\u201c<\/p>\nIch liege im Strandkorb und philosophiere: Eine Zeltstange, bestehend aus Einzelteilen, wird sich beim Zur\u00fcckziehen in ebensolche aufl\u00f6sen. Zweite Gleichung der Strandmuschel. Kam auch genau so.<\/p>\n
Nach erfolgreichem Einf\u00fchren der zweiten Stange m\u00fcssen alle vier Stangenenden in daf\u00fcr vorgesehene L\u00f6cher der Bodenplane eingef\u00fchrt werden. Fips: \u201eDas mach ich jetz! Geht mal weg!\u201c<\/p>\n
Wird die nicht vorgebogene Zeltstange, die in Loch A schon halb drin steckt, ins diagonal gegen\u00fcberliegende Loch B gesteckt, neigt sie dazu, aus Loch A wieder herauszuspringen. Dritte Gleichung der Strandmuschel. So ein Pech! Aber lustig.<\/p>\n
20-30 Minuten nahm dieses Ritual jeden Tag ein. Stand das Ding dann endlich, lehnte sich Fips in Speedo an den Strandkorb, lie\u00df den Blick \u00fcbers weite Meer streifen und sprach, als w\u00e4re nichts gewesen, zum Nebenstrandkorb, der das Treiben ebenso beobachtete: \u201eSchon praktisch die Dinger, wa?!\u201c<\/p>\n<\/div>\n