Das Sch\u00f6ne an meinen drei bis vier Bad-Umbauten pro Jahr ist ja, dass es jedes mal etwas Neues ist, weil immer irgendwelche Besonderheiten lauern (ist das wirklich das Sch\u00f6ne? Hmmm…) Bei meinem jetzigen Projekt, das ich Anfang dieser Woche begonnen habe, gibt es gleich zwei Besonderheiten: Erstens muss der gesamte Umbau in etwa zwei Wochen fertig sein, und zwei Wochen f\u00fcr eine komplette Entkernung und Wiederaufbau ist schon recht sportlich und ambitioniert f\u00fcr mich alleine plus Sanit\u00e4ronkel (wortw\u00f6rtlich Onkel \ud83d\ude42\u00a0 ). Die zweite Besonderheit: es handelt sich um ein H\u00e4uschen in St\u00e4nderwerk-Bauweise, sprich die Bodenplatte ist massiv, aber die W\u00e4nde aus Holz mit aufgenagelten Gipsplatten. Man muss hier also einerseits etwas behutsamer ans Werk gehen, andererseits erwiesen sich die bestehenden Fliesen und Platten doch als recht widerstandsf\u00e4hig. Doch eins nach dem anderen, hier zun\u00e4chst klassischerweise die „Vorher“-Bilder:<\/p>\n
Die W\u00e4nde bestanden aus 20mm-Gipskartonplatten, darauf waren die Fliesen geklebt. Im Grunde ist es kaum m\u00f6glich, Fliesen von Gipskarton zu entfernen, ohne die Oberfl\u00e4che der GK-Platte zu zerst\u00f6ren. Selbst wenn man nur leicht den Karton besch\u00e4digt oder hier und da mit dem Bohrhammer etwas hinter die Fliesen stemmt, ist die Platte dann hin und sollte im Grunde gleich mitgetauscht werden. Nach 40 Jahren, die die Wand und auch die dahinterliegende (Schall)d\u00e4mmung nun auf dem Buckel hat, darf man das auch mal austauschen. Also habe ich gar nicht lange probiert, die Fliesen einzeln abzukl\u00f6ppeln, sondern habe die W\u00e4nde gro\u00dfz\u00fcgig entfernt.<\/p>\n Bei der Wand auf den Bildern wurde noch Holz eingebaut, so dass ich mit dem Bohrhammer einen kleinen Streifen in die Fliesen gestemmt und dann per Handkreiss\u00e4ge Segment f\u00fcr Segment abgebaut habe:<\/p>\n Die Eintauchtiefe der Handkreiss\u00e4ge kann man einstellen, so dass sie nicht zu tief eindringt:<\/p>\n Bei zwei W\u00e4nden war Gipskarton auf die Holzsteher genagelt, bei der Au\u00dfenwand eine noch etwas st\u00e4rkere Gipsfaserplatte; alles \u00e4u\u00dferst hartn\u00e4ckig und mit vielen tausend N\u00e4geln, dadurch zwar stabil gebaut aber auch m\u00fchsam zu entfernen. Am Boden war ein Trockenestrich, der sich mit den aufgeklebten Fliesen ebenfalls als recht z\u00e4h erwiesen hat. Zusammen hat die Entkernung statt des \u00fcblichen einen Tages dadurch nun knapp zwei Tage gedauert.<\/p>\n Als kleines Schmankerl an Tag zwei musste der oben im Bild zu sehende Eckbalken der St\u00e4nderwand versetzt werden, da sonst die Dusche zu schmal geraten w\u00e4re. Hier hat mir meine Tigers\u00e4ge wiede gro\u00dfartige Dienste geleistet; ich benutze sie tats\u00e4chlich fast jeden (Bau)Tag und wei\u00df gar nicht, wie ich fr\u00fcher ohne ausgekommen bin? Mit dem langen Metalls\u00e4geblatt arbeitete sich das Ger\u00e4t, hinter dem Holz gef\u00fchrt, durch alle Klammern und N\u00e4gel, bis der Balken schlie\u00dflich freigelegt war und weiter rechts wieder eingebaut werden konnte.<\/p>\n Ab Tag drei, das Bad ist komplett bis auf Holzst\u00e4nderwerk und Betondecke entkernt, ging es nun an den Wiederaufbau!<\/p>\n Was ist der Plan? Tine Wittler, erz\u00e4hlt mal.<\/p>\n Die Schalld\u00e4mmung wird komplett erneuert und alle W\u00e4nde mit zwei mal 12,5mm-Gipskarton (I f\u00fcr impr\u00e4gniert) beplankt. Genutzt wird hier allerdings das vorhandene Holz-St\u00e4nderwerk, um den Raum nicht noch kleiner zu machen. Die beiden Lagen werden fugenversetzt angebracht, gespachtelt, grundiert und damit f\u00fcrs Fliesen vorbereitet. An die W\u00e4nde kommen vertikale Streifen aus Mosaik und wei\u00dfe Wandfliesen im Format 90x50cm. F\u00fcr die gro\u00dfen Biester musste ich mir erstmal einen Fliesenschneider ausleihen, meiner geht nur bis 60!<\/p>\n Die Decke wird mit Metallprofilen etwa 5cm abgeh\u00e4ngt (CD-Profile mit Direktabh\u00e4ngern) und mit 12,5mm Gipskarton BPI (=BauPlatteImpr\u00e4gniert) beplankt. Dann gespachtelt, grundiert und mit Reibeputz 1,5mm K\u00f6rnung versehen. Schlie\u00dflich werden noch LED-Deckenspots eingebaut.<\/p>\n F\u00fcr den Boden haben wir uns, analog zum Rest des Hauses, f\u00fcr eine Trockenestrichl\u00f6sung entschieden, unter den eine Fu\u00dfbodenheizung eingebaut wird. Dann wird ebenfalls grundiert und schlie\u00dflich gefliest, dunkle Bodenfliesen im Format 90 x 45cm.<\/p>\n Sanit\u00e4rm\u00e4\u00dfig werden s\u00e4mtliche Leitungen erneuert; der Toilettenkasten kann (bis auf 4 cm) komplett in die vorhandene St\u00e4nderwand eingebaut werden. Die \u00fcbrigen Leitungen f\u00fcr den Waschtisch verschwinden ebenfalls in der Wand. Links in der Ecke wird eine bodengleiche Dusche gebaut; hier benutzen wir ein Duschboard mit mittigem Ablauf, das in den Trockenestrich eingelassen wird. Verarbeitet wird hier sp\u00e4ter auch eine Familienpackung Sopro Fl\u00e4chendicht.<\/p>\n Man sieht also: viel Arbeit f\u00fcr zwei Wochen! Aber die H\u00e4lfte ist ja schon geschafft \ud83d\ude09<\/p>\n Ich bin ja kein Freund von Holz in Badw\u00e4nden; von dem doppelten Beplanken in OSB\/Gipskarton w\u00fcrde ich eher abraten. Dennoch habe ich einige senkrechte Latten mit eingebaut, damit der schwebende Waschtisch, der Spiegel-H\u00e4ngeschrank und die Glasduschwand besseren Halt finden.<\/p>\n Nach der Beplankung des Ganzen (zum Fliesen w\u00fcrde ich immer doppelt beplanken, besonders bei gro\u00dfformatigen Fliesen) war dann der Fu\u00dfboden dran. Onkel Norbert hatte liebevoll die Fu\u00dfbodenheizung verlegt:<\/p>\n Hierbei handelt es sich um ein System der Firma Sch\u00fctz<\/strong><\/a>; in eine Tr\u00e4gerplatte aus styropor\u00e4hnlichem Hartschaumstoff wird das Heizungsrohr schlaufenf\u00f6rmig eingelegt. Die im Bild zu sehenden dunklen Streifen sind W\u00e4rmeleitbleche, die die W\u00e4rme unter den Fliesen besser verteilen. Das System funktioniert wie ein normaler Heizk\u00f6rper mit Wasser; ein Regelventil wird in die Wand eingebaut. Die Aufbauh\u00f6he betr\u00e4gt 25mm und wird dann mit einer 25mm-Fermacell-Platte (die Plattenst\u00e4rke und -Eigenschaft ist tats\u00e4chlich vom Hersteller so im System festgelegt) bedeckt. Diese werden miteinander verklebt und verschraubt:<\/p>\n Wichtig ist, dass sich auf der Betondecke keine Unebenheiten befinden und auch im weiteren Verlauf sauber gearbeitet wird, damit eine ebene, belastungsf\u00e4hige Fl\u00e4che entsteht.<\/p>\n Was war noch? Die Decke! Hier bin ich wie gewohnt vorgegangen: zun\u00e4chst UD-Profil mit D\u00e4mmstreifen an die W\u00e4nde geschraubt und dann CD-Profile mit Direktabh\u00e4ngern befestigt (das habe ich ja hier<\/strong> <\/a>schonmal auf\u00fchrlich beschrieben). Im Laser-Koffer habe ich noch ein sch\u00f6nes Zubeh\u00f6r gefunden, n\u00e4mlich eine Metallplatte, die einfach an die Wand geschraubt wird und den Laser magnetisch festh\u00e4lt:<\/p>\n
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\nvorher hier…<\/em><\/p>\n
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\n…vorher da<\/em><\/p>\n
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\nSt\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck!<\/em><\/p>\n
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\nEintauchtiefe einstellen!<\/em><\/p>\n
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\nDer muss weg!<\/em><\/p>\n
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\nDer Tiger!<\/em><\/p>\n
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\nVorwand-Vorwand<\/em>
\nWie erw\u00e4hnt, schaut der Sp\u00fclkasten 4cm aus der bestehenden Holz-Vorwand heraus, so dass ich davor eine schmale Vorwand mit CD-Profilen (ja, die gehen nicht nur f\u00fcr Decken) auf Direktabh\u00e4ngern montiert habe. Am Boden und an der Decke bilden UD-Profile den Abschluss, damit auch bei Tritten vor die Wand die Fliesen einen stabilen Untergrund behalten.<\/p>\n
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\nVorwand mit eingearbeitetem Holz<\/em><\/p>\n
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\nFdH \u00e4\u00e4hhh FBH<\/em><\/p>\n
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\nTrockenestrich verschrauben<\/em><\/p>\n